Mütter- und Schwangerenforum

lehrer dauernd krank! lang

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Die-zauberhafte-Patin
23657 Beiträge
07.12.2017 08:08
Ich wohne im Osten, hier wird kaum jemand verbeamtet, das betrifft eigentlich nur die Rektoren der Schulen. Das Gehalt der Lehrer hier ist auch weit entfernt vom Gehalt der Kollegen im ehemaligen Westen. All das macht es wohl noch unattraktiver Lehrer zu werden.

Seit mein Sohn am Gymnasium ist, beobachte ich Unterrichtsausfälle an der Schule. Wir hatten das Glück (in unserem persönlichen Fall eher nicht), dass der Unterricht in dieser Klasse so gut wie nie ausfiel, weil die Lehrer da echt gern reingehen. Ist halt eine Ausnahmeklasse, was sich bis Jahrgangsstufe 11 noch nicht geändert hat (Schlechtester Klassendurchschnitt 2,7 und die sitzen fertig und ruhig und wartend, wenn die Tür sich öffnet und der Lehrer reinkommt).
Aber es gibt ja nun die Kurse, nur noch die Grundfächer finden im Klassenverband statt und die fallen weiterhin kaum aus. Die Kurse jedoch, wo die Klassen gemischt drin sitzen, fallen hier auch dauernd aus. Das führt soweit, dass es nicht selten Tage gibt, an denen sie nur 2 oder 4 Stunden in der Schule sind und den Rest im Selbststudium zu Hause erledigen sollen. Wir hatten in diesem Schuljahr bereits 5 Tage an denen mein Kind, bedingt durch seine Kurseinwahl, gar nicht zur Schule musste. Ich persönlich finde das ja toll, weil ich eh nicht so ein Fan von Schule bin und mein Sohn so auch viel besser lernt - im Selbststudium, aber ich verstehe, dass diese Vorgehensweise nicht für jedermann geschaffen ist und verärgert. Für uns ist es allerdings perfekt so. Deshalb gehöre ich wohl eher zur Elternfraktion "Interessiert mich nicht".
Wäre es jedoch in der Grundschule schon so gewesen und dann noch dieses dauerhafte Aufteilen... ohje, das hätte hier auch gar nicht funktioniert. Von daher verstehe ich da schon den allgemeinen Frust. Ich denke auch, dass da nur das Beschweren an entsprechender Stelle funktioniert.

LG Zaubi
Seesternchen_2.0
6577 Beiträge
07.12.2017 08:18
Zitat von Nickitierchen:

Zitat von Adara:

Wie kommt es eigentlich zu diesem massiven Mangel?
Will heutzutage niemand mehr Lehrer werden?

Bei meinem Sohn wurde letztes Jahr (in der 1. Klasse) die Klassenlehrerin schwanger. Die Schule verkündete, dass sie die Stelle glücklicherweise neu besetzen könnte. Leider ist die Dame vom Gymnasium und hat keine Erfahrungen mit Grundschülern. Sie ist mehr Feldwebel als Lehrerin Seit Beginn diesen Schuljahres sind schon drei Kinder in die 1. Klasse zurückgestuft worden. Wirklich traurig das Ganze.

meine besze Freundin hat Lehramt realschule deutsch und religion gelernt. Ist Nun klassenlehrerin einer 7. Klasse gesamtschule und unterrichtet erdkunde und deutsch lehrer werden anscheinend öfters fremdeingesetzt, um die stellen zu besetzen


Als Schulsekretärin könnte ich Geschichten erzählen WIE fremd einige Lehrer eingesetzt werden!
Seesternchen_2.0
6577 Beiträge
07.12.2017 08:23
Die kinder sind hier seit dienstag aufgeteilt. Die kinder wussten am montag schon, dass ihre KL Di und MI nivht kommt. Sie möchte sich schonen, da die kinder heute eine Theateraufführung haben und sie da gesund sein will. Da fehlen einem schon die Worte. Aber leider ist sowas recht häufig. Und die Lehrer die das nicht machen gehen wegen solchen Kollegen auf dem Zahnfleisch.
Cookie88
23551 Beiträge
07.12.2017 21:31
Zitat von schnibbe:

Zitat von steph28:

Zitat von schnibbe:

Zitat von steph28:

...


Zudem wurden in Ba-Wü unter der grünroten Regierung neu einsteigende Lehrer einfach eine Gehaltsgruppe tiefer eingestuft. Um Geld zu sparen. Obwohl sie die gleiche Arbeit zu erledigen hatten. Das kam nicht gut an.
Und es gab vor einigen Jahren zu viele neue Lehrer. Da hieß es „Werde bloß nicht Lehrer, da hast du keine Chance, eingestellt zu werden.“ Dann hat man das lieber nicht studiert und was anderes gemacht.
Als ich vor 10 Jahren fertig war, musste man mit einem Schnitt schlechter als 1,5 irgendwo hinter Pfuiteufel sogar noch auf ne Stelle 2-3 Jahre warten.


Bei uns ist das überhaupt nicht so. Wir wurden alle gerade hochgestuft, hier wird jeder verbeamtet und das Einstiegsgehalt für eine Grundschule liegt bei mindestens 2500€ Netto, eher 3000€. Ich kann mich nicht beschweren und ich würde es immer wieder so machen. Was mich nur nervt ist, dass man ja schon vorher wusste, wie viele Leute in Pension gehen und entsprechend mehr Studienplätze schaffen muss. Und die Klassen sind viiiel zu groß, aber gut, das ist ein anderes Thema.


Jetzt ist das auch nicht mehr so. Aber der Versuch mit der niedrigeren Eingruppierung hat halt viele abgeschreckt. Dann hat mans schnell rückgängig gemacht, aber da war es schon zu spät. Und jetzt hat man den Salat.
Man hat halt viele abgeschreckt und, als klar wurde, dass man in absehbarer Zeit Lehrer gebraucht werden, nicht dafür geworben.
Außerdem wurden/werden Stellen nicht mehr besetzt, wenn jemand in Pension geht. Es werden lieber Stunden eingespart. Natürlich studierst dann kaum jemand. Wozu auch? Man hatte ja eh kaum Chancen auf einstellung. KV- Stellen gibts nur noch ganz wenige.

Als ich Abi gemacht hab hieß es "bloß nicht Lehramt studieren! es gibt keine Kinder mehr, Lehrer werden nicht gebraucht!".
schnibbe
1695 Beiträge
08.12.2017 09:54
Ja, das hieß es bei mir auch. War trotzdem mein Traumberuf und ich hab's einfach gemacht.
Als ich fertig war, gabs auch echt wenig Stellen, man musste einen super Abschluss haben, um gleich was zu kriegen.
Ich hatte gleich ne Stelle, aber viele meiner Mitabsolventen waren dann bis zu 5! Jahre KV im Angestelltenverhältnis.
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