Mütter- und Schwangerenforum

LRS wegen ADS? Was tun?

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Mathelenlu
46549 Beiträge
24.05.2017 14:44

Zitat von Mamota:

Zitat von Mathelenlu:

Aber noch mal: wer bitte hat Dich denn überhaupt WO auf der Palme dargestellt? Ich finde es nicht.

Die Palme war meine Wortwahl. Ich hatte es einfach so empfunden aufgrund der Punkte, die ich bereits aufgelistet hatte.
Sorry, Zaubi, wenn ich das fehlinterpretiert habe.

Ah, okay, dann habe ich das überlesen. Ich hatte es nicht so interpretiert, sondern als ganz sachliche Diskussion, noch nicht mal sonderlich kontrovers, daher war ich jetzt ganz verwundert.
24.05.2017 16:29
Zitat von Fjörgyn:

Zitat von Skorpi:

Zitat von Fjörgyn:

Zitat von Marf:

...


Ich kann dir nur zustimmen. Ich finde es immer achade, dass die meisten Leute sich wenig informieren. Wobei ich zugeben muss, dass ich mich auch erst damit beschäftigt habe, also eingehend, als es hieß, dass unsere neue Psychologin ein ADS bei meiner Tochter vermutet. Vorher wurde das kategorisch ausgeschlossen, natürlich ohne entsprechende Tests durchgeführt zu haben.
Meine Tochter und ich haben seit fünf Jahren einen Psychologen-Marathon hinter uns und ich war immer extrem anti, wenn es um ADS/ADHS und die entsprechende Medikation ging. Kommt mir nicht ins Haus nd das habe ich auch immer klar so kommuniziert, auch bei unserer jetzigen Psychologin. Wir hatten von September bis Mai wöchentlich zwei Termine dort und zwar ausschließlich zur Diagnostik, das kannte ich von den anderen nicht. Da hatten wir drei oder vier Termine zur Diagnostik und in beiden vorherigen Fällen kamen wir zu unterschiedlichen Diagnosen. Die dazugehörige Therapie war vollkommen verschenkte Zeit, denn sie brachte gar nichts, die letzte Psychologin hat die Therapie abgebrochen, mit den Worten, mein Kind sei vollkommen unwillens an ihrer Situation etwas zu ändern. Im Auto brach sie in Tränen aus und sagte:"Mama, ich kann nicht mehr! Irgendetwas stimmt mit mir nicht!" Ich habe also auch nichts mehr weiter gemacht, es wurde immer schlimmer in der Schule und dadurch gab es zu Hause auch viel Stress. Nach einem extrem heftigen Zwischenfall, haben wir beschlossen, dass wir es doch nochmal mit psychologischer Hilfe versuchen wollen. Ich musste lange gegen den Unwillen meines Kindes anreden, aber sie wusste ja selbs, dass es so nich weitergehen kann. Also Termin gemacht und schon der erste Termin verlief ganz anders und wir fühlten uns besser aufgehoben, selbst meine Tochter sagte, dass sie glaubt, die Psychologin würde sie besser verstehen als die alten. Meine Weigerung was ADS/ADHS und Medikation anging habe ich natürlich trotzdem von Anfang an klar gemacht. Ich bekam dann einen eigenen Termin, nur für mich und man hat mir gehörig den Kopf gewaschen und alle meine Fragen und Bedenken ausführlich besprochen und geklärt. Man hat meine Vorurteile erklärt, bestätigt oder zerstreut.
Lange Rede-kurzer Sinn; meine Tochter nimmt seit etwa zwei Wochen Medikinet. Hat sich meine Kind verändert? Ja, hat sie, aber nicht so wie ich es befürchtet habe. Sie ist kein lethargischer, willenloser Zombie, sie ist nicht wesensverändert! Sie ist immer noch lebhaft, hat Power ohne Ende, sie liebt es noch immer sich zu bewegen, sie geht noch immer gerne zum Sport. Der einzige Unterschied, den wir bisher feststellen konnten ist, dass sie fokussierter ist. Insbesondere was die Schule angeht, sie kann dem Unterricht ohne Probleme folgen, sie bekommt ihre Aufgaben im Unterricht fertig, sie schreibt sich ihre Hausaufgaben auf und erledigt sie selbstständig, man kann ein Gespräch mit ihr führen, ohne dass sie hunder andere Dinge im Kopf hat. Und, und das ist für mich das wichtigste , eine Tochter sagt selbst, dass sie sich mit den Tabletten besser fühlt, weil sie das Gefühl hat, dass ihre Gedanken geordneter sind. Ich spreche jeden Tag mit ihr, wie es war, ob sie Nebenwirkungen bemerkt hat und sei es nur ein komisches Gefühl, aber bisher ist dem nicht so. Sie bekommt auch nicht nur Medikation, sondern natürlich auch noch begleitend Therapie.
Meine Tochter hat einen IQ von 117, ihre Werten im Bereich Analytik und logisches Denken liegen in einem Bereich, der eigentlich ein gutes Gymnasialniveau zulassen würde. Sie hatte aber eine Hauptschulempfehlung und gerade Mathe war immer sehr schlecht.
Ich weiß, dass der Zeitraum bei uns noch sehr kurz ist und ich werde das alles genauestens im Auge behalten, aber momentan sind wir auf einem guten Weg und so lange es meinem Kind so gut geht und ich keine Wesensveränderungen wahrnehmen, bin ich gewillt, den Weg mit meinem Kind zu gehen. Alles andere wäre fahrlässig und, wie jemand anderes schon sagte, unterlassene Hilfeleistung.

Liebe TS,

hole dir bitte noch eine zweite Meinung ein, gerade wenn du unsicher bist und suche dir unbedingt einen fähigen Psychologen, auch das ist gar nicht so einfach, aber sei aufgeschlossen. Ritalin kann hilfreich sein, aber eben nur, bei eine, entsprechenden Krankheitsbild.

Ich wünsche dir alles Gute!


Nur zu dem Punkt, dass du es schade findest, dass sich andere so wenig informieren. Wenn man nicht betroffen ist, hat man dazu ja gar kein Grund. Dann schnappt man schnell Dinge auf, nimmt sie so hin und urteilt vielleicht auch aus eigener Erfahrungen, die vielleicht nicht ganz so toll waren. Eine ganz alte Nachbarin von mir hatte mal folgendes gesagt: "Ich habe endlich einen Arzt gefunden, der mir dieses Medikament ohne wenn und aber verschreibt." Ich glaube bis heute nicht, dass dieses Kind dieses Medikament wirklich nötig hatte. Noch krasser war es, als diese Dame, diese Tabletten weiter gegeben hat und meinte, dass das ganz harmlos wäre......

Und ja, ich bin tatsächlich immer noch etwas skeptisch. Denn ich habe nicht nur einmal erlebt, dass Ärzte eben zu schnell Dinge verschreiben, die gar nicht nötig sind. Zwar war das nur eine Hausärztin aber ich habe einmal ein Antibiotikum gegen eine angebliche Ohrenentzündung bekommen, beim HNO-Arzt stellte sich raus, dass nur Wasser drin war und, dass ich gar nichts nehmen soll und nehmen muss dagegen. Es hat sich auch wirklich von allein wieder erledigt. Da war ich einfach nur froh, dass ich direkt im Anschluss eben zum HNO-Arzt gegangen bin. Und dann hat die gleiche Ärztin mir was gegen eine Blasenentzündung verschrieben, bevor sie ein Ergebnis hatte. Tja, ich hatte keine Blasenentzündung..... Vielleicht kann man da einen Hausarzt nicht mit nem Psychologen und Fachärzte vergleichen, dass weiß ich nicht so genau, aber ich finde es eben einfach absolut nicht verkehrt, da erstmal mit Skepsis ran zugehen und wenn man sich so unsicher ist, wirklich noch eine zweite Meinung einzuholen.

Skepsis? Ja bitte! Kritisches Beäugen der Situation? Auf jeden Fall! Das vollkommen bescheuerte Verhalten deiner Nachbarin als Referenz für ein Medikament nehmen? Um Gottes Willen, nein!
Du kannst ja gerne voreilige Pfuschmediziner verurteilen, aber bitte kein Medikament, das richtig dosiert, bei dem richtigen Krankheitsbild zuverlässige Dieste leistet. Das muss man voneinander trennen.
Ein Antibiotikum ist auch eine super Sache, wenn es denn richtig angewendet und nicht wie Bonbons verteilt wird.
Wie gesagt, ich war so kritisch, dass ich von Anfang an, bei jeder Psychologin direkt sagte, dass ich mein Kind nicht mit diesem Scheiß vollpumpe. Nur eine hat sich die Mühe gemacht und mich aufgeklärt und hat mir Dinge zum Lesen an die Hand gegeben, übrigens auch extrem kritische Lektüre. Das hat mir sehr geholfen bei meiner Sichtweise.


Das sage ich doch auch gar nicht
Ich bin doch nicht komplett dagegen, wenn es denn wirklich nötig ist. Ich habe nur mangelndes Vertrauen in Ärzte, die eben oft doch tatsächlich zu vorschnell verschreiben und das ist tatsächlich eben keine Seltenheit.

Marf
18167 Beiträge
24.05.2017 18:18
Skorpi,
wenn ich mit Kind zum Kinderarzt gehe,mich dort über Unkonzentriertheit oder Schusselhaftigkeit beklage und er mir sofort Ritalin &Co verschreibt - DANN kann ich misstrauisch sein.
Aber hier schreiben alle, die langwierige Untersuchungen hinter sich haben.Bei zig Ärzten und Ämtern angeklopft haben.....dieses rasche Verschreiben war einmal.Und man sollte den Eltern zugestehen das sie ihr Kind nicht vom Wald und Wiesenarzt untersuchen lassen.
Wenn jemand wie die TS so detailliert von Tests und Psychologen schildert weiß ich das sie gut unterwegs ist.
wirrwarr
1115 Beiträge
24.05.2017 18:21
Zitat von Marf:

Skorpi,
wenn ich mit Kind zum Kinderarzt gehe,mich dort über Unkonzentriertheit oder Schusselhaftigkeit beklage und er mir sofort Ritalin &Co verschreibt - DANN kann ich misstrauisch sein.
Aber hier schreiben alle, die langwierige Untersuchungen hinter sich haben.Bei zig Ärzten und Ämtern angeklopft haben.....dieses rasche Verschreiben war einmal.Und man sollte den Eltern zugestehen das sie ihr Kind nicht vom Wald und Wiesenarzt untersuchen lassen.
Wenn jemand wie die TS so detailliert von Tests und Psychologen schildert weiß ich das sie gut unterwegs ist.


Meines Wissens nach dürfen Kinderärzte kein Methylphenidat mehr verschreiben. Soweit ich weiß dürfen dass nur noch Psychiater und Neurologen
Marf
18167 Beiträge
24.05.2017 18:26
Zitat von wirrwarr:

Zitat von Marf:

Skorpi,
wenn ich mit Kind zum Kinderarzt gehe,mich dort über Unkonzentriertheit oder Schusselhaftigkeit beklage und er mir sofort Ritalin &Co verschreibt - DANN kann ich misstrauisch sein.
Aber hier schreiben alle, die langwierige Untersuchungen hinter sich haben.Bei zig Ärzten und Ämtern angeklopft haben.....dieses rasche Verschreiben war einmal.Und man sollte den Eltern zugestehen das sie ihr Kind nicht vom Wald und Wiesenarzt untersuchen lassen.
Wenn jemand wie die TS so detailliert von Tests und Psychologen schildert weiß ich das sie gut unterwegs ist.


Meines Wissens nach dürfen Kinderärzte kein Methylphenidat mehr verschreiben. Soweit ich weiß dürfen dass nur noch Psychiater und Neurologen

Ach du....Ärzte dürfen vieles nicht!
Mir gings unter anderem auch um das fehlen der Untersuchungen,Tests usw.
Bisher kam mir noch keiner unter der so einfach Medikinet bekam.Das lese ich immer nur in diversen Medien.
wirrwarr
1115 Beiträge
24.05.2017 19:48
Zitat von Marf:

Zitat von wirrwarr:

Zitat von Marf:

Skorpi,
wenn ich mit Kind zum Kinderarzt gehe,mich dort über Unkonzentriertheit oder Schusselhaftigkeit beklage und er mir sofort Ritalin &Co verschreibt - DANN kann ich misstrauisch sein.
Aber hier schreiben alle, die langwierige Untersuchungen hinter sich haben.Bei zig Ärzten und Ämtern angeklopft haben.....dieses rasche Verschreiben war einmal.Und man sollte den Eltern zugestehen das sie ihr Kind nicht vom Wald und Wiesenarzt untersuchen lassen.
Wenn jemand wie die TS so detailliert von Tests und Psychologen schildert weiß ich das sie gut unterwegs ist.


Meines Wissens nach dürfen Kinderärzte kein Methylphenidat mehr verschreiben. Soweit ich weiß dürfen dass nur noch Psychiater und Neurologen

Ach du....Ärzte dürfen vieles nicht!
Mir gings unter anderem auch um das fehlen der Untersuchungen,Tests usw.
Bisher kam mir noch keiner unter der so einfach Medikinet bekam.Das lese ich immer nur in diversen Medien.


Ich war lange Zeit in einer Selbsthilfegruppe, kam dadurch mit vielen AD (H)Slern in Kontakt und habe von keinem gehört, dass ihm oder seinem Kind einfach so ohne weiteres Methylphenidat verschrieben wurde.
Im Gegenteil viele hatten eine lange Odyssee hinter sich.

Als ich damals mit meinem Sohn einen Termin bei einem Kinder- und Jugendpsychiater bzgl der Testung vereinbaren wollte wurde ich abgewiesen. Mit dem Hinweis, dass sie das nicht könnten und ich mich an einen Spezialisten wenden sollten. Davon gab es im Näheren Umfeld nur 3 die alle Wartezeiten von über einem Jahr hatten.
Wir sind letztlich 150 km gefahren, dort waren nur 3 Monate Wartezeit. Anfangs mussten wir alle 4 Wochen dort hin. Dann alle 8 Wochen und als er eingestellt war nur noch alle 3 Monate.

Es war auch nicht so, dass wir direkt nach dem ersten Termin ein Rezept bekamen. Das war erst nach dem Dritten Termin. Es wurden auch Beurteilungen von der Schule, dem Kindergarten und vom Hort eingeholt.

Ich weiß ja nicht wie das bei Euch so wahr.

Ich finde ja, dass das bei Antidepressiva viel schlimmer ist. Die werden tatsächlich verteilt wie Smarties, auch von Hausärzten. Dieser kann mMn auch nicht beurteilen ob sein Patient tatsächlich eine Depression hat. Und Antidepressiva sind auch nicht ohne was die Wirkung betrifft. Ich bekam mal welche nach einem Burn Out, mein lieber Herr Gesangsverein, die haben ganz schön reingehauen. Verschrieben von meinem Hausarzt...
Mathelenlu
46549 Beiträge
24.05.2017 19:57
Zitat von wirrwarr:

Zitat von Marf:

Skorpi,
wenn ich mit Kind zum Kinderarzt gehe,mich dort über Unkonzentriertheit oder Schusselhaftigkeit beklage und er mir sofort Ritalin &Co verschreibt - DANN kann ich misstrauisch sein.
Aber hier schreiben alle, die langwierige Untersuchungen hinter sich haben.Bei zig Ärzten und Ämtern angeklopft haben.....dieses rasche Verschreiben war einmal.Und man sollte den Eltern zugestehen das sie ihr Kind nicht vom Wald und Wiesenarzt untersuchen lassen.
Wenn jemand wie die TS so detailliert von Tests und Psychologen schildert weiß ich das sie gut unterwegs ist.


Meines Wissens nach dürfen Kinderärzte kein Methylphenidat mehr verschreiben. Soweit ich weiß dürfen dass nur noch Psychiater und Neurologen


Oder KiÄ mit Sonderfortbildungen zum Thema.
Marf
18167 Beiträge
24.05.2017 19:58
Echt?
Ich kenne das nicht.Wir haben nach ca. 7,8 Monaten Tests usw. das erstemal über Medikamente gesprochen.Da wurde ich von unserer Ärztin sehr gut beraten.Es ist ja immer Therapiebegleitend.
Ansonsten hab ich es sogar 'schwer' etwas verschrieben zu bekommen,also für mich.Mir werden dann immer irgendwelche Sachen empfohlen,kein Plan warum.Ich muss da immer gezielt hinweisen.
Wobei ich da aber auch froh bin,es zwingt mich selber zu recherchieren.Dann kann man auch ganz anders mit den Ärzten reden.
wirrwarr
1115 Beiträge
24.05.2017 20:25
Zitat von Marf:

Echt?
Ich kenne das nicht.Wir haben nach ca. 7,8 Monaten Tests usw. das erstemal über Medikamente gesprochen.Da wurde ich von unserer Ärztin sehr gut beraten.Es ist ja immer Therapiebegleitend.
Ansonsten hab ich es sogar 'schwer' etwas verschrieben zu bekommen,also für mich.Mir werden dann immer irgendwelche Sachen empfohlen,kein Plan warum.Ich muss da immer gezielt hinweisen.
Wobei ich da aber auch froh bin,es zwingt mich selber zu recherchieren.Dann kann man auch ganz anders mit den Ärzten reden.


Dann ging das bei uns ja sogar noch recht zügig.

Wobei ich allerdings auch durch mich schon mit dem ADS Thema ganz gut informiert war. Auch hatte ich persönlich auch schon Erfahrungen mit Methylphenidat, sowohl als Kind sowie auch als Erwachsene. Für mich war wahrscheinlich die Hemmschwelle nicht ganz so hoch wie bei euch.

Es kommt natürlich auch immer auf den Arzt an. Ich möchte auch hier keineswegs alle über einen Kamm scheren. Aber wenn ich mich nur allein durch meinen Bekanntenkreis denke, haben mehr schon einmal ein Antidepressiva genommen als ein Präparat mit Methylphenidat. Ich bin mir sicher, dass einigen von denen eine andere Therapieform, eine Gesprächstherapie beispielsweise, besser geholfen hätte.
Die-zauberhafte-Patin
23655 Beiträge
24.05.2017 21:42
Doch noch einmal: Leider habe ich noch immer das Gefühl, dass in dem Fall ADS zu früh und nur zufällig als Abfallnebenprodukt diagnostiziert wurde, weshalb ich aktuell immer noch sehr vorsichtig gegen die Gabe von Medikamenten wäre. Was ich nun herausgelesen habe, ist:
- Augenarzt wurde abgeklärt, daher ist meine Nachfrage hier ja beantwortet.
- IQ Test gab es sehr viele Informationen… gut, ABER nur, weil es diese angelblich hohe Differenz zwischen Sprachvermögen und Arbeitstempo im HAWIK Test gab, hat die Psychologin nun ADS diagnostiziert und rät zu Medikamenten?
So liest es sich aktuell und das empfinde ich nach wie vor, als vorschnell. Es geht nicht um die LRS, das Testverfahren dauert ja nicht so lange, auch nicht um den IQ Test, auch diese Tests sind an 1-3 Terminen durch, sondern immer noch um die Tests bzgl. ADS/ ADHS.
So wie es beruflich erlebe, ist die Diagnostik von ADS oder ADHS langwierig, es gibt verschiedene Termine, verschiedene Test. Wir haben hier z. Bsp. eine Klinik, die sich genau darauf spezialisiert hat und in die die Kinder, ausschließlich zur Diagnostik, ganze 14 Tage stationär gehen, und sie durchgetestet werden, um danach gesagt zu bekommen: Es deutet alles auf AD(H)S hin oder eben nicht. Im ersten Fall wird ambulant weitergemacht.
Im hier vorliegendem Fall kann ich nicht erlesen, dass das Kind besonders gründlich bzgl. ADS getestet wurde. Es wird wohl schon lange am LRS rumgedoktort, der IQ Test spielte bei der Psychologin die Hauptrolle, aber wo ist das lange und ausgiebige Testverfahren für ADS, dass die Medikamentengabe rechtfertigt?
Mamota
22321 Beiträge
25.05.2017 12:52
Aber innerhalb der LRS-Testung wird doch auch die Aufmerksamkeit geprüft, teilweise sogar mit den gleichen Tests wie beim Verfahren für ADS. Ist ja auch logisch, nachdem da eine Überschneidung von 30% oder so (hab die genaue Zahl nicht mehr im Kopf) besteht.
Bei entsprechend deutlichen Ergebnissen kann man da schon von einem ursächlichen Zusammenhang ausgehen, denke ich.
Natürlich muss weiterhin geprüft und beobachtet werden, aber das passiert in diesem Fall ja.
zweiermami
188 Beiträge
25.05.2017 13:23
@TE: Dein Kind ist aktuell in der 3. Klasse. Warum hast Du solange gewartet, um das Kind mal anschauen zu lassen? Und bitte bitte, meine Frage jetzt nicht als böse oder sonstiges auffassen, mich interessiert es wirklich.

(Mein jüngeres Kind hat auch ADS + Legasthenie und zusätzlich noch Asperger. Daweil bekommt er noch keine Medikamente, aber sollte es in der Schule "schlimmer" werden, wird es auch Ritalin bekommen.)

Liebe Grüße!
Mathelenlu
46549 Beiträge
25.05.2017 15:15
Zweiermami: weil die Thematik gerne mal erst so spät auffällt . Ganz einfach, weil in Klasse 1 und 2 das Feld ohnehin noch sehr heterogen ist und große Diskrepanzen erst dann auffallen, wenn der Stoff anzieht und nicht mehr kompensiert werden kann. War bei uns ähnlich. Ende Klasse zwei erstmals überhaupt etwas aufgefallen. Bis zur Diagnose dauerte es bis Klasse vier.
zweiermami
188 Beiträge
25.05.2017 19:01
Zitat von Mathelenlu:

Zweiermami: weil die Thematik gerne mal erst so spät auffällt . Ganz einfach, weil in Klasse 1 und 2 das Feld ohnehin noch sehr heterogen ist und große Diskrepanzen erst dann auffallen, wenn der Stoff anzieht und nicht mehr kompensiert werden kann. War bei uns ähnlich. Ende Klasse zwei erstmals überhaupt etwas aufgefallen. Bis zur Diagnose dauerte es bis Klasse vier.


Das stimmt schon. Aber fällt sowas trotzdem nicht schon vorher auf? Wenn das Kind von Anfang an schon Schwierigkeiten hatte?
Wie geschrieben, mein jüngeres Kind hat auch einige Diagnosen. Er wurde zwar zuerst normal eingeschult, aber dann als Vorschulkind zurückgestuft. Als er dann nochmal in die 1. Klasse kam - knapp vor dem Halbjahreszeugnis - hatte ich einige Termine, um abzuklären, was los ist.

Wenn das Kind so die Buchstaben einfach nicht erkennt, diese nicht lesen kann, ... Ok, wenn ich mich richtig erinnere hat die TE ja auch geschrieben, daß die Lehrer auch nie ein wirkliches Problem sahen. (Und denen glaubt man ja doch auch *grübel*)

@die TE: Ich würde auch trotzdem noch eine 2. Meinung einholen. Viel Glück euch weiterhin!!

LG
Mathelenlu
46549 Beiträge
25.05.2017 20:27
Zitat von zweiermami:

Zitat von Mathelenlu:

Zweiermami: weil die Thematik gerne mal erst so spät auffällt . Ganz einfach, weil in Klasse 1 und 2 das Feld ohnehin noch sehr heterogen ist und große Diskrepanzen erst dann auffallen, wenn der Stoff anzieht und nicht mehr kompensiert werden kann. War bei uns ähnlich. Ende Klasse zwei erstmals überhaupt etwas aufgefallen. Bis zur Diagnose dauerte es bis Klasse vier.


Das stimmt schon. Aber fällt sowas trotzdem nicht schon vorher auf? Wenn das Kind von Anfang an schon Schwierigkeiten hatte?
Wie geschrieben, mein jüngeres Kind hat auch einige Diagnosen. Er wurde zwar zuerst normal eingeschult, aber dann als Vorschulkind zurückgestuft. Als er dann nochmal in die 1. Klasse kam - knapp vor dem Halbjahreszeugnis - hatte ich einige Termine, um abzuklären, was los ist.

Wenn das Kind so die Buchstaben einfach nicht erkennt, diese nicht lesen kann, ... Ok, wenn ich mich richtig erinnere hat die TE ja auch geschrieben, daß die Lehrer auch nie ein wirkliches Problem sahen. (Und denen glaubt man ja doch auch *grübel*)

@die TE: Ich würde auch trotzdem noch eine 2. Meinung einholen. Viel Glück euch weiterhin!!

LG


Ich kann nur von uns sprechen, aber mein Sohn hat das so lange so perfekt kompensiert, dass da echt nix auffiel vorher... Nicht in dem Maß, dass irgendwer geschaltet hätte, weder wir noch die Lehrkräfte.
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