Mütter- und Schwangerenforum

Kaiserschnitt

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Brina31
6578 Beiträge
30.10.2016 07:21
Jannik wurde per Not-Kaiserschnitt nach Einleitung geboren.
Eingeleitet wurde 3 Tage nach ET wegen zu wenig Fruchtwasser, Plazentaverkalkungen 3. Grades und weil er größer und schwerer war als erwartet.
1. Einleitung erfolglos, 2. Einleitung 6 Stunden später mit mehr Erfolg. Innerlhalb von 4 Stunden war der Muttermund von 1cm auf 7cm und Wehen alle 2 min. Dann allerdings sind seine Herztöne nicht allzu gut gewesen. Fruchtblase geöffnet und am Kopf wurde Blut abgenommen. Danach ging alles relativ schnell. Vollnarkose und um 22.48 Uhr wurde er geboren. Im nachhinein wurde festgestellt, daß er niemals auf natürlichem Wege hätte geboren werden können, weil er auf´m Beckenknochen mit dem Kopf drückte.
Da er nachts geboren wurde und ich eine Vollnarkose bekommen hab, fehlen mir die ersten Stunden mit ihm. Nachts hab ich ihn zwar gesehen und im Arm gehalten, aber so richtig realisiert hab ich das da noch nicht. Am nächsten Tag ging es mir schon wieder richtig gut und das wurde mit jedem Tag besser, so das ich mich 4 Tage nach der Geburt entschieden hab nach Hause zu gehen. Allerdings hab ich mich dann zuhause total übernommen, weil ich schon wieder so fit war. Die Ks-Narbe fing ein wenig an zu eitern und wäre fast wieder aufgerissen.
Karolin
175 Beiträge
25.09.2017 21:13
Hallo Ihr Lieben.
Ich würde das Thema gerne mal neu aufwühlen.
Ich bin ab heute in der 35+0 und war heute zur Geburtenplanung. Da ich eine Refluxstörung, condylome, SS-Diabetes und panische Angst vor den Schmerzen habe, stand die ganze Zeit schon fest, das es bei mir ein KS werden soll. Heute war die Ärztin aber mehr als dagegen gewesen. Sie hat sich mein Krankheitsbild notiert und will mich am 16. Oktober wieder sehen. Bis dahin soll ich es mir nochmal überlegen. ET ist der 30.10...
Es liegen dann quasi nur noch 2 Wochen dazwischen. Ist das nicht etwas zu knapp um dann noch einen Termin für einen KS zu machen? Ich habe das Gefühl das die Dame mich austricksen will damit mir nix anders übrig bleibt als vaginal zu entbinden? Ich kann das aber nicht!

Hatte noch jemand so lange auf einen Termin gewartet?
Honey2017
15 Beiträge
25.09.2017 21:22
Ich hatte auch einen Kaiserschnitt... war leider mein Wunsch... naja wenn ich jetzt überlege.. war das nicht gut bedacht

Zweite mal würde ich mir das nie antun... normale Geburt ist auf jedenfall viel besser
Karolin
175 Beiträge
25.09.2017 21:28
Darum geht es mir zumindest jetzt nicht... Ich lese immer nur das die anderen 4,5 oder 6 Wochen vor ET einen Termin bekommen haben. Aber 2 Wochen?
schnibbe
1463 Beiträge
25.09.2017 21:31
Ich hatte zwei ungeplante, also sekundäre Ks.

Nummer 1 wegen Bel mit Blasensprung mit grünem Fruchtwasser.
Nummer 2 wegen einer beginnenden Uterusruptur (das waren Schmerzen, die wünsch ich meinem schlimmsten Feind nicht!).

Ich habe beide als nicht schlimm empfunden. Ich hab meine Töchter direkt danach nackig auf die Brust gelegt bekommen. Ich habe nicht das Gefühl, dass unsere Bindung unter dem Ks gelitten hat.
Ich war auch beide Male sehr schnell wieder fit und hatte kaum Schmerzen - ohne Schmerzmittel- und konnte meine Mädels gut selbst versorgen. Auch Stillen war kein Problem.

Die Narbe ziept noch dann und wann, besonders wenn das Wetter schlecht wird
Das ist manchmal ganz schön praktisch...

Ich hätte trotzdem lieber normal entbunden. Ein Ks ist eine große Bauch-Op. Die würde bzw. hab ich nur in Kauf genommen, weil es nicht anders ging. Aber gerade in meinem Fall jann ich echt froh sein, dass es den Ks gibt. Sonst wär ich wohl nicht mehr am Leben.

Jederfalls hatte ich kein Ks-Horror-Erlebnis.
Salatdrescher
3 Beiträge
22.12.2017 00:29
Was man auch bedenken sollte:

Die meisten hier geschilderten Erfahrungen beziehen sich auf ungeplante Kaiserschnitte, also eigentlich geplante Vaginalgeburten . Somit das, was dir sowieso blühen kann, auch wenn du eine vaginale Geburt anstrebst. Dass Kaiserschnitte, die in Notsituationen, nicht ganz freiwillig entstehen, nicht grad witzig sind, ist wohl klar. Dass da auch mehr Komplikationen auftreten auch. Zeitdruck, Frauen nicht nüchtern (bei Narkose), Frauen schon müde, Kinder in schlechtem Zustand, und so weiter...

Bei einem geplanten Kaiserschnitt läuft das Ganze auch anders ab.

Natürlich hat man nach einem Kaiserschnitt Schmerzen. Manchmal bleiben sie auch eine ganze Weile. In Einzelfällen gibt es für immer Beschwerden. ABER. Das gibt es auch bei Spontangeburten. Es gibt Frauen, die Beschwerden nach Dammschnitten, Rupturen oder auch ohne speziellen Grund haben. Manche haben ewig Beckenbodenbeschwerden, Probleme mit dem Steißbein oder Becken. Schlimme Schmerzen in den Tagen oder Wochen nachher beim Klogehen, Sitzen, Stehen und Co kommen auch häufig vor.

Was wo häufiger ist, kann man schwer sagen, da es nur wenige gut belegte Zahlen gibt. Aus meinem persönlichen Kreis kenne ich eine Frau, die seit dem Kaiserschnitt Taubheitsgefühle hat (war aber auch ungeplant) und eine, die schlimme Nervenschmerzen im Intimbereich nach einer vaginalen Entbindung hat und eine, die ewig arge Probleme mit einem schlecht heilenden Dammschnitt hatte und eine, die bis heute an der Narbe von einem Riss Schmerzen hat. Rein von der Häufigkeit, wie oft Kaiserschnitte vorkommen, steht's also ziemlich gleich auf. Ich konnte mich zB nach einer natürlichen Geburt auch wochenlang kaum bewegen und mein Kind nicht versorgen, weil ich solche Schmerzen hatte.
Auf einer Wöchnerinnenstation, wo ich mal gearbeitet habe, konnte ich auch nicht sagen, ob das eine oder das andere besser ist. Probleme gabs in beiden Fällen gelegentlich.
Dass die Tage nach dem Kaiserschnitt standardmäßig meist weniger lustig sind als die Tage nach einer gute gelaufenen Spontangeburt, ist klar. Aber lang dauernde Beschwerden habe ich wenig gehört. Und ich persönlich würde mittlerweile aus meiner Erfahrung sagen: Lieber ewig Schmerzen im Unterbauchbereich als in der Intimzone.

Und diese ganzen Bindungsgeschichten. Puh. Also, das kommt wohl auf so viele Dinge an. NUR weil es per Kaiserschnitt kommt, gibt es sicher keine Bindungsprobleme. Höchstens wegen den Schmerzen, anderen Begleitumständen, Trauma. Also allem, was auch so passieren kann. Und zu diesen berühmten Bindungsproblemen gibt es NULL halbwegs objektive Informationen. Manche Dinge sollte man auch nicht überbewerten. Wenn es dir selbst unglaublich wichtig ist, dass das Kind natürlich zur Welt kommt, hat das mehr Einfluss als irgendwelche anderen "Fakten" oder "Theorien" über Bonding. Habe schon gehört, dass auch manche Frauen nach natürlichen Geburten so fertig waren, dass sie ihre Kinder am Anfang gar nicht mitbekommen haben. Nix mit Kuscheln. Hat auch niemandem geschadet. Das soll nicht heißen, dass es nicht wichtig ist, wenn man das selbst so sieht und erlebt hat, aber ich würd mir da nichts einreden lassen, von wegen, wenn du das so und so machst, hast du Bindungsprobleme und nur so ist es gut für das Kind.

Nachher kann es immer sein, dass einem das andere besser vorkommt oder genau umgekehrt. Keiner garantiert dir aber, dass dann der Kaiserschnitt oder die Spontangeburt wirklich besser gelaufen wäre und mit weniger Schmerzen verbunden gewesen wäre.

So. Habs gesagt.

Salatdrescher
3 Beiträge
22.12.2017 00:35
Zitat von Honey2017:

Ich hatte auch einen Kaiserschnitt... war leider mein Wunsch... naja wenn ich jetzt überlege.. war das nicht gut bedacht

Zweite mal würde ich mir das nie antun... normale Geburt ist auf jedenfall viel besser


Naja. Genau dasselbe sage ich über die natürliche Geburt (eben bei MIR, nicht bei allen). Ist wohl das, was ich in meinem Leben am meisten bedauere. Falls dich das irgendwie beruhigt quasi. Es kann beides zum persönlichen Horror werden. Du konntest nicht wissen, wies läuft. Hätte auch genau anders herum sein können.
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