Mütter- und Schwangerenforum

...bald wieder alleine

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Schnecke510
2314 Beiträge
21.09.2017 08:54
Hallo ihr Lieben,

der Oktober naht und damit auch wieder die Zeit, in der ich auf meinen Mann verzichten muss, da er - wie jedes Jahr seit 9 Jahren - für 6 Monate beruflich in den USA ist.
Ich habe es letztes Jahr nur mit Ach und Krach geschafft, diese Zeit durchzustehen...hatte leider ein Burnout im vergangenen Winter und mache seitdem auch eine Therapie (auch wegen diverser anderer Problemchen). Ich habe Angst, dass es dieses Mal wieder so schlimm wird und ich irgendwann zusammenklappe. Mir fehlt einfach die Kraft langsam, mit der Geschwindigkeit unseres Lebens mitzuhalten. Kennt ihr dieses Gefühl?
Ich habe das Gefühl, dass mein Mann das alles locker wegsteckt. Er fliegt am 29. in die USA, zwei Wochen später kommt er für ein Wochenende zurück, weil meine Mutter heiratet...und ich habe das Gefühl, dass er das so locker schafft. Er arbeitet im Flieger, Jetlag verkneift man sich einfach...Ich bewundere das...und möchte auch so sein, aber ich habe einfach echt nachelassen in den letzten Jahren.
Letztens fiel das Wort Entschleunigung. Wie entschleunige ich, wenn ich so eine große innere Unruhe habe, die mich immer antreibt, irgendwas zu tun, bis ich endlich so müde bin, dass ich schlafen gehen kann? Und nun fallen noch die abendlichen Gespräche mit meinem Mann weg, sodass ich noch mehr Zeit habe, meine Gedanken kreisen zu lassen.

Habt ihr Tipps oder tröstende Worte für mich?
NiAn
11208 Beiträge
21.09.2017 09:02
du entschleunigst indem du deligierst. Setzt dich hin und stelle dir einen Ablaufplan zusammen. Welche Aufgaben und Aktivitäten fallen bei dir täglich an. Was davon ist eigentlich unnötig, was könnten andere erledigen.

Such dir ein Hobby, am besten Yoga oder eine andere Sportart zum runterkommen. Triff Freunde oder noch besser - triff eine Freundin (oder Freund) mit dem du über ALLES sprechen kannst, auch über Sachen die dich wirklich bewegen und beschäftigen. Einen Freund mit dem du nicht nur über Tratsch und Klatsch und die neuste Mode philosophierst.

Entschleunigen ist nicht so einfach, dafür muss man bereits sein aus der schnellen Routine die sich Alltag schimpft auszubrechen. DAs braucht Arbeit und eiseren Willen aber ich bin mir sicher du schaffst das wenn du anfängt die Anfordungen an dich und deine Umwelt herunter zu schrauben
born-in-helsinki
16052 Beiträge
21.09.2017 09:03
Weiss dein Mann davon, sprecht ihr drueber? Was sagt er dazu?

Vielleicht doch mal in Erwägung ziehen das er dauerhaft in D oder USA bleibt(und ihr /du dann mitgeht).
Klar finanziell wirds weniger, sagtest du ja mal, aber ICH finde man muss auch Prioritäten setzen.
Du leidest sehr drunter und ich denke auch das es die Kinder tun. Auch wenn sie es schon lange kennen.

Viala
5685 Beiträge
21.09.2017 09:05
Ja, ich kenne das gefühl... dann bekam ich meinen ersten Sohn und wurde Hausfrau...
aktuell arbeite ich nebenbei wieder und das gefühl ist zurück... bin von morgens bis abends fast durchgängig am machen und tun und habe eine riesige liste mit offenen posten vor mir...
dabei bin ich beim arbeiten selbst wie dein mann... es macht mir freude mit den zahlen zu jonglieren, mails zu beantworten etc.pp... ABER wenn die kinder dann wieder zuhause sind und die anderen sachen rufen, abends nichtmal serien gucken geht, weil im kopf rattert, was nicht vergessen werden darf, macht es mich traurig...

meine mutter ist im prinzip auch so... workeholic mit sehnsucht nach einem leben ohne zeit... bei ihr hat auch nur die harte reißleine kinder geholfen und ein arbeitsmodel, das eben keine karriere zuließ... wäre ich nciht geboren, wäre sie irgendwann vor die hunde gegangen... wäre mein großer nicht entstanden, hätte ich mind. 2 jahre später in einem fetten Burnout gesteckt...

meiner Erfahrung nach kann man nur entschleunigen, indem man sagt "halt stopp", aufgaben abstapelt und zwar radikal und sein leben umgestaltet.
Sicher wäre hier vieles leichter, wenn mein Gehalt dazu käme... dann hätten wir doppelt so viel wie jetzt und könnten andere machen lassen. Aber dann wäre unsere Familie kaputt... weil wir uns kaum mehr sehen würden (durch unsere arbeitszeiten). Hier zählt wirklich: geld alleine macht nicht glücklich...

Ich kann dir also nur raten: triff eine entscheidung! Mach, was dir gut tut und schaffe ab, was es nicht tut...
Viala
5685 Beiträge
21.09.2017 09:07
achja nachtrag: meine Mutter hat ihre überschüssige energie irgendwann ins laufen gesteckt... marathon, ultramarathon... das hat ihr über vieles hinweg geholfen...
ich power mich mit shred aus... vielleicht geh ich später auch laufen, wenn ich nicht mehr mit unwucht bei jedem schritt kämpfen muss
stella2004
2997 Beiträge
21.09.2017 09:09
Erstmal tut es mir sehr leid für dich, das liest sich wirklich sehr gestresst und auch sehr unglücklich. Man liest bei dir immer raus, dass du sehr hohe Anforderungen an dich und deine kinder stellst, das einserseits auch, so liest es sich für mich, völlig in Ordnung findest und da oft auch knallhart wirkst, aber auf der anderen Seite auch sehr unglücklich. Dass dein Mann das anders wegsteckt, ist, denke ich, ein Stück weit normal, er hat Janina der Zeit "nur" den beruflichen Stress zu bewältigen und du bist ja doppelt belastet mit Beruf und den Kindern. Ich finde, das macht einen himmelweiten Unterschied und damit bist du sicher nicht alleine. Einen Tipp habe ich leider nicht wirklich, zumindest keinen, den du auch umsetzen wollten würdest. Ich denke, eine Therapie ist auf jeden Fall sehr gut. Auch finde ich, dass du mehr auf dich achten müsstest und mal was für dich tun, als dass es immer nur um Arbeit und Erfolg geht. Aber das scheint euer Lebensinhalt zu sein, den ihr ja auch an eure Kinder weitergebt. Der dich aber, verständlicherweise, sehr unglücklich macht. Aber ich denke, das hat jeder selbst in der Hand. Wenn es dir zu viel wird, wirst du was daran ändern müssen, aber dazu müsstest du viele Vorstellungen loslassen und grundlegend deine Lebensweise ändern...wie...ich denke, das fängt im Kopf an und du müsstest es wollen.
Peach
859 Beiträge
21.09.2017 09:33
Zitat von born-in-helsinki:

Weiss dein Mann davon, sprecht ihr drueber? Was sagt er dazu?

Vielleicht doch mal in Erwägung ziehen das er dauerhaft in D oder USA bleibt(und ihr /du dann mitgeht).
Klar finanziell wirds weniger, sagtest du ja mal, aber ICH finde man muss auch Prioritäten setzen.
Du leidest sehr drunter und ich denke auch das es die Kinder tun. Auch wenn sie es schon lange kennen.


Genau das dachte ich mir auch!
Man liest es bei dir öfter heraus, dass du nicht glücklich mit deinem Leben bist. (Ich meine das jetzt nicht böse).
Ich denke dieses hin und her, das tut niemandem auf Dauer gut. Man braucht auch eine konstante im Leben.
Hut ab, dass du das so lange mitmachen konntest.
Rede mit deinem Mann, auf jeden Fall!
Für ihn ist es sicher leichter, denn er kann ja aus den familiären Pflichten erstmal "ausbrechen". Aber du musst das im Endeffekt dann alles stemmen.

Kopf hoch und Mund aufmachen.

Alles Gute
bambina_1990
9958 Beiträge
21.09.2017 09:35
ich kann dir da keine großen tipps geben aber vielleicht entschläunigst du dich in den du nach und nach ,ganz langsam deine erwartungen stück für stück etwas runterschraubst......so nimmst du dir auch den druck etwas,und such dir ein hobby ,wie sport usw.....ich backe motivtorten und komme dabei runter....kann stunden damit verbringen und komme runter dabei
Schnecke510
2314 Beiträge
21.09.2017 09:38
Zitat von born-in-helsinki:

Weiss dein Mann davon, sprecht ihr drueber? Was sagt er dazu?

Vielleicht doch mal in Erwägung ziehen das er dauerhaft in D oder USA bleibt(und ihr /du dann mitgeht).
Klar finanziell wirds weniger, sagtest du ja mal, aber ICH finde man muss auch Prioritäten setzen.
Du leidest sehr drunter und ich denke auch das es die Kinder tun. Auch wenn sie es schon lange kennen.

Es ist nicht nur eine finanzielle Sache. Das wäre verkraftbar, aber ich denke mir eben, dass wir das noch schaffen. Mein Mann ist Ende 50, es sind noch ein paar Jahre bis zur Rente...und dann wird wieder alles gut.
Ja, klar leiden wir alle drunter. Ich weiß nur keine Lösung dafür.

Und ja, wir sprechen darüber. Mein Mann versteht meine Lage natürlich, empfindet es aber auch als ein wenig "empfindlich", denn in diesem Beruf haben andere Leute noch extremere Lebensmodelle.
Magnolia___
758 Beiträge
21.09.2017 09:42
Zitat von bambina_1990:

ich kann dir da keine großen tipps geben aber vielleicht entschläunigst du dich in den du nach und nach ,ganz langsam deine erwartungen stück für stück etwas runterschraubst......so nimmst du dir auch den druck etwas,und such dir ein hobby ,wie sport usw.....ich backe motivtorten und komme dabei runter....kann stunden damit verbringen und komme runter dabei

Darf ich fragen WANN du das schaffst....? Mit Kindern.....
Das ist eher mein Problem. Zeit finden
NiAn
11208 Beiträge
21.09.2017 09:42
Zitat von Schnecke510:

Zitat von born-in-helsinki:

Weiss dein Mann davon, sprecht ihr drueber? Was sagt er dazu?

Vielleicht doch mal in Erwägung ziehen das er dauerhaft in D oder USA bleibt(und ihr /du dann mitgeht).
Klar finanziell wirds weniger, sagtest du ja mal, aber ICH finde man muss auch Prioritäten setzen.
Du leidest sehr drunter und ich denke auch das es die Kinder tun. Auch wenn sie es schon lange kennen.

Es ist nicht nur eine finanzielle Sache. Das wäre verkraftbar, aber ich denke mir eben, dass wir das noch schaffen. Mein Mann ist Ende 50, es sind noch ein paar Jahre bis zur Rente...und dann wird wieder alles gut.
Ja, klar leiden wir alle drunter. Ich weiß nur keine Lösung dafür.

Und ja, wir sprechen darüber. Mein Mann versteht meine Lage natürlich, empfindet es aber auch als ein wenig "empfindlich", denn in diesem Beruf haben andere Leute noch extremere Lebensmodelle.


das sind noch 10 bis 15 JAHRE! Natürlich könntet ihr das schaffen, aber was bleibt da noch an Gesundheit übrig wenn man sich weitere 15 Jahre schindet?

Dann doch lieber jetzt die Bremse ziehen.

Natürlich gibt es Menschen die noch extremere Lebensumstände haben, die damit aber vielleicht einfach besser klar kommen. Nicht jeder Mensch ist für jeden Lebensstil gemacht und das ist nich schlimm.
bambina_1990
9958 Beiträge
21.09.2017 09:44
Zitat von Magnolia___:

Zitat von bambina_1990:

ich kann dir da keine großen tipps geben aber vielleicht entschläunigst du dich in den du nach und nach ,ganz langsam deine erwartungen stück für stück etwas runterschraubst......so nimmst du dir auch den druck etwas,und such dir ein hobby ,wie sport usw.....ich backe motivtorten und komme dabei runter....kann stunden damit verbringen und komme runter dabei

Darf ich fragen WANN du das schaffst....? Mit Kindern.....
Das ist eher mein Problem. Zeit finden
abends......halb acht sind alle im bett,dann steh ich manchmal stunden in der küche....die kuchen backe ich vormittag wenn luisa dabei ist ,das geht....einstreichen und eindecken geht nur wenn sie gute laune hat oder schläft,sonst nicht....aber das meiste mache ich wirklich abends
Schnecke510
2314 Beiträge
21.09.2017 09:45
Danke für eure vielen Gedanken zu diesem Thema.

Zu den Ansprüchen: Ja, ich habe sehr hohe Ansprüche an mich selbst und an meine Mitmenschen, insbesondere an meine Kinder. Es fiel das Wort "knallhart". Das empfinde ich nicht so. Ich fordere, ja, das stimmt, aber ich unterstütze die Kinder auch. Ich schimpfe nie, wenn die Note mal nicht so gut ist. Gerade bei meiner einen Tochter empfinde ich mich doch als sehr verständnisvoll - im Gegensatz zu meinem Mann...ich musste ihm schon mehrmals deutlich machen, dass diese 7 Wesen hier seine Kinder sind und nicht seine Mitarbeiter.
Ich denke, es kommt auf das Umfeld an.
bambina_1990
9958 Beiträge
21.09.2017 09:47
Zitat von Schnecke510:

Danke für eure vielen Gedanken zu diesem Thema.

Zu den Ansprüchen: Ja, ich habe sehr hohe Ansprüche an mich selbst und an meine Mitmenschen, insbesondere an meine Kinder. Es fiel das Wort "knallhart". Das empfinde ich nicht so. Ich fordere, ja, das stimmt, aber ich unterstütze die Kinder auch. Ich schimpfe nie, wenn die Note mal nicht so gut ist. Gerade bei meiner einen Tochter empfinde ich mich doch als sehr verständnisvoll - im Gegensatz zu meinem Mann...ich musste ihm schon mehrmals deutlich machen, dass diese 7 Wesen hier seine Kinder sind und nicht seine Mitarbeiter.
Ich denke, es kommt auf das Umfeld an.
das stimmt natürlich aber auf uns hier in mc wirkt das nunmal so
stella2004
2997 Beiträge
21.09.2017 10:03
Von mir wurde das knallhart eingeworfen...ja es liest sich hier oft so...wirklich beurteilen kann ich das natürlich nicht, da ich eure Familie ja nicht kenne.
Ich spreche nur ausleihender Erfahrung. Ich wurde sehr unter Druck erzogen....nur die beste Schule, Freunde auch nur aus diesem Umfeld zugelassen, ein Freund aus der Realschule, in den ich mit 15 verliebt war, wurde verboten und rausgeekelte, bzw. dürfte unser Haus nicht betreten. Natürlich nach dem Abi studieren, ist doch garkeine frage...Klavierunterricht- habe ich 2 Jahre geschwänzt, hatte keine andere Wahl, zu sagen, dass ich das nicht möchte wäre es überhört und nicht akzeptiert. Was ist passiert- als junger Erwachsener hatte ich während meiner Studium Angstzuständen und panikattacken bekommen, habe eine Therapie gemacht, in der ganz klar diese Beschwerden auf diesen Druck zurückgeführt, dem ich irgendwann nicht mehr standhalten konnte. Ich habe das Studium dann fertiggmacht( habe Pharmazie studiert)... Karriere in der Industrie habe ich nicht gemacht, wollte ich garnicht...wollte endlich ein ruhiges, stressfreies leben führen und arbeite jetzt als Apothekerin 15 Stunden in einer Apotheke. Als ich meine Tochter bekommen habe, war mein allergrößtes Ziel, dasss sie nicht so aufwachsen muss wie ich, dass sie ihren Weg gehen soll und mein allergrößter Wunsch, dass sie glücklich ist, mit dem was sie macht. Sie ist jetzt in der 2. klasse und ist so ganz anderes als ich war als Kind: mutig, selbstbewusst...warum ich dir das erzähle...vielleicht ging/ geht es dir ähnlich wie mir, aber vielleicht denkst du mal darüber nach: möchtest du für deine Kinder ein ähnliches Leben wie du es jetzt hast? Ich meine es nicht böse, wirklich nicht, und vielleicht ist es provokant und frech...aber möchtest du für deine Kinder, dass sie derart leistungsorientiert und erfolgsgetrieben werden wie du oder dein Mann, in einer Welt, in der du selbst nicht glücklich bist?
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