Mütter- und Schwangerenforum

Enttäuscht Verletzt

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Choco
2216 Beiträge
17.09.2017 21:03
Wenn ich mal erfahren würde, dass meine Mutter SOLCHE Dinge einfach ertragen hat, damit sie MIR die heile Familie spielen kann... O______o
Adara
5784 Beiträge
17.09.2017 21:09
Heati,
ich wünsche dir, dass du bald die Kraft und den Mut aufbringen kannst, um dir Hilfe zu suchen.
Du hast soviel durchlitten. Irgendwann muss es genug sein. Für dich und deine Kinder.
Schnecke510
2692 Beiträge
17.09.2017 21:22
Zitat von Heati:

Zitat von shelyra:

Zitat von Heati:

Ich war am Ende dieses Tages sowieso schon k.o, er war recht stressig und ich wollte einfach nur schlafen. Mein Mann hat eine Vorliebe dafür fast ausschließlich nachts im Bett über seine Probleme und Sorgen zu reden, während ich mich kaum noch wach halten kann. Obwohl er das weiß, regt er sich jedes Mal wieder darüber auf dass ich ihm nicht richtig zuhöre, na ja ... ich hab mich extra noch so gut es ging wach gehalten und meine Sicht der Dinge zu seinem Problem erklärt, am Ende führte die Unterhaltung zu nichts und ich bin eingeschlafen, da Diskussion sinnlos. Ich bezweifle, dass irgendjemand froh drüber ist wenn es kurz vorm Einschlafen nur Vorwürfe hagelt von jemandem, der kaum kritikfähig ist und jede Antwort als "Spieß umdrehen" ansieht.
Tja, und als ich gerade eingeschlafen war, wachte ich gefühlt nach wenigen Augenblicken wieder auf und merkte, wie er in dem Moment zum Abschluss kam. Er wird vorsichtig gewesen sein, ich bin sonst ziemlich empfindlich wenn ich im Schlaf berührt werde und wache gleich auf. Er hat mir auch körperlich nicht wehgetan, aber gerade nach dem "Streit" fühlte ich mich einfach beschmutzt und veräppelt. Die Müdigkeit verflog erst langsam, je mehr ich begriff was er da eigentlich getan hatte und dann hab ich ihm meine Meinung gesagt und sobald ich mich halbwegs wieder beruhigt hatte bin ich wieder eingeschlafen. (Falls ihr jetzt eine Extremsituation im Kopf habt - hier hat zu keinem Zeitpunkt irgendwer rumgebrüllt oder sonstwas, die Kinder haben ja auch geschlafen).
Wie gesagt war ich hundemüde und wurde in der Nacht noch zum krönenden Abschluss zweimal geweckt, erst von der Großen und dann früh morgens von der Kleinen, die die Nacht für so gut wie beendet hielt. Und dann ging er auch schon zur Arbeit und der Alltagsstress setzte ein, und somit gab es keine riesen Diskussionen hinterher. Keine Zeit und keine Nerven auch noch dafür.

Er hat das das erste und hoffentlich auch letzte Mal gemacht, und das er sich von sich aus freiwillig entschuldigt und so reagiert kommt nicht gerade häufig vor. Ein typischer Immer-Recht-Haber.

Und es gibt eine simple Antwort darauf, warum ich seit Jahren so viel mit mir machen lasse - ich verdränge nach kürzester Zeit alles Negative . Das ist quasi meine Überlebensstrategie. Das geht schon locker seit 10 Jahren so, dass ich mir das angewöhnt habe und nach Elehnas Tod erst Recht.
Ich bin ein fröhlicher, aufgeschlossener Optimist, sagen viele und da ich nur die positiven Dinge voll erlebe und alles andere wegschiebe, komm ich mit vielem klar. Würde ich alles bisher erlebte an mich ranlassen, wäre ich wohl ein Fall für die Psychiatrie.

ewig udn immer wirst du das aber nicht machen können!
irgendwann kommt der zeitpunkt wo alles an die oberfläche drängt. und dann fällst du - richtig richtig tief! und da dann raus zu kommen wird sehr sehr schwer und sehr lang.

wär es da nicht im sinne von dir und deinen kindern dem vorzubeugen? udn sich vielleicht jetzt schon hilfe zu holen? bevor es zu spät ist


Ich habe schon oft überlegt alles mal aufzuarbeiten, aber das wäre jahrelange Therapie bei mir, die mein ganzes Leben durchleuchten würde. Und ich fühle mich nicht stark genug dafür, alles noch einmal zu erleben und habe ehrlich gesagt auch eine riesen Angst davor, was dann mit mir passiert wenn alles hochkommt. Außerdem frage ich mich, welche Auswirkungen eine solche Therapie auf meine Kinder hätte, ob dann irgendwie das Jugendamt involviert werden würde, nach dem Motto "Mutter muss zum Psychologen, wer weiß wie die Erziehungsqualitäten sind". Und auf noch mehr Stress kann ich gut und gern verzichten.

Diese Angst kann ich dir nehmen. Ich war Jahre lang in psychologischer Behandlung und nun seit ca. einem halben auch wieder wegen diversen Dingen...Angststörung, Essstörung und so weiter. Und das Jugendamt war bisher niemals Thema. Das kommt ja auch nicht, wenn man sich den Fuß bricht und im Haushalt dann eben mal was liegen bleibt. Nur weil man seelische Hilfe braucht, heißt es nicht, dass man nicht gut zu seinen Kindern ist. Ich denke, ein guter Therapeut könnte dir helfen, mehr Selbstbewusstsein zu bekommen.
white.rose
368 Beiträge
17.09.2017 21:40
Heati, ganz ehrlich, mir kommen gerade die Tränen ... das ist so unfassbar traurig, dass du glaubst, so leben zu müssen, dass mir die Worte fehlen (und das passiert höchst selten).

Was mir die ganze Zeit dabei durch den Kopf geht, ist, wie wenig Selbstachtung du haben musst. Und das ist kein Vorwurf, sondern eine Feststellung. Denn hättest du sie, würdest du das keine Minute länger mit dir machen lassen.

Irgendwann werden auch deine Töchter älter, und glaube mir, Kinder merken mehr, als man ihnen zutraut. Du lebst ihnen praktisch vor, dass man solche Dinge ertragen muss, um die Illusion einer heilen Welt aufrecht zu erhalten, während man innerlich völlig kaputt ist.

Das Jugendamt nimmt dir nicht die Kinder weg, wenn du Hilfe suchst. Kritischer wird es eher, wenn du irgendwann mal zusammenbrichst (ich will keinen Teufel an die Wand malen, aber das kommt irgendwann, wenn es so weitergeht bei euch) und dann jegliche Hilfe verweigerst.

Du bist noch so jung - mei ... ja, so eine Therapie würde hart, aber danach könntest du vielleicht mal so etwas wie ein echtes Leben anfangen. Eines, in dem du dir selbst etwas wert bist.
Heati
2062 Beiträge
17.09.2017 21:50
Bisher habe ich eine mögliche Behandlung immer weiter aufgeschoben, vielleicht schaffe ich es ja doch noch irgendwann diesen Schritt zu gehen. Immer wenn ich mir sicher war, jetzt mach ich es, verließ mich doch der Mut oder es lief zu der Zeit alles recht harmonisch und ich habe es für nicht notwendig gehalten, jetzt damit zu beginnen.

Meine Familie ist so eine Sache für sich, durch die habe ich meine Verdrängungstaktik überhaupt entwickeln müssen. Für meinen Vater habe ich sowieso versagt, weil ich ja unbedingt heiraten wollte (dass ich einen Freund haben wollte ohne gleich zu heiraten ist ja irrelevant), Kinder in die Welt gesetzt habe statt meine Schule ordendlich zu Ende zu bringen und überhaupt, ich bin das schwarze Schaf der Familie, das nichts mit deren Weltanschauung oder Werten anfangen kann und meine Meinung immer frei geäußert hat.
Zu meiner Mutter habe ich eine seltsame Bindung, als ich noch klein war habe ich ständig versucht ihre Liebe zu spüren und nicht immer nur als Last empfunden zu werden. Sie hat sich zwar viel Mühe gegeben und hat sich um alles Mögliche gekümmert, aber ein "du bist toll so wie du bist" oder Ähnliches hat sie nie gesagt.
Ich kann mit beiden nicht reden, wenn ich irgendein Problem erzählen will kommen gleich Vorwürfe oder sowas wie "für deine Familie musst du halt auch was ertragen, wir wissen auch dass das nicht toll ist aber du wolltest es ja selber so." Im Klartext - du wolltest unbedingt diesen Mann heiraten, jetzt sieh zu dass ihr eine gute Familie für die Kinder seid.
schoko_keks1234
2227 Beiträge
17.09.2017 22:47
Heati, ich weiß nicht was genau dir passiert ist. Aber hab keine Angst vor einer Therapie Das ist nicht nötig.

Ich habe einiges durch. Mein Papa wurde krank als ich 11 war. Ein Pflegefall. Er starb 2012. Dann kam Mamas krebsdiagnose und sie hat gekämpft, aber 2014 den Kampf verloren. 4 Wochen vor der Geburt meines mittleren Sohnes. Ich habe ein Jahr fast nicht am Leben teilgenommen. Nichts gefühlt. Ich habe mich immer wie in Watte gepackt gefühlt. Nichts hat wirklich weh getan, aber es war auch nichts wirklich schön. Ich habe den Schrit zur Therapie gewagt. Ich hatte auch Angst, dass mich alles erschlägtund ich darunter vielleicht zusammenbrechen könnte. Aber das passierte nicht. Mir ging es nach und nach besser. Manchmal war es schwer und tat weh, aber man lernt auch mit dem Schmerz wieder umzugehen.

Hab keine Angst, es kann nur besser werden! Ich wünsche dir, dass du Kraft und Mut findest, diesen Weg zu gehen
Mamota
21649 Beiträge
20.09.2017 17:31
Zitat von white.rose:

Zitat von Mamota:

Ist euch das echt noch nie passiert, dass einer von beiden plötzlich nicht mehr wollte, weil sich Müdigkeit regt, die Gedanken zu sehr abschweifen, der Kopf wehtut oder sonstwas?

Wir wurden beide schonmal währenddessen "abgewürgt". Aber wir kommunizieren auch. Wir erklären einander, warum das jetzt so ist. Wenn man ehrlich und freundlich zueinander ist, lässt sich so eine gefühlte Zurückweisung auch besser verarbeiten.

Allerdings wissen wir auch beide, dass Nein in wirklich jeder Situation Nein heißt. Ich möchte ehrlich gesagt auch nicht mit dem Gefühl leben müssen, dass ich meinen Partner genötigt habe. Damit könnte ich noch weniger umgehen als mit der gefühlten Zurückweisung.

---

OT: Habe ich womöglich ein erfreuliches Ereignis verpasst? Hat die MC vielleicht sogar den Brexit verarbeitet?


Och

Mamota
21649 Beiträge
20.09.2017 17:38
Ohje, Heati. Ich kann mich allen hier nur anschließen: Lass das nicht mit dir machen und lerne deine Grenzen zu setzen und zu verteidigen! Auf die Dauer kann das nicht gut gehen.
Ich bin wirklich bestürzt, dass Menschen so miteinander umgehen können. Das entbehrt für mich jeden Respekt vor dem Gegenüber und ist einfach nur maßlos egoistisch und übergriffig von ihm. Kein Wunder, dass du dich beschmutzt gefühlt hast. Du hast eine deutlich bessere Behandlung verdient!
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