Mütter- und Schwangerenforum

Kleinkind hat extreme Verlustängste

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Trümmerlotte
829 Beiträge
30.11.2017 10:48
Hallo liebe Mamas,

Unser Knirps hat extreme Verlustängste, das macht uns echt fertig.

Ich bin den ganzen Tag mit ihm zusammen, jedoch ist mein Mann mo-fr von 5-18 Uhr aus dem Haus, somit haben sie am Abend nur 1 1/2-2 h miteinander, die sie aber auch voll auskosten.

Baden tut er immer mit meinem Mann gemeinsam, auch bringt mein Mann ihn ins Bett.

Wir Schlafen im Familienbett da Wilhelm die Nähe einfach extrem braucht.

Seit ein paar Tagen ist es nun so das er kurz vorm Weckerklingeln wach wird, mein Mann kann dann auf keinen Fall den Raum verlassen, er weint dann wirklich bitterlich und lässt sich von mir nicht beruhigen.

Heute morgen war es dann so extrem das ich den TV an machen musste um ihn irgendwie abzulenken damit mein Mann sich fertig machen und zur Arbeit konnte.

Es tut uns in der Seele weh wenn er so sehr weint aber mein Mann muss ja zur Arbeit.

Wir haben den Papi schon versucht ins Wohnzimmer auszuquartieren jedoch war an Schlaf nicht zu denken, er braucht seine Nähe einfach so extrem.

Ich weiß nicht mehr was ich noch machen soll um es ihm irgendwie zu erleichtern.
JuWu
6989 Beiträge
30.11.2017 11:08
Hallo,

ich finde, dass das nicht nach Verlustängsten klingt. Das ist gerade scheinbar eine Papaphase. Das ist fast normal. Unsere Kleine weint auch, wenn der Papa Abends nochmal zum Sport fährt. Steht an der Tür und ruft ihn und weint. Dann muss man ihnen sagen, dass Papa kurz weg ist, nachher wiederkommt und dann ablenken.
Ich finde daran nichts besorgniserregend. Es ist ganz sicher nicht schön. Es ist nie schön, wenn die Kleinen so weinen. Dann ist es aber an uns, sie zu beruhigen und abzulenken.
Du schaffst das


markusmami
116651 Beiträge
30.11.2017 11:11
Zitat von JuWu:

Hallo,

ich finde, dass das nicht nach Verlustängsten klingt. Das ist gerade scheinbar eine Papaphase. Das ist fast normal. Unsere Kleine weint auch, wenn der Papa Abends nochmal zum Sport fährt. Steht an der Tür und ruft ihn und weint. Dann muss man ihnen sagen, dass Papa kurz weg ist, nachher wiederkommt und dann ablenken.
Ich finde daran nichts besorgniserregend. Es ist ganz sicher nicht schön. Es ist nie schön, wenn die Kleinen so weinen. Dann ist es aber an uns, sie zu beruhigen und abzulenken.
Du schaffst das


Sehe ich auch so. Ist hier teilweise ähnlich gewesen. Die Kleinen können ja noch nicht begreifen, dass der Papa ja nicht ganz weg ist, sondern wieder kommt. Bei uns war es so, dass wenn mein Mann von der Arbeit daheim, nicht mal kurz aufs Klo konnte ohne dass meine Tochter richtig heftigst geweint hat - auch wenn ich im Raum war, ich konnte sie nicht beruhigen. Ist ne Phase gewesen, die geht auch wieder vorbei.
bambina_1990
11139 Beiträge
30.11.2017 11:14
Das ist die papa phase ,die haben wir noch finde es aber gar nicht schlimm,wir gehen dann immer ans fenster und winken ,das hilft Alexa ungemein
Trümmerlotte
829 Beiträge
30.11.2017 11:55
Das mit dem aufs Klo gehen ist hier auch so extrem... Mir ist schon klar das es irgendwann besser wird, jedoch weiß ich einfach nicht wie ich es ihm leichter machen kann. Klar versuche ich ihn zu trösten aber wie bereits geschrieben, lässt er sich von mir dann nicht trösten. Mir zerreißt es wirklich das Herz ihn dann so zu sehen.
KRÄTZÄ
3388 Beiträge
30.11.2017 12:04
Die Gefühle eures Sohnes sind total legitim und er darf und soll diese haben. Natürlich tut es weh, sein Kind so leiden zu sehen. Trotzdem ist es meiner Meinung nach nicht der richtige Weg die Gefühle vermeiden zu wollen. Er ist nunmal traurig, wenn Papa nicht da ist. Das darf so sein.

Vielleicht könnt ihr ein Video von Papa aufnehmen, in dem er sagt, dass er nun auf der Arbeit ist und später wieder kommt und sich sehr auf ihn freut. Und das immer ansehen, wenn es schlimm ist. So dass er das Gefühl hat: Papa ist zwar nicht da, aber er existiert weiter.

Er wird diese Gefühle noch sehr lange haben und immer mal heftiger und weniger heftig. Vermeidungsstrategien sind da nicht hilfreich in meinen Augen. Trost, Auffangen, Begleiten, Erklären. Immer wieder. Ihr schafft das
Trümmerlotte
829 Beiträge
30.11.2017 12:14
Zitat von KRÄTZÄ:

Die Gefühle eures Sohnes sind total legitim und er darf und soll diese haben. Natürlich tut es weh, sein Kind so leiden zu sehen. Trotzdem ist es meiner Meinung nach nicht der richtige Weg die Gefühle vermeiden zu wollen. Er ist nunmal traurig, wenn Papa nicht da ist. Das darf so sein.

Vielleicht könnt ihr ein Video von Papa aufnehmen, in dem er sagt, dass er nun auf der Arbeit ist und später wieder kommt und sich sehr auf ihn freut. Und das immer ansehen, wenn es schlimm ist. So dass er das Gefühl hat: Papa ist zwar nicht da, aber er existiert weiter.

Er wird diese Gefühle noch sehr lange haben und immer mal heftiger und weniger heftig. Vermeidungsstrategien sind da nicht hilfreich in meinen Augen. Trost, Auffangen, Begleiten, Erklären. Immer wieder. Ihr schafft das


Wir lassen seine Wut und Trauer auch zu, keine Frage aber wir wollen es ihm leichter machen indem wir ihn ablenken, wenn Papi weg ist, ist er weg und dann ist das auch ok, er darf halt nur nicht mitbekommen das er geht.
markusmami
116651 Beiträge
30.11.2017 12:17
Zitat von Trümmerlotte:

Zitat von KRÄTZÄ:

Die Gefühle eures Sohnes sind total legitim und er darf und soll diese haben. Natürlich tut es weh, sein Kind so leiden zu sehen. Trotzdem ist es meiner Meinung nach nicht der richtige Weg die Gefühle vermeiden zu wollen. Er ist nunmal traurig, wenn Papa nicht da ist. Das darf so sein.

Vielleicht könnt ihr ein Video von Papa aufnehmen, in dem er sagt, dass er nun auf der Arbeit ist und später wieder kommt und sich sehr auf ihn freut. Und das immer ansehen, wenn es schlimm ist. So dass er das Gefühl hat: Papa ist zwar nicht da, aber er existiert weiter.

Er wird diese Gefühle noch sehr lange haben und immer mal heftiger und weniger heftig. Vermeidungsstrategien sind da nicht hilfreich in meinen Augen. Trost, Auffangen, Begleiten, Erklären. Immer wieder. Ihr schafft das


Wir lassen seine Wut und Trauer auch zu, keine Frage aber wir wollen es ihm leichter machen indem wir ihn ablenken, wenn Papi weg ist, ist er weg und dann ist das auch ok, er darf halt nur nicht mitbekommen das er geht.
so war es auch hier. Dann hat sie zwar geschaut, aber es war irgendwie okay. Wenn sie es mitbekommen hat, jedesmal Theater, Weinen etc.
30.11.2017 12:17
Meinen beiden hat geholfen den Arbeitsplatz von Papa zu sehen. Damit war der Ort für beide greifbar. Die kleine war da auch erst etwas über ein Jahr.

Mein großer weint heute noch, wenn Papa nicht da ist oder er ihm nicht Tschüss sagen konnte. Ich nehme in den meist nur in den Arm, erkläre das Papa schon zur Arbeit los ist und er heute Abend wieder da ist.

Am Wochenende ist dann Papazeit dann bin ich abgeschrieben.
Trümmerlotte
829 Beiträge
30.11.2017 12:44
Zitat von Honorine:

Meinen beiden hat geholfen den Arbeitsplatz von Papa zu sehen. Damit war der Ort für beide greifbar. Die kleine war da auch erst etwas über ein Jahr.

Mein großer weint heute noch, wenn Papa nicht da ist oder er ihm nicht Tschüss sagen konnte. Ich nehme in den meist nur in den Arm, erkläre das Papa schon zur Arbeit los ist und er heute Abend wieder da ist.

Am Wochenende ist dann Papazeit dann bin ich abgeschrieben.


Den Arbeitsplatz zeigen ist hier nicht möglich, so ein kleines Kind hat auf einer Großbaustelle einfach nichts zu suchen, ich glaube auch nicht dass er das in seinem Alter jetzt schon richtig begreift.

Mich beruhigt aber das es auch anderen so geht und wir damit nicht allein sind
NiAn
14210 Beiträge
30.11.2017 13:36
Wir haben das immer noch phasenweise, mal bin ich es, mal der Papa oder die Oma. Hier hilft es wenn sich die entsprechende Person ordentlich beim Kind verabschiedet. Niklas braucht dann zig Umarmungen und küsse und muss nochmal winken und dann ist meist gut. Der Papa soll mal aktiv mit ihm sprechen das er jetzt auf Arbeit muss, sich fertig machen muss aber ja bald wieder kommt. Natürlich wird er immer noch traurig sein und weinen, das ist ok, lass es zu und biete ihm einfach ne Schulter zum ausweinen und kuscheln. Diese Phasen werden euch noch eine Weile begleiten
shelyra
62990 Beiträge
30.11.2017 13:44
diese phase hatte ich bei beiden kindern.

rausschleichen hat es für sie noch schlimmer gemacht. aber wenn papa sich deutlich von ihnen verabschiedet hat, ihnen erklärt hat dass er wieder kommt. und die kids ihm zuwinken konnten dann war es halbwegs erträglich.
und wenn papa spätdienst hatte und sie daher nicht ins bett bringen konnte so haben wir ihn auf der arbeit kurz angerufen damit sie ihren gute-nacht-kuss bekamen
LIttleOne13
24080 Beiträge
30.11.2017 13:56
Zitat von shelyra:

diese phase hatte ich bei beiden kindern.

rausschleichen hat es für sie noch schlimmer gemacht. aber wenn papa sich deutlich von ihnen verabschiedet hat, ihnen erklärt hat dass er wieder kommt. und die kids ihm zuwinken konnten dann war es halbwegs erträglich.
und wenn papa spätdienst hatte und sie daher nicht ins bett bringen konnte so haben wir ihn auf der arbeit kurz angerufen damit sie ihren gute-nacht-kuss bekamen


Ja, da stimme ich dir zu. Wenn er merkt, dass der Papa immer irgendwann plötzlich weg ist, wenn er nicht aufpasst, ist das für euch zwar primär angenehmer, weils keine Konfrontation und keine Tränen gibt, langfristig wird aber aber mehr am Papa klammern, weil er ja nie sicher sein kann, dass dieser nicht plötzlich wieder verschwindet. Daher: Besser aktiv verabschieden!
KRÄTZÄ
3388 Beiträge
30.11.2017 14:00
Zitat von LIttleOne13:

Zitat von shelyra:

diese phase hatte ich bei beiden kindern.

rausschleichen hat es für sie noch schlimmer gemacht. aber wenn papa sich deutlich von ihnen verabschiedet hat, ihnen erklärt hat dass er wieder kommt. und die kids ihm zuwinken konnten dann war es halbwegs erträglich.
und wenn papa spätdienst hatte und sie daher nicht ins bett bringen konnte so haben wir ihn auf der arbeit kurz angerufen damit sie ihren gute-nacht-kuss bekamen


Ja, da stimme ich dir zu. Wenn er merkt, dass der Papa immer irgendwann plötzlich weg ist, wenn er nicht aufpasst, ist das für euch zwar primär angenehmer, weils keine Konfrontation und keine Tränen gibt, langfristig wird aber aber mehr am Papa klammern, weil er ja nie sicher sein kann, dass dieser nicht plötzlich wieder verschwindet. Daher: Besser aktiv verabschieden!


Ganz genau so sehe ich das auch. Nicht verabschieden schürt eher noch die Angst.
JuWu
6989 Beiträge
30.11.2017 14:48
Verabschieden muss schon sein.
Aber ich finde dann stundenlanges trösten total kontraproduktiv. Eher erklären und kuscheln anbieten oder was er/sie mag und wenn nicht gewollt oder es nach einiger zeit nicht zielführend ist, dann wirkich Methodenwechsel und bloßes ablenken....z.b. mit dem Lieblingsspielzeug oder "komm, wir schauen uns mal fotos / videos an von oma/opa/haustiere etc". Das wirkt wunder.
Bei uns abends, wenn papa zum training geht, ist eh sandmannzeit...das erleichtert es mir in dem moment
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