Mütter- und Schwangerenforum

Meine Tochter (3) kommt mit meiner Schwangerschaft nicht zurecht

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Hannii
135 Beiträge
05.11.2019 17:42
Ich bin in der 20 SSW und unsere Jüngste (wird im Januar 4) ist fast jeden Tag unausstehlich. Sie macht aus jeder Kleinigkeit ein Drama und weint wegen allem möglichen. Dazu nässt sie seit 2 Wochen wieder fast jeden Tag ein. Eigentlich ist sie, seitdem sie 2 1/2 ist trocken und sonst kam es vielleicht 1x im Monat vor, dass sie mal nass war, aber jetzt sprengt es wirklich den Rahmen. Seit meine Schwangerschaft jetzt wirklich präsent ist und viel darüber gesprochen wird, wird ihr verhalten immer schlimmer.
Vor den Sommerferien war sie nie "allein" im Kindergarten. Unsere mittlere Tochter war da und ich als Erzieherin auch (Nein, ich arbeite nicht in den Gruppen meiner Kinder). Dann erzählt ihr auch noch jeder, dass sie bald auch eine große Schwester ist und sie auf das Baby aufpassen muss und ich glaube, dass ihr diese Rolle so gar nicht gefällt. Sie spricht auch nicht gerne über das Baby und hat im Kiga letzten Woche sogar erzählt, dass das "Baby in Mamas Bauch tot ist". Vor dieser Schwangerschaft hatte ich in der 12. Woche eine Fehlgeburt und meine Kollegen hatten schon die Befürchtung, dass es wieder dazu gekommen ist. Die Fehlgeburt hat unsere Tochter aber auch mitbekommen, weshalb wir ja auch irgendwie mit ihr darüber sprechen mussten und ich hab mich auch schon gefragt, ob es noch damit zusammenhängen könnte. Ich hab schon so viel mit ihr gesprochen, aber es hilft einfach überhaupt nicht. Es zerreist mir wirklich das Herz und ich bin einfach ratlos
CrazyMya
20534 Beiträge
05.11.2019 18:38
Sie ist 3, was genau erwartest du von ihr?

Selbst viele Erwachsene erleben ein Gefühlschaos, wenn Nachwuchs ansteht, allerdings können diese rational denken.

Versucht das babythema erstmal nicht in ihrer Gegenwart anzusprechen.
Redbabyization
9506 Beiträge
05.11.2019 18:50
Ich kann mir schon vorstellen, dass sie die Fehlgeburt nicht ganz verarbeitet hat, oder verarbeiten kann. Sie ist doch erst 3 - wie soll sie das verstehen, dass mit diesem Baby alles gut ist?

Ist sie generell ein sensibles Mädchen?
Marf
20564 Beiträge
05.11.2019 18:51
Naja,sie soll nun plötzlich auch Groß sein,sie ist nicht mehr die Kleine.Dann natürlich ihr Alter,dieses knatschige haben auch Kinder ohne das Mama schwanger ist.
Wenn ihr nun viel über dieses Baby redet,es quasi jetzt schon dauernd präsent ist wird ihr das wohl einfach zuviel und sie reagiert wie ein Kind eben reagieren kann.
Macht am besten nur wenig Gewese um die Schwangerschaft.Zeig ihr das sie einfach nur dein Mädel ist,ohne diese 'große Schwester Bürde' und lebt euren Alltag.
Gespräche über das Kind würde ich verschieben wenn sie nicht da ist,also gerade so Themen wie der Name werden soll,was es alles hübsches bekommt etc.
BettyBoard
2661 Beiträge
05.11.2019 20:13
Das wollte ich schon immer mal fragen und jetzt bietet es sich an.
Wieso muss man eigentlich Kleinkindern schon in der Frühschwangerschaft erzählen, dass sie ein Geschwisterchen bekommen? Ist das nicht ein bisschen viel verlangt dann unter Umständen verstehen zu müssen, dass doch nix draus wird?
Christen
15072 Beiträge
05.11.2019 20:22
Zitat von BettyBoard:

Das wollte ich schon immer mal fragen und jetzt bietet es sich an.
Wieso muss man eigentlich Kleinkindern schon in der Frühschwangerschaft erzählen, dass sie ein Geschwisterchen bekommen? Ist das nicht ein bisschen viel verlangt dann unter Umständen verstehen zu müssen, dass doch nix draus wird?
bin ich voll bei dir. Habe ich nie gemacht. Meist erst beim Outing zwischen der 18.und 22.Woche
Hannii
135 Beiträge
05.11.2019 20:31
Danke für die Antworten. Unsere Tochter ist tatsächlich ziemlich sensibel und für ihr Alter auch schon recht weit.

____

Ich habe meine anderen Schwangerschaften auch nicht so früh bekannt gegeben, aber ich war direkt im BV und unser großer merkt nunmal dass ich nicht krank bin und nachdem er es wusste, war es eben kein Geheimnis mehr. Ich finde es ist jedem selbst überlassen, wann man seine Schwangerschaft bekannt gibt. Allen kann man es sowieso nicht recht machen
BettyBoard
2661 Beiträge
05.11.2019 20:33
Zitat von Hannii:

Danke für die Antworten. Unsere Tochter ist tatsächlich ziemlich sensibel und für ihr Alter auch schon recht weit.

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Ich habe meine anderen Schwangerschaften auch nicht so früh bekannt gegeben, aber ich war direkt im BV und unser großer merkt nunmal dass ich nicht krank bin und nachdem er es wusste, war es eben kein Geheimnis mehr. Ich finde es ist jedem selbst überlassen, wann man seine Schwangerschaft bekannt gibt. Allen kann man es sowieso nicht recht machen


Klar ist es jedem selbst überlassen. Aber dann hat man halt eventuell ein Problem mit überforderten Kindern.
Marf
20564 Beiträge
05.11.2019 20:39
Zitat von Hannii:

Danke für die Antworten. Unsere Tochter ist tatsächlich ziemlich sensibel und für ihr Alter auch schon recht weit.

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Ich habe meine anderen Schwangerschaften auch nicht so früh bekannt gegeben, aber ich war direkt im BV und unser großer merkt nunmal dass ich nicht krank bin und nachdem er es wusste, war es eben kein Geheimnis mehr. Ich finde es ist jedem selbst überlassen, wann man seine Schwangerschaft bekannt gibt. Allen kann man es sowieso nicht recht machen

Eine Bekanntgabe bei Freunden o.Kollegen ist aber etwas anderes als vorhandene Kinder .Ein Kind in der Mutter ist sehr abstrakt,selbst gestandene Männer haben da ihre Probleme....also da sehe ich doch andere Wege das zu erklären...Zudem ich denke das man es gar nicht so ausführlich machen muss.
Ich habe meinen kaum etwas gesagt,irgendwann wurde Mama dicker und ich hab eben erzählt das da ein neues Baby wächst....und gut....das reichte völlig bei ca. 3 jährigen.Und eine FG habe ich niemals bei meinen thematisiert mit 3 Jahren.Gewisse Dinge brauchen Kinder nicht wissen.
BettyBoard
2661 Beiträge
05.11.2019 20:55
Zitat von Marf:

Zitat von Hannii:

Danke für die Antworten. Unsere Tochter ist tatsächlich ziemlich sensibel und für ihr Alter auch schon recht weit.

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Ich habe meine anderen Schwangerschaften auch nicht so früh bekannt gegeben, aber ich war direkt im BV und unser großer merkt nunmal dass ich nicht krank bin und nachdem er es wusste, war es eben kein Geheimnis mehr. Ich finde es ist jedem selbst überlassen, wann man seine Schwangerschaft bekannt gibt. Allen kann man es sowieso nicht recht machen

Eine Bekanntgabe bei Freunden o.Kollegen ist aber etwas anderes als vorhandene Kinder .Ein Kind in der Mutter ist sehr abstrakt,selbst gestandene Männer haben da ihre Probleme....also da sehe ich doch andere Wege das zu erklären...Zudem ich denke das man es gar nicht so ausführlich machen muss.
Ich habe meinen kaum etwas gesagt,irgendwann wurde Mama dicker und ich hab eben erzählt das da ein neues Baby wächst....und gut....das reichte völlig bei ca. 3 jährigen.Und eine FG habe ich niemals bei meinen thematisiert mit 3 Jahren.Gewisse Dinge brauchen Kinder nicht wissen.


Eben, dann muss man halt einfach mal ne Weile nicht arbeiten. Man muss Kindern wirklich nicht immer alles bis ins Detail erklären.
Alaska
12738 Beiträge
05.11.2019 23:58
Nimm sie doch mal auf die Seite und red in Ruhe mit ihr. Frag sie, ob ihr das Angst macht oder ob sie Sorgen hat. Sagt ihr nicht, dass sie die "Große" sein wird oder dass sie irgendwelche Pflichten dadurch hat, sondern geh mit ihr die schönen Dinge durch. Dass sie mal Windeln wechseln darf, wenn sie will oder das Baby ins Bett bringen darf.
Blancanieves
2085 Beiträge
06.11.2019 01:03
Oh, under Sohn ist gerade im selben Alter.

Wir haben ihn, als ich in der 16. Woche war mit zum US genommen und die Ärztin hat ihm alles erklärt. Er hat verstanden (soweit es eben geht), dass ein Baby in meinem Bauch ist.
Trotzdem war er für die nächsten beiden Wochen sehr, sehr empfindsam und überfordert, obwohl das Thema bei uns ehrlich gesagt gar nicht im Mittelpunkt steht.
Deshalb spreche ich im Moment nur in ruhigen Momenten mit ihm über das Baby. Lasse ihn den Bauch fühlen, sage ihm, dass wir bald mehr im Haus sind. Dann erkläre ich ihm, dass er auch Mal ein Baby war, zeige ihm Fotos von ihm als Baby und was ich mit ihm gemacht habe etc. Aber ich lasse ganz bewusst die klassischen Sätze raus (z.B "Du wirst bald großer Bruder, du musst der Mama dann helfen, etc.). Das ist noch zu abstrakt für sein Alter (oder sein persönliches Verständnis der Dinge). Generell ist die Zukunft etwas abstraktes für ihn, er hat vor kurzem erst verstanden, was "morgen" bedeutet.

Ich würde das Thema auch erstmal beiseite stellen und individuell auf sie und ihre Bedürfnisse eingehen. Vielleicht mit ihr Fotos anschauen und ihr erzählen wie es war mit ihr schwanger zu sein, wie es war, als sie dann endlich auf die Welt kam etc.
Bei uns hat es geholfen
Aquarellfarbe
251 Beiträge
06.11.2019 05:51
Ich bin mir ziemlich sicher, dass der Grund ist, dass so viel mit der Tochter geredet wurde und wie die Mutter dabei reagiert.
3- jährige verstehen solche Themen doch noch gar nicht. Wenn man dann erzählt „das Baby im Bauch ist tot“ und dabei noch betroffen und traurig guckt, dann kann ich mir schon vorstellen, dass das verängstigtend wirkt. Bin da bei denen, die sagen, dass man nicht alle Themen vor Kindern thematisieren muss.
Man muss dann zumindest durch sein Verhalten signalisieren, dass alles in Ordnung ist und es so sanft wie möglich formulieren „Mamas Bauch ist jetzt nicht mehr dick“ oder nur bei Nachfrage des Kindes (!) „Du bekommst doch kein Geschwisterchen“ - aber dabei normal gucken, auch wenn die Mutter sich nicht danach fühlt. Kleine Kinder übernehmen ja vor allem die Stimmung der Eltern. Wenn die in Panik sind, verstehen die Kinder „Panik“ und bei Trauer dann eben Trauer.

Jetzt, wo „Baby tot“ eh schon gefallen ist, würde ich auch das Thema nicht mehr unnötig aufbringen. Vielleicht mal erwähnen, dass das nichts mit der Tochter zu tun hat und „Aber du bist ganz gesund auf die Welt gekommen, alles gut, du brauchst dir keine Sorgen machen.“
Aber jetzt nicht solche Nachfragen wie „Hast du jetzt Angst vor dem Tod? Hast du jetzt Angst, auch zu sterben?“ und noch auf solche Gedanken bringen.

Wenn wir uns auf den Arbeitsweg machen, finden wir die Frage „Hast du jetzt Angst vor einem Verkehrsunfall?“ auch nicht gerade beruhigend, mal als Vergleich. Das bringt dann auch erst auf Gedanken, die man gar nicht hatte.
Der Ton und die Formulierung ist entscheidend, falls überhaupt nötig.
Die Idee von Biancanieves mit dem positiven Durchgehen der Geburt des Kindes finde ich eine prima Idee.
Hannii
135 Beiträge
06.11.2019 06:59
Nochmal danke, dass ihr mir alle helfen möchtet, finde ich wirklich super nett und ich möchte hier nienandem zu nahe treten, aber ich habe jetzt den Eindruck, dass ihr mich für die hilfloseste Mutter überhaupt haltet

Wir haben unserer Tochter nie gesagt, dass das Baby tot ist. Das Wort „tot“ habe ich vor ihr noch nie benutzt .Am anfang haben wir ihr erzählt (und dass auch nur weil der große Bruder es schon vorher erzählt hat), dass ein Baby in meinem Bauch ist und als es dann nicht mehr so war, haben wir ihr einfach erzählt, dass das Baby jetzt nicht mehr da ist. Das Wort „tot“ hat sie selbst damit in Verbindung gebracht. Ich habe ja versucht mit ihr zu sprechen und versucht herauszukitzeln, warum sie so fühlt (und nein, ich habe nicht einfach gefragt „wie fühlst du dich“). Aber das mache ich jetzt auch schon nicht mehr. Ich würde mich hier ja nicht melden, wenn ich sowas nicht schon alles versucht hätte. Ich habe einfach gehofft, dass jemand in der gleichen Situation ist oder war...
kataleia
8611 Beiträge
06.11.2019 13:55
Ich bin den Leuten, die solche blöden Sachen zu meinem großen sagten, wie dass er aufpassen/teilen/nicht mehr im Mittelpunkt stehen wird immer über den Mund gefahren.

Ich finde das unmöglich und habe dann immer gleich meinem Sohn etwas schönes gesagt, wie dass er nicht alleine ist, wenn ich mal in einem anderen Raum bin etc.

Vielleicht muss deine Tochter öfter so einen quatsch hören und hat vielleicht auch Angst?
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