Mütter- und Schwangerenforum

Schule nach den Sommerferien in Corona Zeiten

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Mamota
23805 Beiträge
01.08.2020 15:11
Zitat von Mamota:

Zitat von Alaska:

Zitat von Mamota:

Also ich kenne offenbar andere Studien als du, Alaska.

Studie der Charité: Kinder übertragen in etwa wie Erwachsene.
Studie aus Südkorea (? ): Dort, wo Schulen offen blieben, waren sie Ansteckungshotspots.
Zweite Welle in Israel: Kam überwiegend aus Schulen.
Neuigkeiten aus den USA: Staaten mit geöffneten Schulen sind deutlich stärker betroffen als Staaten mit geschlossenen Schulen.
Auch neulich gelesen: Aerosole verbreiten sich in geschlossenen und schlecht belüfteten Räumen (wie Klassenzimmern) bis zu 8m weit.

Ist jetzt nur so alles aus dem Kopf und ohne Gewähr. Meine Kraft, das alles zu googeln, ist heute nicht allzu weit her. Ich gebe nur kurz weiter, was ich im Kopf habe. Bitte bei Bedarf selber überprüfen und gerne korrigieren!

Auf Twitter (evtl. auch auf anderen Netzwerken?) gibt es den #BildungAberSicher, wo sich LeherInnen, ErzieherInnen und Eltern sehr kritisch über die Schulöffnungspläne äußern, immer auch mit weiterführenden Links im Gepäck mit Studien und Verbesserungsvorschlägen. Manches davon ist ganz gut, anderes unbrauchbar. Kommt halt immer auf die Person, die den Post verfasst, an.

Ich jedenfalls sehe dem nächsten Schuljahr mit großer Sorge entgegen. Als Risikopatientin bin ich zwar raus aus den Klassenzimmern, aber meine Tochter muss hin. Und an ihrer Schule wurde sich vor den Ferien schon kaum um die Sicherheit geschert. Der ganze Ort hier ist gefühlt seit Mai raus aus der Pandemie. Mein Kind wurde bereits dreimal von älteren Leuten angepöbelt, weil sie tatsächlich (aus eigenem Antrieb) eine Maske trägt.
Wenn man bedenkt, wie sehr die Zahlen gerade wieder am Ansteigen sind, halte ich den Regelbetrieb für gefährlich. Es ist mir auch völlig unverständlich, warum nicht über den Sommer hinweg eine Planung zum Worst Case Szenario in Angriff genommen wurde. In meiner Klasse sitzen zwei Kinder mit erkrankten nahen Angehörigen. In der Parallelklasse ist ein schwer krankes Kind. Die haben die Wahl zwischen Pest und Cholera. Entweder zu Hause auf sich allein gestellt sein oder mit dem Risiko leben. Es muss Alternativen geben. Die Zuschaltung Einzelner via Streaming, Online-Klassen, Kleinstgruppen-Intensivunterricht, massive Investition in neueste Klimaanlagentechnologie oder was auch immer.

Die Szenarien, von denen gerade gesprochen wird, gehen alle von einer gleichbleibenden, schlimmstenfalls leicht negativen Entwicklung aus. Nur, was ist, wenn es im Herbst widerlich kalt wird und nicht mehr ordentlich gelüftet werden kann? Was, wenn die Kinder entweder bibbernd im Klassenraum sitzen oder sich anstecken? Das Risiko ist bei dieser Enge, die gerade in neueren Klassenräumen herrscht, selbst unter Dauerlüftung mit Durchzug recht hoch, wenn die Klassen vollzählig sind. Mit Blick in andere Länder und deren Entwicklung bin ich echt pessimistisch.

Natürlich sehe ich auch massiv die Notwendigkeit, die Familien zu entlasten. Ich schramme ja selber seit März immer wieder am Rande des Burnouts entlang. Dabei haben wir noch Glück. Andere trifft es in Sachen Belastung viel, viel schlimmer. Und als Lehrerin sehe ich mit großer Sorge auf die Entwicklung einiger Schüler in den letzten Monaten. Selbstverständlich wäre mir lieber, alle Sorgenkinder ganz schnell wieder in die Spur zu bringen und zu retten, was noch zu retten ist. Nur scheint mir das halt angesichts der Alternative recht blauäugig. Diese Krankheit ist gelinde gesagt ein riesen Arschloch, das erst recht harmlos daherkommt, dich in Sicherheit wiegt und dann einfach mal dein Leben zerstört. Unser Bekanntenkreis hatte bisher Glück. Dennoch kennt jeder, mit dem ich mich unterhalte irgendjemanden, der fast abgekratzt ist, monatelang auf der Intensivstation lag, nicht mehr richtig sprechen kann, immer noch nicht wieder riechen kann, beim Treppensteigen regelmäßig in Ohnmacht fällt und, und, und. Es werden täglich mehr. Immer wieder tauchen außerdem auf Spektrum, Scilogs, im Standard co. (also nicht unbedingt in sensationsgeilen Käseblättern) neue Nachrichten über Langzeitfolgen auf, die diesen Eindruck wissenschaftlich zu untermauern scheinen. Daher denke ich, der Wunsch nach Normalität und nach Behebung der schlimmen Nebeneffekte bleibt erst mal ein Wunsch. Was wir jetzt aus (definitiv gerechtfertigter) Ungeduld überstürzen, wird uns evtl. später ganz gewaltig um die Ohren fliegen.


https://www.tagesschau.de/inland/kinder-corona-107 .html

https://www.klinikum.uni-heidelberg.de/newsroom/vo rlaeufige-ergebnisse-der-eltern-kind-covid-19-stud ie-in-baden-wuerttemberg/

https://www.uniklinik-ulm.de/aktuelles/detailansic ht/news/corona-kinderstudie.html?tx_news_pi1%5Bcon troller%5D=News&tx_news_pi1%5Baction%5D=detail &cHash=2962e782dcf4e10b6141f3f5da3893fb

Ich versteh die Angst durchaus. Aber ich würd die Kinder da raushalten.

Link 1 ist aus dem April, kann daher keine gesicherten neuen Erkenntnisse enthalten. Die andere Studie ist bisher während der Schulschließung entstanden und daher wenig anwendbar auf eine Öffnungssituation, wenn ich den Drosten damals richtig verstanden habe im Podcast.

Hier die, die ich meinte:
https://www.sueddeutsche.de/politik/corona-studie- suedkorea-jugendliche-1.4971813
Laut der betrifft es lediglich Kinder unter 10 weniger. Alle Schulen in Deutschland haben allerdings auch vierte Klassen und höher.

https://www.mdr.de/wissen/mensch-alltag/corona-ans teckungsgefahr-kinder-studie-drosten-100.html

"Als Infektionsherde erwiesen sich außerdem Schulen, die zusammen mit der Wirtschaft wieder aufmachten. "Sie wurden schnell zu Clustern", sagt Cohen. Mehr als vierzig Prozent der neuen Corona-Fälle seien Kinder, die sich im Unterricht angesteckt hätten. Inzwischen sind etwa 200 von 5000 Schulen im Land wieder geschlossen, weil sich dort Hotspots gebildet hatten. "
Auszug aus:
https://www.spiegel.de/politik/ausland/corona-in-i srael-die-zweite-welle-rollt-an-a-625b5acf-8223-4a a7-ae18-e0af93d71ec4

Zu den Schulen in den USA:
https://jamanetwork.com/journals/jama/fullarticle/ 2769034

Mir gestern noch nicht bekannt:
https://www.br.de/nachrichten/wissen/studien-schul schluss-war-wichtig-fuer-eindaemmung-von-corona,S1 1x8GM

Und auch ganz neu:
https://www.aerzteblatt.de/nachrichten/114025/SARS -CoV-2-Saeuglinge-scheiden-Viren-besonders-stark-a us

Kurz bearbeitet. Mit einem zusätzlichen "h" kann man nun hoffentlich auch den vorletzten Link öffnen. *hust*
Christen
20254 Beiträge
01.08.2020 15:26
Zitat von Mamota:

Zitat von Mamota:

Zitat von Alaska:

Zitat von Mamota:

Also ich kenne offenbar andere Studien als du, Alaska.

Studie der Charité: Kinder übertragen in etwa wie Erwachsene.
Studie aus Südkorea (? ): Dort, wo Schulen offen blieben, waren sie Ansteckungshotspots.
Zweite Welle in Israel: Kam überwiegend aus Schulen.
Neuigkeiten aus den USA: Staaten mit geöffneten Schulen sind deutlich stärker betroffen als Staaten mit geschlossenen Schulen.
Auch neulich gelesen: Aerosole verbreiten sich in geschlossenen und schlecht belüfteten Räumen (wie Klassenzimmern) bis zu 8m weit.

Ist jetzt nur so alles aus dem Kopf und ohne Gewähr. Meine Kraft, das alles zu googeln, ist heute nicht allzu weit her. Ich gebe nur kurz weiter, was ich im Kopf habe. Bitte bei Bedarf selber überprüfen und gerne korrigieren!

Auf Twitter (evtl. auch auf anderen Netzwerken?) gibt es den #BildungAberSicher, wo sich LeherInnen, ErzieherInnen und Eltern sehr kritisch über die Schulöffnungspläne äußern, immer auch mit weiterführenden Links im Gepäck mit Studien und Verbesserungsvorschlägen. Manches davon ist ganz gut, anderes unbrauchbar. Kommt halt immer auf die Person, die den Post verfasst, an.

Ich jedenfalls sehe dem nächsten Schuljahr mit großer Sorge entgegen. Als Risikopatientin bin ich zwar raus aus den Klassenzimmern, aber meine Tochter muss hin. Und an ihrer Schule wurde sich vor den Ferien schon kaum um die Sicherheit geschert. Der ganze Ort hier ist gefühlt seit Mai raus aus der Pandemie. Mein Kind wurde bereits dreimal von älteren Leuten angepöbelt, weil sie tatsächlich (aus eigenem Antrieb) eine Maske trägt.
Wenn man bedenkt, wie sehr die Zahlen gerade wieder am Ansteigen sind, halte ich den Regelbetrieb für gefährlich. Es ist mir auch völlig unverständlich, warum nicht über den Sommer hinweg eine Planung zum Worst Case Szenario in Angriff genommen wurde. In meiner Klasse sitzen zwei Kinder mit erkrankten nahen Angehörigen. In der Parallelklasse ist ein schwer krankes Kind. Die haben die Wahl zwischen Pest und Cholera. Entweder zu Hause auf sich allein gestellt sein oder mit dem Risiko leben. Es muss Alternativen geben. Die Zuschaltung Einzelner via Streaming, Online-Klassen, Kleinstgruppen-Intensivunterricht, massive Investition in neueste Klimaanlagentechnologie oder was auch immer.

Die Szenarien, von denen gerade gesprochen wird, gehen alle von einer gleichbleibenden, schlimmstenfalls leicht negativen Entwicklung aus. Nur, was ist, wenn es im Herbst widerlich kalt wird und nicht mehr ordentlich gelüftet werden kann? Was, wenn die Kinder entweder bibbernd im Klassenraum sitzen oder sich anstecken? Das Risiko ist bei dieser Enge, die gerade in neueren Klassenräumen herrscht, selbst unter Dauerlüftung mit Durchzug recht hoch, wenn die Klassen vollzählig sind. Mit Blick in andere Länder und deren Entwicklung bin ich echt pessimistisch.

Natürlich sehe ich auch massiv die Notwendigkeit, die Familien zu entlasten. Ich schramme ja selber seit März immer wieder am Rande des Burnouts entlang. Dabei haben wir noch Glück. Andere trifft es in Sachen Belastung viel, viel schlimmer. Und als Lehrerin sehe ich mit großer Sorge auf die Entwicklung einiger Schüler in den letzten Monaten. Selbstverständlich wäre mir lieber, alle Sorgenkinder ganz schnell wieder in die Spur zu bringen und zu retten, was noch zu retten ist. Nur scheint mir das halt angesichts der Alternative recht blauäugig. Diese Krankheit ist gelinde gesagt ein riesen Arschloch, das erst recht harmlos daherkommt, dich in Sicherheit wiegt und dann einfach mal dein Leben zerstört. Unser Bekanntenkreis hatte bisher Glück. Dennoch kennt jeder, mit dem ich mich unterhalte irgendjemanden, der fast abgekratzt ist, monatelang auf der Intensivstation lag, nicht mehr richtig sprechen kann, immer noch nicht wieder riechen kann, beim Treppensteigen regelmäßig in Ohnmacht fällt und, und, und. Es werden täglich mehr. Immer wieder tauchen außerdem auf Spektrum, Scilogs, im Standard co. (also nicht unbedingt in sensationsgeilen Käseblättern) neue Nachrichten über Langzeitfolgen auf, die diesen Eindruck wissenschaftlich zu untermauern scheinen. Daher denke ich, der Wunsch nach Normalität und nach Behebung der schlimmen Nebeneffekte bleibt erst mal ein Wunsch. Was wir jetzt aus (definitiv gerechtfertigter) Ungeduld überstürzen, wird uns evtl. später ganz gewaltig um die Ohren fliegen.


https://www.tagesschau.de/inland/kinder-corona-107 .html

https://www.klinikum.uni-heidelberg.de/newsroom/vo rlaeufige-ergebnisse-der-eltern-kind-covid-19-stud ie-in-baden-wuerttemberg/

https://www.uniklinik-ulm.de/aktuelles/detailansic ht/news/corona-kinderstudie.html?tx_news_pi1%5Bcon troller%5D=News&tx_news_pi1%5Baction%5D=detail &cHash=2962e782dcf4e10b6141f3f5da3893fb

Ich versteh die Angst durchaus. Aber ich würd die Kinder da raushalten.

Link 1 ist aus dem April, kann daher keine gesicherten neuen Erkenntnisse enthalten. Die andere Studie ist bisher während der Schulschließung entstanden und daher wenig anwendbar auf eine Öffnungssituation, wenn ich den Drosten damals richtig verstanden habe im Podcast.

Hier die, die ich meinte:
https://www.sueddeutsche.de/politik/corona-studie- suedkorea-jugendliche-1.4971813
Laut der betrifft es lediglich Kinder unter 10 weniger. Alle Schulen in Deutschland haben allerdings auch vierte Klassen und höher.

https://www.mdr.de/wissen/mensch-alltag/corona-ans teckungsgefahr-kinder-studie-drosten-100.html

"Als Infektionsherde erwiesen sich außerdem Schulen, die zusammen mit der Wirtschaft wieder aufmachten. "Sie wurden schnell zu Clustern", sagt Cohen. Mehr als vierzig Prozent der neuen Corona-Fälle seien Kinder, die sich im Unterricht angesteckt hätten. Inzwischen sind etwa 200 von 5000 Schulen im Land wieder geschlossen, weil sich dort Hotspots gebildet hatten. "
Auszug aus:
https://www.spiegel.de/politik/ausland/corona-in-i srael-die-zweite-welle-rollt-an-a-625b5acf-8223-4a a7-ae18-e0af93d71ec4

Zu den Schulen in den USA:
https://jamanetwork.com/journals/jama/fullarticle/ 2769034

Mir gestern noch nicht bekannt:
https://www.br.de/nachrichten/wissen/studien-schul schluss-war-wichtig-fuer-eindaemmung-von-corona,S1 1x8GM

Und auch ganz neu:
https://www.aerzteblatt.de/nachrichten/114025/SARS -CoV-2-Saeuglinge-scheiden-Viren-besonders-stark-a us

Kurz bearbeitet. Mit einem zusätzlichen "h" kann man nun hoffentlich auch den vorletzten Link öffnen. *hust*
wie seriös ist die Studie, dass 78% der Genesenen danach Herzschäden haben?
Mamota
23805 Beiträge
01.08.2020 16:58
Ich bin keine Wissenschafterin. Einfach immer die Studie selber lesen. Da steht normalerweise auch, wie groß sie angelegt war und wie aussagekräftig sie ist bzw. wo noch weitergeforscht werden muss und v.a. von wann sie ist.
DieW
1743 Beiträge
01.08.2020 17:13
Zitat von Mamota:

Zitat von Mamota:

Zitat von Alaska:

Zitat von Mamota:

Also ich kenne offenbar andere Studien als du, Alaska.

Studie der Charité: Kinder übertragen in etwa wie Erwachsene.
Studie aus Südkorea (? ): Dort, wo Schulen offen blieben, waren sie Ansteckungshotspots.
Zweite Welle in Israel: Kam überwiegend aus Schulen.
Neuigkeiten aus den USA: Staaten mit geöffneten Schulen sind deutlich stärker betroffen als Staaten mit geschlossenen Schulen.
Auch neulich gelesen: Aerosole verbreiten sich in geschlossenen und schlecht belüfteten Räumen (wie Klassenzimmern) bis zu 8m weit.

Ist jetzt nur so alles aus dem Kopf und ohne Gewähr. Meine Kraft, das alles zu googeln, ist heute nicht allzu weit her. Ich gebe nur kurz weiter, was ich im Kopf habe. Bitte bei Bedarf selber überprüfen und gerne korrigieren!

Auf Twitter (evtl. auch auf anderen Netzwerken?) gibt es den #BildungAberSicher, wo sich LeherInnen, ErzieherInnen und Eltern sehr kritisch über die Schulöffnungspläne äußern, immer auch mit weiterführenden Links im Gepäck mit Studien und Verbesserungsvorschlägen. Manches davon ist ganz gut, anderes unbrauchbar. Kommt halt immer auf die Person, die den Post verfasst, an.

Ich jedenfalls sehe dem nächsten Schuljahr mit großer Sorge entgegen. Als Risikopatientin bin ich zwar raus aus den Klassenzimmern, aber meine Tochter muss hin. Und an ihrer Schule wurde sich vor den Ferien schon kaum um die Sicherheit geschert. Der ganze Ort hier ist gefühlt seit Mai raus aus der Pandemie. Mein Kind wurde bereits dreimal von älteren Leuten angepöbelt, weil sie tatsächlich (aus eigenem Antrieb) eine Maske trägt.
Wenn man bedenkt, wie sehr die Zahlen gerade wieder am Ansteigen sind, halte ich den Regelbetrieb für gefährlich. Es ist mir auch völlig unverständlich, warum nicht über den Sommer hinweg eine Planung zum Worst Case Szenario in Angriff genommen wurde. In meiner Klasse sitzen zwei Kinder mit erkrankten nahen Angehörigen. In der Parallelklasse ist ein schwer krankes Kind. Die haben die Wahl zwischen Pest und Cholera. Entweder zu Hause auf sich allein gestellt sein oder mit dem Risiko leben. Es muss Alternativen geben. Die Zuschaltung Einzelner via Streaming, Online-Klassen, Kleinstgruppen-Intensivunterricht, massive Investition in neueste Klimaanlagentechnologie oder was auch immer.

Die Szenarien, von denen gerade gesprochen wird, gehen alle von einer gleichbleibenden, schlimmstenfalls leicht negativen Entwicklung aus. Nur, was ist, wenn es im Herbst widerlich kalt wird und nicht mehr ordentlich gelüftet werden kann? Was, wenn die Kinder entweder bibbernd im Klassenraum sitzen oder sich anstecken? Das Risiko ist bei dieser Enge, die gerade in neueren Klassenräumen herrscht, selbst unter Dauerlüftung mit Durchzug recht hoch, wenn die Klassen vollzählig sind. Mit Blick in andere Länder und deren Entwicklung bin ich echt pessimistisch.

Natürlich sehe ich auch massiv die Notwendigkeit, die Familien zu entlasten. Ich schramme ja selber seit März immer wieder am Rande des Burnouts entlang. Dabei haben wir noch Glück. Andere trifft es in Sachen Belastung viel, viel schlimmer. Und als Lehrerin sehe ich mit großer Sorge auf die Entwicklung einiger Schüler in den letzten Monaten. Selbstverständlich wäre mir lieber, alle Sorgenkinder ganz schnell wieder in die Spur zu bringen und zu retten, was noch zu retten ist. Nur scheint mir das halt angesichts der Alternative recht blauäugig. Diese Krankheit ist gelinde gesagt ein riesen Arschloch, das erst recht harmlos daherkommt, dich in Sicherheit wiegt und dann einfach mal dein Leben zerstört. Unser Bekanntenkreis hatte bisher Glück. Dennoch kennt jeder, mit dem ich mich unterhalte irgendjemanden, der fast abgekratzt ist, monatelang auf der Intensivstation lag, nicht mehr richtig sprechen kann, immer noch nicht wieder riechen kann, beim Treppensteigen regelmäßig in Ohnmacht fällt und, und, und. Es werden täglich mehr. Immer wieder tauchen außerdem auf Spektrum, Scilogs, im Standard co. (also nicht unbedingt in sensationsgeilen Käseblättern) neue Nachrichten über Langzeitfolgen auf, die diesen Eindruck wissenschaftlich zu untermauern scheinen. Daher denke ich, der Wunsch nach Normalität und nach Behebung der schlimmen Nebeneffekte bleibt erst mal ein Wunsch. Was wir jetzt aus (definitiv gerechtfertigter) Ungeduld überstürzen, wird uns evtl. später ganz gewaltig um die Ohren fliegen.


https://www.tagesschau.de/inland/kinder-corona-107 .html

https://www.klinikum.uni-heidelberg.de/newsroom/vo rlaeufige-ergebnisse-der-eltern-kind-covid-19-stud ie-in-baden-wuerttemberg/

https://www.uniklinik-ulm.de/aktuelles/detailansic ht/news/corona-kinderstudie.html?tx_news_pi1%5Bcon troller%5D=News&tx_news_pi1%5Baction%5D=detail &cHash=2962e782dcf4e10b6141f3f5da3893fb

Ich versteh die Angst durchaus. Aber ich würd die Kinder da raushalten.

Link 1 ist aus dem April, kann daher keine gesicherten neuen Erkenntnisse enthalten. Die andere Studie ist bisher während der Schulschließung entstanden und daher wenig anwendbar auf eine Öffnungssituation, wenn ich den Drosten damals richtig verstanden habe im Podcast.

Hier die, die ich meinte:
https://www.sueddeutsche.de/politik/corona-studie- suedkorea-jugendliche-1.4971813
Laut der betrifft es lediglich Kinder unter 10 weniger. Alle Schulen in Deutschland haben allerdings auch vierte Klassen und höher.

https://www.mdr.de/wissen/mensch-alltag/corona-ans teckungsgefahr-kinder-studie-drosten-100.html

"Als Infektionsherde erwiesen sich außerdem Schulen, die zusammen mit der Wirtschaft wieder aufmachten. "Sie wurden schnell zu Clustern", sagt Cohen. Mehr als vierzig Prozent der neuen Corona-Fälle seien Kinder, die sich im Unterricht angesteckt hätten. Inzwischen sind etwa 200 von 5000 Schulen im Land wieder geschlossen, weil sich dort Hotspots gebildet hatten. "
Auszug aus:
https://www.spiegel.de/politik/ausland/corona-in-i srael-die-zweite-welle-rollt-an-a-625b5acf-8223-4a a7-ae18-e0af93d71ec4

Zu den Schulen in den USA:
https://jamanetwork.com/journals/jama/fullarticle/ 2769034

Mir gestern noch nicht bekannt:
https://www.br.de/nachrichten/wissen/studien-schul schluss-war-wichtig-fuer-eindaemmung-von-corona,S1 1x8GM

Und auch ganz neu:
https://www.aerzteblatt.de/nachrichten/114025/SARS -CoV-2-Saeuglinge-scheiden-Viren-besonders-stark-a us

Kurz bearbeitet. Mit einem zusätzlichen "h" kann man nun hoffentlich auch den vorletzten Link öffnen. *hust*
2

Respekt,dass Du es immer wieder versuchst.
Deine Geduld hätte ich zu gerne
NochOhne32
17028 Beiträge
01.08.2020 19:35
Zitat von Schnatterienchen:

Zitat von Juniors-Mama:

Zitat von Schnatterienchen:

Also hier geht übernächste Woche der Regelbetrieb in den Schulen wieder los. Hier hat sich aber auch kaum was verschlechtert in den Ferien.

Wo ist „hier“? In NRW haben wir deutlich schlechtere Zahlen, die Neuinfektionen sind momentan erneut sehr hoch.


Brandenburg und Landkreis Teltow Fläming. Es sind wieder die gleichen Bundesländer wie zu Anfang, die hauptsächlich betroffen sind: Bayern, Baden Württemberg und NRW


da wohn ich auch..
palule
10696 Beiträge
01.08.2020 22:19
Zitat von MaLuk:

Zitat von Cookie88:

In Bayern wird nun doch - Stand heute - nach den Ferien Normalbetrieb herschen also zumindest volle Klassen.
Ich glaub erst am 7.9. dran wenn es dann wirklich los geht.


Ja mit maskenpflicht zumindest bis zum Platz ich denke da werden die Kids ned drumrum kommen

Und die Kinder sind die die sich am wenigsten darüber beschweren ne Maske zu tragen. Aus Erfahrung auf der Arbeit (Supermarkt) kann ich auch sagen dass die Kinder die sind die ihre Masken auch zu 90% RICHTIG aufhaben. Ist allerdings auch so ein Vorbild-Ding

Ben hatte jede 2. Woche Unterricht, mit Maske ausserhalb des Klassenzimmers. Die Klassen waren geteilt, jeweils eine Woche zuhause und eine in der Schule. Er ist 8 Jahre alt, war in der 2. Klasse und in der Woche die er zuhause war habe ich Frühschicht gearbeitet, in seiner Schulwoche Spätschicht, als ich ging kam der Papa heim. Es hat super geklappt!
Mit Lenny ginge das nicht, ihn könnte ich niemals morgens bis 14:30 Uhr zuhause lassen, er würde seine Schulsachen nicht erledigen und ich hätte keine ruhige Minute! Es ist einfach abhängig vom Kind. Ich glaube auch nicht dass ich Lenny alleine lassen könnte wenn er 8 ist.

Zum Thema: Ich hoffe auf eine Form von Regelbetrieb, denn wenn es schon gleich zu Schulbeginn nicht richtig losgeht kann man das denke ich nicht wieder ausbügeln...
Engelchen1975
3563 Beiträge
02.08.2020 09:11
Wenn ich ganz ehrlich bin, mir graut vor dem Schulanfang.

Wir hatten das System: Mo+ Di Unterricht, Mi, Do, Fr Hausaufgaben, folgende Woche umgekehrt.

Okay es weiß ja niemand definitiv wie, wann, wo, aber weder mein Mann noch ich können von zu Hause aus arbeiten (Autos reparieren sich nicht im Wohnzimmer und unsere Patienten können wir auch nur IN der Praxis behandeln.
Urlaub(bis auf den kommenden Betriebsurlaub) ist weg.
Da seit Mitte April KA war, vorher wurde Resturlaub verbraucht, die Großeltern für aufpassen zwar verfügbar wären, aber für die "Hausaufgaben" per Computer (herunterladen, wegschicken usw) nicht imstande sind, müsste ich sie ohnehin in Betreuung geben. Wobei ich nicht mal weiß, ob sie da die Möglichkeit haben/ Hätten.
Vor allem hat der "Fernunterricht" so gar nicht geklappt-wir sind manchmal selber vor dem Problem gestanden: "Was will sie da jetzt?" und für die Beantwortung von Fragen haben wir oft bis nächsten Tag gewartet(obwohl die Aufgabe geschickt werden sollte.

Zudem fängt der Große eine neue Schule an, wo wir ja auch nicht wissen, wie alles funktioniert...
Mir raucht der Kopf bei dem Gedanken.
Wusel
10112 Beiträge
02.08.2020 11:56
Du hast zumindest Anrecht auf Notbetreuung während andere ihren Chef mit der nötigen Menge an Homeoffice sauer fahren und nur der Eingriff vom Betriebsrat (sofern vorhanden) schlimmeres verhindert.

Das soll kein Vorwurf sein, in der Kacke sitzen wir grundsätzlich alle die es sich nicht erlauben können einfach auf ein Einkommen zu verzichten. Großeltern kann man auch nicht einplanen zu deren Schutz. Das nächste Schuljahr wird höchst wahrscheinlich wieder völlig unberechenbar, anstrengend und auch nicht das letzte sein das unter Corona leiden wird

An Homeoffice ab 4:00 und nochmal nach 21 Uhr werde ich mich gewöhnen müssen. Es wird wieder keine Sau interessieren wie man das alles gleichzeitig wuppt.

Ich hoffe inständig das man eine verträgliche Impfung oder zumindest ein Medikament auftreiben kann und der Spuk ein Ende findet.

Evtl sollte man jetzt nach einem zweiten Laptop fürs zweite Kind suchen, im September dürfte die Nachfrage steigen. Das gleiche erwarte ich auch mit Hamsterartikeln, Masken, Gummi, Stoffe usw.

Engelchen1975
3563 Beiträge
03.08.2020 08:17
Masken sind mein kleinstes Problem .
Die schulische Betreuung geht ja nur, solange die Unterrichtszeit wäre-Hort ist etwas anderes.
NUR, bei uns waren/sind eben an Zeiten die ich nachmittags arbeiten muss die Großeltern parat.
Ich weiß z. B. dass meine alleine NICHT lernen würden, oder nur einen kleinen Teil.
Und ob man 8-11 jährige über einen längeren Zeitraum überhaupt alleine lassen darf vom Gesetz her, wage ich zu bezweifeln.
Chica157
595 Beiträge
03.08.2020 14:30
So, in nrw müssen die Masken jetzt ab der weiterführenden Schule auch im Unterricht getragen werden.
Mondkind
14044 Beiträge
03.08.2020 14:36
Zitat von Chica157:

So, in nrw müssen die Masken jetzt ab der weiterführenden Schule auch im Unterricht getragen werden.


Eben gelesen. Ich bin ja nicht aus NRW. Ich finde es vollkommen ok im Gebäude, auf den Wegen,Toiletten, Pausen...aber während der kompletten 5/6 was weiß ich wieviel Stunden find ich das schon hart und grenzwertig für kinder muss ich sagen...
pinkcat92
28318 Beiträge
03.08.2020 14:59
Wir hatten heute den ersten Schultag.
Masken dürfen nur am Platz abgenommen werden.
Mit Glück gibt es nächste Woche den Stundenplan. Die Lehrer wollen abwarten wie das mit Corona weiter geht.
Eigentlich sollte es Schwimmunterricht einmal die Woche geben, der wird jetzt in 2 Wochen innerhalb von einer Woche durchgezogen. Ich bin gespannt was da noch alles kommt
Chica157
595 Beiträge
03.08.2020 15:52
Zitat von Mondkind:

Zitat von Chica157:

So, in nrw müssen die Masken jetzt ab der weiterführenden Schule auch im Unterricht getragen werden.


Eben gelesen. Ich bin ja nicht aus NRW. Ich finde es vollkommen ok im Gebäude, auf den Wegen,Toiletten, Pausen...aber während der kompletten 5/6 was weiß ich wieviel Stunden find ich das schon hart und grenzwertig für kinder muss ich sagen...

In der Oberstufe sind die ja teilweise bis 17 Uhr in der Schule
Cookie88
31682 Beiträge
03.08.2020 16:34
Zitat von Mondkind:

Zitat von Chica157:

So, in nrw müssen die Masken jetzt ab der weiterführenden Schule auch im Unterricht getragen werden.


Eben gelesen. Ich bin ja nicht aus NRW. Ich finde es vollkommen ok im Gebäude, auf den Wegen,Toiletten, Pausen...aber während der kompletten 5/6 was weiß ich wieviel Stunden find ich das schon hart und grenzwertig für kinder muss ich sagen...

Ich finde das echt nicht gut.
Die Erwachsenen heulen rum weil sie sie mal ne Stunde beim Einkaufen aufhaben sollen und die Kinder jetzt aber den ganzen Tag?
Aber von der Regierung Laschet erwarte ich auch keine Geniestreiche mehr.
markusmami
129189 Beiträge
03.08.2020 16:41
Zitat von Cookie88:

Zitat von Mondkind:

Zitat von Chica157:

So, in nrw müssen die Masken jetzt ab der weiterführenden Schule auch im Unterricht getragen werden.


Eben gelesen. Ich bin ja nicht aus NRW. Ich finde es vollkommen ok im Gebäude, auf den Wegen,Toiletten, Pausen...aber während der kompletten 5/6 was weiß ich wieviel Stunden find ich das schon hart und grenzwertig für kinder muss ich sagen...

Ich finde das echt nicht gut.
Die Erwachsenen heulen rum weil sie sie mal ne Stunde beim Einkaufen aufhaben sollen und die Kinder jetzt aber den ganzen Tag?
Aber von der Regierung Laschet erwarte ich auch keine Geniestreiche mehr.
Das sehe ich auch so. Ich bin echt gespannt, was nächste Woche bei uns raus kommt. Ob der Regelbetrieb wieder startet.
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