Mütter- und Schwangerenforum

Verlagerung Eckzähne

Änna1807
322 Beiträge
02.08.2022 18:02
Hallo

Wir waren heute zur Routinekontrolle bei unserem Hauszahnarzt. Dort wurde ein röntgenbild gemacht, zur Abklärung ob alle Zähne angelegt sind. Es sind alle Zähne angelegt, was ja schon mal gut ist, jetzt kommt aber das große aber. Die unteren eckzähne sind nicht da wo sie sein sollen, die liegen unter den Schneidezähnen. Unser Hausarzt hat das so noch nie gesehen und uns zum kieferorthopäden überwiesen, da haben wir natürlich erst im Dezember einen Termin. Der Arzt sprach von Zähnen freilegen und hochziehen und sowas. Ich mach mich jetzt wirklich total verrückt. Option zu einem anderen kieferorthopäden besteht nicht wirklich. Der Hausarzt hat dem kieferorthopäden auch direkt eine Email geschickt mit den Bildern. Gibt es hier vielleicht jemanden mit ähnlichen Erfahrungen und kann mir sagen dass alles gut wird und nicht Sonst was bevorsteht? Mein Sohn ist 10 Jahre alt.

LG Anne
Blaumeise
928 Beiträge
02.08.2022 18:45
Hm, nicht ganz, aber ähnlich. Bei sophia sind mit knapp 9 schon alle ersten Molaren raus. Problem war, ich habe gesehen das oben die Molaren (bleibenden) an der Stelle der Eckzähne kommen, von selbigen aber noch jede Spur fehlt.

Waren dann auch zur Kontrolle aber sie meinten das der Kiefer noch wächst und sobald die Eckzähne anschieben, angelegt sind sie, die Molaren nach hinten schieben. Wir sollen nur alle 4 bis 6 Monate kontrollieren ob das weiter passt. Zum KO ratet man erst ab 12 Jahren.
Und die Praxis ist wirklich sehr renommiert und viele zufriedene im Bekanntenkreis. Ggf zweite Meinung holen
flühlingslolle
8 Beiträge
02.08.2022 22:27
Mein Sohn hatte das. Der Eckzahn wurde tatsächlich "freigelegt", das war eine ganz kleine OP beim Kieferchirurgen, bei der ein Knöpfchen an den Zahn gemacht wurde, das per Draht mit der festen Spange verbunden wurde. Damit wurde der Zahn "hochgezogen" an die richtige Stelle im Kiefer. Aber zu lange warten sollte man in der Tat nicht damit ... wenn der Zahn zu weit unter die Schneidezähne wandert, kann er nicht mehr gerettet werden.
Änna1807
322 Beiträge
02.08.2022 22:57
Zitat von flühlingslolle:

Mein Sohn hatte das. Der Eckzahn wurde tatsächlich "freigelegt", das war eine ganz kleine OP beim Kieferchirurgen, bei der ein Knöpfchen an den Zahn gemacht wurde, das per Draht mit der festen Spange verbunden wurde. Damit wurde der Zahn "hochgezogen" an die richtige Stelle im Kiefer. Aber zu lange warten sollte man in der Tat nicht damit ... wenn der Zahn zu weit unter die Schneidezähne wandert, kann er nicht mehr gerettet werden.


Hm ok. Aber was soll ich denn jetzt machen wenn wir erst im Dezember einen termin bekommen haben, ist das lange? Ist das nicht schlimm? Ich hab keine Ahnung. Und ging bei deinem Sohn dann alles ohne Probleme? Also das funktioniert dann nur mit einer festen Spange?
flühlingslolle
8 Beiträge
03.08.2022 08:09
Das weiß ich leider beides nicht – also, wie das ohne feste Spange geht und ob es ein Risiko ist, noch bis Dezember zu warten (danach wartet Ihr dann ja nochmal auf den Termin, wo das dann gemacht wird), in dem Alter bewegt sich ja schon ziemlich schnell und massiv was im Kiefer. Wenn der Zahnarzt es dringend findet, dann vielleicht bei der Krankenkasse anrufen, damit die Druck macht oder Euch an eine andere Praxis vermittelt? Oder nochmal nachfragen beim Kieferorthopäden, ob dort diese Behandlung überhaupt gemacht wird? Mein Sohn wurde dafür wie gesagt zum KieferCHIRURGEN geschickt für den Schnitt.

Bei meinem Sohn hat es gut funktioniert, es dauerte glaub ich kein halbes Jahr, bis der Zahn an der richtigen Stelle rauskam.
Waffel
811 Beiträge
03.08.2022 12:25
Ich kann zu dieser speziellen Thematik nichts beitragen, aber aus eigener kieferorthopädischer Erfahrung heraus empfehlen, einen Termin in einer grossen, versierten/ erfahrenen Praxis zu vereinbaren, sofern für Euch organisierbar.

In meinem Fall lag solch eine Praxis 45 Fahrminuten (einfache Strecke) von uns entfernt. Terminvergabe für das Erstgespräch binnen 1 Woche; der Unterschied zu den beiden örtlichen kieferorthopädischen Praxen hinsichtlich Erfahrung und Behandlung war immens. In meinem Fall.

Scratty
1825 Beiträge
04.08.2022 23:01
Ist zwar nicht genau das selbe Thema, aber ich berichte trotzdem mal.

Ich habe noch einen Milch-Eckzahn. Der zweite Eckzahn liegt quer in meinem Kiefer. Das sieht man nicht und ich spüre es nicht. Ist nur ans Licht gekommen, als man ein Röntgenbild gemacht hat, als ich jugendlich war. Damals sagte der Zahnarzt, er ziehe den Milchzahn, öffne den Gaumen ein Stückchen und hole den Eckzahn mit einer Spange runter, die daran befestigt wird. Das kann wenige Tage, aber auch einige Wochen dauern. Meine Eltern haben auf mein betteln damals gegen die OP entschieden. Mein Vater lebt schon 60 Jahre mit genau der selben Sache. Solange ich keine Probleme habe, werde ich auch nichts machen lassen. Optisch sieht man nichts, ausser, dass ich einen etwas kleinen Eckzahn habe

Aber das alles ist schon etwa 25 Jahre her. Da wird sich an der Technik wahrscheinlich einiges verändert haben.

Alles Gute!
Nathalie83
671 Beiträge
05.08.2022 07:11
In der Regel läuft es (auch heute noch) so ab, dass der verlagerte retinierte Zahn chirurgisch freigelegt wird und mittels einer festsitzenden Spange in seine “normale” Position im Kiefer eingeordnet wird.
Wann und wie genau das gemacht wird, ist sehr individuell und hängt von der genauen “falschen” Position im Kiefer, dem Alter, dem Stand der Gebissentwicklung und nicht zuletzt der Mitarbeit des Patienten ab. Grundsätzlich ist das aber eine Sache, die nicht mit 1-2 Terminen erledigt ist, sondern sich über Monate und Jahre zieht und an der nicht nur ein Kieferorthopäde, sondern auch ein Kieferchirurg beteiligt sind. Will sagen: es wird noch viele Termine geben, auf die ihr länger warten müsst und sehr wahrscheinlich (!) ist ein erster Termin im Dezember nicht zu spät. Also da wird keiner sagen “um Himmels Willen, wären Sie mal im August gekommen”.

Auf der anderen Seite kann es je nach Schweregrad der Verlagerung ohnehin ein Fall für einen Spezialisten oder eine Uniklinik sein, also von dem Gedanken “ein anderer Kieferorthopäde kommt nicht in Frage” solltet ihr euch auch schon mal verabschieden bzw. da nicht so eng denken.

Solche Zähne einfach da zu lassen, wo sie sind, ist natürlich immer eine Option, wobei man da wissen sollte: sie können u.U. auch nach Jahren noch im Knochen wandern und Probleme verursachen (Entzündungen, Druck und Schädigung von Nachbarstrukturen wie Nerven/anderen Zähnen o.ä.). Meist unwahrscheinlich, aber möglich.
Außerdem sind die Milchzähne von der Natur nur für eine begrenzte Nutzungsdauer geschaffen, sie lösen sich i.d.R. von der Wurzel her mit den Jahren auf und werden auch von Mundseite her stärker abgenutzt. Dass jemand mit 40 noch den betreffenden Milchzahn hat, ist die große Ausnahme. Meist gehen sie mit 20-30 Jahren verloren. Dann hat man an der Stelle eine Lücke und u.U. kann nicht mal ein Implantat gesetzt werden, weil der verlagerte Zahn im Weg ist.
Auch der Größen- und Farbunterschied zu den bleibenden Zähnen wird nicht von jedem ästhetisch so unproblematisch bewertet.
Eine weitere Behandlungsvariante wäre: verlagerte Eckzähne da lassen, wo sie sind, Milcheckzähne rechtzeitig (in ein paar Monaten oder Jahren) ziehen und die restlichen Zähne mit einer festsitzenden Spange so einordnen, dass keine Lücken entstehen.

Also lange Rede, kurzer Sinn: genau angeschaut werden sollte es, was man wann und wie machen kann ist sehr individuell, weitere Wege und längere Termine kommen eventuell auf euch zu und ein Ersttermin erst im Dezember wäre für mich als Mutter auch unbefriedigend, ist aber aus medizinischer Sicht aller Wahrscheinlichkeit nach völlig unproblematisch.

Alles Gute!
Änna1807
322 Beiträge
05.08.2022 08:40
Zitat von Nathalie83:

In der Regel läuft es (auch heute noch) so ab, dass der verlagerte retinierte Zahn chirurgisch freigelegt wird und mittels einer festsitzenden Spange in seine “normale” Position im Kiefer eingeordnet wird.
Wann und wie genau das gemacht wird, ist sehr individuell und hängt von der genauen “falschen” Position im Kiefer, dem Alter, dem Stand der Gebissentwicklung und nicht zuletzt der Mitarbeit des Patienten ab. Grundsätzlich ist das aber eine Sache, die nicht mit 1-2 Terminen erledigt ist, sondern sich über Monate und Jahre zieht und an der nicht nur ein Kieferorthopäde, sondern auch ein Kieferchirurg beteiligt sind. Will sagen: es wird noch viele Termine geben, auf die ihr länger warten müsst und sehr wahrscheinlich (!) ist ein erster Termin im Dezember nicht zu spät. Also da wird keiner sagen “um Himmels Willen, wären Sie mal im August gekommen”.

Auf der anderen Seite kann es je nach Schweregrad der Verlagerung ohnehin ein Fall für einen Spezialisten oder eine Uniklinik sein, also von dem Gedanken “ein anderer Kieferorthopäde kommt nicht in Frage” solltet ihr euch auch schon mal verabschieden bzw. da nicht so eng denken.

Solche Zähne einfach da zu lassen, wo sie sind, ist natürlich immer eine Option, wobei man da wissen sollte: sie können u.U. auch nach Jahren noch im Knochen wandern und Probleme verursachen (Entzündungen, Druck und Schädigung von Nachbarstrukturen wie Nerven/anderen Zähnen o.ä.). Meist unwahrscheinlich, aber möglich.
Außerdem sind die Milchzähne von der Natur nur für eine begrenzte Nutzungsdauer geschaffen, sie lösen sich i.d.R. von der Wurzel her mit den Jahren auf und werden auch von Mundseite her stärker abgenutzt. Dass jemand mit 40 noch den betreffenden Milchzahn hat, ist die große Ausnahme. Meist gehen sie mit 20-30 Jahren verloren. Dann hat man an der Stelle eine Lücke und u.U. kann nicht mal ein Implantat gesetzt werden, weil der verlagerte Zahn im Weg ist.
Auch der Größen- und Farbunterschied zu den bleibenden Zähnen wird nicht von jedem ästhetisch so unproblematisch bewertet.
Eine weitere Behandlungsvariante wäre: verlagerte Eckzähne da lassen, wo sie sind, Milcheckzähne rechtzeitig (in ein paar Monaten oder Jahren) ziehen und die restlichen Zähne mit einer festsitzenden Spange so einordnen, dass keine Lücken entstehen.

Also lange Rede, kurzer Sinn: genau angeschaut werden sollte es, was man wann und wie machen kann ist sehr individuell, weitere Wege und längere Termine kommen eventuell auf euch zu und ein Ersttermin erst im Dezember wäre für mich als Mutter auch unbefriedigend, ist aber aus medizinischer Sicht aller Wahrscheinlichkeit nach völlig unproblematisch.

Alles Gute!


Vielen Dank für deine Antwort, das hat mich jetzt etwas beruhigt.
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