Mütter- und Schwangerenforum

Achterbahn der Gefühle - 7 Monat schwanger

Enie
5 Beiträge
15.01.2020 00:57
Noch bevor ich den ersten Satz hier getippt habe, fühle ich mich schon, als würde ich übertreiben und das Thema wäre eigentlich kein Thread wert
Aber die letzten Tage waren echt hart, mein Körper ist gefühlt dauermüde, der Bauch ist riesig und die meiste Zeit sehr fest und schmerzt leicht bis unangenehm (Rückenschmerzen kommen auch immer öfter). Ich bin überempfindlich und schnell gereizt, gleichzeitig lache ich ungewöhnlich viel über allerlei Dinge und könnte im selben Gefühlsmoment der Erheiterung elendlich weinen, die Tränen kommen automatisch, ich muss mich oft zusammen reißen und sie zurück halten. Das Thema Gewicht und der große Bauch ziehen mich oft ziemlich runter, bin jetzt seit Samstag frisch im 7 Monat und habe bereits 14 Kilos zugelegt
Das Kinderzimmer muss noch gestrichen und möbliert werden, zwei Möbelstücke wollten wir noch neu lackieren. Plötzlich geht mir alles zu langsam, ich denke oft, die Kleine kommt noch zu früh und es ist noch nichts geschafft...
Zudem kommt es die letzten Tagen immer öfter zu einem Streit mit meinem Freund, obwohl wir beide bis jetzt überwiegend sehr gut zusammen harmoniert haben. Wir sind im April 1 Jahr zusammen und leben seit Juli zusammen, also Zusammenziehen und Babywunsch ging von beiden Seiten aus und war auch gewollt und freudig erwartet. Deswegen macht es mich jetzt auch fertig, dass es sich bei uns gerade immer wieder so zuspitzt. Wir vertragen uns wieder, aber eine Einigung findet gerade nicht so wirklich statt.
Zudem war heute das Streitthema der Vorname der Kleinen. Ich wollte seine Meinung zu einem Zweit und Drittnamen wissen ( Kurzformen der Namen unserer beider Mütter ), woraufhin er sich beschwerte, dass er eh kein Mitspracherecht hätte. Er hätte ja nichts zu sagen und warum ich ihn dann überhaupt fragen würde. Im Nachhinein erklärte er dies als Spaß, aber da war ich schon gekränkt und verletzt, weil ich weiß, dass seine Vorwürfe ernst gemeint waren und es ihn tatsächlich stört. Aber anstatt es in Ruhe anzusprechen, war es einfach nur eine verstörte "Unterhaltung/ Diskussion" und für mich einfach nicht mehr möglich, das sachlich in Ruhe zu bereden und auszusprechen. Da saß ich schon wieder, kurz vorm weinen, am liebsten die Arme vor der Brust verschränkt, wie ein bockiger Teenie. Und so geht es die letzten Tage durchweg. Könnte alle paar Stunden heulen, möchte durchweg seine Aufmerksamkeit, fühle mich selbst gerade einfach dick und geschwollen und total unattraktiv. Seine Komplimente kann ich gerade auch einfach nicht annehmen, für mich sind sie so daher gesagt. Mir fehlt, dass der Sex, der sowieso im Moment seltener wird und irgendwie nur von mir ausgeht, auch mal seiner Initiative entspringt, er mir mehr körperliche Nähe schenkt, ich bin immer die, die sich an ihn kuschelt. Ich bin so unzufrieden mit mir selbst, dass ich mich wirklich fühle, als wäre ich wieder in der Pubertät
Bis jetzt hatte ich das Gefühl, ich hätte mich durch die Hormonumstellung in der SS nicht wirklich verändert und nun plötzlich das. Kann das jetzt erst von den Hormonen kommen oder spinne ich einfach? Denn wenn das jetzt so weiter geht, dann kann ich nur noch schwarz malen. Ich bin nicht fähig über meine Gefühle zu sprechen, fresse alles in mich herein, sage es wäre alles gut, obwohl es nicht so ist, bin verstimmt, gemein, zickig und unzufrieden, kann mich ihm nicht mitteilen/ öffnen. Stoße ihn ab, obwohl ich nichts lieber möchte, als das er mich in diesem Moment in den Arm nimmt. Wo gerade noch alles gut war, ist im nächsten Moment wieder etwas zum heulen. So war ich zuletzt mit 18,19 Jahren und meiner Beziehung damals hat das ganz und gar nicht gut getan, ich war die Terrorhexe hoch 10
Dabei bin ich mit 30 und nach einem Jahr Therapie (wegen Bindungs und Verlustängsten) so schön erwachsen geworden und hab endlich jemanden gefunden, wo es passt und endlich wieder lieben gelernt Er ist so liebevoll und geduldig, aber auch bei ihm reißt langsam der Geduldsfaden... Jetzt habe ich Angst, die Beziehung zu ruinieren.
Ich hoffe ihr seid nicht abgeschreckt von dem langen Text und versteht mich ein bisschen. Was sagt ihr dazu? Können das noch die Hormone sein? Bin ich überempfindlich? Und da wir das Thema ja schon angeschnitten haben, so nebenbei Hab ich das Recht den Babynamen zu bestimmen? In dieser Hinsicht bin ich wirklich stur, ich habe seit 8 Jahren einen favorisierten Namen für ein Mädchen, den ich durch gesetzt habe. Bei einem Jungen hätte er die Entscheidung gehabt, aber auch da wollte ich keinen Namen, der mir nicht gefiel. Ist das sehr ungerecht? Immerhin muss ich das kleine Wunder aus mir raus pressen
Ich bin gespannt auf eure Antworten, ich hoffe ihr könnt mir helfen
Stanismom
212 Beiträge
15.01.2020 06:49
Zitat von Enie:

Noch bevor ich den ersten Satz hier getippt habe, fühle ich mich schon, als würde ich übertreiben und das Thema wäre eigentlich kein Thread wert
Aber die letzten Tage waren echt hart, mein Körper ist gefühlt dauermüde, der Bauch ist riesig und die meiste Zeit sehr fest und schmerzt leicht bis unangenehm (Rückenschmerzen kommen auch immer öfter). Ich bin überempfindlich und schnell gereizt, gleichzeitig lache ich ungewöhnlich viel über allerlei Dinge und könnte im selben Gefühlsmoment der Erheiterung elendlich weinen, die Tränen kommen automatisch, ich muss mich oft zusammen reißen und sie zurück halten. Das Thema Gewicht und der große Bauch ziehen mich oft ziemlich runter, bin jetzt seit Samstag frisch im 7 Monat und habe bereits 14 Kilos zugelegt
Das Kinderzimmer muss noch gestrichen und möbliert werden, zwei Möbelstücke wollten wir noch neu lackieren. Plötzlich geht mir alles zu langsam, ich denke oft, die Kleine kommt noch zu früh und es ist noch nichts geschafft...
Zudem kommt es die letzten Tagen immer öfter zu einem Streit mit meinem Freund, obwohl wir beide bis jetzt überwiegend sehr gut zusammen harmoniert haben. Wir sind im April 1 Jahr zusammen und leben seit Juli zusammen, also Zusammenziehen und Babywunsch ging von beiden Seiten aus und war auch gewollt und freudig erwartet. Deswegen macht es mich jetzt auch fertig, dass es sich bei uns gerade immer wieder so zuspitzt. Wir vertragen uns wieder, aber eine Einigung findet gerade nicht so wirklich statt.
Zudem war heute das Streitthema der Vorname der Kleinen. Ich wollte seine Meinung zu einem Zweit und Drittnamen wissen ( Kurzformen der Namen unserer beider Mütter ), woraufhin er sich beschwerte, dass er eh kein Mitspracherecht hätte. Er hätte ja nichts zu sagen und warum ich ihn dann überhaupt fragen würde. Im Nachhinein erklärte er dies als Spaß, aber da war ich schon gekränkt und verletzt, weil ich weiß, dass seine Vorwürfe ernst gemeint waren und es ihn tatsächlich stört. Aber anstatt es in Ruhe anzusprechen, war es einfach nur eine verstörte "Unterhaltung/ Diskussion" und für mich einfach nicht mehr möglich, das sachlich in Ruhe zu bereden und auszusprechen. Da saß ich schon wieder, kurz vorm weinen, am liebsten die Arme vor der Brust verschränkt, wie ein bockiger Teenie. Und so geht es die letzten Tage durchweg. Könnte alle paar Stunden heulen, möchte durchweg seine Aufmerksamkeit, fühle mich selbst gerade einfach dick und geschwollen und total unattraktiv. Seine Komplimente kann ich gerade auch einfach nicht annehmen, für mich sind sie so daher gesagt. Mir fehlt, dass der Sex, der sowieso im Moment seltener wird und irgendwie nur von mir ausgeht, auch mal seiner Initiative entspringt, er mir mehr körperliche Nähe schenkt, ich bin immer die, die sich an ihn kuschelt. Ich bin so unzufrieden mit mir selbst, dass ich mich wirklich fühle, als wäre ich wieder in der Pubertät
Bis jetzt hatte ich das Gefühl, ich hätte mich durch die Hormonumstellung in der SS nicht wirklich verändert und nun plötzlich das. Kann das jetzt erst von den Hormonen kommen oder spinne ich einfach? Denn wenn das jetzt so weiter geht, dann kann ich nur noch schwarz malen. Ich bin nicht fähig über meine Gefühle zu sprechen, fresse alles in mich herein, sage es wäre alles gut, obwohl es nicht so ist, bin verstimmt, gemein, zickig und unzufrieden, kann mich ihm nicht mitteilen/ öffnen. Stoße ihn ab, obwohl ich nichts lieber möchte, als das er mich in diesem Moment in den Arm nimmt. Wo gerade noch alles gut war, ist im nächsten Moment wieder etwas zum heulen. So war ich zuletzt mit 18,19 Jahren und meiner Beziehung damals hat das ganz und gar nicht gut getan, ich war die Terrorhexe hoch 10
Dabei bin ich mit 30 und nach einem Jahr Therapie (wegen Bindungs und Verlustängsten) so schön erwachsen geworden und hab endlich jemanden gefunden, wo es passt und endlich wieder lieben gelernt Er ist so liebevoll und geduldig, aber auch bei ihm reißt langsam der Geduldsfaden... Jetzt habe ich Angst, die Beziehung zu ruinieren.
Ich hoffe ihr seid nicht abgeschreckt von dem langen Text und versteht mich ein bisschen. Was sagt ihr dazu? Können das noch die Hormone sein? Bin ich überempfindlich? Und da wir das Thema ja schon angeschnitten haben, so nebenbei Hab ich das Recht den Babynamen zu bestimmen? In dieser Hinsicht bin ich wirklich stur, ich habe seit 8 Jahren einen favorisierten Namen für ein Mädchen, den ich durch gesetzt habe. Bei einem Jungen hätte er die Entscheidung gehabt, aber auch da wollte ich keinen Namen, der mir nicht gefiel. Ist das sehr ungerecht? Immerhin muss ich das kleine Wunder aus mir raus pressen
Ich bin gespannt auf eure Antworten, ich hoffe ihr könnt mir helfen

Uff. Lass dich mal virtuell drücken.
Im Wesentlichen klingt es nach Hormonzirkus und "ganz normaler End- Schwangerschafts-Panik".
Beim Namen finde ich dich schon recht rigoros, kann aber andererseits verstehen, wie das mit einem langjährigen Traumnamen ist.
Mein Sohn hat "meinen " Namen jetzt übrigens als 2. Und den Liebling des Vaters (den ich immer so La La fand ) als Rufnamen, weil er mich nach der Geburt angeschaut hat und ich einfach gewusst habe, dass er so heisst.
Das mit dem Sex ist auch so eine mühsame Sache. EIN Hauptproblem ist mE, dass "die Männer " einfach nicht kapieren können, dass GERADE ein launisches, schnaufendes, abwechselnd heulend-keifend-hungrig-himmelhochjauchzendes Nilpferd, dass sich die Socken abends nicht mehr alleine ausziehen kann, dringend das Gefühl braucht, begehrt zu werden.
Und die Sache mit dem Baby im Bauch, das sie ja nicht so unmittelbar spüren wie wir - und das grad in diesen Situationen- vielleicht auch "als Konkurrenz "- präsent wird, ist ihnen auch oft suspekt.
Bezüglich Wohnung: schnauf durch, alles wird gut. Am Ende ist es dem Butzi nämlich piepegal/wurscht, ob die Möbel stehen. Und dir auch! ...Kind kam 3 Wochen zu früh, die Babymöbel hat meine Schwester aufgebaut, als ich im KH war. Baby und ich waren aber eh zu 99% im Bett/auf der Couch.

Alles wird gut.

Alles Liebe!
LittleTiger
346 Beiträge
15.01.2020 10:29
Fühl dich erstmal gedrückt!!

Mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit sind es einfach die Hormone, die bei dir so ein Gefühlschaos verursachen.

Da bei euch alles sehr schnell ging (zusammenkommen, zusammenziehen, schwanger werden) finde ich es wahrscheinlich, dass auch das noch zusätzlich zu den Spannungen beiträgt. Ihr seid ja im Prinzip immer noch in der Kennenlernphase.

Was den Namen angeht finde ich dich zu streng. Dein Freund hat genauso viel Mitspracherecht meiner Ansicht nach. Versuche doch mal, da auf ihn zuzugehen.

Alles Gute euch
Lealein
9366 Beiträge
15.01.2020 11:46
Erkläre ihm deine derzeitige Gefühlslage. Tatsächlich dreht man schon ein bisschen am Rad mit den ganzen Hormonen (wobei man sich selbst immer wieder ermahnen sollte, dass das kein Freifahrtsschein ist). Das muss der Partner unbedingt erfahren, was gerade alles in einem vorgeht. Wenn du mal wieder seltsam reagierst und im Nachhinein über die Situation nachdenkst, solltest du ihm auch sagen, dass deine Reaktion unangemessen/falsch war und dann ist gut.

Namen: nein, das sollte von beiden entschieden werden und bedarf oft Kompromissbereitschaft (von beiden Seiten ). Oder fändest du es fair, wenn er bestimmen dürfte, "nur" weil er das Kind gebärt?
Enie
5 Beiträge
18.01.2020 14:06
Danke erstmal für eure lieben Antworten
Es bessert sich im Moment wieder. Nach der letzten Situation, wo wir uns mal wieder in die Haare gekommen sind, habe ich endlich, mit viel Rumdruckserei, mit der Sprache heraus gerückt. Ihm erklärt, dass mir alles im Moment sehr nahe geht und ich sehr empfindlich reagiere, alles aber nicht böse meine. Er war tatsächlich überrascht, weil er diese Auseinandersetzungen gar nicht so arg aufgefasst hatte, sondern als normale Zankereien in einer Beziehung. Danach ging es uns auf jeden Fall besser

Mit dem Namen habt ihr recht, er hat auf jeden Fall das Mitspracherecht. (Oh bitte, steinigt mich nicht) Aber in diesem Fall bin ich unglaublich stur.
Das Mädchen wird später seinen Nachnamen tragen, damit war ich sofort mit einverstanden, aber diesen einen Vornamen trage ich schon so lange mit mir herum, dass ich gar nicht nachgeben könnte. Familie und Freunde kennen den Namen bereits, die Kleine wird auch schon danach genannt, ein Zurück könnte ich schwer verkraften. Aber, ich weiß das ist jetzt vielleicht ein kleiner Trost Aber beim zweiten Kind, werde ich versuchen die Füße still zu halten.
  • Dieses Thema wurde 2 mal gemerkt