Mütter- und Schwangerenforum

Blutung, Gerinnung (Lipoprotein a/D-Dimere), Blutdruck/hoher Puls, Nierenstau Erfahrungsbericht

Chris198
2 Beiträge
25.11.2021 00:39
Eine Schwangerschaft mit viel Angst und ganz bestimmt zu viel Google. Ich habe mir während der Schwangerschaft gesagt, ich teile meine Erfahrung, wenn ich endlich am Ziel bin. Daher hier ein kleiner Bericht, um allen, die auch ängstlich aufgrund von Themen oder Befunden sind, vielleicht ein wenig Mut zu machen.

Kurz vorab, ich bin Anfang 30, lebe gesund, kein Übergewicht, keine Beschwerden, vorher keine Schwangerschaft. In Betreuung war ich bei mehreren Degum2-Ärzten.

Hier die „Zusammenfassung“:
- Start: leerer Eisenspeicher inkl. niedriger HB und Blutgruppe Rhesus-negativ. Ersteres sollte ich mit Tabletten supplementieren, Zweiteres auf die Prophylaxe achten. Eisen (HB) war dann immer so bei ok-Werten ca. 10,5.
- In der sechsten Woche Schmierblutung/bräunlicher Ausfluss bekommen, die sich bis zur 16 Woche gezogen haben. Woher, konnte keiner sagen. Ab Start der Blutungen wollten wir dann engmaschigere Kontrollen, obwohl es immer heißt „man kann im Zweifel am Anfang eh nichts ändern“. Ich habe dann Progesteron zum Spritzen bekommen und Bettruhe. Im Zuge der Kontrollen kamen dann auch zwei weitere Themen ins Spiel:
- Thema HCG-Verdopplung. Ganz nerviges Thema! Ähnlich wie mit 1mm pro Tag-Wachstum in der embryonalen Phase. Bei beiden Sachen verrückt gemacht, weil es von der „Norm“ abgewichen ist. Keine Verdopplung (in ssw 7 war es glaub ich) und teilweise auch nur 4-5 mm in einer Woche gewachsen statt 7.
- Ende des vierten Monats waren dann die Blutungen nicht mehr da und unser Bauchbewohner war im Durchschnitt. Endlich aufatmen.
- Es wurde dann eher durch Zufall im sechsten Monat bei einer Untersuchung bei mir ein hoher D-Dimere-Wert abgenommen/festgestellt. Dieser ist in der Schwangerschaft immer erhöht aber bei mir lag er anfangs bei 2.300 (ssw 20) und ist dann, trotz Heparin einmal sogar auf 4.300 gestiegen.
- Genau, Heparin, kennen viele. Dieses wurde mir dann, zusammen mit ASS prophylaktisch gegeben, da mein Blut weiter untersucht wurde und zusätzlich noch ein hoher Lipoprotein-a-Wert festgestellt wurde (150 bei 75 Höchstgrenze)). Dies ist ein vererbter, noch unveränderbarer Bluttfett-Wert, der mit unschönen Sachen in Verbindung gebracht wird. Hab ich natürlich alles bis ins Letzte gegooglet. Schön ist, das es wohl bald ein Medikament geben wird, womit man diesen dann doch senken kann. Und ob Heparin und ASS tatsächlich helfen, gibt es auch unterschiedliche Meinungen zu. Ich glaube definitiv ja.
- Es haben sich dann noch grenzwertige und zu beobachtende Blutdruckwerte von 135/90 dazu gesellt sowie ein hoher Ruhepuls (110-130). Spoiler: Eine Praeklampsie hat sich nicht ausgebildet.
- Bei der Kleinen wurde dann noch ein einseitiger Nierenstau festgestellt. Allerdings mit ca. 5-6mm noch okay. Mal schauen wie sich das entwickelt.

Bestimmt habe ich noch was vergessen.
Aber wichtig ist ja das Ende vom Lied und das ist meine Tochter die mit 3,5 Kilo bei einer spontanen Geburt zur Welt gekommen ist. Kaiserschnitt war auch im Raum, aufgrund der ganzen Ängste und dass ich 24 Stunden nach Heparingabe keine PDA hätte bekommen können (Uniklinik Hamburg) Und das wäre auch völlig okay gewesen. Diese Anti-Kaiserschnitt-Menschen, auch ganz furchtbar. Jeder wie er will und kann und der Bindung zum Kind tut das sicher kein Abbruch.

Wen jetzt noch weiter meine Meinung zu den Themen interessiert, hier Bitteschön: ich musste insbesondere in den Foren neu oder dazu lernen, wie unterschiedlich Frauen es doch echt gibt. Von richtig frustrierten, gemeinen Schreckschrauben die Angst schüren wollen hin zu wahren Engeln und/oder auch richtig coolen, belesenen Frauen.
Durch das viele googlen, stößt man zwangsläufig auf sehr viel Leid und traurige und vor allem unfaire Geschichten. An alle Frauen die schwangerschaftsbedingt bzw. das Thema Kinder-kriegen Schlimmes durchleben mussten oder müssen, ich empfinde extrem großes Mitgefühl! Und großen Respekt, wie viele nie aufgeben und weiter kämpfen.

Was ich sehr schade finde, ist die auf den ersten Blick recht dünne bzw. schlecht belegte Informationslage im
Internet gepaart mit vielen verschiedenen Meinungen. Man muss häufig schon Geld ausgeben oder sich auch international durch Fachliteratur fuchsen, um beispielsweise prozentuale Angaben oder Quellen zu vielen Dingen zu bekommen. Was meistens aber wirklich extrem beruhigt! Weil die schlimmsten Sachen meist sie seltensten sind, aber im gleichen Atemzug genannt werden. Häufig ohne Zusatz, dass es seltener vorkommt. Also bitte her mit Zahlen und Quellen!

Mein Fazit, zu jedem meiner Themen findet man auch Schlimmes! Aber es ist bei mir und den meisten gut gegangen, selbst wenn sich die Befunde nur so häufen.

Mein Tipp, wenn ihr ängstlich seid, sofern möglich, spart nicht am Frauenarzt. Ich musste viele Termine privat bezahlen, aber das Gefühl wenn dir ein Degum2-Arzt was Positives sagt oder wie die den Ultraschall machen, einfach toll. Alles Geld wert und mein Respekt vor Ärzten und auch Hebammen ist noch mal mehr gestiegen.

Weiterer Tipp, entgegen der Meinung von Fachleuten: Lasst eure Gerinnung checken. Ich hätte gern meine Gerinnungswerte vor der Schwangerschaft gekannt und schon behandelt bzw. dann früher angefangen. Und bitte beachten, das ist nicht das was ihr beim normalen großen oder kleinen Blutbild unter Gerinnung lest. Das ist bei mir auch super. Lasst eure Gerinnung checken, insbesondere wenn ihr Schwierigkeiten habt Schwanger zu werden oder bspw. Blutungen habt. Das Argument der Fachleute ist, unnötige Panik, da meistens alles gut ist.
Was ich ja super finde und es auch glaube.
Die Empfehlung ist aber auch, erst nach dem zweiten oder dritten schlimmen Ausgang das zu checken. Das wiederum finde ich zu „medizinisch kalt“.

So das wäre es von mir, obwohl ich noch einiges schreiben könnte. Ich wünsche euch allen nur das Beste aber vor Allem gesunde Schwangerschaften und lebende und im besten Fall auch gesunde Kinder.
Yoshi2020
273 Beiträge
25.11.2021 13:21
Zitat von Chris198:

Eine Schwangerschaft mit viel Angst und ganz bestimmt zu viel Google. Ich habe mir während der Schwangerschaft gesagt, ich teile meine Erfahrung, wenn ich endlich am Ziel bin. Daher hier ein kleiner Bericht, um allen, die auch ängstlich aufgrund von Themen oder Befunden sind, vielleicht ein wenig Mut zu machen.

Kurz vorab, ich bin Anfang 30, lebe gesund, kein Übergewicht, keine Beschwerden, vorher keine Schwangerschaft. In Betreuung war ich bei mehreren Degum2-Ärzten.

Hier die „Zusammenfassung“:
- Start: leerer Eisenspeicher inkl. niedriger HB und Blutgruppe Rhesus-negativ. Ersteres sollte ich mit Tabletten supplementieren, Zweiteres auf die Prophylaxe achten. Eisen (HB) war dann immer so bei ok-Werten ca. 10,5.
- In der sechsten Woche Schmierblutung/bräunlicher Ausfluss bekommen, die sich bis zur 16 Woche gezogen haben. Woher, konnte keiner sagen. Ab Start der Blutungen wollten wir dann engmaschigere Kontrollen, obwohl es immer heißt „man kann im Zweifel am Anfang eh nichts ändern“. Ich habe dann Progesteron zum Spritzen bekommen und Bettruhe. Im Zuge der Kontrollen kamen dann auch zwei weitere Themen ins Spiel:
- Thema HCG-Verdopplung. Ganz nerviges Thema! Ähnlich wie mit 1mm pro Tag-Wachstum in der embryonalen Phase. Bei beiden Sachen verrückt gemacht, weil es von der „Norm“ abgewichen ist. Keine Verdopplung (in ssw 7 war es glaub ich) und teilweise auch nur 4-5 mm in einer Woche gewachsen statt 7.
- Ende des vierten Monats waren dann die Blutungen nicht mehr da und unser Bauchbewohner war im Durchschnitt. Endlich aufatmen.
- Es wurde dann eher durch Zufall im sechsten Monat bei einer Untersuchung bei mir ein hoher D-Dimere-Wert abgenommen/festgestellt. Dieser ist in der Schwangerschaft immer erhöht aber bei mir lag er anfangs bei 2.300 (ssw 20) und ist dann, trotz Heparin einmal sogar auf 4.300 gestiegen.
- Genau, Heparin, kennen viele. Dieses wurde mir dann, zusammen mit ASS prophylaktisch gegeben, da mein Blut weiter untersucht wurde und zusätzlich noch ein hoher Lipoprotein-a-Wert festgestellt wurde (150 bei 75 Höchstgrenze)). Dies ist ein vererbter, noch unveränderbarer Bluttfett-Wert, der mit unschönen Sachen in Verbindung gebracht wird. Hab ich natürlich alles bis ins Letzte gegooglet. Schön ist, das es wohl bald ein Medikament geben wird, womit man diesen dann doch senken kann. Und ob Heparin und ASS tatsächlich helfen, gibt es auch unterschiedliche Meinungen zu. Ich glaube definitiv ja.
- Es haben sich dann noch grenzwertige und zu beobachtende Blutdruckwerte von 135/90 dazu gesellt sowie ein hoher Ruhepuls (110-130). Spoiler: Eine Praeklampsie hat sich nicht ausgebildet.
- Bei der Kleinen wurde dann noch ein einseitiger Nierenstau festgestellt. Allerdings mit ca. 5-6mm noch okay. Mal schauen wie sich das entwickelt.

Bestimmt habe ich noch was vergessen.
Aber wichtig ist ja das Ende vom Lied und das ist meine Tochter die mit 3,5 Kilo bei einer spontanen Geburt zur Welt gekommen ist. Kaiserschnitt war auch im Raum, aufgrund der ganzen Ängste und dass ich 24 Stunden nach Heparingabe keine PDA hätte bekommen können (Uniklinik Hamburg) Und das wäre auch völlig okay gewesen. Diese Anti-Kaiserschnitt-Menschen, auch ganz furchtbar. Jeder wie er will und kann und der Bindung zum Kind tut das sicher kein Abbruch.

Wen jetzt noch weiter meine Meinung zu den Themen interessiert, hier Bitteschön: ich musste insbesondere in den Foren neu oder dazu lernen, wie unterschiedlich Frauen es doch echt gibt. Von richtig frustrierten, gemeinen Schreckschrauben die Angst schüren wollen hin zu wahren Engeln und/oder auch richtig coolen, belesenen Frauen.
Durch das viele googlen, stößt man zwangsläufig auf sehr viel Leid und traurige und vor allem unfaire Geschichten. An alle Frauen die schwangerschaftsbedingt bzw. das Thema Kinder-kriegen Schlimmes durchleben mussten oder müssen, ich empfinde extrem großes Mitgefühl! Und großen Respekt, wie viele nie aufgeben und weiter kämpfen.

Was ich sehr schade finde, ist die auf den ersten Blick recht dünne bzw. schlecht belegte Informationslage im
Internet gepaart mit vielen verschiedenen Meinungen. Man muss häufig schon Geld ausgeben oder sich auch international durch Fachliteratur fuchsen, um beispielsweise prozentuale Angaben oder Quellen zu vielen Dingen zu bekommen. Was meistens aber wirklich extrem beruhigt! Weil die schlimmsten Sachen meist sie seltensten sind, aber im gleichen Atemzug genannt werden. Häufig ohne Zusatz, dass es seltener vorkommt. Also bitte her mit Zahlen und Quellen!

Mein Fazit, zu jedem meiner Themen findet man auch Schlimmes! Aber es ist bei mir und den meisten gut gegangen, selbst wenn sich die Befunde nur so häufen.

Mein Tipp, wenn ihr ängstlich seid, sofern möglich, spart nicht am Frauenarzt. Ich musste viele Termine privat bezahlen, aber das Gefühl wenn dir ein Degum2-Arzt was Positives sagt oder wie die den Ultraschall machen, einfach toll. Alles Geld wert und mein Respekt vor Ärzten und auch Hebammen ist noch mal mehr gestiegen.

Weiterer Tipp, entgegen der Meinung von Fachleuten: Lasst eure Gerinnung checken. Ich hätte gern meine Gerinnungswerte vor der Schwangerschaft gekannt und schon behandelt bzw. dann früher angefangen. Und bitte beachten, das ist nicht das was ihr beim normalen großen oder kleinen Blutbild unter Gerinnung lest. Das ist bei mir auch super. Lasst eure Gerinnung checken, insbesondere wenn ihr Schwierigkeiten habt Schwanger zu werden oder bspw. Blutungen habt. Das Argument der Fachleute ist, unnötige Panik, da meistens alles gut ist.
Was ich ja super finde und es auch glaube.
Die Empfehlung ist aber auch, erst nach dem zweiten oder dritten schlimmen Ausgang das zu checken. Das wiederum finde ich zu „medizinisch kalt“.

So das wäre es von mir, obwohl ich noch einiges schreiben könnte. Ich wünsche euch allen nur das Beste aber vor Allem gesunde Schwangerschaften und lebende und im besten Fall auch gesunde Kinder.


Bei mir wurde dieses Jahr auch das gleiche festgestellt. Vererbter zu hoher Lipowert obwohl ich 50kg-52 kg bei 174 cm bin. Bei mir wurden Faktor 5 Leiden ausgeschlossen und auch andere thromobozytensachen, Genauen Wortlaut weiß ich nicht mehr. Renne momentan auch von Arzt zu Arzt. Zu hoher D dimerwert unbekannter Ursache. Musste Thromobosespritzen nehmen, muss bald zur nachkontrolle ob der jetzt wieder unten ist.

Mein Blutdruck ist immer niedrig. Mein Hämoglobinwert ist immer unterdurchschnittlich aber mein Eisenwert wohl normal.

Kannst du nochmal einzeln aufschreiben was genau bei dir gemacht wurde? Habe zwei Fehlgeburten hinter mir und will wissen ob es daran lag.
Chris198
2 Beiträge
25.11.2021 18:33
Hallo Yoshi2020,
zunächst tut es mir leid bzgl. deiner zwei Fehlgeburten! Darf ich fragen, in welchen Wochen diese waren? Es wurde beim Hausarzt Blut abgenommen, weil ich bisschen Schmerzen in der Nierengegend hatte und zum Glück wurde hier auch der D-Dimere-Wert festgestellt. Dieser lag wie gesagt bei 2.300, was für die ssw laut Normwerten sehr hoch ist. Das habe ich meinem Frauenarzt mitgeteilt, der mein Blut dann bei einem Gerinnungslabor hat prüfen lassen. Hier wurde dann auch „nur“ ein zu hoher Lipoprotein a-Wert festgestellt. Keine Faktoren-Leiden, APS etc. .

Ich habe mit Clexane 40mg angefangen, der Wert ging etwas runter, dann aber um die ssw 30 auf 4.600. Es wurde dann erhöht auf Clexane 60mg. Und parallel immer ASS bis ssw 35 genommen.

Was ich auch immer gemacht habe, jeden Tag spazieren mindest. 45 Minuten, kalte Wechselduschen und kniehohe Kompressionsstrümpfe. Gefühlt alles prophylaktisch weil ich auch keine Thrombose hatte. Wurde zweimal während der Schwangerschaft gecheckt. Was davon am besten geholfen hat, kann ich nicht sagen. Aber denke das es die Medikamente schon stark beeinflussen. Aber auch die soften Sachen, wie Bewegung sind bestimmt unterstützend gut. Ganz wichtig auch, so klischeehaft sich das anhört: viel trinken. Hab mich echt gezwungen mind. 2,5-3 Liter am Tag zu trinken.

Mein Tipp für dich, sofern du merkst das dein Frauenarzt sich nicht so gut auskennt mit dem Thema, probiere ein „Gerinnungsarzt“ (Gerinnungsambulanz/Hämatologen)aufzusuchen, der dich und deine Situation überwacht und dich einstellt. Hier gibts Parameter, die er neben dem D-dimere misst, wie das Heparin wirkt. Darf auch nicht zuviel sein. Ist nicht ganz einfach jemand zu finden, aber für sie Schwangerschaft und Geburt schon wichtig. Dein Frauenarzt sollte dir hier eine Überweisung geben. Das Thema Gerinnung ist super komplex! Und eventuell wird dir auch gesagt, kein Handlungsbedarf bei deinem Befund.

Aber möchte aber nochmal zum Ausdruck bringen, dass ich keine Expertin bin. Habe nur ziemlich viel darüber gelesen. Es ist ja wohl so, dass jeder vierte Erwachsene einen erhöhten Lipo a-Wert hat. Demnach also 12,5% Frauen, wenn ich mich nicht verrechne. Das bedeutet für mich, dass es sehr viele gibt, bei denen das keinen Einfluss hat und man keine Panik haben muss, wenn nur dieser eine Wert erhöht ist.
Bei mir wurde auch immer gesagt: „rein prophylaktisch“

Ich weiß natürlich nicht, was passiert wäre, wäre das nicht rausgekommen und hätte ich nicht reagiert. Vielleicht trotzdem alles gut, vielleicht auch nicht.

Ich finde es wie in meinem Eingangspost erwähnt aber sehr Schade in diesem Fall, dass nicht ein Experte mal richtig schön verständlich anhand von Daten diesen Wert in Verbindung mit Schwangerschaft erklärt.

Ich schweife ab, zusammenfassend, kurz und knapp deine Frage:was wurde bei mir gemacht/was sollte man machen:

- Richtige Medikation (Heparin/ASS)
- Bewegung
- Viel Flüssigkeit
- Kompressionsstrümpfe(eigentlich nur bei Thrombosegefahr, aber sind ja allgemein nicht schlecht) habe hier allerdings keine medizinischen anfertigen lassen sondern einfach ne standardgröße bei meevo gekauft.
- (Massagen) zwinge deinen Mann. Wenigstens 5 Minuten bisschen Füße am Abend.

Ich wünsche dir alles Gute und das es bald
klappt!
Jarla
7219 Beiträge
26.11.2021 23:28
Zitat von Yoshi2020:

Zitat von Chris198:

Eine Schwangerschaft mit viel Angst und ganz bestimmt zu viel Google. Ich habe mir während der Schwangerschaft gesagt, ich teile meine Erfahrung, wenn ich endlich am Ziel bin. Daher hier ein kleiner Bericht, um allen, die auch ängstlich aufgrund von Themen oder Befunden sind, vielleicht ein wenig Mut zu machen.

Kurz vorab, ich bin Anfang 30, lebe gesund, kein Übergewicht, keine Beschwerden, vorher keine Schwangerschaft. In Betreuung war ich bei mehreren Degum2-Ärzten.

Hier die „Zusammenfassung“:
- Start: leerer Eisenspeicher inkl. niedriger HB und Blutgruppe Rhesus-negativ. Ersteres sollte ich mit Tabletten supplementieren, Zweiteres auf die Prophylaxe achten. Eisen (HB) war dann immer so bei ok-Werten ca. 10,5.
- In der sechsten Woche Schmierblutung/bräunlicher Ausfluss bekommen, die sich bis zur 16 Woche gezogen haben. Woher, konnte keiner sagen. Ab Start der Blutungen wollten wir dann engmaschigere Kontrollen, obwohl es immer heißt „man kann im Zweifel am Anfang eh nichts ändern“. Ich habe dann Progesteron zum Spritzen bekommen und Bettruhe. Im Zuge der Kontrollen kamen dann auch zwei weitere Themen ins Spiel:
- Thema HCG-Verdopplung. Ganz nerviges Thema! Ähnlich wie mit 1mm pro Tag-Wachstum in der embryonalen Phase. Bei beiden Sachen verrückt gemacht, weil es von der „Norm“ abgewichen ist. Keine Verdopplung (in ssw 7 war es glaub ich) und teilweise auch nur 4-5 mm in einer Woche gewachsen statt 7.
- Ende des vierten Monats waren dann die Blutungen nicht mehr da und unser Bauchbewohner war im Durchschnitt. Endlich aufatmen.
- Es wurde dann eher durch Zufall im sechsten Monat bei einer Untersuchung bei mir ein hoher D-Dimere-Wert abgenommen/festgestellt. Dieser ist in der Schwangerschaft immer erhöht aber bei mir lag er anfangs bei 2.300 (ssw 20) und ist dann, trotz Heparin einmal sogar auf 4.300 gestiegen.
- Genau, Heparin, kennen viele. Dieses wurde mir dann, zusammen mit ASS prophylaktisch gegeben, da mein Blut weiter untersucht wurde und zusätzlich noch ein hoher Lipoprotein-a-Wert festgestellt wurde (150 bei 75 Höchstgrenze)). Dies ist ein vererbter, noch unveränderbarer Bluttfett-Wert, der mit unschönen Sachen in Verbindung gebracht wird. Hab ich natürlich alles bis ins Letzte gegooglet. Schön ist, das es wohl bald ein Medikament geben wird, womit man diesen dann doch senken kann. Und ob Heparin und ASS tatsächlich helfen, gibt es auch unterschiedliche Meinungen zu. Ich glaube definitiv ja.
- Es haben sich dann noch grenzwertige und zu beobachtende Blutdruckwerte von 135/90 dazu gesellt sowie ein hoher Ruhepuls (110-130). Spoiler: Eine Praeklampsie hat sich nicht ausgebildet.
- Bei der Kleinen wurde dann noch ein einseitiger Nierenstau festgestellt. Allerdings mit ca. 5-6mm noch okay. Mal schauen wie sich das entwickelt.

Bestimmt habe ich noch was vergessen.
Aber wichtig ist ja das Ende vom Lied und das ist meine Tochter die mit 3,5 Kilo bei einer spontanen Geburt zur Welt gekommen ist. Kaiserschnitt war auch im Raum, aufgrund der ganzen Ängste und dass ich 24 Stunden nach Heparingabe keine PDA hätte bekommen können (Uniklinik Hamburg) Und das wäre auch völlig okay gewesen. Diese Anti-Kaiserschnitt-Menschen, auch ganz furchtbar. Jeder wie er will und kann und der Bindung zum Kind tut das sicher kein Abbruch.

Wen jetzt noch weiter meine Meinung zu den Themen interessiert, hier Bitteschön: ich musste insbesondere in den Foren neu oder dazu lernen, wie unterschiedlich Frauen es doch echt gibt. Von richtig frustrierten, gemeinen Schreckschrauben die Angst schüren wollen hin zu wahren Engeln und/oder auch richtig coolen, belesenen Frauen.
Durch das viele googlen, stößt man zwangsläufig auf sehr viel Leid und traurige und vor allem unfaire Geschichten. An alle Frauen die schwangerschaftsbedingt bzw. das Thema Kinder-kriegen Schlimmes durchleben mussten oder müssen, ich empfinde extrem großes Mitgefühl! Und großen Respekt, wie viele nie aufgeben und weiter kämpfen.

Was ich sehr schade finde, ist die auf den ersten Blick recht dünne bzw. schlecht belegte Informationslage im
Internet gepaart mit vielen verschiedenen Meinungen. Man muss häufig schon Geld ausgeben oder sich auch international durch Fachliteratur fuchsen, um beispielsweise prozentuale Angaben oder Quellen zu vielen Dingen zu bekommen. Was meistens aber wirklich extrem beruhigt! Weil die schlimmsten Sachen meist sie seltensten sind, aber im gleichen Atemzug genannt werden. Häufig ohne Zusatz, dass es seltener vorkommt. Also bitte her mit Zahlen und Quellen!

Mein Fazit, zu jedem meiner Themen findet man auch Schlimmes! Aber es ist bei mir und den meisten gut gegangen, selbst wenn sich die Befunde nur so häufen.

Mein Tipp, wenn ihr ängstlich seid, sofern möglich, spart nicht am Frauenarzt. Ich musste viele Termine privat bezahlen, aber das Gefühl wenn dir ein Degum2-Arzt was Positives sagt oder wie die den Ultraschall machen, einfach toll. Alles Geld wert und mein Respekt vor Ärzten und auch Hebammen ist noch mal mehr gestiegen.

Weiterer Tipp, entgegen der Meinung von Fachleuten: Lasst eure Gerinnung checken. Ich hätte gern meine Gerinnungswerte vor der Schwangerschaft gekannt und schon behandelt bzw. dann früher angefangen. Und bitte beachten, das ist nicht das was ihr beim normalen großen oder kleinen Blutbild unter Gerinnung lest. Das ist bei mir auch super. Lasst eure Gerinnung checken, insbesondere wenn ihr Schwierigkeiten habt Schwanger zu werden oder bspw. Blutungen habt. Das Argument der Fachleute ist, unnötige Panik, da meistens alles gut ist.
Was ich ja super finde und es auch glaube.
Die Empfehlung ist aber auch, erst nach dem zweiten oder dritten schlimmen Ausgang das zu checken. Das wiederum finde ich zu „medizinisch kalt“.

So das wäre es von mir, obwohl ich noch einiges schreiben könnte. Ich wünsche euch allen nur das Beste aber vor Allem gesunde Schwangerschaften und lebende und im besten Fall auch gesunde Kinder.


Bei mir wurde dieses Jahr auch das gleiche festgestellt. Vererbter zu hoher Lipowert obwohl ich 50kg-52 kg bei 174 cm bin. Bei mir wurden Faktor 5 Leiden ausgeschlossen und auch andere thromobozytensachen, Genauen Wortlaut weiß ich nicht mehr. Renne momentan auch von Arzt zu Arzt. Zu hoher D dimerwert unbekannter Ursache. Musste Thromobosespritzen nehmen, muss bald zur nachkontrolle ob der jetzt wieder unten ist.

Mein Blutdruck ist immer niedrig. Mein Hämoglobinwert ist immer unterdurchschnittlich aber mein Eisenwert wohl normal.

Kannst du nochmal einzeln aufschreiben was genau bei dir gemacht wurde? Habe zwei Fehlgeburten hinter mir und will wissen ob es daran lag.

Der erhöhte Lipopretein A Wert kann die Anlage der Plazenta beeinflussen. Insbesondere die Blutgefäße und kann dort Mini Thrombosen verursachen, die man so nicht sieht und bei einigen Frauen eine Präeklampsie verursachen können.
Deshalb auch mein Rat. Geh zum Gerinnungsspezialisten.
Ich hatte auch 2 Fehlgeburten sowie zwei intakte Schwangerschaften. Musste hoch dosiert Clexane spritzen (80) und Clopidogrel einnehmen. Das war schon ziemlich viel, aber unerlässlich
Yoshi2020
273 Beiträge
02.12.2021 10:18
Danke!

Habe schon eine Überweisung.
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