Mütter- und Schwangerenforum

JKKSL Interview mit der Autorin

15.01.2014 21:12
Falls es jemanden Interessiert...

München (ots) - "Nähme ein Verlag mein Buch aus dem Programm, ginge ich eben zum nächsten" Im Exklusiv-Interview mit der Zeitschrift ELTERN spricht die Autorin Annette Kast-Zahn über die Proteste gegen "Jedes Kind kann schlafen lernen"

In den vergangenen Monaten rollte eine Wut-Welle durchs Internet: Knapp 5000 Menschen forderten den Verlag der Autorin Annette Kast-Zahn auf, ihr Buch "Jedes Kind kann schlafen lernen" vom Markt zu nehmen. Für ihre aktuelle Ausgabe (ab heute im Handel) sprach die Zeitschrift ELTERN mit der Diplom-Psychologin und Psychotherapeutin.

"Was für ein absurder Gedanke: Ein Ratgeber, der unzähligen Eltern geholfen hat, soll plötzlich der Zensur zum Opfer fallen", kommentiert Annette Kast-Zahn die Proteste im Internet. "Noch dazu ist die Forderung völlig unsinnig. Nähme ein Verlag mein Buch aus dem Programm, ginge ich mit meinem Manuskript eben zum nächsten."

Die Kritik an ihrem Ratgeber entzündet sich vor allem daran, dass die Autorin darin dazu rät, Babys ab sechs Monaten minutenlang weinen zu lassen, damit sie lernen, allein einzuschlafen. Kast-Zahn: "Aber ich betone auch mehrfach, dass diese Minutenangaben nur Richtwerte sind und dass Eltern diese nach Belieben verkürzen können, aber niemals verlängern sollten."

Warum es überhaupt so wichtig sei, dass Babys allein einschlafen lernen, erklärt die Psychologin so: "Wenn in einer Familie eine Schlafsituation herrscht, mit der es allen gut geht, gibt es keinen Handlungsbedarf - egal, ob das Baby allein einschläft oder nicht. Aber wenn alle unter Schlafmangel leiden, kann das mit ungünstigen Einschlafgewohnheiten zusammenhängen, die verhindern, dass das Baby nachts durchschläft."

Die ELTERN-Redaktion weist in dem Interview darauf hin, dass sie ihren Lesern dazu rät, einen Kompromiss zwischen den Schlafbedürfnissen aller Familienmitglieder zu finden, ohne dem Baby den Stress eines Schlaflernprogramms zuzumuten. Auf die Frage, was passieren müsse, damit sie ihr Buch in diese Richtung umschreibt, antwortet Annette Kast-Zahn: "Entweder müsste jemand den Nachweis erbringen, dass Schlaftrainings tatsächlich schädlich sind - oder jemand müsste einen besseren Weg finden, wie eine für Eltern und Babys belastende Schlafsituation schnell, effizient und nachweislich wirkungsvoll verbessert werden kann."
Das Vollständige Interview mit der Autorin von “Jedes Kind kann schlafen Lernen“ mit Annette Kast-Zahn ab 15.1. in ELTERN

feenebeene
15331 Beiträge
15.01.2014 21:21
Ich kann die Frau nicht verstehen... *kopfschüttel*

Aber das gibt hier sicher wieder eine riesen Diskussion- die leider wieder nicht sachlich bleiben wird...
15.01.2014 21:26
Ich hab die Eltern hier und den Artikel gestern gelesen.

Ganz ehrlich: die Alte ist nicht ganz dicht.
Mehr kann ich dazu gar nicht sagen.
Babyjule
271 Beiträge
15.01.2014 21:28
Ich kann zu diesem Buch nichts sagen!!!!

ich habe es nicht gelesen.
Mit Absicht!

15.01.2014 21:30
Will jetzt keine Diskussion wach rufen, nur darauf aufmerksam machen, falls jemand sich dafür interessiert.
schnibbe
2235 Beiträge
15.01.2014 21:37
Ich find das Buch gruselig - aber man muss schon selbst entscheiden, was man lesen will und an welche Tipps man sich halten will.
Das Buch nicht mehr zu drucken find ich auch nicht die Lösung. Das entmündigt die Leserschaft. Wie gesagt, jeder muss selbst für sich entscheiden welche Ratschläge und Tipps er/sie ausporbieren will und für richtig hält.
Ich hör fast immer auf mein Bauchgefühl, das liegt meistens richtig. Damit fahr ich ziemlich gut. Wir hatten aber auch nie Schlaf- bzw Einschlafprobleme. Da hab ich natürlich auch leicht reden.
15.01.2014 23:14
Ich will mal ganz sachlich schreiben. Ich kenne das Buch nicht. Aber zwei Freundinnen haben das angewandt und ihren Kindern geht es gut. Sie haben weder einen Schaden noch das Vertrauen in die Eltern verloren.

Man muss es ja nicht lesen oder kaufen wenn man meint, es wäre so schlimm. Es gibt so viele die sich darüber aufregen es aber garnicht kennen oder gelesen haben. Sowas finde ich viel schlimmer. Erst wenn man genau weiß was sie schreibt (man muss es ja nicht anwenden) kann man Kritik üben - meine Meinung!
15.01.2014 23:40
Vom Markt bringen würde auch nichts bringen, da es noch genug Eltern, Großeltern, Ärzte, Hebammen und sonstige "erfahrene" Personen gibt, die frischgebackene Mütter mit Geschichten übers allein einschlafen müssen verunsichern.
Und so blöd es auch klingt (und ich bin definitiv kein verfechter des Ferberns... im Gegenteil)... aber lieber so ein kontrolliertes Programm, als wie früher die wiege in ein Zimmer allein stellen und durchbrüllen lassen

Es ist leider bei Spätfolgen nie sicher nachweisbar, woher diese Kommen... schon gar nicht, wenn Phänomene wie z.B. Eifersucht, Ängste oder Probleme eine Beziehung zu halten, alltäglich und einfach "normal" sind? Man muss sich nur hier umschauen... für die Mehrheit der Userinnen ist es richtig und gut, eifersüchtig zu sein und eine Beziehung schneller zu beenden, als man gucken kann. Wenn man da jetzt sagen würde, dass dies aber u.a. im schreien lassen oder anderen ähnlichen Erziehungsmethoden von früher begründet ist... dann wird das nicht akzeptiert werden.
Dementsprechend wird man nie nachweisen können, dass solche Methoden schaden könnten... was der Autorin natürlich eine gewisse Bestätigung gibt. Noch dazu gehört eine ungemeine größe dazu, sein eigenes Verhalten zu reflektieren und ggfs. als "nicht richtig" einzustufen... wie kann man da von der Autorin erwarten, eben dies zu tun? das buch ist anscheinend recht erfolgreich... wird oft verkauft und oft genug angewandt... sie müsste damit eingestehen, ggf. unzählige leben geschädigt zu haben? Nein, das von jemandem zu erwarten ist imho reichlich naiv
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