Mütter- und Schwangerenforum

Sorgt Businesscoaching wirklich für nachhaltige Veränderungen im Unternehmen, gibt es Erfahrungen?

MatBau
182 Beiträge
09.07.2026 21:20
Wir würden es im Herbst angehen, aber ein Thema ist es schon und daher würde mich schon interessieren, ob Businesscoaching in Unternehmen auch wirklich tatsächlichen, langfristigen Wandel bewirkt. Oder ob sind es doch meistens ein paar motivierende Gespräche, nach denen die Dynamik halt nur kurzzeitig massiv ansteigt. Habt jemand unter euch schon Erfahrungen damit und wenn ja, darf ich euch fragen, ob das auch tatsächlich vorangebracht? Oder in anderen Worten, welche Ansätze bringen da Resultate was erwies sich bloß als kurzes Aufflackern?

Ich bin schon absolut im Klaren darüber, dass ein externer Blick eben Aspekte erkennt, an die man im hektischen Arbeitsalltag einfach nicht denkt. Andererseits kenne ich mich und auch den einen oder anderen Kollegen und hab Angst, dass der Nutzen verpuffen könnte. Weil halt mehr oder weniger jeder wieder in seine alten Verhaltensmuster abrutscht und wir so zum gewohnten Trott zurückkehren.

Also bitte nicht falsch verstehen, auch wenn ich zwischen diesen Ansichten schwanke, lasse ich mich schon eines Besseren lehren und mich gern vom Gegenteil überzeugen.
Baronesse
168 Beiträge
10.07.2026 04:35
Das kann man pauschal nicht beantworten.

Nutzen eines Coachings, egal in welchem Lebensbereich, steht und fällt
1) mit der Qualität des Coachings
2) damit, was man selbst draus macht.

Nehmen wir man an die Qualität ist spitze, der Coach ist klasse und gibt geniale Tipps.
Dann ist immernoch die Frage ob ihr bereit und willens seid, an Euch und dem Unternehmen zu arbeiten und die Erkenntnisse auch umzusetzen.
Veränderungsprozesse kosten immer Kraft, Energie, Durchhaltevermögen, sind oft unbequem.
Das kann einem auch der beste Coach nicht abnehmen und das sollte einem bewusst sein.

Ich selbst hatte einen tollen Berater an der Seite, der im Zuge einer personellen Umstrukturierung ein super Sparrings-Partner für meine Gedanken war.

Ich würde mir also erstmal die Frage stellen:
Was genau ist die Erwartungshaltung?
Was genau wäre überhaupt ein gutes Ergebnis für Dich?
Und dann auf Basis dessen: Welche Kompetenzen und Eigenschaften sollte der Coach mitbringen, um das zu erfüllen?
Es gibt so so viele Gurken an diesem Markt. Hier kann ich nur raten, gut zu selektieren auf Basis von Vorgesprächen, echten Referenzen und Track Record.
Marf
30350 Beiträge
10.07.2026 07:33
Zuerstmal : Coach ist kein geschützter Begriff,so kann sich jeder nennen.Also genau recherchieren wen man da ins Haus lässt.
Die ich in meinem Leben kennenlernen durfte waren größtenteils Deppen die nur Unruhe reinbrachten.
Sunnshine_
49 Beiträge
10.07.2026 08:29
Also es pauschal zu sagen, finde ich genau wie @Baronesse fast unmöglich. Coaching per se finde ich persönlich immer eine Möglichkeit von der man selbst profitieren kann. Natürlich steht und fällt das ganze mit dem Coach, hier ist eben das große Problem, dass Coach kein geschützter Begriff ist. Jeder der mal irgendeinen Kurs gemacht hat, darf sich so nennen.
Deshalb ist es schon wichtig, sich genau anzusehen, für welche Art von Coaching und für welchen Coach man sich entscheidet.
Ich habe schon mehrere Coachings erlebt und kann sagen, dass ich von jedem profitiert habe, mal mehr mal weniger.
Ein gutes Coaching schärft vor allem den Blick auf sich selbst und hilft einem dabei, eigene Entwicklungsfelder überhaupt erst zu erkennen und anzugehen. Denk nur an Sachen wie Stressresilienz oder die Kunst Aufgaben abzugeben und loszulassen.

Kein Mensch muss mit allem perfekt allein klarkommen oder immer sofort die Lösung parat haben. Manchmal braucht es einfach einen Impuls von außen. Sich das einzugestehen, ist keine Schwäche, sondern zeigt echte Stärke.
Dass die absolute Weltspitze im Sport oder in der Politik mit Coaches arbeitet, kommt ja schließlich nicht von ungefähr.
MatBau
182 Beiträge
13.07.2026 12:31
Zitat von Baronesse:

Das kann man pauschal nicht beantworten.

Nutzen eines Coachings, egal in welchem Lebensbereich, steht und fällt
1) mit der Qualität des Coachings
2) damit, was man selbst draus macht.

Nehmen wir man an die Qualität ist spitze, der Coach ist klasse und gibt geniale Tipps.
Dann ist immernoch die Frage ob ihr bereit und willens seid, an Euch und dem Unternehmen zu arbeiten und die Erkenntnisse auch umzusetzen.
Veränderungsprozesse kosten immer Kraft, Energie, Durchhaltevermögen, sind oft unbequem.
Das kann einem auch der beste Coach nicht abnehmen und das sollte einem bewusst sein.

Ich selbst hatte einen tollen Berater an der Seite, der im Zuge einer personellen Umstrukturierung ein super Sparrings-Partner für meine Gedanken war.

Ich würde mir also erstmal die Frage stellen:
Was genau ist die Erwartungshaltung?
Was genau wäre überhaupt ein gutes Ergebnis für Dich?
Und dann auf Basis dessen: Welche Kompetenzen und Eigenschaften sollte der Coach mitbringen, um das zu erfüllen?
Es gibt so so viele Gurken an diesem Markt. Hier kann ich nur raten, gut zu selektieren auf Basis von Vorgesprächen, echten Referenzen und Track Record.

Die Frage hat mich ehrlich gesagt schon ein bisschen erwischt, weil ich weniger darüber nachgedacht habe, woran wir eigentlich merken wollen, dass sich wirklich etwas bewegt hat.

Bei uns wäre es mir schon wichtig, dass nicht nur währenddessen ein paar gute Gedanken auftauchen, sondern Monate später noch etwas davon da ist und man nicht bei der ersten stressigen Phase wieder genau dort landet, wo man vorher war. Nur wie konkret macht man so ein Ziel, da hänge ich gerade noch.

Und mit der Auswahl hast du vermutlich recht, den Markt habe ich wahrscheinlich etwas unkomplizierter gesehen. Woran hast du später gemerkt, dass der Berater wirklich etwas gebracht hat und nicht nur in den Gesprächen selbst hilfreich war?
MatBau
182 Beiträge
13.07.2026 12:45
Zitat von Marf:

Zuerstmal : Coach ist kein geschützter Begriff,so kann sich jeder nennen.Also genau recherchieren wen man da ins Haus lässt.
Die ich in meinem Leben kennenlernen durfte waren größtenteils Deppen die nur Unruhe reinbrachten.

Dass sich im Grunde jeder Coach nennen kann, hatte ich ehrlich gesagt vorher nicht so wirklich auf dem Schirm. Sind die mit irgendwelchen fertigen Ideen gekommen, ohne den Betrieb und die Leute richtig zu kennen? Genau davor hätte ich schon auch etwas Angst, weil bei uns sicher nicht jeder gleich offen auf so ein Coaching reagieren würde und wenn es blöd läuft, hat man danach mehr Baustellen als vorher.
MatBau
182 Beiträge
13.07.2026 12:56
Zitat von Sunnshine_:

Also es pauschal zu sagen, finde ich genau wie @Baronesse fast unmöglich. Coaching per se finde ich persönlich immer eine Möglichkeit von der man selbst profitieren kann. Natürlich steht und fällt das ganze mit dem Coach, hier ist eben das große Problem, dass Coach kein geschützter Begriff ist. Jeder der mal irgendeinen Kurs gemacht hat, darf sich so nennen.
Deshalb ist es schon wichtig, sich genau anzusehen, für welche Art von Coaching und für welchen Coach man sich entscheidet.
Ich habe schon mehrere Coachings erlebt und kann sagen, dass ich von jedem profitiert habe, mal mehr mal weniger.
Ein gutes Coaching schärft vor allem den Blick auf sich selbst und hilft einem dabei, eigene Entwicklungsfelder überhaupt erst zu erkennen und anzugehen. Denk nur an Sachen wie Stressresilienz oder die Kunst Aufgaben abzugeben und loszulassen.

Kein Mensch muss mit allem perfekt allein klarkommen oder immer sofort die Lösung parat haben. Manchmal braucht es einfach einen Impuls von außen. Sich das einzugestehen, ist keine Schwäche, sondern zeigt echte Stärke.
Dass die absolute Weltspitze im Sport oder in der Politik mit Coaches arbeitet, kommt ja schließlich nicht von ungefähr.

Das mit Aufgaben abgeben hat mich ehrlich gesagt schon ein bisschen erwischt, weil ich auch eher jemand bin, der etwas schnell selbst macht, bevor ich es länger erkläre. Und dann hängt halt am Ende wieder vieles bei denselben Leuten, obwohl man sich vorher noch vorgenommen hat es anders zu machen. So gesehen verstehe ich den Punkt mit dem Blick auf sich selbst schon besser.

Woran ich jetzt aber noch hänge ist, wie sowas bei den Mitarbeitern ankommt. Wenn man selbst sagt, ich möchte ein Coaching, ist es wahrscheinlich etwas anderes, als wenn es vom Chef vorgeschlagen wird und man sich zuerst fragt, ob mit der eigenen Arbeit etwas nicht stimmt. War das bei dir freiwillig oder kam das über den Arbeitgeber?
Sunnshine_
49 Beiträge
18.07.2026 06:16
Ja klar die Kommunikation macht in dem Fall einen riesigen Unterschied! Wenn Coaching aber als Unterstützung für die persönliche und fachliche Weiterentwicklung verstanden wird und nicht als Reaktion auf schlechte Leistungen, wird es ja ganz anders angenommen. Dann kann man es sozusagen als Sahnehäubchen oben drauf, anstatt als lästige Optimierungsmaßnahme sehen.
Gerade in Führungspositionen kann ein Coaching helfen, das eigene Führungsverhalten zu reflektieren, Aufgaben gezielter zu delegieren oder die Kommunikation im Team zu verbessern. Davon profitiert letztlich nicht nur die einzelne Person, sondern das gesamte Team. Zusätzlich profitiert man auch persönlich davon, es sind ja oft nicht Dinge, die rein im beruflichen Kontext eine Rolle spielen, die Sachen ziehen sich ja oft auch ins private Feld.
Bei mir kam die Idee eigentlich immer vom AG, das war aber in veschiedenen Kontexten.
Wie ist es denn bei dir? Hast du den Ball ins Spiel gebracht oder woher kommt die Idee mit dem Coaching?
MatBau
182 Beiträge
21.07.2026 14:25
Bei uns kam das eher von oben. Zumindest klang es bisher nicht so, als würde man jemanden herauspicken, bei dem dringend etwas geändert werden muss. Soweit ich es verstanden habe, soll zuerst einmal die Leitung für sich sortieren, worum es überhaupt geht. Was davon später im Team landet, scheint noch gar nicht ganz klar zu sein.

Nur bei dem Wort Coaching werden wahrscheinlich trotzdem einige erst einmal vorsichtig. Ich wäre vermutlich auch unsicher, was genau damit gemeint ist. Wie wurde das bei euch angekündigt? Und war wirklich klar, dass man auch Nein sagen konnte?
Sunnshine_
49 Beiträge
30.07.2026 07:50
Bei uns war auf jeden Fall bedeutend, dass von Beginn an klar kommuniziert wurde, dass es nicht darum geht, einzelne Mitarbeiter zu reparieren, sondern zu unterstützen. Es war auch keine Anordnung vom Chef, sondern ein Angebot. Das Coaching worauf ich mich jetzt beziehe, war von win3. Das war mein letztes Coaching und hat mir wirklich viel gebracht. Es gab zuerst ein erstes Meeting zum Kennenlernen und einschätzen, ob auch die persönliche Komponente passt. Danach haben wir uns etwa jede zweite Woche getroffen. Von Anfang an war klar, dass keine Infos ans Unternehmen weitergegeben werden, außer ich mache es selbst. Die ersten Gespräche waren mehr zum Sondieren und erst danach hat sich wirklich herauskristallisiert, was meine Themen sind und woran wir arbeiten wollen. Es war eigentlich alles recht locker und ungezwungen, trotzdem hat man deutlich gespürt, dass hohe Professionalität dahintersteht.
MatBau
182 Beiträge
04.08.2026 17:20
Dass ihr euch vorher erst einmal kennengelernt habt, finde ich ziemlich wichtig. Wenn ich schon beim ersten Gespräch jedes Wort abwägen müsste, würde einiges vermutlich einfach bei mir bleiben.

Beim Chef dürfte davon für mich hinterher jedenfalls kein Gesprächsprotokoll landen. Ich würde sonst wahrscheinlich dauernd überlegen, was später vielleicht doch gegen mich ausgelegt wird. Offenbar gab es bei euch auch keinen fertigen Themenzettel, den ihr nur noch abarbeiten solltet. Am Anfang erzählt man vermutlich ohnehin erst einmal das, was man schon oft über die eigene Arbeit gesagt hat. Die unangenehmeren Sachen kommen eher irgendwann danach. Jedenfalls klingt es nicht so, als hätte der Coach schon vorher gewusst, was bei dir angeblich herauskommen soll.

Ist dir danach bei der Arbeit einmal aufgefallen, dass du gerade anders reagierst als früher? Vielleicht in einer Situation, über die du sonst lange gegrübelt hättest. Mich würde auch interessieren, ob davon nach einigen Monaten überhaupt noch etwas übrig war.
Sunnshine_
49 Beiträge
12.08.2026 07:12
nein, es ist natürlich essentiell, dass man weiß, dass eine Verschwiegenheit besteht! Wir haben damals viel darüber gesprochen, wie ich selbst Situationen wahrnehme, warum ich in bestimmten Situationen so reagiere und was ich eigentlich verändern möchte. Gerade die Themen Selbstführung und Klarheit waren für mich ziemlich hilfreich.

Ich hatte dadurch irgendwann das Gefühl, Situationen nicht automatisch immer auf mich zu beziehen, sondern das Ganze mit Abstand zu betrachten, das hat mir enorm viel gebracht! Die Gespräche sind nicht einer bestimmten Agenda gefolgt, sondern wir haben damit gearbeitet, was mich gerade am meisten beschäftigt hat. Es kamen dann aber lustigerweise quasi automatisch irgendwann auch Themen auf den Tisch, über die ich vorher gar nicht so bewusst nachgedacht hatte.
Ich finde schon, dass ich dadurch auch langfristig Dinge mitgenommen habe, weil ich jetzt einfach auch immer wieder anders reagiere, also ich es früher gemacht hätte – das hat einen Impact auf die Gesamtsituation.
MatBau
182 Beiträge
13.08.2026 21:39
Mich interessiert inzwischen fast mehr, was davon später wirklich hängen bleibt. So ein großer Moment im Gespräch selbst muss es für mich gar nicht sein. Vielleicht merkt man es auch erst Monate später. Irgendwas passiert wieder, worüber man früher ewig nachgedacht hätte, und diesmal ist es erstaunlich schnell wieder weg.

Vielleicht merken die anderen so etwas sogar früher als man selbst. Wenn man bei irgendeiner Bemerkung plötzlich nicht mehr sofort hochgeht oder alles auf sich bezieht, merken die anderen das wahrscheinlich schon. Ob sich dadurch mit den anderen auf Dauer wirklich was verändert, fände ich fast noch interessanter.

Hat bei dir irgendwann mal jemand von sich aus gesagt, dass du bei manchen Sachen anders wirkst? Und gab es auch Sachen, bei denen du später doch wieder ziemlich ins alte Muster gerutscht bist?
Sunnshine_
49 Beiträge
18.08.2026 08:47
Bei mir war es eher schleichend. Ich habe irgendwann gemerkt, dass ich manche Situationen nicht mehr so lange mit mir herumgetragen habe wie früher. Gerade bei Dingen, die mich im Job geärgert haben, konnte ich schneller einen Schritt zurückgehen und überlegen, ob das wirklich ein Problem ist oder ob ich gerade einfach zu viel hineininterpretiere.
Und ja, alte Muster kommen natürlich trotzdem wieder durch. Ein Coaching macht einen ja nicht zu einem völlig anderen Menschen. ? Aber ich finde, der Unterschied ist, dass man diese Muster irgendwann schneller erkennt und dadurch auch eher gegensteuern kann.

Ich glaube auch, dass das Umfeld solche Veränderungen teilweise früher bemerkt als man selbst. Gerade wenn man in bestimmten Situationen plötzlich anders reagiert als früher, fällt das Kollegen wahrscheinlich irgendwann auf.

Gibt es bei euch schon genauere Infos, wann/wie es losgehen wird?
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