Als du zu uns kamst...
28.11.2008 07:56
Diesen Text habe ich kurz vor Sandys Taufe geschrieben.
Sie soll es von mir erhalten, wenn sie alt genug ist.
Ich habe mir vorgenommen, jedes halbe Jahr eine Zusammfassung zu schreiben. Und ich selbst bin auch gespannt, wie es in ein paar Jahren sein wird, diese Texte zu lesen.
Liebe Grüße
Elisa
Also:
Als du zu uns kamst...
Ich weiß nicht, was du in ein paar Jahren weißt und wie du das alles finden wirst. Aber ich möchte Dir hiermit aufschreiben, wie es damals war als Du zu deiner neuen Mama kamst…
Von deiner Geburt habe ich nicht viel mitbekommen. Ich hatte nur davon gehört, dass die kleine Sandy nun gesund und munter auf der Welt sei und dieses Baby bildhübsch ist.
Ich hätte nie gedacht, dass ich dich überhaupt je zu Gesicht bekomme, da ich zu deiner Bauch- Mama keinen Kontakt hatte. Und alles sah danach aus, dass du auch bei ihr bleiben wirst. Ihr zwei hattet, soweit ich weiß, eine schwierige Geburt.
Es wurde still um Dich.
Eines Abends rief mich Sabine an und erzählte, dass Deine Bauch- Mama überfordert gewesen sei und Dich in die Obhut des Jugendamtes gab. Du warst bei einer lieben Frau untergebracht, die sich auch wirklich wunderbar um Dich kümmerte. Sabine weinte bitterlich und war total geschockt, dass Deine Bauch- Mama nicht Hilfe bei ihren Schwestern suchte, sondern gleich das Jugendamt auf euch aufmerksam machte.
Du warst nicht sehr lange bei der Pflegemama in Essen, aber lange genug, dass sie Dich ganz schnell in ihr Herz schloss. Hast sie wohl sofort verzaubert.
Sabine telefonierte mit dem Jugendamt und versuchte, Dich zu sich zu holen. Tanja unterstützte sie dabei, aber es war klar, dass wenn das Jugendamt Dich zu ihnen ließe, dass dann Sabine für Dich sorgen würde. Ossi zögerte auch keinen Moment. Für ihn war es auch ganz klar, dass Du zu ihnen kommst.
Ein paar Tage vergingen. Das Jugendamt besuchte Sabine Zuhause und sah sich alles an. Und ja, sie waren sogar begeistert von der Wohnung. So stand es dann fest: Du darfst hier leben!
Sabine war natürlich mächtig aufgeregt. Vor allem: „Wo bekomme ich denn jetzt die ganzen Sachen her?“ Schließlich war sie ja nicht auf Dich vorbereitet. Also schnell umher telefoniert, in Zeitungen geschaut und mal auf dem Dachboden geguckt, was es noch so für Sachen gibt. Das war ein Chaos, sage ich Dir. Und alles nur wegen einem ganz kleinen Babys.
Es war überwältigend, wie viele Menschen auf einmal helfen wollten. Ich glaube, innerhalb von 2 Tagen hatte Sabine das Wichtigste für Dich schon zusammen:
Einen Stubenwagen, Fläschchen, Anziehsachen, Windeln, einen MaxiCosi und so weiter. Eben das Wichtigste erst einmal. Viele Sachen bekam Sabine auch geschenkt. Und die vielen Sachen kamen auch wirklich von Leuten, die wir gar nicht kannten. Einfach so. Deine Geschichte kannten ein paar. Und die, die etwas geben konnten, gaben auch etwas. Wir wurden regelrecht mit Sachen überhäuft. Vieles musste umgeräumt werden in der Wohnung, damit genug Platz für die neuen Sachen war.
Als alles verstaut war, fehlte eigentlich nur noch die Hauptdarstellerin: Du!
Sabine ging in der Wohnung umher wie ein aufgescheuchtes Huhn. Sie schaute sich ständig die Sachen für Dich an und konnte das alles nicht glauben. Oft war sie den Tränen nahe und auch mindestens einmal sah ich sie weinen- vor Glück.
Am 13.Februar war es dann soweit. Deine Pflegemama aus Essen brachte Dich zu Sabine. Ich selbst war nicht dabei. Sie weinte als sie sich von Dir verabschiedete. Ich hätte prompt mit geweint. Also war ich ganz froh, dass ich erst etwas später dazu kam.
An diesem Tag sah ich Dich auch das erste Mal. Du warst so winzig, so zerbrechlich. Am liebsten hätte ich Dich durch geknuddelt, aber ich hatte ja sogar schon davor Angst, Dich hoch zunehmen. Du schliefst gerade als ich Dich „begutachtete“. Und da kamen auch mir, wie sicherlich vielen anderen auch, diese überflüssige Frage in den Sinn. „Wie kann man so ein Würmchen nur abgeben?“ Trotzdem waren alle froh, dass es dann doch so gekommen ist, denn nach dieser Aktion von deiner Bauch- Mama, wussten wir auch nicht genau, was sonst noch hätte passieren können.
Sabine bat mich, dass ich bei ihr bliebe, damit ich sie ein wenig unterstützen könnte, wenn mal was sein sollte.
Und die Unterstützung hat sie auch gebraucht.
Herrje, wie Du schreien konntest! Das ging von jetzt auf gleich bei Dir los. Da kanntest Du kein Erbarmen. So ein lautes Organ habe ich auch noch nie von einem Baby gehört. Und da warst Du ja gerade mal 14 Tage alt.
Wir waren alle total aufgeregt noch und wussten auch gar nicht so genau, wo wir mit unserer Energie hin sollten. Einerseits freuten wir uns, Dich hier zu haben und dich in Sicherheit zu wissen, andererseits waren wir auch traurig darüber, dass Dein Leben schon so einschneidend begann.
Die ersten 2 Nächte konnte ich kaum schlafen. Ich war zu aufgewühlt. Genauso wie Sabine. Sie schlief bei sich im Schlafzimmer, ich im Kinderzimmer bei Flo und Du warst in Deinem Bettchen im Wohnzimmer. Nachts dann, wenn Du Hunger hattest, trafen Sabine und ich uns auf der Couch und gaben Dir die Flasche.
Du warst vor allem am Anfang sehr anstrengend. Vor allem auch, weil Du diese bösen 3- Monats- Koliken hattest. Da tatest Du uns so was von leid, weil wir Dir nicht helfen konnten, aber gleichzeitig war man auch genervt, weil Du so laut schriest, als ob man Dir den Hals umdrehen würde. Also es war auch für uns alle sehr schwierig. Man wollte nichts falsch machen.
Sabine hatte nun sehr viel zu erledigen. Du warst noch immer nicht gemeldet, Sabine musste bei ihrem Arbeitgeber um eine Beurlaubung bitten und und und. Das war verdammt viel Gerenne und gut, dass ich dann auch die erste Woche da war, denn so konnte sie halt auch mal schnell etwas erledigen, ohne Dich gleich aus deinem Schlaf zu holen.
Einen Morgen gingen Sabine, Tanja, Devin, Du und ich frühstücken. Das war auch richtig angenehm. Devin war auch gut drauf und benahm sich echt gut.
Ein älteres Paar saß uns schräg gegenüber. Du bekamst Hunger und da ich schon fertig mit meinem Frühstück war, fütterte ich Dich. Das Paar schaute zu uns und hielt mich auch für Deine Mutter und erzählten uns wie wichtig es doch ist, dass Kinder gesund und munter aufwachsen. Die Rolle war mir schon ein wenig unangenehm. Ich sagte auch kaum etwas dazu. Das war schon komisch. Der Gedanke, dass Du mein Kind sein könntest, machte mir irgendwie Angst. Da war ich mir sicher, dass ich wirklich noch kein Kind möchte. Das hatte aber nie etwas mit Dir zu tun. Nur diese Verantwortung wollte ich noch nicht haben.
Als ich wieder Zuhause war, war ich erleichtert und gleichzeitig total leer. Ich wollte weiter bei euch sein und alles miterleben, aber auch ich habe ja noch meine Kaninchen und den Pierre hier.
Als Deine Bauch- Mama mit dir schwanger war, dachte ich mir, schade, dass du für die Kleine keine Patentante sein kannst.
Schon komisch, stimmt’s?
Und Sabine hatte sich immer noch ein Mädchen gewünscht. Umso mehr, so glaube ich, hat sie Dich auch herbei gesehnt. Sie liebt Dich so abgöttisch!
Und ein paar Wochen später wurde aus Sabine: Mama.
Ihr hattet euch aneinander gewöhnt. Du reagiertest ganz deutlich auf ihre Stimme und ihre Bewegungen. Zur Ruhe konnte meist nur sie Dich bringen.
Deine Mama war routinierter, wusste schon, wenn Du so und so bist, was Du hast.
Ich weiß gar nicht, ob das Dein erster Kinderarztbesuch war als ich dabei war. Könnte aber sein.
Du hast Dich ganz brav untersuchen lassen. Sogar gegen den Ultraschall mit dem kalten Gel hast Du Dich nicht gewährt. Wir wollten ja wissen, ob mit Deinen Hüften alles in Ordnung ist. Und es war alles super.
Der Arzt nannte mich Deine große Schwester. Woher sollte er es auch besser wissen? Deine Mama und ich grinsten uns nur an. Das war schon lustig, aber eben auch nicht ungewöhnlich.
An einen Tag, da warst Du dann noch ein bisschen älter, kann ich mich auch sehr gut erinnern. Deine Mama und ich waren auf den Weg zum Arbeitsamt, um einige Sachen zu erledigen. Wir waren aber mit Dir, Devin und Samantha unterwegs. Also saß ich da beim Arbeitsamt mit zwei Kinderwagen und einer 10- Jährigen. Das hat sicher ganz schön krass ausgesehen. Und in meinem Alter gibt es ja Mädchen, die mit 18 ihr erstes oder sogar schon zweites Kind erwarten. Also diese Erfahrung fand ich auch sehr witzig. Vor allem die Blicke der Leute um einen herum, aber na ja. Ich wusste es ja besser.
Ich weiß nicht, wann und ob du das lesen wirst und was die Zukunft so bringt.
Für mich bist Du wirklich ein Geschenk. Ich bin mir sicher, dass noch viele harte Zeiten auf Dich zukommen werden und ich versichere Dir jetzt, mit meinen 18 Jahren, dass ich Dich nicht fallen lasse. Was Du in den letzten 5 Monaten erlebt hast, ist enorm und Du hast Dich so gut bei deiner Mama schon eingelebt.
Du kannst so schön lachen, hältst den Kopf schon so lange oben, fängst schon an, ein bisschen Brei zu essen und schreien tust Du auch nur noch ganz selten.
Ich glaube, wir zwei werden immer ganz gut zu Recht kommen. Du hast ganz viele, liebe Menschen um dich herum, die nur dein Bestes wollen. Aber Tiefen im Leben gehören auch dazu und machen einen stark.
Ich hoffe für die Zukunft, dass Du in mir eine Freundin und Vertraute findest.
Dafür werde ich auf jeden Fall mein Bestes tun.
Alles Liebe,
Elisa
Danke fürs Lesen.
Sie soll es von mir erhalten, wenn sie alt genug ist.
Ich habe mir vorgenommen, jedes halbe Jahr eine Zusammfassung zu schreiben. Und ich selbst bin auch gespannt, wie es in ein paar Jahren sein wird, diese Texte zu lesen.
Liebe Grüße
Elisa
Also:
Als du zu uns kamst...
Ich weiß nicht, was du in ein paar Jahren weißt und wie du das alles finden wirst. Aber ich möchte Dir hiermit aufschreiben, wie es damals war als Du zu deiner neuen Mama kamst…
Von deiner Geburt habe ich nicht viel mitbekommen. Ich hatte nur davon gehört, dass die kleine Sandy nun gesund und munter auf der Welt sei und dieses Baby bildhübsch ist.
Ich hätte nie gedacht, dass ich dich überhaupt je zu Gesicht bekomme, da ich zu deiner Bauch- Mama keinen Kontakt hatte. Und alles sah danach aus, dass du auch bei ihr bleiben wirst. Ihr zwei hattet, soweit ich weiß, eine schwierige Geburt.
Es wurde still um Dich.
Eines Abends rief mich Sabine an und erzählte, dass Deine Bauch- Mama überfordert gewesen sei und Dich in die Obhut des Jugendamtes gab. Du warst bei einer lieben Frau untergebracht, die sich auch wirklich wunderbar um Dich kümmerte. Sabine weinte bitterlich und war total geschockt, dass Deine Bauch- Mama nicht Hilfe bei ihren Schwestern suchte, sondern gleich das Jugendamt auf euch aufmerksam machte.
Du warst nicht sehr lange bei der Pflegemama in Essen, aber lange genug, dass sie Dich ganz schnell in ihr Herz schloss. Hast sie wohl sofort verzaubert.
Sabine telefonierte mit dem Jugendamt und versuchte, Dich zu sich zu holen. Tanja unterstützte sie dabei, aber es war klar, dass wenn das Jugendamt Dich zu ihnen ließe, dass dann Sabine für Dich sorgen würde. Ossi zögerte auch keinen Moment. Für ihn war es auch ganz klar, dass Du zu ihnen kommst.
Ein paar Tage vergingen. Das Jugendamt besuchte Sabine Zuhause und sah sich alles an. Und ja, sie waren sogar begeistert von der Wohnung. So stand es dann fest: Du darfst hier leben!
Sabine war natürlich mächtig aufgeregt. Vor allem: „Wo bekomme ich denn jetzt die ganzen Sachen her?“ Schließlich war sie ja nicht auf Dich vorbereitet. Also schnell umher telefoniert, in Zeitungen geschaut und mal auf dem Dachboden geguckt, was es noch so für Sachen gibt. Das war ein Chaos, sage ich Dir. Und alles nur wegen einem ganz kleinen Babys.
Es war überwältigend, wie viele Menschen auf einmal helfen wollten. Ich glaube, innerhalb von 2 Tagen hatte Sabine das Wichtigste für Dich schon zusammen:
Einen Stubenwagen, Fläschchen, Anziehsachen, Windeln, einen MaxiCosi und so weiter. Eben das Wichtigste erst einmal. Viele Sachen bekam Sabine auch geschenkt. Und die vielen Sachen kamen auch wirklich von Leuten, die wir gar nicht kannten. Einfach so. Deine Geschichte kannten ein paar. Und die, die etwas geben konnten, gaben auch etwas. Wir wurden regelrecht mit Sachen überhäuft. Vieles musste umgeräumt werden in der Wohnung, damit genug Platz für die neuen Sachen war.
Als alles verstaut war, fehlte eigentlich nur noch die Hauptdarstellerin: Du!
Sabine ging in der Wohnung umher wie ein aufgescheuchtes Huhn. Sie schaute sich ständig die Sachen für Dich an und konnte das alles nicht glauben. Oft war sie den Tränen nahe und auch mindestens einmal sah ich sie weinen- vor Glück.
Am 13.Februar war es dann soweit. Deine Pflegemama aus Essen brachte Dich zu Sabine. Ich selbst war nicht dabei. Sie weinte als sie sich von Dir verabschiedete. Ich hätte prompt mit geweint. Also war ich ganz froh, dass ich erst etwas später dazu kam.
An diesem Tag sah ich Dich auch das erste Mal. Du warst so winzig, so zerbrechlich. Am liebsten hätte ich Dich durch geknuddelt, aber ich hatte ja sogar schon davor Angst, Dich hoch zunehmen. Du schliefst gerade als ich Dich „begutachtete“. Und da kamen auch mir, wie sicherlich vielen anderen auch, diese überflüssige Frage in den Sinn. „Wie kann man so ein Würmchen nur abgeben?“ Trotzdem waren alle froh, dass es dann doch so gekommen ist, denn nach dieser Aktion von deiner Bauch- Mama, wussten wir auch nicht genau, was sonst noch hätte passieren können.
Sabine bat mich, dass ich bei ihr bliebe, damit ich sie ein wenig unterstützen könnte, wenn mal was sein sollte.
Und die Unterstützung hat sie auch gebraucht.
Herrje, wie Du schreien konntest! Das ging von jetzt auf gleich bei Dir los. Da kanntest Du kein Erbarmen. So ein lautes Organ habe ich auch noch nie von einem Baby gehört. Und da warst Du ja gerade mal 14 Tage alt.
Wir waren alle total aufgeregt noch und wussten auch gar nicht so genau, wo wir mit unserer Energie hin sollten. Einerseits freuten wir uns, Dich hier zu haben und dich in Sicherheit zu wissen, andererseits waren wir auch traurig darüber, dass Dein Leben schon so einschneidend begann.
Die ersten 2 Nächte konnte ich kaum schlafen. Ich war zu aufgewühlt. Genauso wie Sabine. Sie schlief bei sich im Schlafzimmer, ich im Kinderzimmer bei Flo und Du warst in Deinem Bettchen im Wohnzimmer. Nachts dann, wenn Du Hunger hattest, trafen Sabine und ich uns auf der Couch und gaben Dir die Flasche.
Du warst vor allem am Anfang sehr anstrengend. Vor allem auch, weil Du diese bösen 3- Monats- Koliken hattest. Da tatest Du uns so was von leid, weil wir Dir nicht helfen konnten, aber gleichzeitig war man auch genervt, weil Du so laut schriest, als ob man Dir den Hals umdrehen würde. Also es war auch für uns alle sehr schwierig. Man wollte nichts falsch machen.
Sabine hatte nun sehr viel zu erledigen. Du warst noch immer nicht gemeldet, Sabine musste bei ihrem Arbeitgeber um eine Beurlaubung bitten und und und. Das war verdammt viel Gerenne und gut, dass ich dann auch die erste Woche da war, denn so konnte sie halt auch mal schnell etwas erledigen, ohne Dich gleich aus deinem Schlaf zu holen.
Einen Morgen gingen Sabine, Tanja, Devin, Du und ich frühstücken. Das war auch richtig angenehm. Devin war auch gut drauf und benahm sich echt gut.
Ein älteres Paar saß uns schräg gegenüber. Du bekamst Hunger und da ich schon fertig mit meinem Frühstück war, fütterte ich Dich. Das Paar schaute zu uns und hielt mich auch für Deine Mutter und erzählten uns wie wichtig es doch ist, dass Kinder gesund und munter aufwachsen. Die Rolle war mir schon ein wenig unangenehm. Ich sagte auch kaum etwas dazu. Das war schon komisch. Der Gedanke, dass Du mein Kind sein könntest, machte mir irgendwie Angst. Da war ich mir sicher, dass ich wirklich noch kein Kind möchte. Das hatte aber nie etwas mit Dir zu tun. Nur diese Verantwortung wollte ich noch nicht haben.
Als ich wieder Zuhause war, war ich erleichtert und gleichzeitig total leer. Ich wollte weiter bei euch sein und alles miterleben, aber auch ich habe ja noch meine Kaninchen und den Pierre hier.
Als Deine Bauch- Mama mit dir schwanger war, dachte ich mir, schade, dass du für die Kleine keine Patentante sein kannst.
Schon komisch, stimmt’s?
Und Sabine hatte sich immer noch ein Mädchen gewünscht. Umso mehr, so glaube ich, hat sie Dich auch herbei gesehnt. Sie liebt Dich so abgöttisch!
Und ein paar Wochen später wurde aus Sabine: Mama.
Ihr hattet euch aneinander gewöhnt. Du reagiertest ganz deutlich auf ihre Stimme und ihre Bewegungen. Zur Ruhe konnte meist nur sie Dich bringen.
Deine Mama war routinierter, wusste schon, wenn Du so und so bist, was Du hast.
Ich weiß gar nicht, ob das Dein erster Kinderarztbesuch war als ich dabei war. Könnte aber sein.
Du hast Dich ganz brav untersuchen lassen. Sogar gegen den Ultraschall mit dem kalten Gel hast Du Dich nicht gewährt. Wir wollten ja wissen, ob mit Deinen Hüften alles in Ordnung ist. Und es war alles super.
Der Arzt nannte mich Deine große Schwester. Woher sollte er es auch besser wissen? Deine Mama und ich grinsten uns nur an. Das war schon lustig, aber eben auch nicht ungewöhnlich.
An einen Tag, da warst Du dann noch ein bisschen älter, kann ich mich auch sehr gut erinnern. Deine Mama und ich waren auf den Weg zum Arbeitsamt, um einige Sachen zu erledigen. Wir waren aber mit Dir, Devin und Samantha unterwegs. Also saß ich da beim Arbeitsamt mit zwei Kinderwagen und einer 10- Jährigen. Das hat sicher ganz schön krass ausgesehen. Und in meinem Alter gibt es ja Mädchen, die mit 18 ihr erstes oder sogar schon zweites Kind erwarten. Also diese Erfahrung fand ich auch sehr witzig. Vor allem die Blicke der Leute um einen herum, aber na ja. Ich wusste es ja besser.
Ich weiß nicht, wann und ob du das lesen wirst und was die Zukunft so bringt.
Für mich bist Du wirklich ein Geschenk. Ich bin mir sicher, dass noch viele harte Zeiten auf Dich zukommen werden und ich versichere Dir jetzt, mit meinen 18 Jahren, dass ich Dich nicht fallen lasse. Was Du in den letzten 5 Monaten erlebt hast, ist enorm und Du hast Dich so gut bei deiner Mama schon eingelebt.
Du kannst so schön lachen, hältst den Kopf schon so lange oben, fängst schon an, ein bisschen Brei zu essen und schreien tust Du auch nur noch ganz selten.
Ich glaube, wir zwei werden immer ganz gut zu Recht kommen. Du hast ganz viele, liebe Menschen um dich herum, die nur dein Bestes wollen. Aber Tiefen im Leben gehören auch dazu und machen einen stark.
Ich hoffe für die Zukunft, dass Du in mir eine Freundin und Vertraute findest.
Dafür werde ich auf jeden Fall mein Bestes tun.
Alles Liebe,
Elisa
Danke fürs Lesen.
28.11.2008 08:06
Ich kann ja auch mal von der Hauptdarstellerin Bilder zeigen.
Das war mein erster Ausflug mit ihr.
Und das ist ein Bild von gestern.
Das war mein erster Ausflug mit ihr.
Und das ist ein Bild von gestern.
28.11.2008 09:24
Die ist ja niedlich die kleine Maus
Hast du aber sehr schön geschrieben.
Hast du aber sehr schön geschrieben.
28.11.2008 12:54
so meine liebe Elisa
musst du mir mir immer so gänsehaut feeling machen
nein jetzt im ernst Sandy ist ne arme maus gewesen
jetzt hat sie die besten Eltern und Paten der Welt
Ich freue mich schon af den 12. 12
ich hoffe es kommt uns allen nichts dazwischen
musst du mir mir immer so gänsehaut feeling machen
nein jetzt im ernst Sandy ist ne arme maus gewesen
jetzt hat sie die besten Eltern und Paten der Welt
Ich freue mich schon af den 12. 12
ich hoffe es kommt uns allen nichts dazwischen
28.11.2008 13:09
Ach du bist so süß, danke!!!!
Ich hätte nie gedacht, dass sie sich so toll entwickelt.
Ich glaube, ich bin so stolz, wie es eine Mami sein kann, doch, da bin ich mir sicher.
Noch heute setze ich mich oft an ihr Bettchen und beobachte ihren Schlaf.
Das mit dem 12.12. wird ganz sicher klappen.
Also von meiner Seite klappt es ohne Probleme.
Ich hätte nie gedacht, dass sie sich so toll entwickelt.
Ich glaube, ich bin so stolz, wie es eine Mami sein kann, doch, da bin ich mir sicher.
Noch heute setze ich mich oft an ihr Bettchen und beobachte ihren Schlaf.
Das mit dem 12.12. wird ganz sicher klappen.
Also von meiner Seite klappt es ohne Probleme.
10.01.2009 08:49
Teil 2
Nun bist du schon fast 12 Monate alt. Die Zeit ist so schnell vergangen, dass ich gar nicht verstehen kann, wie groß du schon geworden bist.
Deine Taufe am 29.06.2008 war wirklich sehr schön. Am Morgen war große Hektik. Pierre, Silke und ich fuhren mit dem Taxi zu euch. Wir waren noch gut in der Zeit, aber wie man es so vom Rest der Familie kennt, ging alles drunter und drüber.
Vor der Kirche angekommen, nahm Silke deine Mama in den Arm und beide hatten schon Tränen in den Augen bevor überhaupt etwas stattfand. Ich war ziemlich aufgeregt, denn Devins Taufe war nun auch schon gute 2 Jahre her und ich war gespannt, wie es diesmal werden würde, da wir dich während des Gottesdienstes taufen ließen.
Es war wirklich gut gemacht. Samantha und ich mussten andauernd lachen, da eine ältere Dame hinter uns eine ganz schön leiernde Stimme beim Singen hatte. Meinen Taufspruch findest du in der Mappe, die ich dir anlässlich zu diesem Tag schenkte. Der ganze Tag war sehr schön und wir waren, wie sollte es anders sein, eine ganz schön große Runde.
Du wurdest immer selbstständiger. Konntest schon süß vor dich her brabbeln. Am liebsten saßt du irgendwo, denn wehe man legte dich irgendwo hin. Oh, da wurde dein Geschrei immer ganz besonders schlimm, aber auch du musstest lernen, dass nicht alles nach deiner Nase ging.
Man bemerkte zusehends, dass du eine kleine Zicke wurdest. Lief etwas nicht so, wie du es wolltest, wurdest du jähzornig, liefst rot an und tatest so, als ob man dich unentwegt kneifen würde.
Essen war nicht deine Lieblingsaufgabe. Die Flaschen trankst du noch immer nicht aus. Wenn du mal die Hälfte von der eigentlichen Menge zu dir nahmst, waren wir schon froh.
Vor allem nach der Taufe verbrachte ich viel Zeit mit dir. Ab und zu schlief ich auch spontan ein Wochenende bei euch.
Du bist zwar eine Zicke, aber trotzdem so ein liebes Kind. Ich finde es erstaunlich, wie eigensinnig du bist. Und ich frage mich schon jetzt, wie es bloß sein wird, wenn du älter wirst.
Oh mein Gott, deine Pubertät nicht zu vergessen!
Aber eines nach dem anderen. Erst einmal musstest du lernen, dass auf einem Löffel Essen drauf ist, dass der Hund nicht dazu da ist, um ihm das Fell auszureißen und wie man läuft.
Es war am Anfang wirklich schwierig dich mit Brei zu füttern, da du meist nicht einmal den Mund richtig auf machtest. Das war eine Sauerei, sage ich dir. Langsam, aber sicher kapiertest du, was wir von dir wollten und als du erst einmal merktest, dass das auch schmeckt, was auf den Löffel kommt, konnte man dich teilweise gar nicht mehr stoppen.
Wir fuhren auch gemeinsam nach Holland für ein verlängertes Wochenende. Die Mücken liebten dich und stachen, obwohl dein Bettchen von einem Moskitonetz umhüllt war.
Es war Ende Juli und richtig warm und sonnig.
Mit deiner Mama gingen wir täglich 1- bis 2mal spazieren. Oft nahmen wir auch Devin mit. Wir kamen an einer Koppel mit Pferden vorbei. Devin war völlig aus dem Häuschen und fütterte eines der Pferde. Auf dem Rückweg wurdet ihr quängelig. Also nahm ich dich aus dem Kinderwagen, trug dich umher und Devin legte sich in den Wagen und schlief. Das sah so lustig aus, aber ihn störte es nicht. Es war ein richtig sonniger Tag und zu unserer Schande muss ich gestehen, dass wir vergaßen, deine Beine einzucremen. Am Abend waren sie etwas rot. Der Fehler passierte uns kein zweites Mal.
Mitte August schickte ich deine Mama nach Holland. Du, Flo, Raudi und ich blieben Zuhause. Es war das erste Wochenende, an dem ich ganz allein auf dich aufpasste. Aufgeregt war ich eigentlich gar nicht, denn mittlerweile hatte ich wirklich gute Routine. Es lief auch alles gut. Nur leider wolltest du einfach noch nicht durchschlafen.
Am Sonntagmorgen mussten wir früh aufstehen, da wir etwas Wichtiges vorhatten. Wir trafen uns das erste Mal mit ein paar Freundinnen von mir, die ich in einem Forum kennen lernte. Bis nach Dortmund mussten wir fahren und das an einem Sonntag. Ich machte also frühmorgens eine Flasche für dich fertig, die du auf dem Weg dorthin trankst. Die Fahrt mit dir verlief auch super und ohne Probleme.
Dort angekommen wurden wir herzlich empfangen. Es war ein wundervoller Tag für ein Treffen im Park. Wir Weiber erzählten viel, liefen umher und du warst auch richtig lieb.
Da das mit uns alles so gut klappte, schickte ich deine Mama kurz darauf erneut nach Holland, damit sie mit deinem Papa mal Zeit für sich hatte. Auch das Wochenende verlief super mit uns beiden und ich war schon eine richtig stolze Wochenend- Mutti. *lach*
Mit etwa 8 Monaten war es endlich so, dass du so richtig gut aßest. Die Flasche bekamst du nur noch nachts, denn vom Durchschlafen hieltest du nicht viel.
Ich begann, mit dir jedes Mal, wenn ich zu Besuch war, die Wohnung zu erkunden. Also nahm ich dich an meine Hände und wir stolzierten los. Meist wolltest du viel schneller voran als du es eigentlich konntest.
Ich fand das immer so süß! Und deine Geräusche dazu waren auch immer sehr speziell. Das alles musste echt ziemlich anstrengend für dich gewesen sein. Täglich passierte etwas Neues bei dir, du lerntest so schnell, sodass wenn ich mal 5 Tage nicht bei euch war, du schon so viele Dinge konntest.
Mit 9 Monaten fingst du dann auch endlich an, dich an Dingen hochzuziehen. Mensch, wie stolz wir alle waren!
Und als du genau 9 Monate und 6 Tage alt warst, fingst du an, freihändig zu stehen. Ganz plötzlich. Deine Mama und ich waren völlig aus dem Häuschen! Und dann das nächste große Ereignis: Du wolltest laufen!! Zum Glück habe ich Videos, die du später sehen kannst wie wir uns freuten. Nur etwa 20 Minuten später liefst du schon, insofern du dazu Lust hattest. Tanja, Flo, Samantha und Devin schauten auch ganz gespannt zu nachdem wir alle hoch riefen.
Also das war echt der Wahnsinn!! Du warst noch so klein und so tapsig mit deinen Schritten! Von wegen Entwicklungsverzögerung wie die Ärzte damals sagten. Pah, du hast es damit echt allen gezeigt!!
Danach war kein Halten mehr für dich, du wolltest überall hinlaufen und nun konntest du auch vielmehr Dummheiten anstellen. Sicherlich kannst du dir gut vorstellen, wie oft wir „Nein Sandy!“ sagten und „Lass das!“, „Geh da weg!“ und so weiter. Jaja, das war echt anstrengend teilweise, aber wenigstens hörtest du ganz gut- noch.
Es lief echt gut mit uns allen, du entwickeltest dich prächtig.
Eines Nachmittags rief mich Tanja an, dass deine Mama im Krankenhaus sei und sie meine Hilfe bräuchte, weil sie das mit den ganzen Kindern nicht allein schaffen würde. Ich packte sofort meine Klamotten zusammen und fuhr zu euch nach Hause. Als ich da war, warst du oben bei Flo.
Deine Mama hatte böse Krämpfe und zwar so stark, dass ihr fast die Luft wegblieb. Der Krankenwagen musste sie abholen. Später erzählte mir deine Mama, dass du sie ganz verstört ansahst, du bewegtest dich kein Stück. Devin war auch ganz aufgeregt und sagte ständig „Tante Sima Krankenwagen!“
1 oder 2 Tage zuvor ging bei euch im Haus der Magen- Darm- Virus um. Samantha war krank und natürlich auch du. Dein Papa war noch arbeiten.
Du warst total unruhig und warst nur am Weinen, man sah förmlich wie die Krämpfe dir wehtaten. Flo hatte dich gerade für 5 Minuten hingelegt als du wieder anfingst zu schreien. Ich nahm dich heraus, setzte mich aufs Bett deiner Mama und gab dir etwas Tee. Mir tat es in der Seele weh, dich so leiden zu sehen. Man merkte wie müde du warst, aber durch die Schmerzen einfach nicht schlafen konntest. Ich summte und wippte dich in meinen Armen und legte dich dann hin nachdem du etwas eingeschlafen warst. Du wimmertest ein wenig. Mir kamen die Tränen, weil es so schlimm aussah und ich nicht wollte, dass du so leidest!
Die Nacht war relativ anstrengend: Du wurdest alle halbe Stunde wach, ich gab dir Tee, dann schliefst du wieder und wurdest erneut wach. Gegen 2Uhr nachts gab ich dir dann die Flasche und es blieb auch alles drin. Von 15 Uhr an musstest du nicht mehr spucken. Du wolltest danach aber nicht schlafen, sondern etwa 1 Stunde spielten wir dann noch bis du zu müde warst (und ich auch).
Am nächsten Abend nahm ich dich mit zu mir nach Hause. Ich fühlte mich dort so allein und überhaupt warst du schon wieder fit. Nur der Schnupfen nervte noch sehr. Es war nun freitags und wir wussten noch immer nicht genau, wann deine Mama nach Hause durfte. Bis Montag musste sie auf jeden Fall noch dort bleiben, dann hieß es plötzlich Dienstag.
Sonntags fuhren Pierre und wir zwei zum Krankenhaus. Deine Mama musste weinen vor Freude und auch du kuscheltest dich sofort an sie ran und ließt sie nicht mehr los. So ging es deiner Mama gut, aber ihre Werte waren noch nicht gut.
Langsam aber sicher wurden die Werte besser und sie konnte entlassen werden. Ich packte alle deine Sachen zusammen und dann lief ich zu euch nach Hause. Das muss echt ausgesehen haben, als ob ich mit dir auswandere. Dein ganzer Kinderwagen war vollgepackt und ich trug auch noch einen Rucksack.
Mittlerweile konntest du schon richtig gut laufen und deine Mama kaufte dir deine ersten Laufschuhe. Du wurdest damit immer sicherer.
Es wurde Dezember und wir fingen nun auch schon an, Geschenke für Heiligabend zu kaufen oder sich wenigstens mal Gedanken zu machen.
Genau eine Woche vor Weihnachten, rief mich Tanja an, denn du musstest ins Krankenhaus wegen einem Verdacht auf Nierenbeckenentzündung. Die Woche zuvor bekamst du schon Antibiotika, da du eine Bronchitis hattest und nun DAS! Tanja holte mich von Zuhause ab, ich hütete Devin, weil der selbst krank war und Fieber hatte. Tanja, du und deine Mama fuhren ins Krankenhaus. Gegen halb fünf kam Tanja dann wieder und erzählte, dass ihr lange warten musstet und du dazu noch ziemlich gequält wurdest. Die Schwestern dort wollten eine Pipiprobe entnehmen, aber deine Blase war komplett leer. Du bekamst eine Infusion.
Dein Papa und ich fuhren abends noch ins Krankenhaus. Dort blieb ich dann noch für ein paar Stunden bei dir. Deine Mama musste noch einkaufen und wollte noch mal nach Flo sehen. Oh Süße, wie du geweint hast… so bitterlich hast du geweint, du hattest solche Angst! Jedes Mal, wenn die Zimmertür aufging und eine Schwester sahst, musstest du schon weinen. Unentwegt wimmertest du auf meinem Arm. Ich denke mal, dass du zu deiner Mama wolltest. Gegen 19.30 Uhr bekamst du dann endlich das Antibiotika, was auch schnell half. Du wurdest ruhiger und fingst sogar an zu spielen. Durst hattest du plötzlich auch.
Spätabends fuhr mich dein Papa dann nach Hause. Von da an kam ich jeden Morgen und blieb von etwa 8 Uhr bis 15 Uhr. Ich wäre auch lieber noch länger geblieben, aber der Pierre kam ja auch kaputt von der Arbeit und da will ein Mann halt etwas Warmes zu Essen. *lach*
Dir ging es dort immer besser, auch wenn deine Werte auch noch nicht im Normbereich waren, aber du hattest sogar schon Spaß im Krankenhaus. Erst recht als du herum laufen durftest. Deine Mama war nonstop bei dir und wenn sie nicht da war, war ich es.
Einen Tag vor Weihnachten durftet ihr dann endlich wieder nach Hause!!
Weihnachten war gerettet und es war ein sehr schönes Fest dieses Jahr. Die Bescherung war dieses Jahr nicht so hektisch wie ich es sonst kannte und überhaupt waren alle sehr gut drauf.
Als ihr dann alle im Bett wart, saßen wir Erwachsenen gemütlich beieinander.
Silvester kam. Ich feierte mit Freunden in Oberhausen und ihr bliebt Zuhause, denn die ganzen Camperkollegen kamen zu euch. So wie deine Mama erzählte, war es richtig toll und du kanntest bei der lauten Musik, die spielte, kein Halten mehr du kleine Tanzmaus!
Am 01.01.2009 bekam deine Mama einen Heiratsantrag von deinem Papa vor versammelter Meute! Mama weinte, Oma weinte, Papa weinte und sogar Tanja musste wohl ein paar Tränen vergießen.
Deinen ersten Schnee hast du nun auch schon erlebt und dein Gesichtsausdruck war einmalig! Du warst regelrecht schockiert über die Tatsache, dass alles weiß und dann auch noch kalt war. Am gleichen Tag gingen wir zu einem nahe gelegenen Hügel, an dem wir rodeln wollten. Wir waren: Mama, Tanja, Devin, Samantha, Flo, du und ich.
Du hattest einen total süßen knallpinken Schneeanzug an und gerodelt bist du auch einmal mit Samantha.
Die erste Woche im neuen Jahr ist nun um und in weniger als 3 Wochen feierst du deinen ersten Geburtstag. Viel ist passiert und ich danke dir dafür, dass ich an deinem Leben so teilhaben darf.
Nun bist du schon fast 12 Monate alt. Die Zeit ist so schnell vergangen, dass ich gar nicht verstehen kann, wie groß du schon geworden bist.
Deine Taufe am 29.06.2008 war wirklich sehr schön. Am Morgen war große Hektik. Pierre, Silke und ich fuhren mit dem Taxi zu euch. Wir waren noch gut in der Zeit, aber wie man es so vom Rest der Familie kennt, ging alles drunter und drüber.
Vor der Kirche angekommen, nahm Silke deine Mama in den Arm und beide hatten schon Tränen in den Augen bevor überhaupt etwas stattfand. Ich war ziemlich aufgeregt, denn Devins Taufe war nun auch schon gute 2 Jahre her und ich war gespannt, wie es diesmal werden würde, da wir dich während des Gottesdienstes taufen ließen.
Es war wirklich gut gemacht. Samantha und ich mussten andauernd lachen, da eine ältere Dame hinter uns eine ganz schön leiernde Stimme beim Singen hatte. Meinen Taufspruch findest du in der Mappe, die ich dir anlässlich zu diesem Tag schenkte. Der ganze Tag war sehr schön und wir waren, wie sollte es anders sein, eine ganz schön große Runde.
Du wurdest immer selbstständiger. Konntest schon süß vor dich her brabbeln. Am liebsten saßt du irgendwo, denn wehe man legte dich irgendwo hin. Oh, da wurde dein Geschrei immer ganz besonders schlimm, aber auch du musstest lernen, dass nicht alles nach deiner Nase ging.
Man bemerkte zusehends, dass du eine kleine Zicke wurdest. Lief etwas nicht so, wie du es wolltest, wurdest du jähzornig, liefst rot an und tatest so, als ob man dich unentwegt kneifen würde.
Essen war nicht deine Lieblingsaufgabe. Die Flaschen trankst du noch immer nicht aus. Wenn du mal die Hälfte von der eigentlichen Menge zu dir nahmst, waren wir schon froh.
Vor allem nach der Taufe verbrachte ich viel Zeit mit dir. Ab und zu schlief ich auch spontan ein Wochenende bei euch.
Du bist zwar eine Zicke, aber trotzdem so ein liebes Kind. Ich finde es erstaunlich, wie eigensinnig du bist. Und ich frage mich schon jetzt, wie es bloß sein wird, wenn du älter wirst.
Oh mein Gott, deine Pubertät nicht zu vergessen!
Aber eines nach dem anderen. Erst einmal musstest du lernen, dass auf einem Löffel Essen drauf ist, dass der Hund nicht dazu da ist, um ihm das Fell auszureißen und wie man läuft.
Es war am Anfang wirklich schwierig dich mit Brei zu füttern, da du meist nicht einmal den Mund richtig auf machtest. Das war eine Sauerei, sage ich dir. Langsam, aber sicher kapiertest du, was wir von dir wollten und als du erst einmal merktest, dass das auch schmeckt, was auf den Löffel kommt, konnte man dich teilweise gar nicht mehr stoppen.
Wir fuhren auch gemeinsam nach Holland für ein verlängertes Wochenende. Die Mücken liebten dich und stachen, obwohl dein Bettchen von einem Moskitonetz umhüllt war.
Es war Ende Juli und richtig warm und sonnig.
Mit deiner Mama gingen wir täglich 1- bis 2mal spazieren. Oft nahmen wir auch Devin mit. Wir kamen an einer Koppel mit Pferden vorbei. Devin war völlig aus dem Häuschen und fütterte eines der Pferde. Auf dem Rückweg wurdet ihr quängelig. Also nahm ich dich aus dem Kinderwagen, trug dich umher und Devin legte sich in den Wagen und schlief. Das sah so lustig aus, aber ihn störte es nicht. Es war ein richtig sonniger Tag und zu unserer Schande muss ich gestehen, dass wir vergaßen, deine Beine einzucremen. Am Abend waren sie etwas rot. Der Fehler passierte uns kein zweites Mal.
Mitte August schickte ich deine Mama nach Holland. Du, Flo, Raudi und ich blieben Zuhause. Es war das erste Wochenende, an dem ich ganz allein auf dich aufpasste. Aufgeregt war ich eigentlich gar nicht, denn mittlerweile hatte ich wirklich gute Routine. Es lief auch alles gut. Nur leider wolltest du einfach noch nicht durchschlafen.
Am Sonntagmorgen mussten wir früh aufstehen, da wir etwas Wichtiges vorhatten. Wir trafen uns das erste Mal mit ein paar Freundinnen von mir, die ich in einem Forum kennen lernte. Bis nach Dortmund mussten wir fahren und das an einem Sonntag. Ich machte also frühmorgens eine Flasche für dich fertig, die du auf dem Weg dorthin trankst. Die Fahrt mit dir verlief auch super und ohne Probleme.
Dort angekommen wurden wir herzlich empfangen. Es war ein wundervoller Tag für ein Treffen im Park. Wir Weiber erzählten viel, liefen umher und du warst auch richtig lieb.
Da das mit uns alles so gut klappte, schickte ich deine Mama kurz darauf erneut nach Holland, damit sie mit deinem Papa mal Zeit für sich hatte. Auch das Wochenende verlief super mit uns beiden und ich war schon eine richtig stolze Wochenend- Mutti. *lach*
Mit etwa 8 Monaten war es endlich so, dass du so richtig gut aßest. Die Flasche bekamst du nur noch nachts, denn vom Durchschlafen hieltest du nicht viel.
Ich begann, mit dir jedes Mal, wenn ich zu Besuch war, die Wohnung zu erkunden. Also nahm ich dich an meine Hände und wir stolzierten los. Meist wolltest du viel schneller voran als du es eigentlich konntest.
Ich fand das immer so süß! Und deine Geräusche dazu waren auch immer sehr speziell. Das alles musste echt ziemlich anstrengend für dich gewesen sein. Täglich passierte etwas Neues bei dir, du lerntest so schnell, sodass wenn ich mal 5 Tage nicht bei euch war, du schon so viele Dinge konntest.
Mit 9 Monaten fingst du dann auch endlich an, dich an Dingen hochzuziehen. Mensch, wie stolz wir alle waren!
Und als du genau 9 Monate und 6 Tage alt warst, fingst du an, freihändig zu stehen. Ganz plötzlich. Deine Mama und ich waren völlig aus dem Häuschen! Und dann das nächste große Ereignis: Du wolltest laufen!! Zum Glück habe ich Videos, die du später sehen kannst wie wir uns freuten. Nur etwa 20 Minuten später liefst du schon, insofern du dazu Lust hattest. Tanja, Flo, Samantha und Devin schauten auch ganz gespannt zu nachdem wir alle hoch riefen.
Also das war echt der Wahnsinn!! Du warst noch so klein und so tapsig mit deinen Schritten! Von wegen Entwicklungsverzögerung wie die Ärzte damals sagten. Pah, du hast es damit echt allen gezeigt!!
Danach war kein Halten mehr für dich, du wolltest überall hinlaufen und nun konntest du auch vielmehr Dummheiten anstellen. Sicherlich kannst du dir gut vorstellen, wie oft wir „Nein Sandy!“ sagten und „Lass das!“, „Geh da weg!“ und so weiter. Jaja, das war echt anstrengend teilweise, aber wenigstens hörtest du ganz gut- noch.
Es lief echt gut mit uns allen, du entwickeltest dich prächtig.
Eines Nachmittags rief mich Tanja an, dass deine Mama im Krankenhaus sei und sie meine Hilfe bräuchte, weil sie das mit den ganzen Kindern nicht allein schaffen würde. Ich packte sofort meine Klamotten zusammen und fuhr zu euch nach Hause. Als ich da war, warst du oben bei Flo.
Deine Mama hatte böse Krämpfe und zwar so stark, dass ihr fast die Luft wegblieb. Der Krankenwagen musste sie abholen. Später erzählte mir deine Mama, dass du sie ganz verstört ansahst, du bewegtest dich kein Stück. Devin war auch ganz aufgeregt und sagte ständig „Tante Sima Krankenwagen!“
1 oder 2 Tage zuvor ging bei euch im Haus der Magen- Darm- Virus um. Samantha war krank und natürlich auch du. Dein Papa war noch arbeiten.
Du warst total unruhig und warst nur am Weinen, man sah förmlich wie die Krämpfe dir wehtaten. Flo hatte dich gerade für 5 Minuten hingelegt als du wieder anfingst zu schreien. Ich nahm dich heraus, setzte mich aufs Bett deiner Mama und gab dir etwas Tee. Mir tat es in der Seele weh, dich so leiden zu sehen. Man merkte wie müde du warst, aber durch die Schmerzen einfach nicht schlafen konntest. Ich summte und wippte dich in meinen Armen und legte dich dann hin nachdem du etwas eingeschlafen warst. Du wimmertest ein wenig. Mir kamen die Tränen, weil es so schlimm aussah und ich nicht wollte, dass du so leidest!
Die Nacht war relativ anstrengend: Du wurdest alle halbe Stunde wach, ich gab dir Tee, dann schliefst du wieder und wurdest erneut wach. Gegen 2Uhr nachts gab ich dir dann die Flasche und es blieb auch alles drin. Von 15 Uhr an musstest du nicht mehr spucken. Du wolltest danach aber nicht schlafen, sondern etwa 1 Stunde spielten wir dann noch bis du zu müde warst (und ich auch).
Am nächsten Abend nahm ich dich mit zu mir nach Hause. Ich fühlte mich dort so allein und überhaupt warst du schon wieder fit. Nur der Schnupfen nervte noch sehr. Es war nun freitags und wir wussten noch immer nicht genau, wann deine Mama nach Hause durfte. Bis Montag musste sie auf jeden Fall noch dort bleiben, dann hieß es plötzlich Dienstag.
Sonntags fuhren Pierre und wir zwei zum Krankenhaus. Deine Mama musste weinen vor Freude und auch du kuscheltest dich sofort an sie ran und ließt sie nicht mehr los. So ging es deiner Mama gut, aber ihre Werte waren noch nicht gut.
Langsam aber sicher wurden die Werte besser und sie konnte entlassen werden. Ich packte alle deine Sachen zusammen und dann lief ich zu euch nach Hause. Das muss echt ausgesehen haben, als ob ich mit dir auswandere. Dein ganzer Kinderwagen war vollgepackt und ich trug auch noch einen Rucksack.
Mittlerweile konntest du schon richtig gut laufen und deine Mama kaufte dir deine ersten Laufschuhe. Du wurdest damit immer sicherer.
Es wurde Dezember und wir fingen nun auch schon an, Geschenke für Heiligabend zu kaufen oder sich wenigstens mal Gedanken zu machen.
Genau eine Woche vor Weihnachten, rief mich Tanja an, denn du musstest ins Krankenhaus wegen einem Verdacht auf Nierenbeckenentzündung. Die Woche zuvor bekamst du schon Antibiotika, da du eine Bronchitis hattest und nun DAS! Tanja holte mich von Zuhause ab, ich hütete Devin, weil der selbst krank war und Fieber hatte. Tanja, du und deine Mama fuhren ins Krankenhaus. Gegen halb fünf kam Tanja dann wieder und erzählte, dass ihr lange warten musstet und du dazu noch ziemlich gequält wurdest. Die Schwestern dort wollten eine Pipiprobe entnehmen, aber deine Blase war komplett leer. Du bekamst eine Infusion.
Dein Papa und ich fuhren abends noch ins Krankenhaus. Dort blieb ich dann noch für ein paar Stunden bei dir. Deine Mama musste noch einkaufen und wollte noch mal nach Flo sehen. Oh Süße, wie du geweint hast… so bitterlich hast du geweint, du hattest solche Angst! Jedes Mal, wenn die Zimmertür aufging und eine Schwester sahst, musstest du schon weinen. Unentwegt wimmertest du auf meinem Arm. Ich denke mal, dass du zu deiner Mama wolltest. Gegen 19.30 Uhr bekamst du dann endlich das Antibiotika, was auch schnell half. Du wurdest ruhiger und fingst sogar an zu spielen. Durst hattest du plötzlich auch.
Spätabends fuhr mich dein Papa dann nach Hause. Von da an kam ich jeden Morgen und blieb von etwa 8 Uhr bis 15 Uhr. Ich wäre auch lieber noch länger geblieben, aber der Pierre kam ja auch kaputt von der Arbeit und da will ein Mann halt etwas Warmes zu Essen. *lach*
Dir ging es dort immer besser, auch wenn deine Werte auch noch nicht im Normbereich waren, aber du hattest sogar schon Spaß im Krankenhaus. Erst recht als du herum laufen durftest. Deine Mama war nonstop bei dir und wenn sie nicht da war, war ich es.
Einen Tag vor Weihnachten durftet ihr dann endlich wieder nach Hause!!
Weihnachten war gerettet und es war ein sehr schönes Fest dieses Jahr. Die Bescherung war dieses Jahr nicht so hektisch wie ich es sonst kannte und überhaupt waren alle sehr gut drauf.
Als ihr dann alle im Bett wart, saßen wir Erwachsenen gemütlich beieinander.
Silvester kam. Ich feierte mit Freunden in Oberhausen und ihr bliebt Zuhause, denn die ganzen Camperkollegen kamen zu euch. So wie deine Mama erzählte, war es richtig toll und du kanntest bei der lauten Musik, die spielte, kein Halten mehr du kleine Tanzmaus!
Am 01.01.2009 bekam deine Mama einen Heiratsantrag von deinem Papa vor versammelter Meute! Mama weinte, Oma weinte, Papa weinte und sogar Tanja musste wohl ein paar Tränen vergießen.
Deinen ersten Schnee hast du nun auch schon erlebt und dein Gesichtsausdruck war einmalig! Du warst regelrecht schockiert über die Tatsache, dass alles weiß und dann auch noch kalt war. Am gleichen Tag gingen wir zu einem nahe gelegenen Hügel, an dem wir rodeln wollten. Wir waren: Mama, Tanja, Devin, Samantha, Flo, du und ich.
Du hattest einen total süßen knallpinken Schneeanzug an und gerodelt bist du auch einmal mit Samantha.
Die erste Woche im neuen Jahr ist nun um und in weniger als 3 Wochen feierst du deinen ersten Geburtstag. Viel ist passiert und ich danke dir dafür, dass ich an deinem Leben so teilhaben darf.
10.01.2009 08:59
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