Mütter- und Schwangerenforum

Kindergarten und ihre Träger

Shiranja
73 Beiträge
27.02.2007 11:25
In dem Pampy-Treat kam eine Anmerkung von mir, die scheinbar falsch aufgefasst wurde.... diese möchte ich jetzt mal hier in einen neuen Treat packen.

Zitat von "Anonymous":
Zitat:
Der Nachteil hier ist meiner Meinung nach, dass fast alle Institutionen wie Kindergarten und Co sehr christlich geprägt sind.


Du meinst Muslime, Atheisten, Hinduisten etc. engagieren sich nicht genug? Eigentlich ein Armutszeugnis.


Zitat von "Anonymous":
Zitat:
Ich glaube du hast sie falsch verstanden


Ich meine wenn sich nur die Christen aufmachen und Kindergärten aufziehen und alle anderen sich nicht drum kümmern, dann sollte man den Christen doch ihren Glauben lassen. Das fänd ich tolerant. Und wenn die Christen im Kindergarten in den sie niemanden hineinzwingen ihren Glauben ausleben wollen, dann sehe ich da kein Problem. Ich fände es intolerant, wenn man von den Christen verlangt, dass sie ihren Glauben(christliche Feste, Ordnungen etc.) verleugnen sollen um es den Andersgläubigen Recht zu machen. Die Andersgläubigen zwingt ja keiner in den chirstlichen Kindergarten. Und wenn sie einen unchristlichen Kindergarten haben wollen, dann sollen sie sich die gleiche Mühe machen wie die Christen und selbst einen aufmachen Das wäre tolerant. Wenn ich bei einem Muslim eingeladen bin, bestehe ich auch nicht auf mein Schweineschnitzel. Andersherum sollten die Muslime(oder Atheisten etc.) genauso viel Toleranz aufbringen und nicht von den Christen verlangen, die sollten sich ihnen anpassen.


Also als erstes möchte ich mal klarstellen, dass hier nicht irgendwelche Christen den Kindergarten aufmachen/aufgemacht haben, sondern dass der Träger einen Zusammenhang mit der Kirche hat und entsprechend oft "den Finger draufhält" - Ausnahmen bestätigen die Regel.

Es ist mir auch vollkommen klar, dass ein Träger eines Kindergartens seine Philosophie (in diesem Fall, das Christliche) einbringt - absolut legitim und in Ordnung.

Wenn aber auch viele andersgläubige Kinder im Ort sind und der Ort zu klein für einen weiteren Kindergarten ist, dann kann man nicht "mal gerade eben noch einen eigenen Kindergarten aufmachen". Die Kinder können ergo nur in diesen Kindergarten gehen.

Ich habe schon viele Kindergärten erlebt, wo auch ganz locker mal in andere Glaubensbereiche reingeschaut wurde, einfach um den Kinder darzulegen, dass es auch anderes gibt - das finde ich super.

Wenn ich jedoch mitbekomme, dass ein Muslimisches Kind mehr oder weniger "genötigt wird" mitzubeten, weil es sonst alleine am Tisch sitzen muss...

Wenn ich jedoch mitbekomme, dass eine Bekannte von mir den Job im Kindergarten als Hauswirtschafterin (also vorwiegend die Essenszubereitung für die Ganztageskinder) nur bekommen hat, weil sie unterschrieben hat, innerhalb der nächsten zwei Jahre die kirchliche Trauung nachzuholen,

...dann empfinde ich das etwas sehr derb und als Eingriff in die Privatsphäre.

Natürlich könnte man auch sagen: Dann soll sie sich eben einen anderen Job suchen, ... aber das ist eben der Punkt mit der Toleranz...

Glücklicherweise sind nicht alle Kindergärten christlicher Träger so (beispielsweise unserer nicht)!
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