Mütter- und Schwangerenforum

Kind hat starke Verlustängste

Kathrin_90
360 Beiträge
12.01.2022 11:23
Hallo ihr Lieben,

Es geht um meine Tochter (3,5). Sie hat sehr starke Verlustängste. Das äußert sich vor allem im Kindergarten. So weint sie immer noch häufig, wenn ich sie bringe und die Erzieherin berichtet, dass sie auch zwischendurch öfters weint.

Ich vermute, dass es mit einer zu schnellen/schlechten Eingewöhnung zusammenhängt.

Morgen habe ich einen Termin im Kindergarten, im Vorfeld soll ich mir überlegen, wie wir es meiner Tochter einfacher machen können.
Irgendwie fällt mir aber nicht viel ein. Es ist schon schwierig, da wir die Kinder draußen an der eingangstür abgeben müssen.

Achja: Verlust hat sie bisher noch nicht unbedingt erlebt, außer als ich bei der Geburt ihres kleinen Bruders zwei Nächte im KH war. Daran hatte sie auch sehr zu knabbern. Und eben die Eingewöhnung.
Sie ist einfach auch sehr zurückhaltend und schüchtern und kann sich anfangs schwer zurechtfinden.

Vielleicht hatte ja einer von euch eine ähnliche Situation und hat ein paar Anreize für mich.
MirfälltNixein
126 Beiträge
12.01.2022 11:58
Wie war die Eingewöhnung denn?
Wie schnell und was meinst du mit schlecht?
Wie lange geht sie schon? Gab es Unterbrechungen wegen Corona?

Keine Verluste, also ihr lebt mit Papa zusammen? Könnte er sie vielleicht bringen? Bringt er sie auch? Ist es da anders?

Zu welcher Uhrzeit / Situation kommt sie im Kindergarten an?
Vielleicht ist es schon zu voll? Mein Sohn kam am Anfang "als erster", weil es ihm geholfen hat. Es gibt dort freies Frühstück und er saß ein 3/4 Jahr eine Stunde direkt am Tisch zum Essen und Beobachten, danach ist er aufgestanden und hat gespielt.

Hast Du das Gefühl (oder kannst sie fragen) ob sie eine(n) Mitarbeiter(in) gerne mag? Und dann besprechen, dass diese Person eine Weile an die Tür kommt, zum Reinholen?
Oder habt ihr Bekannte / Freunde in der Einrichtung, die Euch an der Tür treffen können, sodass sie zu zweit reingehen?

12.01.2022 13:38
Zeigt sie denn noch in anderen Situationen starke Verlustängste?

Bist du darauf angewiesen, dass sie in den Kindergarten geht? Wie lange bleibt sie dort?

Sie ist ja noch ein recht junges Kindergartenkind. Einige Kinder tun sich da anfangs schwer - andere profitieren. Kinder sind verschieden und manche brauche mehr Zeit. Vielleicht wäre eine Tagesmutter eine bessere Alternative und ihr versucht es in 1 bis 2 Jahren nochmal mit dem Kindergarten?

Wir haben beide Kinder in der Krippe eine gefühlte Ewigkeit eingewöhnt, wirkliche Besserung brachte aber erst das entsprechende Alter/Reife. Inzwischen sind sie im Grundschulalter und ich bekomme sie kaum noch zu Gesicht

Ansonsten würde ich versuchen, die Zeiten möglichst kurz zu halten. Aber doch regelmäßig, damit sie Routine bekommt. Vielleicht noch etwas von zuhause mitgeben, das ihr Sicherheit gibt.
Trinchen17
1749 Beiträge
12.01.2022 20:18
Oje, die arme Maus. Und dir bricht es sicher auch das Herz wenn du hlrst sie weint dort...

Mein Sohn kam mit 2 Jahren und 10 Monaten in den Kindergarten. Keine Krippe vorher. Uns wurde geraten, eben weil er sehr jung ist und bis dato noch nie ohne Mama oder Papa war, ein Begleit-Kuscheltier von zuhause mit einzubinden. Ein Freund, der in einem Rollenspiel gerne in den Kindergarten geht. Dieses Kuscheltier hat im Kindergarten - von den Erziehern gesprochen - ihn motiviert dort zu erkunden, spielen usw. und abends mit uns Eltern repetiert wie es war im Kindergarten, dass es sich zusammen mit meinem Sohn auf morgen freut und zb auch Pläne macht a la "Zeigst du mir morgen im Kindergarten nochmal dies und das". Keine Ahnung ob die Eingewöhnung und Trennung daher problemlos lief aber ich fand die Idee herrlich und das Kuscheltier war bestimmt ein halbes Jahr mit dabei. Und so gesehen war er für sich gefühlt nie alleine im Kindergarten. Hatte ja Begleitschutz sowas kann man in eurem Fall ja auch jetzt noch mit einbringen.

Irgendwann letztens sagt mein Sohn "Ich muss Winnie pooh mal wieder mitnehmen. Der weiß ja gar nicht dass wir dies und jenes neu bekommen haben. "

Ich wünsche euch alles Gute!
Kathrin_90
360 Beiträge
12.01.2022 22:55
Danke für deine lieben Worte Trinchen. Sie nimmt ihren Kuschelhund mit in den Kiga. Eingebunden wird er dort aber nicht.

Wir sind nicht auf die Betreuung angewiesen, allerdings weiß ich nicht, was es mit ihrem Selbstbewusstsein machen würde, wenn ich sie jetzt raus nehmen würde. Tagesmütter gibt es hier wenige, eher nur für Kleine Kinder.

Sie geht von 8 - 12, also die kürzeste Zeit und ich hole sie immer als erstes ab!
Reingehen mit ihrer Freundin haben wir probiert, mehrmals. Machte keinen Unterschied.

Wir leben mit dem Papa zusammen, er kann sie morgens wegen der Arbeit leider nicht bringen. Freitags holt er sie ab.
Die Eingewöhnung im September wurde auf das minimalste gekürzt, dabei sein durfte ich nur einen Tag, danach war sie schon stundenweise alleine.
Wenn ich darüber nachdenke, werde ich so sauer auf mich selbst. Ich wusste irgendwie, dass es so kommen würde und hätte viel mehr für sie einstehen sollen ;( aber jetzt ist es schon so.

Ja, es ist schwierig, ich würde ihr so gerne helfen und ihr diese Last abnehmen. Es gibt auch Momente, die ihr gefallen. Sie malt dort gerne und spielt im Garten.
13.01.2022 08:45
Hat sie denn gesagt, wieso sie weint? Hat sie Angst, dass du nicht wieder kommst? Mit 3,5 kann man ja auch manches schon besprechen ... Wenn sie Dich vermisst, vielleicht hilft ihr ein Schnuffeltuch, das nach Mama riecht?

Wenn es dir um ihr Selbstbewusstsein geht und kein wirklicher Bedarf besteht, dann frag sie doch mal ganz auf Augenhöhe, ob sie hingehen möchte. Ich glaube, das ist das Beste, was Du für ihr Selbstbewusstsein tun kannst. Dass sie sieht, dass DU sie als Individuum mit ihren Wünschen und Bedürfnissen wahrnimmst und darauf eingehst.

Bitte nicht als Angriff verstehen, sonder nochmal überlegen und ggf. neu bewerten: was hat Euch bewogen, zu diesem Zeitpunkt mit dem Kindergarten zu beginnen ... die Sozialkontakte, die Förderung, ...?

Das Abnabeln kommt ganz bestimmt von selbst! Vielleicht könnt ihr solange gemeinsam eine Spielgruppe besuchen?
kataleia
12191 Beiträge
13.01.2022 10:28
Zitat von Lumi2014:

Hat sie denn gesagt, wieso sie weint? Hat sie Angst, dass du nicht wieder kommst? Mit 3,5 kann man ja auch manches schon besprechen ... Wenn sie Dich vermisst, vielleicht hilft ihr ein Schnuffeltuch, das nach Mama riecht?

Wenn es dir um ihr Selbstbewusstsein geht und kein wirklicher Bedarf besteht, dann frag sie doch mal ganz auf Augenhöhe, ob sie hingehen möchte. Ich glaube, das ist das Beste, was Du für ihr Selbstbewusstsein tun kannst. Dass sie sieht, dass DU sie als Individuum mit ihren Wünschen und Bedürfnissen wahrnimmst und darauf eingehst.

Bitte nicht als Angriff verstehen, sonder nochmal überlegen und ggf. neu bewerten: was hat Euch bewogen, zu diesem Zeitpunkt mit dem Kindergarten zu beginnen ... die Sozialkontakte, die Förderung, ...?

Das Abnabeln kommt ganz bestimmt von selbst! Vielleicht könnt ihr solange gemeinsam eine Spielgruppe besuchen?


Und wie reagiert man, wenn das Kind antwortet, dass es nicht gehen möchte?

Es abmelden und zu Hause lassen?

Für wie lange?
Fallin
267 Beiträge
13.01.2022 13:13
Unsere Zwillinge kamen jetzt im September in Kindergarten mit 2,5Jahren, wir hatten mit einer das Thema nach jedem Krank sein/Urlaub/Ferien gab es mega tamtam. Zu Hause war alles in Ordnung, man freute sich noch, aber sobald wir in die Straße gebogen sind vom Kindergarten ging es los. Auf den Boden schmeißen, weinen....volles Programm
Wir sollten damals eine Bildercollage erstellen von den engsten Personen (mama,papa, geschwister, oma, opa), die dann einfach an der wand hing und für das kind ständig sivhtbar war, ein Bezugskuscheltier und uns wurde auch geraten nicht sehr "auffallend" extra tschüss zu sagen. Ich hoff du verstehst wie ich das meine, also schon tschüss und viel spaß wünschen, aber nicht nochmal extra zum kind hin. Weil man so wohl aufs kind unter anderem das Gefühl auch hervorruft. Bei uns hat das dann tatsächlich geklappt.
Ist natürlich auch schwierig, jedes Kind reagiert anderst und empfindet auch andere dinge als "halt". Ich wünsch euch alles gute!
13.01.2022 13:30
Hier ist auch ein Junge der es erst nach der 3ten Eingewöhnung gepackt hat. Er ist seit 1.5 Jahren im Kiga.

Wir durften aber auch jetzt während Corona mehrere Tage mitkommen und es wurde individuell entschieden ob das Kind schon allein da bleiben kann.

Vielleicht fragst du einfach mal ob ihr nochmal richtig eingewöhnen könnt.
13.01.2022 14:30
Zitat von kataleia:

Zitat von Lumi2014:

Hat sie denn gesagt, wieso sie weint? Hat sie Angst, dass du nicht wieder kommst? Mit 3,5 kann man ja auch manches schon besprechen ... Wenn sie Dich vermisst, vielleicht hilft ihr ein Schnuffeltuch, das nach Mama riecht?

Wenn es dir um ihr Selbstbewusstsein geht und kein wirklicher Bedarf besteht, dann frag sie doch mal ganz auf Augenhöhe, ob sie hingehen möchte. Ich glaube, das ist das Beste, was Du für ihr Selbstbewusstsein tun kannst. Dass sie sieht, dass DU sie als Individuum mit ihren Wünschen und Bedürfnissen wahrnimmst und darauf eingehst.

Bitte nicht als Angriff verstehen, sonder nochmal überlegen und ggf. neu bewerten: was hat Euch bewogen, zu diesem Zeitpunkt mit dem Kindergarten zu beginnen ... die Sozialkontakte, die Förderung, ...?

Das Abnabeln kommt ganz bestimmt von selbst! Vielleicht könnt ihr solange gemeinsam eine Spielgruppe besuchen?


Und wie reagiert man, wenn das Kind antwortet, dass es nicht gehen möchte?

Es abmelden und zu Hause lassen?

Für wie lange?


Genau, so ist es gemeint! Wenn man den Kindergarten überhaupt nicht zur Betreuung braucht und es schlecht läuft ... Kann man dem Kind noch Zeit geben. Warum muss es mit 3,5 sein? Weil es üblich ist? Mit 4 oder 4,5 beginnen hier viele Kinder.

Es ist ledigluch eine von mehreren Möglichkeiten
Kathrin_90
360 Beiträge
13.01.2022 19:43
Sie hat auch gute Phasen dort - sie liebt es zu basteln und spielt gerne im Garten oder mag es, wenn sie spazieren gehen oder in den Wald.

Schwierig ist es eben bei der Brotzeit und im
Morgenkreis. Sie steht nicht gerne im Mittelpunkt - ihr fällt es schwer, wenn sie vor anderen sprechen muss.

Das Gespräch war eigentlich ganz gut heute, wir werden wieder einen Schritt zurückgehen. Ich darf jetzt beim Bringen auch in den Kiga und sie bis zur Gruppe bringen.
Und wir reduzieren die Zeit wieder - erstmal nur bis nach der Brotzeit, langsam dann steigern.

Wenn er gar nicht hilft, versuchen wir es im September nochmal.

Sie ist daheim halt schon oft gelangweilt, bzw bringt der Kindergarten total viele Anreize für ihre Spielentwicklung. Und ja, sie sagt schon, dass sie hingehen will. An manchen Tagen klappt es ja auch besser.

Ich werde ihr noch ein Tröstebuch basteln und in die Tasche legen.
MirfälltNixein
126 Beiträge
13.01.2022 23:47
Hey das klingt doch schon viel besser.
Und ich finde ehrlich gesagt immer, wenn man sowas abbricht gibt man eben auch ein Signal - es ist nicht richtig im Kindergarten oder mit dir..

Aber nochmal eine kurze Anmerkung / Frage - wenn sie Morgenkreis und Frühstück nicht mag. Wieso soll sie dann mit dieser Zeit starten?
Wieso kann sie nicht kommen, wenn sie draußen sind oder im Freispiel? Erstmal an das Schöne gewöhnen und wenn sie sich etwas mehr eingelebt hat, dann die "schwierigen" Dinge?
14.01.2022 08:54
Zitat von Kathrin_90:

Sie hat auch gute Phasen dort - sie liebt es zu basteln und spielt gerne im Garten oder mag es, wenn sie spazieren gehen oder in den Wald.

Schwierig ist es eben bei der Brotzeit und im
Morgenkreis. Sie steht nicht gerne im Mittelpunkt - ihr fällt es schwer, wenn sie vor anderen sprechen muss.

Das Gespräch war eigentlich ganz gut heute, wir werden wieder einen Schritt zurückgehen. Ich darf jetzt beim Bringen auch in den Kiga und sie bis zur Gruppe bringen.
Und wir reduzieren die Zeit wieder - erstmal nur bis nach der Brotzeit, langsam dann steigern.

Wenn er gar nicht hilft, versuchen wir es im September nochmal.

Sie ist daheim halt schon oft gelangweilt, bzw bringt der Kindergarten total viele Anreize für ihre Spielentwicklung. Und ja, sie sagt schon, dass sie hingehen will. An manchen Tagen klappt es ja auch besser.

Ich werde ihr noch ein Tröstebuch basteln und in die Tasche legen.

Hier wurden Familienfotos mitgegeben für die neuen Kinder und wenn mal das Eimweh zu groß ist werden die Fotos angeschaut mit den Kindern. Vielleicht klebst du welche in das Tröstebuch?
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