Mütter- und Schwangerenforum

Plötzliche Trennungsangst

Nessie
161 Beiträge
07.11.2018 12:46
Guck Guck

Ich würde einfach gerne mal eure Meinung hören und vielleicht könnt ihr mir ja helfen. Folgendes.

Mein Sohn geht seit Mitte August in den Kindergarten und ist im September 3 geworden.

Ich muss dazu sagen das mein Sohn schon immer sehr offen gewesen ist und nie Probleme mit fremden Menschen hatte, er geht zu jedem hin, egal ob jung oder alt unterhält sich, lacht also sehr offen und absolut nicht schüchtern. Er konnte sich auch immer gut von mir trennen. Ich konnte einkaufen gehen oder sonst was machen, hat ihn so nicht wirklich interessiert, konnte ihn quasi alleine mit jemandem lassen und es gab nie Probleme.

So hatte ich am Anfang auch wenig Bedenken was die eingewöhnung im Kindergarten betraf und ich hatte recht. Er sah den Kiga und die anderen Kinder und war weg. Er war überglücklich, hat gespielt, getobt, gelacht, es gab null Probleme. Konnte sogar schon am 3 Tag einige Stunden gehen, obwohl ich wahrscheinlich schon am ersten Tag hätte gehen können so wie er drauf war. mein kind hat mich absolut nicht vermisst naja ansich ja auch gar nicht mal so schlecht, wird das ganze eben sehr einfach. Also wirklich alles super, es gab nie Probleme. Naja zumindest am Anfang

Bis vor einigen Wochen dann. Er ist plötzlich extrem anhänglich geworden. Er will wieder ständig, Tag und Nacht den Schnuller, den ganzen Tag hat er dieses Ding im Mund im kiga allerdings kann er ohne vorher hatte er ihn deutlich weniger.
Jeden Morgen sagt er, nein will zu Hause bleiben, da ist es nicht schön, er will da nicht hin. Hat mir auch gesagt das er Angst hat das ich nicht wieder komme.
Wenn wir dann sind und er im gruppenraum ist, steht er da wie verloren und weiß nicht was er machen soll. Total traurig und verloren. Obwohl die Kinder auf ihn zukommen und mit ihm spielen wollen, will er nicht, er will mich quasi nicht gehen lassen und hat Angst wenn ich plötzlich gehe.

Es hat mir gestern echt nach Monaten das erste Mal wirklich das Herz zerrissen ihn da so zurück zu lassen, so verloren und man merkte er wollte wieder mit nach Hause. Ich muß dazu sagen das er jedoch nicht weint sondern nur sehr traurig und verloren wirkt.

Ich habe mir natürlich Gedanken gemacht und habe heute mit der Erzieherin gesprochen. Sie war total überrascht und erstaunt weil sie es gar nicht so empfindet. Er spielt, lacht, tobt, isst super also alles normal. Sie kann sich das nicht erklären warum er so ist und ich ehrlich gesagt auch nicht.

Jeden Morgen will er nicht dahin, er wirkt, solange ich noch da bin, extrem traurig und verloren und hat Angst das ich gehe bzw auch angst das ich nicht wieder komme. Aber warum auf einmal. Jeden Morgen fällt es mir so verdammt schwer ihn zurück zu lassen, obwohl danach ja, laut Aussage der Erzieherin eigentlich alles gut ist.

Habt ihr vielleicht eine Idee warum es so ist, also habt ihr es vielleicht auch erlebt und könnt mich etwas aufbauen das es wieder besser wird.

Schöne Grüße und Danke
shelyra
69261 Beiträge
07.11.2018 12:53
Könnte man nicht ein abschiedsritual im kiga einführen? Damit er nicht mehr so verloren da steht. Ihn zb einer erzieherin übergeben und dann winken sie dir zu wenn du gehst (so wurde es in unserem kiga gemacht)
Ich würde das ansprechen und gemeinsam mit dem kiga eine lösung suchen. Denn dieses einfach stehen lassen finde ich auch schrecklich. Manche kinder brauchen einfach etwas begleitung.

Ansonsten finde ich es normal dass er trennungsangst hat. Er realisiert jetzt was es bedeutet in den kiga zu gehen. Das ist ein lernprozess. Aber er wird auch lernen dass er keine angst haben muss und du wieder kommst
Alaska
19485 Beiträge
07.11.2018 12:55
Also zum einen ist das eine ganze normale Phase, die fast jedes Kindergartenkind mal hat. Zum anderen darfst du aber durchaus nochmal verlangen, wieder ein paar Tage zur Eingewöhnung zu bleiben.

Mein Jonas ist auch ein sehr freundlicher, herzlicher kleiner Mensch. Schon schüchtern, aber auch er hatte in der einwöchigen Eingewöhnungszeit (darüber hinaus blieb er auch noch länger nur 1-3 Stunden, er kam einfach später als andere Kinder) kaum Probleme, wurde gleich am ersten Morgen von seinen besten Freunden "entführt" und ich war irgendwie fast nur Luft.
Die Erzieher haben mich schon vorgewarnt, das die meisten Kinder nach wenigen Wochen in eine Phase kommen, in der die erste rosarote Wolke etwas verpufft und sie merken, dass das jetzt Alltag ist.
Dann ist auch nicht mehr alles so neu und aufregend und dann rutschen sie eben gerne in die Phase, dass sie nicht gehen wollen, lieber wieder zur Mama, daheim bleiben.
Das ist völlig normal. Zeig ihm einfach, dass du immer da bist und ihn jederzeit holst, wenn es gar nicht mehr geht. Sag ihm das immer wieder. Und erzähl ihm auch, was am Kindergarten doch so toll ist.
Jonas hat sogar 2x geweint, als die Erzieherin ihn in den Arm nahm und mich anlächelte und "wegwinkte". Das hat mir in der Seele wehgetan und ich war echt unglücklich, dass mein so freudiges Kindergartenkind plötzlich keine Luste mehr hatte. Wieso sollte sich das nochmal ändern?

Aber genauso schnell wie die Phase kam, ging sie dann auch wieder. Wir haben ihn allerdings auch täglich reingegeben, damit er nicht die Bindung verliert. Natürlich gibt es auch heute mal noch Tage, an denen morgens eine Nullbockstimmung da ist, aber sobald er im Kindergarten ist, ist das alles vergessen.
Alaska
19485 Beiträge
07.11.2018 12:58
Zitat von shelyra:

Könnte man nicht ein abschiedsritual im kiga einführen? Damit er nicht mehr so verloren da steht. Ihn zb einer erzieherin übergeben und dann winken sie dir zu wenn du gehst (so wurde es in unserem kiga gemacht)
Ich würde das ansprechen und gemeinsam mit dem kiga eine lösung suchen. Denn dieses einfach stehen lassen finde ich auch schrecklich. Manche kinder brauchen einfach etwas begleitung.

Ansonsten finde ich es normal dass er trennungsangst hat. Er realisiert jetzt was es bedeutet in den kiga zu gehen. Das ist ein lernprozess. Aber er wird auch lernen dass er keine angst haben muss und du wieder kommst


Das wollte ich auch noch fragen. Wieso steht er denn "verloren" da? In unserem Kiga bringen die Eltern die Kinder in den Gruppenraum, die Erziehern winkt und begrüßt den kleinen Mann, sie geben sich die Hände und die Erzieherin "verwickelt" ihn gleich in ein Gespräch "Siehst du heute aber schick aus... was machen wir denn jetzt? Möchtest du gleich mit T. das Puzzle fertig machen?"...
Und wenn er sehr anhänglich ist oder wie in der Phase die Tränen fließen, dann nimmt sie ihn hoch und in den Arm und redet ihm gut zu, dass die Mama ihn nachher doch wieder abholt und sie jetzt gleich ihr gemeinsames Lied singen.
So eben. Verloren rumstehen könnte er gar nicht.
07.11.2018 13:01
Hier kam die Phase jetzt nach über einem Jahr, kurz nach der Einschulung von seinem Bruder.

Zu allem Unglück fällt jetzt seine Bezugserzieherin jetzt auch noch längere Zeit aus.

Ich muss ihm jeden Morgen wieder aufs Neue versichern das ich ihn später wieder abhole.
Nessie
161 Beiträge
07.11.2018 13:13
Das tut er ja, er geht jeden Morgen zu der erzieherin hin, die beiden begrüßen sich und sie redet auch mit ihm. So alles gut aber sobald er merkt das ich dann gehe, wirkt er komisch. Mir ist auch aufgefallen das er besonders eine erzieherin glaube ich sehr mag. Wenn sie mal nicht da ist weiß er nicht wo er hin soll weil er komischerweise immer nur sie begrüßt warum auch immer . Aber selbst wenn sie da ist, wenn die Begrüßung erledigt ist, guckt er sich um und weiß nicht wohin mit sich und wenn er dann noch merkt das ich gehe ist er komplett verloren
shelyra
69261 Beiträge
07.11.2018 13:17
Zitat von Nessie:

Das tut er ja, er geht jeden Morgen zu der erzieherin hin, die beiden begrüßen sich und sie redet auch mit ihm. So alles gut aber sobald er merkt das ich dann gehe, wirkt er komisch. Mir ist auch aufgefallen das er besonders eine erzieherin glaube ich sehr mag. Wenn sie mal nicht da ist weiß er nicht wo er hin soll weil er komischerweise immer nur sie begrüßt warum auch immer . Aber selbst wenn sie da ist, wenn die Begrüßung erledigt ist, guckt er sich um und weiß nicht wohin mit sich und wenn er dann noch merkt das ich gehe ist er komplett verloren

Dann sprech das an.
Nicht das kind muss kontakt suchen. Nein die erzieherin sollte es aktiv begrüßen und empfangen. Besonders wenn seine lieblingserzieherin nicht da ist.
Und nach der Begrüßung sollte die erzieherin auch schauen was das kind machen will. Und es nicht einfach stehen lassen.
Alaska
19485 Beiträge
07.11.2018 13:34
Zitat von Nessie:

Das tut er ja, er geht jeden Morgen zu der erzieherin hin, die beiden begrüßen sich und sie redet auch mit ihm. So alles gut aber sobald er merkt das ich dann gehe, wirkt er komisch. Mir ist auch aufgefallen das er besonders eine erzieherin glaube ich sehr mag. Wenn sie mal nicht da ist weiß er nicht wo er hin soll weil er komischerweise immer nur sie begrüßt warum auch immer . Aber selbst wenn sie da ist, wenn die Begrüßung erledigt ist, guckt er sich um und weiß nicht wohin mit sich und wenn er dann noch merkt das ich gehe ist er komplett verloren


Bin bei Shelyra. Sprech das an. Kann doch nicht sein, dass das Kind rumsteht und nicht sofort in etwas eingebunden wird. Und wenn es auf den Schoß einer Erzieherin genommen wird.
Nessie
161 Beiträge
07.11.2018 14:17
Er muß ja jetzt nicht bei irgendwem die ganze Zeit am rockzipfel hängen, das ja nicht. Also wenn er morgens kommt sind ja schon Kinder da die alle am spielen sind und er guckt sich dann um und weiß anscheinend nicht wohin er gehen oder machen soll und das obwohl die Kinder zu ihm gehen und mit ihm spielen wollen aber irgendwie will er in dem Moment nicht. Das ganze Spiel scheint ja solange zu gehen bis ich da bin, denn bin ich weg, sehen die Erzieher ja kein Problem und er ist super drauf und spielt, also scheint es doch irgendwas mit mir zu tun zu haben
LIttleOne13
26290 Beiträge
07.11.2018 14:22
Zitat von Nessie:

Er muß ja jetzt nicht bei irgendwem die ganze Zeit am rockzipfel hängen, das ja nicht. Also wenn er morgens kommt sind ja schon Kinder da die alle am spielen sind und er guckt sich dann um und weiß anscheinend nicht wohin er gehen oder machen soll und das obwohl die Kinder zu ihm gehen und mit ihm spielen wollen aber irgendwie will er in dem Moment nicht. Das ganze Spiel scheint ja solange zu gehen bis ich da bin, denn bin ich weg, sehen die Erzieher ja kein Problem und er ist super drauf und spielt, also scheint es doch irgendwas mit mir zu tun zu haben


Ist halt ein Situationswechsel. Er kommt mit dir, du lädst ihn ab und gehst, und er muss sich dann dort einfinden. Das ist halt unangenehm, selbst für Erwachsene - wenn du in einen Raum rein kommst und alle dort miteinander beschäftigt sind, stehst du erstmal einen Moment doof da und musst dich sortieren. Da würde es die Trennung von dir doch bestimmt erleichtern, wenn ihn jemand abholt und einbindet. Selbst meine Fünfjährige fordert das ganz aktiv ein, sie möchte von einem der Erzieher (anfangs musste es der Liebling sein, inzwischen ist sie an alle 4 gut gebunden) an der Tür der Gruppe abgeholt werden, und das ist bei uns selbstverständlich. Manche Kinder rennen allein rein, und andere brauchen halt diese Hilfe beim Übergang. Hier nehmen sie die Eule dann an der Hand und fragen, wie der Morgen war, was es zum Frühstück gab, ob sie heute raus gehen oder was basteln will, und dann fühlt sie sich gleich willkommen. Das ist doch kein Beinbruch.
MaLuk
1909 Beiträge
07.11.2018 14:52
Lukas hatte auch anfangs 0 Probleme dann nach fast einem Jahr plötzlich jeden Tag morgens das Thema :" ich will Ned in Kindergarten da ist es nicht schön" und eben genau wie bei dir ...

Schlussendlich haben wir festgestellt dass es an den ganzen proben fürs Sommerfest lag... Unser Kindergarten hatte 30 jähriges Jubiläum und da würde halt viel (im Nachhinein sagen auch die Erzieherinnen zu viel) geübt ... Vielleicht liegt bei euch ja auch da das Problem ... Üben sie für Sankt Martin oder Niklaus ?

Nach dem Sommerfest ging er wieder ohne Probleme und genauso gern wie vor dem ganzen
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