Mütter- und Schwangerenforum

Problem mit meinen 3 Teenies

JJJShiva
4 Beiträge
09.02.2012 20:06
Ich hab mittlerweile riesige Probleme mit meinen 3 Teenies, mein großer, Jesse ist 16, und meine beiden "kleinen" Jemma & Jonna sind 14.

Vor 3 Monaten starb mein Mann, ihr Vater. Es war keine wirkliche Überraschung (Lungenkrebs), und haben die Kinder auch darauf vorbereitet, ich meine sie waren ja in dem Alter, in dem man schon versteht das es Papa schlecht geht, und er wahrscheinlich nicht länger am Leben bleibt.

Und dann starb er wirklich, die Kinder steckten es am Anfang gut weg, und dann kamen immer wieder solche Sticheleien von Mitschülern "Kann dein Vater nicht dien Fahrrad reperieren? Ach, sorry der ist ja tot.".
Jesse baute eine Mauer nach außen hin, Jemma lag abends im Bett und weinte nur, und Jonna stichelte zurück.
Alle drei gingen unterschiedlich mit der Situation um.
Das war die Zeit wo ich dann einen Psychologen rief, alle 3 waren in psychologischer Behandlung.
Nach ein paar Wochen, meinte der Psychologe, die 3 hätten alles gut verkraftet, Behandlung wäre nicht weiter nötig.
Ich konnte die Situation so gar nicht wirklich einschätzen.

Vor etwa einem Monat brach's dann von einem Tag auf den anderen mir alles auf den Kopf.
Jesse wurde von der Polizei nach Hause gebracht, wurde beim klauen erwischt.
Ich machte mir furchtbare Vorwürfe. Schimpfte mir ihm, und meinerseits war die Sache erledigt. Seinerseits offentsichtlich nicht.

Ich bekam einen Anruf vom Gymnasium, von der Klassenlehrin von Jemma & Jonna.
Beide würden die Versetzung nicht schaffen, wenn sie jetzt im 2.Halbjahr nicht einen Zahn zulegen würden.
Ihre Noten seien von dem vorigen 1,3er Schnitt der beiden, auf jetzt 4,5(!) gesunken!
Ich hatte davon nichts mitbekommen! Ich hatte nie von den beiden eine schlechte Klassenarbeit oder ähnliches zum unterschreiben bekommen...
Ich mit den beiden nartürlich geredet, sie sahen auch ein und würden sich mehr anstrengen...vor 2 Wochen bekam ich dann erneut einen Anruf, wo mich die liebe Frau Rektorin fragte, ob Jemma & Jonna denn noch immer im Krankenhaus lägen.
Hä?! Sie sind jeden Morgen wie immer aus dem Haus, ich forschte da nartürlich weiter nach, und erfuhr, die beiden sind seit guten 2 Wochen nicht bei der Schule gewesen - anscheinend hatte ich dort angerufen und die beiden abgemeldet, da die beiden ja im Krankenhaus lägen.
Ich war vielleicht geschockt!
Wieder hab ich mit ihnen gesprochen, geschimpft...und sie verweigerten völlig. Während ich also damit beschäftigt war mich mit denen beiden rumzuschlagen, verlor ich Jesse aus den Augen.
Und letzte Woche, wollte ich ihn von seiner Ausbildungsstelle abholen - dort erzählte mir dann, Jesse hätte sie gekündigt!

Ich mich mit allen 3 an den Tisch gesetzt, die Karten offen auf den Tisch gelegt, das ich nicht weiter mit den 3en in einem Haus wohnen werde, wenn sich das nicht bessern würde, ich hab auch vorgeschlagen, nochmal einen anderen Psychologen anzurufen.
Aber Jesse, Jemma und Jonna sagten mir ganz klar: Würde ich nochmal einen Seelenklempner rufen, würde sie einfach nicht mit dem sprechen usw. oder gar nicht erst bei der Therapie erscheinen.

Aber irgendwas muss ich doch tun?

Ich fühl mich wie bei RTL...

Liebe Grüße, einer verzweifelten,
Shiva.
09.02.2012 20:12
lass dich mal drücken
ich kann dir da nicht wirklich weiterhelfen, aber hast du mal dran gedacht, eine familienhilfe zu holen?
Lotti85
546 Beiträge
09.02.2012 20:17
Puuhhhh, dass tut mir wirklich leid mit deinem Mann!
Wichtig ist, denke ich, für deine Kinder da zu sein, sie haben gerade ihren Vater verloren und du drohst ihnen, dass wenn sich nichts ändert du nicht mehr mit ihnen unter einem Dach wohnen wirst... Dann haben sie niemanden mehr... Wenn ich mich in die Situation deiner Kinder versetzte kann ich verstehen, dass sie "zu machen"!
Holt euch Hilfe, ich wünsche euch viel Kraft und das ihr zusammen einen Weg findet mit dem Verlust leben zu können.
Finn
2843 Beiträge
09.02.2012 20:36
Ich würde auch zu einer Familienhilfe raten. Das ist ja nicht direkt so ein Seelenklämptner wie es deine Kinder denken. Und deine Kinder brauchen Zeit. 3 Monate, was sind das? Das is als wär es gestern gewesen
Ich wünsch euch viel Kraft
Tigger90
3736 Beiträge
09.02.2012 20:56
Mein herzliches Beileid

Vielleicht gibt es ja soetwas wie eine Art Selbsthilfegruppe in eurer Nähe. Wo sich deine Kinder mit anderen austauschen können. Und wo vielleicht auch andere Mamas für dich zum austauschen sind

Zitat:
Und dann starb er wirklich, die Kinder steckten es am Anfang gut weg, und dann kamen immer wieder solche Sticheleien von Mitschülern "Kann dein Vater nicht dien Fahrrad reperieren? Ach, sorry der ist ja tot.".


Hast du deswegen mal mit einer Lehrerin gesprochen? Ganz ehrlich, was sind das für Kinder die solche Sprüche bringen? Das tut mir ja beim lesen schon im Herzen weh.
Redet ihr viel über deinen Mann/den Papa? Wie verhälst du dich? Trauerst du vor deinen Kindern? Ich denke, es ist wichtig, dass sie merken, dass es ok ist, traurig zu sein.
Sag ihnen nicht, dass du nicht mehr mit ihnen leben willst, dass macht ihnen bestimmt Angst. Sag viel eher, dass du verstehst, dass es eine schwere Zeit ist. Frag, wie sie sich fühlen. Sind sie wütend auf ihren Papa, dass er nun weg ist? Traurig? Man sagt doch, dass es die 5 Phasen des Trauerns gibt.

Ich wünsche euch auf jeden Fall ganz viel Kraft! Gemeinsam findet ihr einen Weg, mit der Trauer umzugehen, da bin ich mir sicher
Sunnybelle
177 Beiträge
09.02.2012 20:59
Habe deinen Thread gelesen und mir jetzt echt Gedanken gemacht. Hat mich jetzt auch nicht mehr losgelassen. Tut mir echt sehr leid für dich!

Ich bin ja erst 25, und deshalb ist diese Zeit für mich nicht ganz solange her... Habe mal versucht mich in deine Kiddies reinzufühlen.

Es ist ja so, dass Kinder (fast) immer ihre Mutter lieben.Egal in welchem Alter und in welcher Phase und in welchem Gemütszustand. Mein Vorschlag also: Deine Kinder geben dir auf diese völlig bekloppte Weise zu verstehen, dass sie den Verlust ihres Vaters erstmal akzeptieren müssen und lernen müssen, damit zu leben. Das ist was anderes als es verkraftet zu haben. Wie wäre es denn, wenn du dir mit den dreien (auch wenn sie es mit ihrem Verhalten wirklich nicht verdient haben) eine Auszeit nimmst und ihr mal einen kleinen Urlaub macht. fernab des Alltags könntest du vielleicht so wieder auf emotionaler Ebene Kontakt zu deinen Kindern bekommen und vielleicht auch so etwas von ihrem Vertrauen in dich gewinnen. Denn wenn sie dir vertrauen würden, hätten sie das alles nicht heimlich hinter deinem rücken gemacht.

Und dann der fiese Teil des Plans: Ich nehme an, dass du den Kids gegenüber versucht "stark" zu sein (bist ja schließlich ne Mutter ). Zeig ihnen während des Urlaubs oder schon jetzt, dass du kurz vor dem "Abnippeln" bist, weil du grade deinen Mann verloren hast und nun auch noch solche Sorgen um deine Kinder haben musst. Weine ganz bewusst vor Ihren Augen, aber lass es so aussehen, als würdest du denken du wärst allein. Das werden sie vielleicht eine Weile ertragen, aber dann wird der Beschützerinstinkt geweckt werden. Weil auch deine frechen Teenies (da bin ich mir totsicher) garantiert nicht ertragen können ihre Mutter so leiden zu sehen und sich ernsthafte Sorgen um ihr Wohlbefinden machen zu müssen. ISt zwar ne fiese und linke Tour, aber dir sind die Hände gebunden. Du musst sie jetzt manipulieren, um sie darüber hinweg zu kriegen.

Wie gesagt, mein Vorschlag. Bin mir nämlich sicher, dass ich es so machen würde, wenn ich keine andere Wahl hätte. Und noch sicherer bin ich mir, dass diese Masche bei mir damals voll gezogen hätte. Ich habe meine Mutter in der Teeniezeit oft gehasst und sie verflucht. Aber ich konnte es nie ertragen, sie weinen oder leiden zu sehen. Da war ich dann immer wie Butter in ihren Händen.

Drück dir die Daumen, egal was du tun wirst!
JJJShiva
4 Beiträge
09.02.2012 21:31
Erst einmal, vielen, vielen Dank für eure Antworten!

Zitat von Tigger90:

Hast du deswegen mal mit einer Lehrerin gesprochen?
Redet ihr viel über deinen Mann/den Papa?
Wie verhälst du dich?
Trauerst du vor deinen Kindern?

Ich hab mit der Lehrerin gesprochen, die sprach auch mit den Mitschülern. Aber für sie war es dann auch erledigt.

Momentan ist "Papa" ein Tabu-Wort...Fällt irgendwie auch nur das Wort "Papa" verstummen alle...

Ich versuche nicht wirklich den Kiddies zu zeigen das ich trauere...ich will ja für meine Kinder stark bleiben

Zitat von Sunnybelle:

Mein Vorschlag also: Deine Kinder geben dir auf diese völlig bekloppte Weise zu verstehen, dass sie den Verlust ihres Vaters erstmal akzeptieren müssen und lernen müssen, damit zu leben. Das ist was anderes als es verkraftet zu haben. Wie wäre es denn, wenn du dir mit den dreien (auch wenn sie es mit ihrem Verhalten wirklich nicht verdient haben) eine Auszeit nimmst und ihr mal einen kleinen Urlaub macht. fernab des Alltags könntest du vielleicht so wieder auf emotionaler Ebene Kontakt zu deinen Kindern bekommen und vielleicht auch so etwas von ihrem Vertrauen in dich gewinnen. Denn wenn sie dir vertrauen würden, hätten sie das alles nicht heimlich hinter deinem rücken gemacht.

Und dann der fiese Teil des Plans: Ich nehme an, dass du den Kids gegenüber versucht "stark" zu sein (bist ja schließlich ne Mutter ). Zeig ihnen während des Urlaubs oder schon jetzt, dass du kurz vor dem "Abnippeln" bist, weil du grade deinen Mann verloren hast und nun auch noch solche Sorgen um deine Kinder haben musst. Weine ganz bewusst vor Ihren Augen, aber lass es so aussehen, als würdest du denken du wärst allein. Das werden sie vielleicht eine Weile ertragen, aber dann wird der Beschützerinstinkt geweckt werden. Weil auch deine frechen Teenies (da bin ich mir totsicher) garantiert nicht ertragen können ihre Mutter so leiden zu sehen und sich ernsthafte Sorgen um ihr Wohlbefinden machen zu müssen. ISt zwar ne fiese und linke Tour, aber dir sind die Hände gebunden. Du musst sie jetzt manipulieren, um sie darüber hinweg zu kriegen.


Das ist ja einerseits richtig fies!
Aber ich denke aber das ich das machen werde...Urlaub wäre schön...entweder müssten wir auf die Osterferien warten (welche noch lange hin dauern...) oder Unterrichtsbefreiung, welche ja eigentlich aber nur genehmigt wird, wenn zuzutrauen ist das die Schüler den Stoff nachholen können...bei den Noten was die Mädels momentan aber haben, bezweifle nicht nur ich das...
...Gibt's da wohl eine sonder befreiung, wegen familiären Problemen?

Liebe Grüße,
Shiva
Sunnybelle
177 Beiträge
09.02.2012 21:48
Ich könnte mir das sehr gut vorstellen, dass du in deiner Situation so eine Befreiung bekommst. Aber da kann ich dir nicht weiterhelfen. Aber versuch's doch bitte mal. Ne Woche reicht ja schon. Und das mit dem Manipulieren fang lieber ganz schnell an. Denn etwas wird es schon dauern, sie zu erweichen, vermute ich. Kenne deine Kinder ja nicht.

Ich meine halt, es ist jetzt schon viel Glas zerbrochen. Aber noch haben sich die Kids keine nachhaltigen Schäden für's Leben geleistet. Und bevor sowas noch schlimmeres passiert, versuch mit deinen drei Rotzlöffeln die Kurve zu kriegen. Drück dir ehrlich die Daumen, würde nicht mit dir tauschen wollen...
Soleil
9304 Beiträge
09.02.2012 22:20
Die "fiese" Variante hat als Stift bei mir immer gezogen.

Keiner kann seine geliebte Mama weinen sehn..
Sunnybelle
177 Beiträge
09.02.2012 22:21
Genau das meine ich ja. Und ich wüsst eben nicht, wie Shiva sonst noch der Situation Herr werden könnte. Sonst würde ich sowas nicht vorschlagen.
Fyra
15576 Beiträge
10.02.2012 00:24
Erstmal mein Beileid

Also....meine Kinder sind jünger als deine (meine Älteste ist 11 und rutscht gerade so langsam in die Pubertät), deswegen kenn ich mit Teenies (noch) ncht so aus aber ICH habe meinen Papa verloern, als ich 29 Jahre alt war, selber schon Mama, auf eigenen Füßen stehend... Ich habe unsagbar gelitten. Ich leide noch immer, mehr als 10 Jahre nach seinem Tod. Mir fehlt noch einiges an Trauerarbeit, einfach, weil ich da nicht immer "Platz" für habe.

Ich denke, dass deine Kinder den Tod nur nach aussen gut weggesteckt haben. Ihr habe noch einen langen Prozeß des Trauern vor euch (auch du!) und ihr müsst versuchen, einen gemeinsamen Weg zu finden. Für deine Kinder ist es natürlich doppelt schwer, weil sie zusätzlich noch in der vermaledeiten Pubertät stecken
ZwilliFranzi
707 Beiträge
16.02.2012 14:22
3 Monate nach einem tragischen Ereignis - hattet Ihr überhaupt Zeit richtig zu trauern?

Ich halte die Zeit viel zu kurz, um wieder ein "normles" Leben zu führen.
Leider lässt unsere Gesellschaft einen Auszeit nicht zu, aber das wäre gerade für Teenager wichtig. Sie sind ja selbst mitten in der Lebenssuche.
Sunnybelle
177 Beiträge
17.02.2012 21:24
Gibt's vielleicht was Neues? Hoffentlich Positives zu vermelden?!?!?!
JJJShiva
4 Beiträge
17.02.2012 22:26
Ja..neues gibt's.

Ich war nun beim Schulamt, Jugendamt, Schule...alle Ämter abgeklappert.
Jemma & Jonna werden von der Schule für 3 Wochen freigestellt, länger darf nur, wenn ich danach ein Psychologisches Gutachten anfordere, das besagt die beiden sein seelisch labil sind.

Nächste Woche Mittwoch fliegen wir 4 zu meinen Eltern nach England. Ich werde dann mal den fiesen Plan ausprobieren.

Danke für eure Ideen.

Grüße,
Shiva
ZwilliFranzi
707 Beiträge
18.02.2012 16:51
Wir wünsche Euch eine gute Zeit dort!
Schöpft viel Kraft, damit Ihr dann mit dem zu Hause wieder gut umgehen könnt!

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