Mütter- und Schwangerenforum

Freunde und Familie wenden sich immer mehr ab

FamilyLove
420 Beiträge
27.12.2021 21:07
Guten Abend

Es gibt etwas das mich eigentlich schon ein Lebenlang beschäftigt und zwar, habe ich gemerkt das sich die Menschen die ich kennenlerne oder kennenlernte sich von mir schnell abwenden bzw. abgewandt haben.
Ich kann mir das nicht wirklich erklären. Ich war schon immer eine ruhige Person und auch etwas schüchtern. Ich bin auch sehr hilfsbereit und eine gute Zuhörerin. Ich tue niemanden etwas, bin freundlich. Natürlich habe ich auch schlechte Seiten. Ich kann, wenn man mir zu sehr in die Ecke drängt, sehr zickig und kratzig sein. Man verliert sehr schnell das Interesse an mir und ich weiss wirklich nicht warum. Ich muss auch peinlicherweise auch zugeben, das ich vielleicht nur 1 oder 2 Freundinnen habe. Natürlich kenne ich Leute mit denen ich auch etwas unternehme wenn man Zeit hat aber das sind dann doch nur Menschen, bei denen ich mich nur melden kann wenn es um Partymachen geht. Zum reden oder eine vertrauenswürdige Person den ich Vertrauen kann, habe ich nicht wirklich.
Ich muss auch dazu sagen das sich mein Leben natürlich verändert hat die letzten jahren ich bin verheiratet und habe 2 Kinder aber ist das ein Grund sich abzuwenden sogar Familienmitglieder wenden sich ab ohne Grund obwohl man Ihnen nie etwas getan hat.
Oder zum beispiel seit meine Tochter im Kindergarten war sie ist mittlerweile in der schule mit den Müttern war ich befreundet und von Heute auf Morgen schauen sie dich nicht mehr an.Was mache ich nur falsch??
Jaspina1
1498 Beiträge
27.12.2021 21:37
Erstmal tut es mir total leid für dich. Das muss sich wirklich blöd anfühlen.

Das einzige, was mir einfällt ,ist, dass du ihnen vielleicht wirklich zu langweilig bist. Ich selbst schätze Menschen, die mich bereichern, von denen ich etwas lernen kann, die interessante Fragen stellen etc.
Vielleicht würde es helfen, wenn du mehr deiner Ideen teilst, statt eine gute Zuhörerin zu sein. Weisst du, wie ich meine?

Oder du bist so still, dass du uninteressiert wirkst? Bei sehr schüchternen Menschen denke ich auch manchmal, dass sie kein Interesse an einer Freundschaft haben.

Vielleicht kannst du über das Internet oder über einen Verein Freunde finden, die deine Interessen teilen?
Kiddo89
1717 Beiträge
27.12.2021 21:51
Puh, das tut mir sehr leid. Du wirkst sehr reflektiert und das tut mir noch mehr leid, also, dass du die Annahme hast, dass mit dir etwas nicht stimmt und der Fehler bei dir liegt.
Mein Grundsatz ist immer: Man muss das Glück immer erstmal bei sich selbst finden bevor man es bei anderen sucht (= Bestätigung von außen). Sprich, wenn du mit dir selbst im Reinen bist, dich so gut findest wie du bist, kannst du auch gute Beziehungen auf Augenhöhe führen. Vielleicht hast du mit einem guten Selbstwertgefühl auch den Mut neue Leute anzusprechen und einzuladen. Vielleicht findest du ja 1-2 neue Hobbies, die dich zum einen bereichern aber auch Gesprächsstoff und eventuell sogar neue Kontakte liefern.

Zum Rest muss ich leider auch sagen, dass sich bei uns viele Beziehungen verändert haben seit wir Kinder haben. Zum Bsp werden wir nicht mehr so oft woanders eingeladen. Mir ist es aber wichtig, dass das Verhältnis zwischen einladen und eingeladen werden ausgewogen ist und so habe ich auch von meiner Seite aus schon einige Kontakte erstmal auf Eis gelegt.
Serafinchen
4419 Beiträge
28.12.2021 08:53
Mir geht es da ähnlich. Bekannte hab ich sehr viele, aber es entwickelt sich nie eine Freundschaft daraus. Früher hab ich öfter versucht einen besseren Kontakt aufzubauen, hab gefragt wann sie Zeit haben, haben dann auch gemeinsam etwas unternommen, aber anders herum wurde ich nie von ihnen gefragt und da ich nicht ständig die sein wollte, die Kontakt sucht, ist es dann irgendwann im Sand verlaufen.
Also hab ich auch das Gefühl nicht interessant genug für andere zu sein. Woran es liegt keine Ahnung. Es fiel mir auf, als ich so 14/15 Jahre alt war, seit dem ist das schon so.
Inzwischen bin ich auch Verheiratet und habe zwei Kinder, aber daran kann es nicht liegen, weil es schon so früh begann.
Lealein
10134 Beiträge
28.12.2021 09:27
Ich kenne die Problematik. Ich finde schwer eine Basis mit anderen Menschen, sodass man von einer Freundschaft sprechen kann. Dabei finde ich mich nett und lustig ich hätte gerne Freunde, mit denen man sich auch außerhalb seiner Familienbubble mal treffen kann oder die man zum Grillen einladen kann usw.
Meine Schwester hat ganz viele Freunde und ich beneide sie sehr. Ich habe aber auch beobachtet, dass sie dafür was tun muss und seit sie selbst ein Kind hat, hat der Kontakt merklich abgenommen. Aber deren Basis ist geblieben.

Was mich betrifft, langweilen mich aber auch oberflächliche Gespräche, wo man gleich merkt, dass dein Gegenüber bloß nicht zu viel wissen will.
Oder noch schlimmer: es wird nur von sich erzählt oder ich muss dem jenigen alles aus der Nase ziehen. Da verliere ich sehr schnell das Interesse.

Dir einen Rat geben, kann ich leider nicht.
Suche selbst noch nach dem Fehler.
Butterfly1989
1220 Beiträge
28.12.2021 10:14
Es tut mir auch sehr leid das trotz deiner Mühe und selbstreflektiertheit keine richtige Freundschaft entsteht und selbst Familie sich abwendet . Ich kenne das auch gut und vor allen bei der Familie finde ich es einfach Furchtbar den die werde ja auch nicht alle perfekt sein dennoch scheinst du sie so anzunehmen wie sie sind.

Hast du den Hobby bist du in Verein oder begleitetes deine Kinder bei irgendwelchen Aktivitäten. Ich finde da lässt sich wirklich immer ganz gut Kontakt aufbauen und man kann bei jeden Gespräch immer mehr abschätzen ob jemand auch mehr Kontakt sucht.

Aber man darf die Arbeit dabei nicht unterschätzen. Wie schon jemand vor mir geschrieben hat bedeutet es eben meistens das du erstmal ganz ganz oft die Jenige sein musst die nach fragt ob der andere Zeit hat , ob man sich Mal treffen möchte auch ohne Kinder ( was der Mann dann ja auch mit tragen muss ) usw. das gleiche zählt natürlich auch mit treffen als Familie.

Mein Mann z.b. ist schon sehr eigen ich liebe ihn so aber wenn wir mit anderen zusammen sind gibt es da immer wieder Mal schwierigkeiten das es wenige gibt die da auf einer Wellenlänge mit ihm sind somit auch mit uns sind .

Was ich damit sagen möchte ist das ich es mittlerweile einfach sehr schwierige finde ab einen gewissen Alter tiefgründig Freundschaften aufzubauen Die meisten haben Freundschaften aus der Vergangenheit die ihnen reichen, sind zu sehr mit der Familie beschäftigt das selten noch Energie, Zeit und Lust da ist um sich um neue zu bemühen und deswegen evt auch ein Gewisser Ansprüchen der neue "Freundschaft" gegenüber entsteht.

Also mein Tipp sei Mutig, Stark und Offen und Versuche es immer wieder aufs neue und evt hast du ja irgendwann das Glück auf jemanden zu treffen wo die Chemie stimmt. Auch wenn die Gefahr des Scheiterns sehr groß ist, eben so auch schnell Selbstzweifel entstehen, glaub ich fest daran das es sich lohnen kann auch wenn ich bis jetzt auch noch nicht diese Glück hatte glaube ich einfach daran .
Julesjune
4 Beiträge
28.12.2021 15:42
Hey
Erst einmal: Es tut mir leid, dass du dir scheinbar schon über lange Zeit solche Gedanken machst oder Sorgen hast, ob du etwas falsch machst. Letztendlich denke ich, ist man mittlerweile in dem Alter, in dem man keinen mehr gefallen "muss". Ich war und bin auch eine eher ruhige Person und hatte schon immer einen kleineren Freundeskreis, dafür hatte ich aber meist auch intensivere Freundschaften. Ist halt nicht so einfach, dass zwei ruhige Seelen einander finden.

Aber natürlich ist es trotzdem wichtig, dass man Rückhalt bzw. Menschen hat, mit denen man sich austauschen kann und die zu einem halten, auch außerhalb der eigenen vier Wände (meiner Meinung nach, man muss sich auch mal auskotzen können ). Daher ist es mir im Laufe der Zeit immer wichtiger geworden, bestehende Freund- oder Bekanntschaften zu "halten", als neue dazu zu gewinnen.

Vielleicht wirkst du durch deine ruhige Art auch einfach desinteressiert auf (neue) Bekanntschaften, also so nach dem Motto: Von der kommt ja nicht viel/ hör ich auch nichts mehr. Also quasi das, was du vielleicht über die Anderen denkst? Ich kann mich da selber nicht von freisprechen, dass man sich auch immer mal wieder Zeit nehmen muss, um Freundschaften zu pflegen. Gerade, wenn man selbst Familie hat und viel Anderes um die Ohren hat, ist das alles kein Selbstläufer mehr

Wünsche dir auf jeden Fall alles Gute
kataleia
12191 Beiträge
28.12.2021 16:30
Irgendwann haben so alle Menschen das Stadium erreicht, in dem sie nur noch Aktiv beibehalten und etwas dafür tun, was ihnen gut tut.

Parallel ändert sich das Leben und die Prioritäten mit Kind und ggf noch Job, Familie und Sachen die wirklich wichtig für einen sind

Andere Sachen werden teilweise unabsichtlich vergessen.

Eben vor allem sich bei Leuten melden. Gerade wenn es nur Leute für gewisse Dinge sind.
Oder es kompliziert ist einen Termin zu finden. Oder wenn die andere Person öfter absagt, verschiebt oder zu spät kommt.

Das meiste sind Lebensabschnittsgefährten.

Denn viele Leute passen nur in gewisse Lebensabschnitte.

Und dazu kommt, dass ich und viele mit denen ich es schon über so solche Themen hatte, auch einfach gerne zu Hause chillen ohne Besuch wenn die Kinder schlafen.

Oder einfach mal ganz alleine einkaufen gehen ohne Freundin dabei, wenn es denn mal so ist.

Gerade durch corona habe ich auch "Familie aussortiert".

Wen ich nicht vermisst habe, musste ich jetzt auch im Sommer als es ging nicht zwanghaft wieder sehen.

Mein Leben ist auch so gefüllt.

Hier gibt's ne Hand voll Leute, die man spontan fragt oder sich verabredet oder gefragt wird, ob man zusammen in den Park/Wald/zum See geht, damit das Kind/die Kinder andere Kinder haben und es einfach bereichert.
Zwerginator
6996 Beiträge
28.12.2021 19:01
Vielleicht unterscheiden sich eure Lebenswelten zu sehr?

Mein engster Freundeskreis besteht aus drei Mama mit sehr ähnlichem Lebensentwurf, Interessen, politischen Ansichten und Hobbies und unsere Kinder sind durch unsere Freundschaft auch befreundet.
Senami3
1520 Beiträge
28.12.2021 23:16
Vielleicht bist du einfach anfangs zu schwierig einzuschätzen? Ich hatte kürzlich eine Bekannte, die extrem ruhig und schüchtern war und mit der ich mich circa ein halbes Jahr lang regelmäßig traf. Bei den letzten Treffen hatte ich schon fast ein schlechtes Gewissen, dass fast ausschließlich ich redete und dass ich von ihr so wenig erfahren habe. Irgendwie wollte ich mich nicht mehr "entblößen" und mich fragen, ob sie mir nicht traut, dass sie so wenig erzählte. Seitdem habe ich Anfragen abgesagt für Treffen, ich mochte nicht mehr mit dem schlechtem Gefühl da raus gehen, sie wieder mal "zugetextet" zu haben - teils auch, weil sie nichts sagte. Die wenige Zeit, die ich habe, möchte ich ausgewogene Freundschaften führen. Die Zeit zu investieren, rauszufinden, ob da später mehr gekommen wäre, war mir tatsächlich zu aufwendig.
.Grinsebacke.
1313 Beiträge
29.12.2021 06:09
Ich habe leider auch das gleiche Problem wie du. Ich bin sehr schüchtern und zurückhaltend, auf andere wirke ich "seltsam". Ich muss die Menschen erstmal kennenlernen um aufzutauen.
Ich kann dir leider auch keinen Tipp geben. Ich habe begonnen damit nicht mehr traurig zu sein über Menschen die keinen Kontakt möchten. Ich genieße die Zeit mit den Menschen die mir wichtig sind. Traurig macht mich das aber schon etwas
Mondkind
14546 Beiträge
14.01.2022 20:28
Zitat von Jaspina1:

Erstmal tut es mir total leid für dich. Das muss sich wirklich blöd anfühlen.

Das einzige, was mir einfällt ,ist, dass du ihnen vielleicht wirklich zu langweilig bist. Ich selbst schätze Menschen, die mich bereichern, von denen ich etwas lernen kann, die interessante Fragen stellen etc.
Vielleicht würde es helfen, wenn du mehr deiner Ideen teilst, statt eine gute Zuhörerin zu sein. Weisst du, wie ich meine?

Oder du bist so still, dass du uninteressiert wirkst? Bei sehr schüchternen Menschen denke ich auch manchmal, dass sie kein Interesse an einer Freundschaft haben.

Vielleicht kannst du über das Internet oder über einen Verein Freunde finden, die deine Interessen teilen?


Das finde ich total schwierig wenn der Charakter eben so ist. Dauerhaft verstellen geht nie gut. Das wirkt nicht echt und noch seltsamer. Ich bin auch Typ ruhig. Viele Menschen kommen damit nicht klar, andere schon. Die paar passen halt zu mir und den Rest kann man nicht erzwingen. Vielleicht ist der Typ Mensch mit ähnlichen Interessen usw nicht dabei gewesen. Ich würde mich nie nie verstellen für andere. Vielleicht hat die TS ja ein bestimmtes Hobby und kann darüber jemanden kennenlernen. Das was die einen "bereichernd" finden kann für den nächsten einfach furzlangweilig sein. Es muss die Chemie halt stimmen. Von innen. Nicht aus zwang.
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