Mütter- und Schwangerenforum

Ein wenig verzweifelt, ein wenig verunsichert und ganz viel keine Ahnung

Samsina
10 Beiträge
20.10.2015 15:42
Hallo liebe Community,

ich habe leider keinen Vorstellungs-Thread oder ähnliches gefunden daher falle ich mal gleich hier mit der Tür ins Haus

Zu mir: ich bin w. 35, mein Mann 38, wir sind im Januar 15 Jahre zusammen und davon jetzt 2 Monate verheiratet und haben keine Kinder.

Irgendwie war ich immer der Meinung, Kinder haben noch Zeit. Wir haben zwar ab und an über das Thema gesprochen aber ich hatte damals nie den Drang Mutter zu werden. Da wir beruflich und Privat vieles ausprobiert haben und jetzt erst einen guten und sicheren Standpunkt im Leben haben, hatte ich irgendwie immer den Eindruck, nun sei es schon reichlich spät für Kinder. Ich muss ehrlich zugeben; in den letzten 5 Jahren habe ich das Thema eher verdrängt. Vor 3,5 Jahren wurde meine Schwester zum ersten Mal Mutter. In dieser zeit kam sehr häufig der Drang nach einem eigenen Kind auf. Allerdings wurde dieses Gefühl immer von starker Angst begleitet. Angst, es mit einem eigenen Kind nicht zu schaffen. Also wurde der Gedanke oft wieder verdrängt. Aber in letzter Zeit spüre ich sehr häufig, dass mein Mann sich doch irgendwo ein Kind wünscht. Und auch ich habe im Moment ganz stark mit mir zu kämpfen. Ich bereue es zutiefst, dass mein Leben bisher so gelaufen ist wie es nun mal ist. Dass ich nicht eher über Kinder o.ä. nachgedacht habe. Zu mindestens nie ernsthaft. Klar ich bin noch nicht zu alt für Kinder. Der Wunsch nach einem Kind wird langsam größer.
Aber ich habe zuviel Angst davor. Angst vor der Veränderung, Angst vor dem Finanziellen. Wir gehen beide in Vollzeit arbeiten verdienen aber gerade genug, um zu zweit über die Runden zu kommen. Sparen ist da nicht drin. Da kommen bei mir zu allererst die Fragen auf: wie sollte sowas finanziell klappen? Bei uns wäre ein Umzug ein Muss, da wir kein Kinderzimmer hätten. Und dann was alles an Anschaffungen gemacht werden müsste. Und anderseits denke ich, wenn ich daheim bliebe, wie sollten wir da mit dem Geld auskommen? Was würde mir denn überhaupt zustehen als Leistung? Ich habe absolut keine Ahnung von Kindergeld, Erziehungsgeld, Elterngeld und was es da noch alles gibt.
Ich habe bisher schon oft Sprüche gehört wie "Willst du nur keine Kinder weil du Angst hast es finanziell nicht zu schaffen?" Ja davor habe ich Angst. Ich weiß nicht, ob das vernünftiges Denken ist oder ob ich dafür verurteilt werde. Wie war das bei euch? Hattet ihr diese Ängste auch? Und wie seid ihr damit umgegangen? Sätze wie "irgendwie geht das immer" habe ich auch schon mehrfach gehört. Und viele sagen, wenn man das Geld nicht hat soll man auch keine Kinder in die Welt setzen. Ich verzweifele langsam an dem Gedanken was nun das Richtige wäre. Ich weiß, dass ein Kind alles verändern würde aber ich weiß auch, dass ich später vielleicht bereuen könnte, keine eigenen Kinder bekommen zu haben. Oft habe ich Gedanken wie "Lass es doch einfach drauf ankommen; wird schon irgendwie klappen" aber dann schaltet sich die Vernunft und die Angst dazu.
Und dann sitze ich da, ein wenig Verzweifelt, ein wenig ratlos und absolut mit meinen Gedanken überfordert. Kennt das jemand von euch oder hat jemand ähnliches durchlebt?
Sorry, wenn der Text recht lang geworden ist aber ich würde mich sehr freuen mich mit einigen hier austauschen zu können, um das Ganze vielleicht irgendwie klarer zu sehen oder aus einer anderen Sicht zu betrachten.
shelyra
69263 Beiträge
20.10.2015 15:52
erstmal: willkommen in unserer runde!

woran hapert es bei euch denn genau? habt ihr schonmal versucht nen anderen, besser bezahlten job zu finden? das wäre die erste hürde die ich angehen würde.
danach käme die wohnungssuche. kann man ja jetzt schonmal machen und sich ungezwungen umschauen. vielleicht kostet ne andere wohnung mit mehr zimmern gar nicht soviel mehr als eure jetztige.

wenn du arbeitest, dann bekommst du 6 wochen vor der geburt deines kindes und 8 wochen danach mutterschutzgeld in höhe deines lohnes. danach würdest du elterngeld bekommen - das sind 67% deines durchschnittlichen lohnes der letzten 12 monate vor dem mutterschutz! ausgezahlt wird es entweder bis zum 1.geb deines kindes. oder man teilt es auf bis zum 2.geb, bekommt dann aber nur die hälfte pro monat.
dazu gibt es noch kindergeld für dein kind wenn es auf der welt ist. im moment sind es 188€, ab januar dann 190€ pro monat.
ob ihr sonstige zuschüsse bekommen würdet hängt von vielen faktoren ab. aber es gibt noch möglichkeiten wie wohngeld, kinderzuschlag usw. das müsste man dann aber indiiduell sehen.
Samsina
10 Beiträge
20.10.2015 16:24
Huhu

und vielen Dank erstmal für deine Antwort.
Na ja einen besser bezahlten Job zu finden ist erstmal gar nicht so einfach. Ich bin der Meinung wir verdienen für unsere Verhältnisse genug. Ich verdiene allerdings netto 300€ mehr als mein Mann.
Ich habe mal mit einem Elterngeldrechner ausgerechnet was mir zustehen würde. Da kamen gute 800€ heraus - also eine ganze Ecke weniger als ich jetzt verdiene. Dazu käme doch dann das Kindergeld noch oder? Sonst nix.
Und das dann auch nur für 12 Monate richtig? Ich gehe stark davon aus, dass ich alleine daheim bleiben würde. Was passiert nach den 12 Monaten? Wenn man nicht arbeiten gehen kann/möchte wie auch immer...Hartz IV?
Ich bin momentan 11 Stunden am Tag außer Haus (7-18 Uhr, davon 9 Stunden Arbeitszeit und je 1 Stunde an und abfahrt). Da wäre es für mich ja relativ unmöglich eine passende Kita zu finden. Außerdem weiß ich nicht wie ich damit klar käme mein Kind mit 1 Jahr schon in eine Kita zu geben und es praktisch nur abends abhole um es dann ins Bett zu bringen - sozusagen.
Also bliebe mir ja nur diese Möglichkeiten: entweder ich entscheid mich zu Hause zu bleiben und zum Hartz IV Fall zu werden, da wir mit dem Netto Einkommen meines Mannes bei Weitem nicht auskommen würden oder aber wieder arbeiten zu gehen und dafür sozusagen auf das Kind verzichten (Kita). Oder halt von vornherein zu sagen: keine Kinder.

Wie habt ihr das gehandhabt? Habt ihr eure Kinder nach eurer finanziellen Lage geplant; sprich: ob ihr euch ein Kind leisten könnt oder nicht?
Samsina
10 Beiträge
20.10.2015 16:24
Huhu

und vielen Dank erstmal für deine Antwort.
Na ja einen besser bezahlten Job zu finden ist erstmal gar nicht so einfach. Ich bin der Meinung wir verdienen für unsere Verhältnisse genug. Ich verdiene allerdings netto 300€ mehr als mein Mann.
Ich habe mal mit einem Elterngeldrechner ausgerechnet was mir zustehen würde. Da kamen gute 800€ heraus - also eine ganze Ecke weniger als ich jetzt verdiene. Dazu käme doch dann das Kindergeld noch oder? Sonst nix.
Und das dann auch nur für 12 Monate richtig? Ich gehe stark davon aus, dass ich alleine daheim bleiben würde. Was passiert nach den 12 Monaten? Wenn man nicht arbeiten gehen kann/möchte wie auch immer...Hartz IV?
Ich bin momentan 11 Stunden am Tag außer Haus (7-18 Uhr, davon 9 Stunden Arbeitszeit und je 1 Stunde an und abfahrt). Da wäre es für mich ja relativ unmöglich eine passende Kita zu finden. Außerdem weiß ich nicht wie ich damit klar käme mein Kind mit 1 Jahr schon in eine Kita zu geben und es praktisch nur abends abhole um es dann ins Bett zu bringen - sozusagen.
Also bliebe mir ja nur diese Möglichkeiten: entweder ich entscheid mich zu Hause zu bleiben und zum Hartz IV Fall zu werden, da wir mit dem Netto Einkommen meines Mannes bei Weitem nicht auskommen würden oder aber wieder arbeiten zu gehen und dafür sozusagen auf das Kind verzichten (Kita). Oder halt von vornherein zu sagen: keine Kinder.

Wie habt ihr das gehandhabt? Habt ihr eure Kinder nach eurer finanziellen Lage geplant; sprich: ob ihr euch ein Kind leisten könnt oder nicht?
20.10.2015 16:33
Hallo.
Zuerst diese Sprüche wie "wenn man kein Geld hat,sollte man keine Kinder auf die Welt setzten" sind sowas von blöde.
Ich hab mit 19 mein Kind bekommen und bereue es kein Stück. Denn ich hatte eher angst davor, erst mit 40 Mutter zu werden.

Deine angst ist verständlich, aber wenn du den Wunsch nach einem Kind hast, dann warte nicht mehr . Das leben ist doch so schon kurz genug. Und heut zu tage kommt man auch mit wenig Geld klar.
sasah
264 Beiträge
20.10.2015 16:39
Hallo
Also zu erst muss ich dir sagen das deine fragen berächtigt sind.
Also ich persönlich finde 800 Euro die du bekommst schon ganz viel und dann 190 EurokKinder Geld, soviel bekommt ich nicht das kann ich dir jetzt schon sagen ich bekomme ca 650 Euro mit kindergeld kann auch etwas mehr sein , das sehe ich nächstes Jahr.
Also es gibt klar Menschen dir weniger haben und gut damit aus kommen trotz kund, hängt davon ab " wie verschwenderisch" ihr seit was habt ihr an Rechnung etc.
Ich kann nur sagen Geld spielt da für mich da nicht die haupt Rolle , ein Kind entsteht aus liebe nicht des Geldes wegen wobei es immer schön ist was auf der Kante zu haben , zu dem geht dein Mann ja auch arbeiten
shelyra
69263 Beiträge
20.10.2015 17:05
ich finde die finanzielle frage schon berechtigt! kinder kosten nun mal geld und wollen versorgt werden. von luft alleine kann man es nicht ernähren

wir haben uns vorher schon durchgerechnet ob und wieviel kinder wir uns leisten können. am anfang mögen sie zwar nicht viel kosten (kleidung und ausstattung bekommt man oft sehr günstig gebraucht im internet oder flohmarkt), aber je größer sie werden umso mehr kosten sie. ab 3 zahlt man fast überall eintritt bei ausflüge, dann wollen sie sportkurse besuchen, instrumente spielen usw

rechnet doch mal durch ob ihr mit deinem elterngeld plus kindergeld für 1 jahr zurecht kommen würdet.
über kita-kosten kann man auch schon mal informieren. wobei es hier auch zuschüsse vom jugendamt gibt (je nach gehalt der familie).
wenn du so einen langen arbeitsweg hast ist vielleicht in umzug in die nähere umgebung auch nicht so verkehrt? denn 11std kita ist schon sehr lange und wird eigentlich auch nciht so gerne gesehen. mal abgesehen davon, dass man erstmal eine finden muss die solange offen hat.
scayyscayy
356 Beiträge
20.10.2015 17:07
Kindergeld bekommst du nicht nur ein Jahr sondern steht deinem Kind bis 25 (?) Zu, wenn es bis dahin noch eine Ausbildung oder ähnliches macht ..
Das elterngeld hast du ein jahr. Aber vielleicht kannst du danach auf Teilzeit arbeiten ?
Es ist schwer zu sagen , wie man das finanzielle bei euch einschätzen soll als Mutter wenn man nicht weiß wie viele Einnahmen und Ausgaben ihr habt.
Ardilla
1939 Beiträge
20.10.2015 19:05
Ich hatte genau die gleichen Gedanken und mich fast gegen ein Kind entschieden. Heute merke ich meine Tochter finanziell gar nicht wirklich. Sie fällt nicht so ins Gewicht, wie ich es gedacht hatte. Klar, Windeln und co. Dafür haben wir eher nette Deutschlandurlaube als Fernreisen gemacht, irgendwie kaufe ich ihr gefühlt ständig Klamotten und mir nie, meine Hobbies und Interessen sind anders... Nicht unbedingt, um mich einzuschränken, dass ist einfach so passiert und ich merke es nicht bewusst.
Was ich sagen will: da kommt nicht ein Kostenverursacher, sondern etwas was das ganze Leben umwirft und das im positiven Sinne. Wenn Du Familie hast, dann bekommst du vermutlich mehr geschenkt, als Dir lieb ist und vieles ist Secondhand wie neu.
Durchrechnen ist daher nie verkehrt, aber man kann vieles dabei nicht berücksichtigen. Ich würde mich tatsächlich einschränken wenn nötig, da einem der Nachwuchs soooo viel gibt.

Meine Tochter geht seitdem sie 1 ist in die Kita und zu den Omas. Ich arbeite 75prozent Teilzeit in Elternzeit.
Samsina
10 Beiträge
20.10.2015 19:16
Also zu allererst muss ich zu meinem Arbeitsweg sagen, dass ich in der gleichen Stadt wohne wie ich arbeite. Ich muss nur leider mit den Öffentlichen fahren und 2x umsteigen. Ich gehe um 7 Uhr aus dem Haus und komme dann mit Fußweg und Warten um 7:45 Uhr auf der Arbeit an. Um 17 Uhr ist Feierabend und um 17:13 Uhr bekomme ich meine Bahn, so dass ich um 17:50 Uhr zu Hause die Tür aufschließe Daher wäre ein Umzug in die Nähe für mich eigentlich unsinnig; außerdem würde ich auch nur ungern direkt neben der Arbeit wohnen (die auch noch in einem Industriegebiet liegt )

Ich gehe halt auch diverse Szenarien durch, was wäre wenn ich danach meine alte Arbeit wieder aufnehme (bin unbefristet beschäftigt); ich müsste ja auch mit den Öffentlichen das Kind zur Kita bringen und Abends wieder abholen - an sowas denke ich natürlich auch. Mein Mann fällt da leider raus, da er im Krankentransport tätig ist, von seinem Kollegen abgeholt wird und ganz unterschiedliche Arbeitszeiten hat (er weiß immer erst am Vortag wie er am nächsten Tag arbeiten muss - je nach bestellten Krankenfahrten) Ein neuer Job danach in Teilzeit? Da wiege ich wiederum ab, dass ich ja jetzt einen relativ guten unbefristeten Job hab. Diesen aufgeben und mich neu orientieren? Mit kleinem Kind woanders neu einzusteigen ist ja leider auch nicht leicht.

Zum Einkommen: wir haben für 2 Personen mit unserem jetzigen Verdienst und nach allen Abzügen ca. 850€ zum Leben zur Verfügung. Für Kleidung, Verpflegung, Hobby und halt alles was dazu gehört. Klar an den Ausgaben kann man auch noch was sparen; das ist uns auch mehr als bewusst.
Sollte ich das Elterngeld was ich errechnet habe bekommen, hätte ich schon einen "Verlust" von ca. 550€ - also deutlich weniger müsste aber eine "Person" mehr versorgen. Und nach den 12 Monaten Elterngeld müsste ich ja zumindestens wieder das verdienen was ich vorher hatte, um unseren Lebensstandart von vor dem Kinderkriegen wieder herzustellen. Und das wäre ja in Teilzeit absolut nicht drin.
Ich hoffe ihr versteht meine Sorgen.....
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