Mütter- und Schwangerenforum

Ständige Kontaktaufnahme des KV

18.03.2023 18:34
Hi an alle.

Ich bin ganz neu hier. Hoffe ich kann von eurer Erfahrung profitieren und finde evtl etwas Rückenhalt auch bei euch, ich bin gefühlt kurz vorm Burnout...

Trennung vor 3,5 Jahren, KV zog bei "Arbeitskollegin" ein. 1 Jahr nicht um unsren Sohn gekümmert oder ihn sehen wollen. Nach 1 Jahr wechselte er zur nächsten Arbeitskollegin, seither wollte er aggressiv Umgang. Es eskalierte beim JA und Beratungsstelle (er meinte, mit Anwalt müsse er dort nimmer erscheinen), es folgte Gericht.

Es gibt die gerichtliche Regelung des Umgangs. 14 tägig Sa 10uhr bis So 18uhr. 14 tägig Donnerstag 14:30-18uhr. Innerhalb von Elternberatung sollte erweitert werden auf Fr 14:30- Mo früh 14tägig. Donnerstag 14 tägig bleibt unverändert.
Haben wir nun langsam so gesteigert, es läuft relativ gut, aber.....
Mein Sohn wird 4. Er äußert jedes Mal, dass er nicht zum Papa will. Sagt das auch bei meinen ehemaligen Schwiegereltern (sind mir eine wahnsinnige Hilfe und Unterstützung). Sagt es stampfend und um sich hauend in der Kita. Läuft rückwärts vorm Vater weg. Streckt die Arme nach mir aus und ruft "Mama hilf mir, ich will nicht". Hockt sich in Ecken und zeigt mit dem Finger auf den KV "geh weg, verschwinde". Er geht nur mit, wenn seine Partnerin dabei ist. Und auch nur von ihr erzählt er nach Umgängen, nicht ein Mal fällt das Wort "Papa". Hat laut KV regelmäßig sehr krasse Wutanfälle, auch mit Autoaggression. Sowas kenn ich von meinen Sohn nicht, auch nicht die Großeltern. Äußert regelmäßig beim KV "ich will ganz viel Zeit bei Mama und Oma sein" (hat er so in der Elternberatung erzählt).
Jetzt waren wir zum 3. Mal (!) bei der Elternberatung, um Umgang und Urlaub 2023 zu regeln. Jedes Mal kommt er mit einem anderen Umgangsmodell, zuletzt mit dem Wechselmodell (eigentlich wollte er nur 1 Übernachtung mehr haben). Alle Abmachungen die wir in den Elternberatungen treffen, widerruft er noch am gleichen Tag. Bei der letzten Beratung, als er schon wieder mit was Neuem kam, haben die Berater abgebrochen und uns Einzeltermine gegeben, die nun in 2 Wochen sind.
Der KV meldet sich fast täglich bei mir seit ca einem Jahr ganz arg immer nach den Elternberatungen und wenn meine Umgangszeit ist. Seit neustem auch wenn er den Kleinen bei sich hat. Fordert aggressiv Antworten und setzt Fristen. Redet mir in meine Umgangszeit rein. Ist beleidigend. Drohte letztens, vor meiner Tür zu stehen. Schreibt mir wegen jeder Kleinigkeit (Nasenbluten hier, Hemd zerrissen da, geweint hier,...). Er fragt mich ständig nach Sachen die ich ihm schon erzählt habe oder in der Elternberatung besprochen wurden. Er will nicht telefonieren zum schnellen klären von Fragen, er könne sich das nicht merken und es wäre ne Stresssituation für ihn. Selbst Anrufe wenn ich mitm Kleinen in der Notaufnahme bin, kann er sich nicht merken und pisst mich hinterher an, wieso ich ihm nicht Bescheid sage.

Ich hab gute Unterstützung von Freunden, meiner Familie und der Familie vom KV. Ich geh zum Stressabbau ins Fitnessstudio oder spazieren im Wald. Ich meditiere. Geh meinem Hobby nach, soweit zeitlich möglich. Hab mir Hilfe durch eine Psychologin geholt. Sie hat sich die gesamte Geschichte ab Trennung angehört und die letzten WhatsApp Nachrichten gelesen und meinte, ich mache alles richtig, meine Antworten seien kurz und bündig ohne Emotionen und Angriffe. Die Gegenseite wirke sehr brauchend.

Diese täglichen Nachrichten machen mich krank. Habt ihr einen Tipp zum Eigenschutz?
Hab mir jetzt ein Prepaidhandy gekauft, die Nummer kriegt er dann und dann blockiere ich ihn beim alten Handy überall. Über die neue Nummer nur SMS und Anrufe. Er hatte mehrfach versprochen, WhatsApp nicht inflationär zu nutzen, aber er hält sich einfach nicht dran. Auch ein Pendelbuch lehnt er ab. Telefonieren zu bestimmten Zeiten lehnt er ab. Schreiben zu bestimmten Zeiten lehnt er ab.

Wie kann ich mir helfen und mich noch mehr schützen? Mein Sohn braucht eine starke Mama.....
19.03.2023 10:22
Hey erstmal wünsche ich dir viel Kraft und möchte dich wissen lassen - es gibt noch mehr solcher Fälle. Ich habe hier vor kurzen ein sehr ähnliches Thema eröffnet.
Ich habe sowas auch Jahre lang mitgemacht.
Zu den Äußerungen des Kindes kann ich nicht so viel sagen. Gibt bei uns auch solche Phasen. Der Papa bringt ihn dann aber nach Hause, wenn er merkt, unser kind will wirklich nicht.

Ich habe das schon oft in verschiedenen Stellen angesprochen. Und nun nach 5 Jahren habe ich einen Berater soweit, dass er bei der schrittweisen Erweiterung des Umgangs (ab Herbst) unseren Sohn von einer kinderpsychologin begleiten lassen wird, um herauszufinden ob mein Sohn das eigentlich selbst auch so möchte.

Zum anderen Thema kann ich nur sagen. Ich bin nach langer langer Zeit und vielen Versuchen nun endlich umgestiegen auf emails. Und diese checke ich immer nur am Abend bevor mein Sohn zu Papa geht.
Ich habe das JA ins Boot geholt. Ihm Dort gesagt, dass er fragen zu seinem Umgang dann vorab stellen muss, wenn er rechtzeitig ne Antwort haben will und habe dort aufgezeigt warum ich das so mache.
Die Frau dort hat es dann befürwortet (um Ruhe reinzubringen) und ihm blieb nichts anderes mehr übrig, als es zu akzeptieren.

Ich hatte zeitgleich ein Schreiben mit Kontaktverbot dabei. Weil er mehrfach die Woche vor der Tür stand und auch mehrmals pro Tag anrief. Ich habe darin aufgezählt was ich dulde und was nicht (blöd, aber wenn’s nicht anders verstanden wird…) und dass er dies sonst auch nochmal gerichtlich angeordnet bekommen kann. Seit dem ist Ruhe.

Wir haben uns nun auf Beratung (Bzw Besprechung einiger Dinge) 2x im Jahr geeinigt und ansonsten ignoriere ich alles „Gelaber“ in den Mails oder Verweise auf frühere Mails, wenn es schon Infos dazu gab. Ich glaube langsam checkt er es und auch seine Mails werden kürzer.

Das geht jetzt glaube ich seit zwei Monaten so und es ist der pure Luxus. So viel Harmonie im Alltag. So viel besserer Schlaf!
Ich würde dir also raten, es „öffentlich“ zu kommunizieren, wie es ab jetzt für dich läuft. Betone dass Du Grenzen ziehen musst. Und dann halte dich konsequent daran. Ich weiß das ist schwer. Ich bin oft in guten Phasen zurückgerudert, oder weil ich dachte es wäre besser für mein kind, gemeinsame Treffen zu machen oder Ähnliches. Aber nein.
Ab und zu frage ich, ob er Papa mal anrufen möchte oder so, dann kommt mal ja, mal nein. Ich lasse sie in Ruhe reden und gut ist. Ich selbst nehme von ihm so viel Abstand wie es nur geht.
Sarah2022
2367 Beiträge
19.03.2023 15:50
Ich kann dir nicht viel sagen, weil ich nicht alleinerziehnd bin.

Daher nur ein Wort zum Thema "WhatsApp".
1.) Du kannst dort einstellen, dass man nicht sieht wann die online bist und ob du die Nachrichten gelesen hast. Mach das bitte unbedingt. Der KV braucht keine Kontrolle über dich haben.
2.) Antworte nur noch alle paar Tage und nur ganz ganz kurz. Wenn er sich darüber beschwert schreibe nach 2 Tagen, dass du leider vorher keine Zeit hattest. Oder dass du in all dem Stress eibfach vergessen hast zu antworten. Zeig dem KV damit deutlich, dass er keine Priorität mehr bei dir hat.
3.) Sichere alle Daten des Chats. Vielleicht brauchst du sie noch irgendwann beim Jugendamt oder vor Gericht.

Also man braucht keine neue Nummer, kein neues Handy etc.
Ignorieren und kein Interesse zeigen reicht ganz oft auch schon aus. So bin ich auch eine Bekannte los geworden, die mir dauernd irgendwelche dämlichen Nachrichten schickte und eine prompte Reaktion erwartete.

19.03.2023 16:06
Also bei uns hat Nachrichten ignorieren zu Beleidigungen vor den Nachbarn und Randale an der Haustür geführt. Reicht oft eben auch nicht aus. Neues Handy / Nummer usw hatte ich auch.
19.03.2023 16:16
Hab tausend Dank für deine Worte und Erfahrung. Das hilft mir sehr ❤️
19.03.2023 16:25
Hey Sara2022. Hab auch du vielen Dank für deine Zeit und Antwort.

Dass er nicht sieht wann ich online bin und ob ich die Nachrichten gelesen habe, habe ich schon vor 6 Monaten eingestellt.
Es geht mir bei der neuen Nummer eher darum, dass auf meinem Handy keine Nachrichten von ihm mehr angezeigt werden (auch wenn ich ihn im Archivordner habe, sieht man eine Ziffer dahinter, wenn er geschrieben hat.... Das zu sehen reicht bei mir für Herzrasen, Übelkeit, Erbrechen, Atemnot...)

Mich alle 2 Tage melden mit Begründung.... Kommt nicht für mich in Frage. Ich brauch und möchte mich nicht rechtfertigen. Er fragt Dinge, die schon geklärt und besprochen und verschriftlicht wurden. Dinge, die Pillepalle sind und bis zur Übergabe hätten warten können. Antworte ich nicht oder verspätet, geht er in Beleidigung über.

Die Chats sind gespeichert, aber bisher wollte sich nur meine Psychologin damit beschäftigen. Kein Amt kein Gericht, keine Polizei.
Metalgoth
17541 Beiträge
20.03.2023 10:56
Was sagt der soziale Dienst dazu?
Die dürfen auch nur beraten; aber es hilft dir zumindest, sie mit im Boot zu haben.
Ansonsten kann dir vielleicht eine Rechtberatung helfen (pro familia, SkF, wasauchimmer)
Ich denke, dass du dagegen gerichtlich vorgehen kannst, sofern du wirklich alles dokumentierst.
20.03.2023 21:47
Zitat von Metalgoth:

Was sagt der soziale Dienst dazu?
Die dürfen auch nur beraten; aber es hilft dir zumindest, sie mit im Boot zu haben.
Ansonsten kann dir vielleicht eine Rechtberatung helfen (pro familia, SkF, wasauchimmer)
Ich denke, dass du dagegen gerichtlich vorgehen kannst, sofern du wirklich alles dokumentierst.


Hey und danke dir
Das Einzelgespräch in der Elternberatung hab ich erst in 2 Wochen. Ich habs in der Vergangenheit in den letzten gemeinsamen Beratungen immer mal angesprochen. Darauf kam die Aussage : erstmal Umgang und Jahresplanung fest haben, danach Kommunikation besprechen. Der KV hängt jedoch seit 3 Beratungen noch bei Punkt 1 fest

Ich erhoffe mit dort Richtungen, die mir in der Kommunikation aufgezeigt werden. Ich selbst hab jetzt eine Art Kommunikationsrichtlinie geschrieben, bin gespannt, wie es angenommen wird.
Wenn das so beschlossen ist und er sich nicht dran hält, schalte ich meine Anwältin ein. Mach den Zauber seit mehr als 1 Jahr mit, reicht mir.

Hab noch einen schönen Abend!
Metalgoth
17541 Beiträge
21.03.2023 12:19
Zitat von BuddhaUndBrot:

Zitat von Metalgoth:

Was sagt der soziale Dienst dazu?
Die dürfen auch nur beraten; aber es hilft dir zumindest, sie mit im Boot zu haben.
Ansonsten kann dir vielleicht eine Rechtberatung helfen (pro familia, SkF, wasauchimmer)
Ich denke, dass du dagegen gerichtlich vorgehen kannst, sofern du wirklich alles dokumentierst.


Hey und danke dir
Das Einzelgespräch in der Elternberatung hab ich erst in 2 Wochen. Ich habs in der Vergangenheit in den letzten gemeinsamen Beratungen immer mal angesprochen. Darauf kam die Aussage : erstmal Umgang und Jahresplanung fest haben, danach Kommunikation besprechen. Der KV hängt jedoch seit 3 Beratungen noch bei Punkt 1 fest

Ich erhoffe mit dort Richtungen, die mir in der Kommunikation aufgezeigt werden. Ich selbst hab jetzt eine Art Kommunikationsrichtlinie geschrieben, bin gespannt, wie es angenommen wird.
Wenn das so beschlossen ist und er sich nicht dran hält, schalte ich meine Anwältin ein. Mach den Zauber seit mehr als 1 Jahr mit, reicht mir.

Hab noch einen schönen Abend!

Mein Ex hat das auch mal versucht anfangs. Nicht ganz so krass. Aber ständige Anrufe in der Erwartung, ich müsse für ihn immer erreichbar sein.
Aber da haben ignorieren und Gespräche mit dem sozialen Dienst ausgereicht.

Inzwischen haben wir beidseitig Familienhilfen, die in solchen Fällen vermitteln können, damit ich mit diesem Menschen wirklich nichts mehr zu tun haben muss.

Es kommt auch 6 Jahre nach der Trennung oft noch der Vorwurf, ich sei "nie erreichbar"
Aber da hab ich durch die Familienhilfe eben ne verlässliche "Partnerin" zur Seite, die sich für mich auch vors Jugendamt stellt, um denen zu sagen, dass der Mist, den er verbreitet, eben nicht stimmt.
21.03.2023 12:23
Zitat von Metalgoth:

Zitat von BuddhaUndBrot:

Zitat von Metalgoth:

Was sagt der soziale Dienst dazu?
Die dürfen auch nur beraten; aber es hilft dir zumindest, sie mit im Boot zu haben.
Ansonsten kann dir vielleicht eine Rechtberatung helfen (pro familia, SkF, wasauchimmer)
Ich denke, dass du dagegen gerichtlich vorgehen kannst, sofern du wirklich alles dokumentierst.


Hey und danke dir
Das Einzelgespräch in der Elternberatung hab ich erst in 2 Wochen. Ich habs in der Vergangenheit in den letzten gemeinsamen Beratungen immer mal angesprochen. Darauf kam die Aussage : erstmal Umgang und Jahresplanung fest haben, danach Kommunikation besprechen. Der KV hängt jedoch seit 3 Beratungen noch bei Punkt 1 fest

Ich erhoffe mit dort Richtungen, die mir in der Kommunikation aufgezeigt werden. Ich selbst hab jetzt eine Art Kommunikationsrichtlinie geschrieben, bin gespannt, wie es angenommen wird.
Wenn das so beschlossen ist und er sich nicht dran hält, schalte ich meine Anwältin ein. Mach den Zauber seit mehr als 1 Jahr mit, reicht mir.

Hab noch einen schönen Abend!

Mein Ex hat das auch mal versucht anfangs. Nicht ganz so krass. Aber ständige Anrufe in der Erwartung, ich müsse für ihn immer erreichbar sein.
Aber da haben ignorieren und Gespräche mit dem sozialen Dienst ausgereicht.

Inzwischen haben wir beidseitig Familienhilfen, die in solchen Fällen vermitteln können, damit ich mit diesem Menschen wirklich nichts mehr zu tun haben muss.

Es kommt auch 6 Jahre nach der Trennung oft noch der Vorwurf, ich sei "nie erreichbar"
Aber da hab ich durch die Familienhilfe eben ne verlässliche "Partnerin" zur Seite, die sich für mich auch vors Jugendamt stellt, um denen zu sagen, dass der Mist, den er verbreitet, eben nicht stimmt.


Oh wow ich freu mich so sehr für dich, dass das so gut funktioniert wunderbare Sache
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