Mütter- und Schwangerenforum

Umgangsrecht mit 3 Jahren

gluehwuermchen2
1 Beiträge
05.04.2021 08:10
Hallo,

unsere Tochter ist vor einer Woche 3 Jahre alt geworden. Mein Partner und ich haben uns im Januar getrennt. Seit März darf sie nun einmal die Woche auch bei ihm übernachten. Mir war es noch zu früh, aber er wollte sie unbedingt bei sich übernachten lassen. Ich habe immer gesagt, lass uns gucken, wie es dem Kind dabei geht. Tja, und das ist jetzt nun einmal schwer zu beurteilen ..

Was ist ein normaler Umgang in dem Alter? Er möchte tatsächlich noch mehr Übernachtungen mit ihr einfordern, alle zwei WE von Freitag bis Montag. Meine Tochter und ich waren bis Ende Februar nur eine Nacht bisher von einander getrennt. Sie war es jedoch gewohnt auch vom Papa ins Bett gebracht zu werden, da wir uns hier zu Hause noch abgewechselt haben als wir noch zusammen waren.

Wir drei sehen uns leider fast jeden Tag, da er auch unter der Woche vorbeikommt und sie in die Kita bringt und Donnerstag und Freitag Nachmittag Zeit mit ihr nach der Kita verbringt. Es tut uns allen allerdings nicht gut, da unsere Beziehung noch sehr toxisch ist. Leider fällt es ihm schwer, vor der Kleinen keine Diskussion anzufangen.

Was sind eure Erfahrungen/ Ideen bei einem 3-jährigen Kind? Mir zerbricht es jedes Mal das Herz, wenn die Kleine nicht da ist.
Danke und liebe Grüße!
DieOhneNamen
23988 Beiträge
05.04.2021 08:15
Hallo.
Dein Kind hat ein Recht seinen Vater häufiger zu sehen.
Vielleicht wäre das Wechselmodell etwas, geht auch mit einem 3Jährigen?

Natürlich ist es für die Mama schwer, aber er scheint ja aktiv in der Erziehung beteiligt zu sein, also stelle deine Bedürfnisse zurück und gib deinem Kind die Zeit mit ihrem Papa.

( der ja auch seine Rechte hat)

Lg
Cookie88
34051 Beiträge
05.04.2021 08:29
Hast du oder dein Kind ein Problem mit den Übernachtungen?
Mit 3 kann man ja doch äußern was man möchte.
Wenn es nur du bist die gegen die Übernachtungen ist dann spielt das finde ich in dem Alter keine Rolle mehr, gerade auch wenn der Papa das ins Bett bringen etc schon vorher übernommen hat.
Stanismom
321 Beiträge
05.04.2021 08:34
IWir hatten von 2,5 bis 4,5 eine Übernachtung/ Woche (auch MEIN Kind hatte davor nie eine Nacht ohne mich verbracht) und dan und wann ein Wochenende,
danach - auch durch Wohnortwechsel - alle zwei Wochen das Wochenende plus mehrere ganze Wochen (Ferien).

Wenn es keine TRIFTIGEN Grund gibt...sei froh, dass er sich kümmern will. Kind braucht Vater . UND: AE sein ist kein Kindergeburtstag. ...selbst, wenn Du vorher die Hauptbetreuerin warst.

Alles Liebe!
Zwerginator
6778 Beiträge
05.04.2021 08:45
Dir "zerbricht es das Herz" , aber so leid es mir tut das zu sagen, das ist dein Problem.
Sie hat bisher genauso mit ihm gelebt wie mit dir und solange sie sich nicht dagegen ausspricht hat sie das Recht genauso die Tage und Nächte mit Papa zu verbringen.
Kirschmuffin
4479 Beiträge
05.04.2021 08:47
Es tut mir leid, dass die Situation für dich so schwierig ist.
Ich kann das sehr gut verstehen.

Wie hat er sich denn als Vater gemacht, als ihr noch zusammen wart? Wenn du eure Beziehungsprobleme mal außen vor lässt? Wart ihr in Erziehungsfragen einer Meinung? Hälst du ihn für einen liebevollen Vater? Vertraust du ihm, dass er eure Tochter gut behandelt?

Wenn ja, dann solltest du negativen Gefühle, die sich aus eurem toxischen Verhältnis ergeben, beiseite schieben.

Freu dich, dass er Interesse an seinem Kind hat und die Verantwortung mittragen möchte. Es gibt auch Väter, die sich überhaupt nicht für ihre Kinder interessieren, nach einer Trennung

Auch wenn es schwer fällt, Vater und Tochter haben genauso ein Recht auf Zeit miteinander wie du als Mutter.
Da müsst ihr einfach einen Weg finden.

Wenn euer Verhältnis so schwierig ist, würde ich schauen, dass er sie auch in der Woche, wenn er sie sehen möchte, zu sich nimmt/spazieren geht o.ä., statt bei euch Zuhause zu hocken. Streit vor dem Kind sollte ja auch nach der Trennung nicht an der Tagesordnung sein.

Ich kann auch aus meiner Erfahrung berichten:
Trennung als mein Großer circa ein halbes Jahr alt war.
Daraufhin zunächst mehrmals die Woche Umgang in meiner Wohnung, Spaziergänge mit dem Vater nachmittags. Jeden Freitag hatten wir "Familientag" und haben zu dritt was unternommen (Verhältnis war zum Glück freundschaftlich). Er passte auch regelmäßig über Nacht auf ihn auf, allerdings zunächst in meiner Wohnung, also der gewohnten Umgebung des Kindes - ich bin dann ab und zu mal abends mit Freunden ausgegangen.
Als er 2 Jahre alt wurde, zog ich mit ihm ca. 45 km weit weg. Ab da gab es dann die berühmten Papa-Wochenenden alle 2 Wochen. Da schlief er dann komplett von Freitag bis Sonntag bei ihm. Er hat das eigentlich immer gut mitgemacht (wobei es auch Phasen gab, wo er nicht so gerne hin wollte). Ich muss sagen, dadurch dass er das gewohnt war, hatte er später nie Probleme, mal woanders zu schlafen. Oma, Kindergartenübernachtung, Freunde, Klassenfahrt. Das hab ich immer als Vorteil gesehen
Jetzt ist er 11 und wir regeln es immernoch so. Ab und an ist er in den Ferien mal ein paar Tage länger dort.
Für uns passt das alles so.

Natürlich ist das auch für mich als Mutter nicht immer einfach. Ich musste auch lernen loszulassen.
Die Ansichten in der Erziehung klaffen teils weit auseinander, aber in den meisten Dingen haben wir es doch immer irgendwie geschafft, an einem Strang zu ziehen.

Die Situation ist für alle neu und alle müssen sich damit arrangieren.

Letztendlich ist das wichtigste, dass es dem Kind gut geht. Dafür muss man sich wirklich bemühen, die Beziehungsprobleme auszublenden. Wenn das Kind immer die Differenzen zwischen den Eltern mitbekommt, wird es sich automatisch nicht wohlfühlen können in der Situation.

Ihr solltet versuchen, eine Lösung zu finden, mit der alle gut leben können.
Ermögliche deiner Tochter und ihrem Vater gemeinsame Zeit, sofern es ihnen gut tut. Schau aber natürlich auch auf dich, dass du nicht leidest (damit meine ich nicht das Vermissen deines Kindes, daran musst du dich wohl gewöhnen - sondern eben z.B. die Besuche des Vaters in eurer Wohnung, die dich ja scheinbar belasten).

Alles Gute
nilou
9662 Beiträge
05.04.2021 08:53
Schaut das ihr an eurer Elternbeziehung arbeitet und die Paarbeziehung abhackt. Evt. zusammen mit einer Beratungsstelle. Die Trennung ist noch frisch, ihr werdet diese 2 Beziehunsgebenen noch vermischen. Der Papa muss lernen mit dir Sachen allein auszudiskutieren und nicht vor dem Kind. Das braucht noch Zeit, auch da ihr unbefangener miteinander umgeht.

Damit wird es dann auch leichter für dich, das euer Kind bei ihm ist.

Ihr scheint nicht weit voneinander weg zu wohnen. Das mit dem jeden Tag sehen wäre mir persönlich auch irgendwann zu viel, gerade wenn man erst die Trennung verarbeitet. Für das Kind ist es für den Übergang aber gut.
Elsilein
11960 Beiträge
05.04.2021 10:35
Was spricht dagegen, dem Vater den gewünschten Umgang zu gewähren?
Ich selbst war ab meinem dritten Lebensjahr einen Tag/Woche plus jedes zweite Wochenende über Nacht bei meinem Papa. Es hat mir nicht geschadet - er ist doch der Papa und gehört dazu. Ich finde es traurig und schlimm für Vater und Kind, ihn so ausschließen zu wollen.
Findet eine Regelung, mit der ihr alle drei gut leben könnt. Bezieht euer Kind mit ein. Es kann sich ja schon selbst äußern. Wenn ihr nah beieinander wohnt und das Kind spontan den Wunsch hat, Papa zu sehen - was spricht dann sagen, ihn zu besu oder ihn zu treffen?
Holt das Jugendamt mit ins Boot, um eine Umgangsregelung zu finden, die allen Familienmitgliedern gerecht wird.
YellowBird
3412 Beiträge
05.04.2021 10:40
Hallo gluehwuermchen,

"Ich habe immer gesagt, lass uns gucken, wie es dem Kind dabei geht. Tja, und das ist jetzt nun einmal schwer zu beurteilen .."

Dann ist es offenbar relativ gut gelaufen, denn wenn es eine Katastrophe geworden wäre, hätte sich dein Kind vermutlich im Nachhinein, spätestens vor dem nächsten Übernachtungstermin, auffällig genug verhalten, sodass du es hier geschildert hättest, oder?

"Was ist ein normaler Umgang in dem Alter? Er möchte tatsächlich noch mehr Übernachtungen mit ihr einfordern, alle zwei WE von Freitag bis Montag."

Das klingt - aus Mamasicht - natürlich hart, aber aus Umgangssicht ehrlich gesagt völlig normal.

"Wir drei sehen uns leider fast jeden Tag, da er auch unter der Woche vorbeikommt und sie in die Kita bringt und Donnerstag und Freitag Nachmittag Zeit mit ihr nach der Kita verbringt."

Bei dir stecken verständlicherweise noch heftige Emotionen dahinter. Aber mal aus objektiverer Sicht: Toll! Wie schön! Der Papa übernimmt Verantwortung und möchte offenbar nicht nur die Spaß-Rolle übernehmen, sondern unterstützt auch organisatorisch, indem er das Kind zur Kita bringt und dann auch noch zwei Nachmittage mit dem Kind zusammen ist. Hättest du nach einem guten Umgangsmodell gefragt, hättest du bestimmt genau sowas als Vorschlag bekommen.

"Es tut uns allen allerdings nicht gut, da unsere Beziehung noch sehr toxisch ist. Leider fällt es ihm schwer, vor der Kleinen keine Diskussion anzufangen."

Dass der Papa vor der Kleinen Diskussionen anfängt, ist wirklich gar nicht gut und sollte aufhören. Aber ihn kannst du, gerade in eurer Situation schwer ändern. Also schau mal auf dich. Was kannst du beitragen, um die Situation für dein Kind schöner zu machen?

Ich glaube, in dir brodelt eure gesamte Vergangenheit. Dafür kann dein Kind aber nichts und dein Kind kann in dieser Situation nur glücklich werden,

- wenn du und der Vater ein freundliches Miteinander vor dem Kind finden
- wenn der Vater einen vernünftigen und von dir unbewerteten Umgang mit dem Kind haben kann
- wenn ihr euer Kind nicht in Loyalitätskonflikte bringt.

Ist alles schnell notiert, aber sicher eine wahnsinnige Herausforderung, das umzusetzen.

Gerade, dass der Umgang, auf den ihr euch einigt, beim Vater von dir unbewertet bleibt, finde ich wichtig. Selbst WENN er das Kind den ganzen Tag vor dem Fernseher parken würde, selbst WENN dein Kind beim Vater anfangs noch ein bisschen Mama vermissen sollte (ich meine kein Kind, das vor Verzweiflung untröstlich weint), dann ist das SEINE VERANTWORTUNG. Es ist genauso sein Kind wie deins und vermutlich möchte er genauso das Beste für das Kind wie du. Vermutlich blutet ihm auch das Papaherz, sein Kind so wenig zu sehen, nicht mehr jeden Abend gemeinsam Abendbrot zu essen, es nicht vor dem Einschlafen zu sehen, es nicht mehr regelmäßig ins Bett bringen zu können, ... Er vermisst sein Kind im Moment abends vermutlich 6 Tage die Woche und du meckerst, weil du alle 14 Tage keine drei Nächte erträgst? Das wären, wenn das Kind trotzdem einmal pro Woche dort schläft, von 14 Nächten immer noch 9 Übernachtungen zu Hause und 5 beim Papa. Das wäre eher dem Papa gegenüber unfair, WENN es um EUCH ginge. Aber um euch geht es ja nicht mal.

Ich wünsche dir und deiner nun getrennt lebenden Familie, dass ihr ein harmonisches Miteinander findet - für euer Kind.
NpunktBpunkt
222 Beiträge
05.04.2021 12:53
Seh es mal umgekehrt. Wenn der Hauptwohnsitz der Kleinen beim Papa wäre. Wieviel bzw wie oft und lange würdest du sie sehen wollen? Das solltest
Du deinem Ex dann gewähren.

Woher kommt dieser Irrglaube, dass Papas ruhig tagelang ohne die Kids aushalten müssen und Mamas werden bemitleidet, wenn das Kind mal beim Papa schläft? Ist der Papa weniger wert? Liebt der Papa weniger? Ich glaube nicht...
Mimolino
1988 Beiträge
05.04.2021 17:35
Zitat von Zwerginator:

Dir "zerbricht es das Herz" , aber so leid es mir tut das zu sagen, das ist dein Problem.
Sie hat bisher genauso mit ihm gelebt wie mit dir und solange sie sich nicht dagegen ausspricht hat sie das Recht genauso die Tage und Nächte mit Papa zu verbringen.


Sehe ich genau so!

Meine Tochter hat seit der Trennung (da war sie 2,5 Jahre alt) jedes WE eine Nacht dort geschlafen.Irgenwann haben wir dann aber auf alle 14 Tage das ganze WE geschwenkt.
Deiner Tochter muss es in erster Linie damit gut gehen nicht dir!
JuRa1014
5432 Beiträge
05.04.2021 17:56
Zitat von Cookie88:

Hast du oder dein Kind ein Problem mit den Übernachtungen?
Mit 3 kann man ja doch äußern was man möchte.
Wenn es nur du bist die gegen die Übernachtungen ist dann spielt das finde ich in dem Alter keine Rolle mehr, gerade auch wenn der Papa das ins Bett bringen etc schon vorher übernommen hat.
genau das gleiche habe ich auch gedacht.
ella1804
601 Beiträge
06.04.2021 17:16
Ich denke auch das es momentan noch schwierig ist, da die Trennung noch recht frisch ist.
Hier war der Papa anfangs auch noch oft da um die Kinder zu sehen und klar war das für mich sehr schwierig und ich hab das auch nur für die Kinder durch gestanden.
Aber das wird besser. Hier ist die Trennung jetzt 10 Monate her und so seit Dezember letzten Jahres läuft es soweit gut. Er holt die Kinder ab und nimmt sie mit zu sich anstatt dann bei uns zu sitzen.
Er hat sie in der Regel 2 nachmittage die Woche und je nach Schicht mal am Wochenende. Nicht regelmäßig d das aufgrund von Schichten und nachts arbeiten schwierig ist.
Wichtig finde ich es schon das sie sich regelmäßig sehen, die große ist 10 und der kleine ist 4 geworden ums ja jammert der kleine gelegentlich abends weil er die Mama vermisst. Aber er freut sich auf den Papa und geht ohne Probleme hin.

Und wie der Rest schon sagte, es ist super das der Papa sich mit einbringt und mit der Zeit wird es besser.
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