Mütter- und Schwangerenforum

Schlimme Schlafprobleme Kleinkind 18 Monate

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Wisu
5116 Beiträge
11.02.2021 09:49
Wir sind vom stundenlangen hin und herlaufen auf einen Gymnastik Ball gewechselt. Von da auf meinen Bauch gekuschelt mit leichten wippbewegungen und irgendwann hat das nebeneinander liegen gereicht.
Und so ist es bis heute. Manchmal kommt noch "Mama Arm" aber das darf er auch
11.02.2021 09:52
Zitat von FrauKugelrund:

Mein letztes Kind war 1 zu 1 so. Wir haben es ihm gelassen und ihn jede verdammte Nacht getragen. Das Kind macht das ja nicht, um dich zu ärgern, sondern weil es Angst hat. Das einfach auszusitzen, finde ich persönlich falsch, auch wenn das Laufen ordentlich an die Substanz geht. Du lieferst dir ja auch kein Kuschelduell mit einer Spinne, wenn du Angst hast oder verweilst glücklich lange auf hohen Brücken bei Höhenangst. Angst ist nie rational.

Bewegung gibt seit jeher Sicherheit. Solange das Baby getragen wird, ist es in Sicherheit und kein Säbelzahntiger frisst es. Liegt es ohne Bewegung, ist die Gefahr größer und es schreit, bis das Sicherheitsgefühl wieder hergestellt ist.

Ich kann dir sagen, es verwächst sich. Unser Kleinster ist jetzt 22 Monate alt und seit etwa 1-2 Monaten wird es immer besser. Das Laufen wird immer weniger und wenn es ganz gut läuft, kommt er nur noch 1x pro Nacht.
Gib deinem Kind die Zeit, lass deinen Partner auch übernehmen, schenkt ihm den Schutz, den er braucht. Es ist scheiße, es ist anstrengend, aber es gibt deinem Kind Geborgenheit und Sicherheit. Und mit 18 trägst du sicher nicht mehr. Das gibt sich.

Ich denke, das ist so nicht ganz richtig.
Das Kind weint nicht (zumindest nicht direkt), weil es Angst hat. Das Kind weint, weil ihm dieses "getragen werden" eintrainiert wurde und weil es dann beim Aufwachen fehlt. Und durch das immer wieder nachgeben, immer wieder nachts aufstehen, immer wieder in den Schlaf tragen wird diese Gewohnheit aufrecht erhalten.

Und da du den Säbelzahntiger ansprichst (mein Lieblingssteinzeitbabyschlafverhaltensvergleichsti er )... Das Kind (und jeder Mensch in jedem Alter) wird ganz natürlich mehrmals in der Nacht wach. Es schaut, ob alles okay ist oder ob es brennt in der Höhle (kann es in Höhlen überhaupt brennen? ), ob die Sippe noch da ist, ob der Säbelzahntiger mit Salz- und Pfefferstreuer in den Pfoten über dem Bettchen steht. Ist alles so wie immer, schläft es weiter, ohne zu merken, dass es überhaupt wach ist. Wenn aber irgendwas nicht richtig, also anders als beim Einschlafen ist, dann geht die Alarmanlage los, denn diese Veränderung ist potentielle Gefahr.

Nun, die "Angst", von der du sprichst, ist in dem Fall nicht natürlich, sondern leider (oder Gott sei Dank) antrainiert. Und wenn die Situation Mama und Kind einfach extrem körperlich belastet (Schlafmangel, Rückenschmerzen und ja, auch nervliche Überforderung irgendwann), ist ein "weiter durchhalten müssen" nicht der beste und auch nicht der gesündeste und schonendste Weg. Was hat das Kind davon, wenn die Mama es zwar jede Nacht vier Kilometer durch die Wohnung trägt, dafür aber tagsüber irgendwann die Nerven verliert?

Die Lösung liegt darin, dem Kind Schritt für Schritt Sicherheit in der veränderten Schlafsituation zu vermitteln. Das klappt leider nicht mit Erklären bei einem 1,5-Jährigen. Das klappt nur mit Erfahrung. Und da muss das Kind leider durch. Im Bettchen liegen, Mama an seiner Seite, die gut zurecht, streichelt, beruhigt. Und das beim Einschlafen am Abend wie auch beim nächtlichen Aufwachen. Die Einschlafsituation ist entscheidend, denn nur so kann das Kind lernen, das eigene Bett beim "Säbelzahntiger-Check" als sichere Zone anzunehmen. Es wird dann zwar immer noch wach, schläft dann aber gleich wieder ein und merkt nicht einmal, dass es wach gewesen ist.

Übrigens ist Rudelschlafen mit der ganzen Sippe als Schutz vor Gefahren durchaus evolutionär bedingt "in uns drin", nächtelanges herumgetragen werden jedoch nicht. Warum auch hätten diverse Höhlenmenschen das tun sollen? Das ist antrainiert, das hat nichts mit unseren Instinkten zu tun und das kann mit viel Mühe und leider auch mit unruhigen Nächten "umgepolt" werden.
FrauKugelrund
903 Beiträge
11.02.2021 11:08
Zitat von nilou:

Zitat von FrauKugelrund:

Mein letztes Kind war 1 zu 1 so. Wir haben es ihm gelassen und ihn jede verdammte Nacht getragen. Das Kind macht das ja nicht, um dich zu ärgern, sondern weil es Angst hat. Das einfach auszusitzen, finde ich persönlich falsch, auch wenn das Laufen ordentlich an die Substanz geht. Du lieferst dir ja auch kein Kuschelduell mit einer Spinne, wenn du Angst hast oder verweilst glücklich lange auf hohen Brücken bei Höhenangst. Angst ist nie rational.

Bewegung gibt seit jeher Sicherheit. Solange das Baby getragen wird, ist es in Sicherheit und kein Säbelzahntiger frisst es. Liegt es ohne Bewegung, ist die Gefahr größer und es schreit, bis das Sicherheitsgefühl wieder hergestellt ist.

Ich kann dir sagen, es verwächst sich. Unser Kleinster ist jetzt 22 Monate alt und seit etwa 1-2 Monaten wird es immer besser. Das Laufen wird immer weniger und wenn es ganz gut läuft, kommt er nur noch 1x pro Nacht.
Gib deinem Kind die Zeit, lass deinen Partner auch übernehmen, schenkt ihm den Schutz, den er braucht. Es ist scheiße, es ist anstrengend, aber es gibt deinem Kind Geborgenheit und Sicherheit. Und mit 18 trägst du sicher nicht mehr. Das gibt sich.


Sie ist alleinerziehend. Und wenn der Rücken es nicht mehr mitmacht was willst du dann machen?

Wir hatten solchen Betttragezeiten nicht, meinem Rücken hat das alleinerziehend mit Baby/Kleinkind trotzdem extrem geschadet. Kind, Einkäufe etc alles immer alleine tragen über Jahre. Hätte ich da abends noch so was gemacht hätte sich meine Bandscheibe verabschiedet.


Das mit dem alleinerziehend hatte ich nicht gelesen.

Dann würde ich dennoch eher Physio, Aufbau der Rückenmuskulatur oder ähnliches vorschlagen. Oder zusätzlich.
FrauKugelrund
903 Beiträge
11.02.2021 11:10
Zitat von Elsilein:

Zitat von FrauKugelrund:

Mein letztes Kind war 1 zu 1 so. Wir haben es ihm gelassen und ihn jede verdammte Nacht getragen. Das Kind macht das ja nicht, um dich zu ärgern, sondern weil es Angst hat. Das einfach auszusitzen, finde ich persönlich falsch, auch wenn das Laufen ordentlich an die Substanz geht. Du lieferst dir ja auch kein Kuschelduell mit einer Spinne, wenn du Angst hast oder verweilst glücklich lange auf hohen Brücken bei Höhenangst. Angst ist nie rational.

Bewegung gibt seit jeher Sicherheit. Solange das Baby getragen wird, ist es in Sicherheit und kein Säbelzahntiger frisst es. Liegt es ohne Bewegung, ist die Gefahr größer und es schreit, bis das Sicherheitsgefühl wieder hergestellt ist.

Ich kann dir sagen, es verwächst sich. Unser Kleinster ist jetzt 22 Monate alt und seit etwa 1-2 Monaten wird es immer besser. Das Laufen wird immer weniger und wenn es ganz gut läuft, kommt er nur noch 1x pro Nacht.
Gib deinem Kind die Zeit, lass deinen Partner auch übernehmen, schenkt ihm den Schutz, den er braucht. Es ist scheiße, es ist anstrengend, aber es gibt deinem Kind Geborgenheit und Sicherheit. Und mit 18 trägst du sicher nicht mehr. Das gibt sich.

Ich denke, das ist so nicht ganz richtig.
Das Kind weint nicht (zumindest nicht direkt), weil es Angst hat. Das Kind weint, weil ihm dieses "getragen werden" eintrainiert wurde und weil es dann beim Aufwachen fehlt. Und durch das immer wieder nachgeben, immer wieder nachts aufstehen, immer wieder in den Schlaf tragen wird diese Gewohnheit aufrecht erhalten.

Und da du den Säbelzahntiger ansprichst (mein Lieblingssteinzeitbabyschlafverhaltensvergleichsti er )... Das Kind (und jeder Mensch in jedem Alter) wird ganz natürlich mehrmals in der Nacht wach. Es schaut, ob alles okay ist oder ob es brennt in der Höhle (kann es in Höhlen überhaupt brennen? ), ob die Sippe noch da ist, ob der Säbelzahntiger mit Salz- und Pfefferstreuer in den Pfoten über dem Bettchen steht. Ist alles so wie immer, schläft es weiter, ohne zu merken, dass es überhaupt wach ist. Wenn aber irgendwas nicht richtig, also anders als beim Einschlafen ist, dann geht die Alarmanlage los, denn diese Veränderung ist potentielle Gefahr.

Nun, die "Angst", von der du sprichst, ist in dem Fall nicht natürlich, sondern leider (oder Gott sei Dank) antrainiert. Und wenn die Situation Mama und Kind einfach extrem körperlich belastet (Schlafmangel, Rückenschmerzen und ja, auch nervliche Überforderung irgendwann), ist ein "weiter durchhalten müssen" nicht der beste und auch nicht der gesündeste und schonendste Weg. Was hat das Kind davon, wenn die Mama es zwar jede Nacht vier Kilometer durch die Wohnung trägt, dafür aber tagsüber irgendwann die Nerven verliert?

Die Lösung liegt darin, dem Kind Schritt für Schritt Sicherheit in der veränderten Schlafsituation zu vermitteln. Das klappt leider nicht mit Erklären bei einem 1,5-Jährigen. Das klappt nur mit Erfahrung. Und da muss das Kind leider durch. Im Bettchen liegen, Mama an seiner Seite, die gut zurecht, streichelt, beruhigt. Und das beim Einschlafen am Abend wie auch beim nächtlichen Aufwachen. Die Einschlafsituation ist entscheidend, denn nur so kann das Kind lernen, das eigene Bett beim "Säbelzahntiger-Check" als sichere Zone anzunehmen. Es wird dann zwar immer noch wach, schläft dann aber gleich wieder ein und merkt nicht einmal, dass es wach gewesen ist.

Übrigens ist Rudelschlafen mit der ganzen Sippe als Schutz vor Gefahren durchaus evolutionär bedingt "in uns drin", nächtelanges herumgetragen werden jedoch nicht. Warum auch hätten diverse Höhlenmenschen das tun sollen? Das ist antrainiert, das hat nichts mit unseren Instinkten zu tun und das kann mit viel Mühe und leider auch mit unruhigen Nächten "umgepolt" werden.


Nein, definitiv nein! Ich dachte auch immer, das sei antrainiert. Vier Kinder lang. Und dann kam Kind Nummer 5, der sich von Anfang an nie anders beruhigen ließ.
Dieses Verhalten ist von Kind zu Kind unterschiedlich ausgeprägt. Das ist zum Teil auch in der Genetik mit veranlagt.
LittleTiger
1254 Beiträge
11.02.2021 11:16
Zitat von Wisu:

Wir sind vom stundenlangen hin und herlaufen auf einen Gymnastik Ball gewechselt. Von da auf meinen Bauch gekuschelt mit leichten wippbewegungen und irgendwann hat das nebeneinander liegen gereicht.
Und so ist es bis heute. Manchmal kommt noch "Mama Arm" aber das darf er auch


Genau so hat es bei uns auch geklappt. Der Gymnastikball ist schon mal eine enorme Erleichterung, den kann ich nur empfehlen. Klar, es ist nicht so schön wie im Bett liegen, aber für den Übergang hat es Wunder gewirkt. Und jetzt schläft sie am liebsten angekuschelt im Bett ein.
Wisu
5116 Beiträge
11.02.2021 11:19
Zitat von LittleTiger:

Zitat von Wisu:

Wir sind vom stundenlangen hin und herlaufen auf einen Gymnastik Ball gewechselt. Von da auf meinen Bauch gekuschelt mit leichten wippbewegungen und irgendwann hat das nebeneinander liegen gereicht.
Und so ist es bis heute. Manchmal kommt noch "Mama Arm" aber das darf er auch


Genau so hat es bei uns auch geklappt. Der Gymnastikball ist schon mal eine enorme Erleichterung, den kann ich nur empfehlen. Klar, es ist nicht so schön wie im Bett liegen, aber für den Übergang hat es Wunder gewirkt. Und jetzt schläft sie am liebsten angekuschelt im Bett ein.


Wir haben zu Hochzeiten drei Stück davon im ganzen Haus gehabt
Ich jedem potentiellen Schlafraum einen
nilou
14690 Beiträge
11.02.2021 12:00
Zitat von FrauKugelrund:

Zitat von nilou:

Zitat von FrauKugelrund:

Mein letztes Kind war 1 zu 1 so. Wir haben es ihm gelassen und ihn jede verdammte Nacht getragen. Das Kind macht das ja nicht, um dich zu ärgern, sondern weil es Angst hat. Das einfach auszusitzen, finde ich persönlich falsch, auch wenn das Laufen ordentlich an die Substanz geht. Du lieferst dir ja auch kein Kuschelduell mit einer Spinne, wenn du Angst hast oder verweilst glücklich lange auf hohen Brücken bei Höhenangst. Angst ist nie rational.

Bewegung gibt seit jeher Sicherheit. Solange das Baby getragen wird, ist es in Sicherheit und kein Säbelzahntiger frisst es. Liegt es ohne Bewegung, ist die Gefahr größer und es schreit, bis das Sicherheitsgefühl wieder hergestellt ist.

Ich kann dir sagen, es verwächst sich. Unser Kleinster ist jetzt 22 Monate alt und seit etwa 1-2 Monaten wird es immer besser. Das Laufen wird immer weniger und wenn es ganz gut läuft, kommt er nur noch 1x pro Nacht.
Gib deinem Kind die Zeit, lass deinen Partner auch übernehmen, schenkt ihm den Schutz, den er braucht. Es ist scheiße, es ist anstrengend, aber es gibt deinem Kind Geborgenheit und Sicherheit. Und mit 18 trägst du sicher nicht mehr. Das gibt sich.


Sie ist alleinerziehend. Und wenn der Rücken es nicht mehr mitmacht was willst du dann machen?

Wir hatten solchen Betttragezeiten nicht, meinem Rücken hat das alleinerziehend mit Baby/Kleinkind trotzdem extrem geschadet. Kind, Einkäufe etc alles immer alleine tragen über Jahre. Hätte ich da abends noch so was gemacht hätte sich meine Bandscheibe verabschiedet.


Das mit dem alleinerziehend hatte ich nicht gelesen.

Dann würde ich dennoch eher Physio, Aufbau der Rückenmuskulatur oder ähnliches vorschlagen. Oder zusätzlich.


Die Tipps habe ich auch immer bekommen. Auf meine Gegenfrage wann genau ich das machen soll und wo das Kind in der Zwischenzeit hin soll kam nur Schulterzucken. Zuhause funktioniert das auch nicht, zum einen ist man abends fix und fertig und tagsüber springt das Kind ständig dazwischen. Mit ein paar mal machen ist es auch schlicht nicht getan. Rat meines Arztes: schweres/längeres Heben wo es nur geht vermeiden.

Die Pezziball Variante wäre auch eine Möglichkeit. Hier wird der Ball allerdings gehasst. Zum Glück half hier immer in den Arm nehmen oder auf meinen Bauch schlafen.

11.02.2021 13:50
Zitat von FrauKugelrund:

Zitat von Elsilein:

Zitat von FrauKugelrund:

Mein letztes Kind war 1 zu 1 so. Wir haben es ihm gelassen und ihn jede verdammte Nacht getragen. Das Kind macht das ja nicht, um dich zu ärgern, sondern weil es Angst hat. Das einfach auszusitzen, finde ich persönlich falsch, auch wenn das Laufen ordentlich an die Substanz geht. Du lieferst dir ja auch kein Kuschelduell mit einer Spinne, wenn du Angst hast oder verweilst glücklich lange auf hohen Brücken bei Höhenangst. Angst ist nie rational.

Bewegung gibt seit jeher Sicherheit. Solange das Baby getragen wird, ist es in Sicherheit und kein Säbelzahntiger frisst es. Liegt es ohne Bewegung, ist die Gefahr größer und es schreit, bis das Sicherheitsgefühl wieder hergestellt ist.

Ich kann dir sagen, es verwächst sich. Unser Kleinster ist jetzt 22 Monate alt und seit etwa 1-2 Monaten wird es immer besser. Das Laufen wird immer weniger und wenn es ganz gut läuft, kommt er nur noch 1x pro Nacht.
Gib deinem Kind die Zeit, lass deinen Partner auch übernehmen, schenkt ihm den Schutz, den er braucht. Es ist scheiße, es ist anstrengend, aber es gibt deinem Kind Geborgenheit und Sicherheit. Und mit 18 trägst du sicher nicht mehr. Das gibt sich.

Ich denke, das ist so nicht ganz richtig.
Das Kind weint nicht (zumindest nicht direkt), weil es Angst hat. Das Kind weint, weil ihm dieses "getragen werden" eintrainiert wurde und weil es dann beim Aufwachen fehlt. Und durch das immer wieder nachgeben, immer wieder nachts aufstehen, immer wieder in den Schlaf tragen wird diese Gewohnheit aufrecht erhalten.

Und da du den Säbelzahntiger ansprichst (mein Lieblingssteinzeitbabyschlafverhaltensvergleichsti er )... Das Kind (und jeder Mensch in jedem Alter) wird ganz natürlich mehrmals in der Nacht wach. Es schaut, ob alles okay ist oder ob es brennt in der Höhle (kann es in Höhlen überhaupt brennen? ), ob die Sippe noch da ist, ob der Säbelzahntiger mit Salz- und Pfefferstreuer in den Pfoten über dem Bettchen steht. Ist alles so wie immer, schläft es weiter, ohne zu merken, dass es überhaupt wach ist. Wenn aber irgendwas nicht richtig, also anders als beim Einschlafen ist, dann geht die Alarmanlage los, denn diese Veränderung ist potentielle Gefahr.

Nun, die "Angst", von der du sprichst, ist in dem Fall nicht natürlich, sondern leider (oder Gott sei Dank) antrainiert. Und wenn die Situation Mama und Kind einfach extrem körperlich belastet (Schlafmangel, Rückenschmerzen und ja, auch nervliche Überforderung irgendwann), ist ein "weiter durchhalten müssen" nicht der beste und auch nicht der gesündeste und schonendste Weg. Was hat das Kind davon, wenn die Mama es zwar jede Nacht vier Kilometer durch die Wohnung trägt, dafür aber tagsüber irgendwann die Nerven verliert?

Die Lösung liegt darin, dem Kind Schritt für Schritt Sicherheit in der veränderten Schlafsituation zu vermitteln. Das klappt leider nicht mit Erklären bei einem 1,5-Jährigen. Das klappt nur mit Erfahrung. Und da muss das Kind leider durch. Im Bettchen liegen, Mama an seiner Seite, die gut zurecht, streichelt, beruhigt. Und das beim Einschlafen am Abend wie auch beim nächtlichen Aufwachen. Die Einschlafsituation ist entscheidend, denn nur so kann das Kind lernen, das eigene Bett beim "Säbelzahntiger-Check" als sichere Zone anzunehmen. Es wird dann zwar immer noch wach, schläft dann aber gleich wieder ein und merkt nicht einmal, dass es wach gewesen ist.

Übrigens ist Rudelschlafen mit der ganzen Sippe als Schutz vor Gefahren durchaus evolutionär bedingt "in uns drin", nächtelanges herumgetragen werden jedoch nicht. Warum auch hätten diverse Höhlenmenschen das tun sollen? Das ist antrainiert, das hat nichts mit unseren Instinkten zu tun und das kann mit viel Mühe und leider auch mit unruhigen Nächten "umgepolt" werden.


Nein, definitiv nein! Ich dachte auch immer, das sei antrainiert. Vier Kinder lang. Und dann kam Kind Nummer 5, der sich von Anfang an nie anders beruhigen ließ.
Dieses Verhalten ist von Kind zu Kind unterschiedlich ausgeprägt. Das ist zum Teil auch in der Genetik mit veranlagt.

Das weißt du, obwohl du noch gar nicht versucht hast, eine Alternative zu finden?
FrauKugelrund
903 Beiträge
11.02.2021 14:32
Zitat von Elsilein:

Zitat von FrauKugelrund:

Zitat von Elsilein:

Zitat von FrauKugelrund:

Mein letztes Kind war 1 zu 1 so. Wir haben es ihm gelassen und ihn jede verdammte Nacht getragen. Das Kind macht das ja nicht, um dich zu ärgern, sondern weil es Angst hat. Das einfach auszusitzen, finde ich persönlich falsch, auch wenn das Laufen ordentlich an die Substanz geht. Du lieferst dir ja auch kein Kuschelduell mit einer Spinne, wenn du Angst hast oder verweilst glücklich lange auf hohen Brücken bei Höhenangst. Angst ist nie rational.

Bewegung gibt seit jeher Sicherheit. Solange das Baby getragen wird, ist es in Sicherheit und kein Säbelzahntiger frisst es. Liegt es ohne Bewegung, ist die Gefahr größer und es schreit, bis das Sicherheitsgefühl wieder hergestellt ist.

Ich kann dir sagen, es verwächst sich. Unser Kleinster ist jetzt 22 Monate alt und seit etwa 1-2 Monaten wird es immer besser. Das Laufen wird immer weniger und wenn es ganz gut läuft, kommt er nur noch 1x pro Nacht.
Gib deinem Kind die Zeit, lass deinen Partner auch übernehmen, schenkt ihm den Schutz, den er braucht. Es ist scheiße, es ist anstrengend, aber es gibt deinem Kind Geborgenheit und Sicherheit. Und mit 18 trägst du sicher nicht mehr. Das gibt sich.

Ich denke, das ist so nicht ganz richtig.
Das Kind weint nicht (zumindest nicht direkt), weil es Angst hat. Das Kind weint, weil ihm dieses "getragen werden" eintrainiert wurde und weil es dann beim Aufwachen fehlt. Und durch das immer wieder nachgeben, immer wieder nachts aufstehen, immer wieder in den Schlaf tragen wird diese Gewohnheit aufrecht erhalten.

Und da du den Säbelzahntiger ansprichst (mein Lieblingssteinzeitbabyschlafverhaltensvergleichsti er )... Das Kind (und jeder Mensch in jedem Alter) wird ganz natürlich mehrmals in der Nacht wach. Es schaut, ob alles okay ist oder ob es brennt in der Höhle (kann es in Höhlen überhaupt brennen? ), ob die Sippe noch da ist, ob der Säbelzahntiger mit Salz- und Pfefferstreuer in den Pfoten über dem Bettchen steht. Ist alles so wie immer, schläft es weiter, ohne zu merken, dass es überhaupt wach ist. Wenn aber irgendwas nicht richtig, also anders als beim Einschlafen ist, dann geht die Alarmanlage los, denn diese Veränderung ist potentielle Gefahr.

Nun, die "Angst", von der du sprichst, ist in dem Fall nicht natürlich, sondern leider (oder Gott sei Dank) antrainiert. Und wenn die Situation Mama und Kind einfach extrem körperlich belastet (Schlafmangel, Rückenschmerzen und ja, auch nervliche Überforderung irgendwann), ist ein "weiter durchhalten müssen" nicht der beste und auch nicht der gesündeste und schonendste Weg. Was hat das Kind davon, wenn die Mama es zwar jede Nacht vier Kilometer durch die Wohnung trägt, dafür aber tagsüber irgendwann die Nerven verliert?

Die Lösung liegt darin, dem Kind Schritt für Schritt Sicherheit in der veränderten Schlafsituation zu vermitteln. Das klappt leider nicht mit Erklären bei einem 1,5-Jährigen. Das klappt nur mit Erfahrung. Und da muss das Kind leider durch. Im Bettchen liegen, Mama an seiner Seite, die gut zurecht, streichelt, beruhigt. Und das beim Einschlafen am Abend wie auch beim nächtlichen Aufwachen. Die Einschlafsituation ist entscheidend, denn nur so kann das Kind lernen, das eigene Bett beim "Säbelzahntiger-Check" als sichere Zone anzunehmen. Es wird dann zwar immer noch wach, schläft dann aber gleich wieder ein und merkt nicht einmal, dass es wach gewesen ist.

Übrigens ist Rudelschlafen mit der ganzen Sippe als Schutz vor Gefahren durchaus evolutionär bedingt "in uns drin", nächtelanges herumgetragen werden jedoch nicht. Warum auch hätten diverse Höhlenmenschen das tun sollen? Das ist antrainiert, das hat nichts mit unseren Instinkten zu tun und das kann mit viel Mühe und leider auch mit unruhigen Nächten "umgepolt" werden.


Nein, definitiv nein! Ich dachte auch immer, das sei antrainiert. Vier Kinder lang. Und dann kam Kind Nummer 5, der sich von Anfang an nie anders beruhigen ließ.
Dieses Verhalten ist von Kind zu Kind unterschiedlich ausgeprägt. Das ist zum Teil auch in der Genetik mit veranlagt.

Das weißt du, obwohl du noch gar nicht versucht hast, eine Alternative zu finden?


Und woher nimmst du diese Annahme?
11.02.2021 14:48
Zitat von FrauKugelrund:

Zitat von Elsilein:

Zitat von FrauKugelrund:

Zitat von Elsilein:

...


Nein, definitiv nein! Ich dachte auch immer, das sei antrainiert. Vier Kinder lang. Und dann kam Kind Nummer 5, der sich von Anfang an nie anders beruhigen ließ.
Dieses Verhalten ist von Kind zu Kind unterschiedlich ausgeprägt. Das ist zum Teil auch in der Genetik mit veranlagt.

Das weißt du, obwohl du noch gar nicht versucht hast, eine Alternative zu finden?


Und woher nimmst du diese Annahme?

"Wir haben es ihm gelassen und ihn jede verdammte Nacht getragen."
FrauKugelrund
903 Beiträge
11.02.2021 15:50
Zitat von Elsilein:

Zitat von FrauKugelrund:

Zitat von Elsilein:

Zitat von FrauKugelrund:

...

Das weißt du, obwohl du noch gar nicht versucht hast, eine Alternative zu finden?


Und woher nimmst du diese Annahme?

"Wir haben es ihm gelassen und ihn jede verdammte Nacht getragen."


Du liest nur, was du lesen möchtest. Denn direkt vor deiner Behauptung habe ich folgendes geschrieben:
Und dann kam Kind Nummer 5, der sich von Anfang an nie anders beruhigen ließ.
Das impliziert sehr wohl, dass wir sämtliche Dinge versucht haben. Das einzige, was half, war allerdings Bewegung. Und zwar auf der Schulter liegend. Weder Kinderwagen noch Auto noch Petziball halfen. Schreien lassen wollte und konnte ich keines meiner Kinder. Erst mit ca 20 Monaten wurde es besser (abgesehen vom Nachtschreck alle paar Nächte) und mittlerweile klappt es meist, dass man sogar liegen bleiben kann. Es verwächst sich.
schoko_keks1234
3592 Beiträge
11.02.2021 16:05
Ich kenne das so extrem von meinem großen. Ich habe damals, als er 1 jahr alt war, die reißleine gezogen und es durchgezogen ihn in seinem bett einschlafen zu lassen, während ich daneben lag und ihn gestreichelt habe oder leise gesungen habe.

Es war nicht schön. Es hat lange gedauert, er hat gebrüllt und sich reingesteigert, aber nach 3 Tagen wurde es besser. Er war trotzdem lange Zeit davon entfernt durchzuschlafen, aber ich musste nicht mehr so viel Programm machen, damit er weiterschläft.

Ich sehe das nicht als quälen an, wenn du bei ihm bist und ihm ruhe und sicherheit gibst.
Dein Kind ist 18 Monate, in dem Alter entwickelt sich schon das eigene Köpfchen. Er kennt es zum einschlafen getragen zu werden und das will er natürlich auch. Ist ja klar. Und er wird wütend und ist enttäuscht, dass du ihm das nicht gibst.
Aaaaber, es ist auch wichtig für ihn zu lernen mit diesem Frust umzugehen.

Wappne dich innerlich dafür. Mach dir klar, dass du ihn nicht quälst, sondern ihn trotzdem liebevoll in den Schlaf begleitest. Hab Verständnis für seinen Ärger und sein weinen. Sag ihm und dir, dass du verstehst, dass das neu und schwierig ist, dass du bei ihm bist und ihn lieb hast. Versuche ruhig zu bleiben und gelassen. Dann strahlst du das auch aus und er spürt es.

Ich verstehe total gut, dass dich die Nachbarn stressen und ich finde das absolut unverschämt von diesen an die Wand zu schlagen. Du kannst nichts dafür, dass dein Kind weint. Das gilt übrigens auch nicht als lärmbelästigung.

Versuche auch das auszugleichen und zu ignorieren ( ich weiß das ist schwer)

Falls das alles nicht hilft google mal ob es in deiner Stadt eine Schreiambulanz gibt. Die haben oft auch gute Tipps und helfen.
Da bekommst du bessere unterstützen als beim Kinderarzt.

Alles gute
11.02.2021 16:24
Zitat von FrauKugelrund:

Zitat von Elsilein:

Zitat von FrauKugelrund:

Zitat von Elsilein:

...


Und woher nimmst du diese Annahme?

"Wir haben es ihm gelassen und ihn jede verdammte Nacht getragen."


Du liest nur, was du lesen möchtest. Denn direkt vor deiner Behauptung habe ich folgendes geschrieben:
Und dann kam Kind Nummer 5, der sich von Anfang an nie anders beruhigen ließ.
Das impliziert sehr wohl, dass wir sämtliche Dinge versucht haben. Das einzige, was half, war allerdings Bewegung. Und zwar auf der Schulter liegend. Weder Kinderwagen noch Auto noch Petziball halfen. Schreien lassen wollte und konnte ich keines meiner Kinder. Erst mit ca 20 Monaten wurde es besser (abgesehen vom Nachtschreck alle paar Nächte) und mittlerweile klappt es meist, dass man sogar liegen bleiben kann. Es verwächst sich.

Dann habe ich dich wohl falsch verstanden. Kommt vor.
Nun, wir müssen in dieser Hinsicht auch nicht einer Meinung sein. Lassen wir das einfach mal so stehen.
Ich bleibe trotzdem bei meinem Standpunkt: Es handelt sich hier schon lange nicht mehr um einen Säugling und ein Kind mit 1,5 Jahren ist noch sehr klein, kann aber durchaus zu seinem eigenen Wohl zu einem anderen Schlafverhalten umerzogen werden. Ich sage nicht, dass es schön wird. Aber es ist möglich und nötig. Musst du ja nicht nachmachen oder gut finden. Aber die TS hat ja aktiv nach Lösungen gefragt, weil sie als Alleinerziehende auf dem Zahnfleisch geht. Da mit Muskelaufbau und Physio zu kommen ist vielleicht irgendwie gut gemeint, aber nun auch nicht die Lösung des Problems.
blattlaus
135 Beiträge
15.02.2021 11:17
mein kleiner sohn ist jetzt 20 monate und schläft auch nicht durch... er schläft bei mir im bett und in manchen nächten war es sogar so schlimm, dass ich mich nicht einmal in die entgegengesetzte richtung drehen durfte. seit kurzem ist es aber besser, er wacht jetzt immer nur kurz auf und schläft sofort wieder weiter, wenn ich mit ihm kuschle. uns hat eine osteopathin weitergeholfen. seitdem ist es wirklich besser.
ob es bei dir wirklich was mit dem tragen zu tun hat, weiß ich nicht. mein großer sohn wurde auch jeden abend in den schlaf getragen und war seit jeher ein guter schläfer.
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