Mütter- und Schwangerenforum

Frühgeburt - Trauma ?!

Kindskopf
273 Beiträge
13.04.2013 22:56
Hallo ihr Lieben,

Am 01.10.12 kam mein kleiner Liebling in der 31 Ssw per Kaiserschnitt zur Welt. Ich habe mir so sehr ein Baby gewünscht und mich so auf die Schwangerschaft gefreut. Doch leider hatte ich von Beginn an Probleme - angefangen schon beim Schwangerwerden. Es klappte nur mit Hilfe einer Hormontherapie und ich trug eine schwere Überstimulation mit Wasser im Bauch davon - doch ich wurde schwanger und ich war überglücklich !

Dann lag die Placenta vor dem Muttermund und verursachte Probleme wie Schmierblutungen und Schmerzen und die Aussicht auf die Notwendigkeit eines Kaoserschnittes , wo ich mir doch so sehr eine natürliche ,friedliche Geburt wünschte - doch ich hatte Glück und die Placenta zog sich nach einigen Wochen doch noch in die richtige Position!

Dann kam bei einer Routinevorsorge der Verdacht einer auffälligen Nackenfalte - dabei wollte ich das gar nicht testen lassen . Aber es war so auffällig , dass selbst mir beim Ultraschall aufgefallen ist ,dass das sehr merkwürdig aussieht.
Also Überweisung zum Spezialisten und Nackenfaltenmessung . Auch hier E auffällige Werte und dringender Verdacht auf eine Behinderung.
Ich lies mich verunsichern und stimmte einer Fruchtwasseruntersuchung zu-
Dabei wollte ich so etwas nie machen - doch auch hier hatten wir Glück und der Befund war ohne Auffälligkeiten.

Dann stellte man fest , dass sich der Muttermund ab der 22. Woche zu verkürzen begann . Ab der 24. Ssw lag ich dann in der Uniklinik mit verkürztem Gebärmutterhals mit Trichterbildung und frühzeitigen Wehen.
In der 30. Ssw dürfte ich nach Hause - und nur eine Woche später machte sich unser Kleiner auf den Weg mit unaufhaltsamer Wehentätigkeit und Muttermunderöffnung - Entschluss zur Notsectio

Mein Liebling kam mit 1705 g und 40 cm Körpergröße zur Welt. Ihm ging es sehr schlecht, hatte vielerlei Probleme - wir waren über zwei Monate auf der Frühchenintensivstation ,dann durften wir endlich nach Hause.

Heute geht es ihm Gott sei Dank gut und ich liebe ihn abgöttisch.

Abe ich mache mir starke Vorwürfe. Habe entsetzliche Schuldgefühle. Ich war leichtsinnig geworden , habe mich nicht genug geschont , habe nach dem Krankenhausaufenthalt immer noch gescherzt , dass ich wahrscheinlich übertrage und noch eingeleitet werden muss.

Zuvor habe ich immer gesagt ich bin schwanger und nicht krank. Habe die Augen verdreht wenn jemand sagte ,Leg dich doch mal hin, ruh dich mal aus... Ich bin doch Jung, mir geht es gut, ich fühle mich fit ...

Dabei wollte ich doch alles richtig machen, hätte niemals geraucht,getrunken oder ähnliches ... Hab keine Salami oder rohen Fisch mehr gegessen ...

Zu der Zeit als in der Klinik lag wollte ich nach den 5 Wochen unbedingt endlich Nachhause - im Nachhinein wäre ich lieber bis zum ET dort liegen geblieben wenn mein Kleiner dann hätte in meinem Bauch bleiben können...

Ich habe es nicht geglaubt , dass es wirklich zu früh kommt. Ich wünschte mir so sehr ich hätte gewusst was ich jetzt weiß . Hätte die Lage besser eingeschätzt.

Ich liebe ihm so sehr und es tut mir so verdammt leid , was er mitmachen musste. Kann den Gedanken kaum ertragen , dass es so kritisch um ihn stand, dass er hätte sterben können. Ich wollte mein Baby doch immer ganz liebevoll und friedlich auf dieser Welt empfangen. Doch wegen mir wurde er aus mir herausgeschnitten und von fremden,kalten Händen -die versuchten ihm das Leben zu retten- in Empfang genommen und gequält mit unzähligen Nadeln etc . Er bekam einen Tubus zur künstlichen Beamtung, eine Magensonde , mehrere Zugänge am Hals , Händchen und Füßchen und wurde allein in einen Inkubator gelegt.

Dieser Schmerz zerfrisst mich - zurecht. Das werde ich mir nie verzeihen können.
mamamone
31266 Beiträge
13.04.2013 23:05
Du bist seine Mami, die ihn über alles liebt und nur das zählt, vor euch liegt eine wunderschöne Zukunft, in der du ihm alles geben wirst was eine Mutter ihrem Kind nur geben kann. Du wirst ihn bis immer lieben, du würdest für ihn töten, durchs Feuer gehen und du würdest für dein Kind dein eigenes Leben geben, und nur das zählt.
Sicherlich hatte ihr Beide nicht den besten Start, aber das ist Vergagenheit, nimm das Schicksal an, dass euch auferlegt wurde, keiner kann wissen ob es anders glaufen wäre wenn du in der Klink geblieben wärst, man kann sich gegen das Schicksal nicht auflehen, man kann es nur annehmen und damit leben.
13.04.2013 23:08
Lass dich mal unbekannterweise drücken! Ich kann dich nur zu gut verstehen, meine kleine kam bei 32+ 1 und ich habe nach über 3 Jahren immer noch Schuldgefuehle und könnte weinen, wenn ich an die Zeit zurueckdenke und es tut mir so unendlich leid, dass sie so einen schweren Start ins leben hatte. Ich habe letzend erst wieder gelesen, dass eine Frühgeburt für viele Mütter ein Trauma ist, und viele Kliniken bieten wohl psychologische Unterstützung an. Hast du dir schon mal Gedanken gemacht, psychologische Hilfe zu suchen, um mit Hilfe eines Therapeuten das zu verabeiten? Mir hat das sehr gut getan, das gefuehl, ihr mit der fruehgeburt " was angetan zu haben" ist zwar noch da, aber es wird besser. Ich kann nur zugut verstehen, wie du dich fühlst! Vielleicht gibt es bei euch auch Selbsthilfegruppen für fruehchenmuetter? Kannst du mit deinem Partner denn darüber reden, bzw. Versteht er deine Schuldgefuehle? Mein Mann hat es leider nie nachvollziehen können, und hat immer nur gemeint, es geht ihr doch gut und versteht garnicht, wie ich auf den Gedanken komme, schuld zu sein an der Frühgeburt. Dein kleiner ist ja gerade mal 6 Monate alt, es ist also noch relativ frisch, aber glaube mir, es wird mit der Zeit besser, wenn der Schmerz wohl auch nie vollständig vergehen wird.
miaa
15612 Beiträge
13.04.2013 23:53
du Arme *drück dich mal* Kann dir nur vorab empfehlen dir Hilfe zu holen mit solchen Gedanken ist nicht zu spaßen.

Ich selbst bin Mama von 2 Frühchen (33+0 und 36+1). Es war keine einfache Zeit und auch Heute (3,5 Jahre später) frage ich mich immer noch ob er manchmal so ist weil er so viel als Baby mitmachen musste. Schuldgefühle das er zu früh kam hatte ich eigentlich nie, ich wüsste nicht was ich falsch gemacht haben sollte.... ich denke in den meisten Fällen kann die Mama auch nichts dafür.
Du wirst ihm noch ganz viel geben können und du wirst eine tolle Mama sein.
iceangel29
8193 Beiträge
14.04.2013 08:12
Klar hört sich das nicht schön an was deine SS betrifft , aber du hast alles getan was getan werden muss , du hast nach deinen Instinkt gehandelt und ich bin mir sicher das dein kleiner Mann auch mit wochenlanges schonen auf die welt wollte .
Das mit dem KS kann ich gut nachvollziehen ... ich hab übertragen bis zur 42 ssw und wurde eingeleitet , 53 stunden höllische schmerzen gehabt , unzällige Medikamente bekommen die ja auch 1 zu 1 an meine Tochter übertragen wurden , dann nach diesen stunden die sec. Sectio , ich hab gesehen wie sie sie mir aus dem Bauch rissen und im eilflug rüber zum Untersuchungsstisch mit ihr liefen . Ich hab soooo geheult und es tat mir sooo leid für sie das ich sie nicht spontan entbinden konnte .
Ich hab die ganze zeit im OP gesagt das ich versagt hab usw .

heute knapp 6 monate später ist es für mich immernoch ein bitterer Beigeschmack wenn ich daran zurück denke aber wenn ich meine maus so ansehe und sehe wie gut sie das alles weggesteckt hat , verschwindet nach und nach mein schlechtes gewissen .
Gib dir ne chance und fang an dir zu vergeben , sonst frisst es dich irgendwann auf .

Alles gute für euch
14.04.2013 09:44
*drückdich*

Sprichst mir aus der Seele.
So erging es mir auch und immer noch. Meine kleine kam am 14.03 auch per Not-KS auf die Welt. Meine Placenta hat sich auch gelöst gehabt und macht mir auch ein Vorwurf ob ich dies und die SS-Vergiftung nicht hätte verhindern koennen. =(
Ich weiss,dass dieser Gedanke unnützig ist und total absurt - aber sie schwirren im Kopf rum.

Unsere Maus ist seit gestern auch daheim und die Nacht war grausam. Sie wollte nich im Bett oder Stubenwagen schlafen. Mein Mann hat sich mit ihr auf die Couxh gelegt und geschlafen. Ich fühl mich grad auch so elendig und als schlechte Mama weil ich nich wusste was sie hatte die Nacht.
Lag es an die Umstellung oder hatte sie Blähung oder oder oder.
Aber nun liegt sie im Stubenwagen und schläft -wieso die Nacht nicht.
Solch Vorwürfe mach ich mir auch,ob ich daran Schuld bin oder so.

Ach ich drück Dich. =(
Silly88
1678 Beiträge
14.04.2013 14:20
Drück dich auch mal

Ich denke auch nicht, das du versagt hast oder ähnliches.
Man kann sich noch so schonen, enthaltsam und gesund leben während der Schwangerschaft. Und es kann dann doch trotzdem etwas unerwartetes passieren, wie bsp.weise eine Frühgeburt.

Hingegen gibt es normale Schwangerschaften/Geburten, wo die Mutter das alles eben nicht gemacht hat; geraucht/getrunken hat und sich nicht geschont hat. Und da wurde alles gut.

Du hast dich ganz normal in deiner Schwangerschaft verhalten, da brauchst du dir keinerlei Vorwürfe machen.

Man kann leider die schlimmsten Dinge (meist) nicht voraussehen.

Trotzdem warst du während der Schwangerschaft und bist jetzt nach der Geburt eine tolle Mama
Nicht nur dein Kleines, sondern auch du hast eine schwere Zeit durchgemacht. Das darfst du nicht vergessen
Kindskopf
273 Beiträge
15.04.2013 20:21
Danke für eure aufbauenden Worte. Ich bin mir wirklich nicht sicher, ob ich alleine mit meinem Gefühlschaos zurecht komme. Es liegt mir schwer auf den Schultern. Vielleicht wird es mit der Zeit leichter, dennoch ziehe ich es in Betracht nach Hilfe von außen zu suchen, nur weiß ich nicht so recht wie und wo ?
Ist das ein Fall für den Psychologen oder sollte ich eine Selbsthilfegruppe aufsuchen ?

Ich wünschte ich könnte mich mehr auf die positiven Gefühle konzentrieren, schließlich hab ich hier mein wunderschönes, glückliches Baby bei mir liegen.
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