Mütter- und Schwangerenforum

Kollegin lügt

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08.05.2018 07:35
Guten Morgen!

Habs jetzt erst gelesen. Das hast du doch vorerst gut gelöst. Glückwunsch! Nun muss man schauen, ob es sich bessert. Sollte das nicht der Fall sein, oder nur von kurzer Dauer, mein Tipp: Habt ihr Dienstberatungen? Wenn ja, dann würde ich beim nächsten Mal ihr Verhalten direkt in dieser Runde ansprechen. In Anwesenheit des Chefs und der Kollegen. In ordentlichem Ton, aber eben offen vor allen. Ich denke, in dem Rahmen, wird es dann entweder endgültig nutzen oder sie geht.

Ich hatte mal eine ähnliche Situation. Allerdings betraf es da die Leiterin direkt. Sie war diejenige, die alle tyrannisierte und etliche Kolleginnen nahmen Psychopharmaka, um überhaupt arbeiten zu können. Alle waren sich einig, aber niemand sagte ihr das. Klar, sie war die Chefin. Ich war neu im Team, saß schon am zweiten Abend zu Hause - heulend vor Wut - und teilte meinem Partner mit, dass ich mir schleunigst etwas anderes suche, weil ich da nicht bleiben kann. Das wird mich krank machen.
Es dauerte dann ein bisschen, bis ich was anderes fand, aber als ich etwas in Aussicht hatte, sprach ich dann genau die unmögliche Situation an, unter der alle arbeiten mussten. Mitten in der Dienstberatung. Zuerst waren meine Kolleginnen erschrocken, meiner Chefin klappte die Kinnlade runter, denn ich kritisierte sie ja. Freundlich zwar, aber deutlich. Ich erzählte ihr etwas von Mitarbeiterhygiene, vom Gesundheitszustand meiner neuen Kolleginnen und meiner Gefühlslage, die ich von Beginn an hatte. Da ich bereits unter verschiedenen Chefs gearbeitet hatte, hatte ich ganz gute Vergleichsmöglichkeiten. In Irland war ich sogar selbst Chef und im Heim stellvertr. Chefin. Ich sprach auch offen an, dass ich es unmöglich finde, dass sie neue Kollegen (hatte sie nämlich mit mir versucht) darauf ansetzte, ihre Mitarbeiter auszuspionieren usw. Ich packte alles auf den Tisch.

Ihre erste Reaktion war unverschämt. Sie wollte mir den Mund verbieten und betitelte mich als Hobbypsychologin. Dann kam bei ihr Trotz und Strenge. Meine Kolleginnen standen mir bei. Sie trauten sich zwar nicht, etwas zu sagen, aber immerhin bestätigten sie meine Aussagen mit Kopfnicken oder murmelten ein: So ist es.

Es dauerte eine Weile, aber dann begannen auch meine Kolleginnen sich zu wehren. Ich ging (kündigte selbst, hatte was anderes), hielt aber den Kontakt zu einigen. Sie ließen sich nicht mehr schikanieren. Ende vom Lied: Die Geschäftsleitung bekam es irgendwann mit, die Stellvertreterin berichtete wahrheitsgemäß und die Leiterin kündigte.

Das war nun sehr drastisch. So arg muss man es ja nicht machen, aber die Erfahrung, solche Dinge tatsächlich während der Dienstberatung anzusprechen, wollte ich dir halt weitergeben. Das brachte sehr viel damals, eine massive Veränderung ins Rollen. Es brauchte nur einen Anstoß, dann trauten sich auch andere.

Behalt es im Hinterkopf und tritt weiterhin selbstbewusst auf. Das nimmt den meisten Menschen den Wind aus den Segeln.
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