Mütter- und Schwangerenforum

Was habt ihr für einen Schulabschluss/wie ist euer Bildungsstand?

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19.01.2017 21:20
Mittlere Reife, abgeschlossene Berufsausbildung, Abi nachgeholt und Studium abgeschlossen. Eins nach dem anderen...
-M-Y-A-
23608 Beiträge
19.01.2017 23:18
Nach der 9. Klasse von der realschule geflogen.
Hauptschulabschluss nachgeholt.
Ausbildung und dadurch mittlere reife.
cooky
12597 Beiträge
19.01.2017 23:31
Zitat von Schnecke510:

Zitat von TweeDwargen:

Schnecke ist deine Info vielleicht älter? Ich weiss, dass mein Mann durch seinen Meister studieren gehen könnte wie ich mit meinem Abi, wen der Rest stimmt

Formal stimmt das; realiter qualifiziert es die wenigsten wirklich. Wissenschaftlich arbeiten ist was anderes als Handwerk.


Aber beim Abi lernt man das vorab schon so toll?
Das wirkliche wissenschaftliche Arbeiten habe ich an der Uni gelernt, nicht während des Abiturs.
Da gibt es allein in meinem Bekanntenkreis so einige aus dem Handwerk die so etwas besser hinbekommen würden also so manche Blitzbirne damals, die es bis zum Abitur geschafft hat.

zuckerlie
15684 Beiträge
19.01.2017 23:45
Zitat von cooky:

Zitat von Schnecke510:

Zitat von TweeDwargen:

Schnecke ist deine Info vielleicht älter? Ich weiss, dass mein Mann durch seinen Meister studieren gehen könnte wie ich mit meinem Abi, wen der Rest stimmt

Formal stimmt das; realiter qualifiziert es die wenigsten wirklich. Wissenschaftlich arbeiten ist was anderes als Handwerk.


Aber beim Abi lernt man das vorab schon so toll?
Das wirkliche wissenschaftliche Arbeiten habe ich an der Uni gelernt, nicht während des Abiturs.
Da gibt es allein in meinem Bekanntenkreis so einige aus dem Handwerk die so etwas besser hinbekommen würden also so manche Blitzbirne damals, die es bis zum Abitur geschafft hat.


Ich kenne in meiner Fachrichtung 3 Leute (wir waren damals nur so 20 Leute), die einen guten Uniabschluss innerhalb der Regelstudienzeit erreicht haben und die ohne Abi mit Meistertitel an die Uni gegangen sind. Das kann man doch Bitteschön nicht so plump pauschalisieren.
serap1981
2746 Beiträge
19.01.2017 23:47
Und ich habe an der Uni jede Menge Flachflöten mit Abitur kennengelernt
Seesternchen_2.0
10052 Beiträge
20.01.2017 07:06
Zitat von Schnecke510:

Was ist so toll am Gymnasium? Es gibt nicht umsonst drei Regelschultypen - da wird jeder seiner Leistung gemäß gefördert. Das ist super und fast einmalig auf der Welt, das sollte man nutzen und nicht die Qualität des Gymnasiums dadurch mindern, dass einfach jeder hingeht. Gymnasium als neue Gesamtschule. Da verwechseln die Leute was.
Studieren? Und dann? Gesucht werden Facharbeiter, Akademiker gibt es mehr als genug. Ich denke, das ist heute nicht mehr wirklich aussichtsreich. Wer sich mit einem Studium verwirklichen will, der soll es tun - ich würde es nicht mehr tun.
Mal meine 5 Cent zu diesem leidigen Thema.


Zum einen: es gibt hier Bundesländer die diese 3 schulformen abschafft. Hier fahren gerade sämtliche Realschulen und hauptschulen runter und es werden sekundarschulen aufgebaut. Soviel zum thema man wird leistungsmäßig gefördert.

Ausserdem kann ein facharbeiter kaum eine familie so gut ernähren, dass man ein unbeschwertes leben führen kann.

Und dein studium und deine Berufswahl liegt nun auch gute 30 jahre und mehr zurück. Meine wahl vor über 20 jahren, wahr rückblickend genauso schlecht, wie die meines mannes, der seine ausbildung vor 33 jahren machte. Damals war das sicherlich eine gute Entscheidung.

Warum schickst du deine kinder aufs Gymnasium? Des status wegen? Dann passt deine aussage ja nicht zu deinem handeln.
20.01.2017 07:56
Zitat von Schnecke510:

Zitat von Die-zauberhafte-Patin:

Zitat von Schnecke510:

Was ist so toll am Gymnasium? Es gibt nicht umsonst drei Regelschultypen - da wird jeder seiner Leistung gemäß gefördert. Das ist super und fast einmalig auf der Welt, das sollte man nutzen und nicht die Qualität des Gymnasiums dadurch mindern, dass einfach jeder hingeht. Gymnasium als neue Gesamtschule. Da verwechseln die Leute was.
Studieren? Und dann? Gesucht werden Facharbeiter, Akademiker gibt es mehr als genug. Ich denke, das ist heute nicht mehr wirklich aussichtsreich. Wer sich mit einem Studium verwirklichen will, der soll es tun - ich würde es nicht mehr tun.
Mal meine 5 Cent zu diesem leidigen Thema.


Also.. hast du nicht neulich noch geschrieben, dass alle deine Kinder aufs Gym gingen, nur eins es nicht geschafft hatte, das aber nun auf eine Privatschule geht, für die ihr zahlt, damit es dort sein Abi macht? Gilt das mit dem Facharbeiter nur für andere?

Ja, das stimmt. Das hat aber soziale Gründe.


Ich würds gern raussuchen, aber ich bin 1. zu faul dazu, 2 fehlt mir die Zeit und 3. weiß ich nicht mehr genau, in welchem Thread das war.
Aber ich meine, da ging es auch um Leistungen. Im Grunde das, was du "anklagst". Und da schriebst du klar, dass es alle aufs Gym geschafft haben, nur eben eins nicht. Leistungsbezogen, meine ich.

Letztlich ist es aber auch egal, denn ich kann den Punkt, den im Übrigen auch Mausi genannt hat, des sozialen Aspekts wegen, verstehen. Hätte es mein Kind nicht aufs Gym geschafft, hätten wir ein echtes Problem gehabt. Denn die Sekundarschulen hier (und andere gibt es nicht, neben dem Gym oder der LB Schule) sind wahre Brennpunkte. 1. sind sie vollgestopft, viel zu viele Kinder auf zu wenig Lehrer und Raum. 2. ist es leider oft ein Drogenumschlagplatz und 3. gibt es genug Cliquen, die jüngere, stillere oder irgendwie normal geartete Kinder abziehen und ihnen Geld, Handy, Klamotten abnehmen. Also nein, wäre es nicht das Gym gewesen, dann hätte ich mir wohl auch eine Privatschule gesucht oder wäre gleich ausgewandert.
Wie gesagt, ich finde es vollkommen okay, dass ihr eurer Kind, aus welchen Gründen auch immer, auf eine Privatschule geschickt habt, damit es dort das Abi macht, aber ich verstehe nicht, warum du so drauf bist, wenn es andere eben auch so halten. Nur dass es das Gym ist und keine Privatschule.
20.01.2017 08:24
Zitat von Die-zauberhafte-Patin:

Zitat von Schnecke510:

Zitat von NickySilas:

Zitat von TweeDwargen:

...
laut DQR ist man mit dem Meister auf der Bachelor/staatsexamen/diplom (FH) Stufe.
Und eine Ausbildung musst du mit mindestens 3.0 haben um die Reife des realschulabschlusses zu bekommen. Mein man hat dafür auch irgendwie noch n extra Zeugnis bekommen.

Ein Meister auf der Stufe des Abiturs. Sehr sinnvoll. Ist ja auch das gleiche. Niemand sagt, dass das eine oder das andere weniger wert ist, aber man sollte die Andersartigkeit erkennen. Beides hat seine Berechtigung, aber ein Meister qualifiziert schlicht nicht für ein Studium. Das ist so.
Ich war lange im Hochschulbereich tätig und habe die ganzen Leute mit Ausbildung gesehen, die meinten, sie könnten dann ein Studium durchziehen. Sie hatten weder die fachlichen Voraussetzungen, noch die Disziplin, noch haben sie es akzeptiert, jeden Abend und jedes Wochenende zu arbeiten - und das ohne Gehalt. Bei den allerwenigsten ist das eine Erfolgsgeschichte. An FHs mag das anders sein, das weiß ich nicht, aber ich halte davon gar nichts.


oh, oh, oh.... ich muss erst essen, dann schreib ich am Laptop was dazu.


Hier wollte ich auch noch was sagen. Ich finde es ziemlich anmassend, zu äußern, wer nicht direkt vom Abi kommt, der schafft es nicht. Bisher kenne ich nur Studienabbrecher, die direkt vom Gym auf die Uni sind und dann gemerkt haben, dass es eben nicht ihrs ist und oft einfach eine Ausbildung nach Abbruch machten.
JEDER, der auf dem 2. BIldungsweg, oder gar 3. auf eine Uni geht und studiert, hat es bisher auch geschafft. Denn sind wir mal ehrlich, meistens sind sie ganz anders motiviert und das ist ja auch logisch. Sie kommen bereits vom Arbeitsmarkt, denn die meisten Ausbildungen laufen dual. Sie bringen viel mehr Erfahrungen mit und lernen entsprechend ganz anders. Und manchmal sind es eben auch blöde Umstände, die zu diesem deutlich längerem Weg führten.

Bei mir (und damit beantworte ich nun auch mal die eigentliche Frage des Threads) war es damals auch sehr doof. Ich bin in der DDR zur Schule gegangen. Das hieß POS, wir waren 10 Jahre alle zusammen. Sowas wie ausselektieren nach Klasse 4 gab es nicht. Einzig Schüler, die besonders viel Hilfe brauchten, hatten die Möglichkeit mitten in diesen 10 Jahren auf eine Förderschule (heute heißt das wohl LB Schule) zu gehen. Der Abschluss der POS nach der 10. Klasse wird einem Realschulabschluss gleichgestellt.
Man konnte, theoretisch, danach noch 2 Jahre auf die EOS (Erweiterte Oberschule, heute Gymnasium) gehen. Aber nicht einfach so, wenn man es wollte. Wir mussten uns damals in Klasse 9 oder in Klasse 10 zum Halbjahr bereits festlegen, was wir mal werden wollten. Dann bewarb man sich. NACHEINANDER! Heißt, wie in meinem Fall, man musste sich entscheiden zwischen Kindergärtnerin, Lehrerin (wichtig auch Grundschule oder Oberstufe - erstes erforderte kein Abi, zweites schon), Krankenschwester und all diese sozialen Berufe, die in der DDR mit einem Fachschulstudium, also nicht Hochschule, erworben wurden. Das mussten wir damals in Klasse 9 entscheiden und man durfte sich dann für einen der Berufe bewerben. Wurde man genommen, war alles gut. Wurde man nicht genommen, hatte man ein Problem, denn die Bewerbungsfrist für einen anderen Beruf im sozialen Bereich war abgelaufen. Es blieben also nur noch Ausbildungen als Verkäuferin, Holzfachverarbeiter, Metallarbeiter und so Kram halt (nicht abwertend gemeint).
Meine Entscheidung stand sehr früh fest und ich wollte Kindergärtnerin werden. ZU DDR Zeiten eine gute Entscheidung. Das hieß ich musste mich mit dem Abschlusszeugnis Klasse 9 bewerben und wurde zum Glück genommen. Mein Abschlussszeugnis 10 Klasse wies bis auf eine 2 in Staatsbürgerkunde (war als Christ nicht so meins) ausschliesslich 1 auf. Theoretisch und mit dem heutigen, bzw. damals mit dem bundesdeutschen Massstab hätte ich auf die EOS gehört und ich hätte auch gern mein Abi gemacht. ABER man konnte nicht einfach sagen: Ich mache mein Abi noch. Man wurde delegiert. Und delegiert wurden nur 2 Gruppen von Schülern. Die besonders linientreuen, oder die eben einen Berufswunsch hatten, der ein Abitur erforderte, die sich auch verpflichteten 3 Jahre in der NVA zu dienen (im Übrigen für Männer oft eine Vorraussetzung um überhaupt studieren zu dürfen) . Alle anderen, unabhängig von den Leistungen, durften gar nicht gehen. So also auch ich nicht.
Dann begann ich also mein Studium zur Kindergärtnerin. Klingt total bescheuert, war aber nunmal so. (Nebenbei: Das war damals deutlich umfangreicher, als die heutige Erzieherausbildung, also gerechtfertigt ein Studium). Dann kam mittendrin die Wende und das Chaos brach aus, denn ich studierte einen Beruf, denn es nun gar nicht mehr gab. Trotzdem beendeten wir das Ganze als Studium und waren dann Staatlich ausgebildete Kindergärtnerinnen... die niemand wollte, weil es in der BRD kein anerkannter Beruf war. Unser Jahrgang war der erste, der einfach noch ein Jahr anhängen durfte, um dann den Abschluss zur staatlich anerkannten Erzieherin zu machen. Also machte ich das, weil ich ja wenigstens einen Beruf haben wollte. Aber nun standen mir so viele Möglichkeiten offen... die es vorher nicht gab. Ich hätte und wäre am liebsten an eine Uni gestürmt, aber so richtig klar war es zu dem Zeitpunkt nicht, ob wir nun wirklich damit die Hochschulreife erworben hatten... also begann ich erstmal zu arbeiten, gewöhnte mich schnell an mein Gehalt, richtete mich entsprechend ein. Dann war klar, dass wir studieren konnten und ich studierte dual und machte meinen Sozialpädagogen, denn dieser Abschluss bot mir mehr Einsatzmöglichkeiten. Danach studierte ich wieder dual Musikpädagogik und dann nochmal danach Sexualpädagogik. Ich war irgendwie jahrelang mit dualen Studien beschäftigt (sind alle mit dem Bachelor gleichgestellt, weil allen das Diplom fehlt, dafür wäre eben Abi nötig gewesen). Und klar, ich hätte auch mein Abi nachmachen können, aber das erschien sinnfrei, denn es war ja auch ohne alles möglich, eben durch die, durch Abschlüsse erworbene Hochschulreife.
Und so wie ich, machten es unglaublich viele Menschen damals. Meine Freundin studierte Grundschullehrerin und die haben nach der Wende ihr Abi dual zum Studium gemacht, bekamen noch ein paar Jahre angehängt und waren dann irgendwann eben Lehrerin nach bundesdeutschen Massstab. Abi und Referendariat fielen auf ein- und denselben Zeitpunkt. Also im Grunde war das Abi nur für die Akten, weil es so sein musste. Das Studium schafften die, die da ankommen waren, auch ohne Abi.
Und jetzt Schnecke, sag mir nochmal, dass es die wenigsten schaffen.
kullerkeks74
3064 Beiträge
20.01.2017 08:32
Zitat von Die-zauberhafte-Patin:

Zitat von Die-zauberhafte-Patin:

Zitat von Schnecke510:

Zitat von NickySilas:

...

Ein Meister auf der Stufe des Abiturs. Sehr sinnvoll. Ist ja auch das gleiche. Niemand sagt, dass das eine oder das andere weniger wert ist, aber man sollte die Andersartigkeit erkennen. Beides hat seine Berechtigung, aber ein Meister qualifiziert schlicht nicht für ein Studium. Das ist so.
Ich war lange im Hochschulbereich tätig und habe die ganzen Leute mit Ausbildung gesehen, die meinten, sie könnten dann ein Studium durchziehen. Sie hatten weder die fachlichen Voraussetzungen, noch die Disziplin, noch haben sie es akzeptiert, jeden Abend und jedes Wochenende zu arbeiten - und das ohne Gehalt. Bei den allerwenigsten ist das eine Erfolgsgeschichte. An FHs mag das anders sein, das weiß ich nicht, aber ich halte davon gar nichts.


oh, oh, oh.... ich muss erst essen, dann schreib ich am Laptop was dazu.


Hier wollte ich auch noch was sagen. Ich finde es ziemlich anmassend, zu äußern, wer nicht direkt vom Abi kommt, der schafft es nicht. Bisher kenne ich nur Studienabbrecher, die direkt vom Gym auf die Uni sind und dann gemerkt haben, dass es eben nicht ihrs ist und oft einfach eine Ausbildung nach Abbruch machten.
JEDER, der auf dem 2. BIldungsweg, oder gar 3. auf eine Uni geht und studiert, hat es bisher auch geschafft. Denn sind wir mal ehrlich, meistens sind sie ganz anders motiviert und das ist ja auch logisch. Sie kommen bereits vom Arbeitsmarkt, denn die meisten Ausbildungen laufen dual. Sie bringen viel mehr Erfahrungen mit und lernen entsprechend ganz anders. Und manchmal sind es eben auch blöde Umstände, die zu diesem deutlich längerem Weg führten.

Bei mir (und damit beantworte ich nun auch mal die eigentliche Frage des Threads) war es damals auch sehr doof. Ich bin in der DDR zur Schule gegangen. Das hieß POS, wir waren 10 Jahre alle zusammen. Sowas wie ausselektieren nach Klasse 4 gab es nicht. Einzig Schüler, die besonders viel Hilfe brauchten, hatten die Möglichkeit mitten in diesen 10 Jahren auf eine Förderschule (heute heißt das wohl LB Schule) zu gehen. Der Abschluss der POS nach der 10. Klasse wird einem Realschulabschluss gleichgestellt.
Man konnte, theoretisch, danach noch 2 Jahre auf die EOS (Erweiterte Oberschule, heute Gymnasium) gehen. Aber nicht einfach so, wenn man es wollte. Wir mussten uns damals in Klasse 9 oder in Klasse 10 zum Halbjahr bereits festlegen, was wir mal werden wollten. Dann bewarb man sich. NACHEINANDER! Heißt, wie in meinem Fall, man musste sich entscheiden zwischen Kindergärtnerin, Lehrerin (wichtig auch Grundschule oder Oberstufe - erstes erforderte kein Abi, zweites schon), Krankenschwester und all diese sozialen Berufe, die in der DDR mit einem Fachschulstudium, also nicht Hochschule, erworben wurden. Das mussten wir damals in Klasse 9 entscheiden und man durfte sich dann für einen der Berufe bewerben. Wurde man genommen, war alles gut. Wurde man nicht genommen, hatte man ein Problem, denn die Bewerbungsfrist für einen anderen Beruf im sozialen Bereich war abgelaufen. Es blieben also nur noch Ausbildungen als Verkäuferin, Holzfachverarbeiter, Metallarbeiter und so Kram halt (nicht abwertend gemeint).
Meine Entscheidung stand sehr früh fest und ich wollte Kindergärtnerin werden. ZU DDR Zeiten eine gute Entscheidung. Das hieß ich musste mich mit dem Abschlusszeugnis Klasse 9 bewerben und wurde zum Glück genommen. Mein Abschlussszeugnis 10 Klasse wies bis auf eine 2 in Staatsbürgerkunde (war als Christ nicht so meins) ausschliesslich 1 auf. Theoretisch und mit dem heutigen, bzw. damals mit dem bundesdeutschen Massstab hätte ich auf die EOS gehört und ich hätte auch gern mein Abi gemacht. ABER man konnte nicht einfach sagen: Ich mache mein Abi noch. Man wurde delegiert. Und delegiert wurden nur 2 Gruppen von Schülern. Die besonders linientreuen, oder die eben einen Berufswunsch hatten, der ein Abitur erforderte, die sich auch verpflichteten 3 Jahre in der NVA zu dienen (im Übrigen für Männer oft eine Vorraussetzung um überhaupt studieren zu dürfen) . Alle anderen, unabhängig von den Leistungen, durften gar nicht gehen. So also auch ich nicht.
Dann begann ich also mein Studium zur Kindergärtnerin. Klingt total bescheuert, war aber nunmal so. (Nebenbei: Das war damals deutlich umfangreicher, als die heutige Erzieherausbildung, also gerechtfertigt ein Studium). Dann kam mittendrin die Wende und das Chaos brach aus, denn ich studierte einen Beruf, denn es nun gar nicht mehr gab. Trotzdem beendeten wir das Ganze als Studium und waren dann Staatlich ausgebildete Kindergärtnerinnen... die niemand wollte, weil es in der BRD kein anerkannter Beruf war. Unser Jahrgang war der erste, der einfach noch ein Jahr anhängen durfte, um dann den Abschluss zur staatlich anerkannten Erzieherin zu machen. Also machte ich das, weil ich ja wenigstens einen Beruf haben wollte. Aber nun standen mir so viele Möglichkeiten offen... die es vorher nicht gab. Ich hätte und wäre am liebsten an eine Uni gestürmt, aber so richtig klar war es zu dem Zeitpunkt nicht, ob wir nun wirklich damit die Hochschulreife erworben hatten... also begann ich erstmal zu arbeiten, gewöhnte mich schnell an mein Gehalt, richtete mich entsprechend ein. Dann war klar, dass wir studieren konnten und ich studierte dual und machte meinen Sozialpädagogen, denn dieser Abschluss bot mir mehr Einsatzmöglichkeiten. Danach studierte ich wieder dual Musikpädagogik und dann nochmal danach Sexualpädagogik. Ich war irgendwie jahrelang mit dualen Studien beschäftigt. Und klar, ich hätte auch mein Abi nachmachen können, aber das erschien sinnfrei, denn es war ja auch ohne alles möglich, eben durch die, durch Abschlüsse erworbene Hochschulreife.
Und so wie ich, machten es unglaublich viele Menschen damals. Meine Freundin studierte Grundschullehrerin und die haben nach der Wende ihr Abi dual zum Studium gemacht, bekamen noch ein paar Jahre angehängt und waren dann irgendwann eben Lehrerin nach bundesdeutschen Massstab. Abi und Referendariat fielen auf ein- und denselben Zeitpunkt. Also im Grunde war das Abi nur für die Akten, weil es so sein musste. Das Studium schafften die, die da ankommen waren, auch ohne Abi.
Und jetzt Schnecke, sag mir nochmal, dass es die wenigsten schaffen.


Exat so war es .

Nur gab es dann noch die wahl zwischen Kauffrau im Einzelhandel , was 3 jahre Ausbildung bedeutete . oder Verkaüferin die 2 jahre Ausbildung bedeutete .

Und ich persönlich fand trotzdem es war besser , das wir nicht nach der 4 . Klasse schon getrennt wurden .
Ich bin 74 geboren , bedeutet ich war mitten im Abschluß als die wende kamm . Was für ein caos .
kullerkeks74
3064 Beiträge
20.01.2017 08:37
. Ich finde des Status wegen , würde ich nie ein Kind aufs Gymnasium stecken .

zum Wohle der Kindlichen und psychichen Entwicklung , allerdings auch nicht in eine hauptschule oder Oberschule .
Gerade schüchterne oder labile Kinder gehen dann unter . Da ist mobbing und Gewalt sehr hoch .
Für meine Jüngste , hoffe ich das sie die Noten halten kann und aufs Gymnasium kann . Ansonsten Plan B .
Privatschule .
oft gibt es ja auch Schulen , die Zwar Oberschulen gleichgestellt sind , aber auch einen anderen Level .
20.01.2017 08:57
Zitat von stella2004:

Zitat von sunshine_26:

Darf ich fragen, wie viel man so verdient mit abgeschlossenem studium? Klar wirds drauf an kommen, welche berufssparte.. mich würds trotzdem intressieren, weil ich keine vorstellung habe.

Das kommt sehr drauf an,was du studiert hast. Mein Mann verdient ohne Studium bei weitem mehr als ich als Apothekerin...und mein Studium hat lange gedauert, war hart und der Verdienst jetzt für den Aufwand ist lächerlich


Ich habe gerade mal im Internet geschaut, was so ein Apotheker in einer öffentlichen Apotheke verdient... Ist ja gruselig! Ich hätte mit viel mehr gerechnet. Euer Studium ist ja nun wirklich nicht das Leichteste, da kommt das Gehalt ja einem Hohn gleich.
Manchmal, aber nur ganz selten, kommt in mir auch mal der Gedanke hoch, dass ich nach meinem Medizinstudium auch erstmal nicht so besonders viel verdiene... Aber den Gedanken schiebe ich dann gerne kurz beiseite. Oder träume vom Auswandern nach Australien oder in die USA, da verdienen Fachärzte nämlich unfassbar viel, im Mittel um die 250.000 - 300.000 Euro jährlich (Angestellt in einer Klinik).
20.01.2017 09:06
Zitat von Schnecke510:

Was ist so toll am Gymnasium? Es gibt nicht umsonst drei Regelschultypen - da wird jeder seiner Leistung gemäß gefördert. Das ist super und fast einmalig auf der Welt, das sollte man nutzen und nicht die Qualität des Gymnasiums dadurch mindern, dass einfach jeder hingeht. Gymnasium als neue Gesamtschule. Da verwechseln die Leute was.
Studieren? Und dann? Gesucht werden Facharbeiter, Akademiker gibt es mehr als genug. Ich denke, das ist heute nicht mehr wirklich aussichtsreich. Wer sich mit einem Studium verwirklichen will, der soll es tun - ich würde es nicht mehr tun.
Mal meine 5 Cent zu diesem leidigen Thema.


Hier muss ich auch nochmal ran.

Ob das so super ist, sei mal dahingestellt. Ich finde es super, dass es LB Schulen gibt, denn da wird den Kindern, die einfach ein bißchen länger brauchen, mehr Zeit und Raum gegeben, die Dinge zu lernen. Sekus und Gesamtschulen sind einfach zu voll. Das ist ein riesen Problem. Wir haben viel zu wenig Lehrer in Deutschland.
Gymnasium... ähm, da gehören dringend die Lerninhalten überprüft, denn die Kinder müssen ihren Kopf mit so viel unnützem Wissen vollstopfen. Für Kinder, die hinten runterfallen, ist also gut gesorgt, aber alle anderen.. werden wir ein Einheitsbrei behandelt, ihnen wird das ressourcenorientiere Lernen abtrainiert, weil sie zu viel Dinge in ihrem Kopf bekommen müssen, die sie nie wieder brauchen.
Gymnasium halte ich übrigens für die am schlechtesten funktionierende Schule. Warum? Weil es 1. keine einheitliche Linie in ganz Deutschland gibt. Mal sind es 12, mal 13 Schuljahre. Ich kenne hier nur die 12 Schuljahre, kann daher nur darüber schreiben. Und dann sehe ich, was unseren Kinder beigebracht wird. Mein liebstes Beispiel: Geografie. Ich finde es wichtig, dass sie wissen, wo welches Land liegt, auch wie die "Beschaffenheit" ist und welche Möglichkeiten sich dort bieten, welche Vegetation herrscht und sonstige Besonderheiten. Ich finde es auch wichtig, dass man weiß, dass Hamburg einen Hafen hat und dass es ein Tidehafen ist. ABER wozu müssen sie wissen, was, wo und in welcher Menge dort verladen wird, wenn sie dort nie arbeiten werden? Unnützes Kram. Und das zieht sich durch alle Fächer und endet offenbar nie. Und jeder Lehrer hält sein Fach für das Wichtigste, setzt hohe Prioritäten usw. Die Kinder haben so viel zu tun, müssen weit über das Allgemeinwissen hinaus lernen, dass ihre eigentlcihen Stärken oft verkümmern.
Ich mag da z. Bsp. das amerikanische System (jetzt 2 Dinge: 1. berichtigt mich, wenn ich was Falsches erzähle, ganz genau weiß ich es nämlich nicht, mein Wissen hierüber ist nur vage und 2. meine ich nur den Lerninhalt ansich, nicht das System dahinter). Die Kinder dort besuchen mit etwa 5 Jahren die Elementary School. Da lernen sie alle dasselbe, schaffen Allgemeinwissen. Sie KÖNNEN bis zum 8. Jahr gehen, aber oft gibt es Middle Schools oder Junior HIgh Schools, und bereits hier erfolgt oft die Einwahl in die Kurse ihren Ressourcen entsprechend. So wir bei uns ab Klasse 11. Viel zu spät meiner Meinung nach. Und selbst wenn wir hier endlich die Kurse wählen können, bleibt es dabei, dass man noch immer zu viel unnützes Wissen eingetrichtert bekommt. Nun muss ich wieder zu unserem eigenem Beispiel switchen, weil ich eben nur da den Einblick habe. Mein Sohn weiß schon seit einigen Jahren in welche Richtung er studieren möchte. Das sind definitiv die Geisteswissenschaften. Naturwissenschaften interessieren ihn gar nicht und bereits jetzt sind sie an einem Punkt angekommen, der m.M. nach nichts mehr mit guten oder sagen wir mal herausragenden Allgemeinwissen zu tun hat. Trotzdem gilt auch ab Klasse 11, dass eine bestimmte Anzahl von Naturwissenschaften belegt werden muss. Warum? Warum fördert man nicht spätestens an der Stelle die Stärken der Kinder? Brauchen wir keine herausragenden Fachkräfte? Fliegen wir uns die lieber ein, oder was? Warum kann man nicht spätestens ab hier sagen: Okay, deine Stärken, sogar überdurchschnittliche Stärken liegen klar bei den Sprachen und in den Gesellschaftsfächern, wie Religion und Sozialkunde und Recht. Warum bietet man hier nicht differenzierte Kurse an, wie eben in Deutsch. Man könnte hier aufteilen in Literatur, das man nochmal in Lyrik, Drama, Epik usw. aufteilen könnte, in Literaturgeschichte, in Sorachphilosophie, in Grammatik und in kreatives Schreiben... all sowas. Aber nein: Man hat Deutsch, klar, bleibt sogar Plichtfach, für läppische 4 Stunden die Woche. Dasselbe gilt für Reli, Recht, Sozi, sogar mit nur 2 Wochenstunden.. damit man eben Jugendliche, die da ihre ganz besonderen Stärken haben, weiterhin mit Mathematik, Bio und was weiß ich berieseln kann und ihnen damit Zeit und Kraft raubt an dem zu arbeiten, was sie viel besser können und vor allem, was sie später im Beruf gar nicht mehr brauchen. Das bisher erlangte Wissen reicht locker als Allgemeinwissen aus. Ich behaupte sogar, dass man mind. die Hälfte, eher 2/3 davon nie wieder braucht und anwendet. Aber erstmal verstopfen wir damit jeden freien Platz im Gehirn. Weil das was ist? Sinnvoll?Bei Weitem nicht. Selten eine dämlicher Logik versucht zu verstehen. (umgekehrt gibt es auch Jugendliche, die das andersrum erleben, weil sie eher die Naturwissenschaftler sind, oder die Sprachgenies)
Dasselbe gilt in meinen Augen für die Sekundarschulen, nur eben runtergebrochen.
Dieses Schulsystem gehört dringend überarbeitet, denn das ist sowas von uneffektiv und sinnfrei. Hier stehen jetzt noch 2,5 Jahre an. Die schaffen wir auch noch und können zumindest ein bißchen optimieren, aber mein Sohn freut sich jetzt schon auf sein Studium, weil er endlich seine volle Stärke entfalten kann und das lernen kann, was er eben am besten kann. Und ich bin überzeugt, dass es kleinen Naturwissenschaftlern, den Sprachbegabten und den besonders Handwerklichen oder den Künstlern ganz genauso geht.
Von "Super Schulsystem" sind wir so weit entfernt, wie die Erde von UDFy-38135539 (könnt ihr googeln, hab ich auch gemacht )

LG Zaubi

P.S. UNd ja, alternative Schulmethoden könnten da helfen.
20.01.2017 09:11
Zitat von Küstenkind:

Zitat von serap1981:

Zitat von Küstenkind:

aber dafür bin ich nun zu alt


Niemals. Im Fernstudium war ich mit meinen knapp 30 die jüngste


... und das Finanzielle ist leider auch nicht zu verachten

Ich zahle 200 Euro im Halbjahr. Das sind nicht einmal 50 Euro im Monat. Und das würde ich auch ausgeben, wenn ich regulär zu einer Uni pendeln müsste.
Nine85
6275 Beiträge
20.01.2017 09:18
Zitat von Cappotella:

Zitat von Küstenkind:

Zitat von serap1981:

Zitat von Küstenkind:

aber dafür bin ich nun zu alt


Niemals. Im Fernstudium war ich mit meinen knapp 30 die jüngste


... und das Finanzielle ist leider auch nicht zu verachten

Ich zahle 200 Euro im Halbjahr. Das sind nicht einmal 50 Euro im Monat. Und das würde ich auch ausgeben, wenn ich regulär zu einer Uni pendeln müsste.


Für ein Fernstudium? Das ist aber wenig. aber ich müsste ja erst mal Abi nachholen ubd das ist richtig teuer.
serap1981
2746 Beiträge
20.01.2017 09:23
Abi nachholen muss auch nicht sein.
Hagen ist, wenn es um ein Fernstudium geht, am günstigsten. Den Bachelor gibt es für rund 1200€ (insgesamt), den Master für 800.
Dann gibt es noch die Wings, mit unter 200€ im Monat.
Oncampus wäre auch eine Möglichkeit.
Alles andere sind private Anbieter und damit teurer, im Schnitt zwischen 300 und 500€ im Monat.

Abitur braucht man auch nicht mehr unbedingt, meist reicht eine abgeschlossene Ausbildung + Berufserfahrung aus. Das steht aber auch alles auf den Seiten der Anbieter genau drauf.
In Hagen gibt es auch die Möglichkeit über das Probestudium zu gehen. An anderen Unis/Hochschulen kann man über eine Hochschulzulassungsprüfung einsteigen.
Hagen:
http://www.fernuni-hagen.de/studium/studienorganis ation/einschreibung/index.shtml
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