Mütter- und Schwangerenforum

“Kindergarten“ in den USA

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04.03.2017 15:11
Hallo ihr Lieben,

ich wende mich heute mal an euch, da ich im Rahmen meiner Ausbildung (Erzieherin) ein Referat über das Kindergarten-System der USA halten darf.
Ich habe mir schon einige Informationen raus gesucht, aber vielleicht gibt es hier ja Mamas oder Frauen die Jemanden kennen die dort leben, oder Jemand der selbst dort lebt.

Ich weiß das es den typischen Kindergarten wie man ihn aus Deutschland kennt nicht gibt. Auch, dass es in der Regel privat finanziert wird.

Mich würde interessieren, wie ist das Essen dort (Qualitativ, Menge, etc.)?

Gibt es so was wie eine Bildungskonzeption ?

Wie ist der Tag strukturiert ?
(Day care und preschool)

Vielleicht kann mir Jemand von euch Auskünfte darüber geben. Das wäre ganz toll !!!

Ich danke euch schon mal.

Liebe Grüße von der Küste
Vanellope
15565 Beiträge
04.03.2017 15:28
Such mal das Mitglied Lade .
Die hat einige zeit mit den Kindern in den USA gelebt und gearbeitet.
KittyKat
5220 Beiträge
04.03.2017 17:56
Ich wohne in Kalifornien und habe hier inzwischen das 2. Kind im Kiga. Unserer nennt sich preschool und is the für 2-5jährige. Mit 5 Jahren geht man hie rein die Vorschule, welche bereits zur Grundschule gehört.
Unser Kiga ist in 3 Gruppen aufgeteilt, 2-, 3- und 4-jährige. Eine Erzieherin hat immer eine Gruppe, sodass die Kinder im Laufe der 3 Jahre dort bei allen 3 Erzieherinnen einmal waren. Der Tag ist so strukturiert, dass morgens erstmal alle frei spielen. Es gibt keine feste Bringzeit, ich glaube der Kiga öffnet um 7 Uhr. Ca. 9 Uhr gehen die Kinder raus zum Spielen. Gegen gibt es einen Snack, der vom Kiga gestellt wird, meist kleine cracker oder Obst oder auch mal muffins, wenn jemand die für seinen Geburtstag mitbringt. Dann geht jede Gruppe in ihren Raum für Circle Time, wo dem Alter entsprechend durch Basteln, singen usw. Farben, Formen, Zahlen und Buchstaben gelernt werden. Um 11.30 ihr gibt es Mittagessen, das aber jedes Kind selbst mitbringt. Danach wird geschlafen, bis ca. 14.30 Uhr. Gegen 15 Uhr gibt es noch einen Snack, wieder vom Kiga gestellt. Danach wird frei gespeilt, meist wieder draußen. Abholen kann man die Kinder nach dem Mittag oder jederzeit nach dem Mittagsschlaf. Gebracht werden sollte jeder bis 10 Uhr.
Es gibt natürlich noch andere Kitas, wie Montessori z.B. Oftmals gehen die Kinder nur 2-3 Tage die Woche, oft auch nur vormittags. Zumindest in meinem Bekanntenkreis sehe ich das. Das geht natürlich nur, wenn die Mütter zu Hause sind, was finanziell nicht viele können. Es gibt hier weder Eltern- noch Kindergeld. Allerdings sind Kiga hier sehr teuer. Wir zahlen pro Tag $47, mein Sohn geht 2 volle Tage die Woche.
Daycares sind eher für unter 2-jährige und haben noch nicht wirklich das Lehren auf dem Plan. Da wird wohl hauptsächlich gespielt und betreut. Es gibt daycares, die sich jemand in seinem Haus einrichtet. Dazu müssen zwar staatliche Standards und Anforderungen erfüllt sein, aber theoretisch kann das jeder. Es gibt aber auch "normale" Kigas.
Das ist mal das, was mir spontaneinfällt. Gibt sicher noch ganz anderes. Und ich kann mir auch vorstellen, dass das von Staat zu Staat stark variiert. Wenn du noch Fragen hast. Schieß los.
05.03.2017 12:11
Vielen, vielen Dank schon mal

Weißt du ob es so etwas wie eine Bildungskonzeption bzw allgemein Konzeptionen hausintern gibt (außer Montessori)?

Ich habe gelesen das es dort keine reguläre Ausbildung zur Erzieherin gibt, sondern das man ein Vorschullehrer ist und das mit einer Lizenz wird. Weißt du was darüber ?

Liebe Grüße und vielen Dank
Lade
9768 Beiträge
05.03.2017 17:25
Da bin ich
1.DayCare- ist so in etwa wie bei uns die Tagesmütter- dürfen bis zu 5 Kinder betreuen, manche sind von der Stadt/Bundesstaat lizenziert, andere nicht. Konzept erstellt jede selber, oder auch nicht- je nachdem was derjenige, der es macht, für einen Background hat. Ausgebildet sein muss man dafür nicht, auch da wie hier die Tagesmütter, für die Lizenz brauchst du Fortbildungen etc. Essen hat unsere gekocht für die Kinder, oder man konnte es mitgeben.

2.PreSchool- geht schon in Richtung Kindergarten hier. Ist allerdings wesentlich kundenorientierter, da privat und meist teuer. Heißt: besonders die teuren sind darauf aus, viele toll klingende Dinge in ihren Tag einzubauen, es muss jeden Tag was gebastelt werden o.ä. Es wird auch wesentlich mehr gelernt als hier- die von KittyKat bereits angesprochene CircleTime, wo Farben, Formen, Zahlen, im letzten Jahr die Buchstaben gemacht werden. Je teurer die PreSchool, desto mehr ist sie strukturiert, d.h. es gibt durchaus welche mit Konzeptionen etc. Außerdem eigene für Kunst, Musik, Sprachen...
Essen hatten sie bei uns selber mitzubringen, gibt aber natürlich auch andere, wo geliefert wird. Und man kann mehr oder weniger selber bestimmen, wie oft das Kind kommt- es gibt auch Kinder die besuchen zwei PreSchools. Ist meistens auch nicht so regional wie hier.

Ausbildung wüsste ich nicht dass es gibt- aber das gibt es in den USA ja eigentlich sowieso nicht
Sonstige Fragen gerne...

Wie gut sprichst du Englisch? dann würde ich dir mal ein paar Links schicken von PreSchools die ich mir mal angeschaut hatte...
05.03.2017 18:32
Zitat von Lade:

Da bin ich
1.DayCare- ist so in etwa wie bei uns die Tagesmütter- dürfen bis zu 5 Kinder betreuen, manche sind von der Stadt/Bundesstaat lizenziert, andere nicht. Konzept erstellt jede selber, oder auch nicht- je nachdem was derjenige, der es macht, für einen Background hat. Ausgebildet sein muss man dafür nicht, auch da wie hier die Tagesmütter, für die Lizenz brauchst du Fortbildungen etc. Essen hat unsere gekocht für die Kinder, oder man konnte es mitgeben.

2.PreSchool- geht schon in Richtung Kindergarten hier. Ist allerdings wesentlich kundenorientierter, da privat und meist teuer. Heißt: besonders die teuren sind darauf aus, viele toll klingende Dinge in ihren Tag einzubauen, es muss jeden Tag was gebastelt werden o.ä. Es wird auch wesentlich mehr gelernt als hier- die von KittyKat bereits angesprochene CircleTime, wo Farben, Formen, Zahlen, im letzten Jahr die Buchstaben gemacht werden. Je teurer die PreSchool, desto mehr ist sie strukturiert, d.h. es gibt durchaus welche mit Konzeptionen etc. Außerdem eigene für Kunst, Musik, Sprachen...
Essen hatten sie bei uns selber mitzubringen, gibt aber natürlich auch andere, wo geliefert wird. Und man kann mehr oder weniger selber bestimmen, wie oft das Kind kommt- es gibt auch Kinder die besuchen zwei PreSchools. Ist meistens auch nicht so regional wie hier.

Ausbildung wüsste ich nicht dass es gibt- aber das gibt es in den USA ja eigentlich sowieso nicht
Sonstige Fragen gerne...

Wie gut sprichst du Englisch? dann würde ich dir mal ein paar Links schicken von PreSchools die ich mir mal angeschaut hatte...


Wow, super. Vielen, vielen Dank !

Englisch ist leider mein Problem. Und das Größte dabei : mein Referat muss ich auf Englisch halten. Demzufolge bin ich froh wenn ich das erst Mal auf Deutsch “verstehe“ und mir das dann.letztendlich auf Englisch zusammen reime

Die Links könntest du mir vielleicht trotzdem schicken? So als Background für mein dürftiges Wissen

Danke dir !!!
Lade
9768 Beiträge
05.03.2017 19:02
Mache ich. Schicke mir doch sonst deinen Entwurf, dann korrigiere ich.
05.03.2017 19:05
Zitat von Lade:

Mache ich. Schicke mir doch sonst deinen Entwurf, dann korrigiere ich.


Das wäre großartig. Vielen Dank das du mir das anbietest. Ich werde jetzt erstmal alles auf Deutsch zusammenstellen und dann übersetzen.
Lade
9768 Beiträge
05.03.2017 19:29
Also meine Schule hat folgende Adresse
sagaschool.org
und da findest du was zu unserem PreK und PreSchool-Programm

Folgende hatte ich mir auch angeschaut, die kamen dann aber nicht in Frage weil ich bei uns als Mitarbeiter billigere Gebühren hatte
http://greenlakepreschool.org/
http://www.seattlecreativekids.com/
http://littleexplorersseattle.com/

Das Vorschuljahr ist übrigens dann die sogenannte PreK, und das gibt es für Bedürftige auch an einigen Public Schools. Zumindest im Bundesstaat Washington. Da findest du was drüber wenn du z.B.PreK Seattle googlest
KittyKat
5220 Beiträge
05.03.2017 22:38
Zitat von Lade:

Also meine Schule hat folgende Adresse
sagaschool.org
und da findest du was zu unserem PreK und PreSchool-Programm

Folgende hatte ich mir auch angeschaut, die kamen dann aber nicht in Frage weil ich bei uns als Mitarbeiter billigere Gebühren hatte
http://greenlakepreschool.org/
http://www.seattlecreativekids.com/
http://littleexplorersseattle.com/

Das Vorschuljahr ist übrigens dann die sogenannte PreK, und das gibt es für Bedürftige auch an einigen Public Schools. Zumindest im Bundesstaat Washington. Da findest du was drüber wenn du z.B.PreK Seattle googlest


Da haben wir schon einen ersten regionalen Unterschied. PreK ist hier vor der Vorschule. Manche Schulen bieten inzwischen 2 Jahre Vorschule (auf englisch Kindergarten) an, das erste Jahr davon heißt eben preK, das 2. Kindergarten. Das gehört aber wie gesagt bereits in die Grundschule.
Zwecks Konzepten, da gibt es sicherlich noch mehr als Montessori. Es kommt tatsächlich auf die Kosten an. Je teurer, desto mehr Konzept haben die zumindest auf dem Papier. Was davon dann tatsächlich wie umgesetzt wird, isr nochmal eine andere Sache. Ich hatte mir zB mal einen angeguckt, der hatte einen kleinen Gemüsegarten, wo die Kinder eben Gemüse angebaut und später auch in der Küche verwendet haben. Es gibt auch 2-sprachige Kiga.
Lade
9768 Beiträge
06.03.2017 17:57
Ja, in Seattle gab es eine Bauernhofkita...
Lade
9768 Beiträge
06.03.2017 17:58
KittyKat, zählt dann der Kindergarden als Schule oder als Vorschule? Bei uns war der nämlich eigentlich Schule, mit Zeugnis, MAP_Testing und allem. Also so wie in D erste Klasse, nur etwas sanfterer Einstieg
KittyKat
5220 Beiträge
06.03.2017 18:35
Zitat von Lade:

KittyKat, zählt dann der Kindergarden als Schule oder als Vorschule? Bei uns war der nämlich eigentlich Schule, mit Zeugnis, MAP_Testing und allem. Also so wie in D erste Klasse, nur etwas sanfterer Einstieg


Kindergarten zählt zur Schule, wobei noch ohne Noten. Eher mit nem Zeugnis für die Eltern als Info. Und Tests, damit die Lehrer sehen, wo die Kids ungefähr stehen. HA gibt es auch, leider.
Preschool hat das alles gar nicht, dafür aber graduation am Ende mit dem kompletten Outfit, total süß.
Bist du eigentlich noch in USA oder zurück in D?
06.03.2017 18:59
Ich danke euch beiden.

Für mich liest sich das so undurchsichtig. Ich bin verwirrt.

Es gibt die Daycare - gleichzusetzen mit Tagesmutter in Deutschland, richtig ?

Und dann gibt es die offizielle Preschool ab 5 Jahren. Das ist gleichzusetzen mit der Vorschule, sozusagen Klasse 0, wo die Kinder auf die Schule vorbereitet werden ? Aber die Preschool gibt es auch ab 2 Jahren und das ist dann ähnlich dem deutschen Kindergarten ?

Entschuldigt meine Fragen. Muss da erstmal durchsteigen.
KittyKat
5220 Beiträge
06.03.2017 19:26
Zitat von Küstenkind:

Ich danke euch beiden.

Für mich liest sich das so undurchsichtig. Ich bin verwirrt.

Es gibt die Daycare - gleichzusetzen mit Tagesmutter in Deutschland, richtig ?

Und dann gibt es die offizielle Preschool ab 5 Jahren. Das ist gleichzusetzen mit der Vorschule, sozusagen Klasse 0, wo die Kinder auf die Schule vorbereitet werden ? Aber die Preschool gibt es auch ab 2 Jahren und das ist dann ähnlich dem deutschen Kindergarten ?

Entschuldigt meine Fragen. Muss da erstmal durchsteigen.


Hier in Kalifornien gibt es daycare (von Geburt an bis max. 5 Jahre, oft gehen die Kinder aber ab 2 oder 3 in preschool, da dort mehr wert auf lernen gelegt wird), preschool (2-5 Jahre), Kindergarten (Vorschule in der Grundschule, sozusagen klasse 0). Staatliche Betreuung gibt es erst wirklich ab der Vorschule (heißt verwirrenderes auf englisch Kindergarten, Kindergarden gesprochen). Daycare und preschool is the privat. Es gibt zwar auch städtische Kindergärten (preschools), welche aber eher für Familien mit geringem Einkommen sind. Die betruungszeiten sind dort aber auch eher weniger. Generell ist in den ersten Jahren hier viel möglich, was die Kinderbetreuung betrifft. Schulpflicht besteht erst ab der 1. klasse.
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