Liebes(kurz)roman hier einstellen??
30.12.2012 17:26
so, heute mal anonym
muss ja nicht gleich jeder wissen wer so nen Mist verzapft hat
Ich schreib ganz gerne Geschichten, ich würd sie mal als Kurzroman bezeichnen. Ich hätte mal Lust einen hier einzustellen, nur so, zum Spaß! Allerdings (ja, ich hab wohl zuviele Cora-Romane gelesen) kommt ab und an auch mal n bisschen Erotik drin vor, darf ich das dann überhaupt, nicht das es dann auf andere anstössig wirkt! Ich meine, wer nicht mag brauch es nicht lesen, aber ich möchte mich vorher gern ein wenig absichern
muss ja nicht gleich jeder wissen wer so nen Mist verzapft hat
Ich schreib ganz gerne Geschichten, ich würd sie mal als Kurzroman bezeichnen. Ich hätte mal Lust einen hier einzustellen, nur so, zum Spaß! Allerdings (ja, ich hab wohl zuviele Cora-Romane gelesen) kommt ab und an auch mal n bisschen Erotik drin vor, darf ich das dann überhaupt, nicht das es dann auf andere anstössig wirkt! Ich meine, wer nicht mag brauch es nicht lesen, aber ich möchte mich vorher gern ein wenig absichern
30.12.2012 17:31
Also von mir aus sehr gerne
. Ob es offiziell erlaubt ist, weiß ich leider nicht
Schreib doch Markus mal an und frag´ihn
. Ob es offiziell erlaubt ist, weiß ich leider nicht
Schreib doch Markus mal an und frag´ihn
30.12.2012 17:32
Also, ich les ja gern die Cora Historicals
Also: Her damit!
Also: Her damit!
30.12.2012 17:56
also hier ist Teil 1, der ist noch jugendfrei
bitte achtet weder auf Rechtschreibung, Interpunktion oder Grammatik... ich weiß, das ich keine Schriftstellerin bin, von daher bitte keine kritik aus dieser Ecke.
Das ganze ist eine sehr, sehr persönliche Geschichte:
Nebeneinander saßen sie auf den Felsen und sahen aufs Meer hinaus. Die Sonne ging langsam unter und tauchte alles um sie herum in glühendrotes Licht. Die Wellen schlugen sanft gegen das Ufer und die Möwen kreisten über der Bucht. Sie wollte die Zeit anhalten und diesen Moment für immer festhalten, doch das funktionierte nicht, wie sie sehr wohl wusste. Die Zeit rann dahin wie Sand durch die Finger eines spielenden Kindes. Sie schaute ihn vorsichtig von der Seite an, auch sein Blick ging sehnsüchtig in die Ferne. Ob er an zuhause dachte, an seine Frau und sein Kind?
Es war ihr letzter Abend und er neigte sich dem Ende zu, bald hieß es Abschied nehmen und diesmal wohl für immer… 18 Jahre hatte Charlotte sich danach gesehnt ihn wieder zu treffen und als es tatsächlich passierte, wünschte sie, es wäre ein Traum geblieben. Nichts erschien ihr jetzt schlimmer, als ihn noch mal gehen lassen zu müssen.
Er ahnte nichts von ihren Gefühlen, davon das sie ihn immer noch liebte, nach 18 Jahren hatte sich nichts, aber auch gar nichts an ihren Gefühlen geändert.
Er war schlauer als sie gewesen, er hatte sein Leben weitergelebt, Karriere gemacht, geheiratet und Kinder bekommen… sehr vernünftig! Sie hingegen war in der Vergangenheit hängen geblieben, nach aussen hin war sie eine Power-Frau, hatte einen tollen Job, spielte in einer Band Gitarre und stand mit beiden Beinen fest im Leben, doch der Gedanke an ihn brachte sie immer und immer wieder aus der Bahn… täglich dachte sie an ihn. Fast unmerklich schüttelte sie den Kopf, wie konnte das sein, nach so langer Zeit? Ein leiser Seufzer entglitt ihr und er schaute sie an.
“Es war eine tolle Woche, “ begann er, “schade das ich morgen abreisen muss. Ich hätte nie gedacht, das wir immer noch soviel gemeinsam haben.” er grinste sie schief an. Charly lächelte gequält zurück. Ja, das hatten sie wirklich! Sie liebten immer noch die gleichen Bücher, hörten die gleiche Musik, mochten südafrikanische Rotweine, das Meer und lange Spaziergänge am Strand. Das war früher schon so gewesen, warum war sie damals nur so dumm gewesen, warum hatte sie ihn gehen lassen? Ein dummer Fehler, der sie ihr ganzes Leben verfolgte und nicht losließ.
Jetzt war es zu spät.
Seine stahlblauen Augen schafften es immer noch sie zum zittern zu bringen, sie wollte am liebsten in ihnen versinken wenn er sie so intensiv ansah, wenn seine Hand sie zufällig berührte, hatte sie das Gefühl ihre Haut würde in Flammen stehen, sie wünschte sich nichts mehr, als von ihm gehalten zu werden, stellte sich vor, wie es wäre wenn sie sich lieben würden, wie würde sich sein Körper anfühlen? Wie seine Hände auf ihrer Haut, seine Lippen, die ihren Leib über und über mit Küssen bedecken würden, wie wäre es wenn er langsam zu ihr kam und sich in ihr bewegen würde, wenn sie Eins würden… bei dem Gedanken daran breitete sich eine wohlige Wärme in ihrem Bauch aus… doch das waren nur Fantasien, sie würde es nie erfahren. Damals waren sie einfach noch zu jung gewesen, da gab es nicht mehr als Händchen halten und heimliche Küsse in seinem Auto, doch nun verzehrte sie sich nach ihm.
Julian nahm ihre Hand.
“Es wird Zeit.” sagte er leise, seine kinnlangen dunkelblonden Haare wurden vom Wind zerzaust und seine blauen Augen schauten tief in ihre. Warum musste er nach der langen Zeit immer noch so gut aussehen, fragte sie sich.
Charly nickte, sie brachte jetzt kein Wort heraus. Es wurde dunkel, die Nacht brach herein und es wurde kühl. Charly fröstelte und er legte, wie selbstverständlich einen Arm um sie und sie zuckte unwillkürlich zusammen, für ihn war es eine freundschaftliche Geste, doch für sie war es soviel mehr. Charly schloss für einen Moment die Augen.
“Okay, dann heisst es jetzt “leb wohl”. Sie würde nicht “auf wiedersehen” sagen, denn ein Wiedersehen würde es nicht geben. Es war schon ein riesiger Zufall, das er bei ihrem Auftritt am letzten Wochenende auftauchte und sie ihn in der Menge entdeckt hatte. Zufall? Oder doch Schicksal? Nein, an Schicksal glaubte sie nicht. Gott hatte einfach einen merkwürdigen Sinn für Humor, er ließ sie den ganzen Schmerz noch einmal durchmachen, wahrscheinlich war das nun die gerechte Strafe für das, was sie Julian vor so vielen Jahren angetan hatte. Sie kämpfte mit den Tränen.
“Es war wunderschön dich wieder zu sehen.” brachte sie leise raus.
Julian nickte, “Das fand ich auch… machs gut Charlotte McCluskey und bleib so wie du bist…” er umarmte sie und drückte sie fest an sich. Charly spürte bei dieser Umarmung überdeutlich seinen muskulösen Oberkörper, sie musste hart schlucken und löste sich ein wenig von ihm.
“Ich muss gehen, mein Flug geht schon um 5.00 Uhr morgen früh und ich brauche noch ein wenig Schlaf.”
Er strich ihr noch ein letztes Mal über die Wange… sah sie so etwas wie Sehnsucht in seinen Augen? Nein, das bildete sie sich nur ein. Wunschdenken, mehr nicht!
Er machte drei Schritte rückwärts, bevor er sich umdrehte und davonging.
Da stand sie nun… allein, die ersten Tränen bahnten sich ihren Weg aus ihren Augenwinkeln, sie sank zurück auf den Felsen, auf dem sie eben noch zu zweit gesessen hatten, sein Platz war noch warm, doch bald schon würde die Wärme verschwunden sein, so als wäre er nie hier gewesen.
Sie schaute in den Himmel, die Nacht war klar und Millionen und Abermillionen Sterne funkelten auf sie herab, doch sie konnte sie durch den Tränenschleier, der ihren Blick trübte, nicht sehen. Die Sterne waren ihr momentan auch egal… sie dachte nur an Julian! Sie wollte ihn zurück! Doch er war nicht mehr frei… sie hatte zu lange gewartet. Charly vergrub den Kopf in ihren Händen und schluchzte hemmungslos. Warum nur tat es so weh?
Als sie ihn wiedersah vor einer Woche, da war sie sich sicher das es Schicksal sein musste, da sie ihn genau bei diesem Song in der Menge entdeckte… ein leichtes Lächeln umspielte ihre Lippen als sie daran dachte:
- Es war ein Samstag und Charly stand, wie fast jedes Wochenende, auf der Bühne. Sie liebte es Musik zu machen, sie war eins mit ihrer Gitarre. Sobald sie auf der Bühne stand fühlte sie nur noch die Musik, alles andere war aus ihrem Kopf verschwunden, jeglicher Ärger oder Streß fiel von ihr ab, sie fühlte sich leicht. In Ihrem Job als Geschäftsführerin einer Werbeagentur musste sie täglich im Hosenanzug erscheinen, hier trug sie ihre geliebte Lederhose und ein weites, weißes Piratenhemd, im Job waren die Haare streng hochgesteckt, oder brav frisiert und jetzt wehten ihre blonden Locken wild um ihre Schultern. Sie lachte, als sie vorn am Bühnenrand, Rücken an Rücken mit dem Leadsänger stand und ein lautes “Like the way I do” ins Mikro schmetterte. Ihre Finger flogen über die Saiten der Gitarre, sie ging völlig aus sich heraus, rockte und tanzte über die Bühne, das war ihr Gefühl von Freiheit, so wie andere mit dem Boot aufs Meer fuhren, Drachen flogen oder mit dem Motorrad über die Straßen rasten, so brauchte sie die Musik um sich frei zu fühlen, um einfach glücklich zu sein.
Die Musik war schon immer ihr Ventil gewesen, schon als Jugendliche lernte sie Gitarre zu spielen und als sie sich damals von Julian trennte, wurde es der wichtigste Ausgleich für sie, sie konnte ihren Schmerz und den Kummer nur mit Hilfe ihrer Musik durchstehen. Marc war schon in der Schulzeit ihr bester Freund gewesen, er spielte Piano und sie hatten oft zusammen Musik gemacht, Marc hatte eine tolle Stimme und so kam es das sie häufig auf Schulveranstaltungen und Partys auftraten, sie coverten Songs aus allen Musikrichtungen und mehreren Jahrzehnten. Irgendwann lernten sie Mike und Rob kennen, die Schlagzeug und Baßgitarre spielten und schon war ihre Band entstanden, seit 15 langen Jahren machten sie gemeinsam Musik. Inzwischen waren sie in ihrer Region sehr bekannt, sie wurden für alle möglichen Veranstaltungen gebucht, so auch heute auf dem jährlichen Stadtfest ihrer Heimatstadt. Eine große Bühne war aufgebaut und der große Platz war voll mit Leuten, an den Seiten standen Bierpilze und Bratwurstbuden. Es war Abend geworden und die Dämmerung brach herein.
Charly schlug die letzten Akkorde des gerade gespielten Songs an und das Publikum applaudierte, Pfiffe und “Zugabe”-Rufe waren zu hören. Das Publikum war heute super, sie gingen toll mit, sangen fast alle Songs mit und die Stimmung war sehr gelöst.
Doch jetzt war wieder ihr Moment! Seit 15 Jahren spielten sie an dieser Stelle denselben Song… immer und immer wieder! Charly liebte diesen Song, er machte sie allerdings immer wieder traurig, als sie 2 Jahre nach der Trennung von Julian erfuhr das er sich verlobt hatte, war sie furchtbar eifersüchtig gewesen, sie fragte sich immer wieder warum er ihr keine zweite Chance gegeben hatte, sondern sich in eine neue Beziehung gestürzt hatte… da hörte sie damals diesen Song “what´s she like” hieß er und er wurde ihr Song. Die Ballade, die sie immer an das erinnern sollte was sie verloren hatte.
Marc hielt sie damals für verrückt, das sie wegen “diesem Typen” wie er Julian gern nannte, diesen Song singen wollte, vor allem, da sie sich auf der Bühne lieber im Hintergrund hielt, sie sang gern im Background, doch Leadgesang war nichts für sie, wie sie immer betonte. Doch darauf bestand sie und sie ließ sich nicht abbringen. Sie wollte diesen Song singen und sie hatte sich durchgesetzt.
Nun war es also wieder soweit..
“Seid ihr gut drauf?” hörte sie Marc ins Mikro rufen. Jubelrufe und Applaus drangen zu ihnen auf die Bühne und Charly lächelte.
“Okay… dann jetzt, wie jedes Mal an dieser Stelle, für euch… unsere “Balladen-Queen!” er überließ ihr das Mikrofon und grinste sie frech an… sie hasste es wenn er sie “Balladen-Queen” nannte und warf ihm einen entsprechenden Blick zu, Marc grinste nur noch breiter, er stellte sich hinter sein Keyboard, während Charly das Mikro ergriff, sie schloß für einen Moment die Augen und atmete tief durch.
“Whats she like…” begann sie zu singen, sie fühlte sich in die Zeit von damals versetzt und legte all ihre Emotionen in dieses Lied… “when she turns around to kiss you goodnight… when she wakes up in the morning by your side…”
Es war wie jedes Mal… ihr Song, traurig, langsam und voller alter Gefühle, die auch nach Jahren noch die Oberhand gewannen… der Zwischenteil begann und sie griff zu ihrer Gitarre, ein Blick ins Publikum und es war geschehen… sie verspielte sich und sie vergaß ihren Text, das war in 15 Jahren noch nie passiert, Marc sah sie verdutzt an, zum Glück reagierte er sofort, er übernahm den Zwischenteil und sang einfach für sie weiter.
Das alles passierte im Bruchteil einer Sekunde, doch ihr kam es wie eine kleine Ewigkeit vor.
Sie hatte ihn gesehen, in der Menge stehend. Sie war sich sicher, dieses Gesicht würde sie unter tausenden sofort erkennen… oder spielten ihre Nerven ihr einen Streich? Aber warum? Sie hatte dieses Lied doch schon so oft gespielt und sich noch nie eingebildet ihn zu sehen… doch das war gar nicht möglich, das er es war. Er lebte 500 Kilometer von ihrer Heimat entfernt, soviel wusste sie. Was machte er hier… Charly versuchte sich wieder zu fangen und konzentrierte sich wieder auf die Musik, sie setzte nach dem Zwischenteil wieder ein.
“I´ve been holding on much too long…” noch einmal sah sie in die Menge, doch er war verschwunden, sie suchte nach seinem Gesicht, doch sie konnte es nirgends mehr entdecken. Ihre Augen hatten ihr einen Streich gespielt… zum Glück, oder war sie tatsächlich etwas enttäuscht? Momentan war sie reichlich durcheinander und konnte ihre Gefühle kaum definieren…
Wie durch einen Nebel spielte sie sich durch die letzten Songs und ein paar Zugaben, tapfer verbeugte sie sich, lachte und winkte ins Publikum, bis sie endlich die Bühne verlassen durfte.
“Was zum Teufel war da vorhin mit dir los?” Marc packte sie am Arm, als sie die Stufen von der Bühne runtergingen.
“Ich hab keine Ahnung…” begann sie stotternd, “ich hab mir eingebildet, ich hätte Julian in der Menge gesehen…” sie zuckte die Schultern…
“Charly… also ganz ehrlich, das ist doch nicht mehr gesund! Seit 18 Jahren trauerst du diesem Mann hinterher, wir müssen seit ewigen Zeiten diesen Song spielen, du solltest das langsam mal hinter dir lassen.” Marc war wütend, hätte er nicht so schnell reagiert, hätte das Ganze ziemlich peinlich werden können. Charly schluckte, sie wusste das er recht hatte, wenn sie Julian doch nur endlich vergessen konnte, es war eine halbe Ewigkeit her… normal war das wohl wirklich nicht.
“Du hast recht, tut mir leid, es wird nicht wieder vorkommen” sagte sie ausweichend.
Charly saß noch einen Moment mit ihren Band-Kollegen zusammen, gemeinsam tranken sie noch ein Bier zusammen, das war so was wie eine Tradition, nach einem erfolgreichen Gig wurde der Auftritt noch mal bei einem Glas Bier in Ruhe besprochen, was konnte man beim nächsten Mal besser machen, was war gut und was war komplett überflüssig.
Charly war aber heute nicht richtig bei der Sache, weshalb sie sich auch schon recht bald verabschiedete.
“Machts gut Leute!” winkte sie noch, bevor sie aus dem Hintereingang verschwand. Draussen blieb sie einen Moment stehen, schloß die Augen und atmete tief die kalte, erfrischende Nachtluft ein. Sie schüttelte den Kopf und musste sogar ein wenig lachen.
“Lächerlich” sagte sie leise zu sich selbst.Doch als sie die Augen öffnete stand er da, einfach so, ganz lässig gegen eine Straßenlaterne gelehnt, er hatte sich kaum verändert, ja er war älter geworden, aber er hatte noch die gleiche Frisur, die kinnlangen, dunkelblonden Haare, die er sich jetzt hinter die Ohren gesteckt hatte, das markante Kinn, die tiefblauen Augen, strahlend weiße Zähne grinsten sie an.
Charly wusste nicht ob sie lachen oder weinen sollte… 18 lange Jahre hatte sie auf so einen Moment gewartet, jetzt hatte sie das Gefühl ihr Kopf wäre blutleer und sie würde gleich einfach mit dem Schädel auf das Kopfsteinpflaster prallen, - so fühlt es sich also an, wenn man ohnmächtig wird - dachte sie, doch leider, wie sie fand, blieb sie bei Bewusstsein und der Boden wollte sich auch nicht unter ihr auftun… warum konnte sie sich dann nicht wenigstens in eine Maus verwandeln?
“Julian…” brachte sie ein schwaches Flüstern hervor, lächelnd kam er auf sie zu.
“Charlotte McCluskey… wow, das war ein toller Auftritt” sagte er, bevor er sie umarmte. Sie schob ihn von sich und sah in ungläubig an.
“Was… was tust du hier?” stotterte sie ungläubig. Er grinste breit.
“Ich hab beruflich in Brighton zu tun, ich bleibe die ganze nächste Woche. Naja, im Internet hab ich gelesen das du hier einen Auftritt hast und das konnte ich mir natürlich nicht entgehen lassen, daher bin ich schon etwas früher angereist. Wahnsinn, dich nach so langer Zeit wieder zu sehen. Gut siehst du aus.” schmeichelte er ihr. Er griff nach ihren Händen und hielt sie fest, Charly entzog sie ihm, als hätte sie sich an glühenden Kohlen verbrannt.
“Ich…” begann sie, doch ihr fehlten die Worte. Sie träumte, das musste ein Traum sein. Er hatte Brighton vor einer kleinen Ewigkeit verlassen und nun stand er plötzlich einfach so vor ihr? Das konnte doch nicht real sein, sie hatte doch nur ein Bier getrunken, sie nahm weder Drogen oder Medikamente noch sonst irgendwelche Halluzinogene… wie war das also möglich?
“Julian?” fragend sah sie ihn an und er lachte leise.
“Ja, ich bins wirklich. ist ja auch schon irre lange her, da kann ich ja nicht erwarten das du mich gleich wieder erkennst.” er zwinkerte ihr belustigt zu.
“Ich…” begann Charly erneut, “ich weiß gar nicht was ich sagen soll!” hilflos zuckte sie mit den Schultern. “Ich hatte eben einen Auftritt, ich… ich wollte gerade Heim gehen und nun…” sie starrte ihn immer noch an, als hätte sie einen Geist gesehen.
Julian lachte wieder.
“Wow, das ich dich immer noch so aus der Fassung bringen kann, hätte ich nicht gedacht” wieder griff er nach ihrer Hand und diesmal entzog sie sie ihm nicht. Er scherzte, dass wusste sie, doch er hatte so recht mit seinen Worten, er hatte sie wirklich aus der Fassung gebracht, momentan wusste sie gar nicht wie ihr geschah. War der Himmel noch blau und die Erde eine Kugel?
Sie lachte gequält.
“Wie wärs hast du Lust und Zeit ein Glas Wein trinken zu gehen und über alte Zeiten zu quatschen?” fragte er sie lächelnd.
“Du und ich? Wein trinken?” krächzte sie, ungläubig starrte sie ihn an.
“Es sei denn du hast was anderes vor, oder deine Familie wartet auf dich…”
“Nein, keine Familie… ich meine ja, wir können gern etwas trinken gehen.” stotterte sie vor sich hin - Himmel noch mal! Reiß dich zusammen! - schimpfte sie mit sich selbst. Julian lachte wieder dieses melodische Lachen, an das sie sich noch viel zu gut erinnern konnte, ihr Magen krampfte sich zusammen. Wie sollte sie das jetzt überstehen? Der Mann, den sie über alles liebte, kam nach 18 Jahren einfach so vorbei um mit ihr über alte Zeiten zu plaudern und Wein zu trinken… irgendwas stimmte hier ganz gewaltig nicht!
“Okay! Dann lass uns gehen.” wie selbstverständlich legte er einen Arm um ihre Schultern, Charly erstarrte, doch er schien das gar nicht zu merken
“Gibt es diesen kleinen Italiener noch? Den am Hove Park?” fragte er beiläufig.
“Ja…” sagte sie leise “Den gibt es noch.” sie wäre am liebsten weggerannt, sie waren früher oft bei “Gino´s” gewesen , dort hatte er sie das erste Mal geküsst, das würde sie nie vergessen.
Sie schielte ihn vorsichtig von der Seite an, sie musste sich noch mal vergewissern, war das tatsächlich Julian Chastain, der da neben ihr ging? Es war unfassbar!
“Charly?!” hörte sie ihn plötzlich ihren Namen sagen. Sie schrak auf, sie war so in Gedanken versunken gewesen das sie gar nicht gehört hatte was er sagte.
“Entschuldige, was sagtest du?”
“Ich fand deinen Auftritt wirklich toll! Du hast ja schon immer gut Gitarre gespielt, aber was du da auf der Bühne machst ist einfach genial!”
Sie lächelte schüchtern.
“Was hast du hier in Brighton zu tun? Ich dachte du wolltest nie wieder zurückkommen?” fragte sie ihn dann.
“Naja, ist was berufliches. Am Hafen wird doch das neue Einkaufscenter gebaut, unsere Firma hat den Auftrag und der Bauleiter ist krank geworden, da bin ich für ein paar Tage für ihn eingesprungen, nichts aufregendes also.”
“Oh.” sagte Charly nur. Natürlich war er nicht ihretwegen hier, allein der Gedanke war absurd, trotzdem gab es ihr einen leichten Stich, das er das so leichthin sagte.
“Wir sind da.” sagte sie, als sie vor der kleinen Pizzeria standen.
“Hier hat sich in den ganzen Jahren aber wirklich nichts verändert.” sagte er grinsend. Er nahm ihre Hand und zog sie in das Lokal.
“Sieh mal, da hinten, das ist doch die Nische, in der wir immer gesessen haben.” Er steuerte den Tisch an und rutschte auf die Bank, Charly zog er einfach neben sich.
- Das wird immer verrückter - dachte Charly, ihr Magen zog sich schmerzhaft zusammen, hier hatten sie immer gesessen, hier hatte er das erste Mal ihre Hand genommen und sie geküsst… wenn sie die Augen schloss spürte sie immer noch seine warmen, sanften Lippen auf den ihren, verträumt legte sie einen Finger auf ihre Lippen und zuckte zusammen, als sie merkte was sie da tat.
“Tja, Charly, nun sitzen wir wieder hier, als wir uns das letzte Mal sahen, waren wir noch halbe Kinder und nun sieh uns an… ich hab neulich bei mir das erste graue Haar entdeckt” er grinste schelmisch.
- Als wüsstest du nicht, wie gut du aussiehst - dachte sie. Der Kellner kam und sie bestellten eine Karaffe südafrikanischen Rotwein.
Mit zitternden Fingern nahm Charly ihr Glas und trank es in einem Zug leer, sie kniff die Augen zusammen, doch als sie sie wieder öffnete saß Julian immer noch neben ihr. - Verrückt - war alles was ihr dazu noch einfiel.
“Wow, du hast aber durst.” grinste er und schenkte ihr nach.
“Erzähl mal, was hast du ganzen Jahre gemacht!” forderte er sie auf.
“Was ich gemacht habe?” sie räusperte sich, was sollte sie ihm erzählen, das sie immer noch morgens als erstes und abends als letztes an ihn dachte, das sie unzählige Tränen seinetwegen vergossen hatte, das sie seit 15 Jahren ein und denselben Song spielte, weil der sie an ihn erinnerte?
“Oh, soviel gibt’s da gar nicht zu erzählen” begann sie zögernd, “Ich arbeite in einer Werbeagentur hier in Brighton, das ich immer noch Musik mache weißt du ja bereits, naja und 2 x die Woche gebe ich Kindern Gitarrenunterricht… sonst plätschert mein Leben so vor sich hin, nichts aufregendes.” sie lächelte ihn kurz an und nahm noch einen großen Schluck aus ihrem Weinglas.
“Das ist alles?” hakte er nach, “wir haben uns fast 18 Jahre nicht gesehen… was ist mit Familie? Bist du inzwischen verheiratet? Hast du Kinder? Laß dir nicht alles aus der Nase ziehen.” er knuffte ihr freundschaftlich in die Schulter.
“Ich… ich hab keine Familie, ich hab nie geheiratet. Du weißt ja… ich liebe meine Freiheit, das ist noch immer so.” sie schaute ihn nicht an bei diesen Worten, er würde sofort merken das sie log. Sie hatte ihn damals verlassen, weil sie sich noch nicht bereit fühlte für eine feste Beziehung, sie wollte ihre Freiheit geniessen, erstmal erwachsen werden, sie war erst 17 Jahre damals und die Welt stand ihr offen, sie wollte reisen, feiern gehen, Karriere machen, musikalisch voll durchstarten, sie liebte Julian schon damals, doch fest binden wollte sie sich nicht. Julian hatte das hart getroffen, er war 3 Jahre älter als sie und er wäre für sie über glühende Kohlen gelaufen, doch damals war Charly nicht bewusst wie stark ihre Gefühle für ihn wirklich waren, das wurde ihr erst klar als es zu spät war. Jetzt würde sie alles dafür geben um mit ihm noch mal neu anfangen zu können, doch sie wusste das er inzwischen verheiratet war und Kinder hatte, und sie würde sich nie in eine Ehe drängen, wahrscheinlich würde sie sich da auch mehr als lächerlich machen, Julian würde nie die Frau hintergehen die er liebte.
“Hm, das find ich schade. Eine eigene Familie zu haben ist wirklich wundervoll, wenn du deine Kinder aufwachsen siehst… das gibt einem soviel.” er lächelte glücklich und Charly hatte das Gefühl sich jeden Moment übergeben zu müssen, es war schon schlimm genug gewesen von anderen zu erfahren das er geheiratet hatte, es von ihm selbst zu hören verursachte ihr echte Übelkeit.
“Es freut mich für dich, das du so glücklich bist.” sagte sie leise und mehr zu ihrem Weinglas, als zu ihm.
“Glücklich bist du hoffentlich auch.” sagte er und strich ihr über die Wange. Charly hielt den Atem an, sie schloß für eine Sekunde die Augen und genoss seine Haut auf ihrer.
- Bitte tu das nicht - dachte sie, “Ich bin glücklich.” war das was sie laut sagte und es war schon wieder eine Lüge.
“Wie geht es eigentlich Marc?” fragte er dann und die Situation entspannte sich. Sie redeten eine ganze Weile über alte Bekannte aus ihrer Schulzeit und was aus ihnen geworden war. Charly wurde langsam lockerer, sie genoss das Gespräch mit ihm und die Vertrautheit die noch immer zwischen ihnen herrschte, obwohl sie sich fast 2 Jahrzehnte nicht gesehen hatten.
“Julian, sei mir nicht böse, aber ich glaube, so langsam sollte ich Heim gehen.” Charly schaute auf die Uhr und sie war überrascht das es schon weit nach Mitternacht war. Julian nickte.
“Okay, ich begleite dich noch.” er zahlte die Rechnung und zusammen verließen sie das Restaurant.
Schweigend liefen sie nebeneinander her, doch dieses Schweigen war nicht bedrückend, jeder genoss die Gegenwart des anderen.
“Wir sind da.” sagte Charly, als sie vor dem kleinen Häuschen standen in dem sie lebte, vor der kleinen Veranda blieben sie stehen.
“Julian, ich weiß nicht was ich sagen soll, es war unglaublich dich nach so langer Zeit wieder zu sehen.” sie lächelte ihn an. Er nahm ihr Hände in die Seinen.
“Ich hatte gehofft wir könnten uns morgen noch mal sehen, ich bin ja die ganze Woche hier und ich würd gern ein wenig Zeit mit dir verbringen… wenn das ok für dich ist?” er sah sie an und Charly musste schon wieder schlucken, am liebsten hätte sie sich jetzt in seine Arme geworfen und ihn geküsst, doch alles was sie sagte war “klar… warum nicht, ich hab morgen Zeit.” Sie würde 3 Termine, davon 2 wichtige, verschieben müssen, aber das war ihr egal, sie würde jede Sekunde mit ihm auskosten, das würde alles sein was sie für den Rest ihres Lebens von ihm bekommen würde und das würde sie sich nicht nehmen lassen.
“Super!” freute er sich, “dann hole ich dich morgen Vormittag ab.” er gab ihr einen Kuß auf die Stirn, drehte sich um und ging.
Charly stand da, sie starrte ihm nach, sie hatte immer noch das Gefühl in einem Traum gefangen zu sein, was war da überhaupt passiert? War überhaupt irgendwas passiert?
Sie musste schlafen, morgen würde die Welt wieder anders aussehen, das war alles so irreal. Langsam setzte sie sich in Bewegung, stieg die 2 Stufen zur Veranda hoch und schloß die Haustür auf. Sie ging ohne Umwege in ihr Wohnzimmer, legte sich, so wie sie war auf die Couch, zog sich die Wolldecke über den Kopf und wartete auf den erlösenden Schlaf, der sich lange Zeit nicht einstellen wollte.
Nach einer scheinbar nie enden wollenden Nacht, mit kurzen von Alpträumen geplagten Schlafphasen erhob Charly sich von ihrem Nachtlager. Sie rieb sich den schmerzenden Nacken, der auf der unbequemen Couch ziemlich gelitten hatte.
- Erstmal einen Kaffee - dachte sie und machte sich auf den Weg in ihre kleine, aber gemütliche Küche. Gedankenverloren füllte sie Wasser und Kaffeepulver in die Maschine, ihr Blick wanderte aus dem Fenster, die Sonne strahlte und die Vögel sangen um die Wette. Ein leichtes Lächeln umspielte ihre Lippen. Julian war wieder da… in wenigen Stunden würde sie ihn wieder sehen, auch wenn sie nur Freunde sein konnten, wollte sie diese Zeit mit ihm in vollen Zügen auskosten.
Sie seufzte und griff zum Telefon, sie hatte noch einige Termine zu verschieben.
“Wer ist wieder da?” fragte Marc irritiert
“Julian ist in der Stadt, ich hatte mich gestern nicht geirrt, er stand tatsächlich in der Menge und wir werden uns heute sehen.” erzählte sie ihrem besten Freund freudig am Telefon.
“Was? Charly bist du verrückt?! Tu dir das nicht an, du weißt doch das er eine Familie hat, er ist nicht mehr frei! Ich hör doch, das du dir völlig sinnlos Hoffnungen machst.” sagte er warnend zu ihr.
“Ich dachte du würdest dich für mich freuen.” erwiderte sie enttäuscht.
“Freuen? Charly ganz ehrlich, du bist meine beste Freundin und ich kann dir jetzt schon voraussagen wie das enden wird. Du wirst wieder ein Häufchen Elend sein und es wird wahrscheinlich noch mal 18 Jahre dauern bis du darüber hinweg bist… das machen MEINE Nerven nicht mit. Charly komm endlich über diesen Typen hinweg!” Marc klang wütend, er machte sich ernsthafte Sorgen um sie.
“So ein Quatsch, ich weiß doch ganz genau das er nicht meinetwegen hier ist und wir nur Freunde sein können, ich mach mir da nichts vor.” konterte sie, doch irgendwo tief in ihr drin, war ein kleines Flämmchen entzündet das sich Hoffnung nannte, noch war es nur ein Glimmen, doch es konnte schnell ein Feuer daraus werden, das sie verbrennen könnte.
“Ich hoffe es! Ich hoffe es wirklich!” seufzte Marc, sie plauderten noch eine Weile über Belanglosigkeiten und besprachen in welchem Hotel sie einchecken sollten, wenn sie in 2 Wochen ihren Auftritt in York hatten.
Charly war nachdenklich nachdem sie aufgelegt hatte. War es wirklich eine gute Idee, die Zeit mit ihm zu verbringen? Verrannte sie sich nicht in etwas? Sie schüttelte energisch ihren Kopf, es war Zeit sich zurechtzumachen, sie wusste schon was sie tat. Charly duschte heiß und lange, sie genoss es wie das heisse Wasser über ihren Körper prasselte, es war als wenn alle Sorgen weggespült würden, sie bekam wieder einen klaren Kopf und die Verwirrung wich so langsam. Sie hüllte sich in ein kuscheliges Badelaken und machte sich daran ein passendes Outfit auszusuchen. Kurze Zeit später betrachtete sie ihr Werk im Spiegel und sie war durchaus zufrieden mit sich. Sie trug ein weites, weißes Sommerkleid, was ihre weiblichen Formen gut zur Geltung brachte, ihr Make up war dezent, betonte aber trotzdem die braunen Augen und die vollen Lippen, die langen blonden Locken hatte sie zu einem lockeren Zopf zusammengebunden, ein paar Strähnen fielen ihr ins Gesicht. - Meine Güte - dachte sie plötzlich - Julian wäre es vermutlich total egal was sie trug, sie hätte auch in Jeans und T-Shirt erscheinen können, es war nur eine Verabredung unter Freunden, anscheinend fiel es ihr doch schwerer das zu akzeptieren, als sie dachte.
Es läutete und Charly verwarf all diese Gedanken, in ihrem Magen flatterten plötzlich 1000 Schmetterlinge, alle guten Vorsätze waren mit einem Schlag vergessen. Langsam zählte sie bis 10, er sollte auf keinen Fall denken, das sie schon hinter der Tür gestanden und gewartet hatte.
Sie öffnete, Julian sah mal wieder perfekt aus, er trug eine helle, weite Leinenhose, ein weißes, ziemlich enges, Shirt, durch das sie viel zu gut seinen gut gebauten Oberkörper erahnen konnte, die Haare hatte er mit einer Sonnenbrille zurückgeschoben. Charly wurde schwindelig als er sie zur Begrüßung umarmte und sie den herben Duft seines After Shaves roch.
Julian drückte sie kurz an sich, er nahm ihre Hand uns sah sie an.
“Gut siehst du aus” sagte er mit einem lächeln im Gesicht. - Viel zu gut… - dachte er bei sich.
So langsam zweifelte er daran, das es eine gute Idee war sie in Brighton zu besuchen. Er wollte eine alte Freundin besuchen, doch als sie gestern vor ihm stand, noch in ihrem Bühnenoutfit, war er sofort wieder fasziniert von ihr, das war schon vor fast 18 Jahren so gewesen, sie hatte ihn damals nur angesehen, auf dieser Party seines Kumpels, und schon war es um ihn geschehen gewesen, damals wusste er sofort, das Charly die Eine für ihn war. Ihre Augen nahmen ihn sofort gefangen und er konnte den ganzen Abend den Blick nicht von ihr wenden. Es hatte eine Weile gedauert bis sie seine Blicke spürte und erwiderte, sie lächelte ihn offen an und ging auf ihn zu. Sie unterhielten sich den Rest des Abends angeregt, und stellten soviele Gemeinsamkeiten fest, für den nächsten Tag lud er sie zum Eis essen ein und seitdem waren sie unzertrennlich, zumindest für ein Jahr. Plötzlich distanzierte sie sich aber immer mehr von ihm, kurze Zeit später beendete sie die Beziehung, da sie, ihrer Aussage nach, mehr Freiheit brauchte und nicht bereit für eine feste Beziehung war.
Es brach ihm damals das Herz und es ging ihm hundeelend, kurze Zeit später verließ er Brighton und setzte sein Studium in York fort, dort lernte er Sue kennen, er verliebte sich und schon kurze Zeit später war er verlobt und verheiratet, er bekam in Leeds Arbeit in einer großes Baufirma und war dort bis heute tätig.
Er hatte sich geschworen nie wieder nach Brighton zurückzukehren und hatte sich bis heute daran gehalten, leider blieb ihm nun keine Wahl, da es keinen anderen Ersatz für den kranken Mitarbeiter gab. Er hatte lange hin- und her überlegt ob er Charly besuchen sollte, es war fast zwei Jahrzehnte her das sie sich das letzte Mal gesehen hatten, er wusste nicht was aus ihr geworden war und ob es ihr überhaupt recht war, wenn er plötzlich, wie aus dem Nichts, wieder in ihrem Leben auftauchte. In Zeiten des Internets war es dann ein leichtes herauszufinden, wie er sie finden konnte. Sie machte immer noch Musik, sogar recht erfolgreich, das sie ausgerechnet an diesem Abend einen Auftritt in ihrer Heimatstadt hatte, war mehr als ein glücklicher Zufall für ihn. Er konnte sie erstmal aus der Ferne beobachten und dann spontan entscheiden ob er sie ansprechen würde. Als er sie dann sah, wie sie auf der Bühne stand, konnte er gar nicht mehr anders. Er wollte mit ihr reden, hören wie es ihr ging, was sie machte. Sie sah immer noch so wunderschön aus wie damals, sie war älter geworden, dabei aber noch schöner. Sie war kein niedliches Mädchen mehr, sondern eine erwachsene, sehr sexy aussehende Frau. Die blonden Locken, die heute viel länger waren als damals, wirbelten ihr um die Schultern als sie über die Bühne tanzte. Wahrscheinlich wusste sie gar nicht mehr wer er überhaupt war und würde ihn für einen irren Stalker halten, doch zu seiner Überraschung, erkannte sie ihn sofort wieder, sie schien allerdings ziemlich fassungslos ihn wieder zu sehen, aber bei der langen Zeit war das auch nicht anders zu erwarten gewesen.
Wie sie jetzt so vor ihm stand in diesem atemberaubenden Kleid, das ihre weiblichen Kurven sehr betonte, kostete es ihn seine ganze Kraft auf Abstand zu bleiben. Es durfte nicht mehr als Freundschaft zwischen ihnen sein, das war ihm von Anfang an klar gewesen, aber das er nach so langer Zeit noch so extrem auf sie reagierte hätte er nicht gedacht, am liebsten hätte er sie in seine Arme genommen, sie wild geküsste und den Rest des Tages mit ihr in ihrem Schlafzimmer verbracht. Er schüttelte den Kopf, so was würde nie passieren, er würde konsequent bleiben, auch wenn es ihn seine ganze Kraft kostete. Er atmete tief ein und versuchte seine Gedanken wieder in dir richtige Richtung zu lenken.
“Wie wäre es mit einem Tag am Brighton Pier?” fragte er sie.
“Gern!” nickte sie. Sie stiegen in seinen Wagen und fuhren los.
Charly wollte sich heute keine Gedanken machen über das was richtig war und was nicht, sie wollte nur die Zeit mit ihm auskosten.
Nachdem sie eine Weile herumgelaufen waren und das bunte Treiben beobachtet hatten, nahmen sie sich 2 Liegestühle und machten es sich dicht nebeneinander gemütlich.
Sie hatten eine Weile einfach nur dagelegen und geschwiegen, als Charly sich etwas zur Seite drehte und ihn ansah. Er hatte die Augen geschlossen und genoss die Sonne. Charly hätte ihn am liebsten zärtlich mit den Fingerspitzen an der Wange berührt, vorsichtig streckte sie die Hand aus, zog sie dann jedoch schnell wieder zurück.
“Julian.” begann sie leise.
“Hmmm.” murmelte er schläfrig.
“Hast du dich jemals gefragt, was aus uns geworden wäre, wenn alles anders gekommen wäre… ich meine wenn ich nicht… wenn ich.” sie brach ab und merkte wie sie rot wurde. Julian öffnete die Augen und drehte sich zu ihr.
“Ja.” sagte er und lächelte sie an, “das hab ich, sogar öfter als gut für mich war…” er drückte ihre Hand und sah sie offen an, “aber das ist nun alles schon so lange her, wir haben beide unsere Leben weitergelebt und ich finde es schön, das wir jetzt einfach Freunde sein können.”
“Ja.” antwortete sie nur, sie schluckte - Freunde - dachte sie, schmerzlich holte er sie mit diesen Worten wieder in die Realität zurück.
Julian sah auf die Uhr, es war früher Abend geworden.
“Sag mal wie wäre es wenn wir noch ein wenig übers Stadtfest bummeln, dort eine Kleinigkeit essen und in einem der Festzelte vielleicht noch einen Wein trinken?” fragte er lächelnd. Charly schluckte den Kloß, der ihr gerade im Hals zu stecken schien tapfer herunter. Sie nickte zustimmend.
Die Stadt war brechend voll, sie wühlten sich durch die Menschenmengen und waren reichlich erschöpft als sie in eins der Festzelte gelangten.
“Dort drüben ist noch ein Platz frei.” Julian zeigte auf einen langen Tisch an dem Bänke standen, Charly setzte sich, während Julian sie mit Getränken versorgte. Eine Band spielte und es wurde auf der kleinen Tanzfläche ordentlich getanzt.
“Na, was hälst du als Fachfrau von der Band?” fragte er grinsend.
“Die sind gut.” sagte Charly lachend, “der Gitarrist ist zwar lange nicht so gut wie ich, aber ansonsten sind sie ganz ok…” sie zwinkerte ihm zu.
“Aha… an Selbstbewusstsein scheint es dir ja nicht zu mangeln.” Julian musste lachen. Einen Moment schwiegen sie und tranken ihren Wein.
“Hast du Lust zu tanzen?” fragte er dann. Er hatte eine Weile überlegt ob er es wagen sollte sie aufzufordern, sie so nah bei sich zu haben, könnte seine guten Vorsätze stark ins wanken bringen, doch die Band schien ausschließlich schnelle Stücke zu spielen, also bestand keine Gefahr das sie sich zu nah kamen.
Charly wollte gerade einen Schluck aus ihrem Glas nehmen als er sie fragte und sie hielt mitten in der Bewegung inne.
“Tanzen?” fragte sie zweifelnd. Das würde nie gut gehen! Julian nickte, er wartete nicht auf eine Antwort, sondern griff nach ihrer Hand und zog sie einfach mit sich. Charly wusste gar nicht wie ihr geschah und war so schnell zu keiner Reaktion fähig, ehe sie sich versah stand sie schon auf der Tanzfläche und wurde von ihm herumgewirbelt. Sie schnappte nach Luft und wollte schon protestieren, als sie nach der Drehung wieder sicher in seinen Armen landete. Er lachte und schon wurde sie wieder herumgewirbelt. Sie entspannte sich und ließ sich von ihm führen, sie harmonierten immer noch wunderbar und es war als würden sie schon seit Jahren miteinander tanzen. Sie lachten, waren ausgelassen und wild. Für diesen Moment waren sie einfach nur sie selbst, Charly und Julian und nichts stand zwischen ihnen.
Einen Moment später spielte die Band plötzlich doch ein langsames Lied, Charly schrak auf, sie spürte wie Julian zögerte und sie wollte die Tanzfläche schnurstracks verlassen - Bitte nicht, das wird die Hölle für mich - dachte sie, als er sie wieder in seine Arme zog. Sie wollte das nicht, das war einfach zuviel, wie sollte sie denn da stark bleiben, tanzten gute Freunde denn wirklich so miteinander, auf diese Art? Sie glaubte eher nicht. Doch seine Arme hielten sie fest, er drückte sie dicht an sich, Charlys Körper versteifte sich, doch als sie seinen Duft so intensiv einatmete, seine Hände auf ihrem Rücken und seinen Atem an ihrem Haar spürte, gab sie auf. Es hatte keinen Zweck sich dagegen zu wehren, sie war verloren. Sie spürte Tränen aufsteigen, es war ihr nicht möglich ihm nur eine gute Freundin zu sein, dafür liebte sie ihn viel zu sehr. Sie durften sich nicht mehr sehen, sonst würden sie auf eine Katastrophe zusteuern, die Charly nicht unbeschadet überstehen würde, er würde in ein paar Tagen wieder Heim fahren zu seiner Familie und sie würde zurückbleiben, allein. Julians Hände glitten zärtlich über ihren Rücken, sie schmiegte sich an ihn, ihre Hände lagen auf seiner Brust und sie spürte wie durchtrainiert er war, ein kleiner Seufzer entglitt ihr. Wie es sich wohl anfühlen würde wenn er kein Shirt tragen würde, wenn keine störenden Stoffschichten zwischen ihnen wären. Julians Hand war inzwischen an ihrem Haaransatz angekommen, sie spürte wie er sich noch dichter an sie drängte, konnte das sein? Das war Einbildung! Wahrscheinlich war sie es selber, die sich gerade furchtbar aufdringlich benahm. Egal, nur noch einen Augenblick seinen Duft und seine Berührungen geniessen.
Sie spürte seine Lippen auf ihrem Haar und sie merkte das sie sich beide nicht mehr bewegten, sie standen einfach nur da und hielten sich. Verwirrt hob Charly den Kopf und sah ihn an, ihre Blicke trafen sich und sie schauten sich tief in die Augen. Charly wollte weglaufen, doch sie konnte nicht, sie starrte ihn an und sah wie seine Lippen sich den ihren näherten. Ganz leicht war sein Kuß, sie spürte seine Lippen sanft auf ihrem Mund, es fühlte sich so gut und so richtig an, doch sie wusste das es falsch war, mehr als falsch. Sie wusste nicht wo sie soviel Willenskraft hernahm, alles was sie wollte war, das er nie aufhörte, doch sie drückte ihre Hände gegen seine Schultern und schob ihn von sich. Wortlos drehte sie sich um und ging. Sie verließ das Zelt und als sie draußen war fing sie an zu rennen, nur weg von ihm. Das funktionierte so nicht. Sie konnten nicht einfach nur Freunde sein. Was hatte das zu bedeuten, was war sie für ihn? Ein schnelles Abenteuer auf einer Geschäftsreise? Zuhause warteten Frau und Kinder auf ihn und er wollte sich hier mit seiner Jugendliebe amüsieren. Da würde sie nicht mitspielen, für so etwas war sie sich zu schade. Sie wollte ihn, mit jeder Faser ihres Körpers sehnte sie sich nach ihm, sie wollte mit ihm Zusammensein, aber nicht auf diese Art. Tränen rannen über ihr Gesicht, es war so ein schöner Tag gewesen, warum musste er so enden?
Julian sah ihr nach. Herrje, was hatte er sich dabei gedacht? Es hatte ihn einfach überwältigt sie in seinen Armen zu halten. Es fühlte sich so vertraut und doch völlig neu an. Ihr Körper hatte sich an seinen geschmiegt und er hatte einfach reagiert. Er war einfach nicht mehr er selbst wenn er mit ihr zusammen war. So etwas hätte nie passieren dürfen, das wusste er sehr genau. Er fuhr sich mit der Hand durch die Haare und seufzte tief. Nie hätte er gedacht, das das Ganze so schwierig werden würde. Inzwischen gehörte er nach Leeds und Charly liebte immer noch ihre Freiheit… aus ihnen konnte nichts werden. Er merkte wie Trauer und Wut sich in ihm breit machten, warum musste denn nur alles so kompliziert sein?
Er würde Charly morgen aufsuchen und sich bei ihr für sein unmögliches Verhalten entschuldigen, aber heute abend wollte er sich nur noch betrinken! Er schob sich durch die Menschenmenge Richtung Tresen und bestellte ein Bier.
bitte achtet weder auf Rechtschreibung, Interpunktion oder Grammatik... ich weiß, das ich keine Schriftstellerin bin, von daher bitte keine kritik aus dieser Ecke.
Das ganze ist eine sehr, sehr persönliche Geschichte:
Nebeneinander saßen sie auf den Felsen und sahen aufs Meer hinaus. Die Sonne ging langsam unter und tauchte alles um sie herum in glühendrotes Licht. Die Wellen schlugen sanft gegen das Ufer und die Möwen kreisten über der Bucht. Sie wollte die Zeit anhalten und diesen Moment für immer festhalten, doch das funktionierte nicht, wie sie sehr wohl wusste. Die Zeit rann dahin wie Sand durch die Finger eines spielenden Kindes. Sie schaute ihn vorsichtig von der Seite an, auch sein Blick ging sehnsüchtig in die Ferne. Ob er an zuhause dachte, an seine Frau und sein Kind?
Es war ihr letzter Abend und er neigte sich dem Ende zu, bald hieß es Abschied nehmen und diesmal wohl für immer… 18 Jahre hatte Charlotte sich danach gesehnt ihn wieder zu treffen und als es tatsächlich passierte, wünschte sie, es wäre ein Traum geblieben. Nichts erschien ihr jetzt schlimmer, als ihn noch mal gehen lassen zu müssen.
Er ahnte nichts von ihren Gefühlen, davon das sie ihn immer noch liebte, nach 18 Jahren hatte sich nichts, aber auch gar nichts an ihren Gefühlen geändert.
Er war schlauer als sie gewesen, er hatte sein Leben weitergelebt, Karriere gemacht, geheiratet und Kinder bekommen… sehr vernünftig! Sie hingegen war in der Vergangenheit hängen geblieben, nach aussen hin war sie eine Power-Frau, hatte einen tollen Job, spielte in einer Band Gitarre und stand mit beiden Beinen fest im Leben, doch der Gedanke an ihn brachte sie immer und immer wieder aus der Bahn… täglich dachte sie an ihn. Fast unmerklich schüttelte sie den Kopf, wie konnte das sein, nach so langer Zeit? Ein leiser Seufzer entglitt ihr und er schaute sie an.
“Es war eine tolle Woche, “ begann er, “schade das ich morgen abreisen muss. Ich hätte nie gedacht, das wir immer noch soviel gemeinsam haben.” er grinste sie schief an. Charly lächelte gequält zurück. Ja, das hatten sie wirklich! Sie liebten immer noch die gleichen Bücher, hörten die gleiche Musik, mochten südafrikanische Rotweine, das Meer und lange Spaziergänge am Strand. Das war früher schon so gewesen, warum war sie damals nur so dumm gewesen, warum hatte sie ihn gehen lassen? Ein dummer Fehler, der sie ihr ganzes Leben verfolgte und nicht losließ.
Jetzt war es zu spät.
Seine stahlblauen Augen schafften es immer noch sie zum zittern zu bringen, sie wollte am liebsten in ihnen versinken wenn er sie so intensiv ansah, wenn seine Hand sie zufällig berührte, hatte sie das Gefühl ihre Haut würde in Flammen stehen, sie wünschte sich nichts mehr, als von ihm gehalten zu werden, stellte sich vor, wie es wäre wenn sie sich lieben würden, wie würde sich sein Körper anfühlen? Wie seine Hände auf ihrer Haut, seine Lippen, die ihren Leib über und über mit Küssen bedecken würden, wie wäre es wenn er langsam zu ihr kam und sich in ihr bewegen würde, wenn sie Eins würden… bei dem Gedanken daran breitete sich eine wohlige Wärme in ihrem Bauch aus… doch das waren nur Fantasien, sie würde es nie erfahren. Damals waren sie einfach noch zu jung gewesen, da gab es nicht mehr als Händchen halten und heimliche Küsse in seinem Auto, doch nun verzehrte sie sich nach ihm.
Julian nahm ihre Hand.
“Es wird Zeit.” sagte er leise, seine kinnlangen dunkelblonden Haare wurden vom Wind zerzaust und seine blauen Augen schauten tief in ihre. Warum musste er nach der langen Zeit immer noch so gut aussehen, fragte sie sich.
Charly nickte, sie brachte jetzt kein Wort heraus. Es wurde dunkel, die Nacht brach herein und es wurde kühl. Charly fröstelte und er legte, wie selbstverständlich einen Arm um sie und sie zuckte unwillkürlich zusammen, für ihn war es eine freundschaftliche Geste, doch für sie war es soviel mehr. Charly schloss für einen Moment die Augen.
“Okay, dann heisst es jetzt “leb wohl”. Sie würde nicht “auf wiedersehen” sagen, denn ein Wiedersehen würde es nicht geben. Es war schon ein riesiger Zufall, das er bei ihrem Auftritt am letzten Wochenende auftauchte und sie ihn in der Menge entdeckt hatte. Zufall? Oder doch Schicksal? Nein, an Schicksal glaubte sie nicht. Gott hatte einfach einen merkwürdigen Sinn für Humor, er ließ sie den ganzen Schmerz noch einmal durchmachen, wahrscheinlich war das nun die gerechte Strafe für das, was sie Julian vor so vielen Jahren angetan hatte. Sie kämpfte mit den Tränen.
“Es war wunderschön dich wieder zu sehen.” brachte sie leise raus.
Julian nickte, “Das fand ich auch… machs gut Charlotte McCluskey und bleib so wie du bist…” er umarmte sie und drückte sie fest an sich. Charly spürte bei dieser Umarmung überdeutlich seinen muskulösen Oberkörper, sie musste hart schlucken und löste sich ein wenig von ihm.
“Ich muss gehen, mein Flug geht schon um 5.00 Uhr morgen früh und ich brauche noch ein wenig Schlaf.”
Er strich ihr noch ein letztes Mal über die Wange… sah sie so etwas wie Sehnsucht in seinen Augen? Nein, das bildete sie sich nur ein. Wunschdenken, mehr nicht!
Er machte drei Schritte rückwärts, bevor er sich umdrehte und davonging.
Da stand sie nun… allein, die ersten Tränen bahnten sich ihren Weg aus ihren Augenwinkeln, sie sank zurück auf den Felsen, auf dem sie eben noch zu zweit gesessen hatten, sein Platz war noch warm, doch bald schon würde die Wärme verschwunden sein, so als wäre er nie hier gewesen.
Sie schaute in den Himmel, die Nacht war klar und Millionen und Abermillionen Sterne funkelten auf sie herab, doch sie konnte sie durch den Tränenschleier, der ihren Blick trübte, nicht sehen. Die Sterne waren ihr momentan auch egal… sie dachte nur an Julian! Sie wollte ihn zurück! Doch er war nicht mehr frei… sie hatte zu lange gewartet. Charly vergrub den Kopf in ihren Händen und schluchzte hemmungslos. Warum nur tat es so weh?
Als sie ihn wiedersah vor einer Woche, da war sie sich sicher das es Schicksal sein musste, da sie ihn genau bei diesem Song in der Menge entdeckte… ein leichtes Lächeln umspielte ihre Lippen als sie daran dachte:
- Es war ein Samstag und Charly stand, wie fast jedes Wochenende, auf der Bühne. Sie liebte es Musik zu machen, sie war eins mit ihrer Gitarre. Sobald sie auf der Bühne stand fühlte sie nur noch die Musik, alles andere war aus ihrem Kopf verschwunden, jeglicher Ärger oder Streß fiel von ihr ab, sie fühlte sich leicht. In Ihrem Job als Geschäftsführerin einer Werbeagentur musste sie täglich im Hosenanzug erscheinen, hier trug sie ihre geliebte Lederhose und ein weites, weißes Piratenhemd, im Job waren die Haare streng hochgesteckt, oder brav frisiert und jetzt wehten ihre blonden Locken wild um ihre Schultern. Sie lachte, als sie vorn am Bühnenrand, Rücken an Rücken mit dem Leadsänger stand und ein lautes “Like the way I do” ins Mikro schmetterte. Ihre Finger flogen über die Saiten der Gitarre, sie ging völlig aus sich heraus, rockte und tanzte über die Bühne, das war ihr Gefühl von Freiheit, so wie andere mit dem Boot aufs Meer fuhren, Drachen flogen oder mit dem Motorrad über die Straßen rasten, so brauchte sie die Musik um sich frei zu fühlen, um einfach glücklich zu sein.
Die Musik war schon immer ihr Ventil gewesen, schon als Jugendliche lernte sie Gitarre zu spielen und als sie sich damals von Julian trennte, wurde es der wichtigste Ausgleich für sie, sie konnte ihren Schmerz und den Kummer nur mit Hilfe ihrer Musik durchstehen. Marc war schon in der Schulzeit ihr bester Freund gewesen, er spielte Piano und sie hatten oft zusammen Musik gemacht, Marc hatte eine tolle Stimme und so kam es das sie häufig auf Schulveranstaltungen und Partys auftraten, sie coverten Songs aus allen Musikrichtungen und mehreren Jahrzehnten. Irgendwann lernten sie Mike und Rob kennen, die Schlagzeug und Baßgitarre spielten und schon war ihre Band entstanden, seit 15 langen Jahren machten sie gemeinsam Musik. Inzwischen waren sie in ihrer Region sehr bekannt, sie wurden für alle möglichen Veranstaltungen gebucht, so auch heute auf dem jährlichen Stadtfest ihrer Heimatstadt. Eine große Bühne war aufgebaut und der große Platz war voll mit Leuten, an den Seiten standen Bierpilze und Bratwurstbuden. Es war Abend geworden und die Dämmerung brach herein.
Charly schlug die letzten Akkorde des gerade gespielten Songs an und das Publikum applaudierte, Pfiffe und “Zugabe”-Rufe waren zu hören. Das Publikum war heute super, sie gingen toll mit, sangen fast alle Songs mit und die Stimmung war sehr gelöst.
Doch jetzt war wieder ihr Moment! Seit 15 Jahren spielten sie an dieser Stelle denselben Song… immer und immer wieder! Charly liebte diesen Song, er machte sie allerdings immer wieder traurig, als sie 2 Jahre nach der Trennung von Julian erfuhr das er sich verlobt hatte, war sie furchtbar eifersüchtig gewesen, sie fragte sich immer wieder warum er ihr keine zweite Chance gegeben hatte, sondern sich in eine neue Beziehung gestürzt hatte… da hörte sie damals diesen Song “what´s she like” hieß er und er wurde ihr Song. Die Ballade, die sie immer an das erinnern sollte was sie verloren hatte.
Marc hielt sie damals für verrückt, das sie wegen “diesem Typen” wie er Julian gern nannte, diesen Song singen wollte, vor allem, da sie sich auf der Bühne lieber im Hintergrund hielt, sie sang gern im Background, doch Leadgesang war nichts für sie, wie sie immer betonte. Doch darauf bestand sie und sie ließ sich nicht abbringen. Sie wollte diesen Song singen und sie hatte sich durchgesetzt.
Nun war es also wieder soweit..
“Seid ihr gut drauf?” hörte sie Marc ins Mikro rufen. Jubelrufe und Applaus drangen zu ihnen auf die Bühne und Charly lächelte.
“Okay… dann jetzt, wie jedes Mal an dieser Stelle, für euch… unsere “Balladen-Queen!” er überließ ihr das Mikrofon und grinste sie frech an… sie hasste es wenn er sie “Balladen-Queen” nannte und warf ihm einen entsprechenden Blick zu, Marc grinste nur noch breiter, er stellte sich hinter sein Keyboard, während Charly das Mikro ergriff, sie schloß für einen Moment die Augen und atmete tief durch.
“Whats she like…” begann sie zu singen, sie fühlte sich in die Zeit von damals versetzt und legte all ihre Emotionen in dieses Lied… “when she turns around to kiss you goodnight… when she wakes up in the morning by your side…”
Es war wie jedes Mal… ihr Song, traurig, langsam und voller alter Gefühle, die auch nach Jahren noch die Oberhand gewannen… der Zwischenteil begann und sie griff zu ihrer Gitarre, ein Blick ins Publikum und es war geschehen… sie verspielte sich und sie vergaß ihren Text, das war in 15 Jahren noch nie passiert, Marc sah sie verdutzt an, zum Glück reagierte er sofort, er übernahm den Zwischenteil und sang einfach für sie weiter.
Das alles passierte im Bruchteil einer Sekunde, doch ihr kam es wie eine kleine Ewigkeit vor.
Sie hatte ihn gesehen, in der Menge stehend. Sie war sich sicher, dieses Gesicht würde sie unter tausenden sofort erkennen… oder spielten ihre Nerven ihr einen Streich? Aber warum? Sie hatte dieses Lied doch schon so oft gespielt und sich noch nie eingebildet ihn zu sehen… doch das war gar nicht möglich, das er es war. Er lebte 500 Kilometer von ihrer Heimat entfernt, soviel wusste sie. Was machte er hier… Charly versuchte sich wieder zu fangen und konzentrierte sich wieder auf die Musik, sie setzte nach dem Zwischenteil wieder ein.
“I´ve been holding on much too long…” noch einmal sah sie in die Menge, doch er war verschwunden, sie suchte nach seinem Gesicht, doch sie konnte es nirgends mehr entdecken. Ihre Augen hatten ihr einen Streich gespielt… zum Glück, oder war sie tatsächlich etwas enttäuscht? Momentan war sie reichlich durcheinander und konnte ihre Gefühle kaum definieren…
Wie durch einen Nebel spielte sie sich durch die letzten Songs und ein paar Zugaben, tapfer verbeugte sie sich, lachte und winkte ins Publikum, bis sie endlich die Bühne verlassen durfte.
“Was zum Teufel war da vorhin mit dir los?” Marc packte sie am Arm, als sie die Stufen von der Bühne runtergingen.
“Ich hab keine Ahnung…” begann sie stotternd, “ich hab mir eingebildet, ich hätte Julian in der Menge gesehen…” sie zuckte die Schultern…
“Charly… also ganz ehrlich, das ist doch nicht mehr gesund! Seit 18 Jahren trauerst du diesem Mann hinterher, wir müssen seit ewigen Zeiten diesen Song spielen, du solltest das langsam mal hinter dir lassen.” Marc war wütend, hätte er nicht so schnell reagiert, hätte das Ganze ziemlich peinlich werden können. Charly schluckte, sie wusste das er recht hatte, wenn sie Julian doch nur endlich vergessen konnte, es war eine halbe Ewigkeit her… normal war das wohl wirklich nicht.
“Du hast recht, tut mir leid, es wird nicht wieder vorkommen” sagte sie ausweichend.
Charly saß noch einen Moment mit ihren Band-Kollegen zusammen, gemeinsam tranken sie noch ein Bier zusammen, das war so was wie eine Tradition, nach einem erfolgreichen Gig wurde der Auftritt noch mal bei einem Glas Bier in Ruhe besprochen, was konnte man beim nächsten Mal besser machen, was war gut und was war komplett überflüssig.
Charly war aber heute nicht richtig bei der Sache, weshalb sie sich auch schon recht bald verabschiedete.
“Machts gut Leute!” winkte sie noch, bevor sie aus dem Hintereingang verschwand. Draussen blieb sie einen Moment stehen, schloß die Augen und atmete tief die kalte, erfrischende Nachtluft ein. Sie schüttelte den Kopf und musste sogar ein wenig lachen.
“Lächerlich” sagte sie leise zu sich selbst.Doch als sie die Augen öffnete stand er da, einfach so, ganz lässig gegen eine Straßenlaterne gelehnt, er hatte sich kaum verändert, ja er war älter geworden, aber er hatte noch die gleiche Frisur, die kinnlangen, dunkelblonden Haare, die er sich jetzt hinter die Ohren gesteckt hatte, das markante Kinn, die tiefblauen Augen, strahlend weiße Zähne grinsten sie an.
Charly wusste nicht ob sie lachen oder weinen sollte… 18 lange Jahre hatte sie auf so einen Moment gewartet, jetzt hatte sie das Gefühl ihr Kopf wäre blutleer und sie würde gleich einfach mit dem Schädel auf das Kopfsteinpflaster prallen, - so fühlt es sich also an, wenn man ohnmächtig wird - dachte sie, doch leider, wie sie fand, blieb sie bei Bewusstsein und der Boden wollte sich auch nicht unter ihr auftun… warum konnte sie sich dann nicht wenigstens in eine Maus verwandeln?
“Julian…” brachte sie ein schwaches Flüstern hervor, lächelnd kam er auf sie zu.
“Charlotte McCluskey… wow, das war ein toller Auftritt” sagte er, bevor er sie umarmte. Sie schob ihn von sich und sah in ungläubig an.
“Was… was tust du hier?” stotterte sie ungläubig. Er grinste breit.
“Ich hab beruflich in Brighton zu tun, ich bleibe die ganze nächste Woche. Naja, im Internet hab ich gelesen das du hier einen Auftritt hast und das konnte ich mir natürlich nicht entgehen lassen, daher bin ich schon etwas früher angereist. Wahnsinn, dich nach so langer Zeit wieder zu sehen. Gut siehst du aus.” schmeichelte er ihr. Er griff nach ihren Händen und hielt sie fest, Charly entzog sie ihm, als hätte sie sich an glühenden Kohlen verbrannt.
“Ich…” begann sie, doch ihr fehlten die Worte. Sie träumte, das musste ein Traum sein. Er hatte Brighton vor einer kleinen Ewigkeit verlassen und nun stand er plötzlich einfach so vor ihr? Das konnte doch nicht real sein, sie hatte doch nur ein Bier getrunken, sie nahm weder Drogen oder Medikamente noch sonst irgendwelche Halluzinogene… wie war das also möglich?
“Julian?” fragend sah sie ihn an und er lachte leise.
“Ja, ich bins wirklich. ist ja auch schon irre lange her, da kann ich ja nicht erwarten das du mich gleich wieder erkennst.” er zwinkerte ihr belustigt zu.
“Ich…” begann Charly erneut, “ich weiß gar nicht was ich sagen soll!” hilflos zuckte sie mit den Schultern. “Ich hatte eben einen Auftritt, ich… ich wollte gerade Heim gehen und nun…” sie starrte ihn immer noch an, als hätte sie einen Geist gesehen.
Julian lachte wieder.
“Wow, das ich dich immer noch so aus der Fassung bringen kann, hätte ich nicht gedacht” wieder griff er nach ihrer Hand und diesmal entzog sie sie ihm nicht. Er scherzte, dass wusste sie, doch er hatte so recht mit seinen Worten, er hatte sie wirklich aus der Fassung gebracht, momentan wusste sie gar nicht wie ihr geschah. War der Himmel noch blau und die Erde eine Kugel?
Sie lachte gequält.
“Wie wärs hast du Lust und Zeit ein Glas Wein trinken zu gehen und über alte Zeiten zu quatschen?” fragte er sie lächelnd.
“Du und ich? Wein trinken?” krächzte sie, ungläubig starrte sie ihn an.
“Es sei denn du hast was anderes vor, oder deine Familie wartet auf dich…”
“Nein, keine Familie… ich meine ja, wir können gern etwas trinken gehen.” stotterte sie vor sich hin - Himmel noch mal! Reiß dich zusammen! - schimpfte sie mit sich selbst. Julian lachte wieder dieses melodische Lachen, an das sie sich noch viel zu gut erinnern konnte, ihr Magen krampfte sich zusammen. Wie sollte sie das jetzt überstehen? Der Mann, den sie über alles liebte, kam nach 18 Jahren einfach so vorbei um mit ihr über alte Zeiten zu plaudern und Wein zu trinken… irgendwas stimmte hier ganz gewaltig nicht!
“Okay! Dann lass uns gehen.” wie selbstverständlich legte er einen Arm um ihre Schultern, Charly erstarrte, doch er schien das gar nicht zu merken
“Gibt es diesen kleinen Italiener noch? Den am Hove Park?” fragte er beiläufig.
“Ja…” sagte sie leise “Den gibt es noch.” sie wäre am liebsten weggerannt, sie waren früher oft bei “Gino´s” gewesen , dort hatte er sie das erste Mal geküsst, das würde sie nie vergessen.
Sie schielte ihn vorsichtig von der Seite an, sie musste sich noch mal vergewissern, war das tatsächlich Julian Chastain, der da neben ihr ging? Es war unfassbar!
“Charly?!” hörte sie ihn plötzlich ihren Namen sagen. Sie schrak auf, sie war so in Gedanken versunken gewesen das sie gar nicht gehört hatte was er sagte.
“Entschuldige, was sagtest du?”
“Ich fand deinen Auftritt wirklich toll! Du hast ja schon immer gut Gitarre gespielt, aber was du da auf der Bühne machst ist einfach genial!”
Sie lächelte schüchtern.
“Was hast du hier in Brighton zu tun? Ich dachte du wolltest nie wieder zurückkommen?” fragte sie ihn dann.
“Naja, ist was berufliches. Am Hafen wird doch das neue Einkaufscenter gebaut, unsere Firma hat den Auftrag und der Bauleiter ist krank geworden, da bin ich für ein paar Tage für ihn eingesprungen, nichts aufregendes also.”
“Oh.” sagte Charly nur. Natürlich war er nicht ihretwegen hier, allein der Gedanke war absurd, trotzdem gab es ihr einen leichten Stich, das er das so leichthin sagte.
“Wir sind da.” sagte sie, als sie vor der kleinen Pizzeria standen.
“Hier hat sich in den ganzen Jahren aber wirklich nichts verändert.” sagte er grinsend. Er nahm ihre Hand und zog sie in das Lokal.
“Sieh mal, da hinten, das ist doch die Nische, in der wir immer gesessen haben.” Er steuerte den Tisch an und rutschte auf die Bank, Charly zog er einfach neben sich.
- Das wird immer verrückter - dachte Charly, ihr Magen zog sich schmerzhaft zusammen, hier hatten sie immer gesessen, hier hatte er das erste Mal ihre Hand genommen und sie geküsst… wenn sie die Augen schloss spürte sie immer noch seine warmen, sanften Lippen auf den ihren, verträumt legte sie einen Finger auf ihre Lippen und zuckte zusammen, als sie merkte was sie da tat.
“Tja, Charly, nun sitzen wir wieder hier, als wir uns das letzte Mal sahen, waren wir noch halbe Kinder und nun sieh uns an… ich hab neulich bei mir das erste graue Haar entdeckt” er grinste schelmisch.
- Als wüsstest du nicht, wie gut du aussiehst - dachte sie. Der Kellner kam und sie bestellten eine Karaffe südafrikanischen Rotwein.
Mit zitternden Fingern nahm Charly ihr Glas und trank es in einem Zug leer, sie kniff die Augen zusammen, doch als sie sie wieder öffnete saß Julian immer noch neben ihr. - Verrückt - war alles was ihr dazu noch einfiel.
“Wow, du hast aber durst.” grinste er und schenkte ihr nach.
“Erzähl mal, was hast du ganzen Jahre gemacht!” forderte er sie auf.
“Was ich gemacht habe?” sie räusperte sich, was sollte sie ihm erzählen, das sie immer noch morgens als erstes und abends als letztes an ihn dachte, das sie unzählige Tränen seinetwegen vergossen hatte, das sie seit 15 Jahren ein und denselben Song spielte, weil der sie an ihn erinnerte?
“Oh, soviel gibt’s da gar nicht zu erzählen” begann sie zögernd, “Ich arbeite in einer Werbeagentur hier in Brighton, das ich immer noch Musik mache weißt du ja bereits, naja und 2 x die Woche gebe ich Kindern Gitarrenunterricht… sonst plätschert mein Leben so vor sich hin, nichts aufregendes.” sie lächelte ihn kurz an und nahm noch einen großen Schluck aus ihrem Weinglas.
“Das ist alles?” hakte er nach, “wir haben uns fast 18 Jahre nicht gesehen… was ist mit Familie? Bist du inzwischen verheiratet? Hast du Kinder? Laß dir nicht alles aus der Nase ziehen.” er knuffte ihr freundschaftlich in die Schulter.
“Ich… ich hab keine Familie, ich hab nie geheiratet. Du weißt ja… ich liebe meine Freiheit, das ist noch immer so.” sie schaute ihn nicht an bei diesen Worten, er würde sofort merken das sie log. Sie hatte ihn damals verlassen, weil sie sich noch nicht bereit fühlte für eine feste Beziehung, sie wollte ihre Freiheit geniessen, erstmal erwachsen werden, sie war erst 17 Jahre damals und die Welt stand ihr offen, sie wollte reisen, feiern gehen, Karriere machen, musikalisch voll durchstarten, sie liebte Julian schon damals, doch fest binden wollte sie sich nicht. Julian hatte das hart getroffen, er war 3 Jahre älter als sie und er wäre für sie über glühende Kohlen gelaufen, doch damals war Charly nicht bewusst wie stark ihre Gefühle für ihn wirklich waren, das wurde ihr erst klar als es zu spät war. Jetzt würde sie alles dafür geben um mit ihm noch mal neu anfangen zu können, doch sie wusste das er inzwischen verheiratet war und Kinder hatte, und sie würde sich nie in eine Ehe drängen, wahrscheinlich würde sie sich da auch mehr als lächerlich machen, Julian würde nie die Frau hintergehen die er liebte.
“Hm, das find ich schade. Eine eigene Familie zu haben ist wirklich wundervoll, wenn du deine Kinder aufwachsen siehst… das gibt einem soviel.” er lächelte glücklich und Charly hatte das Gefühl sich jeden Moment übergeben zu müssen, es war schon schlimm genug gewesen von anderen zu erfahren das er geheiratet hatte, es von ihm selbst zu hören verursachte ihr echte Übelkeit.
“Es freut mich für dich, das du so glücklich bist.” sagte sie leise und mehr zu ihrem Weinglas, als zu ihm.
“Glücklich bist du hoffentlich auch.” sagte er und strich ihr über die Wange. Charly hielt den Atem an, sie schloß für eine Sekunde die Augen und genoss seine Haut auf ihrer.
- Bitte tu das nicht - dachte sie, “Ich bin glücklich.” war das was sie laut sagte und es war schon wieder eine Lüge.
“Wie geht es eigentlich Marc?” fragte er dann und die Situation entspannte sich. Sie redeten eine ganze Weile über alte Bekannte aus ihrer Schulzeit und was aus ihnen geworden war. Charly wurde langsam lockerer, sie genoss das Gespräch mit ihm und die Vertrautheit die noch immer zwischen ihnen herrschte, obwohl sie sich fast 2 Jahrzehnte nicht gesehen hatten.
“Julian, sei mir nicht böse, aber ich glaube, so langsam sollte ich Heim gehen.” Charly schaute auf die Uhr und sie war überrascht das es schon weit nach Mitternacht war. Julian nickte.
“Okay, ich begleite dich noch.” er zahlte die Rechnung und zusammen verließen sie das Restaurant.
Schweigend liefen sie nebeneinander her, doch dieses Schweigen war nicht bedrückend, jeder genoss die Gegenwart des anderen.
“Wir sind da.” sagte Charly, als sie vor dem kleinen Häuschen standen in dem sie lebte, vor der kleinen Veranda blieben sie stehen.
“Julian, ich weiß nicht was ich sagen soll, es war unglaublich dich nach so langer Zeit wieder zu sehen.” sie lächelte ihn an. Er nahm ihr Hände in die Seinen.
“Ich hatte gehofft wir könnten uns morgen noch mal sehen, ich bin ja die ganze Woche hier und ich würd gern ein wenig Zeit mit dir verbringen… wenn das ok für dich ist?” er sah sie an und Charly musste schon wieder schlucken, am liebsten hätte sie sich jetzt in seine Arme geworfen und ihn geküsst, doch alles was sie sagte war “klar… warum nicht, ich hab morgen Zeit.” Sie würde 3 Termine, davon 2 wichtige, verschieben müssen, aber das war ihr egal, sie würde jede Sekunde mit ihm auskosten, das würde alles sein was sie für den Rest ihres Lebens von ihm bekommen würde und das würde sie sich nicht nehmen lassen.
“Super!” freute er sich, “dann hole ich dich morgen Vormittag ab.” er gab ihr einen Kuß auf die Stirn, drehte sich um und ging.
Charly stand da, sie starrte ihm nach, sie hatte immer noch das Gefühl in einem Traum gefangen zu sein, was war da überhaupt passiert? War überhaupt irgendwas passiert?
Sie musste schlafen, morgen würde die Welt wieder anders aussehen, das war alles so irreal. Langsam setzte sie sich in Bewegung, stieg die 2 Stufen zur Veranda hoch und schloß die Haustür auf. Sie ging ohne Umwege in ihr Wohnzimmer, legte sich, so wie sie war auf die Couch, zog sich die Wolldecke über den Kopf und wartete auf den erlösenden Schlaf, der sich lange Zeit nicht einstellen wollte.
Nach einer scheinbar nie enden wollenden Nacht, mit kurzen von Alpträumen geplagten Schlafphasen erhob Charly sich von ihrem Nachtlager. Sie rieb sich den schmerzenden Nacken, der auf der unbequemen Couch ziemlich gelitten hatte.
- Erstmal einen Kaffee - dachte sie und machte sich auf den Weg in ihre kleine, aber gemütliche Küche. Gedankenverloren füllte sie Wasser und Kaffeepulver in die Maschine, ihr Blick wanderte aus dem Fenster, die Sonne strahlte und die Vögel sangen um die Wette. Ein leichtes Lächeln umspielte ihre Lippen. Julian war wieder da… in wenigen Stunden würde sie ihn wieder sehen, auch wenn sie nur Freunde sein konnten, wollte sie diese Zeit mit ihm in vollen Zügen auskosten.
Sie seufzte und griff zum Telefon, sie hatte noch einige Termine zu verschieben.
“Wer ist wieder da?” fragte Marc irritiert
“Julian ist in der Stadt, ich hatte mich gestern nicht geirrt, er stand tatsächlich in der Menge und wir werden uns heute sehen.” erzählte sie ihrem besten Freund freudig am Telefon.
“Was? Charly bist du verrückt?! Tu dir das nicht an, du weißt doch das er eine Familie hat, er ist nicht mehr frei! Ich hör doch, das du dir völlig sinnlos Hoffnungen machst.” sagte er warnend zu ihr.
“Ich dachte du würdest dich für mich freuen.” erwiderte sie enttäuscht.
“Freuen? Charly ganz ehrlich, du bist meine beste Freundin und ich kann dir jetzt schon voraussagen wie das enden wird. Du wirst wieder ein Häufchen Elend sein und es wird wahrscheinlich noch mal 18 Jahre dauern bis du darüber hinweg bist… das machen MEINE Nerven nicht mit. Charly komm endlich über diesen Typen hinweg!” Marc klang wütend, er machte sich ernsthafte Sorgen um sie.
“So ein Quatsch, ich weiß doch ganz genau das er nicht meinetwegen hier ist und wir nur Freunde sein können, ich mach mir da nichts vor.” konterte sie, doch irgendwo tief in ihr drin, war ein kleines Flämmchen entzündet das sich Hoffnung nannte, noch war es nur ein Glimmen, doch es konnte schnell ein Feuer daraus werden, das sie verbrennen könnte.
“Ich hoffe es! Ich hoffe es wirklich!” seufzte Marc, sie plauderten noch eine Weile über Belanglosigkeiten und besprachen in welchem Hotel sie einchecken sollten, wenn sie in 2 Wochen ihren Auftritt in York hatten.
Charly war nachdenklich nachdem sie aufgelegt hatte. War es wirklich eine gute Idee, die Zeit mit ihm zu verbringen? Verrannte sie sich nicht in etwas? Sie schüttelte energisch ihren Kopf, es war Zeit sich zurechtzumachen, sie wusste schon was sie tat. Charly duschte heiß und lange, sie genoss es wie das heisse Wasser über ihren Körper prasselte, es war als wenn alle Sorgen weggespült würden, sie bekam wieder einen klaren Kopf und die Verwirrung wich so langsam. Sie hüllte sich in ein kuscheliges Badelaken und machte sich daran ein passendes Outfit auszusuchen. Kurze Zeit später betrachtete sie ihr Werk im Spiegel und sie war durchaus zufrieden mit sich. Sie trug ein weites, weißes Sommerkleid, was ihre weiblichen Formen gut zur Geltung brachte, ihr Make up war dezent, betonte aber trotzdem die braunen Augen und die vollen Lippen, die langen blonden Locken hatte sie zu einem lockeren Zopf zusammengebunden, ein paar Strähnen fielen ihr ins Gesicht. - Meine Güte - dachte sie plötzlich - Julian wäre es vermutlich total egal was sie trug, sie hätte auch in Jeans und T-Shirt erscheinen können, es war nur eine Verabredung unter Freunden, anscheinend fiel es ihr doch schwerer das zu akzeptieren, als sie dachte.
Es läutete und Charly verwarf all diese Gedanken, in ihrem Magen flatterten plötzlich 1000 Schmetterlinge, alle guten Vorsätze waren mit einem Schlag vergessen. Langsam zählte sie bis 10, er sollte auf keinen Fall denken, das sie schon hinter der Tür gestanden und gewartet hatte.
Sie öffnete, Julian sah mal wieder perfekt aus, er trug eine helle, weite Leinenhose, ein weißes, ziemlich enges, Shirt, durch das sie viel zu gut seinen gut gebauten Oberkörper erahnen konnte, die Haare hatte er mit einer Sonnenbrille zurückgeschoben. Charly wurde schwindelig als er sie zur Begrüßung umarmte und sie den herben Duft seines After Shaves roch.
Julian drückte sie kurz an sich, er nahm ihre Hand uns sah sie an.
“Gut siehst du aus” sagte er mit einem lächeln im Gesicht. - Viel zu gut… - dachte er bei sich.
So langsam zweifelte er daran, das es eine gute Idee war sie in Brighton zu besuchen. Er wollte eine alte Freundin besuchen, doch als sie gestern vor ihm stand, noch in ihrem Bühnenoutfit, war er sofort wieder fasziniert von ihr, das war schon vor fast 18 Jahren so gewesen, sie hatte ihn damals nur angesehen, auf dieser Party seines Kumpels, und schon war es um ihn geschehen gewesen, damals wusste er sofort, das Charly die Eine für ihn war. Ihre Augen nahmen ihn sofort gefangen und er konnte den ganzen Abend den Blick nicht von ihr wenden. Es hatte eine Weile gedauert bis sie seine Blicke spürte und erwiderte, sie lächelte ihn offen an und ging auf ihn zu. Sie unterhielten sich den Rest des Abends angeregt, und stellten soviele Gemeinsamkeiten fest, für den nächsten Tag lud er sie zum Eis essen ein und seitdem waren sie unzertrennlich, zumindest für ein Jahr. Plötzlich distanzierte sie sich aber immer mehr von ihm, kurze Zeit später beendete sie die Beziehung, da sie, ihrer Aussage nach, mehr Freiheit brauchte und nicht bereit für eine feste Beziehung war.
Es brach ihm damals das Herz und es ging ihm hundeelend, kurze Zeit später verließ er Brighton und setzte sein Studium in York fort, dort lernte er Sue kennen, er verliebte sich und schon kurze Zeit später war er verlobt und verheiratet, er bekam in Leeds Arbeit in einer großes Baufirma und war dort bis heute tätig.
Er hatte sich geschworen nie wieder nach Brighton zurückzukehren und hatte sich bis heute daran gehalten, leider blieb ihm nun keine Wahl, da es keinen anderen Ersatz für den kranken Mitarbeiter gab. Er hatte lange hin- und her überlegt ob er Charly besuchen sollte, es war fast zwei Jahrzehnte her das sie sich das letzte Mal gesehen hatten, er wusste nicht was aus ihr geworden war und ob es ihr überhaupt recht war, wenn er plötzlich, wie aus dem Nichts, wieder in ihrem Leben auftauchte. In Zeiten des Internets war es dann ein leichtes herauszufinden, wie er sie finden konnte. Sie machte immer noch Musik, sogar recht erfolgreich, das sie ausgerechnet an diesem Abend einen Auftritt in ihrer Heimatstadt hatte, war mehr als ein glücklicher Zufall für ihn. Er konnte sie erstmal aus der Ferne beobachten und dann spontan entscheiden ob er sie ansprechen würde. Als er sie dann sah, wie sie auf der Bühne stand, konnte er gar nicht mehr anders. Er wollte mit ihr reden, hören wie es ihr ging, was sie machte. Sie sah immer noch so wunderschön aus wie damals, sie war älter geworden, dabei aber noch schöner. Sie war kein niedliches Mädchen mehr, sondern eine erwachsene, sehr sexy aussehende Frau. Die blonden Locken, die heute viel länger waren als damals, wirbelten ihr um die Schultern als sie über die Bühne tanzte. Wahrscheinlich wusste sie gar nicht mehr wer er überhaupt war und würde ihn für einen irren Stalker halten, doch zu seiner Überraschung, erkannte sie ihn sofort wieder, sie schien allerdings ziemlich fassungslos ihn wieder zu sehen, aber bei der langen Zeit war das auch nicht anders zu erwarten gewesen.
Wie sie jetzt so vor ihm stand in diesem atemberaubenden Kleid, das ihre weiblichen Kurven sehr betonte, kostete es ihn seine ganze Kraft auf Abstand zu bleiben. Es durfte nicht mehr als Freundschaft zwischen ihnen sein, das war ihm von Anfang an klar gewesen, aber das er nach so langer Zeit noch so extrem auf sie reagierte hätte er nicht gedacht, am liebsten hätte er sie in seine Arme genommen, sie wild geküsste und den Rest des Tages mit ihr in ihrem Schlafzimmer verbracht. Er schüttelte den Kopf, so was würde nie passieren, er würde konsequent bleiben, auch wenn es ihn seine ganze Kraft kostete. Er atmete tief ein und versuchte seine Gedanken wieder in dir richtige Richtung zu lenken.
“Wie wäre es mit einem Tag am Brighton Pier?” fragte er sie.
“Gern!” nickte sie. Sie stiegen in seinen Wagen und fuhren los.
Charly wollte sich heute keine Gedanken machen über das was richtig war und was nicht, sie wollte nur die Zeit mit ihm auskosten.
Nachdem sie eine Weile herumgelaufen waren und das bunte Treiben beobachtet hatten, nahmen sie sich 2 Liegestühle und machten es sich dicht nebeneinander gemütlich.
Sie hatten eine Weile einfach nur dagelegen und geschwiegen, als Charly sich etwas zur Seite drehte und ihn ansah. Er hatte die Augen geschlossen und genoss die Sonne. Charly hätte ihn am liebsten zärtlich mit den Fingerspitzen an der Wange berührt, vorsichtig streckte sie die Hand aus, zog sie dann jedoch schnell wieder zurück.
“Julian.” begann sie leise.
“Hmmm.” murmelte er schläfrig.
“Hast du dich jemals gefragt, was aus uns geworden wäre, wenn alles anders gekommen wäre… ich meine wenn ich nicht… wenn ich.” sie brach ab und merkte wie sie rot wurde. Julian öffnete die Augen und drehte sich zu ihr.
“Ja.” sagte er und lächelte sie an, “das hab ich, sogar öfter als gut für mich war…” er drückte ihre Hand und sah sie offen an, “aber das ist nun alles schon so lange her, wir haben beide unsere Leben weitergelebt und ich finde es schön, das wir jetzt einfach Freunde sein können.”
“Ja.” antwortete sie nur, sie schluckte - Freunde - dachte sie, schmerzlich holte er sie mit diesen Worten wieder in die Realität zurück.
Julian sah auf die Uhr, es war früher Abend geworden.
“Sag mal wie wäre es wenn wir noch ein wenig übers Stadtfest bummeln, dort eine Kleinigkeit essen und in einem der Festzelte vielleicht noch einen Wein trinken?” fragte er lächelnd. Charly schluckte den Kloß, der ihr gerade im Hals zu stecken schien tapfer herunter. Sie nickte zustimmend.
Die Stadt war brechend voll, sie wühlten sich durch die Menschenmengen und waren reichlich erschöpft als sie in eins der Festzelte gelangten.
“Dort drüben ist noch ein Platz frei.” Julian zeigte auf einen langen Tisch an dem Bänke standen, Charly setzte sich, während Julian sie mit Getränken versorgte. Eine Band spielte und es wurde auf der kleinen Tanzfläche ordentlich getanzt.
“Na, was hälst du als Fachfrau von der Band?” fragte er grinsend.
“Die sind gut.” sagte Charly lachend, “der Gitarrist ist zwar lange nicht so gut wie ich, aber ansonsten sind sie ganz ok…” sie zwinkerte ihm zu.
“Aha… an Selbstbewusstsein scheint es dir ja nicht zu mangeln.” Julian musste lachen. Einen Moment schwiegen sie und tranken ihren Wein.
“Hast du Lust zu tanzen?” fragte er dann. Er hatte eine Weile überlegt ob er es wagen sollte sie aufzufordern, sie so nah bei sich zu haben, könnte seine guten Vorsätze stark ins wanken bringen, doch die Band schien ausschließlich schnelle Stücke zu spielen, also bestand keine Gefahr das sie sich zu nah kamen.
Charly wollte gerade einen Schluck aus ihrem Glas nehmen als er sie fragte und sie hielt mitten in der Bewegung inne.
“Tanzen?” fragte sie zweifelnd. Das würde nie gut gehen! Julian nickte, er wartete nicht auf eine Antwort, sondern griff nach ihrer Hand und zog sie einfach mit sich. Charly wusste gar nicht wie ihr geschah und war so schnell zu keiner Reaktion fähig, ehe sie sich versah stand sie schon auf der Tanzfläche und wurde von ihm herumgewirbelt. Sie schnappte nach Luft und wollte schon protestieren, als sie nach der Drehung wieder sicher in seinen Armen landete. Er lachte und schon wurde sie wieder herumgewirbelt. Sie entspannte sich und ließ sich von ihm führen, sie harmonierten immer noch wunderbar und es war als würden sie schon seit Jahren miteinander tanzen. Sie lachten, waren ausgelassen und wild. Für diesen Moment waren sie einfach nur sie selbst, Charly und Julian und nichts stand zwischen ihnen.
Einen Moment später spielte die Band plötzlich doch ein langsames Lied, Charly schrak auf, sie spürte wie Julian zögerte und sie wollte die Tanzfläche schnurstracks verlassen - Bitte nicht, das wird die Hölle für mich - dachte sie, als er sie wieder in seine Arme zog. Sie wollte das nicht, das war einfach zuviel, wie sollte sie denn da stark bleiben, tanzten gute Freunde denn wirklich so miteinander, auf diese Art? Sie glaubte eher nicht. Doch seine Arme hielten sie fest, er drückte sie dicht an sich, Charlys Körper versteifte sich, doch als sie seinen Duft so intensiv einatmete, seine Hände auf ihrem Rücken und seinen Atem an ihrem Haar spürte, gab sie auf. Es hatte keinen Zweck sich dagegen zu wehren, sie war verloren. Sie spürte Tränen aufsteigen, es war ihr nicht möglich ihm nur eine gute Freundin zu sein, dafür liebte sie ihn viel zu sehr. Sie durften sich nicht mehr sehen, sonst würden sie auf eine Katastrophe zusteuern, die Charly nicht unbeschadet überstehen würde, er würde in ein paar Tagen wieder Heim fahren zu seiner Familie und sie würde zurückbleiben, allein. Julians Hände glitten zärtlich über ihren Rücken, sie schmiegte sich an ihn, ihre Hände lagen auf seiner Brust und sie spürte wie durchtrainiert er war, ein kleiner Seufzer entglitt ihr. Wie es sich wohl anfühlen würde wenn er kein Shirt tragen würde, wenn keine störenden Stoffschichten zwischen ihnen wären. Julians Hand war inzwischen an ihrem Haaransatz angekommen, sie spürte wie er sich noch dichter an sie drängte, konnte das sein? Das war Einbildung! Wahrscheinlich war sie es selber, die sich gerade furchtbar aufdringlich benahm. Egal, nur noch einen Augenblick seinen Duft und seine Berührungen geniessen.
Sie spürte seine Lippen auf ihrem Haar und sie merkte das sie sich beide nicht mehr bewegten, sie standen einfach nur da und hielten sich. Verwirrt hob Charly den Kopf und sah ihn an, ihre Blicke trafen sich und sie schauten sich tief in die Augen. Charly wollte weglaufen, doch sie konnte nicht, sie starrte ihn an und sah wie seine Lippen sich den ihren näherten. Ganz leicht war sein Kuß, sie spürte seine Lippen sanft auf ihrem Mund, es fühlte sich so gut und so richtig an, doch sie wusste das es falsch war, mehr als falsch. Sie wusste nicht wo sie soviel Willenskraft hernahm, alles was sie wollte war, das er nie aufhörte, doch sie drückte ihre Hände gegen seine Schultern und schob ihn von sich. Wortlos drehte sie sich um und ging. Sie verließ das Zelt und als sie draußen war fing sie an zu rennen, nur weg von ihm. Das funktionierte so nicht. Sie konnten nicht einfach nur Freunde sein. Was hatte das zu bedeuten, was war sie für ihn? Ein schnelles Abenteuer auf einer Geschäftsreise? Zuhause warteten Frau und Kinder auf ihn und er wollte sich hier mit seiner Jugendliebe amüsieren. Da würde sie nicht mitspielen, für so etwas war sie sich zu schade. Sie wollte ihn, mit jeder Faser ihres Körpers sehnte sie sich nach ihm, sie wollte mit ihm Zusammensein, aber nicht auf diese Art. Tränen rannen über ihr Gesicht, es war so ein schöner Tag gewesen, warum musste er so enden?
Julian sah ihr nach. Herrje, was hatte er sich dabei gedacht? Es hatte ihn einfach überwältigt sie in seinen Armen zu halten. Es fühlte sich so vertraut und doch völlig neu an. Ihr Körper hatte sich an seinen geschmiegt und er hatte einfach reagiert. Er war einfach nicht mehr er selbst wenn er mit ihr zusammen war. So etwas hätte nie passieren dürfen, das wusste er sehr genau. Er fuhr sich mit der Hand durch die Haare und seufzte tief. Nie hätte er gedacht, das das Ganze so schwierig werden würde. Inzwischen gehörte er nach Leeds und Charly liebte immer noch ihre Freiheit… aus ihnen konnte nichts werden. Er merkte wie Trauer und Wut sich in ihm breit machten, warum musste denn nur alles so kompliziert sein?
Er würde Charly morgen aufsuchen und sich bei ihr für sein unmögliches Verhalten entschuldigen, aber heute abend wollte er sich nur noch betrinken! Er schob sich durch die Menschenmenge Richtung Tresen und bestellte ein Bier.
30.12.2012 18:43
Oh, ich freu mich sehr, das nacher zu lesen, wenn ich im Bett lieg und keine Marmeladentöpfe beaufsichtigen muss
30.12.2012 19:05
Ich les ihn mir dann auch mal durch, wenn hier der Zirkus vorbei ist -.-*
31.12.2012 14:49
oke... dann heute den 2. Teil... aber wie gesagt am Ende gibts S..e..x..
wer das nicht lesen mag, ist hiermit vorgewarnt... sollte das gegen Regeln verstossen, bitte ich einen der Mods den Beitrag zu löschen... (das Interesse scheint ja auch nicht soooo groß zu sein, aber macht nix
)
“Charly!”
“Hm!” sie schrak auf, als jemand am Ärmel ihrer Bluse zog.
“Du bist heute gar nicht bei der Sache!” vorwurfsvoll schauten sie zwei große, blaue Kinderaugen an.
“Entschuldige Anna, ich war mit meinen Gedanken woanders. Was sagtest du?” Charly konnte sich heute nicht konzentrieren. Sie gab zweimal in der Woche Gitarrenunterricht und saß heute Nachmittag, wie jeden Montag, im Klassenraum der Primary School, mit 4 Mädchen und 5 Jungen, die sie ungeduldig anschauten.
“Ich habe dich gefragt ob du mir den Griff für das E noch mal zeigen kannst. Meine Finger verknoten sich dabei.” die siebenjährige Anna schaute Charly missbilligend an.
Charly seufzte.
“Natürlich kann ich das.” sagte sie lächelnd, sie stand auf und zeigte Anna noch mal wie man das E griff.
Charly war allerdings so gar nicht bei der Sache. Sie war gestern Abend auf direktem Weg Heim gelaufen. Sie brauchte eine Pause, wollte nichts von Julian hören oder sehen, hatte aber den ganzen Abend auf ihr Telefon gestarrt und irgendwie doch gehofft es würde klingeln, doch es blieb stumm. Irgendwann war sie resigniert schlafen gegangen. Wahrscheinlich war es besser so. Sie würde sich auf keinen Fall auf irgendwelche Spielchen einlassen, die sie hinterher bitter bereuen würde. Charly war so furchtbar enttäuscht, nie hätte sie Julian so eingeschätzt. Er hatte doch eine Familie, einen Abend vorher hatte er ihr noch erzählt wie glücklich er war, also was sollte dieser Kuß bedeuten? Passierte so was denn einfach so? Ihr jedenfalls nicht! Sie fand es wundervoll ihn zu küssen, seine Lippen fühlten sich so weich an. Sie seufzte schon wieder, am liebsten hätte sie laut geschrieen, wie konnte denn etwas, das sich so richtig anfühlte so falsch sein?
“Charly!” wütend schauten die Kinder sie an. “Was ist denn heute los mit dir?”
“Entschuldigt! Jetzt bin ich ganz bei euch!” sie straffte die Schultern. Es brachte nichts darüber nachzudenken, es war passiert und man konnte es nicht rückgängig machen, aber sie konnte dafür sorgen das so etwas nicht noch mal passierte.
“Okay, “ sie blätterte durch die Liederzettel, die auf dem Notenständer lagen, “was möchtet ihr denn jetzt spielen?” fragte sie die Kinder. Jeder wollte natürlich was anderes, doch dann konnten sie sich auf ein lustiges Kinderlied einigen.
Charly musste lächeln, die Kinder machten sich wirklich gut, in einigen Wochen hatten die neun, ihren ersten kleinen Auftritt, bei einem städtischen Musikwettbewerb. Sie waren schon sehr aufgeregt, doch Charly wusste, das ihre Kinder, wie sie sie gern nannte, richtig gut waren und gute Chancen auf einen der vorderen Plätze hatten.
“Pete!” sagte Charly, als der Junge plötzlich mitten im Lied inne hielt und wie gebannt auf die Tür des Klassenzimmers starrte. Er hob die Hand und zeigte mit dem Finger auf das kleine Fenster in der Tür.
“Charly, da starrt die ganze Zeit ein Mann durch das Fenster.” Charly drehte den Kopf, sie sprang erschrocken auf und stieß dabei den Notenständer um.
- Julian… natürlich! - dachte sie verärgert, konnte er sie denn nicht einfach in Ruhe lassen, es war doch schon alles verdorben, wollte er tatsächlich versuchen es noch schlimmer zu machen? Hektisch sammelte Charly die Zettel ein, die über den ganzen Boden verteilt waren.
Vorsichtig öffnete Julian die Tür und steckte den Kopf durch den Spalt.
“Charly…” sagte er leise.
“Ich hab jetzt wirklich keine Zeit.” fuhr sie ihn an, ohne ihn anzusehen.
“Nur kurz, ich muss wirklich mit dir reden.” er hörte sich ziemlich unglücklich an und Charly warf ihm einen wütenden Blick zu.
“Nein Julian. Es gibt nichts mehr zu reden.” sie schluckte, es kostete wirklich wahnsinnig viel Kraft so etwas zu sagen, doch es musste sein.
“Charly… bitte!” er betrat den Raum ganz und schloß leise die Tür hinter sich.
“Du siehst doch das ich hier beschäftigt bin, es geht nicht!” mit fahrigen Bewegungen verteilte Charly die Liederzettel wieder auf dem Notenständer, krampfhaft versuchte sie, ihn nicht anzusehen, hätte sie es getan, wäre sie sofort wieder weich geworden.
Plötzlich bemerkte sie das die Kinder sie und Julian aufmerksam beobachteten, auch das noch!
“Ich gehe nicht, bevor du mich nicht angehört hast.”
Charly seufzte, sie sah das die Köpfe der Kinder von Julian zu Charly wechselten.
“Nein!” sagte sie nur.
“Charly!?” sagte Pete, “warum willst du nicht mit dem Mann reden?” neugierig sah der Junge sie an.
“Ja, warum nicht? Er sieht doch ganz nett aus.” stimmte Anna ein. Charly atmete tief ein.
“Weil es zwischen uns nichts zu reden gibt. Es wurde bereits alles gesagt.”
“Wie kann man denn alles gesagt haben?” mischte sich jetzt auch Alice ein, “es gibt doch immer was zu reden.”
Charly sah Julian an und auch sie musste lächeln, als sie sah das er grinste.
“Ok…” gab sie nach, “gegen euch komme ich wohl nicht an…” sie sah das Julian erleichtert aufatmete.
“Aber nicht jetzt, lass uns heute Abend was essen gehen und in Ruhe reden.” schlug sie vor.
“Ok… ich danke dir!” sagte er zu Charly, “und euch.” er zwinkerte den Jungen und Mädchen zu und verließ dann den Raum.
“So, und wir üben jetzt weiter.” mahnte Charly. Grinsend nahmen die Kinder ihre Gitarren wieder in die Hand.
“Charly, ich möchte mich wirklich bei dir entschuldigen. Das gestern hätte niemals passieren dürfen. Es tut mir unendlich leid! Ich weiß das es für so was eigentlich keine Entschuldigung gibt, aber die ganze Situation war so…” er zuckte hilflos mit den Schultern.
Charly hob abwehrend die Hand. Es tat ihm also leid? Der Kuß an sich tat ihr überhaupt nicht leid, sie hätte eigentlich gern noch viel mehr davon, was ihr leid tat, war die ganze Situation, warum konnten sie nicht einfach die Zeit zurückdrehen, dann könnten sie sich küssen soviel sie wollten.
“Ok, ich will eigentlich gar nicht weiter darüber reden. Vergessen wir das Ganze! Es war sowieso nicht der Rede wert.” versuchte sie die Sache herunterzuspielen.
“Es… es war ja nur ein harmloser kleiner Kuß, nichts weiter!” sie schluckte und stocherte in ihrem Salat herum.
- Nur ein harmloser, kleiner Kuß - dachte Julian. Für ihn war es weit mehr, wenn er die Augen schloss konnte er immer noch den leichten Druck ihrer Lippen auf den seinen spüren. Es war ein großer Fehler, das sie sich wieder gesehen hatten, das war ihm spätestens gestern abend bewusst geworden, alle alten Gefühle waren auf einmal wieder da, er merkte das er nie aufgehört hatte sie zu lieben, er hatte nur all die Jahre seine Gefühle für sie unterdrückt und das auch sehr erfolgreich, er hatte alles was ihn an sie erinnerte tief in sich begraben, doch nun kam alles wieder an die Oberfläche und er wusste, er würde scheitern bei dem Versuch Charly wieder zu vergessen, doch was sollte er tun? Es gab keine Zukunft für sie, er hatte seine Familie in Leeds und sie liebte ihre Unabhängigkeit viel zu sehr um sich auf eine feste Bindung einzulassen. Sie hatte einen guten Job, reiste durch das ganze Königreich um Musik zu machen und sie hatte noch die Kinder, die sie unterrichtete, für ihn würde es nie einen Platz in ihrem Leben geben, dessen war er sich bewusst.
Er würde in ein paar Tagen wieder abreisen und versuchen müssen damit zu leben.
“Ja, genau, mehr ist ja gar nicht passiert.” antwortete er ihr und lächelte sie an.
“Ich würde die letzten paar Tage gern noch mit dir verbringen bevor ich wieder abreise und ich möchte nicht das irgendwas zwischen uns steht. Wir sind Freunde, mehr nicht! Was da passiert ist war ein Fehler, der nicht hätte passieren dürfen und ich verspreche dir das so was nicht wieder vorkommt.” er griff nach ihrer Hand, doch Charly zog sie sofort weg.
- Ein Fehler - das war sie also für ihn, nichts weiter als ein Fehler… sie spürte Tränen aufsteigen, schluckte sie jedoch tapfer runter. Sie würde ihm nicht zeigen wie sehr er sie mit diesen Worten verletzte. Sie lächelte zurück und nickte.
“Ok, das hört sich vernünftig an.” es würde sie ihre ganz Kraft kosten, sich nichts anmerken zu lassen, aber sie war entschlossen, das durchzuziehen. Würde sie ihm jetzt sagen, das sie ihn nicht wieder sehen wollte, würde er sofort wissen was mit ihr los war und das wollte sie auf keinen Fall.
Es ging ja nur um ein paar Stunden am Abend, tagsüber arbeitete sie und übermorgen gab sie sogar noch Unterricht, am Donnerstag hatte sie Bandprobe und dann war die Woche schon rum, das würde sie irgendwie hinbekommen.
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Nun saß sie hier… allein! Julian war fort, für immer! In ihr herrschte ein totales Gefühlschaos. Am liebsten hätte sie ihm gesagt was sie fühlte, hätte ihn am liebsten gebeten das er blieb, doch das wäre sinnlos gewesen, das wusste sie. Morgen würde er schon wieder in den Armen seiner Frau liegen, sie schüttelte den Kopf, das wollte sie sich nun wirklich nicht vorstellen. Die letzten Tage mit ihm waren wunderschön gewesen, sie machten lange Spaziergänge, erzählten von ihren Wünschen und Träumen, davon was sie in all den Jahren verwirklicht hatten. Er war der einzige Mensch der verstand was die Musik wirklich für sie bedeutete und sie liebte es, wie seine Augen leuchteten wenn er von seiner Arbeit erzählte. Sie tranken Rotwein und diskutierten über die neuesten Bücher ihrer Lieblingsschriftsteller, manchmal saßen sie schweigend nebeneinander am Meer und genossen einfach die Gegenwart des anderen. Es war alles so vertraut und doch erfuhren sie immer wieder Neues voneinander. Charly hatte es geschafft zu verdrängen das der Tag des Abschieds immer näher rückte, das er dann wieder gehen würde, doch nun war es soweit, nichts ließ sich mehr verdrängen, die Gefühlen brachen aus ihr heraus. Schluchzend saß sie auf dem Felsen, inzwischen war das letzte bisschen Wärme aus dem Stein gewichen. Die Wellen plätscherten leise ans Ufer, ein leichter Wind war aufgekommen, doch das störte Charly nicht, sie saß einfach da und ließ ihrer Trauer freien lauf.
Sie schrak auf, als sie plötzlich das Geräusch eines Automotors vernahm. Mit dem Handrücken wischte sie sich die tränenverschmierten Augen ab. Selten kam jemand in diese kleine versteckte Bucht, doch manchmal fanden eben doch Touristen, oder verliebte Pärchen den Weg hierher. Charly erhob sich und machte sich auf den Weg.
“Ach du liebe Güte, Charly! Was ist denn mit dir passiert?” Anne zog Charly zur Tür herein. Charly sank in die Arme ihrer guten Freundin. Anne war die Ehefrau von Marc und Charly wusste einfach nicht wohin sie sonst gehen sollte, es war zwar schon nach Mitternacht, doch sie konnte nicht Heim gehen. Stundenlang war sie durch die Straßen gelaufen, hatte geweint, nachgedacht und manchmal auch geflucht. Nun stand sie vor der Haustür ihres besten Freundes und dessen Frau. Sie schluchzte laut auf.
“Charly… was ist los?” Anne war erschrocken über den späten Besuch von Charly, das war gar nicht ihre Art und dann sah sie auch noch schrecklich aus. Das Gesicht rot und die Augen verquollen vom weinen.
“Marc, komm schnell!” rief Anne hilflos. Marc kam brummend im Morgenmantel über den Flur geschlurft.
“Ach du meine Güte!” Er wusste sofort was los war als er die weinende Charly im Flur stehen sah. Er stemmte die Hände in die Hüften und sah Charly vorwurfsvoll an.
“Ich habs gewusst! Ich hab gewusst das es genauso enden wird! Ist er abgereist?”
Charly nickte nur.
“Marc, ich weiß nicht was ich tun soll.” wimmerte sie leise.
“Herrje Charly!” sagte Marc nur. Er seufzte resigniert und nahm sie liebevoll in seine Arme. Sie war seine beste und längste Freundin und auch wenn er mehr als wütend war, über Charlys Unvernunft sich wieder mit Julian zu treffen, wohl wissend das er längst vergeben war, tat sie ihm unendlich leid. Er hatte sie mehrfach gewarnt, es war abzusehen das das Ganze so enden würde. Charly hatte sich in etwas reingesteigert, sich Hoffnung gemacht wo es keine gab. Anne und Marc schoben Charly ins Wohnzimmer und platzierten sie erstmal auf der großen Couch, Anne legte ihr eine Decke über die Schultern und Marc reichte ihr einen Scotch. Charly leerte das Glas in einem Zug, sie hustete, das Getränk brannte in ihrem Hals, doch es machte sich auch eine wohlige Wärme in ihrem Magen breit.
“Es tut mir leid, das ich hier mitten in der Nacht bei euch aufkreuze, aber ich konnte jetzt einfach nicht alleine sein.” schniefte sie.
“Charly!” Anne sah sie eindringlich an, “du musst endlich mit Julian abschließen. Es hat doch keinen Sinn, ihm immer noch hinterher zu weinen. Du solltest endlich eine Familie gründen, es gibt doch genügend Männer da draußen, die nur auf jemanden wie dich warten…” sie zwinkerte Charly aufmunternd zu und Charly musste ein wenig lachen. Sie wusste ja, das Anne und Marc recht hatten, doch ganz so einfach war es nicht.
“Wenn er wenigstens ein schrecklicher Mensch geworden wäre, arrogant, selbstherrlich… irgendsowas in der Art! Aber er ist immer noch so gut aussehend und charmant und liebevoll und zärtlich… als er mich geküsst hat, da…” Charly hielt inne als sie Marcs Blick sah. Sie biss sich auf die Lippen, eigentlich hatte sie nichts von dem Kuß sagen wollen.
“Er hat was getan?” fragte Marc aufbrausend.
“Es… es war nicht der Rede wert, nur ein ganz kleiner harmloser Kuß… ohne Bedeutung.”
Marc fuhr sich wütend durch die Haare und Anne legte beruhigend eine Hand auf seinen Arm.
“Nun beruhige dich, er konnte ja nicht wissen, wie sehr Charly noch an ihm hängt.” versuchte sie einzulenken.
“Nein, das konnte er nicht wissen, aber er ist schließlich verheiratet.” Marc war wirklich sauer.
“Marc!” fuhr Charly jetzt dazwischen, “hör endlich auf, ständig auf ihm rumzuhacken, du und Julian ward damals so gute Freunde, du bist doch nur immer noch sauer, das er ohne sich von dir zu verabschieden einfach gegangen ist.”
Marc schnaubte. Charly hatte recht, Julian und er waren sehr gute Freunde gewesen und es hatte ihn sehr getroffen das er einfach ohne ein Wort nach York gegangen war, das nahm Marc ihm heute noch übel.
“Wisst ihr was?! Ihr habt recht, ich sollte das ganze Wiedersehen mit Julian zum Anlass nehmen endlich mit ihm abzuschließen. Ich durfte ihn noch einmal sehen und mit ihm reden, ich weiß jetzt das es ihm gut geht und er glücklich ist, das ist ja auch sehr viel Wert.” zaghaft lächelte sie. Marc sah sie zweifelnd an.
“Und du meinst das kannst du jetzt plötzlich.. ? Einfach so? Das hat schon die letzten 18 Jahre nicht geklappt” sagte Marc zweifelnd.
“Nicht einfach so, es wird wohl eine Menge Kraft kosten, aber ich weiß jetzt das ich nach vorne sehen muss, es hat keinen Sinn in der Vergangenheit zu leben. Ich möchte eine eigene Familie haben, heiraten und Kinder bekommen. Mir bleibt nicht mehr viel Zeit dafür… ich muss ihn vergessen. Schluß mit den Tränen und Schluß mit diesem Song, den ich seit 15 Jahren nur seinetwegen singe… ich will das alles nicht mehr!” Charly sah Marc und Anne traurig an. Es würde ein harter Weg werden, doch sie wusste, das es an der Zeit war den ersten Schritt zu tun. Marc umarmte sie.
“Anne und ich sind für dich da, das weißt du doch oder?” Charly ließ ihren Kopf gegen seine Schulter sinken. Anne nahm ihre Hand und drückte sie.
“Ja, das weiß ich und ich bin euch wirklich dankbar dafür.”
Julian saß im Flieger nach York. Er starrte aus dem Fenster, draußen war es noch stockfinster und alles was er in der kleinen Scheibe sah, war sein eigenes Spiegelbild. Er stellte fest das er schrecklich aussah, seine Augen waren gerötet, da er keinen Schlaf gefunden hatte, sein Gesicht war blass und er sah angespannt und müde aus. Er seufzte.
- Charly - er sah ihr Gesicht vor sich, die langen Locken, ihre rehbraunen Augen, in denen man sich verlieren konnte wenn man nicht aufpasste, er hörte immer noch ihr glockenhelles Lachen und roch den blumigen Duft ihres Parfums… er würde diese Erinnerungen bewahren wie einen kostbaren Schatz. Sie waren alles was ihm blieb. Sie war die Liebe seines Lebens, die Eine! Sie hatte sein Herz gebrochen und er fürchtete es würde nie wieder heilen.
Vor einer Woche war sein Leben noch in regelmässigen Bahnen verlaufen, doch nun war alles durcheinandergewirbelt und er hatte keine Ahnung wie er da wieder Ordnung reinbringen sollte, er wusste noch nichtmal ob er das überhaupt wollte.
Charly stand auf der Bühne in York. Zwei Wochen waren vergangen seitdem Julian abgereist war. Zwei Wochen voller Tränen und Verzweiflung, aber auch Hoffnung, Hoffnung das es besser würde, das die Zeit die Wunden heilen würde. Sie öffnete sich langsam wieder, war bereit für eine Zukunft ohne Julian. Sie versuchte nach vorn zu blicken, sich frei zu machen von der Vergangenheit.
Momentan hatte sie die Augen geschlossen, ihre Finger glitten über die Saiten ihrer Gitarre, sie griff Riffs zu einem Song von Linkin Park und war ganz in ihrem Element. Sie fühlte nichts, außer der Musik. Nach diesem Song war es wieder soweit, sie würde ihren Song singen, doch diesmal würde es anders sein. Sie würde dieses Lied zum letzten Mal spielen.
Marc verkniff sich deshalb heute jegliche schnippische Bemerkung, er überließ Charly wortlos das Mikro. Er wusste, das dies heute verdammt schwer für sie war.
Charly holte tief Luft. Sie hatten ein riesiges Publikum heute und sie hatte etwas Angst das sie die Fassung verlieren könnte.
“Wer uns kennt, weiß was jetzt kommt…” sagte sie und Jubelrufe und Applaus drangen zu ihr hoch.
“Okay, heute zum allerletzen Mal für euch… “what´s she like” “ Sie warf einen kurzen Blick auf Marc, der sie aufmunternd anlächelte. Charly schloß die Augen, ein letztes Mal ließ sie zu das die Gefühle die Oberhand gewannen.
“ I never knew I could love somebody the way that I loved you… I´d never thought I´ll be the broken hearted… nothing hurts you like the truth” sie schluckte schwer als sie den Zwischenteil auf der Gitarre spielte… in einer Minute würde es vorbei sein, es war als würde ein ganzer Lebensabschnitt enden.
Es gab einen weiteren Song, der sehr wichtig für sie war, Charly hatte allerdings nie darüber gesprochen, es war das Lied das sie und Julian damals verband. Julians und ihr Song! Es war das Lied bei dem er ihr damals zum ersten Mal sagte das er sie liebte.
Sie würde dieses Lied heute singen, sie wollte für sich selber eine Art Zeichen setzen um tatsächlich mit der Vergangenheit abschliessen zu können. Sie würde diesen Song heute mit allen teilen, sie hatte dieses Lied niemals auf einer Bühne gespielt oder gesungen, es gehörte allein Julian und ihr, das sie es heute performte vor fast 5000 Leuten war für sie ein öffentlicher Schlusstrich.
Als der Applaus verebbte, stand Charly einen kleinen Moment schweigend da, es kostete sie Überwindung und Kraft jetzt ein paar Worte zu sagen, aber es musste sein, sonst hätte diese ganze Aktion nur halb soviel Gewicht.
“Okay…” begann sie leise, ans Publikum gewandt, “ihr habt solange die eine Ballade ertragen, heute bekommt ihr noch eine zweite.” Charly nahm die Gitarre von den Schultern und stellte sie in den Gitarrenständer, hierfür brauchte sie nur Marcs Keyboard.
Charly hielt den Mikrofonständer mit beiden Händen fest, sie hatte Angst loszulassen, sie brauchte irgendeinen Halt, noch nie hatte sie sich so verloren gefühlt auf einer Bühne, Ein einziges Spotlight war auf sie gerichtet. Es war dunkel geworden und sie war froh das sie nicht ein einziges Gesicht im Publikum erkennen konnte.
“So… raise your hands to heaven” sagte Charly leise und kündigte so die bekannte Ballade aus den 80er Jahren an. Sie schaute kurz zu Marc und nickte ihm fast unmerklich zu. Marc begann zu spielen, er hatte Angst das Charly es nicht schaffte diesen Song zu Ende zu bringen, er bedeutete ihr einfach soviel, er hatte versucht ihr das Ganze auszureden, er hielt es für eine Schnapsidee, doch sie ließ sich nicht beirren. Charly brauchte das, um ein Ende zu finden. Bei ihr ging immer alles über Musik, das war schon immer so und würde wohl auch so bleiben. Marc respektierte das, doch in diesem Fall hatte er wirklich bedenken, ob sie das professionell durchziehen konnte.
Charly senkte den Blick, er sah wie konzentriert sie war, dieses Lied würde ihr viel abverlangen, sie war keine Sängerin, sie war eine begnadete Gitarristin, doch so ein Song war wirklich eine Herausforderung, nicht nur emotional, sondern auch gesanglich. Charly begann zu singen und Marc bekam eine Gänsehaut. War das wirklich Charlotte McCluskey, die dort stand und sang?
“As I watch you move across tue moonlit room
There´s so mich tenderness in your loving
Tomorrow I must leave, the dawn knows no reprieve
God give me strength when I am leaving
So raise your hands to heaven and Pray
That we´ll bei back together someday
Tonight i need your sweet caress
Hold me in the darkness
Tonight you calm my restlessness
You relieve my sadness
As we move to embrace
Tears ran down your face
I whisper Words of love so softly
I can´t believe this Pain
It´s driving me insane
Without your Touch life will bei lonely
So raise your hands to heaven…
Charly sang wie sie noch nie in ihrem Leben gesungen hatte, sie verlieh diesem Lied leben, sie fühlte es, sie wusste genau was der Interpret mit diesem Song ausdrücken wollte, denn sie fühlte es selber. Sie hatte jahrelang dafür gebetet wieder mit Julian Zusammensein zu können, doch ihre Gebete waren nicht erhört worden.
Ein kurzer Blick ins Publikum, es war ein Lichtermeer, die Leute hielten ihre brennenden Feuerzeuge in die Höhe, sie konnte sogar einige Wunderkerzen ausmachen. Tränen rannen ihr die Wangen hinab, dies war ein würdiger Abschluss, sie würde weitermachen, vorwärts gehen und nicht mehr auf der Stelle treten, es war richtig, auch wenn es jetzt weh tat.
Die letzten Töne verklangen, es war vorbei… endgültig. Sie senkte den Blick zu Boden. Einen Moment war es still, vor Charly standen 5000 Leute und es war so still das man eine Stecknadel hätte zu Boden fallen hören können. Charly beschlich eine leichte Panik, hatte sie so falsch gesungen? Sie warf einen Blick auf Marc, doch auch er starrte sie nur an. Charly zuckte zusammen, als plötzlich tosender Applaus losbrach. Jubel, Pfiffe, Zugabe-Rufe… sie atmete erleichtert auf.
Das war es also, das Thema Julian Chastain war abgeschlossen, es war hiermit offiziell begraben worden.
Charly saß in ihrem Hotelzimmer, vor sich ein Glas Wein, Tränen tropften unaufhörlich hinein. Nach ihrem Auftritt war Charly sofort ins Hotel gefahren, sie war absolut nicht in der Stimmung für die kleine Party die spontan gefeiert wurde. Sie wollte nur noch heiß duschen, sich in einen Bademantel kuscheln und in Selbstmitleid baden… genau das brauchte sie heute einfach. Sie hatte die Türen zu dem kleinen Balkon geöffnet und genoss die kühle Nachtluft die hereinströmte, die Vorhänge bauschten sich in der Brise und der Mond schien herein.
Charly war zufrieden mit sich, ihre Tränen waren befreiend, sie hatte es geschafft. Nach so langer Zeit war es zu Ende, sie würde nur noch nach vorn sehen. Sie atmete tief ein und ein Lächeln umspielte ihre Lippen, es fühlte sich sogar gut an. Sie wusste sie konnte es schaffen, sich endlich wieder frei zu fühlen, durchatmen zu können, den Blick für neues offen zu haben, sie war gespannt was das Leben ihr zu bieten hatte, zuviel Zeit war einfach vergeudet worden.
Es klopfte an der Tür. Charly hob die Augenbrauen… wer konnte das sein? Marc, Rob und Mike waren doch sicher noch auf ihrer kleinen Party. Charly schaute an sich herunter, alles was sie trug war ihr Bademantel, sie überlegte kurz ob sie überhaupt aufmachen sollte, doch als es noch mal eindringlicher klopfte öffnete sie.
“Julian!” keuchte sie fassungslos., sie ließ ihn reinkommen.
“Was tust du hier?” Charly zog den Bademantel unwillkürlich enger um sich, sie trat ein paar Schritte zurück. Wortlos betrat er den Raum und warf die Tür zu, die mit einem lauten Krachen ins Schloß fiel. Charly zuckte bei diesem Geräusch zusammen.
“Julian! Was willst du hier?” Immer noch sagte er kein Wort, er blickte sie grimmig an und ging einige Schritte auf sie zu.
“Du machst mir Angst.” japste Charly, sie wich weiter vor ihm zurück, doch auch er ging weiter auf sie zu. Charly fluchte leise als sie mit dem Rücken gegen die Wand stieß, was wollte er von ihr, was machte er überhaupt hier in York, an einem Samstag abend, er sollte doch wohl bei seiner Familie sein und seine Zeit mit ihnen verbringen.
“Julian… bitte” Charly bekam wirklich Angst, so kannte sie ihn nicht. Er blickte sie wütend an und kam weiter auf sie zu, als er direkt vor ihr stand, stütze er sich mit beiden Händen an der Wand ab, so das Charly zwischen seinen Armen gefangen war. Einen Moment sah er sie nur an. Charly bemerkte die dunklen Ringe unter seinen Augen, er sah müde aus und wütend, vor allem wütend! Sie versuchte ihren Bademantel noch fester um sich zu ziehen… hätte sie sich doch bloß etwas richtiges angezogen, sie trug ja nicht mal Unterwäsche. Verzweifelt sah sie ihn an.
“”I never knew I could love somebody the way that I loved you…” begann er “und dann noch “hands to heaven”. Charly, hat das irgendetwas mit mir zu tun… mit uns?” zischte er.
“Was?” verwirrt starrte sie ihn an, er war also dort gewesen, er hatte ihren Auftritt gesehen, damit hatte sie nicht gerechnet und sie spürte wie ihr die Röte ins Gesicht schoss.
“Glaubst du ich hab vergessen was “hands to heaven” für uns bedeutet hat, was ich dir bei diesem Lied gesagt habe? Es war unser Lied!” seine Augen funkelten sie an. Er hatte 14 Tage wie in einem Nebel verbracht, er konnte sie nicht vergessen, täglich dachte er an sie, sie beherrschte seine Gedanken. Er war unfähig sich auf seine Arbeit zu konzentrieren, machte Fehler und sogar seine Söhne merkten das mit ihm etwas nicht stimmte. Er musste wissen was Charly für ihn empfand, vielleicht gab es einen kleinen Hoffnungsschimmer das auch sie noch Gefühle für ihn hatte. Er wusste das diese Möglichkeit mehr als gering war, aber wenn sie nichts mehr empfand hatte er wenigstens Gewissheit und musste nicht mehr mit den Zweifeln leben. Vor ein paar Tagen waren ihm dann die Werbeplakate für ein Charity-Event in York aufgefallen, es würden mehrere Bands auftreten, darunter auch die Band in der Charly spielte. Julian hielt das für einen Wink des Schicksals, da York nur 20 Autominuten von Leeds entfernt war beschloss er dorthin zu fahren und mit ihr zu reden.
Als er im Publikum stand und Charly wieder diesen Song spielte in dem diese Zeile vorkam und danach noch “Hands to heaven” sang war es ihm klar geworden, sie spielte diese Songs seinetwegen. Er konnte sich noch sehr gut erinnern, als er Charly bei diesem Lied ein “Ich liebe dich” ins Ohr geflüstert hatte, es war ihr Lied geworden damals.
Sie sah atemberaubend aus wie sie dort oben stand. Sie trug eine rote knallenge Lederhose mit Schlangenprint, dazu ein enges schwarzes Shirt, die Locken fielen ihr über die Schultern. Sie hielt den Mikrofonständer mit beiden Händen fest umschlossen, ihr Blick war auf den Boden gerichtet, als sie den Kopf hob und begann zu singen, sah er die Tränen, die über ihre Wangen liefen, er war erschüttert. Warum hatte sie nichts gesagt, warum hatte sie ihn in Brighton weggestoßen, soviel Zeit war vergeudet worden. Er spürte Wut in sich aufsteigen, darüber das sie nicht ehrlich zueinander waren, Wut über sich selber, über seine Unfähigkeit ihr die Wahrheit zu sagen… Nun stand sie hier vor ihm, ängstlich sah sie ihn an, doch er würde nicht nachgeben, er wollte es aus ihrem Mund hören, sie sollte ihm ins Gesicht sagen ob sie noch etwas für ihn fühlte oder nicht.
“Julian… ich glaube es ist meine Sache was ich wann singe und spiele… nun lass mich hier raus!” sie presste ihre Hände gegen seine Schultern, doch er ließ sich nicht beirren und hielt sie weiterhin zwischen seinen Händen gefangen.
“Hatte das etwas mit mir zu tun oder nicht?” hakte er nach.
“Julian!” sagte sie flehend, ohne zu antworten.
“Ja… oder nein?” bohrte er weiter. Tränen traten in ihre Augen, was sollte diese Aktion hier? Brauchte er die Genugtuung das er ihr immer noch was bedeutete? Konnte ihm das denn nicht egal sein… sie wollte doch nur das er sie in Ruhe ließ, sie hatte genug gelitten, sie hatte gerade Mut gefasst und blickte endlich positiv in die Zukunft und schon kam er daher und machte alles Zunichte?
“Julian bitte lass mich!” flehte sie leise, die ersten Tränen kullerten über ihre Wangen.
“Ja, oder Nein!” er war unerbittlich. Charly schlug die Hände vors Gesicht und begann zu weinen, sie schüttelte nur den Kopf.
“Ich will eine Antwort!”
“Ja… Ja, verdammt! Ich hab diese Songs deinetwegen gespielt” brach es aus ihr heraus.
“Warum? Was hat das zu bedeuten?”
“Was das zu bedeuten hat?” Jetzt war Charly diejenige die wütend war, was bildete er sich eigentlich ein? Er tauchte nach 18 Jahren plötzlich wieder auf und brachte ihre Welt noch mehr durcheinander als sie es eh schon war und nun wollte er noch Erklärungen. Gut, die konnte er haben, Charly würde diesem ganzen Wahnsinn jetzt ein Ende bereiten, sollte er doch die Wahrheit erfahren, was hatte sie noch zu verlieren?
“Es bedeutet, das ich dich immer noch liebe. 18 lange Jahre habe ich tagtäglich deinetwegen Tränen vergossen, du hast meine Gedanken beherrscht, du hast mich für andere Männer verdorben, jeder Mann in meinem Leben musste dem Vergleich mit dir standhalten und stell dir vor… keiner hat es geschafft.” sie schluchzte auf. Julian sah sie bestürzt an, nie hätte er gedacht das sie so empfand. Die Tränen rannen unaufhaltsam ihre Wangen hinab.
“Charly…” sagte er leise, er streckte die Hand nach ihr aus, wollte ihr zärtlich über die Wange streicheln, doch sie wich vor ihm zurück.
“Bleib weg von mir!” fauchte sie ihn an, “Du tauchst nach fast 2 Jahrzehnten einfach so hier auf und denkst wir können gute Freunde sein? Ich hab Neuigkeiten für dich Julian Chastain… das funktioniert nicht!” sie fuhr sich mit dem Handrücken über die Augen, hob das Kinn und sah ihn trotzig an.
Julian wusste nicht ob er lachen oder weinen sollte, sie liebte ihn tatsächlich noch?
“Nach so langer Zeit liebst du mich noch?” fragte er ungläubig, Charly drehte den Kopf zur Seite, sie wollte ihn nicht ansehen müssen, doch er nahm ihr Kinn zwischen Daumen und Zeigefinger und zwang sie so, ihn anzusehen.
“Hör auf damit” sagte sie schwach, doch Julian lachte nur leise.
“Oh Charly! Soviele verschwendete Jahre!” er zog sie an sich, seine Hände umfassten ihr Gesicht und seine Lippen senkten sich auf ihre. Charly war zu erschrocken um sich zu wehren, sie fühlte seine weichen, warmen Lippen, die ihren Mund verschlossen, sein Kuß hatte nichts sanftes, er küsste sie leidenschaftlich und fordernd, sie fühlte seine Zunge, die sich langsam, aber bestimmt, den Weg in ihren Mund bahnte. Einen Moment wehrte sie sich, trommelte mit den Fäusten gegen seine Schultern, doch dann erlosch ihr Widerstand. Sie ließ sich in seine Arme fallen, öffnete einladend die Lippen und hieß ihn in ihrem Mund willkommen.
“Charly” raunte er zwischen zwei Küssen. Seine Stimme holte sie wieder in die Realität. Was tat sie hier? Er war ein verheirateter Mann! Mit aller Kraft stieß sie ihn von sich.
“Nein!” sagte sie leise, “das dürfen wir nicht! Du bist ein verheirateter Mann Julian! Ich werde das nicht tun!” entrüstet sah sie ihn an. Julian begann leise zu lachen.
Er sah an Charly herunter und griff nach dem Gürtel ihres Bademantels, mit zwei Handgriffen öffnete er ihn. Charly schloß die Augen, sie war unfähig ihm zu widerstehen. Julian streifte das Kleidungsstück von Charlys Schultern und mit einem rascheln fiel es zu Boden. Charly war sich durchaus ihrer Nacktheit bewusst. Sie spürte seine Blicke auf ihrem Körper und ihr wurde heiß.
Julian streckte vorsichtig eine Hand nach ihr aus, sie war so schön das es ihn fast um den Verstand brachte… mit hungrigem Blick sah er sie an, er wollte jedes Detail ihres Körpers in sich aufnehmen. Seine Finger berührten sanft ihre Schulter, Charly sog scharf die Luft ein bei seiner Berührung.
“Julian… nicht.” sagte sie noch mal schwach, doch ihr Körper sprach eine andere Sprache. Sie legte leicht den Kopf in den Nacken, als seine Finger abwärts wanderten und die Rundung ihrer Brüste fanden, vorsichtig strich er die Konturen nach, seine Hand wanderte weiter, glitt tiefer über ihren Bauch und ihre Schenkel. Charly spürte ein wildes Verlangen in sich aufsteigen, sie schloß die Augen und spürte wie Wellen der Erregung sie durchfuhren.
Sie versuchte gar nicht mehr ihn abzuwehren, sie hätte keine Chance mehr gehabt, ihr Körper wollte etwas völlig anderes als ihr Verstand.
Charly öffnete verwirrt die Augen als seine Berührungen plötzlich aufhörten.
“Julian…” flüsterte sie leise und streckte verlangend die Hand nach ihm aus, doch Julian stand nur da und sah sie an. Sie sah ihm an wie sehr er sie wollte und das erregte sie nur noch mehr, ihr Atem ging schnell und flach, sie ersehnte seine Hände auf ihrem Körper, wollte das er sie berührte und ihr Erleichterung verschaffte, doch Julian machte kein Anstalten ihr näher zu kommen.
“Du bist wunderschön.” sagte er nun leise und begann sich dann selbst seiner Kleidung zu entledigen, langsam knöpfte er sein Hemd auf und ließ es achtlos zu Boden fallen.
Charly konnte ihren Blick nicht von ihm wenden, sie schluckte schwer als er aus seiner Jeans stieg, die Boxershorts folgte und sie stöhnte leicht auf als sie seine Erregung sah. Julian lächelte und kam auf sie zu, er umfasste ihre Taille und zog sie an sich. Seine Lippen senkten sich auf ihre und Charly erwiderte seinen Kuß mit einer Leidenschaft die sie selbst überraschte. Seine Hände fuhren begierig über ihren Rücken, wanderten tiefer und verharrten einen Moment auf ihrem Po, er wollte sie noch näher an sich heranziehen, Charly spürte seine Härte an ihrem Bauch, sie wollte ihn so sehr. Sie löste sich etwas von ihm und nahm seine Hand.
“Nicht hier.” sagte sie leise und zog ihn zu dem großen Doppelbett, sie ließ sich in die Kissen gleiten und er war sofort neben ihr. Er küsste sanft ihren Hals, seine Lippen wanderten über ihre Schulterblätter und seine Zunge hinterließ eine feuchte Spur auf ihrer Haut. Charly stöhnte, als er mit seiner Zunge ihre Brustspitze umkreiste, ihre Hände krallten sich in seinen Rücken, als er begann zärtlich daran zu saugen. Seine Hand wanderte weiter und bereitwillig öffnete sie ihre Schenkel, als seine Hand ihre empfindsamste Stelle fand und zärtlich begann sie zu massieren.
“Julian!” stöhnte sie. Sie schloß die Augen, ihre Hände taten es den seinen gleich und erforschten ihrerseits seinen Körper. Julian entfuhr ein raues Stöhnen als sie ihn mit ihren Fingern umschloss und begann ihre Hand langsam zu bewegen. Charly merkte das er sich fast nicht mehr unter Kontrolle hatte, er atmete schwer und sie spürte das er sich nicht mehr lange würde zurückhalten können.
“Komm zu mir” flüsterte sie leise. Einen kurzen Moment sah er sie an und lächelte, dann schob er sich über sie, Charly bog sich ihm entgegen, ihre Blicke trafen sich als er zu ihr kam, sie verschränkten ihre Hände ineinander als Julian begann sich langsam in ihr zu bewegen, sie passte sich seinem Rhythmus problemlos an. Charly schloß die Augen als sie spürte wie seine Bewegungen immer schneller und heftiger wurden, als sie spürte wie ein zittern durch seinen Körper ging, ließ auch sie sich fallen, wie eine ertrinkende klammerte sie sich an ihn während sie ebenfalls einen überwältigenden Höhepunkt erlebte.
Erschöpft lag sie in seinen Armen, er hielt sie ganz fest, so als wolle er sie nie wieder loslassen, Charly genoss, wie seine Fingerspitzen sanft über ihren Rücken glitten. Sie seufzte, langsam landete sie wieder in der Realität. Sie hatte gerade mit einem verheirateten Mann geschlafen, sie fühlte sich schäbig und schämte sich zutiefst. Julian schien sich über seinen Ehebruch keine besonderen Gedanken zu machen, er lag entspannt neben ihr, hatte die Augen geschlossen und ein leichtes Lächeln umspielte seine Lippen.
“Julian…” begann Charly leise, “dir ist schon klar was wir gerade getan haben?” fragte sie ihn provozierend.
Er öffnete die Augen und lächelte sie an.
“Ohja, das ist mir allerdings klar und ich habe vor das noch häufiger mit dir zu tun, ich hätte nie gedacht, das es so perfekt sein würde.” er seufzte wohlig und zog sie noch enger an sich.
Charly löste sich von ihm, entrüstet sah sie ihn an.
“Du bist verheiratet! Du hast gerade deine Frau betrogen!” wie konnte er so ruhig da liegen und so tun als sei das die normalste Sache der Welt.
“Charly, glaubst du wirklich so etwas würde ich tun? Du solltest mich besser kennen. Sue und ich sind seit 8 Jahren geschieden, sie hat längst wieder geheiratet, alles was uns noch verbindet sind unsere 2 Jungs, die wir beide über alles lieben.”
Charly merkte wie ihr die Kinnlade runterklappte, mit offenem Mund starrte sie ihn an.
“Aber… du hast immer von deiner Familie geredet, darüber wie glücklich du bist. Hätte ich das gewusst…” sie spürte Zorn in sich aufsteigen… sie hatte sich so mies gefühlt, hatte Angst gehabt sich in eine Ehe zu drängen.
“Meine beiden Jungs sind meine Familie Charly, ich würde alles für sie tun und ich bin sehr glücklich das ich sie habe.”
“Warum hast du nichts gesagt?” verzweifelt sah sie ihn an.
“Was hätte es für einen Unterschied gemacht? Du hast mir immer deutlich zu verstehen gegeben wie wichtig deine Unabhängigkeit für dich ist, das du nichts von festen Bindungen hältst.” er zog sie wieder an sich.
“Wir haben uns beide selber im Weg gestanden, dadurch haben wir soviel Zeit verloren. Ich liebe dich Charlotte McCluskey und ich werde dich nicht noch mal gehen lassen!” sagte er bevor er sie zärtlich küsste.
“Und ich liebe dich Julian Chastain.” erwiderte sie leise.
.
Charly lehnte gegen den Türrahmen, es war 1.00 Uhr nachts. Sie beobachtete wie Julian den Wirtschaftsteil der Zeitung las, eine Tasse dampfenden Tee vor sich. Sie musste lächeln. Sie verspürte soviel Liebe zu ihm. 5 Jahre waren seit dieser Nacht vergangen, inzwischen war sie nicht mehr Charlotte McCluskey sondern Charlotte Chastain. Julian hatte in Leeds seine Angelegenheiten geregelt und war zu ihr nach Brighton gezogen. Das er seine Söhne nicht mehr so häufig sehen konnte war anfangs sehr schwer für ihn, aber auch dafür hatten sie eine einigermaßen gute Lösung gefunden. Inzwischen war Julian Teilhaber einer Baufirma in Brighton, die Arbeit erfüllte ihn und machte ihm großen Spaß.
Charly kam von einem Auftritt.
“Hey!” sagte Charly und betrat die Küche, “warum bist du noch wach?”
“Hey!” er lächelte sie an und drehte sich zu ihr, “ich konnte nicht schlafen und da dachte ich, ich warte halt auf dich.” er streckte die Arme nach ihr aus.
“Schläft die Kleine?” fragte sie.
“Tief und fest. War allerdings mal wieder nicht so einfach, niemand kann schließlich so gut Gute-Nacht-Lieder singen wie Mama” er grinste und Charly lachte leise. Emily wurde ein knappes Jahr nach ihrer Hochzeit geboren, inzwischen war sie 3 Jahre alt und ein richtiger Wirbelwind.
Charly setzte sich rittlings auf seinen Schoß, sie legte ihre Hände in seinen Nacken und küßte ihn zärtlich, seine Hände streichelten ihren Rücken und wanderten langsam unter ihr Shirt. Charly stöhnte auf als er mit dem Daumen zärtlich ihre Brustspitzen massierte, sie bewegte ihre Hüften und rieb sich leicht an ihm, sofort spürte sie seine Erregung und sie musste lächeln.
“Ich muss dir etwas sagen.” flüsterte sie
“Hat das nicht Zeit bis später.” raunte er und zog sie fester zu sich.
“Nein, hat es nicht. Sie rückte ein Stück von ihm ab und nahm seinen Kopf zwischen ihre Hände.
“Du wirst noch mal Vater.” sagte sie dann lächelnd.
“Ist das dein Ernst?”
Charly nickte und er umarmte sie fest.
“Ich liebe dich so sehr, Charlotte Chastain!” sagte er noch, bevor er sie küsste. Charly war glücklich! Es hatte fast 2 Jahrzehnte gedauert, doch letztlich war sie glücklich geworden!
---------------------------Ende------------------- ----------
Anmerkung des Autors: es gibt auch real eine Charly und einen Julian, es gibt die Gitarre und die Songs, leider gibt es im wahren Leben kein Happy End.
wer das nicht lesen mag, ist hiermit vorgewarnt... sollte das gegen Regeln verstossen, bitte ich einen der Mods den Beitrag zu löschen... (das Interesse scheint ja auch nicht soooo groß zu sein, aber macht nix
) “Charly!”
“Hm!” sie schrak auf, als jemand am Ärmel ihrer Bluse zog.
“Du bist heute gar nicht bei der Sache!” vorwurfsvoll schauten sie zwei große, blaue Kinderaugen an.
“Entschuldige Anna, ich war mit meinen Gedanken woanders. Was sagtest du?” Charly konnte sich heute nicht konzentrieren. Sie gab zweimal in der Woche Gitarrenunterricht und saß heute Nachmittag, wie jeden Montag, im Klassenraum der Primary School, mit 4 Mädchen und 5 Jungen, die sie ungeduldig anschauten.
“Ich habe dich gefragt ob du mir den Griff für das E noch mal zeigen kannst. Meine Finger verknoten sich dabei.” die siebenjährige Anna schaute Charly missbilligend an.
Charly seufzte.
“Natürlich kann ich das.” sagte sie lächelnd, sie stand auf und zeigte Anna noch mal wie man das E griff.
Charly war allerdings so gar nicht bei der Sache. Sie war gestern Abend auf direktem Weg Heim gelaufen. Sie brauchte eine Pause, wollte nichts von Julian hören oder sehen, hatte aber den ganzen Abend auf ihr Telefon gestarrt und irgendwie doch gehofft es würde klingeln, doch es blieb stumm. Irgendwann war sie resigniert schlafen gegangen. Wahrscheinlich war es besser so. Sie würde sich auf keinen Fall auf irgendwelche Spielchen einlassen, die sie hinterher bitter bereuen würde. Charly war so furchtbar enttäuscht, nie hätte sie Julian so eingeschätzt. Er hatte doch eine Familie, einen Abend vorher hatte er ihr noch erzählt wie glücklich er war, also was sollte dieser Kuß bedeuten? Passierte so was denn einfach so? Ihr jedenfalls nicht! Sie fand es wundervoll ihn zu küssen, seine Lippen fühlten sich so weich an. Sie seufzte schon wieder, am liebsten hätte sie laut geschrieen, wie konnte denn etwas, das sich so richtig anfühlte so falsch sein?
“Charly!” wütend schauten die Kinder sie an. “Was ist denn heute los mit dir?”
“Entschuldigt! Jetzt bin ich ganz bei euch!” sie straffte die Schultern. Es brachte nichts darüber nachzudenken, es war passiert und man konnte es nicht rückgängig machen, aber sie konnte dafür sorgen das so etwas nicht noch mal passierte.
“Okay, “ sie blätterte durch die Liederzettel, die auf dem Notenständer lagen, “was möchtet ihr denn jetzt spielen?” fragte sie die Kinder. Jeder wollte natürlich was anderes, doch dann konnten sie sich auf ein lustiges Kinderlied einigen.
Charly musste lächeln, die Kinder machten sich wirklich gut, in einigen Wochen hatten die neun, ihren ersten kleinen Auftritt, bei einem städtischen Musikwettbewerb. Sie waren schon sehr aufgeregt, doch Charly wusste, das ihre Kinder, wie sie sie gern nannte, richtig gut waren und gute Chancen auf einen der vorderen Plätze hatten.
“Pete!” sagte Charly, als der Junge plötzlich mitten im Lied inne hielt und wie gebannt auf die Tür des Klassenzimmers starrte. Er hob die Hand und zeigte mit dem Finger auf das kleine Fenster in der Tür.
“Charly, da starrt die ganze Zeit ein Mann durch das Fenster.” Charly drehte den Kopf, sie sprang erschrocken auf und stieß dabei den Notenständer um.
- Julian… natürlich! - dachte sie verärgert, konnte er sie denn nicht einfach in Ruhe lassen, es war doch schon alles verdorben, wollte er tatsächlich versuchen es noch schlimmer zu machen? Hektisch sammelte Charly die Zettel ein, die über den ganzen Boden verteilt waren.
Vorsichtig öffnete Julian die Tür und steckte den Kopf durch den Spalt.
“Charly…” sagte er leise.
“Ich hab jetzt wirklich keine Zeit.” fuhr sie ihn an, ohne ihn anzusehen.
“Nur kurz, ich muss wirklich mit dir reden.” er hörte sich ziemlich unglücklich an und Charly warf ihm einen wütenden Blick zu.
“Nein Julian. Es gibt nichts mehr zu reden.” sie schluckte, es kostete wirklich wahnsinnig viel Kraft so etwas zu sagen, doch es musste sein.
“Charly… bitte!” er betrat den Raum ganz und schloß leise die Tür hinter sich.
“Du siehst doch das ich hier beschäftigt bin, es geht nicht!” mit fahrigen Bewegungen verteilte Charly die Liederzettel wieder auf dem Notenständer, krampfhaft versuchte sie, ihn nicht anzusehen, hätte sie es getan, wäre sie sofort wieder weich geworden.
Plötzlich bemerkte sie das die Kinder sie und Julian aufmerksam beobachteten, auch das noch!
“Ich gehe nicht, bevor du mich nicht angehört hast.”
Charly seufzte, sie sah das die Köpfe der Kinder von Julian zu Charly wechselten.
“Nein!” sagte sie nur.
“Charly!?” sagte Pete, “warum willst du nicht mit dem Mann reden?” neugierig sah der Junge sie an.
“Ja, warum nicht? Er sieht doch ganz nett aus.” stimmte Anna ein. Charly atmete tief ein.
“Weil es zwischen uns nichts zu reden gibt. Es wurde bereits alles gesagt.”
“Wie kann man denn alles gesagt haben?” mischte sich jetzt auch Alice ein, “es gibt doch immer was zu reden.”
Charly sah Julian an und auch sie musste lächeln, als sie sah das er grinste.
“Ok…” gab sie nach, “gegen euch komme ich wohl nicht an…” sie sah das Julian erleichtert aufatmete.
“Aber nicht jetzt, lass uns heute Abend was essen gehen und in Ruhe reden.” schlug sie vor.
“Ok… ich danke dir!” sagte er zu Charly, “und euch.” er zwinkerte den Jungen und Mädchen zu und verließ dann den Raum.
“So, und wir üben jetzt weiter.” mahnte Charly. Grinsend nahmen die Kinder ihre Gitarren wieder in die Hand.
“Charly, ich möchte mich wirklich bei dir entschuldigen. Das gestern hätte niemals passieren dürfen. Es tut mir unendlich leid! Ich weiß das es für so was eigentlich keine Entschuldigung gibt, aber die ganze Situation war so…” er zuckte hilflos mit den Schultern.
Charly hob abwehrend die Hand. Es tat ihm also leid? Der Kuß an sich tat ihr überhaupt nicht leid, sie hätte eigentlich gern noch viel mehr davon, was ihr leid tat, war die ganze Situation, warum konnten sie nicht einfach die Zeit zurückdrehen, dann könnten sie sich küssen soviel sie wollten.
“Ok, ich will eigentlich gar nicht weiter darüber reden. Vergessen wir das Ganze! Es war sowieso nicht der Rede wert.” versuchte sie die Sache herunterzuspielen.
“Es… es war ja nur ein harmloser kleiner Kuß, nichts weiter!” sie schluckte und stocherte in ihrem Salat herum.
- Nur ein harmloser, kleiner Kuß - dachte Julian. Für ihn war es weit mehr, wenn er die Augen schloss konnte er immer noch den leichten Druck ihrer Lippen auf den seinen spüren. Es war ein großer Fehler, das sie sich wieder gesehen hatten, das war ihm spätestens gestern abend bewusst geworden, alle alten Gefühle waren auf einmal wieder da, er merkte das er nie aufgehört hatte sie zu lieben, er hatte nur all die Jahre seine Gefühle für sie unterdrückt und das auch sehr erfolgreich, er hatte alles was ihn an sie erinnerte tief in sich begraben, doch nun kam alles wieder an die Oberfläche und er wusste, er würde scheitern bei dem Versuch Charly wieder zu vergessen, doch was sollte er tun? Es gab keine Zukunft für sie, er hatte seine Familie in Leeds und sie liebte ihre Unabhängigkeit viel zu sehr um sich auf eine feste Bindung einzulassen. Sie hatte einen guten Job, reiste durch das ganze Königreich um Musik zu machen und sie hatte noch die Kinder, die sie unterrichtete, für ihn würde es nie einen Platz in ihrem Leben geben, dessen war er sich bewusst.
Er würde in ein paar Tagen wieder abreisen und versuchen müssen damit zu leben.
“Ja, genau, mehr ist ja gar nicht passiert.” antwortete er ihr und lächelte sie an.
“Ich würde die letzten paar Tage gern noch mit dir verbringen bevor ich wieder abreise und ich möchte nicht das irgendwas zwischen uns steht. Wir sind Freunde, mehr nicht! Was da passiert ist war ein Fehler, der nicht hätte passieren dürfen und ich verspreche dir das so was nicht wieder vorkommt.” er griff nach ihrer Hand, doch Charly zog sie sofort weg.
- Ein Fehler - das war sie also für ihn, nichts weiter als ein Fehler… sie spürte Tränen aufsteigen, schluckte sie jedoch tapfer runter. Sie würde ihm nicht zeigen wie sehr er sie mit diesen Worten verletzte. Sie lächelte zurück und nickte.
“Ok, das hört sich vernünftig an.” es würde sie ihre ganz Kraft kosten, sich nichts anmerken zu lassen, aber sie war entschlossen, das durchzuziehen. Würde sie ihm jetzt sagen, das sie ihn nicht wieder sehen wollte, würde er sofort wissen was mit ihr los war und das wollte sie auf keinen Fall.
Es ging ja nur um ein paar Stunden am Abend, tagsüber arbeitete sie und übermorgen gab sie sogar noch Unterricht, am Donnerstag hatte sie Bandprobe und dann war die Woche schon rum, das würde sie irgendwie hinbekommen.
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Nun saß sie hier… allein! Julian war fort, für immer! In ihr herrschte ein totales Gefühlschaos. Am liebsten hätte sie ihm gesagt was sie fühlte, hätte ihn am liebsten gebeten das er blieb, doch das wäre sinnlos gewesen, das wusste sie. Morgen würde er schon wieder in den Armen seiner Frau liegen, sie schüttelte den Kopf, das wollte sie sich nun wirklich nicht vorstellen. Die letzten Tage mit ihm waren wunderschön gewesen, sie machten lange Spaziergänge, erzählten von ihren Wünschen und Träumen, davon was sie in all den Jahren verwirklicht hatten. Er war der einzige Mensch der verstand was die Musik wirklich für sie bedeutete und sie liebte es, wie seine Augen leuchteten wenn er von seiner Arbeit erzählte. Sie tranken Rotwein und diskutierten über die neuesten Bücher ihrer Lieblingsschriftsteller, manchmal saßen sie schweigend nebeneinander am Meer und genossen einfach die Gegenwart des anderen. Es war alles so vertraut und doch erfuhren sie immer wieder Neues voneinander. Charly hatte es geschafft zu verdrängen das der Tag des Abschieds immer näher rückte, das er dann wieder gehen würde, doch nun war es soweit, nichts ließ sich mehr verdrängen, die Gefühlen brachen aus ihr heraus. Schluchzend saß sie auf dem Felsen, inzwischen war das letzte bisschen Wärme aus dem Stein gewichen. Die Wellen plätscherten leise ans Ufer, ein leichter Wind war aufgekommen, doch das störte Charly nicht, sie saß einfach da und ließ ihrer Trauer freien lauf.
Sie schrak auf, als sie plötzlich das Geräusch eines Automotors vernahm. Mit dem Handrücken wischte sie sich die tränenverschmierten Augen ab. Selten kam jemand in diese kleine versteckte Bucht, doch manchmal fanden eben doch Touristen, oder verliebte Pärchen den Weg hierher. Charly erhob sich und machte sich auf den Weg.
“Ach du liebe Güte, Charly! Was ist denn mit dir passiert?” Anne zog Charly zur Tür herein. Charly sank in die Arme ihrer guten Freundin. Anne war die Ehefrau von Marc und Charly wusste einfach nicht wohin sie sonst gehen sollte, es war zwar schon nach Mitternacht, doch sie konnte nicht Heim gehen. Stundenlang war sie durch die Straßen gelaufen, hatte geweint, nachgedacht und manchmal auch geflucht. Nun stand sie vor der Haustür ihres besten Freundes und dessen Frau. Sie schluchzte laut auf.
“Charly… was ist los?” Anne war erschrocken über den späten Besuch von Charly, das war gar nicht ihre Art und dann sah sie auch noch schrecklich aus. Das Gesicht rot und die Augen verquollen vom weinen.
“Marc, komm schnell!” rief Anne hilflos. Marc kam brummend im Morgenmantel über den Flur geschlurft.
“Ach du meine Güte!” Er wusste sofort was los war als er die weinende Charly im Flur stehen sah. Er stemmte die Hände in die Hüften und sah Charly vorwurfsvoll an.
“Ich habs gewusst! Ich hab gewusst das es genauso enden wird! Ist er abgereist?”
Charly nickte nur.
“Marc, ich weiß nicht was ich tun soll.” wimmerte sie leise.
“Herrje Charly!” sagte Marc nur. Er seufzte resigniert und nahm sie liebevoll in seine Arme. Sie war seine beste und längste Freundin und auch wenn er mehr als wütend war, über Charlys Unvernunft sich wieder mit Julian zu treffen, wohl wissend das er längst vergeben war, tat sie ihm unendlich leid. Er hatte sie mehrfach gewarnt, es war abzusehen das das Ganze so enden würde. Charly hatte sich in etwas reingesteigert, sich Hoffnung gemacht wo es keine gab. Anne und Marc schoben Charly ins Wohnzimmer und platzierten sie erstmal auf der großen Couch, Anne legte ihr eine Decke über die Schultern und Marc reichte ihr einen Scotch. Charly leerte das Glas in einem Zug, sie hustete, das Getränk brannte in ihrem Hals, doch es machte sich auch eine wohlige Wärme in ihrem Magen breit.
“Es tut mir leid, das ich hier mitten in der Nacht bei euch aufkreuze, aber ich konnte jetzt einfach nicht alleine sein.” schniefte sie.
“Charly!” Anne sah sie eindringlich an, “du musst endlich mit Julian abschließen. Es hat doch keinen Sinn, ihm immer noch hinterher zu weinen. Du solltest endlich eine Familie gründen, es gibt doch genügend Männer da draußen, die nur auf jemanden wie dich warten…” sie zwinkerte Charly aufmunternd zu und Charly musste ein wenig lachen. Sie wusste ja, das Anne und Marc recht hatten, doch ganz so einfach war es nicht.
“Wenn er wenigstens ein schrecklicher Mensch geworden wäre, arrogant, selbstherrlich… irgendsowas in der Art! Aber er ist immer noch so gut aussehend und charmant und liebevoll und zärtlich… als er mich geküsst hat, da…” Charly hielt inne als sie Marcs Blick sah. Sie biss sich auf die Lippen, eigentlich hatte sie nichts von dem Kuß sagen wollen.
“Er hat was getan?” fragte Marc aufbrausend.
“Es… es war nicht der Rede wert, nur ein ganz kleiner harmloser Kuß… ohne Bedeutung.”
Marc fuhr sich wütend durch die Haare und Anne legte beruhigend eine Hand auf seinen Arm.
“Nun beruhige dich, er konnte ja nicht wissen, wie sehr Charly noch an ihm hängt.” versuchte sie einzulenken.
“Nein, das konnte er nicht wissen, aber er ist schließlich verheiratet.” Marc war wirklich sauer.
“Marc!” fuhr Charly jetzt dazwischen, “hör endlich auf, ständig auf ihm rumzuhacken, du und Julian ward damals so gute Freunde, du bist doch nur immer noch sauer, das er ohne sich von dir zu verabschieden einfach gegangen ist.”
Marc schnaubte. Charly hatte recht, Julian und er waren sehr gute Freunde gewesen und es hatte ihn sehr getroffen das er einfach ohne ein Wort nach York gegangen war, das nahm Marc ihm heute noch übel.
“Wisst ihr was?! Ihr habt recht, ich sollte das ganze Wiedersehen mit Julian zum Anlass nehmen endlich mit ihm abzuschließen. Ich durfte ihn noch einmal sehen und mit ihm reden, ich weiß jetzt das es ihm gut geht und er glücklich ist, das ist ja auch sehr viel Wert.” zaghaft lächelte sie. Marc sah sie zweifelnd an.
“Und du meinst das kannst du jetzt plötzlich.. ? Einfach so? Das hat schon die letzten 18 Jahre nicht geklappt” sagte Marc zweifelnd.
“Nicht einfach so, es wird wohl eine Menge Kraft kosten, aber ich weiß jetzt das ich nach vorne sehen muss, es hat keinen Sinn in der Vergangenheit zu leben. Ich möchte eine eigene Familie haben, heiraten und Kinder bekommen. Mir bleibt nicht mehr viel Zeit dafür… ich muss ihn vergessen. Schluß mit den Tränen und Schluß mit diesem Song, den ich seit 15 Jahren nur seinetwegen singe… ich will das alles nicht mehr!” Charly sah Marc und Anne traurig an. Es würde ein harter Weg werden, doch sie wusste, das es an der Zeit war den ersten Schritt zu tun. Marc umarmte sie.
“Anne und ich sind für dich da, das weißt du doch oder?” Charly ließ ihren Kopf gegen seine Schulter sinken. Anne nahm ihre Hand und drückte sie.
“Ja, das weiß ich und ich bin euch wirklich dankbar dafür.”
Julian saß im Flieger nach York. Er starrte aus dem Fenster, draußen war es noch stockfinster und alles was er in der kleinen Scheibe sah, war sein eigenes Spiegelbild. Er stellte fest das er schrecklich aussah, seine Augen waren gerötet, da er keinen Schlaf gefunden hatte, sein Gesicht war blass und er sah angespannt und müde aus. Er seufzte.
- Charly - er sah ihr Gesicht vor sich, die langen Locken, ihre rehbraunen Augen, in denen man sich verlieren konnte wenn man nicht aufpasste, er hörte immer noch ihr glockenhelles Lachen und roch den blumigen Duft ihres Parfums… er würde diese Erinnerungen bewahren wie einen kostbaren Schatz. Sie waren alles was ihm blieb. Sie war die Liebe seines Lebens, die Eine! Sie hatte sein Herz gebrochen und er fürchtete es würde nie wieder heilen.
Vor einer Woche war sein Leben noch in regelmässigen Bahnen verlaufen, doch nun war alles durcheinandergewirbelt und er hatte keine Ahnung wie er da wieder Ordnung reinbringen sollte, er wusste noch nichtmal ob er das überhaupt wollte.
Charly stand auf der Bühne in York. Zwei Wochen waren vergangen seitdem Julian abgereist war. Zwei Wochen voller Tränen und Verzweiflung, aber auch Hoffnung, Hoffnung das es besser würde, das die Zeit die Wunden heilen würde. Sie öffnete sich langsam wieder, war bereit für eine Zukunft ohne Julian. Sie versuchte nach vorn zu blicken, sich frei zu machen von der Vergangenheit.
Momentan hatte sie die Augen geschlossen, ihre Finger glitten über die Saiten ihrer Gitarre, sie griff Riffs zu einem Song von Linkin Park und war ganz in ihrem Element. Sie fühlte nichts, außer der Musik. Nach diesem Song war es wieder soweit, sie würde ihren Song singen, doch diesmal würde es anders sein. Sie würde dieses Lied zum letzten Mal spielen.
Marc verkniff sich deshalb heute jegliche schnippische Bemerkung, er überließ Charly wortlos das Mikro. Er wusste, das dies heute verdammt schwer für sie war.
Charly holte tief Luft. Sie hatten ein riesiges Publikum heute und sie hatte etwas Angst das sie die Fassung verlieren könnte.
“Wer uns kennt, weiß was jetzt kommt…” sagte sie und Jubelrufe und Applaus drangen zu ihr hoch.
“Okay, heute zum allerletzen Mal für euch… “what´s she like” “ Sie warf einen kurzen Blick auf Marc, der sie aufmunternd anlächelte. Charly schloß die Augen, ein letztes Mal ließ sie zu das die Gefühle die Oberhand gewannen.
“ I never knew I could love somebody the way that I loved you… I´d never thought I´ll be the broken hearted… nothing hurts you like the truth” sie schluckte schwer als sie den Zwischenteil auf der Gitarre spielte… in einer Minute würde es vorbei sein, es war als würde ein ganzer Lebensabschnitt enden.
Es gab einen weiteren Song, der sehr wichtig für sie war, Charly hatte allerdings nie darüber gesprochen, es war das Lied das sie und Julian damals verband. Julians und ihr Song! Es war das Lied bei dem er ihr damals zum ersten Mal sagte das er sie liebte.
Sie würde dieses Lied heute singen, sie wollte für sich selber eine Art Zeichen setzen um tatsächlich mit der Vergangenheit abschliessen zu können. Sie würde diesen Song heute mit allen teilen, sie hatte dieses Lied niemals auf einer Bühne gespielt oder gesungen, es gehörte allein Julian und ihr, das sie es heute performte vor fast 5000 Leuten war für sie ein öffentlicher Schlusstrich.
Als der Applaus verebbte, stand Charly einen kleinen Moment schweigend da, es kostete sie Überwindung und Kraft jetzt ein paar Worte zu sagen, aber es musste sein, sonst hätte diese ganze Aktion nur halb soviel Gewicht.
“Okay…” begann sie leise, ans Publikum gewandt, “ihr habt solange die eine Ballade ertragen, heute bekommt ihr noch eine zweite.” Charly nahm die Gitarre von den Schultern und stellte sie in den Gitarrenständer, hierfür brauchte sie nur Marcs Keyboard.
Charly hielt den Mikrofonständer mit beiden Händen fest, sie hatte Angst loszulassen, sie brauchte irgendeinen Halt, noch nie hatte sie sich so verloren gefühlt auf einer Bühne, Ein einziges Spotlight war auf sie gerichtet. Es war dunkel geworden und sie war froh das sie nicht ein einziges Gesicht im Publikum erkennen konnte.
“So… raise your hands to heaven” sagte Charly leise und kündigte so die bekannte Ballade aus den 80er Jahren an. Sie schaute kurz zu Marc und nickte ihm fast unmerklich zu. Marc begann zu spielen, er hatte Angst das Charly es nicht schaffte diesen Song zu Ende zu bringen, er bedeutete ihr einfach soviel, er hatte versucht ihr das Ganze auszureden, er hielt es für eine Schnapsidee, doch sie ließ sich nicht beirren. Charly brauchte das, um ein Ende zu finden. Bei ihr ging immer alles über Musik, das war schon immer so und würde wohl auch so bleiben. Marc respektierte das, doch in diesem Fall hatte er wirklich bedenken, ob sie das professionell durchziehen konnte.
Charly senkte den Blick, er sah wie konzentriert sie war, dieses Lied würde ihr viel abverlangen, sie war keine Sängerin, sie war eine begnadete Gitarristin, doch so ein Song war wirklich eine Herausforderung, nicht nur emotional, sondern auch gesanglich. Charly begann zu singen und Marc bekam eine Gänsehaut. War das wirklich Charlotte McCluskey, die dort stand und sang?
“As I watch you move across tue moonlit room
There´s so mich tenderness in your loving
Tomorrow I must leave, the dawn knows no reprieve
God give me strength when I am leaving
So raise your hands to heaven and Pray
That we´ll bei back together someday
Tonight i need your sweet caress
Hold me in the darkness
Tonight you calm my restlessness
You relieve my sadness
As we move to embrace
Tears ran down your face
I whisper Words of love so softly
I can´t believe this Pain
It´s driving me insane
Without your Touch life will bei lonely
So raise your hands to heaven…
Charly sang wie sie noch nie in ihrem Leben gesungen hatte, sie verlieh diesem Lied leben, sie fühlte es, sie wusste genau was der Interpret mit diesem Song ausdrücken wollte, denn sie fühlte es selber. Sie hatte jahrelang dafür gebetet wieder mit Julian Zusammensein zu können, doch ihre Gebete waren nicht erhört worden.
Ein kurzer Blick ins Publikum, es war ein Lichtermeer, die Leute hielten ihre brennenden Feuerzeuge in die Höhe, sie konnte sogar einige Wunderkerzen ausmachen. Tränen rannen ihr die Wangen hinab, dies war ein würdiger Abschluss, sie würde weitermachen, vorwärts gehen und nicht mehr auf der Stelle treten, es war richtig, auch wenn es jetzt weh tat.
Die letzten Töne verklangen, es war vorbei… endgültig. Sie senkte den Blick zu Boden. Einen Moment war es still, vor Charly standen 5000 Leute und es war so still das man eine Stecknadel hätte zu Boden fallen hören können. Charly beschlich eine leichte Panik, hatte sie so falsch gesungen? Sie warf einen Blick auf Marc, doch auch er starrte sie nur an. Charly zuckte zusammen, als plötzlich tosender Applaus losbrach. Jubel, Pfiffe, Zugabe-Rufe… sie atmete erleichtert auf.
Das war es also, das Thema Julian Chastain war abgeschlossen, es war hiermit offiziell begraben worden.
Charly saß in ihrem Hotelzimmer, vor sich ein Glas Wein, Tränen tropften unaufhörlich hinein. Nach ihrem Auftritt war Charly sofort ins Hotel gefahren, sie war absolut nicht in der Stimmung für die kleine Party die spontan gefeiert wurde. Sie wollte nur noch heiß duschen, sich in einen Bademantel kuscheln und in Selbstmitleid baden… genau das brauchte sie heute einfach. Sie hatte die Türen zu dem kleinen Balkon geöffnet und genoss die kühle Nachtluft die hereinströmte, die Vorhänge bauschten sich in der Brise und der Mond schien herein.
Charly war zufrieden mit sich, ihre Tränen waren befreiend, sie hatte es geschafft. Nach so langer Zeit war es zu Ende, sie würde nur noch nach vorn sehen. Sie atmete tief ein und ein Lächeln umspielte ihre Lippen, es fühlte sich sogar gut an. Sie wusste sie konnte es schaffen, sich endlich wieder frei zu fühlen, durchatmen zu können, den Blick für neues offen zu haben, sie war gespannt was das Leben ihr zu bieten hatte, zuviel Zeit war einfach vergeudet worden.
Es klopfte an der Tür. Charly hob die Augenbrauen… wer konnte das sein? Marc, Rob und Mike waren doch sicher noch auf ihrer kleinen Party. Charly schaute an sich herunter, alles was sie trug war ihr Bademantel, sie überlegte kurz ob sie überhaupt aufmachen sollte, doch als es noch mal eindringlicher klopfte öffnete sie.
“Julian!” keuchte sie fassungslos., sie ließ ihn reinkommen.
“Was tust du hier?” Charly zog den Bademantel unwillkürlich enger um sich, sie trat ein paar Schritte zurück. Wortlos betrat er den Raum und warf die Tür zu, die mit einem lauten Krachen ins Schloß fiel. Charly zuckte bei diesem Geräusch zusammen.
“Julian! Was willst du hier?” Immer noch sagte er kein Wort, er blickte sie grimmig an und ging einige Schritte auf sie zu.
“Du machst mir Angst.” japste Charly, sie wich weiter vor ihm zurück, doch auch er ging weiter auf sie zu. Charly fluchte leise als sie mit dem Rücken gegen die Wand stieß, was wollte er von ihr, was machte er überhaupt hier in York, an einem Samstag abend, er sollte doch wohl bei seiner Familie sein und seine Zeit mit ihnen verbringen.
“Julian… bitte” Charly bekam wirklich Angst, so kannte sie ihn nicht. Er blickte sie wütend an und kam weiter auf sie zu, als er direkt vor ihr stand, stütze er sich mit beiden Händen an der Wand ab, so das Charly zwischen seinen Armen gefangen war. Einen Moment sah er sie nur an. Charly bemerkte die dunklen Ringe unter seinen Augen, er sah müde aus und wütend, vor allem wütend! Sie versuchte ihren Bademantel noch fester um sich zu ziehen… hätte sie sich doch bloß etwas richtiges angezogen, sie trug ja nicht mal Unterwäsche. Verzweifelt sah sie ihn an.
“”I never knew I could love somebody the way that I loved you…” begann er “und dann noch “hands to heaven”. Charly, hat das irgendetwas mit mir zu tun… mit uns?” zischte er.
“Was?” verwirrt starrte sie ihn an, er war also dort gewesen, er hatte ihren Auftritt gesehen, damit hatte sie nicht gerechnet und sie spürte wie ihr die Röte ins Gesicht schoss.
“Glaubst du ich hab vergessen was “hands to heaven” für uns bedeutet hat, was ich dir bei diesem Lied gesagt habe? Es war unser Lied!” seine Augen funkelten sie an. Er hatte 14 Tage wie in einem Nebel verbracht, er konnte sie nicht vergessen, täglich dachte er an sie, sie beherrschte seine Gedanken. Er war unfähig sich auf seine Arbeit zu konzentrieren, machte Fehler und sogar seine Söhne merkten das mit ihm etwas nicht stimmte. Er musste wissen was Charly für ihn empfand, vielleicht gab es einen kleinen Hoffnungsschimmer das auch sie noch Gefühle für ihn hatte. Er wusste das diese Möglichkeit mehr als gering war, aber wenn sie nichts mehr empfand hatte er wenigstens Gewissheit und musste nicht mehr mit den Zweifeln leben. Vor ein paar Tagen waren ihm dann die Werbeplakate für ein Charity-Event in York aufgefallen, es würden mehrere Bands auftreten, darunter auch die Band in der Charly spielte. Julian hielt das für einen Wink des Schicksals, da York nur 20 Autominuten von Leeds entfernt war beschloss er dorthin zu fahren und mit ihr zu reden.
Als er im Publikum stand und Charly wieder diesen Song spielte in dem diese Zeile vorkam und danach noch “Hands to heaven” sang war es ihm klar geworden, sie spielte diese Songs seinetwegen. Er konnte sich noch sehr gut erinnern, als er Charly bei diesem Lied ein “Ich liebe dich” ins Ohr geflüstert hatte, es war ihr Lied geworden damals.
Sie sah atemberaubend aus wie sie dort oben stand. Sie trug eine rote knallenge Lederhose mit Schlangenprint, dazu ein enges schwarzes Shirt, die Locken fielen ihr über die Schultern. Sie hielt den Mikrofonständer mit beiden Händen fest umschlossen, ihr Blick war auf den Boden gerichtet, als sie den Kopf hob und begann zu singen, sah er die Tränen, die über ihre Wangen liefen, er war erschüttert. Warum hatte sie nichts gesagt, warum hatte sie ihn in Brighton weggestoßen, soviel Zeit war vergeudet worden. Er spürte Wut in sich aufsteigen, darüber das sie nicht ehrlich zueinander waren, Wut über sich selber, über seine Unfähigkeit ihr die Wahrheit zu sagen… Nun stand sie hier vor ihm, ängstlich sah sie ihn an, doch er würde nicht nachgeben, er wollte es aus ihrem Mund hören, sie sollte ihm ins Gesicht sagen ob sie noch etwas für ihn fühlte oder nicht.
“Julian… ich glaube es ist meine Sache was ich wann singe und spiele… nun lass mich hier raus!” sie presste ihre Hände gegen seine Schultern, doch er ließ sich nicht beirren und hielt sie weiterhin zwischen seinen Händen gefangen.
“Hatte das etwas mit mir zu tun oder nicht?” hakte er nach.
“Julian!” sagte sie flehend, ohne zu antworten.
“Ja… oder nein?” bohrte er weiter. Tränen traten in ihre Augen, was sollte diese Aktion hier? Brauchte er die Genugtuung das er ihr immer noch was bedeutete? Konnte ihm das denn nicht egal sein… sie wollte doch nur das er sie in Ruhe ließ, sie hatte genug gelitten, sie hatte gerade Mut gefasst und blickte endlich positiv in die Zukunft und schon kam er daher und machte alles Zunichte?
“Julian bitte lass mich!” flehte sie leise, die ersten Tränen kullerten über ihre Wangen.
“Ja, oder Nein!” er war unerbittlich. Charly schlug die Hände vors Gesicht und begann zu weinen, sie schüttelte nur den Kopf.
“Ich will eine Antwort!”
“Ja… Ja, verdammt! Ich hab diese Songs deinetwegen gespielt” brach es aus ihr heraus.
“Warum? Was hat das zu bedeuten?”
“Was das zu bedeuten hat?” Jetzt war Charly diejenige die wütend war, was bildete er sich eigentlich ein? Er tauchte nach 18 Jahren plötzlich wieder auf und brachte ihre Welt noch mehr durcheinander als sie es eh schon war und nun wollte er noch Erklärungen. Gut, die konnte er haben, Charly würde diesem ganzen Wahnsinn jetzt ein Ende bereiten, sollte er doch die Wahrheit erfahren, was hatte sie noch zu verlieren?
“Es bedeutet, das ich dich immer noch liebe. 18 lange Jahre habe ich tagtäglich deinetwegen Tränen vergossen, du hast meine Gedanken beherrscht, du hast mich für andere Männer verdorben, jeder Mann in meinem Leben musste dem Vergleich mit dir standhalten und stell dir vor… keiner hat es geschafft.” sie schluchzte auf. Julian sah sie bestürzt an, nie hätte er gedacht das sie so empfand. Die Tränen rannen unaufhaltsam ihre Wangen hinab.
“Charly…” sagte er leise, er streckte die Hand nach ihr aus, wollte ihr zärtlich über die Wange streicheln, doch sie wich vor ihm zurück.
“Bleib weg von mir!” fauchte sie ihn an, “Du tauchst nach fast 2 Jahrzehnten einfach so hier auf und denkst wir können gute Freunde sein? Ich hab Neuigkeiten für dich Julian Chastain… das funktioniert nicht!” sie fuhr sich mit dem Handrücken über die Augen, hob das Kinn und sah ihn trotzig an.
Julian wusste nicht ob er lachen oder weinen sollte, sie liebte ihn tatsächlich noch?
“Nach so langer Zeit liebst du mich noch?” fragte er ungläubig, Charly drehte den Kopf zur Seite, sie wollte ihn nicht ansehen müssen, doch er nahm ihr Kinn zwischen Daumen und Zeigefinger und zwang sie so, ihn anzusehen.
“Hör auf damit” sagte sie schwach, doch Julian lachte nur leise.
“Oh Charly! Soviele verschwendete Jahre!” er zog sie an sich, seine Hände umfassten ihr Gesicht und seine Lippen senkten sich auf ihre. Charly war zu erschrocken um sich zu wehren, sie fühlte seine weichen, warmen Lippen, die ihren Mund verschlossen, sein Kuß hatte nichts sanftes, er küsste sie leidenschaftlich und fordernd, sie fühlte seine Zunge, die sich langsam, aber bestimmt, den Weg in ihren Mund bahnte. Einen Moment wehrte sie sich, trommelte mit den Fäusten gegen seine Schultern, doch dann erlosch ihr Widerstand. Sie ließ sich in seine Arme fallen, öffnete einladend die Lippen und hieß ihn in ihrem Mund willkommen.
“Charly” raunte er zwischen zwei Küssen. Seine Stimme holte sie wieder in die Realität. Was tat sie hier? Er war ein verheirateter Mann! Mit aller Kraft stieß sie ihn von sich.
“Nein!” sagte sie leise, “das dürfen wir nicht! Du bist ein verheirateter Mann Julian! Ich werde das nicht tun!” entrüstet sah sie ihn an. Julian begann leise zu lachen.
Er sah an Charly herunter und griff nach dem Gürtel ihres Bademantels, mit zwei Handgriffen öffnete er ihn. Charly schloß die Augen, sie war unfähig ihm zu widerstehen. Julian streifte das Kleidungsstück von Charlys Schultern und mit einem rascheln fiel es zu Boden. Charly war sich durchaus ihrer Nacktheit bewusst. Sie spürte seine Blicke auf ihrem Körper und ihr wurde heiß.
Julian streckte vorsichtig eine Hand nach ihr aus, sie war so schön das es ihn fast um den Verstand brachte… mit hungrigem Blick sah er sie an, er wollte jedes Detail ihres Körpers in sich aufnehmen. Seine Finger berührten sanft ihre Schulter, Charly sog scharf die Luft ein bei seiner Berührung.
“Julian… nicht.” sagte sie noch mal schwach, doch ihr Körper sprach eine andere Sprache. Sie legte leicht den Kopf in den Nacken, als seine Finger abwärts wanderten und die Rundung ihrer Brüste fanden, vorsichtig strich er die Konturen nach, seine Hand wanderte weiter, glitt tiefer über ihren Bauch und ihre Schenkel. Charly spürte ein wildes Verlangen in sich aufsteigen, sie schloß die Augen und spürte wie Wellen der Erregung sie durchfuhren.
Sie versuchte gar nicht mehr ihn abzuwehren, sie hätte keine Chance mehr gehabt, ihr Körper wollte etwas völlig anderes als ihr Verstand.
Charly öffnete verwirrt die Augen als seine Berührungen plötzlich aufhörten.
“Julian…” flüsterte sie leise und streckte verlangend die Hand nach ihm aus, doch Julian stand nur da und sah sie an. Sie sah ihm an wie sehr er sie wollte und das erregte sie nur noch mehr, ihr Atem ging schnell und flach, sie ersehnte seine Hände auf ihrem Körper, wollte das er sie berührte und ihr Erleichterung verschaffte, doch Julian machte kein Anstalten ihr näher zu kommen.
“Du bist wunderschön.” sagte er nun leise und begann sich dann selbst seiner Kleidung zu entledigen, langsam knöpfte er sein Hemd auf und ließ es achtlos zu Boden fallen.
Charly konnte ihren Blick nicht von ihm wenden, sie schluckte schwer als er aus seiner Jeans stieg, die Boxershorts folgte und sie stöhnte leicht auf als sie seine Erregung sah. Julian lächelte und kam auf sie zu, er umfasste ihre Taille und zog sie an sich. Seine Lippen senkten sich auf ihre und Charly erwiderte seinen Kuß mit einer Leidenschaft die sie selbst überraschte. Seine Hände fuhren begierig über ihren Rücken, wanderten tiefer und verharrten einen Moment auf ihrem Po, er wollte sie noch näher an sich heranziehen, Charly spürte seine Härte an ihrem Bauch, sie wollte ihn so sehr. Sie löste sich etwas von ihm und nahm seine Hand.
“Nicht hier.” sagte sie leise und zog ihn zu dem großen Doppelbett, sie ließ sich in die Kissen gleiten und er war sofort neben ihr. Er küsste sanft ihren Hals, seine Lippen wanderten über ihre Schulterblätter und seine Zunge hinterließ eine feuchte Spur auf ihrer Haut. Charly stöhnte, als er mit seiner Zunge ihre Brustspitze umkreiste, ihre Hände krallten sich in seinen Rücken, als er begann zärtlich daran zu saugen. Seine Hand wanderte weiter und bereitwillig öffnete sie ihre Schenkel, als seine Hand ihre empfindsamste Stelle fand und zärtlich begann sie zu massieren.
“Julian!” stöhnte sie. Sie schloß die Augen, ihre Hände taten es den seinen gleich und erforschten ihrerseits seinen Körper. Julian entfuhr ein raues Stöhnen als sie ihn mit ihren Fingern umschloss und begann ihre Hand langsam zu bewegen. Charly merkte das er sich fast nicht mehr unter Kontrolle hatte, er atmete schwer und sie spürte das er sich nicht mehr lange würde zurückhalten können.
“Komm zu mir” flüsterte sie leise. Einen kurzen Moment sah er sie an und lächelte, dann schob er sich über sie, Charly bog sich ihm entgegen, ihre Blicke trafen sich als er zu ihr kam, sie verschränkten ihre Hände ineinander als Julian begann sich langsam in ihr zu bewegen, sie passte sich seinem Rhythmus problemlos an. Charly schloß die Augen als sie spürte wie seine Bewegungen immer schneller und heftiger wurden, als sie spürte wie ein zittern durch seinen Körper ging, ließ auch sie sich fallen, wie eine ertrinkende klammerte sie sich an ihn während sie ebenfalls einen überwältigenden Höhepunkt erlebte.
Erschöpft lag sie in seinen Armen, er hielt sie ganz fest, so als wolle er sie nie wieder loslassen, Charly genoss, wie seine Fingerspitzen sanft über ihren Rücken glitten. Sie seufzte, langsam landete sie wieder in der Realität. Sie hatte gerade mit einem verheirateten Mann geschlafen, sie fühlte sich schäbig und schämte sich zutiefst. Julian schien sich über seinen Ehebruch keine besonderen Gedanken zu machen, er lag entspannt neben ihr, hatte die Augen geschlossen und ein leichtes Lächeln umspielte seine Lippen.
“Julian…” begann Charly leise, “dir ist schon klar was wir gerade getan haben?” fragte sie ihn provozierend.
Er öffnete die Augen und lächelte sie an.
“Ohja, das ist mir allerdings klar und ich habe vor das noch häufiger mit dir zu tun, ich hätte nie gedacht, das es so perfekt sein würde.” er seufzte wohlig und zog sie noch enger an sich.
Charly löste sich von ihm, entrüstet sah sie ihn an.
“Du bist verheiratet! Du hast gerade deine Frau betrogen!” wie konnte er so ruhig da liegen und so tun als sei das die normalste Sache der Welt.
“Charly, glaubst du wirklich so etwas würde ich tun? Du solltest mich besser kennen. Sue und ich sind seit 8 Jahren geschieden, sie hat längst wieder geheiratet, alles was uns noch verbindet sind unsere 2 Jungs, die wir beide über alles lieben.”
Charly merkte wie ihr die Kinnlade runterklappte, mit offenem Mund starrte sie ihn an.
“Aber… du hast immer von deiner Familie geredet, darüber wie glücklich du bist. Hätte ich das gewusst…” sie spürte Zorn in sich aufsteigen… sie hatte sich so mies gefühlt, hatte Angst gehabt sich in eine Ehe zu drängen.
“Meine beiden Jungs sind meine Familie Charly, ich würde alles für sie tun und ich bin sehr glücklich das ich sie habe.”
“Warum hast du nichts gesagt?” verzweifelt sah sie ihn an.
“Was hätte es für einen Unterschied gemacht? Du hast mir immer deutlich zu verstehen gegeben wie wichtig deine Unabhängigkeit für dich ist, das du nichts von festen Bindungen hältst.” er zog sie wieder an sich.
“Wir haben uns beide selber im Weg gestanden, dadurch haben wir soviel Zeit verloren. Ich liebe dich Charlotte McCluskey und ich werde dich nicht noch mal gehen lassen!” sagte er bevor er sie zärtlich küsste.
“Und ich liebe dich Julian Chastain.” erwiderte sie leise.
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Charly lehnte gegen den Türrahmen, es war 1.00 Uhr nachts. Sie beobachtete wie Julian den Wirtschaftsteil der Zeitung las, eine Tasse dampfenden Tee vor sich. Sie musste lächeln. Sie verspürte soviel Liebe zu ihm. 5 Jahre waren seit dieser Nacht vergangen, inzwischen war sie nicht mehr Charlotte McCluskey sondern Charlotte Chastain. Julian hatte in Leeds seine Angelegenheiten geregelt und war zu ihr nach Brighton gezogen. Das er seine Söhne nicht mehr so häufig sehen konnte war anfangs sehr schwer für ihn, aber auch dafür hatten sie eine einigermaßen gute Lösung gefunden. Inzwischen war Julian Teilhaber einer Baufirma in Brighton, die Arbeit erfüllte ihn und machte ihm großen Spaß.
Charly kam von einem Auftritt.
“Hey!” sagte Charly und betrat die Küche, “warum bist du noch wach?”
“Hey!” er lächelte sie an und drehte sich zu ihr, “ich konnte nicht schlafen und da dachte ich, ich warte halt auf dich.” er streckte die Arme nach ihr aus.
“Schläft die Kleine?” fragte sie.
“Tief und fest. War allerdings mal wieder nicht so einfach, niemand kann schließlich so gut Gute-Nacht-Lieder singen wie Mama” er grinste und Charly lachte leise. Emily wurde ein knappes Jahr nach ihrer Hochzeit geboren, inzwischen war sie 3 Jahre alt und ein richtiger Wirbelwind.
Charly setzte sich rittlings auf seinen Schoß, sie legte ihre Hände in seinen Nacken und küßte ihn zärtlich, seine Hände streichelten ihren Rücken und wanderten langsam unter ihr Shirt. Charly stöhnte auf als er mit dem Daumen zärtlich ihre Brustspitzen massierte, sie bewegte ihre Hüften und rieb sich leicht an ihm, sofort spürte sie seine Erregung und sie musste lächeln.
“Ich muss dir etwas sagen.” flüsterte sie
“Hat das nicht Zeit bis später.” raunte er und zog sie fester zu sich.
“Nein, hat es nicht. Sie rückte ein Stück von ihm ab und nahm seinen Kopf zwischen ihre Hände.
“Du wirst noch mal Vater.” sagte sie dann lächelnd.
“Ist das dein Ernst?”
Charly nickte und er umarmte sie fest.
“Ich liebe dich so sehr, Charlotte Chastain!” sagte er noch, bevor er sie küsste. Charly war glücklich! Es hatte fast 2 Jahrzehnte gedauert, doch letztlich war sie glücklich geworden!
---------------------------Ende------------------- ----------
Anmerkung des Autors: es gibt auch real eine Charly und einen Julian, es gibt die Gitarre und die Songs, leider gibt es im wahren Leben kein Happy End.
31.12.2012 16:14
Ich finde das hast du toll geschrieben und dass es quasi auf wahren Begebenheiten beruht macht es noch spannender.
Falls du diese Charly bist, wünsche ich dir, dass dir irgendwann dasselbe Glück widerfahren wird.
Ich finde du hast Talent.
und die Rechtschreibfehler, sind so winzig, dass man sie leicht überliest
Einen guten Rutsch und alles Liebe für 2o13
Falls du diese Charly bist, wünsche ich dir, dass dir irgendwann dasselbe Glück widerfahren wird.
Ich finde du hast Talent.
und die Rechtschreibfehler, sind so winzig, dass man sie leicht überliest
Einen guten Rutsch und alles Liebe für 2o13
31.12.2012 16:54
Zitat von mirfälltnixein:
Ich finde das hast du toll geschrieben und dass es quasi auf wahren Begebenheiten beruht macht es noch spannender.
Falls du diese Charly bist, wünsche ich dir, dass dir irgendwann dasselbe Glück widerfahren wird.
Ich finde du hast Talent.
und die Rechtschreibfehler, sind so winzig, dass man sie leicht überliest![]()
Einen guten Rutsch und alles Liebe für 2o13![]()
oh danke dir... schön mal ein Feedback zu bekommen... und dann noch ein positives, hätte eher gedacht, ich würde in der Luft zerrissen werden
Ich will es mal so sagen, Charly wird ihren Julian nie wieder sehen, er lebt nämlich tatsächlich im anderen Teil der Republik (England ist frei erfunden) und ist auch verheiratet und zwar glücklich und wird sich auchl nicht scheiden lassen... und das ist auch gut so
Charly macht immer noch Musik, ist allerdings auch verheiratet und hat 2 Kinder... sie ist allerdings nicht glücklich in ihrer Ehe... sie ist nämlich tatsächlich immer noch unsterblich in Julian verliebt... so gehts leider manchmal im Leben
ich bin gerad an der nächsten Geschichte dran, die ist aber wirklich frei erfunden und wenn die fertig ist, dann stell ich sie vielleicht auch wieder ein... mal schauen
01.01.2013 20:23
Habs mir abgespeichert, komme nur aktuell nicht zum lesen - ist für die nächsten Tage aber fest vorgenommen!
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