Mütter- und Schwangerenforum

Kaum mehr Freispiel in KiTas!?

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28.02.2017 07:36
Hallo ihr Lieben.

Letztens habe ich mich mit einer Freundin (Erzieherin) unterhalten und war etwas geschockt, was für einen straffen Zeitplan die Kleinen (ab 4 wohl) in der KiTa haben. Die Kinder haben quasi verschiedene Stationen, die sie tagsüber abarbeitet müssen. Sie sagte sogar, dass ihr die Sommermonate ein Graus sind, weil sie da "gar nichts auf die Reihe bekommen" (Dokus, Mappen, etc.), weil die Kinder so oft raus gehen. Im Winter wäre es nur eine Stunde. Die Kleinen, also unter 4, hätten aber noch mehr "Freizeit"

Ehrlich...ich dachte noch in der KiTa wird hauptsächlich gespielt? Vor allem, weil doch grad das freie Spielen wichtig ist?

Ist das bei euch auch so oder ist das jetzt eine Ausnahme bei uns?
Melly82
4030 Beiträge
28.02.2017 07:40
Ist wahrscheinlich eine Randerscheinung des allgemeinen förderwahns. ICh finde es fürchterlich. Und dann wird sich wahrscheinlich auch noch gewundert, dass sich die Kinder nicht mehr selber beschäftigen können und keine Phantasie haben.
28.02.2017 07:43
Bei uns gibt es sehr viel freies spiel
Es gibt auch Angebote, Aber ALLE freiwillig... Keiner muss, auch wenn natürlich schon geschaut wird auch die Muffel zu motivieren
Aber der grosse Teil ist freies spielen.

Und auch im Winter sind sie lange draussen (meine Jungs gehen nur vormittags), Gerade wenn es schön ist
28.02.2017 07:43
Was müssen denn die Kinder anstelle des spielens machen?

In der Betreuung, in die mein Kind ab August geht, ist es Teil des Konzepts, dass die Kinder kein Spiel vorgegeben bekommen und die Betreuerinnen nur ins Spiel eingreifen, wenn es nötig ist. Die Betreuung geht aber nur bis 3 Jahre und danach müsste er in eine Kita wechseln.
Deswegen würde es mich interessieren, was mit dem “abarbeiten“ gemeint ist.
Vanellope
15549 Beiträge
28.02.2017 07:47
also ich fand, dass das in der kita in der lina war gut geregelt war. eine ausgewogene mischung aus freispiel und angeboten.
Luni
31779 Beiträge
28.02.2017 08:02
Ich hole meine Kids je nach Möglichkeit immer zwischen 13 und 14.30 Uhr ab. in dieser Zeit ist ausnahmslos immer Freispiel. Sofern es nicht regnet oder -20 Grad hat auch immer draussen.

Aber sie müssen auch Vormittags viel Freispiel haben, so von dem was sie mir so erzählen was sie gemacht haben. Es gibt ab und an mal ne Bastelaktion. Einmal die Woche gehen sie alle in die Turnhalle, machen zur Brotzeit zusammen Rührei usw. Aber ich habe schon das Gefühl, dass das Freispiel an erster Stelle steht.
Muckel007
2738 Beiträge
28.02.2017 08:36
Bei uns sind 3 kita's im Umkreis ...
und egal wann man daran vorbei
läuft spielen die Kinder alleine ....
Und die Erzieher sitzen alle wie die
Hüner auf der Stange und sind nur mit
sich selbst beschäftigt....
28.02.2017 08:57
Zitat von Morly:

Was müssen denn die Kinder anstelle des spielens machen?

In der Betreuung, in die mein Kind ab August geht, ist es Teil des Konzepts, dass die Kinder kein Spiel vorgegeben bekommen und die Betreuerinnen nur ins Spiel eingreifen, wenn es nötig ist. Die Betreuung geht aber nur bis 3 Jahre und danach müsste er in eine Kita wechseln.
Deswegen würde es mich interessieren, was mit dem “abarbeiten“ gemeint ist.

also bei uns gibt es neben dem freispiel Kunstprojekte... zb haben sie letztes jahr ein winterbild mit winterlichen farben, glitzer und gibsbinden gemacht... oder was getöpfert... oder es gibt mal eine projektwoche, in der sie täglich an den Deich gehen und lernen, was es da so in der Natur gibt...
oder sie überlegen sich, was sie kochen wollen, machen eine einkaufliste, kaufen auf dem markt ein und kochen gemeinsam (also über 3-4 tage gezogen, klar )
oder es wird eine plane ausgelegt und die kinder dürfen mit Schaum rummatschen...

aber bei uns ist das immer höchstens eine Sache pro Tag und so ein Thema zieht sich auch gern über 1-2 Wochen (beim winterbild zb) und die kinder dürfen sich dran machen, wenn sie lust dazu haben bzw. nicht dazu verabredet haben. also noch reichlich zeit zum freispiel dazwischen

edit: ich glaube aber, bei den Vorschülern ist es etwas "straffer"... die haben auch gezielte ausflüge und Projekte nur für die großen. Das sehe ich dann ab sommer
28.02.2017 09:05
Nachtrag: ich kann mir übrigens auch gut vorstellen, dass es durch die ansprüche der Eltern so gekommen ist, dass in einigen Kitas so stark alles mögliche gefördert wird (zu meiner zeit waren kindergärten ja doch mehr kinder-verwahr-anstalten... haben zwar auch mal gesungen und so, aber so wie heute war das noch nicht )
Auf dem letzten Elternabend habe ich zb mitbekommen, wie besorgt die Eltern der aktuellen Vorschüler waren, weil ihrer Meinung zu wenig auf die Schule vorbereitet und gefördert wurde da wird streckenweise vor der Schule schon englisch eingefordert, sportübungen, Vorbereitung aufs lesen und schreiben, damit die kleinen bloß nicht untergehen in der schule... und dabei arbeiten bei uns kindergarten und Grundschule schon sehr eng zusammen
wenn in einer Kita ständig solche Eltern auftauchen, wächst der Förderapparat vielleicht einfach bis eben kein Spiel mehr "übrig" ist?
soev
7372 Beiträge
28.02.2017 09:27
Bei uns gibt es nur Angebote. Verpflichtend für die Kinder ist es nur, wenn z.B. gewandert wird. Klar, da ist die Gruppe leer, da müssen sie mit.

Im Kindergarten selbst setzt sich aber de Erzieherin an einen Tisch und lädt alle ein, mit ihr Ostereier zu bemalen (beispielsweise). Wer Lust hat, macht mit, wer nicht, der spielt eben weiter.

bambina_1990
16846 Beiträge
28.02.2017 09:45
Bei uns ist das teils teils .....Unsere kita betreut nach montessori Konzept und da haben die auch viel Freizeit......Bin super zufrieden mit unserer kita.....Seit sie gewechselt haben ,haben sie so ein Sprung gemacht
Yogi_Baer
39802 Beiträge
28.02.2017 09:53
Bei uns wird fast nur frei gespielt , die Erzieher bieten quasi auch immer was an wie zb gesellschaftsspiele oder basteln doch die Kinder müssen das NICHT machen, wenn sie nicht wollen.
28.02.2017 09:58
Hier ist es ein bunt gemischtes Programm aus Freispiel und Angeboten. Ich kann das also nicht bestätigen.
Die Angebote sind dabei so klasse, dass sie einfach gerne mitgemacht werden. Danach ist wieder Freispiel angesagt.
28.02.2017 10:50
Zitat von Morly:

Was müssen denn die Kinder anstelle des spielens machen?

In der Betreuung, in die mein Kind ab August geht, ist es Teil des Konzepts, dass die Kinder kein Spiel vorgegeben bekommen und die Betreuerinnen nur ins Spiel eingreifen, wenn es nötig ist. Die Betreuung geht aber nur bis 3 Jahre und danach müsste er in eine Kita wechseln.
Deswegen würde es mich interessieren, was mit dem “abarbeiten“ gemeint ist.


Sie sagte folgendes:

Umso älter die Kinder werden, desto mehr Programm haben sie. Ab 4 ins Entenland ( http://entenland.zahlenland.info/de/ ) und später kommt Zahlenland ( http://zahlenland.zahlenland.info/de/zielsetzung/ ) und Sprachprogramm und Vorschule und Ausflüge. Manche sind noch im Chor oder Musikschule oder Englisch (das ist dann wohl freiwillig).

Mit abarbeiten meint sie: Entwicklungsbögen, Portfolio, Bildungsdoku, Basikbögen.....
Mel-Ann
5657 Beiträge
28.02.2017 11:18
Kommt wohl sehr auf die KiTa drauf an. Laut einer Freundin von mir, die Erzieherinnen ausbildet und daher in sehr vielen verschiedensten KiTas hospitiert, sind es vor allem die (teuren) privaten KiTas in denen die Kinder einen sehr straffen Stundenplan haben, jetzt wortwörtlich Stundenplan, mit Sprachunterricht, musikalischer Frühförderung, Mathe usw.

Von unserem KiGa kenne ich das so nicht. Ist Montessori, die haben eine große Wand an der die Kinder ihr Foto anheften können, wo sie gerade hinwollen, wenn dort ein Platz frei ist. Da ist alles mögliche dabei, von Bauecke, Verkleidungs-/ Puppen- oder Küchenecke bis hin zu diversen Fahrzeugen, die man ausleihen kann, und verschiedenen Themenräumen. Manche Angebote sind betreut - z.B. ist jede Woche jmd. vom Nabu da und macht Ausflüge in die Natur, oder eine Frau die eine Kunstwerkstatt macht, aber sowas ist alles freiwillig. Da gibt es klar auch Mathematerial und Schreibmaterial und die älteren Kinder werden dazu angeregt, sowas auch mal zu bearbeiten, aber festes Programm in dem Sinne gibt es gar nicht. Finde ich auch sehr, sehr gut so!!!
Kinder in dem Alter lernen sehr viel, wenn man sie nur in Ruhe lässt, damit sie lernen können.

Erst für die Vorschulkinder gibt es dann ein Programm, bei ab und zu bestimmte Veranstaltungen, Ausflüge und halt auch schulvorbereitende Materialien zum Einsatz kommen, aber auch das ist recht locker und nicht so ein tagtäglicher Pflichtteil, soweit ich das mitbekomme.
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