Mütter- und Schwangerenforum

Thema Kaiserschnitt

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27.04.2016 08:37
Vielleicht solltest du "nicht schlimm" durch "verharmlosen" ersetzen, damit deine Absicht verständlicher wird
27.04.2016 08:39
Ich persönlich kann auch nicht verstehen warum jemand sich "einfach mal so" den Bauch aufschneiden lässt freiwillig wenn es gar nicht sein müsste - ich find halt ne OP mach ich nur dann wenn es absolut keine andere Möglichkeit gibt und sie unumgänglich ist weil jede noch so kleine Routine OP Risiken birgt und sowas würd ich niemals freiwillig mir antun.

Ich würde durchdrehen wenn ich den Ärzten dort ausgeliefert bin und sie in der Hand haben ob ich lebe oder sterbe, ich finde diese Vorstellung grausam das ich nicht selber machen kann und selber verantwortlich bin sondern mich drauf verlassen muss das die Ärzte heute eh keinen Pfusch bauen und ich heil da wieder rauskomme.

Ich finde man kann so tolle normale Geburten haben wenn man sich drauf einlässt - auch vollkommen ohne Verletzungen oder ähnliches - da probier ich das doch und lass mich nicht von Vornherein aufschneiden.
Jazz92
11468 Beiträge
27.04.2016 08:39
Zitat von Manveri:

Vielleicht solltest du "nicht schlimm" durch "verharmlosen" ersetzen, damit deine Absicht verständlicher wird

gute idee
Jazz92
11468 Beiträge
27.04.2016 08:42
Zitat von zuckerlie:

Zitat von Jazz92:

Und noch einmal

Ich verabscheue keine entscheidung, wie man sein kind auf die welt bringen möchte. Natürlich kann das jeder selber entscheiden!!!!!!!!


Ich kann nur nicht mit dieser Aussage zufrieden sein, es sei nicht schlimm einen ks zu machen. Einfach daher, das es eine große Operation ist.


Nur weil es ein Eingriff ist, ist es doch nicht schlimm


Zitat:
Ich habe letzte Woche erst wieder einen KS im TV erlebt und mit Tränen in den Augen gesehen, wie das arme Menschenbündel bei Kälte, Lautstärke, piependen Geräten und gleißendem Licht aus seinem eben noch warmen, behutsamen, ruhigen, dunklen Zuhause gerissen wurde, um sich dann noch nicht mal bei Mama beruhigen zu können, sondern in fremde Hände gegeben wurde


Das erklärt die Sache mit ganz gut. Hat eine andere Mami auf Seite 3 geschrieben.

Das Kind hat keine Möglichkeit sich darauf vorzubereiten.
Es wird einfach wirklich dem Bauch entrissen.
Und oft haben sie Anpassungsschwierigkeiten.

Es kann auch alles ganz toll sein. Aber für das Kind ist es nicht toll.
Ja, Mami kann sich darauf vorbereiten. Weiß ganz genau wann es passiert bei WKS. Alles super. Aber das Kind eben nicht.

Und ein Eingriff birgt nun mal Risiken und Gefahren, die einfach nun mal weit aus höher sind, als bei einer normalen Geburt. Das verdrängen nur gerne sehr viele.

Ja, eine normale Geburt kann auch Folgen haben. Und traumatisch sein, aber dies ist eher weniger vom Prozentsatz, als einfach ein KS.
Wo der bauch erst geschnitten wird und dann gerissen wird und so weiter....
zuckerlie
15684 Beiträge
27.04.2016 08:47
Ich hatte zwei geplante KS und vor allem den meiner Tochter fand ich wunderschön. Alle meine Kinder hatten keine Anpassunsstörungen. Es geht so und so und vor allem geplante KS laufen meist sehr reibungslos, da sie völlig stressfrei sind. Das ist ja hier, wie wenn man sagt, weil im Fernsehen nur geprellte Hausbauer zu sehen sind, dass es unmöglich ist reibungslos ein Haus bauen zu lassen...
zuckerlie
15684 Beiträge
27.04.2016 09:05
Noch was, was mir sauer aufstößt ist nicht, dass die TS KS kacke findet, sondern diese gerne per se für die Allgemeinheit verteufelt sehen will.

Eine OP ist es, diese birgt Risiken, ebenso die Narkose. Dennoch so pauschal hier die Negativbeispiele hoch zu heben und Bindungsprobleme per se zu Feld zu führen.. als müsste man als KS Mutter bitte vor dem KS schon mal 3 Tage weinen, weil man so etwas schreckliches Vorhat und nach dem KS ist es generell so, dass alles total sch.. ist, für Mutter und Kinder... Das ist total fies.

Wie soll sich eine Mutter fühlen, die hier liest und dann vielleicht nicht mal die Wahl hat, weil es medizinisch induziert ist, dass sie einen KS braucht? Die fühlt sich dann nämlich am elendsten und als Versagerin. Die die wirklich einen WKS wählen, wird der Thread hier glaub ich kaum tangieren.

Warum schreibe ich das? Ich hatte bei meinen Jungs ja einen KS, weils nicht anders ging und so ein Thread wie dieser hätte mir da echt nicht weiter geholfen, gerade solche Worte wie hier, das vehemente Pochen auf die Schrecklichkeit des KS und das das eh alles gestört ist, verunsichern noch mehr.

Sachliche Aufklärung wäre ok, aber die ist hier im Thread kaum zu finden. Die bekommt man aber glücklicherweise im KH.
Marf
30415 Beiträge
27.04.2016 09:19
Mein Mädel verschlief ihre Geburt.....
Diese Behauptung ,es wäre für das Kind schlimm ist doch nun nur ein Ausweichen.
..bei vaginalen kann es ebenso zu Komplikationen kommen die sich verheerend auf das Kind auswirken.....
Man ist nicht besser weil man gepresst hat!

Und ob ich mich dafür entscheide ist mein Ding.Wenn ich vor Narkosen usw. Angst habe ist es klar,das ein KS abschreckend wirkt.Jedoch gibt es auch Menschen die in die Medizin Vertrauen haben,selbst bei der vaginalen bin ich dieser quasi 'Ausgeliefert' durch den Arzt .

Bei einem geplanten KS lernt man,im besten Fall,vorher das Team kennen.Den Anästhesisten,die Hebi,den Operateur....die machen auch die Beratungen vorher....ich kann komplett mitentscheiden.Das ist mir bei einer Gallenop oder der Wurzelbehandlung kaum vergönnt.( ich will auch blöde Vergleiche machen dürfen)
Man kann Musik hören,das Licht kann gedämmt sein....es ist keine normale Bauchop....da wird ein Kind geboren.
Obsidian
15967 Beiträge
27.04.2016 09:28
Zitat von zuckerlie:

Noch was, was mir sauer aufstößt ist nicht, dass die TS KS kacke findet, sondern diese gerne per se für die Allgemeinheit verteufelt sehen will.


Ja, sie hat offenbar eine sehr schlimme Erfahrung gemacht und neigt nun dazu, diese zu verallgemeinern. Das ist nicht schön aber verständlich. Wie viele Frauen hier hatten eine unglückliche Geburt im Krankenhaus und verurteilen danach Krankenhausgeburten allgemein....
Ich als Kaiserschnittmama fühle mich allerdings nicht angegriffen, muss ich sagen. Ich hatte sofort Bindung, keinerlei psychische Nachwirkungen...ich seh ja an meiner Realität, dass ihre Realität nicht allgemeingültig ist.

Sehr unangenehm aufgefallen ist mir eher Marlens Beitrag.

Nichtsdestotrotz ist ein KS eine OP, bei der viele und tiefe Strukturen durchtrennt werden und sollte, wie Manveri es vorgeschlagen hat, zu formulieren, nicht verharmlost werden.
27.04.2016 09:31
Zitat von StilleWasser:

Ich persönlich kann auch nicht verstehen warum jemand sich "einfach mal so" den Bauch aufschneiden lässt freiwillig wenn es gar nicht sein müsste - ich find halt ne OP mach ich nur dann wenn es absolut keine andere Möglichkeit gibt und sie unumgänglich ist weil jede noch so kleine Routine OP Risiken birgt und sowas würd ich niemals freiwillig mir antun.

Ich würde durchdrehen wenn ich den Ärzten dort ausgeliefert bin und sie in der Hand haben ob ich lebe oder sterbe, ich finde diese Vorstellung grausam das ich nicht selber machen kann und selber verantwortlich bin sondern mich drauf verlassen muss das die Ärzte heute eh keinen Pfusch bauen und ich heil da wieder rauskomme.

Ich finde man kann so tolle normale Geburten haben wenn man sich drauf einlässt - auch vollkommen ohne Verletzungen oder ähnliches - da probier ich das doch und lass mich nicht von Vornherein aufschneiden.


man kann - muss aber nicht! Das selbe Prinzip trifft auch auf einen KS zu. Auch die Frauen die einen WKS haben und sich voll darauf einlassen können diese Situation im nachhinein als Horror erlebt haben.

Ich z.b. habe ich voll auf die spontane Geburt eingelassen, habe bis zuletzt mit der Hebamme gescherzt. Auch die Tatsache das ich eingeleitet wurde schreckte mich nicht ab obwohl man soviele Horrorstorys darüber hört, denn jede Geburt läuft anders. Und obwohl ich mich voll darauf eingelassen hatte was es das schlimmste Erlebnis meines Lebens und noch nie habe ich mich so hilflos und ausgeliefert gefühlt wie dort im Kreißssaal. Ich habe gefleht mir was für die schmerzen zu geben - wurde ignoriert. Ich wurde mit gewalt auf den Rücken gepresst obwohl ich in der position große schmerzen hatte. Ich habe mit nachdruck (und mein mann auch) gesagt ich möchte nicht geschnitten werden - wurde ignoriert und dann noch während einer wehenpause geschnitten, weißt du was das für schmerzen waren?

Man sollte nie urteilen wenn man die Geschichten nicht kennt und mann muss die Entscheidungen die andere treffen nicht gut finden aber man sollte sie zumindet tolerieren und akzeptieren ohne die entscheidung dabei in frage zu stellen
Jadaflo
78064 Beiträge
27.04.2016 09:35
ich hatte zwei kaiserschnitte
1. 30 woche notkaiserschnitt................. hab ich heute punktuell noch was von
aber eher die geschichte drum herum
der kaiserschnitt ansich hat mir und meiner tochter das leben gerettet

2. 16,5 monate später
geplant auf grund der vorgeschichte........... spinal............ er war super........... ich hatte die maus sofort

ich kann niemanden zu irgendwas raten

ja heute habe ich mal so gedanken warum hab ich nie ne normale geburt erleben dürfen oder so
dann gucke ich auf die zeit zurück und auf meine töchter
und weiss es ist alles richtig wie wir es gemacht haben oder wie es gelaufen ist
27.04.2016 09:35
Ich weiß, was du meinst, liebe TS. Ich würde einen KS auch nicht als "nicht schlimm" empfinden. Allein der Gedanke, dass mein Bauch aufgeschnitten wird...
Respekt an die, die das auch freiwillig gemacht haben. Ich hätte das nicht gekonnt.

Habe mich über vaginale Geburt und KS informiert und für mich war definitiv klar, wenn es möglich ist, möchte ich meine Zwillinge spontan entbinden. Was zum Glück auch geklappt hat.

27.04.2016 10:09
Zitat von Mamtam:

Zitat von mrs.sophie:

Zitat von Mamtam:

Wo ist eigentlich Trrrrrrrr? (Insider)


Immerhin eine, die weiß, was/wen ich meine.
Lange keine Statistik mehr gelesen
sternchen0284
3424 Beiträge
27.04.2016 10:37
Zitat von Jazz92:

Und noch einmal

Ich verabscheue keine entscheidung, wie man sein kind auf die welt bringen möchte. Natürlich kann das jeder selber entscheiden!!!!!!!!


Ich kann nur nicht mit dieser Aussage zufrieden sein, es sei nicht schlimm einen ks zu machen. Einfach daher, das es eine große Operation ist.

Sei damit zufrieden oder nicht, bei manchen inkl mir is es NICHT schlimm gewesen. Ob du es nun glaubst oder nicht is deine Sache.
Ich würde zur jeder Zeit nen ks einer spontangeburt vorziehen. Warum kannst in meinen letzten Post nachlesen.
Akzeptieren muss du es dennoch das sich Frauen nen ks lieber wollen allein schon von vielen vorgeschickten.
Mamtam
4965 Beiträge
27.04.2016 10:50
Zitat von Adara:

Zitat von Mamtam:

Zitat von mrs.sophie:

Zitat von Mamtam:

Wo ist eigentlich Trrrrrrrr? (Insider)


Immerhin eine, die weiß, was/wen ich meine.
Lange keine Statistik mehr gelesen
Das stimmt wohl.

***

Ich will mich auch mal noch kurz zum Thema äußern als Mami, die einen Not-KS und zwei geplante KS hatte.

Natürlich ist ein KS eine OP, die man auch als "nicht so schlimm" erlebt beschreiben kann. Würde ich persönlich für meine drei Geburten ebenfalls so sagen. Sicherlich ist dies mit Risiken verbunden, allerdings wird man über diese auch aufgeklärt, zumindest bei einem geplanten ausführlich, wenn es schnell gehen muss (Not-KS) eben nur im Schnelldurchlauf.

Bei meinem Ältesten ging ich von einer spontanen Geburt aus, was ja dann so nicht passierte. Und da muss ich mal sagen, dass man in der Regel NICHT über die Risiken und Spätfolgen einer Spontangeburt aufgeklärt wird. Ob das nun gut oder schlecht ist, erlaube ich mir nicht zu beurteilen, letztlich ist der vaginale Weg nun mal der von der Natur vorgesehene.

Jede Frau, die vor einer Geburt steht, sollte sich meiner Meinung nach - auch wenn sie spontan entbinden möchte - über den KS informieren und eventuell auch Fragen mit dem/der FA besprechen. Ich denke, dass es dann leichter zu verkraften ist, wenn es ungeplant zu einem KS kommen sollte. Ich denke, dass manche Frauen auch traumatisiert aus einer Schnittentbindung gehen, weil sie den KS ÜBERHAUPT NICHT auf dem Schirm hatten. Aber wie gesagt, ist nur meine persönliche Ansicht.

Frech - mit Verlaub - finde ich es, wenn generell den Müttern mit KS-Geburt eine mangelnde Bindung zu ihrem Kind unterstellt wird. Ich habe ja nun drei Kinder per KS bekommen und ich hatte jedesmal sofort eine gute Bindung zu meinen Kindern. Wer solche Bindungs-Geschichten verbreitet, sollte sich doch bitte klar machen, dass es auch Probleme mit der Bindung gibt bei Müttern, die ihr Baby spontan geboren haben. Da sollte man sich generell vielleicht mal mit Korrelation und Kausalität auseinandersetzen.

Meinen Kindern ging es nach den KS allen gut, sie hatten keine Anpassungsschwierigkeiten, waren keine Schreikinder und insgesamt als Babys und Kleinkinder eher ausgeglichen. Sogar meine Jüngste, die leider beim KS geschnitten wurde.

Zum Thema aus dem Bauch gerissen, plötzlich und unvermittelt. Tja, wer sagt denn, dass es für ein Baby sooo toll ist, durch einen sehr engen Geburtskanal gequetscht zu werden? Ich denke auch da kann - insbesondere bei schweren, langen Geburtsverläufen - beim Kind "was hängen bleiben" - oder eben auch nicht. Saugglocke, Zange, Kristellern - das ist auch nicht so ohne, nicht nur für die Mutter, sondern auch für das Kind.

Von eigenen Erfahrungen auf die Erfahrungen aller zu schließen, funktioniert nicht. Keine Geburt ist wie die andere, kein KS wie der andere (oh ja, das weiß ICH ganz genau, hab ja auch Erfahrungen bei meinen Geburten gesammelt, auf die könnte ich verzichten, siehe bspw weiter oben geschrieben ...)

Bei solchen emotionalen Themen fällt es leider vielen schwer, differenziert zu denken und zu diskutieren. Verstehe ich ein Stück weit auch, vielleicht wäre es aber hilfreich bei sich selbst zu schauen, was man selbst noch verarbeiten muss, um anderen Frauen ihren Weg zu gönnen/zu gewähren, ohne selbst dabei schlechte Gefühle/Gedanken haben zu müssen.

Sorry, wenn meine Gedanken nicht sonderlich sortiert sind, ich hab keine Zeit gerade, eigentlich, und so, wollte es aber loswerden.
wolkenschaf
12073 Beiträge
27.04.2016 11:15
Ich finde dieses vehemente gegeneinander Stellen von Vaginaler Geburt und Kaiserschnitt ja immer sehr befremdlich. Für mich sind es eben zwei verschiedene Wege sein Kind auf die Welt zu bringen. Für die eine Frau und ihr Kind ist eben Variante A besser, für die andere Variante B.
Man ist doch im Endeffekt keine bessere oder schlechtere Mutter, weil man das Kind unter Schmerzen aus sich heraus gepresst hat oder weil man es hat raus schneiden lassen.
Beide Varianten beinhalten Risiken, beide können traumatisierend oder wunderschön sein, beide können Angst machen und vor allem haben beide dasselbe Ergebnis. Am Ende zählt doch eigentlich nur, dass das Kind da ist, hoffentlich gesund und die Mutter im Idealfall mit sich und der Geburt im reinen ist.
Der erhobene Zeigefinger und ein "wie kannst du nur" hilft da sicher keinem weiter, egal in welche Richtung...
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