Mütter- und Schwangerenforum

Muss es mir von der Seele schreiben... Schreibaby/schwieriger Start - jetzt wo es aufwärts geht bin ich ein Wrack!

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matsmama2014
9 Beiträge
22.10.2014 12:53
Ich möchte ungern in Mutter-Kind-Kur gehen, da ich ja ab Dez. einen Betreuungsplatz habe und einen Tag wieder arbeiten gehen werde.

Ausserdem bin ich ja eigentlich kaum noch traurig, mehr schlaflos / nervös / angespannt...
Sommerkind
9169 Beiträge
22.10.2014 13:16
Zitat von matsmama2014:

Ich möchte ungern in Mutter-Kind-Kur gehen, da ich ja ab Dez. einen Betreuungsplatz habe und einen Tag wieder arbeiten gehen werde.

Ausserdem bin ich ja eigentlich kaum noch traurig, mehr schlaflos / nervös / angespannt...

Auch das sind typische Symptome einer Depression, mir ging es genauso. Leidest du auch unter frühem Erwachen inkl. Angst vor dem Tag und/oder Gedankenkreisen?
ChrissiBabe
1291 Beiträge
23.10.2014 10:04
Liebe Matsmama,

ich musste fast 1,5 Jahre auf meine Maus warten, da ich nicht schwanger wurde. Wir waren am Ende sogar in einer Kinderwunschpraxis, haben alles mögliche untersuchen lassen und alles drehte sich irgendwann noch um meinen unerfüllten Wunsch. Dann wurde ich ENDLICH schwanger. Ich hatte eine Traumschwangerschaft, Geburt war OK und Anna war süß und das absolute Gegenteil von einem Schreibaby... Meine Maus hat max. 10 Minuten am Tag geschrien und jeder hat mich beneidet um mein unkompliziertes Baby.

Und trotzdem war es - trotz vieler Glücksmomente - eine schwere Zeit und ich gucke selbst im Nachhinein nicht sehr positiv auf die Zeit nach der Geburt zurück... meine Beziehung war sehr angespannt (wir hatten beide Probleme mit der "Umstellung", ich vermisste meinen Job SEHR und kam einfach nicht richtig an im Mutterdasein. Krabbelgruppen mit Müttern, die die ganze Zeit nur über Babys reden, haben mich nicht erfüllt (obwohl ich oft dahin gegangen bin, um auf jeden Fall etwas zu machen). Die Zufriedenheit anderer Mütter mit dem Zuhaussein hat mich außerdem weiter unter Druck gesetzt.

Nicht jeder ist als "Supermutti" geboren, mir ist es schwer gefallen, das bei mir zu akzeptieren. Gut tat mir zu hören, dass einige andere (z.B. auch meine eigene Mutter, die die beste Mami der Welt war/ist!!!) das ähnlich empfinden (deshalb schreibe ich Dir das hier nun auch ). Es gab aber so viele Freundinen um mich herum, deren Erfüllung einzig und allein das Baby war. Das war bei mir trotz der langen Warterei auf das Kind einfach nicht so. Ich habe lange deshalb an mir gezweifelt.

Dein Kind wird langsam älter und Du wirst merken, dass - wenn Du willst - in den nächsten Monaten wieder viel von Deinem alten Leben zurück kommt. Anna ist ab 2-3 Monate jede Woche für 1-2 Stunden im Fitnessstudio in die Babybetreuung gegangen, während ich einen Kurs gemacht habe. Ich hatte/habe jede Woche 1-2 freie Abende, die ich wirklich nutze für Sport, Freundinnen, etc.. Am Wochenenede teilen wir uns die Kleine mal und jeder hat - an den meisten WE - einen freien Vormittag. Dann hat mir mein Job sehr geholfen. Anna ist mit 10 Monaten in die Krippe und ab 11 Monate habe ich wieder gearbeitet. Von da an ging es bergauf und heute liebe ich das Mutterdasein... Heute arbeite ich bis 15 Uhr, habe einen spannenden Job und genieße danach jede Minute mit meiner Maus.

Wenn Ihr Großeltern in der Nähe habt (hatten wir leider nicht), könnten die regelmäßig aufpassen und Du kannst Dich einem Hobby widmen (ich habe z.B. viel Sport gemacht während der Elternzeit). Schaffe Dir "Inseln" (so habe ich das immer genannt). Wenn Du eine kurze oder längere Zeit von Deinem Baby getrennt ist, tankst Du Kraft, freust Du Dich wahnsinnig und genießt die Zeit danach umso mehr.

Und denke daran: Dein Baby ist am glücklichsten, wenn es Dir auch gut gut. Deshalb habe kein schlechtes Gewissen, wenn Du mal ein paar Stunden etwas für Dich machst, das Baby eine Flashe statt die Brust kriegt, etc.

Falls dies für Dich nicht funktioniert, finde ich es super, wenn Du Dir "professionelle" Hilfe holst... es gibt auch wirkliche Depressionen, bei denen die oben beschriebenen "Freiheiten" natürlich nicht helfen. Ich bin mir aber nicht sicher, ob das bei Dir der Fall ist. Aber wenn dem so ist, solltet Ihr das nicht alleine lösen müssen...

Ich wünsche Dir alles Gute!

P.S. Wir hibbeln derzeit auf Baby Nr. 2, welches mal wieder auf sich warten lässt. Das nächste Mal plane ich früher (mit ca. 6 Monaten), dann aber weniger zu arbeiten... Ein Jahr zu Hause sein kann ich mir nicht mehr vorstellen!!!
matsmama2014
9 Beiträge
23.10.2014 10:29
Hallo ChrissieBabe

Danke für die tollen mutmachenden Worte! Ich habe ja vor ab Dezember 1 Tag wieder zu arbeiten. Leider mache ich mir immer um alles ziemlich Gedanken (war schon immer so...) daher ist die Freude relativ getrübt. Klappt alles bei der Tagesmutter, etc...

Ich versuche mir hin und wieder Auszeiten zu nehmen, habe aber immer im Hinterkopf, was wohl Zuhause los ist. Mein Mann ist ein toller Papa, aber auch er ist mit Mats´ Schreiattacken ziemlich überfordert. Er hat diese Attacken ab und an halt noch und ich habe dann immer gleich Angst, dass mein Mann die Geduld verliert. Damit meine ich insbesondere das Vertrauen in sich selbst immer wieder erschüttert wird, durch das "nicht trösten können", etc. Hast Du da viell. auch noch einen Tipp?

Drücke Euch die Daumen, dass es bald klappt mit Baby Nr. 2
(Unserer bleibt nach den Erfahrungen bestimmt ein Einzelkind )

LG

ChrissiBabe
1291 Beiträge
23.10.2014 11:37
Das mit den Einzelkind wirst Du wahrscheinlich in 1-2 Jahren ganz anders sehen Bin ich mir fast sicher!!

Meine Maus war wie gesagt kein Schreikind und ich kann nicht beurteilen wie sich das anfühlt... Das mal vorausgesagt... Aber ich denke ehrlich gesagt nicht, dass das das wirkliche Problem ist (ohne mir das anmaßen zu wollen ). Meine Schwester hatte ein ein Schreikind par excelence (es gab auch Komplikationen und meine Nichte wurde 6 Wochen zu früh geboren). Sie war trotzdem, wie ich fand, sehr entspannt und hatte keine Probleme, das Kind ihrem Mann und unseren Eltern abzugeben. Sie hat immer gesagt: "Wenn es brüllen muss, dann brüllt es halt. Es brüllt bei mir ja genauso." Sie war da sogar vieeel entspannter als ich!!! Ihr war es einfach wichtig, auch mal Zeit für sich zu haben. Ich finde das eine sehr gesunde Einstellung. Ich denke fast, da ist der Hase begraben.... Du möchtest einerseits mehr Zeit für Dich und andererseits tust Du Dich vielleicht einfach schwer, das Kind bei jemand anderem zu lassen. So ging es mir auch zeitweise Ich kenne viele andere Mütter, die das auch bei "einfachen" Babys so empfinden.

Gab es denn schon Situationen, wo Dein Mann wirklich überfordert war und die Geduld verloren hat? Hast Du einen begründeten Anlass das zu befürchten? Ihr könntet ja klare Regeln ausmachen... Du bleibst in einer Erreichbarkeit von 15-20 Minuten und wenn das Kind sich länger als XX Minuten nicht beruhigen lässt, kommst Du sofort zurück. Das könnt Ihr dann nach und nach ausbauen. Bitte bedenke auch, dass die Tatsache, dass Dein Mann alleine mit schweirigen Situationen fertig wird, seine Bindung zu der Maus stärken wird und er nachher ganz stolz sein wird!

Heute ist meine Nichte übrigens ein total entspanntes, pflegeleichtes Kind (etwa ein Jahr alt)... (und ich muss ständig meinem Wirbelwind mit einem Trotzkopf so groß wie ein Heißluftballon hinter her laufen.... )Das Schreien hat sich irgendwann gelegt und die Eingewöhnung bei der TaMu war total komplikationslos.
27.10.2014 20:47
Hallo!Als Erstes...Ich kann dich sooooo gut verstehen.Meine Tochter hat die ersten 3 Monate fast auch nur gebrüllt.Ich war oft so verzweifelt dass ich nur noch geheult habe.Ich war völlig fertig.Mein Mann hat mir versucht Trost zu spenden was nur bedingt geholfen hatte.Ich hatte an manchen Tagen richtig Horror davor wenn ich sie geweckt habe zum Stillen dass sie wieder nur schreit.Es war immer unterschiedlich und von der Situation abhängig.Teilweise hatte ich mich auch mit meinem Mann gezofft,es war nicht einfach.Wie dein Baby sein wird wenn es sich dreht oder einen neuen Entwicklungsschritt vollzieht,kann dir keiner beantworten.Meine Maus war vorher teilweise sehr unruhig.Hat dann viel geweint.Nach einer Woche war der Spuk vorbei und sie drehte sich plötzlich.Dieses Verhalten hat sich immer wieder bestätigt wenn der nächste große Meilenstein in Anmarsch war.Mittlerweile weiß ich wie sie "tickt".Und kann mich dementsprechend darauf einstellen.Verlier nicht den Mut.Es werden immer wieder Situationen kommen die dich an deine Grenze bringen können.Denk an die schönen Stunden.Das erste Lachen was er dir geschenkt hat oder an den Moment wo er sich das erste Mal dazu entschieden hat seinen Kopf zu heben.Das sind wichtige Momente die sich bei mir eingeprägt haben und mir halfen damit umzugehen.Und meine Krabbelgruppe.Es tat gut einfach mal raus zu gehen und mich mit anderen Müttern zu unterhalten.Es tut unheimlich gut zu wissen dass man nicht allein ist.Es geht vielen Müttern so.Kein Kind ist nicht irgendwann mal anstrengend.Wer das behauptet der lügt.Ich drück sich gaaaaaanz fest.Du meisterst die Siruation so toll.Du kannst stolz sein dass Du so gut durchgehalten hast.Es wird auch wieder bessere Zeit kommen.LG kleiner Liebling
carolein82
10161 Beiträge
27.10.2014 21:45
Juhuu, endlich mal Mütter, die in meiner Welt leben. Ich hab jetzt das 2. Kind von der Sorte zuhause. Und echt das volle Programm hier: pucken, tragen, dauerstillen, Apps mit Fön- und Mutterleibsgeräuschen.
Beim 1. Kind ist man fassungslos und versinkt in Selbstmitleid. Beim 2. weiß man, dass es vorbeigeht. Und nimmt das Elend nicht ganz so ernst.
Ich weiß also genau wie du dich fühlst, aber deine Erschôpfungszustände sind mir fremd! Ich finde gut, dass du dir Hilfe holst und demnächst auch wieder arbeiten gehst. Achte auf dich. Alles Gute!
matsmama2014
9 Beiträge
28.10.2014 08:54
Danke Ihr Lieben!

Das Problem an Krabbelgruppen & Co. ist, dass ich immer noch nicht weiß, wie, wann die besten Zeiten zum Rausgehen sind.

Was mir hilft ist Zeit mit einer guten Freundin mit gleich altem Baby zu verbringen. Leider fällt mir Zuhause so sehr die Decke auf den Kopf, dass ich am Liebsten unterwegs mit ihr oder bei Ihr Zuhause bin.

Dann weiß ich aber immer nicht wie er schläft, etc. - es ist einfach alles ein Chaos und einziger Brei. Bin echt überfordert. Aber ich habe noch Hoffnung, dass alles gut wird.

Was feststeht ist, dass er ab Dezember zu einer lieben Tagesmutter kommt, Dienstags für 5 Stunden und Donnerstags den ganzen Tag. Dann habe ich wieder etwas mehr Zeit für mich und kann wie gesagt Do. wieder arbeiten.

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