Mütter- und Schwangerenforum

Einstieg nach langer Elternzeit

Gehe zu Seite:
sabea
1216 Beiträge
11.01.2019 12:20
Ich persönlich hätte nur ein Jahr Elternzeit und bin dann Vollzeit wieder eingestiegen, habe aber von Justiz in den öffentlichen Dienst gewechselt und fand es nach einem Jahr schon sehr schwer, mich im Berufsleben wieder einzufinden.
Eine Freundin von mir ist nach 6 Jahren (2x Elternzeit) wieder eingestiegen und hat jetzt nach 2 Jahren noch Probleme, bekommt weniger Geld und ihr bleibt auch der Großteil vom Haushalt
Problematisch ist es halt, wenn Frau ein anderes Verständnis von Sauberkeit und Ordnung hat, als der Mann. Da muss man dann drüber stehen und ihn machen lassen, wie er meint.

Wir arbeiten beide Vollzeit, wobei mein Mann oft unterwegs ist und auch mal im Home Office arbeitet. Da erledigt er dann öfter mal etwas im Haushalt. Ansonsten mache eher ich den Haushalt und er geht in der Zwischenzeit mit dem Zwerg einkaufen und Müll wegbringen. Alles eine Frage der Organisation. Aber ich finde die Idee mit der Putzfrau für dich auch gar nicht schlecht. Teilzeit und dann keinen Haushalt mehr schmeißen hat ja was.

(Ich bin dafür leider zu geizig und mag auch keine Fremden im Haus haben, aber wenn man nicht so neurotisch ist, ist es bestimmt ne tolle Sache.)
Senami3
1031 Beiträge
11.01.2019 12:24
Wir hatten in den Elternzeit 7/7 Monate - der andere jeweils Vollzeit.

Lief prima Ich habe noch die Wäsche gewaschen, alles andere egal ob Organisation von Arzttermin, bügeln, kochen, putzen o.ä. hat er übernommen. Im Grunde hat er mehr gemacht als ich in der Elternzeit, da ich mich zum Beispiel noch nie um Auto/It/Steuererklärung gekümmert habe, seitdem ich mit ihm zusammen bin.

Er ist einfach der weltbeste Ehemann (oder zumindest seeeeehrrr nahe dran ).
Viala
9479 Beiträge
11.01.2019 12:27
Zitat von ChrissiBabe:

Zitat von Viala:

Zitat von ChrissiBabe:

Hallo Viliala,

so ganz verstehe ich das nicht... hast Du ein konkretes Stellenangebot? Wieso wollte Ihr gleich einen kompletten Rollentausch machen? Könntest Ihr nicht beide oder zumindest Du zunächst in Teilzeit arbeiten? Ist es denn wahrscheinlich, dass Du nach so langer Babypause mind. das gleiche Gehalt erzielen würdest als Dein Mann (denn sonst würde es ja keinen Sinn machen, wenn Du eigentlich glücklich so bist, wie es derzeit ist)?


Nein, ich hasse nur Haushalt machen
Mein Mann ist halt Bäckermeister. Wenn wir beide Arbeiten gehen, selbst wenn ich nur halbtags gehen würde... würde das bedeuten, dass wir uns nur noch die Klinke in die Hand geben... ich gebe morgens die Kinder ab, er holt sie mittags ab (ganztags kommt für uns nicht in Frage) und muss dann abends schon um 8 ins Bett, weil er um 3 wieder hoch muss.
Das würde sicher gehen für eine begrenzte Zeit... aber auf Dauer wollen wir das beide nicht.
Ich in Teilzeit würde uns zwar mehr Geld einbringen (was es nicht braucht, wir kommen gut klar), aber auch einen großen Batzen mehr Stress... mehr Organisation, weniger gemeinsame Zeit... und ist in den nächsten 2 Jahren definitiv keine Option.


Hmm... aber macht Dein Mann den Haushalt wirklich gerne? Und möchte er dafür seinen Job aufgeben? (Angesichts der Arbeitszeiten könnte ich das allerdings schon verstehen ) Es würde ja nur Sinn machen, wenn er sich wirklich verändern wollte und bereit wäre, den Haushalt zu übernehmen. Sonst ist er irgendwann gelangweilt und Du hast einen Vollzeitjob + Haushalt.

Ich weiß nicht, was genau Dein Beruf ist. Wie wäre es, wenn Du einfach ein paar Stunden die Wochen vormittags arbeitest und Dir von dem Geld eine Putzfrau leistest? Ich kann Dich SEHR gut verstehen. Wir haben einmal die Woche vier Stunden eine Putzfrau für die Grundreinigung - und dann ist eigentlich nicht mehr soooo viel zu tun. Jeden Tag vielleicht noch ein halbes Stündchen oder ein Stündchen würde ich schätzen.

Nein, das ist derzeit keine Option für uns.
Aber ja, laut eigener aussage würde er gerne tauschen
Viala
9479 Beiträge
11.01.2019 12:44
Zitat von Seramonchen:

Zitat von Viala:

Zitat von Seramonchen:

Wir haben hier den Rollentausch. Hast du konkrete Fragen dazu?
Naja, wie habt ihr zb den Tausch gestaltet.
Hier ist es so, dass seine Arbeit enorm sicher ist. Die Chance, dass er plötzlich auf der Straße sitzt ist so gering... Wenn ich eine Stelle gefunden habe, habe ich unter garantie erstmal Probezeit... also 6 Monate keine Garantie, dass der Job danach bleibt. Sprich, wir müssten die Zeit doppelt ran (haben ja ein Haus und Kinder, da kann und will ich kein Risiko eingehen).
Wie habt ihr das Gelöst?


Also wir waren erst beide fest angestellt in Vollzeit, dann habe ich mich selbstständig gemacht und mein Mann weiter Vollzeit gearbeitet. In der Zeit habe ich zu hause gearbeitet, mich um Kind und Haushalt und Hund gekümmert. Als wir gemerkt haben, dass es bei uns gut lief und mein Mann immer unzufriedener wurde und sich die Schnuppe angekündigt hat, hat er gekündigt und erst einmal drei Jahre komplett alles zu Hause übernommen. Haushalt, Einkauf, kochen, Kinder. Jetzt studiert er nebenbei, ich bin aber noch immer Alleinverdiener und er bringt die Schnuppe früh weg, holt sie ab, macht nach wie vor Haushalt und Einkauf und nimmt mir den Kleinen öfter ab, damit ihc arbeiten kann.
Ah ok, aber da hattet ihr anfangs nur die große, richtig? Aber auch kein hals-über-kopf-wechsel von heut auf morgen.
Poca
40999 Beiträge
11.01.2019 12:45
Die Idee mit der Elternzeit finde ich nicht schlecht. Dafür braucht er aber vermutlich die Zustimmung von Chef und er bekommt kein Gekd.
Aber du sagst ja, dass würde passen.

Man darf doch pro Kind 3 Jahre Elternzeit nehmen.
Seramonchen
36616 Beiträge
11.01.2019 12:48
Zitat von Viala:

Zitat von Seramonchen:

Zitat von Viala:

Zitat von Seramonchen:

Wir haben hier den Rollentausch. Hast du konkrete Fragen dazu?
Naja, wie habt ihr zb den Tausch gestaltet.
Hier ist es so, dass seine Arbeit enorm sicher ist. Die Chance, dass er plötzlich auf der Straße sitzt ist so gering... Wenn ich eine Stelle gefunden habe, habe ich unter garantie erstmal Probezeit... also 6 Monate keine Garantie, dass der Job danach bleibt. Sprich, wir müssten die Zeit doppelt ran (haben ja ein Haus und Kinder, da kann und will ich kein Risiko eingehen).
Wie habt ihr das Gelöst?


Also wir waren erst beide fest angestellt in Vollzeit, dann habe ich mich selbstständig gemacht und mein Mann weiter Vollzeit gearbeitet. In der Zeit habe ich zu hause gearbeitet, mich um Kind und Haushalt und Hund gekümmert. Als wir gemerkt haben, dass es bei uns gut lief und mein Mann immer unzufriedener wurde und sich die Schnuppe angekündigt hat, hat er gekündigt und erst einmal drei Jahre komplett alles zu Hause übernommen. Haushalt, Einkauf, kochen, Kinder. Jetzt studiert er nebenbei, ich bin aber noch immer Alleinverdiener und er bringt die Schnuppe früh weg, holt sie ab, macht nach wie vor Haushalt und Einkauf und nimmt mir den Kleinen öfter ab, damit ihc arbeiten kann.
Ah ok, aber da hattet ihr anfangs nur die große, richtig? Aber auch kein hals-über-kopf-wechsel von heut auf morgen.

ja nur die Große. als er aufgehört hat, war aber dann die Kleine auch da.

Nein, dafür sind wir nicht die Menschen. Wir brauchen eine gewisse Sicherheit, auch wenn wir die ja irgendwie aufgegeben haben.
cogito_ergo_sum
468 Beiträge
11.01.2019 19:56
Zitat von Viala:

Zitat von cogito_ergo_sum:

Zitat von Viala:

Zitat von Seramonchen:

Wir haben hier den Rollentausch. Hast du konkrete Fragen dazu?
Naja, wie habt ihr zb den Tausch gestaltet.
Hier ist es so, dass seine Arbeit enorm sicher ist. Die Chance, dass er plötzlich auf der Straße sitzt ist so gering... Wenn ich eine Stelle gefunden habe, habe ich unter garantie erstmal Probezeit... also 6 Monate keine Garantie, dass der Job danach bleibt. Sprich, wir müssten die Zeit doppelt ran (haben ja ein Haus und Kinder, da kann und will ich kein Risiko eingehen).
Wie habt ihr das Gelöst?

Ich spring hier nur schnell rein: wäre es nicht irgendwie möglich, dass Dein Mann ein Sabbatical macht? Oder wäre sogar noch Elternzeit möglich?
Ein was?
Elternzeit hat er für jedes Kind 2 Monate gemacht.
Ich hab ja schon überlegt, ob er nicht 1-2 Tage in der Woche seinem Chef erhalten bleiben kann, als sicherungsleine... nur abklären tun wir sowas natürlich auch erst, wenn es konkret wird... normalerweise ist sein Chef da auch sehr Familienorientiert.

Eine Auszeit, in der man entweder kein Geld oder weniger (dann arbeitet man vorher schon für weniger Geld) bekommt; danach fängt man einfach wieder an - viele Arbeitgeber unterstützen das heute...
Lockenlicht
4835 Beiträge
14.01.2019 20:08
Huhu

Ich kann nicht so richtig mitreden, weil ich letzendlich nie richtige Elternzeit gemacht habe (hätte ich mir finanziell nicht leisten können) berichte aber trotzdem mal kurz von meinen Erfahrungen. Also ich habe erst eine Ausbildung zur MFA gemacht und währenddessen meinen großen Sohn bekommen. Ich habe damals keine Elternzeit genommen, weil das meine Ausbildung verlängert hätte. Danach zwei Jahre in dem Beruf gearbeitet und dann wurde mir klar, dass die Arbeitszeiten mit Kindern kaum machbar sind.
Dann wurde ich mit meinem zweiten Sohn schwanger und habe kurz nachdem er geboren wurde, mein Studium der Sozialen Arbeit begonnen. Das war dann mehr oder weniger während der Elternzeit.

Nach dem Studium habe ich eine Stelle bei einem tollen Arbeitgeber begonnen, wo ich auch heute noch arbeite.
Aber ich hatte die gesamte Zeit über immer ein schlechtes Gewissen, dass die Kids zu kurz kommen. Ständig der Druck und Stress. Morgens war es die Hölle, da ich immer die Uhr im Blick hatte und die Kinder oft hetzen musste, damit ich pünktlich an der Arbeit erscheine um keine Stunden hinten dran hängen zu müssen.

Ich war irgendwann an einem Punkt und wollte das so nicht mehr. Ich stand kurz vor einem Burnout weil der Spagat zwischen Kindern und Arbeit einfach zu groß wurde. Leider wird uns Müttern der Einstieg oder Wiedereinstieg mit Kindern nicht leicht gemacht.
Das wollte ich so nicht mehr und habe angefangen etwas daran zu ändern.

Jetzt arbeite ich aktuell 27 Stunden bei meinem sozialen Arbeitgeber und nebenbei von zu Hause noch im Network Marketing, womit ich mir grade ein zweites Standbein aufbaue. Hätte ich das vorher schon gekannt und/oder gewagt, hätte ich das bereits während der ersten Schwangerschaft gemacht und mir einiges an Stress und Zeitdruck ersparen können . Aber gut, man lernt halt dazu
Gehe zu Seite:
  • Dieses Thema wurde 7 mal gemerkt