"Bettler", gebt ihr und wenn ja, wieviel?
19.06.2019 23:10
Man tritt nicht nach jemandem, der schon auf dem Boden liegt. Man reicht eine helfende Hand. Vielleicht materiell oder eben in Naturalien. Egal ob Familie oder eben "Fremd" Egal ob "selbst schuld" oder eben "unverschuldet". An Mitgefühl mangelt es leider vielen Menschen und der eigene "Gerechtigkeitssinn" steht diesem im Wege.
In wie weit darf man sich denn selbst dazu herablassen zu urteilen, ob Mitleid angemessen ist, oder eben nicht.
Mein Mann arbeitet im Sozialamt und er sieht tagtäglich beides. Unverschuldetes Leid und selbst herbei geführtes, dennoch hilft er beiden Parteien gleichermaßen. Denn die Hilfe, die benötigt wird, ist die Selbe. Warum kein Unterschied? Wo wäre das denn fair, wenn beiden Parteien die gleiche Hilfe zu steht, aber differenziert werden würde?
In wie weit darf man sich denn selbst dazu herablassen zu urteilen, ob Mitleid angemessen ist, oder eben nicht.
Mein Mann arbeitet im Sozialamt und er sieht tagtäglich beides. Unverschuldetes Leid und selbst herbei geführtes, dennoch hilft er beiden Parteien gleichermaßen. Denn die Hilfe, die benötigt wird, ist die Selbe. Warum kein Unterschied? Wo wäre das denn fair, wenn beiden Parteien die gleiche Hilfe zu steht, aber differenziert werden würde?
19.06.2019 23:15
Zitat von Mamota:
Zitat von Alaska:
Zitat von Mamota:
Zitat von AmyPixie:
Also dein Beispiel und das eigentliche Thema bekomme ich leider nicht zusammen![]()
Gut, andersrum: Wo ist denn der Unterschied zwischen selbstverschuldetem Leiden und selbstverschuldetem Leiden?![]()
Warum habe ich einmal Mitleid und einmal nicht?
Jedem kann irgendein selbstverschuldeter Mist passieren. Die Frage ist, wie geh ich damit um? Erwart ich, dass nur andere mir helfen oder will ich da auch selber wieder raus kommen. Hilfe genug gibt es. Wir leben nicht in Rumänien oder im Kongo.
Und wenn ich einfach nicht richtig damit umgehen KANN? Wenn ich es einfach immer weiter verbocke? Warum dann kein Mitleid?
Ich meine, ich tu damit keinem weh, außer mir selber.
Es ist doch auch keiner aus Jux und Dollerei obdachlos, drogensüchtig, whatever, weil es Spaß macht oder der leichteste Weg ist. Den Menschen geht es doch offensichtlich schlecht. Egal warum. Also warum kein Mitleid?
Menschen, die sich selber helfen können, brauchen doch offensichtlich weniger Hilfe als die, die es nicht können, oder?
Ok jetzt verstehe ich was du meinst.
Das nicht können geht ja in Richtung psychische Erkrankungen. Und dafür ist oft wenig Akzeptanz da, zumindest meine Erfahrung. Depressionen werden ja oft sehr unverständlich betrachtet von Menschen die soetwas noch nie bei nahen Menschen kennen gelernt haben. Sie können einfach nicht nachvollziehen warum zB jemand dann keinen Antrieb hat etwas selber zu ändern.
Genauso bei Obdachlosen, Drogenabhängigen etc. Es wird einfach nicht verstanden warum die sich nicht helfen lassen (können). Es gibt ja auch Stellen wo man sich hinwenden kann wenn man selber keine Familie etc hat. Und dieses Unverständnis hindert meiner Meinung nach auch daran Mitleid zu haben. Das da einfach viel hinten dran hängt das diese Menschen es nicht auf die Reihe bekommen wird einfach nicht gesehen. Es ist eben nicht alles nur schwarz und weiß.
19.06.2019 23:20
Zitat von Twinkle:
Man kann übrigens leichter in eine solche Situation kommen als einem lieb ist!!!!!
Ich kann euch nur den Film „Ich, Daniel Blake“ empfehlen! Da sieht man mal wie schnell das gehen kann und der Film basiert auf einer wahren Begebenheit. Vielleicht kennt ihn ja die ein oder andere von euch. Mich hat er zu Tränen gerührt. Wer ihn nicht kennt den kann ich ihn nur wärmstens empfehlen.
Ich kenne auch jemanden der nur ganz knapp an der Obdachlosigkeit vorbei geschlittert ist. Er hatte einen befristeten Arbeitsvertrag mit ganz guten Gehalt. 3 Monate vor Fristende sagte der Chef ihm mündlich er würde einen neuen Vertrag bekommen, bzw sein Vertrag würde verlängert werden. Er hat sich darauf verlassen und auch immer wieder gefragt was denn nun mit dem Vertrag ist oder wann endlich der neue Vertrag kommt. Da kamen immer irgendwelche Ausreden aber er kann sich darauf verlassen bla bla bla. Im Prinzip hat er keine Verlängerung bekommen und auch vom Amt kein Geld bekommen, weil er sich nicht rechtzeitig und fristgerecht arbeitslos gemeldet hat. So bekam er monatelang Geldsperre und konnte die Miete nicht mehr bezahlen. Außerdem war er nicht mehr krankenversichert und da fängt es schon mal an. Wenn er irgendwie zum Arzt gegangen wäre, hätte er selbst zahlen müssen, und wovon? Dann flatterten die Mahnungen ins Haus, er hat alles verkauft, sein Auto, seine Möbel, hat die Wohnung verloren und hat dann mal hier mal da bei Freunden auf dem Sofa übernachtet bis er einen neuen Job hatte. Es gibt aber auch Menschen die haben keine Freunde wo sie mal eben auf dem Sofa übernachten können...
Da war dein Freund aber auch sehr blauäugig. Ich war schon häufiger in der Situation, dass mir die Verlängerung mündlich zugesagt wurde. Ich habe mich dennoch immer fristgerecht arbeitslos gemeldet. Wenn der Vertrag dann unterschrieben war, habe ich das dem Arbeitsamt halt gemeldet. Irgendwann kennt man sich ja auch schon
19.06.2019 23:23
Zitat von Gwen85:
Man tritt nicht nach jemandem, der schon auf dem Boden liegt. Man reicht eine helfende Hand. Vielleicht materiell oder eben in Naturalien. Egal ob Familie oder eben "Fremd" Egal ob "selbst schuld" oder eben "unverschuldet". An Mitgefühl mangelt es leider vielen Menschen und der eigene "Gerechtigkeitssinn" steht diesem im Wege.
In wie weit darf man sich denn selbst dazu herablassen zu urteilen, ob Mitleid angemessen ist, oder eben nicht.
Mein Mann arbeitet im Sozialamt und er sieht tagtäglich beides. Unverschuldetes Leid und selbst herbei geführtes, dennoch hilft er beiden Parteien gleichermaßen. Denn die Hilfe, die benötigt wird, ist die Selbe. Warum kein Unterschied? Wo wäre das denn fair, wenn beiden Parteien die gleiche Hilfe zu steht, aber differenziert werden würde?![]()
Ich stimm dir in allem zu. Man darf nicht unterscheiden, wem man hilft. Es wird immer geholfen, wenn jemand in Not ist (bis zu einem gewissen Grad, wenn es in Richtung ausnützen läuft).
Aber es ist nicht der Gerechtigkeitssinn. Überhaupt nicht. Ich versteh nicht einmal, was der Gerichtigkeitssinn dabei zu suchen hat. Das würde bedeuten, man selektiert wirklich.
Ich hab von niemandem hier bewusst gelesen, dass er überhaupt nicht helfen würde.
Mein Mitgefühl ist z.B. einfach völlig anders gelagert. Deswegen spuck ich auf niemanden oder verweiger die Hilfe. Das kann ich alles aus einem Antrieb heraus machen, dass man immer hilft, wenn es einem schlechter geht, als einem selber. Mir schadet es nicht, wenn der "Landstreicher" auf meiner Terrasse sitzt und warme Würstchen mit Brot isst (ja, da gab es mal einen, der kam regelmäßig). Warum also nicht machen?
Der einzige Grund, der mir da noch kommt, ist Angst. Ich glaube, die meisten Menschen wissen einfach auch aus Unsicherheit nicht, wie sie auf solche Menschen reagierne sollen, also hilft man lieber gar nicht/gibt gar nichts, so umgeht man die Situation. Kann ich auch nachvollziehen.
19.06.2019 23:23
Zitat von Gwen85:
Man tritt nicht nach jemandem, der schon auf dem Boden liegt. Man reicht eine helfende Hand. Vielleicht materiell oder eben in Naturalien. Egal ob Familie oder eben "Fremd" Egal ob "selbst schuld" oder eben "unverschuldet". An Mitgefühl mangelt es leider vielen Menschen und der eigene "Gerechtigkeitssinn" steht diesem im Wege.
In wie weit darf man sich denn selbst dazu herablassen zu urteilen, ob Mitleid angemessen ist, oder eben nicht.
Mein Mann arbeitet im Sozialamt und er sieht tagtäglich beides. Unverschuldetes Leid und selbst herbei geführtes, dennoch hilft er beiden Parteien gleichermaßen. Denn die Hilfe, die benötigt wird, ist die Selbe. Warum kein Unterschied? Wo wäre das denn fair, wenn beiden Parteien die gleiche Hilfe zu steht, aber differenziert werden würde?![]()
Das hast du richtig toll geschrieben!
19.06.2019 23:24
Zitat von Alaska:
Zitat von Gwen85:
Man tritt nicht nach jemandem, der schon auf dem Boden liegt. Man reicht eine helfende Hand. Vielleicht materiell oder eben in Naturalien. Egal ob Familie oder eben "Fremd" Egal ob "selbst schuld" oder eben "unverschuldet". An Mitgefühl mangelt es leider vielen Menschen und der eigene "Gerechtigkeitssinn" steht diesem im Wege.
In wie weit darf man sich denn selbst dazu herablassen zu urteilen, ob Mitleid angemessen ist, oder eben nicht.
Mein Mann arbeitet im Sozialamt und er sieht tagtäglich beides. Unverschuldetes Leid und selbst herbei geführtes, dennoch hilft er beiden Parteien gleichermaßen. Denn die Hilfe, die benötigt wird, ist die Selbe. Warum kein Unterschied? Wo wäre das denn fair, wenn beiden Parteien die gleiche Hilfe zu steht, aber differenziert werden würde?![]()
Ich stimm dir in allem zu. Man darf nicht unterscheiden, wem man hilft. Es wird immer geholfen, wenn jemand in Not ist (bis zu einem gewissen Grad, wenn es in Richtung ausnützen läuft).
Aber es ist nicht der Gerechtigkeitssinn. Überhaupt nicht. Ich versteh nicht einmal, was der Gerichtigkeitssinn dabei zu suchen hat. Das würde bedeuten, man selektiert wirklich.
Ich hab von niemandem hier bewusst gelesen, dass er überhaupt nicht helfen würde.
Mein Mitgefühl ist z.B. einfach völlig anders gelagert. Deswegen spuck ich auf niemanden oder verweiger die Hilfe. Das kann ich alles aus einem Antrieb heraus machen, dass man immer hilft, wenn es einem schlechter geht, als einem selber. Mir schadet es nicht, wenn der "Landstreicher" auf meiner Terrasse sitzt und warme Würstchen mit Brot isst (ja, da gab es mal einen, der kam regelmäßig). Warum also nicht machen?
Der einzige Grund, der mir da noch kommt, ist Angst. Ich glaube, die meisten Menschen wissen einfach auch aus Unsicherheit nicht, wie sie auf solche Menschen reagierne sollen, also hilft man lieber gar nicht/gibt gar nichts, so umgeht man die Situation. Kann ich auch nachvollziehen.
Herrje, die ganzen Fehler dürfen behalten werden. Ausnutzen und "wenn es jemandem schlechter geht, als einem selber"... nur als Beispiel.
20.06.2019 00:20
Zitat von Mamota:
Zitat von nilou:
Zitat von Mamota:
Zitat von AmyPixie:
Also dein Beispiel und das eigentliche Thema bekomme ich leider nicht zusammen![]()
Gut, andersrum: Wo ist denn der Unterschied zwischen selbstverschuldetem Leiden und selbstverschuldetem Leiden?![]()
Warum habe ich einmal Mitleid und einmal nicht?
Verstehe ich nicht.![]()
Das Argument war, dass der Alkoholiker, evtl. auch der Obdachlose ansich (so genau differenziert konnte ich das nicht ausmachen beim Lesen) offenbar selber Schud hätte an seiner Lage, weshalb man wohl kein Mitleid haben braucht.
Wenn ich mich aber selber in eine missliche Lage bringe (einmal habe ich mir das Knie aus Blödheit so angeschlagen, dass ich 3 Tage mein Bein nicht abknicken konnte), die gesellschaftlich etwas weniger stigmatisiert wird, ist es wohl offenbar doch ok, Mitleid zu haben.
Warum?
Mir will gerade irgendwie nicht einleuchten, warum diese für mich so superdeutliche, in Neonfarben markierte und schrill blinkende Parallele so vielen Leuten nicht auffällt.![]()
Aber wenn ich selbst etwas verbocken dann erwarte ich doch kein Mitleid. Und wenn jemand sehenden Auges ins Unglück rennt, dann hält sich mein Mitleid auch in Grenzen. Wenn jemand nach einer ausufernden Party einen Kater hat z.B, dann steh ich nicht mit dem Megafon neben dem Bett aber Mitleid hab ich auch nicht wirklich. Sind die Leute krank und können nicht, sieht die Sache schon wieder anders aus.
20.06.2019 00:25
Zitat von Gwen85:
Man tritt nicht nach jemandem, der schon auf dem Boden liegt. Man reicht eine helfende Hand. Vielleicht materiell oder eben in Naturalien. Egal ob Familie oder eben "Fremd" Egal ob "selbst schuld" oder eben "unverschuldet". An Mitgefühl mangelt es leider vielen Menschen und der eigene "Gerechtigkeitssinn" steht diesem im Wege.
In wie weit darf man sich denn selbst dazu herablassen zu urteilen, ob Mitleid angemessen ist, oder eben nicht.
Mein Mann arbeitet im Sozialamt und er sieht tagtäglich beides. Unverschuldetes Leid und selbst herbei geführtes, dennoch hilft er beiden Parteien gleichermaßen. Denn die Hilfe, die benötigt wird, ist die Selbe. Warum kein Unterschied? Wo wäre das denn fair, wenn beiden Parteien die gleiche Hilfe zu steht, aber differenziert werden würde?![]()
Man sollte jedem Helfen, der Hilfe benötigt. Dafür muss man kein Mitleid mit demjenigen haben. Ich helfe tatsächlich selten aus mitleid, sondern meist weil ich es für das richtige halte und in einer Welt leben möchte in der geholfen wird, wenn man Hilfe braucht. Und da sollte man halt immer bei sich selbst anfangen. Da ich aber nicht erkennen kann wie dringend ein Bettler Hilfe braucht und ob ich ihn mit meiner Habe wirklich helfe, Spende ich lieber an seriöse Organisationen.
20.06.2019 00:43
Zitat von Nela77:
Zitat von Die-zauberhafte-Patin:
Zitat von Kitsune:
Es sind Alkoholiker.. eine Krankheit! So einfach kommen die davon nicht weg.. da zu schimpfen bringt nichts!! Die haben doch so schon nichts mehr woran sie sich halten können.. meist ist es dann der alk, um einfach auch kurz mal nichts spüren zu müssen. Genauso ist es bei Drogen...
Natürlich ist es mies! Aber ehrlich, ich wünsche uns allen niemals in diese Lage zu kommen. Meist meinen sie es nicht einmal böse wenn sie lieber das Geld wollen statt essen.
Soweit ich weiß ist es so, dass du erst Leistungen bekommst wenn du einen Wohnsitz hast. Meist bekommen diese Menschen aber nicht einmal Platz im obdachlosenheim. Richtig, ein Teufelskreis! Nicht immer sind diese Menschen selbst schuld.. sondern unser System!
Nein. Man bekommt Leistungen, muss das aber wöchentlich? (Ich glaube) persönlich abholen.
Meine Tochter musste sich damals an einer Meldeadresse der Obdachlosenstelle anmelden, sonst hätte sie nix mehr bekommen. Dort musste sie sich tgl mindestens telefonisch und 1 oder 2 */Woche persönlich melden, sonst wäre sie abgemeldet worden. Zum Glück hatten die Damen Verständnis und ich konnte das auch mal stellvertretend für sie übernehmen und habe sie halt auch tgl erinnert und hingefahren.
Und ja, es gibt psychische Krankheiten, die einen unschuldig dazu unfähig machen.
Und das habe ich nicht nur bei meiner Tochter erleben müssen, sondern auch bei anderen aus ihrem Umfeld in welches sie damals dadurch hineingeraten ist.
Vielleicht ist das regional auch unterschiedlich. Ich glaube, wir wohnen so ländlich, wir haben gar keine Obdachlosenstelle. Auch in der nächstgrößeren Stadt nicht. Ich weiß nur, dass die junge Frau, die ich kenne, sich da - ich meine wöchentlich - melden musste und dann auch wöchentlich bar ihr Geld ausgezahlt bekam.
20.06.2019 06:07
Zitat von born-in-helsinki:
Ich kann mich noch an eine Situation erinnern am Bremer Hbf, ich lief da durch und ein obdachloser Mann sprach mich an ob ich ihm einen Kaffee kaufen kann. Er gab mir die 2e und sagte das sie ihn in der B'ckerrei nicht bedienen wollen am Tresen.
Dann bin ich hineingegangen und habe ihm noch ein belegtes Brot dazu gekauft.
Sein Geld habe ihc ihm auch wiedergegeben.
Er war ehrlich gluecklich und hat sich sehr bedankt!
Boah.....das finde ich aber deprimierend und verachtend....Da ich in der Nähe von Bremen wohne und auch ab und an mal am HBF bin.....kannst du mir per PN sagen welcher Bäcker das war ? Dann kaufe ich da nie wieder was....Ich finde das so schlimm .......
Ach ja hatte vergessen....Es gibt tatsächlich eine Personengruppe der ich Geld gebe.....Und zwar den Pfandflaschensammlern an Fußballstadien.....Allerdings dann auch nur den Rentnern.....Bin da zwar nicht so oft aber ab und an mal....Die bekommen meine Flasche ( wenn ich denn eine habe ) und noch 5 -10 Euro je nach Symphatie....
lg
kati
20.06.2019 06:35
Zitat von Alaska:
Zitat von Mamota:
Zitat von Alaska:
Zitat von Mamota:
...
Jedem kann irgendein selbstverschuldeter Mist passieren. Die Frage ist, wie geh ich damit um? Erwart ich, dass nur andere mir helfen oder will ich da auch selber wieder raus kommen. Hilfe genug gibt es. Wir leben nicht in Rumänien oder im Kongo.
Und wenn ich einfach nicht richtig damit umgehen KANN? Wenn ich es einfach immer weiter verbocke? Warum dann kein Mitleid?
Ich meine, ich tu damit keinem weh, außer mir selber.
Es ist doch auch keiner aus Jux und Dollerei obdachlos, drogensüchtig, whatever, weil es Spaß macht oder der leichteste Weg ist. Den Menschen geht es doch offensichtlich schlecht. Egal warum. Also warum kein Mitleid?
Menschen, die sich selber helfen können, brauchen doch offensichtlich weniger Hilfe als die, die es nicht können, oder?
Wenn ICH das verbocke, brauch ich auch von niemanden Mitleid erwarten. Oft haben diese Menschen ja nicht nur einmal Hilfe angeboten bekommen, sondern zig Mal. Selbstverständlich hat jeder dieser Menschen seine Geschichte, aber Mitleid empfinde zumindest ich nur für Menschen, die wirklich kaum eine Chance haben, aber da wiederhol ich mich ja. Und für Kinder/Tiere - immer. Denn die haben gegen den Menschen überhaupt keine Chance. Mein Fokus ist da einfach völlig anders.
Mit "Mimimimi" kann ich schwer umgehen, wenn es doch Alternativen gäbe.
Und wenn ich sehe, da will jemand raus, dann wäre ich die letzte, die keine Hand reicht. Aber Mitleid gäbe es nicht. Nur meinen Respekt und ehrlich empfundene Freude, wenn er aus der Suppe wirklich rauswollte und es dann auch geschafft hat.
Erwarten würde ich es wohl auch nicht in so einem Fall. Ich glaube auch nicht, dass das allzu viele Leute tun in der Situation. Aber brauchen würde ich es ganz sicher.
20.06.2019 06:59
Zitat von Polly46:
Zitat von Mamota:
Zitat von nilou:
Zitat von Mamota:
...
Verstehe ich nicht.![]()
Das Argument war, dass der Alkoholiker, evtl. auch der Obdachlose ansich (so genau differenziert konnte ich das nicht ausmachen beim Lesen) offenbar selber Schud hätte an seiner Lage, weshalb man wohl kein Mitleid haben braucht.
Wenn ich mich aber selber in eine missliche Lage bringe (einmal habe ich mir das Knie aus Blödheit so angeschlagen, dass ich 3 Tage mein Bein nicht abknicken konnte), die gesellschaftlich etwas weniger stigmatisiert wird, ist es wohl offenbar doch ok, Mitleid zu haben.
Warum?
Mir will gerade irgendwie nicht einleuchten, warum diese für mich so superdeutliche, in Neonfarben markierte und schrill blinkende Parallele so vielen Leuten nicht auffällt.![]()
Aber wenn ich selbst etwas verbocken dann erwarte ich doch kein Mitleid. Und wenn jemand sehenden Auges ins Unglück rennt, dann hält sich mein Mitleid auch in Grenzen. Wenn jemand nach einer ausufernden Party einen Kater hat z.B, dann steh ich nicht mit dem Megafon neben dem Bett aber Mitleid hab ich auch nicht wirklich. Sind die Leute krank und können nicht, sieht die Sache schon wieder anders aus.
Und woher weiß man denn als Außenstehender, ob jemand krank ist?
Wie gesagt, ich denke nicht, dass die Leute Mitleid erwarten. (Das wird so oft unterstellt, aber ich erlebe es bei erwachsenen Menschen so gut wie nie.) Warum sollte man es denn nicht trotzdem bekommen? Der Kater ist doch ein gutes Beispiel: Wenn ich einen Kater habe, geht es mir objektiv schlecht. Ich habe wirkliche und echte Schmerzen. Warum soll man dafür kein Mitleid empfinden? Ich denke, dass gerade Mitgefühl etwas ist, was es immer gratis geben sollte. Die Vorstellung, dass man sich das verdienen muss, finde ich irgendwie hart und kalt.
Bitte verwechselt das nun nicht mit einer Aufforderung zur Selbstaufopferung. Wenn jemand in deinem Umfeld dich wissentlich oder unwissentlich dadurch aussaugt, dass er immer wieder deine Hilfe und dein Mitleid braucht, weil er sehenden Auges ins Unglück rennt, wie es gerade Suchtkranke gern machen, muss man sich als Angehöriger irgendwann ausklinken, damit man nicht selber mit in den Strudel abwärts gerät. Völlig andere Baustelle. Denn da tut das Mitgefühl einem selber weh. Man muss sich auch selbst schützen.
Aber Leute, die auf der Straße oder an der Haustür betteln, die sind doch weit genug weg vom eigenen Alltag, von der eigenen Belastungsgrenze, dass man ihnen Mitgefühl gönnen kann, ohne sich selber zu schaden. Ich gebe ja auch nicht wirklich etwas, was meine emotionalen oder monetären Ressourcen ausreizt. Ein paar Euros und wenige Sekunden bis Minuten meines Lebens. Vielleicht ein Lächeln, ein paar Worte, etwas Anteilnahme und bestenfalls Respekt. Das kostet mich nix. Da muss ich nicht haushalten.
20.06.2019 07:57
Die ganze Diskussion ist wohl etwas ausgeweitet worden.
Wir wohnen in einer Siedlung mit meist Einfamilienhäusern und -vielleicht ist es blöd-von mir wird wohl der nächste, der läutet, wohl wieder ein paar € bekommen.
Ja kann sein, dass hinter ihm die Bettlermafia steht, aber VIELLEICHT braucht er es wirklich für seine OP, für seine Kinder, für etwas Kleidung oder nur um wieder in seine Heimat zu kommen.
Wir wohnen in einer Siedlung mit meist Einfamilienhäusern und -vielleicht ist es blöd-von mir wird wohl der nächste, der läutet, wohl wieder ein paar € bekommen.
Ja kann sein, dass hinter ihm die Bettlermafia steht, aber VIELLEICHT braucht er es wirklich für seine OP, für seine Kinder, für etwas Kleidung oder nur um wieder in seine Heimat zu kommen.
20.06.2019 08:11
Zitat von Engelchen1975:
Die ganze Diskussion ist wohl etwas ausgeweitet worden.
Wir wohnen in einer Siedlung mit meist Einfamilienhäusern und -vielleicht ist es blöd-von mir wird wohl der nächste, der läutet, wohl wieder ein paar € bekommen.
Ja kann sein, dass hinter ihm die Bettlermafia steht, aber VIELLEICHT braucht er es wirklich für seine OP, für seine Kinder, für etwas Kleidung oder nur um wieder in seine Heimat zu kommen.
Spende das Geld doch lieber an eine örtliche Organisation für Obdachlose oä.. Jemand der es wirklich braucht wird meiner Meinung nach nicht von Tür zu Tür gehen. Das sind einfach nur Banden und das ist dann schlicht rausgeschmissenes Geld womit du nichts Gutes tust, im Gegenteil, diesen Banden noch zeigst das es funktioniert. Das die Leute die klingeln arme Socken sind keine Frage, aber denen tust du damit auch nichts gutes, die haben davon doch nichts.
20.06.2019 08:36
Zitat von Engelchen1975:
Die ganze Diskussion ist wohl etwas ausgeweitet worden.
Wir wohnen in einer Siedlung mit meist Einfamilienhäusern und -vielleicht ist es blöd-von mir wird wohl der nächste, der läutet, wohl wieder ein paar € bekommen.
Ja kann sein, dass hinter ihm die Bettlermafia steht, aber VIELLEICHT braucht er es wirklich für seine OP, für seine Kinder, für etwas Kleidung oder nur um wieder in seine Heimat zu kommen.
Wenn sich das rumspricht das du so großzügig geld verteilst, stehen die bald wöchentlich vor der Tür.
Ja, ich finde 10€ wirklich viel und die mafia freut sich.
Spende das Geld lieber an Organisationen.
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