Mütter- und Schwangerenforum

Gerne wäre ich Kind bei meiner Nachbarin.....

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26.06.2019 17:33
Zitat von nilou:

Zitat von Alaska:

Zitat von Bauernschnitte:

Ich tue mir tatsächlich selber leid.
Ich gebe auch ganz allein meinen Eltern die Schuld daran, es ist eben nur schade, wie du schon schriebst, dass man sich zusammen reißen muss und das gewisse Dinge normal erscheinen, obwohl sie das gar nicht sind....

Ein Trauerspiel und leider werde ich das meinen Kindern auch nicht besser machen können, weil ich nichts anderes erfahren habe. Meine Kinder sind dann die nächste Generation und es wird immer so weiter laufen - sehr sehr traurig.

Dennoch arbeite ich an mir, versuche oft „anders“ zu sein, dass bin dann nicht ich und vermutlich wirke ich dann auch nicht authentisch...
Wobei, bei meinen Tageskindern ist das ganz anders. Geduld, ruhig und da wiederhole ich mich auch 4 mal mehr, höre zu und falle nicht ins Wort....


Da muss ich widersprechen. Das ist eine Frage des Willens. In den 80ern war es z.B. völlig normal, dass man Hosenklapse bekommen hat. Ich auch. Hat die Beziehung zu meinen Eltern nicht einmal angekratzt, trotzdem weiß ich, dass es nicht nötig ist und fasse meine Kinder auch nicht an.
Meine Mutter wurde von ihrer Mutter zwar umsorgt, aber in den Arm genommen wurde sie von ihr nicht. Das liegt auch an der Vorgeschichte meiner Oma, die spielt natürlich immer mit rein. Aber während meine Tante das bei ihren Kindern dann auch nicht groß anders gemacht hat, wollte meine Mama es besser machen. Und das hat sie auch geschafft. Wir wurden geknuddelt und beschmust und ich hab mich immer sehr wohl gefühlt in meiner Kindheit.

Ich möchte den Satz, dass einzig die Eltern Schuld sind und dass man es deswegen bei den eigenen Kindern nicht besser machen kann so nicht stehen lassen, weil es absolut nicht stimmt.
Zum einen ist man irgendwann alt genug, seine eigenen Entscheidungen zu treffen. Für oder gegen eine Erziehung. Impulse mag man weniger ausschleichen können, aber ob ich denen nachgebe kann ich mir selber unterbinden.

Ich streite mit meinen Kids auch. Ich denk mir aber auch nichts dabei. Wir zoffen, wir versöhnen uns. Dabei werd ich auch mal lauter, mein Sohn auch. Ich sag immer, hier gehts zu wie in einem italienischen Haushalt. Ich gewöhn mir das auch nicht ab, weil es zu uns gehört (selbstverständlich schreit hier niemand rum, auch die Nachbarn werden damit nicht belästigt ).
Und die Kids wissen das auch. Stellen sie was an, obwohl ich davor mehrfach unterbunden habe, dann "knallts" halt auch mal. Ist die Luft raus und wir haben das geklärt (meist eine zweiminütige Angelegenheit) vertragen wir uns und nehmen uns in den Arm. Meine Kids wissen dann aber auch, das ist jetzt erledigt, das wird nicht nachgetragen und nicht nochmal aufgewärmt.

Vielleicht sind deine Ziele so hoch. So "perfekte" Mütter sind mir meist etwas befremdlich. Auch Kinder dürfen lernen, dass man mal streitet. Sie dürfen doch auch sehen, dass Mama jetzt echt wütend ist und warum. Das gehört für mich absolut zum Leben dazu.
Dinge, die sie richtig macht, macht sie irgendwo anders eben wieder falsch. Da bist du vielleicht besser und siehst es gar nicht.

Wenn ich übrigens das Gefühl hab, ich koche gleich über (z.B. weil mein Tag total stressig war und das, was meine Kinder grad gebracht haben keine Wut rechtfertigt), dann schnauf ich tief durch. Das hilft oft schon. Nochmal nachdenken, ob das jetzt wirklich so schlimm war und dann ist der erste Impuls schonmal unterdrückt.


Kann ich aus eigener Familienerfahrung nur bestätigen. Das Elternhaus allein ist es nicht. Da gehört mehr dazu und man hat es auch selber mit in der Hand es anders zu machen.

Und v.a. darf man da selber nicht nachtrauern sondern muss schauen es zu verarbeiten. Solange man da dran hängt kann man idR nicht loslassen und dann "schleppt" man es in die Bezihung zu den eigenen Kindern mit rein.


Naja, mit Elternhaus meinte ich, dass meine Eltern sich nicht vor meinen Augen hätten prügeln müssen. Also der gegenseitige Respekt der Erwachsenen und das generell das ganze Familienleben darunter gelitten hat, viel mehr ich als Kind da ich durch die Gegend gereicht wurde etc. PP. Würden diese Geschehnisse gar nicht existieren und meine Eltern hätten mich mehr in den Arm genommen und umsorgt, wie man das eigentlich auch kennt, dann denke ich wäre ich ein anderer Mensch gewesen Bzw geworden

Zumindest behaupte ich das jetzt mal

Perfekt will ich für mich selber nicht sein, aber eben doch für meine Kinder - mehr Ruhe, Kontenance, Geduld und Feingefühl.

Ich will nicht sagen, dass alles an mir schlecht ist, aber doch einiges und natürlich arbeite ich da an mir und ich kann mich auch sehr gut reflektieren. Es gibt Tage, da funktioniert das hervorragend und es gibt eben Tage, da geht einfach gar nichts mehr .....
MiramitLionel
7559 Beiträge
26.06.2019 17:39
Zitat von Bauernschnitte:

Zitat von nilou:

Zitat von Alaska:

Zitat von Bauernschnitte:

Ich tue mir tatsächlich selber leid.
Ich gebe auch ganz allein meinen Eltern die Schuld daran, es ist eben nur schade, wie du schon schriebst, dass man sich zusammen reißen muss und das gewisse Dinge normal erscheinen, obwohl sie das gar nicht sind....

Ein Trauerspiel und leider werde ich das meinen Kindern auch nicht besser machen können, weil ich nichts anderes erfahren habe. Meine Kinder sind dann die nächste Generation und es wird immer so weiter laufen - sehr sehr traurig.

Dennoch arbeite ich an mir, versuche oft „anders“ zu sein, dass bin dann nicht ich und vermutlich wirke ich dann auch nicht authentisch...
Wobei, bei meinen Tageskindern ist das ganz anders. Geduld, ruhig und da wiederhole ich mich auch 4 mal mehr, höre zu und falle nicht ins Wort....


Da muss ich widersprechen. Das ist eine Frage des Willens. In den 80ern war es z.B. völlig normal, dass man Hosenklapse bekommen hat. Ich auch. Hat die Beziehung zu meinen Eltern nicht einmal angekratzt, trotzdem weiß ich, dass es nicht nötig ist und fasse meine Kinder auch nicht an.
Meine Mutter wurde von ihrer Mutter zwar umsorgt, aber in den Arm genommen wurde sie von ihr nicht. Das liegt auch an der Vorgeschichte meiner Oma, die spielt natürlich immer mit rein. Aber während meine Tante das bei ihren Kindern dann auch nicht groß anders gemacht hat, wollte meine Mama es besser machen. Und das hat sie auch geschafft. Wir wurden geknuddelt und beschmust und ich hab mich immer sehr wohl gefühlt in meiner Kindheit.

Ich möchte den Satz, dass einzig die Eltern Schuld sind und dass man es deswegen bei den eigenen Kindern nicht besser machen kann so nicht stehen lassen, weil es absolut nicht stimmt.
Zum einen ist man irgendwann alt genug, seine eigenen Entscheidungen zu treffen. Für oder gegen eine Erziehung. Impulse mag man weniger ausschleichen können, aber ob ich denen nachgebe kann ich mir selber unterbinden.

Ich streite mit meinen Kids auch. Ich denk mir aber auch nichts dabei. Wir zoffen, wir versöhnen uns. Dabei werd ich auch mal lauter, mein Sohn auch. Ich sag immer, hier gehts zu wie in einem italienischen Haushalt. Ich gewöhn mir das auch nicht ab, weil es zu uns gehört (selbstverständlich schreit hier niemand rum, auch die Nachbarn werden damit nicht belästigt ).
Und die Kids wissen das auch. Stellen sie was an, obwohl ich davor mehrfach unterbunden habe, dann "knallts" halt auch mal. Ist die Luft raus und wir haben das geklärt (meist eine zweiminütige Angelegenheit) vertragen wir uns und nehmen uns in den Arm. Meine Kids wissen dann aber auch, das ist jetzt erledigt, das wird nicht nachgetragen und nicht nochmal aufgewärmt.

Vielleicht sind deine Ziele so hoch. So "perfekte" Mütter sind mir meist etwas befremdlich. Auch Kinder dürfen lernen, dass man mal streitet. Sie dürfen doch auch sehen, dass Mama jetzt echt wütend ist und warum. Das gehört für mich absolut zum Leben dazu.
Dinge, die sie richtig macht, macht sie irgendwo anders eben wieder falsch. Da bist du vielleicht besser und siehst es gar nicht.

Wenn ich übrigens das Gefühl hab, ich koche gleich über (z.B. weil mein Tag total stressig war und das, was meine Kinder grad gebracht haben keine Wut rechtfertigt), dann schnauf ich tief durch. Das hilft oft schon. Nochmal nachdenken, ob das jetzt wirklich so schlimm war und dann ist der erste Impuls schonmal unterdrückt.


Kann ich aus eigener Familienerfahrung nur bestätigen. Das Elternhaus allein ist es nicht. Da gehört mehr dazu und man hat es auch selber mit in der Hand es anders zu machen.

Und v.a. darf man da selber nicht nachtrauern sondern muss schauen es zu verarbeiten. Solange man da dran hängt kann man idR nicht loslassen und dann "schleppt" man es in die Bezihung zu den eigenen Kindern mit rein.


Naja, mit Elternhaus meinte ich, dass meine Eltern sich nicht vor meinen Augen hätten prügeln müssen. Also der gegenseitige Respekt der Erwachsenen und das generell das ganze Familienleben darunter gelitten hat, viel mehr ich als Kind da ich durch die Gegend gereicht wurde etc. PP. Würden diese Geschehnisse gar nicht existieren und meine Eltern hätten mich mehr in den Arm genommen und umsorgt, wie man das eigentlich auch kennt, dann denke ich wäre ich ein anderer Mensch gewesen Bzw geworden

Zumindest behaupte ich das jetzt mal

Perfekt will ich für mich selber nicht sein, aber eben doch für meine Kinder - mehr Ruhe, Kontenance, Geduld und Feingefühl.

Ich will nicht sagen, dass alles an mir schlecht ist, aber doch einiges und natürlich arbeite ich da an mir und ich kann mich auch sehr gut reflektieren. Es gibt Tage, da funktioniert das hervorragend und es gibt eben Tage, da geht einfach gar nichts mehr .....


Versuche dich davon zu lösen, dass deine Eltern dich so geprägt haben. Du bist ein eigenständiger Mensch und kannst dich so entwickeln, wie du möchtest, nicht wie deine Eltern dich erzogen haben das finde ich ganz wichtig.
Alaska
19477 Beiträge
26.06.2019 18:12
Zitat von Bauernschnitte:

Zitat von nilou:

Zitat von Alaska:

Zitat von Bauernschnitte:

Ich tue mir tatsächlich selber leid.
Ich gebe auch ganz allein meinen Eltern die Schuld daran, es ist eben nur schade, wie du schon schriebst, dass man sich zusammen reißen muss und das gewisse Dinge normal erscheinen, obwohl sie das gar nicht sind....

Ein Trauerspiel und leider werde ich das meinen Kindern auch nicht besser machen können, weil ich nichts anderes erfahren habe. Meine Kinder sind dann die nächste Generation und es wird immer so weiter laufen - sehr sehr traurig.

Dennoch arbeite ich an mir, versuche oft „anders“ zu sein, dass bin dann nicht ich und vermutlich wirke ich dann auch nicht authentisch...
Wobei, bei meinen Tageskindern ist das ganz anders. Geduld, ruhig und da wiederhole ich mich auch 4 mal mehr, höre zu und falle nicht ins Wort....


Da muss ich widersprechen. Das ist eine Frage des Willens. In den 80ern war es z.B. völlig normal, dass man Hosenklapse bekommen hat. Ich auch. Hat die Beziehung zu meinen Eltern nicht einmal angekratzt, trotzdem weiß ich, dass es nicht nötig ist und fasse meine Kinder auch nicht an.
Meine Mutter wurde von ihrer Mutter zwar umsorgt, aber in den Arm genommen wurde sie von ihr nicht. Das liegt auch an der Vorgeschichte meiner Oma, die spielt natürlich immer mit rein. Aber während meine Tante das bei ihren Kindern dann auch nicht groß anders gemacht hat, wollte meine Mama es besser machen. Und das hat sie auch geschafft. Wir wurden geknuddelt und beschmust und ich hab mich immer sehr wohl gefühlt in meiner Kindheit.

Ich möchte den Satz, dass einzig die Eltern Schuld sind und dass man es deswegen bei den eigenen Kindern nicht besser machen kann so nicht stehen lassen, weil es absolut nicht stimmt.
Zum einen ist man irgendwann alt genug, seine eigenen Entscheidungen zu treffen. Für oder gegen eine Erziehung. Impulse mag man weniger ausschleichen können, aber ob ich denen nachgebe kann ich mir selber unterbinden.

Ich streite mit meinen Kids auch. Ich denk mir aber auch nichts dabei. Wir zoffen, wir versöhnen uns. Dabei werd ich auch mal lauter, mein Sohn auch. Ich sag immer, hier gehts zu wie in einem italienischen Haushalt. Ich gewöhn mir das auch nicht ab, weil es zu uns gehört (selbstverständlich schreit hier niemand rum, auch die Nachbarn werden damit nicht belästigt ).
Und die Kids wissen das auch. Stellen sie was an, obwohl ich davor mehrfach unterbunden habe, dann "knallts" halt auch mal. Ist die Luft raus und wir haben das geklärt (meist eine zweiminütige Angelegenheit) vertragen wir uns und nehmen uns in den Arm. Meine Kids wissen dann aber auch, das ist jetzt erledigt, das wird nicht nachgetragen und nicht nochmal aufgewärmt.

Vielleicht sind deine Ziele so hoch. So "perfekte" Mütter sind mir meist etwas befremdlich. Auch Kinder dürfen lernen, dass man mal streitet. Sie dürfen doch auch sehen, dass Mama jetzt echt wütend ist und warum. Das gehört für mich absolut zum Leben dazu.
Dinge, die sie richtig macht, macht sie irgendwo anders eben wieder falsch. Da bist du vielleicht besser und siehst es gar nicht.

Wenn ich übrigens das Gefühl hab, ich koche gleich über (z.B. weil mein Tag total stressig war und das, was meine Kinder grad gebracht haben keine Wut rechtfertigt), dann schnauf ich tief durch. Das hilft oft schon. Nochmal nachdenken, ob das jetzt wirklich so schlimm war und dann ist der erste Impuls schonmal unterdrückt.


Kann ich aus eigener Familienerfahrung nur bestätigen. Das Elternhaus allein ist es nicht. Da gehört mehr dazu und man hat es auch selber mit in der Hand es anders zu machen.

Und v.a. darf man da selber nicht nachtrauern sondern muss schauen es zu verarbeiten. Solange man da dran hängt kann man idR nicht loslassen und dann "schleppt" man es in die Bezihung zu den eigenen Kindern mit rein.


Naja, mit Elternhaus meinte ich, dass meine Eltern sich nicht vor meinen Augen hätten prügeln müssen. Also der gegenseitige Respekt der Erwachsenen und das generell das ganze Familienleben darunter gelitten hat, viel mehr ich als Kind da ich durch die Gegend gereicht wurde etc. PP. Würden diese Geschehnisse gar nicht existieren und meine Eltern hätten mich mehr in den Arm genommen und umsorgt, wie man das eigentlich auch kennt, dann denke ich wäre ich ein anderer Mensch gewesen Bzw geworden

Klar, das bestreit ich auch gar nicht. Sowas prägt selbstverständlich. Ich hatte das nur in einem deiner Sätze so gelesen, dass man es bei den eigenen Kinder nicht besser machen kann, weil die Vergangenheit schei*e war.

Zumindest behaupte ich das jetzt mal

Perfekt will ich für mich selber nicht sein, aber eben doch für meine Kinder - mehr Ruhe, Kontenance, Geduld und Feingefühl.

Nö, Kinder wollen keine perfekte Mutter. Die wollen eine liebende Mutter mit ihren Macken. Glaub mir. Streitereien (sofern im Rahmen und gerechtfertigt) und Fehler gehören auch zu einem gesunden Familienleben dazu.

Ich will nicht sagen, dass alles an mir schlecht ist, aber doch einiges und natürlich arbeite ich da an mir und ich kann mich auch sehr gut reflektieren. Es gibt Tage, da funktioniert das hervorragend und es gibt eben Tage, da geht einfach gar nichts mehr .....

Und die guten Tage sind doch schonmal wesentlich mehr, als du in deiner Kindheit abbekommen hast. Wie gesagt, versuch mal den Trick mit dem Durchatmen. Oder nimm dich ganz aus der Situation und geh kurz in den Flur (ersetze durch jedes andere Zimmer).

CherryL
285 Beiträge
27.06.2019 16:20
Zitat von Bauernschnitte:

....wie schön wäre das.

Ich sitze gerade am Esstisch, Kaffee in der Hand und geöffneten Fenstern.

Meine Nachbarin höre ich NIE laut werden, exzessiv schimpfen oder ähnliches.

Sie hat gerade den Tisch draußen gedeckt, für Ihre Jungs. Der Kleine, 4, ist vom Geschehen (wohlmöglich) abgelenkt.

Sie: J., wenn Dir das hier draußen zu aufregend ist und du nicht zum Essen kommst, müssen wir wieder drinnen essen.

Oder, sie: Mir ist es wichtig, dass Du eine Kleinigkeit gegessen hast, denn so bist du gestärkt für den Tag.

Ich sitze hier und könnte vor Freude weinen..... Sie ist so ein herzensguter Mensch. Wirklich, ganz extrem.
Ihr Kleiner hatte vor einiger Zeit eine Phase, da weinte er morgens und abends permanent, testete seine Grenzen und das extrem.

Sie hatte so eine unglaubliche Ruhe, wurde NIE laut und redet immer ausführlich und verständlich auf Augenhöhe. Davon hätte ich mir gerne 30 solcher Scheiben abgeschnitten

Ganz ganz toll, finde ich das und wäre bei ihr gerne Kind. (Ich habe das anders widerfahren)

Umso trauriger macht es mich immer wieder, dass ich das so nicht kann. Keine Geduld habe, schnell auf 100 bin und vieles im Alltagsstress untergeht, eben diese ruhige Kommunikation.

Ebenfalls sehe ich das auch bei meiner Cousine. Ihrer Tochter ggü. die heile, tolle Welt und was nichts für Kinderaugen und Ohren ist, erfährt ihre Tochter nicht.

Während meine Eltern sich zB vor mir geprügelt haben......

Oft frage ich mich: Was wäre aus Dir geworden, wärst du ebenfalls voller Liebe und ohne Streit der Eltern aufgewachsen?! Wäre ich heute belastbarer? Wäre ich ruhig und respektvoller?

.....ich erhoffe mir von diesem Thread nichts. Ich wollte das einfach mal los werden...

Ich denke, ich wäre heute ein anderer Mensch, hätte ich die Sorgen und die Jahre voller Streit nicht mitbekommen. Den Frust. Usw.


Als ich den ersten Teil gelesen hab, dachte ich "Mein Gott ... wie langweilig"
Ich habe Temperament und mein Kind auch, dummer Weise fällt unsere Periode bis auf ein paar Tage auf die selbe Woche, kurzgesagt; ein mal im Monat ist hier Polen offen.
Aber auch bevor das Kind in die Pubertät kam, hat es hier regelmäßig geknallt.
Ich finde es aber auch wichtig, das auch ein kleineres Kind weiss, das Mama nicht immer eine Geduld wie ein Stahlträger hat, oder immer gut drauf ist.

Das du in deiner Kindheit Dinge gesehen hast, die ein Kind nicht sehen sollte, ist natürlich scheiße, aber du kannst nicht sagen, das du heute zb belastbarer wärst.
Ich konnte mich NIE mit meiner Mutter streiten, ich hatte diese "kleine, heile Welt" und bin heute trotzdem schnell auf 180 und fauche auch gerne mal Kind und Mann an wenn ich schlechte Laune hab.
Mann ist dafür Arschruhig. Ich glaub ich hab ihn noch nie laut erlebt oder sauer.
Kind faucht ihn zwischendurch mal an, wenn die Hormone überschwappen, sie versucht zu provozieren und ihn auf die Palme zu bringen, aber es bringt nichts und eine schöne Kindheit hatte er auch nicht grade.
Es kommt also nicht drauf an wie man aufwächst, sondern wie die Persönlichkeit ist.
Titania
5975 Beiträge
27.06.2019 16:56
Zitat von CherryL:

Zitat von Bauernschnitte:

....wie schön wäre das.

Ich sitze gerade am Esstisch, Kaffee in der Hand und geöffneten Fenstern.

Meine Nachbarin höre ich NIE laut werden, exzessiv schimpfen oder ähnliches.

Sie hat gerade den Tisch draußen gedeckt, für Ihre Jungs. Der Kleine, 4, ist vom Geschehen (wohlmöglich) abgelenkt.

Sie: J., wenn Dir das hier draußen zu aufregend ist und du nicht zum Essen kommst, müssen wir wieder drinnen essen.

Oder, sie: Mir ist es wichtig, dass Du eine Kleinigkeit gegessen hast, denn so bist du gestärkt für den Tag.

Ich sitze hier und könnte vor Freude weinen..... Sie ist so ein herzensguter Mensch. Wirklich, ganz extrem.
Ihr Kleiner hatte vor einiger Zeit eine Phase, da weinte er morgens und abends permanent, testete seine Grenzen und das extrem.

Sie hatte so eine unglaubliche Ruhe, wurde NIE laut und redet immer ausführlich und verständlich auf Augenhöhe. Davon hätte ich mir gerne 30 solcher Scheiben abgeschnitten

Ganz ganz toll, finde ich das und wäre bei ihr gerne Kind. (Ich habe das anders widerfahren)

Umso trauriger macht es mich immer wieder, dass ich das so nicht kann. Keine Geduld habe, schnell auf 100 bin und vieles im Alltagsstress untergeht, eben diese ruhige Kommunikation.

Ebenfalls sehe ich das auch bei meiner Cousine. Ihrer Tochter ggü. die heile, tolle Welt und was nichts für Kinderaugen und Ohren ist, erfährt ihre Tochter nicht.

Während meine Eltern sich zB vor mir geprügelt haben......

Oft frage ich mich: Was wäre aus Dir geworden, wärst du ebenfalls voller Liebe und ohne Streit der Eltern aufgewachsen?! Wäre ich heute belastbarer? Wäre ich ruhig und respektvoller?

.....ich erhoffe mir von diesem Thread nichts. Ich wollte das einfach mal los werden...

Ich denke, ich wäre heute ein anderer Mensch, hätte ich die Sorgen und die Jahre voller Streit nicht mitbekommen. Den Frust. Usw.


Als ich den ersten Teil gelesen hab, dachte ich "Mein Gott ... wie langweilig"
Ich habe Temperament und mein Kind auch, dummer Weise fällt unsere Periode bis auf ein paar Tage auf die selbe Woche, kurzgesagt; ein mal im Monat ist hier Polen offen.
Aber auch bevor das Kind in die Pubertät kam, hat es hier regelmäßig geknallt.
Ich finde es aber auch wichtig, das auch ein kleineres Kind weiss, das Mama nicht immer eine Geduld wie ein Stahlträger hat, oder immer gut drauf ist.

Das du in deiner Kindheit Dinge gesehen hast, die ein Kind nicht sehen sollte, ist natürlich scheiße, aber du kannst nicht sagen, das du heute zb belastbarer wärst.
Ich konnte mich NIE mit meiner Mutter streiten, ich hatte diese "kleine, heile Welt" und bin heute trotzdem schnell auf 180 und fauche auch gerne mal Kind und Mann an wenn ich schlechte Laune hab.
Mann ist dafür Arschruhig. Ich glaub ich hab ihn noch nie laut erlebt oder sauer.
Kind faucht ihn zwischendurch mal an, wenn die Hormone überschwappen, sie versucht zu provozieren und ihn auf die Palme zu bringen, aber es bringt nichts und eine schöne Kindheit hatte er auch nicht grade.
Es kommt also nicht drauf an wie man aufwächst, sondern wie die Persönlichkeit ist.


so sehe ich das auch. Wir sind alle unterschiedlich und sollten authentisch bleiben. Die Kinder sind es auch. Es gibt die ruhigen, wilden, lauten .... Kinder. Ich fände es fürchterlich wenn nun alle gleich wären. Genauso sieht es mit uns Eltern aus. Wenn jemand vom naturell ruhig und geduldig ist, dann ist das authentisch, als wenn man sich immer alle Reaktionen verkneifen muss, nur weil man denkt, es sei besser für das Kind.

Wir Menschen verfügen nun einmal über viele verschiedene Emotionen, die völlig normal sind. ich stelle es mir eher ungesund vor, wenn man immer wieder gegen sein naturell agiert.

Ich spreche hier aber auch nur von normalen Reaktionen, wie wenn man z. B. wütend ist, dann wird man unter Umständen mal lauter usw. Also nicht, dass es zum normalen Umgang gehört, dass man nur herumschreit.

Mich erinnert es immer nur an emotionslose Roboter, wenn man so gar keine Emotionen mehr zeigt, immer beherrscht ist. Will man das tatsächlich? Ich weiß nicht so recht.
Schokosahne
815 Beiträge
27.06.2019 20:21
Geprägt hat es dich sicher und zwar dahingehend, dass du dich selbst reflektierst und täglich versuchst es besser zu machen. Ich kenne keine Menschen die wirklich behütet aufgewachsen sind, von daher kann ich nur mutmaßen, dass behütet erzogene Menschen eventuell vieles selbstverständlicher machen und sich selbst nicht so stark hinterfragen weil sie ja mitbekommen haben, wie es geht. Sofern ihr Lebensweg auch danach so verlief, dass ihnen das erhalten blieb, denn auch was man außerhalb des Elternhauses erlebt, prägt.
Aber aus diesen und jenen Elternhäusern kommen Menschen die behütet erziehen und solche, die keine Geduld haben und fies sind.

Ich hatte eine furchtbare Kindheit und sehe zu, alles besser zu machen. Manchmal gelingt es mir nicht weil der Alltag mich übermannt, dann werde ich unfair. Wichtig ist es, sich dann zu entschuldigen und mit den Kindern zu besprechen, was schiefgelaufen ist, finde ich. Meine Mutter hat sich nur ein einziges Mal in meinem Leben bei mir entschuldigt, da war ich noch sehr klein, daran erinnere ich mich bis heute weil es ganz besonders für mich war, wie sie extra in mein Zimmer kam und mich in den Arm nahm. Das passierte danach nie wieder. Ungerechtigkeiten schlucken zu müssen ist bitter, darum achte ich drauf, dass das nicht passiert.

Noch ein Gedanke, auch wenn ich dir glaube dass die Nachbarin super ist: Wenn Menschen Garten an Garten wohnen, passen sie besonders auf wie sie reden weil sie ja wissen dass man sie hören kann, sie hören die anderen ja auch. Das weiß ich von mir und das merke ich an meinen Nachbarn. Ich bin sicher, dass sie in ihren schwachen Momenten lieber drinnen bleibt. Das heißt nicht dass sie da rumschreit oder gemein ist aber bestimmt hat auch sie ihre Tage wo sie mal müde ist und ihr keine so wertvollen Botschaften einfallen.
Nimm dir mit was dir als Vorbild gefällt und mach dich nicht klein wenn es nicht so gelingt, wie du es gerne hättest. Ich denke wir alle geben unser Bestes.
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