Mütter- und Schwangerenforum

Gründe für die AfD

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15.03.2016 06:41
Zitat von Die-zauberhafte-Patin:

Zitat von Marf:

Ich als Erziehungsberechtjgter habe die Wahl.Wenn ich denke mein Kind ist dafür noch nicht reif genug unterschreibe ich die Zustimmung nicht.
Doch es total aus den Lehrplänen nehmen bzw. es auf Hetero zu beschränken, wie es die AfD möchte, ist falsch und zeigt nur die Engstirnigkeit dieser Forderung.


Hat hier niemand behauptet. Und ja, ich finde, es gehört nicht in den Lehrplan. Und Biologie hat man ab Klasse 5 und nicht in der Grundschule.

Mamota, ja inzwischen lässt ihn der Herdentrieb völlig kalt und er tut das, was er will und was er nicht will, tut er auch nicht. JETZT wäre das kein Problem. Das erste Mal Sexualkunde hatten die Kinder in Klasse 3. Zu dem Zeitpunkt hätte ich ihn nicht rausgelöst, da war ich froh, wenn er überhaupt in der Schule war.

Letztes Jahr in Klasse 8 kam irgend so eine Truppe... uiuiui... die haben sich echt nicht beliebt gemacht, wurde aber von der Schule so angeleiert. Da hab ich ihm nur gesagt, mach, was du denkst und er ging hin, saß amüsiert hinten im Unterricht und lachte über die Akteure vor der Klasse, denen er nämlich konkrete Fragen stellte - sachlich und korrekt, aber eben sehr konkret- und sie antworteten stotternd und mit rotem Kopf, was er dann auch hinterfragte, warum sie dabei rot werde, das sei doch hier ein sachlicher Unterricht, oder nicht?

Zitat von Sloth:

.... Ist ein normales Thema, gehört zum Leben. Ja, aber nicht in das von KIta- oder Grundschulkindern. Und ich glaube Erwachsene sehen das nur so kritisch, weil wir selber die Körperteile für unseren Spaß mit dem Partner benutzen. Ja sicher, ich ganz besonders. Und nein, es war ihm und mir einfach zu früh, da haben wir am Nachmittag den Feen im Wald noch Mooshäuschen gebaut, sind unzählige Male in Hogwarts unterwegs gewesen, sind mit Gregor auf den Kakerlaken geritten und haben die Abgründe der Spiderwicks erforscht.... mein Kind wollte nicht wissen, dass der Penis in die Scheide passt und man so Kinder zeugt... und wenn überhaupt, dann wäre das MEINE Aufgabe gewesen und nicht die der Schule.
Man sollte vielleicht einfach unterscheiden. Für Kinder ist da nichts dabei und ich finde man muss auch nichts Schlimmes draus machen. Habe ich gar nicht und trotzdem fand er es selbst nicht toll. Mathe und Deutsch machte ihm viel mehr Spaß und hatte in seinen Augen Sinn. Wie Kinder entstehen und Körper zusammenpassen nicht. Nicht in dem Alter. Heute ist er 16, weiß es und es interessiert ihn noch immer nicht. Einfach, weil wir andere Werte vermitteln und ihm beibringen, dass es Sinn macht, zu warten und dass neben Spaß da auch jede Menge Verantwortung einhergeht. Ich kann mich gar nicht konkret an Aufklärung erinnern, weil es einfach immer selbstverständlich war. Ich auch nicht, aber wir hatten es auch nicht in der Schule, einmal kurz in Klasse 8 und trotzdem habe ich noch 6 Jahre gebraucht, um es auszuprobieren und 13 um ein Kind zu zeugen, WEIL ich mit anderen Werten groß geworden bin und es hätte mich als Kind einen Scheiß interessiert.


Wesentlich sinnvoller würde ich es halten, wenn man Kinder in Klasse 5 überzeugt, dass man mit dem Sex noch gut ein paar Jahre warten kann. Ich finde eben einfach, dass Sexualkundeunterricht das Pferd von der falschen Seite aufzäumt. Besser wäre es doch, wenn man Sex zwischen Kindern, und das sind sie m. M. auch mit 13 noch, aus den Vorabendserien verbannt. Auch muss nicht in jede Serie mindestens ein homosexuelles Pärchen vertreten sein, und Sex-Toys-Werbung im Vorabendprogramm muss ich auch nicht haben, und seinen die Farben noch so quietschig. Ich lass die Glotze u.a. auch deswegen größtenteils aus. Aber ich finde, da sollte man eher ran, als Kinder immer früher und früher und früher aufzuklären.

Meinetwegen nennt mich prüde oder sonstwas. Ich steh dazu und bin froh, dass es hier geklappt hat und so läuft, wie ich es mir gewünscht habe.

Sorry, Zaubi. Was du sagst, klingt zwar schön und für viele sicherlich erstrebenswert. Aber an der Realität schreitet das kilometerweit vorbei.
Die Zahlen sagen glasklar, dass Jugendliche (weltweit übrigens) immer Sex haben. Egal, ob man sie aufgeklärt hat oder nicht. Nicht jeder Einzelne natürlich, aber sehr viele. Die Unterschiede zwischen Aufgeklärten und nicht Aufgeklärten sind dabei die Häufigkeit unerwünschter Schwangerschaften, die Infektionsrate und das Ausgeliefertsein gegenüber einem erfahreneren Partner, der den jüngeren Partner ausnutzt.
Das einzige Konzept, was neben Aufklärung funktioniert, ist strikte Geschlechtertrennung. Bis die gegenseitige Masturbation entdeckt wird, jedenfalls.
Metalgoth
18257 Beiträge
15.03.2016 06:54
Zitat von Die-zauberhafte-Patin:

Ach und das korrekte Benennen von Körperteilen und das Kennen seines Körpers ist für mich kein Sexualkundeunterricht. Das ist Basiswissen, da gehe ich mit. Wenn man aber anfängt, zu erklären, wie die Körper dann zusammenpassen.... finde ich die Grundschule zu früh.


Viel mehr als die Benennung der Geschlechtsorgane ist das in der Grundschule doch auch gar nicht.
Verhütungsmethoden etc. waren dann erst auf der weiterführenden Schule dran.
Lieber erlaube ich meinen Töchtern mlt 13 die Pille als, dass ich Oma werde, wenn sie 15 sind, weil sie in meinen Augen noch zu jung dafür sind. Verbieten kann man es nicht
15.03.2016 07:03
Zitat von Die-zauberhafte-Patin:

Ach und das korrekte Benennen von Körperteilen und das Kennen seines Körpers ist für mich kein Sexualkundeunterricht. Das ist Basiswissen, da gehe ich mit. Wenn man aber anfängt, zu erklären, wie die Körper dann zusammenpassen.... finde ich die Grundschule zu früh.

Die Kinder fragen das aber. Zu Hauf.
Wir haben das Thema momentan. Bisher ging es rein um Themen wie "Aufbau und Funktion des Körpers", "Hygiene" und "Pubertät". Mein Klassenbriefkasten quillt aber über vor Fragen zur Fortpflanzung.
Ich stelle auch immer wieder fest, dass hauptsächlich die Kinder das ekelig finden, die bereits unangemessenen Kontakt mit dem Thema hatten (z.B. Papas Pornos gefunden; passiert öfter als man glauben sollte). Die anderen sind sachlich interessiert. Das Wichtigste ist für sie mMn, sich auf einer Art Zeitleiste einzuordnen: Wo komme ich her, wo gehe ich hin. Das gibt ihnen Sicherheit.

Außerdem ist es sooo wichtig. Du weißt ja, dass man davon ausgehen muss, dass durchschnittlich 1-2 Kinder pro Klasse mal Erfahungen mit sexuellem Missbrauch gemacht haben oder noch machen werden. Und ein großer Bereich des Themas ist auch Missbrauchsprävention. Das ist mir als Lehrer auch einfach wichtig.
Diese ganzen Spezialprogramme zur Missbrauchsprävention zielen ja einzig und allein auf den Schutz vor Übergriffen durch Fremde ab. Was aber zu tun ist, wenn man nicht "Nein" sagen möchte, weil man denjenigen doch lieb hat, oder der Übergang vom Kuscheln einfach fließend war, das sagt einem keines dieser Programme.
Wir haben tolle Materialien dazu, die es schaffen, die Kinder zu stärken ohne sie zu verschrecken. Ich fände es ganz schrecklich, wenn diese Prävention gestrichen würde.
15.03.2016 07:12
Zitat von Skorpi:

Ich weiß nicht Zaubi. Das dein Sohn auf der einen Seite damals noch nicht bereit war, ist die eine Sache (du hättest ihn ja nicht am Schulunterricht teilhaben lassen müssen. Ich glaub nach wie vor nicht, dass Kinder in der Grundschule da deswegen jemanden ausgrenzen). Aber warum soll das Thema nicht in das von Kindern gehören? Ich glaube wirklich nicht, dass Grundschulkinder danach Interesse an Sex haben. Das ist doch Quatsch. Es ist was komplett natürliches und doch auch schön zu wissen, wie so ein Baby entsteht. Man bekommt im Unterricht doch nicht die verschiedensten Stellungen oder sonstiges beigebracht, wäre es so, könnte ich dich ja noch verstehen.

Ich fände es im übrigen falsch, Schülern in der Pubertät klar machen zu wollen, dass man mit Sex noch warten sollte. Am besten so lange wie möglich. Warum? Ich hatte mein erstes Mal damals mit 17. und bereue es jetzt auch nicht. Sex ist doch nichts schlimmes, solange man eben bereit ist und diesen Schritt von sich aus geht. Es ist so ne schöne und auch einfach natürliche Sache. Zumindest für die meisten. Vielleicht für dich nicht, was ja auch total in Ordnung ist. Aber so ist jeder Mensch einfach anders. Die einen warten lange damit, die anderen sind eben schon mit 15/16/17 bereit. Sehe da nicht schlimmes dran, solange sie denn aufgeklärt sind und mit Verhütung umgehen können.

Ob sie warten wollen, sollen, wie auch immer, ist doch gar nicht Thema des Unterrichts. Sie bekommen nur Rüstzeug an die Hand (das aber definitiv noch nicht in der Grundschule), das ihnen hilft sich selbst einzuschätzen. (Erfahrungsgemäß verzögert das den Beginn der Aktivität sogar eher.)
In solche Themengebiete darf die Schule auch gar nicht eingreifen. Das ist definitiv Elternsache und nicht zuletzt Eigenverantwortung.
15.03.2016 07:21
Zitat von Die-zauberhafte-Patin:

Zitat von Skorpi:

Zitat von Die-zauberhafte-Patin:

Zitat von Skorpi:

Ich weiß nicht Zaubi. Das dein Sohn auf der einen Seite damals noch nicht bereit war, ist die eine Sache (du hättest ihn ja nicht am Schulunterricht teilhaben lassen müssen. Ich glaub nach wie vor nicht, dass Kinder in der Grundschule da deswegen jemanden ausgrenzen). Aber warum soll das Thema nicht in das von Kindern gehören? Ich glaube wirklich nicht, dass Grundschulkinder danach Interesse an Sex haben. Das ist doch Quatsch. Es ist was komplett natürliches und doch auch schön zu wissen, wie so ein Baby entsteht. Man bekommt im Unterricht doch nicht die verschiedensten Stellungen oder sonstiges beigebracht, wäre es so, könnte ich dich ja noch verstehen.

Ich fände es im übrigen falsch, Schülern in der Pubertät klar machen zu wollen, dass man mit Sex noch warten sollte. Am besten so lange wie möglich. Warum? Ich hatte mein erstes Mal damals mit 17. und bereue es jetzt auch nicht. Sex ist doch nichts schlimmes, solange man eben bereit ist und diesen Schritt von sich aus geht. Es ist so ne schöne und auch einfach natürliche Sache. Zumindest für die meisten. Vielleicht für dich nicht, was ja auch total in Ordnung ist. Aber so ist jeder Mensch einfach anders. Die einen warten lange damit, die anderen sind eben schon mit 15/16/17 bereit. Sehe da nicht schlimmes dran, solange sie denn aufgeklärt sind und mit Verhütung umgehen können.


Mit 17 wäre es ja auch okay. Ich rede von 12,13 und je nach Reife auch von 14. Das ist alles andere als selten.


Um so wichtiger ist dann aber doch die frühe Aufklärung. Oder gibst du der frühen Aufklärung die Schuld daran?


Nicht nur, aber eine Teilschuld, ja.

Nein, das ist definitiv nicht so.

Die heutige Welt ist voller Sexualität. Die Jugendlichen werden permanent damit konfrontiert. Schau dir allein mal die Nachmittagscomedy auf Pro 7 an. Du siehst nichts, aber das ist auch schon alles. Es geht im Fernsehen Tag und Nacht um Sex. Kein anderes Thema wird in unserer Gesellschaft dermaßen überbewertet.
Die Kids tauschen untereinander Hardcore-Pornos aus. Ihre Idole sind komplett durchsexualisiert. Da ist überall Sex, wo man hinschaut.

Soll die Schule den gleichen Fehler machen wie bei der Digitalisierung und die Vorbereitung auf diese Welt ganz außen vor lassen? In dem Wissen, dass nur ein Teil der Eltern diese Verantwortung wahrnimmt?

Ich finde das Argument der Teilschuld irgendwie... gewöhnungsbedürftig. Das ist für mich in etwa so, als würde man den Sicherheitsgurt dafür verantwortlich machen, dass die Kinder heute schon mit 17 den Führerschein machen können.
Enfelchen
14272 Beiträge
15.03.2016 07:54
Hab mir jetzt mal die letzten 4 Seiten geschenkt, denn es ging ja nun nicht ner um die Partei, sondern eher nur um frühkindliche Sexualerziehung.
Ich finde es ganz erschreckend, dass Eltern heutzutage da nich so ein Hehl draus machen, dass das nun ein Penis ist und der nicht nur zum pinkeln da ist und komplett versteckt gehört
Was ist der Sinn dahinter? So Worte wie "Pullermann" kennt man ja schon. Aber, wenn im Kind im Kiga zu dir kommt und sagt "mir tut die Brosche oder das Schmuckkästchen weh", dann stehst du da als Erzieherin und kannst echt nur mit dem Kopf schütteln.
Jedes Körperteil hat einen Namen. Und der Penis oder die Scheide ist nun nichts anderes als ein Arm oder Bein.
Dieses Schamgefühl herrscht bei den Erwachsen oder eben bei größeren Kinder, deren Eltern es vorgelegt haben.
Sicher muss man sich nicht überall vor anderen ausziehen, aber deswegen kann ich doch die Körperteile so benennen, wie sich das gehört.
Sind es nicht die Erwachsenen, die den Penis und die Vagina als anrüchig sehen? Und warum? Weil man durch diese beiden Körperteile Kinder zeugen kann? Was ist daran verwerflich?
Kamen hier die Kritiker dessen im Strampler auf die Welt?
Ich versteh nicht warum man Kinder in diesen Themen nicht "normal" behandeln kann.
Ich bin aufgeklärt worden und hab mein erstes Kind erst mit 33 bekommen. Übrigens ein Becherkind (toller Ausdruck). Und dieses Wort finde ich eben so dämlich.
Das beleidigt mich und mein Kind!!!
15.03.2016 09:56
Zitat von Mamota:

Zitat von Die-zauberhafte-Patin:

Zitat von Skorpi:

Zitat von Die-zauberhafte-Patin:

...


Um so wichtiger ist dann aber doch die frühe Aufklärung. Oder gibst du der frühen Aufklärung die Schuld daran?


Nicht nur, aber eine Teilschuld, ja.

Nein, das ist definitiv nicht so.

Die heutige Welt ist voller Sexualität. Die Jugendlichen werden permanent damit konfrontiert. Schau dir allein mal die Nachmittagscomedy auf Pro 7 an. Du siehst nichts, aber das ist auch schon alles. Es geht im Fernsehen Tag und Nacht um Sex. Kein anderes Thema wird in unserer Gesellschaft dermaßen überbewertet.
Die Kids tauschen untereinander Hardcore-Pornos aus. Ihre Idole sind komplett durchsexualisiert. Da ist überall Sex, wo man hinschaut.

Soll die Schule den gleichen Fehler machen wie bei der Digitalisierung und die Vorbereitung auf diese Welt ganz außen vor lassen? In dem Wissen, dass nur ein Teil der Eltern diese Verantwortung wahrnimmt?

Ich finde das Argument der Teilschuld irgendwie... gewöhnungsbedürftig. Das ist für mich in etwa so, als würde man den Sicherheitsgurt dafür verantwortlich machen, dass die Kinder heute schon mit 17 den Führerschein machen können.


Genau. Und darauf reagiert der Staat mit Sexualkundeunterricht. Ich fände es eben besser, wenn man mal alles andere eingrenzt, dass Kinder nicht dauernd damit in Berührung kommen. Ich finde eben, dass das im Vorabendprogramm nichts zu suchen hat. Gabs doch früher auch nicht. Ich kann mich daran erinnern, dass es so eindeutige Szenen (und ich meine keine Pornos) immer erst nach 22.00 Uhr im TV gab.
Ich bin davon jedenfalls extrem genervt. WENN wir beim Abendessen mal den Fernseher laufen haben, dann will ich weder Bindenwerbung, Sex-Toys Werbung und eben auch keine wild knutschend, sich die Klamotten vom Körper reissenden Jugendlichen sehen. Ich finde eben, dass das die Hemmschwelle künstlich nach unten schraubt. Und das ist falsch.
Ich habe schon verstanden, dass der Sexualkundeunterricht eine gut gemeinte Reaktion auf den allgemeinen Tenor ist, aber deswegen finde ich es trotzdem falsch, das in den normalen Unterricht zu integrieren. Dann bitte extra nach dem eigentlichen Unterricht, der halb freiwillig ist, aber die Kinder, deren Eltern das nicht wollen, einfach gehen können.
15.03.2016 10:33
Zitat von Die-zauberhafte-Patin:

Zitat von Mamota:

Zitat von Die-zauberhafte-Patin:

Zitat von Skorpi:

...


Nicht nur, aber eine Teilschuld, ja.

Nein, das ist definitiv nicht so.

Die heutige Welt ist voller Sexualität. Die Jugendlichen werden permanent damit konfrontiert. Schau dir allein mal die Nachmittagscomedy auf Pro 7 an. Du siehst nichts, aber das ist auch schon alles. Es geht im Fernsehen Tag und Nacht um Sex. Kein anderes Thema wird in unserer Gesellschaft dermaßen überbewertet.
Die Kids tauschen untereinander Hardcore-Pornos aus. Ihre Idole sind komplett durchsexualisiert. Da ist überall Sex, wo man hinschaut.

Soll die Schule den gleichen Fehler machen wie bei der Digitalisierung und die Vorbereitung auf diese Welt ganz außen vor lassen? In dem Wissen, dass nur ein Teil der Eltern diese Verantwortung wahrnimmt?

Ich finde das Argument der Teilschuld irgendwie... gewöhnungsbedürftig. Das ist für mich in etwa so, als würde man den Sicherheitsgurt dafür verantwortlich machen, dass die Kinder heute schon mit 17 den Führerschein machen können.


Genau. Und darauf reagiert der Staat mit Sexualkundeunterricht. Ich fände es eben besser, wenn man mal alles andere eingrenzt, dass Kinder nicht dauernd damit in Berührung kommen. Ich finde eben, dass das im Vorabendprogramm nichts zu suchen hat. Gabs doch früher auch nicht. Ich kann mich daran erinnern, dass es so eindeutige Szenen (und ich meine keine Pornos) immer erst nach 22.00 Uhr im TV gab.
Ich bin davon jedenfalls extrem genervt. WENN wir beim Abendessen mal den Fernseher laufen haben, dann will ich weder Bindenwerbung, Sex-Toys Werbung und eben auch keine wild knutschend, sich die Klamotten vom Körper reissenden Jugendlichen sehen. Ich finde eben, dass das die Hemmschwelle künstlich nach unten schraubt. Und das ist falsch.
Ich habe schon verstanden, dass der Sexualkundeunterricht eine gut gemeinte Reaktion auf den allgemeinen Tenor ist, aber deswegen finde ich es trotzdem falsch, das in den normalen Unterricht zu integrieren. Dann bitte extra nach dem eigentlichen Unterricht, der halb freiwillig ist, aber die Kinder, deren Eltern das nicht wollen, einfach gehen können.

Wie willst du das denn bitte verbindlich eingrenzen? Mir fällt da nämlich nur Zensur ein. Private Medien orientieren sich nunmal am Markt und keinen Millimeter näher am Jugendschutz als sie müssen. (Bei Gewalt finde ich das übrigens noch deutlich drastischer als bei Sex.) Auch ist dieser immer relativ. Was ist mit nackten Brüsten? Verboten, weil sie auch Sexobjekt sind oder natürlich, weil sie sie als Baby schon gesehen haben? Und sind gezielt aus dem Ausschnitt platzende oder grob beklebte Brüste nicht wesentlich jugendgefährdender als nackte? Das ist alles nicht so klar und einfach. Aber Sex verkauft sich gut, also werden die schlauen Werbemenschen und Filmemacher sich immer schneller neue Wege ausdenken als die Gesetzgebung in der Lage ist, die Jugendschutzrichtlinien zu überarbeiten. Außer eben, man führt die Zensur ein.

Klar, mich stört das auch. Der Staat hilft mir zwar mit den werbefreien und recht gemäßigten Öffis im Fernsehen, aber langfristig wird Schnappi wohl auch genug von der Außenwelt mitbekommen, dass ich diese Schutzhülle nicht sehr lange aufrechterhalten kann.

Auch das mit dem extra Unterricht finde ich schwierig. Nicht nur wegen der Finanzierung, sondern auch aus den bereits erwähnten Gründen des Schutzes vor Missbrauch.
Außerdem auch hier: Wo ziehe ich die Grenze? Benennung von Körperteilen scheint ja für die allermeisten noch ok zu sein und ist wirkliches Basiswissen. Das also in den Regelunterricht. Händewaschen auch. Aber was ist mit der Intimhygiene? Lernen also alle vormittags, wie man ordentlich die Hände wäscht und die "Freiwilligen" dann nachmittags, wie man sich die Intimregion wäscht?
Was ist mit dem Haarwuchs? Thema für den Vormittag oder den Nachmittag? Könnte ja ein Kind schon am Vormittag fragen, warum die Haare wachsen.
Ne, ich finde das alles schrecklich kompliziert für so ein essentielles Thema.

Sloth
180 Beiträge
15.03.2016 10:34
Zitat von Mamota:

Sorry, Zaubi. Was du sagst, klingt zwar schön und für viele sicherlich erstrebenswert. Aber an der Realität schreitet das kilometerweit vorbei.
Die Zahlen sagen glasklar, dass Jugendliche (weltweit übrigens) immer Sex haben. Egal, ob man sie aufgeklärt hat oder nicht. Nicht jeder Einzelne natürlich, aber sehr viele. Die Unterschiede zwischen Aufgeklärten und nicht Aufgeklärten sind dabei die Häufigkeit unerwünschter Schwangerschaften, die Infektionsrate und das Ausgeliefertsein gegenüber einem erfahreneren Partner, der den jüngeren Partner ausnutzt.
Das einzige Konzept, was neben Aufklärung funktioniert, ist strikte Geschlechtertrennung. Bis die gegenseitige Masturbation entdeckt wird, jedenfalls.


Und @ zauberhafte: Dein Text liest sich in meinen Augen so, als würden wir dadurch, dass wir unsere Kinder früh aufklären, falsche Werte vermitteln und sie zum Sex drängen. Das finde ich schon ein bisschen beleidigend. Ich gebe die Erziehung weiter, die ich von meinen Eltern gelernt habe, sie zwar sehr religiös, aber aufgeklärt (im humanistischen Sinne) sind und durch die Sicherheit, die ich durch das Wissen immer schon hatte, konnte ich auf den richtigen Freund und Zeitpunkt warten und bin nun mit meinem ersten Partner verheiratet, statt meinen vorherigen Freunden nachzugeben nur weil "alle es machen".

In meinen Augen ist der beste Schutz immer Wissen und Selbstbewusstsein.

Wie Mamota ganz richtig sagt: Wenn sie Kids wollen, können sie immer Sex haben und die Gelegenheit dazu finden - die Frage ist nur: Ist es nicht besser, wenn sie wissen, wie man sich schützt? Oder dass sie wissen, dass sie NIEMAND zu Sex drängen kann/soll?
Wie viele Mädchen lassen sich überreden, weil sie Angst haben ihren Freund zu verlieren und ihnen das Selbstbewusstsein fehlt "nein" zu sagen?

Was die Folgen mangelnder Aufklärung und Prüderie angeht: Das USA-Beispiel ist ein sehr gutes.
Sloth
180 Beiträge
15.03.2016 10:38
Zitat von Mamota:

Zitat von Die-zauberhafte-Patin:

Ach und das korrekte Benennen von Körperteilen und das Kennen seines Körpers ist für mich kein Sexualkundeunterricht. Das ist Basiswissen, da gehe ich mit. Wenn man aber anfängt, zu erklären, wie die Körper dann zusammenpassen.... finde ich die Grundschule zu früh.

Die Kinder fragen das aber. Zu Hauf.
Wir haben das Thema momentan. Bisher ging es rein um Themen wie "Aufbau und Funktion des Körpers", "Hygiene" und "Pubertät". Mein Klassenbriefkasten quillt aber über vor Fragen zur Fortpflanzung.
Ich stelle auch immer wieder fest, dass hauptsächlich die Kinder das ekelig finden, die bereits unangemessenen Kontakt mit dem Thema hatten (z.B. Papas Pornos gefunden; passiert öfter als man glauben sollte). Die anderen sind sachlich interessiert. Das Wichtigste ist für sie mMn, sich auf einer Art Zeitleiste einzuordnen: Wo komme ich her, wo gehe ich hin. Das gibt ihnen Sicherheit.

Außerdem ist es sooo wichtig. Du weißt ja, dass man davon ausgehen muss, dass durchschnittlich 1-2 Kinder pro Klasse mal Erfahungen mit sexuellem Missbrauch gemacht haben oder noch machen werden. Und ein großer Bereich des Themas ist auch Missbrauchsprävention. Das ist mir als Lehrer auch einfach wichtig.
Diese ganzen Spezialprogramme zur Missbrauchsprävention zielen ja einzig und allein auf den Schutz vor Übergriffen durch Fremde ab. Was aber zu tun ist, wenn man nicht "Nein" sagen möchte, weil man denjenigen doch lieb hat, oder der Übergang vom Kuscheln einfach fließend war, das sagt einem keines dieser Programme.
Wir haben tolle Materialien dazu, die es schaffen, die Kinder zu stärken ohne sie zu verschrecken. Ich fände es ganz schrecklich, wenn diese Prävention gestrichen würde.

Das kommt auch dazu.
Allerdings ist 1-2 Kinder schon arg niedrig gegriffen. Und der überwiegende Teil findet ja in der Familie und extrem früh statt. Ich kenne u.a. zwei mittlerweile erwachsene Männer, die schon mit 5 betroffen waren und eben NICHT die Infos bekommen haben, die ihnen sagen: Das ist falsch, du darfst jemandem erzählen und dir Hilfe suchen. Stattdessen ging das Jahrelang weiter. Und in meinen Augen lässt sich sowas durchaus verhindern, wenn man Kindern klar macht, was Sex ist und dass das NICHT in die Familie gehört und NICHT zu Kindern.
Sloth
180 Beiträge
15.03.2016 10:43
Zitat von Die-zauberhafte-Patin:

Genau. Und darauf reagiert der Staat mit Sexualkundeunterricht. Ich fände es eben besser, wenn man mal alles andere eingrenzt, dass Kinder nicht dauernd damit in Berührung kommen. Ich finde eben, dass das im Vorabendprogramm nichts zu suchen hat. Gabs doch früher auch nicht. Ich kann mich daran erinnern, dass es so eindeutige Szenen (und ich meine keine Pornos) immer erst nach 22.00 Uhr im TV gab.
Ich bin davon jedenfalls extrem genervt. WENN wir beim Abendessen mal den Fernseher laufen haben, dann will ich weder Bindenwerbung, Sex-Toys Werbung und eben auch keine wild knutschend, sich die Klamotten vom Körper reissenden Jugendlichen sehen. Ich finde eben, dass das die Hemmschwelle künstlich nach unten schraubt. Und das ist falsch.
Ich habe schon verstanden, dass der Sexualkundeunterricht eine gut gemeinte Reaktion auf den allgemeinen Tenor ist, aber deswegen finde ich es trotzdem falsch, das in den normalen Unterricht zu integrieren. Dann bitte extra nach dem eigentlichen Unterricht, der halb freiwillig ist, aber die Kinder, deren Eltern das nicht wollen, einfach gehen können.
Einfache Lösung: Keinen Fernseher haben. Wir haben keinen und vermissen auch nichts. Persönlich halte ich ein gutes Gespräch am Esstisch auch wesentlich sinnvoller als sich von Dingen belabern zu lassen die man (du ja offensichtlich) eh nicht sehen will.
15.03.2016 10:45
Zitat von Sloth:

Zitat von Die-zauberhafte-Patin:

Genau. Und darauf reagiert der Staat mit Sexualkundeunterricht. Ich fände es eben besser, wenn man mal alles andere eingrenzt, dass Kinder nicht dauernd damit in Berührung kommen. Ich finde eben, dass das im Vorabendprogramm nichts zu suchen hat. Gabs doch früher auch nicht. Ich kann mich daran erinnern, dass es so eindeutige Szenen (und ich meine keine Pornos) immer erst nach 22.00 Uhr im TV gab.
Ich bin davon jedenfalls extrem genervt. WENN wir beim Abendessen mal den Fernseher laufen haben, dann will ich weder Bindenwerbung, Sex-Toys Werbung und eben auch keine wild knutschend, sich die Klamotten vom Körper reissenden Jugendlichen sehen. Ich finde eben, dass das die Hemmschwelle künstlich nach unten schraubt. Und das ist falsch.
Ich habe schon verstanden, dass der Sexualkundeunterricht eine gut gemeinte Reaktion auf den allgemeinen Tenor ist, aber deswegen finde ich es trotzdem falsch, das in den normalen Unterricht zu integrieren. Dann bitte extra nach dem eigentlichen Unterricht, der halb freiwillig ist, aber die Kinder, deren Eltern das nicht wollen, einfach gehen können.
Einfache Lösung: Keinen Fernseher haben. Wir haben keinen und vermissen auch nichts. Persönlich halte ich ein gutes Gespräch am Esstisch auch wesentlich sinnvoller als sich von Dingen belabern zu lassen die man (du ja offensichtlich) eh nicht sehen will.

Oder wie wir: einen haben aber nur für Streaming nutzen. Schon kann man perfekt kontrollieren was läuft und kann sich nur noch Sachen ansehen, die einen interessieren
Seramonchen
37809 Beiträge
15.03.2016 10:48
Ich überlege jetzt die ganze Zeit, wie es bei meienr Großen war. vorab: Bei uns geht die Grundschule bis einschließlich 6. klasse. Ich glaube, sie hatten in der dritten den Körperbau das erste Mal. Jetzt in der 6. haben sie oberflächliche Aufklärung. Mein neffe ist jetzt 3. klasse und hat seiner großen Schwester erklärt, dass sie keine angst haben muss, wenn sie plötzlich blutet, das ist ihre Monatsblutung. War schon amüsant zu hören. Wurde aber alles sehr sachlich gehalten. wir wurden damals auch in der 6. aufgeklärt. Ich sehe da jetzt auch grundsätzlich kein Problem drin.

Was mich allerdings auch stört ist tatsächlich diese vibrator-werbung oder die durexxxxxxx Gleitgel werbund. Wenn mein kind auf der Straße laut "es rappelt im kartontontontonton" singt, ist mir das schon unangenehm. Aber wir können drüber lachen. Wir sind aber generell eher offen in diesem bereich. Würde mir auch nie einfallen zu hause nicht nackt rumzulaufen. Wenn nicht hier, wo dann?
15.03.2016 11:14
Hm, ich sehe das zwiegespalten.

Prinzipiell sehe ich gegen eine rein anatomische Aufklärung nichts einzuwenden (allerdings finde ich es schon schräg, wenn kleine Kinder ganz naseweis von Penis und Vagina sprechen - was ist eigentlich aus dem guten alten Pullermann und der Schnecke geworden? ), die kann von mir aus auch schon in der Grundschule stattfinden.

Aber ich glaube durch sehr frühe Thematisierung von Sex (und damit meine ich das Grundschulalter) wird halt noch früher das Interesse daran geweckt.
Eine Verwandte von uns ist Schuldirektorin in einer Grundschule, da brüllen die Zweitklässler schon "FICKEN!" durchs Treppenhaus, und wenn sie denkt, sie kann ihnen den Wind aus den Segeln nehmen, indem sie sagt "Du weißt doch nicht mal, was das ist" und das Kind antwortet dann "Doch, richtig mit dem Pimmel in die Muschi rein", dann finde ich das irgendwie nicht so gut und fortschrittlich

Wie gesagt, rein anatomisch-biologische Aufklärung ist das eine, aber muss man unbedingt Grundschulkinder mit sexuellen Gefühlen, so halben Anleitungen zur Selbstbefriedigung, Transgenderproblematiken etc. überfordern?
Habt ihr mal diesen Bericht aus der Schweiz gelesen, wo die Kindergartenkinder schon Sexualkundeunterricht haben sollen, wo sie sich unter Anleitung gegenseitig massieren und mit warmen Sandsäcken berühren, weil sie dabei unterstützt werden sollen, "ihre eigene Sexualität lustvoll zu entwickeln"? Im Kindergarten? Cohn-Bendit hätte seine helle Freude dran...
15.03.2016 11:14
ich finde es übrigens hochproblematisch die Eltern im Einzelfall entscheiden zu lassen, was an den Schulen gelehrt wird. beim sexualkundeunterricht (wie auch immer ausgestaltet) ok, Religion, ok, aber was, wenn eine extrem patricharische Familie der Ansicht ist, ihre Tochter müsse nicht rechnen lernen. oder die extrem gläubige, dass Evolution nicht gelehrt werden darf.
machen wir dann Baukastenschule? jeder wie er mag? oder gleich Schulpflicht abschaffen? ich finde es sehr schwierig da eine Grenze zu ziehen um ehrlich zu sein. klar meine Beispiele sind jetzt extrem, aber letztlich halt doch nur graduell unterschiedlich zum sexualkundeunterricht.
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