Mütter- und Schwangerenforum

Smileyplan/Belohnungssystem

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shelyra
66146 Beiträge
03.01.2019 21:08
Unser sohn hat in der schule ein verstärkerheft. Ihm fiel es schwer sich an regeln zu halten. Seitdem er das heft hat und somit jeden tag direkt rückmeldung bekommt wie der tag lief (sonnen für super, wolken für naja, gewitter für negativ) fällt ihm das leichter.

Er bekommt aber keine weiteren belohnungen als diese stempel im heft.
Während wir am anfang überwiegend gewitter hatten sind wir jetzt bei fast ausschließlich sonnen.
-Brünni88
22546 Beiträge
03.01.2019 21:13
Meine Tochter hat mich gestern gefragt, warum sie keinen wochenplan hat, auf dem steht, was sie tun muss, damit sie Taschengeld bekommt...

Es gibt also auch Kinder die sowas gerne haben möchten. Ich hab ihr aber ganz in Ruhe erklärt, weswegen ich sowas nicht für gut heiße und das hat sie auch mit einem: ,,da hast du eigentlich recht“ kapiert

Viele meiner Freundinnen haben die täglichen Hausaufgaben, Zimmer aufräumen, Blumen gießen und so weiter auch ans Taschengeld geknüpft oder an Fernsehzeit. Ich hab mir da ehrlich gesagt noch nie Gedanken drüber gemacht, weil es auch nicht notwendig ist. Wenn es anders wäre, keine Ahnung wie ich das handhaben würde...
aber ich bin immer eher dafür, dass die Kinder die Sachen machen, weil sie verstehen weswegen es notwendig ist und nicht nur um irgendwas dafür zu bekommen beziehungsweise irgendwas nicht zu bekommen.
Alaska
12542 Beiträge
03.01.2019 21:31
Ich kenn dieses Symstem aus meiner Grundschulzeit und es hat so ziemlich alle Kinder unwahrscheinlich begeistert, weil man sich eine Postkarte aussuchen durfte, wenn man 10 Sterne gesammelt hat (1 Stern für Hausaufgaben komplett gemacht).
Ich hab heute noch den Karton, in dem ich diese Postkarten aufbewahre.

Jonas wurde mit dem Belohnungssystem relativ zügig trocken. Auch bei Max werd ich das gleiche Prinzip anwenden.

Ich find es toll. Alles, was Kinder begeistert, Aufgaben zu machen, die halt einfach nicht enorm viel Spaß machen, ist doch toll. Warum sollen sich meine Kinder demotiviert durch Hausaufgaben quälen oder Hausarbeit mitmachen, wenn es auch mit Vorfreude geht, weil sie sich danach einen Sticker aussuchen dürfen? Ist doch spitze.
Ich würde auch nie im Leben arbeiten, wenn ich nicht die Motivation "Lohn" vor der Nase hätte.
CrazyMya
20415 Beiträge
03.01.2019 21:43
Ich hab auch gedacht, dass man alles über Erziehung hinbekommen würde und dass Belohnungstafeln kontraproduktiv sind, da sie sonst nichts mehr ohne machen. War aber weit gefehlt. Ohne hätte ich mein Kind nur noch schreiend und bockend in die schule schleifen müssen.
Alaska
12542 Beiträge
03.01.2019 21:55
Zitat von CrazyMya:

Ich hab auch gedacht, dass man alles über Erziehung hinbekommen würde und dass Belohnungstafeln kontraproduktiv sind, da sie sonst nichts mehr ohne machen. War aber weit gefehlt. Ohne hätte ich mein Kind nur noch schreiend und bockend in die schule schleifen müssen.


Meine "Angst" war, dass Jonas nun immer, wenn er erfolgreich auf der Toilette war, seine Belohnung einfordert... womöglich bis er 18 ist.

Aber es hat sich völlig easy und ohne Kampf ausgeschlichen. Ganz langsam und ohne aufzufallen.
einfachmalso
750 Beiträge
03.01.2019 21:58
Also wir hatten Belohnungsystem wo sie noch die schweren Bettnäss Probleme hatte. Da gab es nach einer gewissen Tages Anzahl eine Belohnung. Am Anfang war es ne größere Belohnung gegen Ende würde sie Belohnung immer kleiner und auch der Zeitraum des trocken seins immer größer.
Ich glaub nach halben Jahr haben wir Belohnung System abgeschafft und nur hin und wieder wieder eingeführt wenn mal längere Probleme auftraten.
Hat gut geklappt.
Kommt halt immer darauf an im welcher Verbindung das Belohnung System steht.

das war auch nicht als druck sondern Anreiz gedacht.
CrazyMya
20415 Beiträge
03.01.2019 22:05
Zitat von Alaska:

Zitat von CrazyMya:

Ich hab auch gedacht, dass man alles über Erziehung hinbekommen würde und dass Belohnungstafeln kontraproduktiv sind, da sie sonst nichts mehr ohne machen. War aber weit gefehlt. Ohne hätte ich mein Kind nur noch schreiend und bockend in die schule schleifen müssen.


Meine "Angst" war, dass Jonas nun immer, wenn er erfolgreich auf der Toilette war, seine Belohnung einfordert... womöglich bis er 18 ist.

Aber es hat sich völlig easy und ohne Kampf ausgeschlichen. Ganz langsam und ohne aufzufallen.
das war auch meine Angst. Aber das Thema ist von ganz allein nach 3 Wochen erledigt gewesen.
Maysen
246 Beiträge
03.01.2019 22:13
Belohnen wir uns nicht selbst auch manchmal wenn wir irgendwas gut oder schnell erledigt haben?

Gibt es dann nicht auch mal eine kurze Pause? Einen Kaffee oder was leckeres oder so?

Natürlich sollten viele Dinge auch für Kinder selbstverständlich sein und zu ihrer Routine gehören aber arbeiten, Haushalt, Uni etc ist es für mich auch und trotzdem gönne ich mir was wenn ich gut im Zeitplan bin oder so

Ich finde das schließt sich keines wegs aus, man sollte die Belohnung natürlich absolut nicht übertreiben
Obsidian
15967 Beiträge
03.01.2019 22:30
Zitat von Maysen:

Belohnen wir uns nicht selbst auch manchmal wenn wir irgendwas gut oder schnell erledigt haben?

Gibt es dann nicht auch mal eine kurze Pause? Einen Kaffee oder was leckeres oder so?


Klar. Aber da ich mich in dem Fall selbst belohne, war der Anreiz ein intrinsischer. Ich hab es getan und belohne mich dafür, weil ICH es tun wollte bzw wichtig oder notwendig fand, dass ich es tue. Ich hab eine Entscheidung getroffen, die rein die Handlung ansich betrifft, mich damit auseinandergesetzt.
Belohnt mich ein anderer, hab ich es ja erstmal nicht deswegen getan, sondern weil ich die Belohnung wollte. Ich hab mich innerlich absolut nicht weiterentwickelt.
Sind schon zwei Paar Stiefel.

Und grade diese extrinsischen Anreize, Dinge zu tun, die man von selbst nicht tun würde, sind eben nicht ganz ungefährlich weil sie eine ungesunde Grundhaltung bei den Kindern prägen können.
Norimena
1955 Beiträge
03.01.2019 23:22
Zitat von Obsidian:

Zitat von Maysen:

Belohnen wir uns nicht selbst auch manchmal wenn wir irgendwas gut oder schnell erledigt haben?

Gibt es dann nicht auch mal eine kurze Pause? Einen Kaffee oder was leckeres oder so?


Klar. Aber da ich mich in dem Fall selbst belohne, war der Anreiz ein intrinsischer. Ich hab es getan und belohne mich dafür, weil ICH es tun wollte bzw wichtig oder notwendig fand, dass ich es tue. Ich hab eine Entscheidung getroffen, die rein die Handlung ansich betrifft, mich damit auseinandergesetzt.
Belohnt mich ein anderer, hab ich es ja erstmal nicht deswegen getan, sondern weil ich die Belohnung wollte. Ich hab mich innerlich absolut nicht weiterentwickelt.
Sind schon zwei Paar Stiefel.

Und grade diese extrinsischen Anreize, Dinge zu tun, die man von selbst nicht tun würde, sind eben nicht ganz ungefährlich weil sie eine ungesunde Grundhaltung bei den Kindern prägen können.


Und wie ist das dann, wenn das Kind den Vorschlag macht?
Von der Patentante hat Andrea einen großes Stickerheft bekommen, irgendwie 1500 Sticker.
Sie hat sich gefreut und ich meinte dann nur, bitte nicht dein Zimmer damit tapezieren.
Dann gab sie mir das Heft und meinte: Immer wenn wir den Keller aufräumen kriegen wir einen Sticker!
Da hatte ich keine Gegenargumente und nun gibt es seit Nikolaus für jedes Mal Keller aufräumen einen Sticker für jedes Kind.
Somit teilt sie ihre Sticker sogar mit ihren Schwestern und sie freuen sich sogar diebisch auf so kleine Abziehbilder.
Und das entwickelt hier echt eine Gruppendynamik, die habe ich noch nicht erlebt.
Es wird gerne aufgeräumt, sie spornen sich gegenseitig an und sie verhandeln sogar ohne Streit, wer welchen Sticker bekommt.
Elsilein
5394 Beiträge
04.01.2019 00:18
Zitat von Norimena:

Zitat von Obsidian:

Zitat von Maysen:

Belohnen wir uns nicht selbst auch manchmal wenn wir irgendwas gut oder schnell erledigt haben?

Gibt es dann nicht auch mal eine kurze Pause? Einen Kaffee oder was leckeres oder so?


Klar. Aber da ich mich in dem Fall selbst belohne, war der Anreiz ein intrinsischer. Ich hab es getan und belohne mich dafür, weil ICH es tun wollte bzw wichtig oder notwendig fand, dass ich es tue. Ich hab eine Entscheidung getroffen, die rein die Handlung ansich betrifft, mich damit auseinandergesetzt.
Belohnt mich ein anderer, hab ich es ja erstmal nicht deswegen getan, sondern weil ich die Belohnung wollte. Ich hab mich innerlich absolut nicht weiterentwickelt.
Sind schon zwei Paar Stiefel.

Und grade diese extrinsischen Anreize, Dinge zu tun, die man von selbst nicht tun würde, sind eben nicht ganz ungefährlich weil sie eine ungesunde Grundhaltung bei den Kindern prägen können.


Und wie ist das dann, wenn das Kind den Vorschlag macht?
Von der Patentante hat Andrea einen großes Stickerheft bekommen, irgendwie 1500 Sticker.
Sie hat sich gefreut und ich meinte dann nur, bitte nicht dein Zimmer damit tapezieren.
Dann gab sie mir das Heft und meinte: Immer wenn wir den Keller aufräumen kriegen wir einen Sticker!
Da hatte ich keine Gegenargumente und nun gibt es seit Nikolaus für jedes Mal Keller aufräumen einen Sticker für jedes Kind.
Somit teilt sie ihre Sticker sogar mit ihren Schwestern und sie freuen sich sogar diebisch auf so kleine Abziehbilder.
Und das entwickelt hier echt eine Gruppendynamik, die habe ich noch nicht erlebt.
Es wird gerne aufgeräumt, sie spornen sich gegenseitig an und sie verhandeln sogar ohne Streit, wer welchen Sticker bekommt.

Genau das ist ja die besagte intrinsische Motivation, von der Obsi gesprochen hat
04.01.2019 00:30
Zitat von Alaska:

Ich kenn dieses Symstem aus meiner Grundschulzeit und es hat so ziemlich alle Kinder unwahrscheinlich begeistert, weil man sich eine Postkarte aussuchen durfte, wenn man 10 Sterne gesammelt hat (1 Stern für Hausaufgaben komplett gemacht).
Ich hab heute noch den Karton, in dem ich diese Postkarten aufbewahre.

Jonas wurde mit dem Belohnungssystem relativ zügig trocken. Auch bei Max werd ich das gleiche Prinzip anwenden.

Ich find es toll. Alles, was Kinder begeistert, Aufgaben zu machen, die halt einfach nicht enorm viel Spaß machen, ist doch toll. Warum sollen sich meine Kinder demotiviert durch Hausaufgaben quälen oder Hausarbeit mitmachen, wenn es auch mit Vorfreude geht, weil sie sich danach einen Sticker aussuchen dürfen? Ist doch spitze.
Ich würde auch nie im Leben arbeiten, wenn ich nicht die Motivation "Lohn" vor der Nase hätte.


Das ist sehr schade. Vielleicht solltest du noch einmal über deine Berufswahl nachdenken.
04.01.2019 00:36
Wir haben kein Belohnungssystem und ich sehe eigentlich auch keinen Grund, ein solches einzuführen. Mein Kind muss weder seine Fernsehzeit, noch sein Taschengeld „verdienen“, indem es mir gefällig ist. Und fürs aufs Klo gehen wird hier auch keiner belohnt Ich sage ungern „nie“, aber von meinem jetzigen Standpunkt aus ist das eine Methode, gegen die sich alles in mir sträubt. Mein Kind ist kein Hund, dem ich mit Belohnungen erwünschtes Verhalten anerziehen möchte.
04.01.2019 01:03
Zitat von Nini16:

Wir haben kein Belohnungssystem und ich sehe eigentlich auch keinen Grund, ein solches einzuführen. Mein Kind muss weder seine Fernsehzeit, noch sein Taschengeld „verdienen“, indem es mir gefällig ist. Und fürs aufs Klo gehen wird hier auch keiner belohnt Ich sage ungern „nie“, aber von meinem jetzigen Standpunkt aus ist das eine Methode, gegen die sich alles in mir sträubt. Mein Kind ist kein Hund, dem ich mit Belohnungen erwünschtes Verhalten anerziehen möchte.


Seh ich auch so aktuell
Tanzbär
9770 Beiträge
04.01.2019 03:33
Zitat von Nini16:

Zitat von Alaska:

Ich kenn dieses Symstem aus meiner Grundschulzeit und es hat so ziemlich alle Kinder unwahrscheinlich begeistert, weil man sich eine Postkarte aussuchen durfte, wenn man 10 Sterne gesammelt hat (1 Stern für Hausaufgaben komplett gemacht).
Ich hab heute noch den Karton, in dem ich diese Postkarten aufbewahre.

Jonas wurde mit dem Belohnungssystem relativ zügig trocken. Auch bei Max werd ich das gleiche Prinzip anwenden.

Ich find es toll. Alles, was Kinder begeistert, Aufgaben zu machen, die halt einfach nicht enorm viel Spaß machen, ist doch toll. Warum sollen sich meine Kinder demotiviert durch Hausaufgaben quälen oder Hausarbeit mitmachen, wenn es auch mit Vorfreude geht, weil sie sich danach einen Sticker aussuchen dürfen? Ist doch spitze.
Ich würde auch nie im Leben arbeiten, wenn ich nicht die Motivation "Lohn" vor der Nase hätte.


Das ist sehr schade. Vielleicht solltest du noch einmal über deine Berufswahl nachdenken.

Ich finde, dass das wenig mit der Berufswahl zu tun hat.

Ich bin auch furchtbar gerne arbeiten gegangen und hatte meinen Spaß an der Arbeit, aber wenn ich dafür keinen Lohn bekommen hätte, wären mir anstelle der Arbeit noch tausend andere Sachen eingefallen, die mir ebenfalls Spaß machen. Bücher lesen, spielen, mit den Kindern etwas unternehmen usw.
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