Mütter- und Schwangerenforum

WeLove(ly)Books - Buch des Monats

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Geri
11952 Beiträge
07.11.2013 14:53
Part 4
Sehr berührend fand ich hier das Abendessen bei der muslimischen Familie und deren Vergangenheit. Da hatte ich wirklich Gänsehaut.
Hope hat mich ziemlich damit genervt, dass sie bei Gavin so dermaßen blind war.
Diese Gedankeneinspieler von Rose finde ich spannend, jedoch bezweifle ich, dass jemand mit Alzheimer wirklich noch solch klare Momente hat. Natürlich weiß das keiner, aber wenn ich meine demente Oma als Vergleich nehme, glaube ich einfach nicht daran. Sie hat zwar auch immer viel von der Vergangenheit erzählt, jedoch die Verknüpfung von damals zu heute erscheint mir bei Rose zu klar für ihren doch schon schlimmen Zustand. Die Phase, wo Familienmitglieder nicht mehr erkannt werden, ist bei uns nun auch erreicht - da gibt es quasi keine zusammenhängenden Sätze mehr, daher fällt es mir schwer zu glauben, dass Rose noch normale Tage erleben kann.
Komisch fand ich auch die Aussage von Jacobs Vermieterin, dass er traurig und suchend wirkt. Passte meiner Meinung nach nicht zu ihrer Art, wie sie vorher daher kam, sowas zu bemerken.
Gut gefällt mir die ganze Bäckerei-Atmosphäre! Ich schätze ja, Alain oder Jacob werden finanziell einspringen, um diese zu retten.
Und nun, Finale!
Geri
11952 Beiträge
07.11.2013 21:11
The End
Ich bin durch - oder soll ich sagen:"Ich hab es geschafft"?
Ich bin enttäuscht! Wieder mal ein dermaßen hochgelobtes Buch, was für mich dieses Lob nicht verdient hat!
Es gibt tolle, berührende Momente, die aber von den anderen, triefend kitschigen oder völlig aus der Luft gegriffenen Stellen überlagert werden, so dass ich es einfach nicht genießen konnte.
Wie soll Rose mit ihrem Alzheimer-Grad noch einen derart klaren, ausführlichen Brief schreiben können und diesen auch noch an den richtigen Mensch zum Lagern befördern?
Wieso haben sich Rose und Jacob nicht gefunden, wenn Hope es innerhalb von ein paar Wochen schafft?
Natürlich hat Gavin nichts besseres zu tun, als auf Hopes gute Laune zu warten, um dann für sie parat zu stehen.
Natürlich kommt ein unerwarteter Geldsegen, wo die Bäckerei vor dem Ruin steht.
Ich habe noch kein Rosamunde Pilcher Buch gelesen, aber so stelle ich es mir vor!
Mit den Charakteren und deren Handeln bin ich bis zum Schluss nicht warm geworden. Hope ist für mich wie ein bockendes Kleinkind - ganz schlimm! Der Rest bleibt eher farblos.
Gut gefallen haben mir hingegen die Rezepte und wie diese in die Geschichte eingebunden wurden.
Auch die Geschichten aus der NS-Zeit waren sehr bewegend und aufwühlend. Es hätte ein gutes Buch werden können...
Und jetzt ihr!
HibiscusFlower
9726 Beiträge
11.11.2013 09:28
Leseabschnitt 1:

Auch ich habe angefangen und wenn ich mir jetzt so meine Notizen zum ersten Leseabschnitt durchlese, sind die viel negativer als ich diesen bisher empfunden habe

Vielleicht versuche ich es einfach mit Beispielen:

Hope: die Geschichte zu der Bäckerei gefällt mir sehr gut und man kann auch erkennen, dass sie in der Arbeit dafür aufgeht. Doch irgendwie nervt es mich, wie sie stetig alles in ein negatives Licht stellt...vor allem sich selbst.
>>> Ich bin eine schlechte Enkelin, als Mutter und Frau habe ich versagt, ich bin einfach ein schlechter Mensch. <<<
Man erfährt ja, ab welchem Punkt alles irgendwie schiefgelaufen ist und Träume geplatzt sind.
Beziehung aus Vernunft und nicht aus Liebe - wenn man niemanden wirklich an sich heranlässt und nicht wirklich liebt, dann kann man nicht verletzt werden.
Ich würde mich ja schon als einen vorsichtigen Menschen beschreiben, aber mit solchen Gedanken/solch einer Grundeinstellung/solch einer Sichtweise von sich selbst würde ich...ja was würde ich ? Auf jeden Fall nicht so tun, als hätte ich alles im Griff

Matt: der Freund aus Highschoolzeiten. Gegen diesen Mann habe ich ja schon nur vom Lesen eine Abneigung. Ich war über jedes Kapitel froh, in dem er nicht vorkam.

Annie: reizbar, nervös, wütend - seit der Trennung macht sie eine schwierige Phase durch und Hope versucht ihr schlechtes Benehmen damit zu entschuldigen. Zum Glück nur bis zu einem bestimmten Punkt. Auf ihren Ex Rob kann sie bei der Erziehung und der Überwindung der schwierigen Phase wohl eher nicht setzen.

Großmutter Rose/Mamie: verstört, vergesslich, verwirrt - ich kenne diesen Zustand von der Oma meines Mannes. Ich kenne auch solch lichte Tage, bei denen man sich zwar freut, aber nicht weiss, was man davon halten soll. Der zweite Leseabschnitt wird es wohl mit sich bringen. Bisher finde ich es interessant, dass ihre Sichtweise in das Buch mit eingebaut ist auch (Kapitel 3+6).

Gavin: ist wohl der schnuckelige Part in dem Buch. Obwohl ich der Meinung bin, dass er mehr drauf hat, als nur gut auszuschauen

Wirklich gefallen haben mir Mrs. Koontz und Mrs. Sullivan und ihre Erzählungen von früher. Liegt wohl daran, dass ich auf so alte Geschichten stehe
Geri
11952 Beiträge
11.11.2013 09:35
Musste gerade wirklich überlegen, wen du mit Koontz und Sullivan meinst, aber das waren die Damen im Café, ne?
Die Geschichte fand ich auch niedlich, aber ist wohl auch nicht viel hängen geblieben...
HibiscusFlower
9726 Beiträge
11.11.2013 09:38
Leseabschnitt 2:

Hier war ich zunächst überrascht, dass dieser mit einem vernünftigen Gespräch zwischen Hope und Annie begonnen hat. Eines besseren wurde ich schnell belehrt, da dies ja mit einem "Ich hasse dich" geendet hat. Was geht mit dem Mädchen ? Mal wirkt sie so "reif" und "sensibel" eingestellt und dann schlägt sie mit ihren 12 Jahren wieder rotzigen Alarm.

Der nervtötende Matt war auch wieder von der Partie. Dieses bedrängende gibt mir das Gefühl, dass seine Absichten nicht so selbstlos sind, wie er Hope zu vermitteln versucht

Dagegen tat das Gespräch von Hope mit Gavin richtig gut. Ich sag ja, er kann etwas mehr als gut ausschauen und handwerkliches Geschick beweisen.

Nach den Telefonaten, die ergebnislos blieben, macht sie Hope auf nach Paris. Olivier Berr mit seinen 93 Jahren und seiner Geschichte hat mich berührt.

Dass Alain lebt, war irgendwie vorhersehbar, auch wenn er mich dann mit der Familiengeschichte überrascht hat. Rose hat wohl ein paar mehr Geheimnisse. Was diesen Jacob betrifft, bin ich gespannt.
HibiscusFlower
9726 Beiträge
11.11.2013 09:40
Zitat von Geri:

Musste gerade wirklich überlegen, wen du mit Koontz und Sullivan meinst, aber das waren die Damen im Café, ne?
Die Geschichte fand ich auch niedlich, aber ist wohl auch nicht viel hängen geblieben...


Oh ja...genau die beiden Ich hatte mir die beiden gemerkt, weil sie einen Teil der Story zu Rose betragen konnten...und auch zu ihrem Mann, der ja aus Cape Cod stammt...Dinge, die weder Hope gewusst hat und auch Annie hat sie da erst erfahren.
Nur zu Leona konnten die beiden nichts herausfinden. Vielleicht hat das ja etwas mit dem Jacob zu tun ?!
HibiscusFlower
9726 Beiträge
11.11.2013 09:42
Soweit bis hier hin. Ich muss gestehen, dass ich gestern Abend noch Zeit zum Weiterlesen gehabt hätte. Doch die Lust fehlte mir dazu Hatte ich bis dahin schon festgestellt, dass ich anfangen querzulesen
Geri
11952 Beiträge
11.11.2013 09:53
Ich ahne schon, du wirst die vielen 5 Sterne Bewertungen nicht teilen.
HibiscusFlower
9726 Beiträge
11.11.2013 10:05
Zitat von Geri:

Ich ahne schon, du wirst die vielen 5 Sterne Bewertungen nicht teilen.


...sagt die junge Dame mit der 2Sterne Rezi

Für mich ist diese eigentlich sensible Story zu abgeklärt bisher

Ganz am Anfang stand:
Alles haben zu wollen, bedeutet alle Hände voll zu tun zu haben.
Hope hat zu tun, aber was genau hat sie denn ?

Die Familienbäckerei ist dem Untergang geweiht, aber sie macht tagtäglich nichts anderes, als fleissig vor sich hinzubacken.
Sie ist so damit beschäftigt, sich die Versagerrolle zuzuspielen, dass sie gar nicht wirklich in Bewegung kommt
Wie schon erwähnt, was die Story von Olivier Berr bisher das einzigste, was mich bewegt hat.
Bei der Sache mit Gavin verbietet sie es sich selbst, mehr zuzulassen.

Mal schauen, was da noch kommt. Bisher bin ich nicht überzeugt
Geri
11952 Beiträge
11.11.2013 10:30
Sie resigniert ständig in Momemten, wo noch was zu retten wäre, statt Hilfe zu akzeptieren, macht sie lieber gar nichts - alles Punkte, weswegen ich sie als einem bockigem Kleinkind ähnlich bezeichne.
HibiscusFlower
9726 Beiträge
11.11.2013 18:18
Leseabschnitt 3 :

Ja, was schreibe ich denn hier ?
Geri hat von Vorhersehbarkeit geschrieben.
Ich hingegen muss gestehen, dass dies der beste Teil an dem Buch ist. Dies liegt für mich an den Geschichten, die Alain, seine Freunde und dieser Haddam zu erzählen hatten. Hierbei geht es einfach um die Zeit, was damals geschah.
Zudem wurden so einige Puzzlestücke an ihren Platz gerückt.
Alain empfinde ich als sehr angenehm. Hope fiel erst dann wieder negativ auf, als die beiden in den Staaten waren. Beispiel: ihr Spruch zu Alain, als er seine Hilfe in der Bäckerei angeboten hat ( Fühl dich nicht verpflichtet, ich komme sehr gut allein zurecht. )
Dass es Annie ist, die sich begeistert auf die Suche nach Jacob macht, gefällt mir. Wäre jetzt nicht der Wutausbruch gewesen, für den ihr Dad der Auslöser war, den sie aber an Hope ausgelassen hat, könnte mir die Kleine richtig gut gefallen
HibiscusFlower
9726 Beiträge
11.11.2013 22:42
Leseabschnitt 4:

Nun weiss ich, woher Hope ihre "Ich komme allein zurecht"-Einstellung her hat. Also wenn dann schon die 12-jährige Annie sagt: "Du bist immer so negativ.", frage ich mich, wer von den beiden mehr Stärke aufzeigt
Und mal wieder haben wir den nervigen Matt. Ich hätte ja fast gekichert, als Alain ihn die trockene Ansage gemacht hat.
Der abrahamische Verband - ein sehr interessantes Thema (für mich), welches ich auch nachgegoogelt habe, um noch mehr darüber zu erfahren. Die Geschichte von Elida, die ja für diesen Verband arbeitet, und ihrer Mutter, hat mich berührt.
Das Leben läuft nicht so, wie wir es planen. Aber vielleicht so wie es soll.
Dass ich Gavin bisher sehr mochte, hatte ich doch schon erwähnt oder ? Und spätestens hier bestätigt sich mein Gefühl ihm gegenüber. Vielleicht liegt es darin, dass ich ähnlich empfinde und dem Leben gegenübertrete.
Aus Erfahrungen lernen, Fehler korrigieren, das Leben leben !
HibiscusFlower
9726 Beiträge
11.11.2013 22:51
Leseabschnitt 5:

Die einen mögen es kitschig finden, wie Hope und Jacob in N.Y. aufeinandertreffen. Ich war kurzzeitig milde gestimmt, was Hope betrifft. Sie hat ihrer Großmutter zugehört und sich daran erinnert. Natürlich erweitert Jacob die Sichtweise der ganzen Geschichte und auch sie gehört einfach dazu. Was mit Rose passiert und dass auch Jacob ihr bald folgen wird, ja damit habe ich gerechnet.
Ich wünschte, Alain wäre geblieben. Aber nein, hope musste ja erstmal noch für den Aufreger in dem Leseabschnitt sorgen "ich brauche ihm nicht - niemanden!" *kotz*
Die Angelegenheit mit dem Erbe hatte ich erwartet. Auch konnte ich mir denken, was so ungefähr in dem Brief steht.
Dass Annie und Hope sich wieder langsam angenähert haben, hat mir gefallen. Annie wurde damit als das kluge, sensible Mädchen rübergebracht, was sie meiner Meinung nach ist. Bei Hope konnte man erkennen, dass sie nicht wie ihre Mutter ist, auch wenn sie mich als Protagonisten nicht überzeugen konnte.
Geri
11952 Beiträge
12.11.2013 07:21
Zum Ende:
Gavin mochte ich auch durchgehend. Nur, dass er alkes mit sich machen lässt, ging mir gegen den Strich.
HibiscusFlower
9726 Beiträge
12.11.2013 08:04
Hibi´s Reziprobleme:

Jetzt denke ich schon seit einer Stunde über die Rezi nach zu unserem Novemberbuch nach und fast bin ich dazu geneigt, gar keine zu schreiben.

Warum ? Weil ich irgendwie sauer bin Als das Buch vor einem halben Jahr erschienen ist, war ich neugierig und wollte es unbedingt lesen. "Wow, ein Buch, bei dem ich weinen musste" - liest man in jeder zweiten 5 Sterne Rezi.
Zugegeben, der geschichtliche Teil hat mich bewegt, habe ich auch hier unterm Lesen geschrieben. Aber das Buch war ja nicht auf der Vergangenheit aufgebaut, sondern hat uns in diese zurückgeführt. Und der Gegenwartteil war für mich einfach unpassend ausgewählt.

Sollte ich es mal mit einer Plus-Minus-Liste versuchen ?

+ Das Cover ist mir damals aufgefallen und der Klappentext hatte mich neugierig gemacht.

+ Der geschichtliche Hintergrund und die Figuren dazu, die aus der Vergangenheit erzählen konnten. Alain hat mich von diesen am meisten berührt.

- Die Protagonistin Hope - "Ich bin eine schlechte Enkelin, als Mutter und Ehefrau habe ich versagt, ich bin ein schlechter Mensch" - Dafür, dass sie so eine Negativhaltung hat, gelingen ihr die Dinge des Lebens und die Suche doch ganz gut...stellenweise zu gut. Sie stößt auf kein wirkliches Hindernis und in einem rasanten Tempo löst sich alles in Wohlgefallen auf, was letztendlich den Kitschgedanken auskommen lässt.

- So einige Stellen im Buch kamen mit ein paar Längen daher, die mich querlesen lassen haben. Was soll da zurückbleiben ? Für MICH nur die Erzählungen aus der Vergangenheit, über die ich nachdenke, über die ich rede.

+/- Die alles überwindende Liebe von Rose und Jacob. Rose hat in der Vergangenheit nur hingenommen und resigniert in meinen Augen. Die Bemühungen von Jacob waren immer da, auch wenn sie keinen Erfolg hatten.

+/- Gavin - mit seiner ruhigen Art, die auf viel mehr als gutem Aussehen basierte. Leider lief das Ende auf Kitsch hinaus.

*****

Die Alzheimer von Rose ist ein schwieriges Thema, weswegen ich es nicht berücksichtigt habe. Ich kenne den Verlauf der Demenz durch die Oma meines Mannes. Und natürlich läuft dies unterschiedlich ab.
Hätte Rose den Brief schon beim Feststellen der Krankheit geschrieben, einfach weil sie wollte, dass ihre Geschichte nicht verloren geht, wäre dies vielleicht glaubwürdiger rübergekommen.

Hätte, wäre, wenn...SCHADE...für mich ist es, als wäre eine wirklich wichtige und auch interessante Geschichte in einer Klatschzeitung gedruckt wurden. Versteht man das "Bild" ?
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