Kind ist gemein und hört nicht
30.01.2026 08:22
Zitat von Anonym 5 (212179):
Zitat von Anonym 1 (212179):Wegen 1x Hand ausrutschen trägt doch keiner einen bleibenden Schaden davon, da müsste ja die Generation unserer Eltern nur geschädigt sein, da waren Watschn an der Tagesordnung.
Leider ist mir letztens mal die Hand ausgerutscht und habe nachdem er mich geboxt hat, aus reflex eins zurückgehauen. Natürlich ist er dann weinend weggelaufen. Ich bereue es sehr und habe nur noch geweint und mich entschuldigt. Aber irgendwie hat es auch die ganze Situation verändert, seither hat er niemanden mehr von uns gehauen und sich deutlich gebessert. Wir belohnen ihn jetzt für gutes Benehmen mit einem kleinen Spielzeug und müssen ihn nur wenn er wieder am Rad dreht anmahnen, dass er das Spielzeug nicht kriegt, wenn er sich jetzt schlecht benimmt. Das klappt bis jetzt ganz gut und er ist auch wie ausgewechselt und ziemlich lieb.
Trotzdem habe ich nach wie vor ein schlechtes Gewissen und hoffe, er trägt deswegen keinen psychischen Schaden davon.
Warum bekommt er jetzt ein Spielzeug bei gutem Benehmen? Klar ist er da wie ausgewechselt, er will das ja, aber "gutes"= "normales" Benehmen und das sollte selbstverständlich und nicht an Bedingungen/Erwartungen geknüpft sein.
Genau, Selbstverständlichkeiten bedürfen keiner Belohnung.
Und für alles, was darüber hinaus geht, reicht ein "Danke", "Da hast du mir jetzt echt toll geholfen", oder irgendwie so in der Art.
30.01.2026 17:40
Ich finde eure Lösung auch nicht besonders zielführend. Manche Dinge darf man von Kindern auch einfach erwarten, z b dass sie einen nicht schlagen oder beleidigen. Ich würde mich bei so einem Verhalten vermutlich eher distanzieren, Kind tobt und beleidigt? Dann ist es wohl gerade nicht in der Stimmung für Vorlesen und kuscheln. Dann halt nicht, geh ich eben die Wäsche machen, Kind kann ja noch etwas hüpfen und sich dann hinlegen, wenn es müde ist. Zum Hüpfen würde ich eine matte ins Zimmer legen, damit das Bett nicht kaputt geht.
30.01.2026 18:42
Ich finde eure Lösung auch nicht besonders zielführend. Manche Dinge darf man von Kindern auch einfach erwarten, z b dass sie einen nicht schlagen oder beleidigen. Ich würde mich bei so einem Verhalten vermutlich eher distanzieren, Kind tobt und beleidigt? Dann ist es wohl gerade nicht in der Stimmung für Vorlesen und kuscheln. Dann halt nicht, geh ich eben die Wäsche machen, Kind kann ja noch etwas hüpfen und sich dann hinlegen, wenn es müde ist. Zum Hüpfen würde ich eine matte ins Zimmer legen, damit das Bett nicht kaputt geht.
31.01.2026 19:52
Guten Abend, danke für eure Antworten.
Das Belohnen soll eine Art Motivation sein, keinen Unfug anzustellen: Das heisst, für jeden Tag an dem er artig war, gibts ein Häkchen und wenn nicht, dann gibts ein Kreuz. Wenn dann 20 Häkchen auf dem Blatt sind, darf er sich etwas Kleines im Supermarkt aussuchen.
War nur Mal so eine Idee von mir, aber seither klappt es viel besser mit ihm, er motiviert sich dann, brav zu sein. Hab das so von der Schule der Verhaltenspsychologie abgeschaut und es einfach Mal ausprobieren wollen. Verhaltenspsychologie geht ja so, dass man gute Taten belohnt, damit das Kind die schlechten Taten „verlernt“
Das Belohnen soll eine Art Motivation sein, keinen Unfug anzustellen: Das heisst, für jeden Tag an dem er artig war, gibts ein Häkchen und wenn nicht, dann gibts ein Kreuz. Wenn dann 20 Häkchen auf dem Blatt sind, darf er sich etwas Kleines im Supermarkt aussuchen.
War nur Mal so eine Idee von mir, aber seither klappt es viel besser mit ihm, er motiviert sich dann, brav zu sein. Hab das so von der Schule der Verhaltenspsychologie abgeschaut und es einfach Mal ausprobieren wollen. Verhaltenspsychologie geht ja so, dass man gute Taten belohnt, damit das Kind die schlechten Taten „verlernt“
31.01.2026 19:58
Zitat von Marie2010:
Zitat von Anonym 5 (212179):
Zitat von Anonym 1 (212179):Wegen 1x Hand ausrutschen trägt doch keiner einen bleibenden Schaden davon, da müsste ja die Generation unserer Eltern nur geschädigt sein, da waren Watschn an der Tagesordnung.
Leider ist mir letztens mal die Hand ausgerutscht und habe nachdem er mich geboxt hat, aus reflex eins zurückgehauen. Natürlich ist er dann weinend weggelaufen. Ich bereue es sehr und habe nur noch geweint und mich entschuldigt. Aber irgendwie hat es auch die ganze Situation verändert, seither hat er niemanden mehr von uns gehauen und sich deutlich gebessert. Wir belohnen ihn jetzt für gutes Benehmen mit einem kleinen Spielzeug und müssen ihn nur wenn er wieder am Rad dreht anmahnen, dass er das Spielzeug nicht kriegt, wenn er sich jetzt schlecht benimmt. Das klappt bis jetzt ganz gut und er ist auch wie ausgewechselt und ziemlich lieb.
Trotzdem habe ich nach wie vor ein schlechtes Gewissen und hoffe, er trägt deswegen keinen psychischen Schaden davon.
Warum bekommt er jetzt ein Spielzeug bei gutem Benehmen? Klar ist er da wie ausgewechselt, er will das ja, aber "gutes"= "normales" Benehmen und das sollte selbstverständlich und nicht an Bedingungen/Erwartungen geknüpft sein.
Genau, Selbstverständlichkeiten bedürfen keiner Belohnung.
Und für alles, was darüber hinaus geht, reicht ein "Danke", "Da hast du mir jetzt echt toll geholfen", oder irgendwie so in der Art.
Das tun wir natürlich auch und viel reden. Aber wenn er dann wieder richtig bestialisch daher kommt, „drohen“ wir, ein Kreuz auf das Blatt zu setzen.
01.02.2026 10:22
Zitat von Anonym 1 (212179):Mit der Belohnung ist aber eher die immaterielle Belohnung gemeint, also Lob, gemeinsame Unternehmungen, das Lieblingsessen kochen etc, weil das langfristig das Verhalten ändert. Spielzeug bringt nur kurzfristig etwas und wird schnell uninteressant. Ausserdem sollte bei kleineren Kindern die Spanne bis zur Belohnung kürzer sein, 20 Tage und mehr auf eine Belohnung warten, ist in dem Alter zu lange und mit "Drohungen" von eurer Seite ein Kreuz zu machen, wird das Ganze auf Dauer nicht funktionieren.
Guten Abend, danke für eure Antworten.
Das Belohnen soll eine Art Motivation sein, keinen Unfug anzustellen: Das heisst, für jeden Tag an dem er artig war, gibts ein Häkchen und wenn nicht, dann gibts ein Kreuz. Wenn dann 20 Häkchen auf dem Blatt sind, darf er sich etwas Kleines im Supermarkt aussuchen.
War nur Mal so eine Idee von mir, aber seither klappt es viel besser mit ihm, er motiviert sich dann, brav zu sein. Hab das so von der Schule der Verhaltenspsychologie abgeschaut und es einfach Mal ausprobieren wollen. Verhaltenspsychologie geht ja so, dass man gute Taten belohnt, damit das Kind die schlechten Taten „verlernt“
Davon abgesehen rate ich dir, das Verhalten einmal ärztlich abklären zu lassen noch bevor er in die Schule kommt, allein schon im Hinblick auf das "bestialische" Verhalten, wie du es formuliert hast.
05.02.2026 16:58
Du Liebe,
das klingt sehr anstrengend! Ich fühle mit dir! Ich kenne sowas auch! Es ist so schwierig, wenn man nicht weiß, wieso das Kind dieses oder jenes macht. Er hat ein Bedürfnis, dass derzeit offensichtlich nicht erfüllt ist und er versucht es sich mit diesem Verhalten zu erfüllen. Vielleicht hat er ein Bedürfnis nach mehr Autonomie? Mehr selbst entscheiden zu dürfen? Oder mehr exklusive Aufmerksamkeit?
Versuch mal hinter das Verhalten zu schauen, vielleicht fällt dir auf, welches Bedürfnis er sich zu erfüllen versucht. Auf jeden Fall bin ich ansonsten ganz bei @Nickitierchen, er will dich sicher nicht mit seinem Verhalten absichtlich provozieren oder ärgern.
Auf Belohnung sowie auch auf Bestrafung würde ich versuchen zu verzichten. Kinder wollen grundsätzlich den Eltern gefallen, mitmachen und ein Teil des Gesamten sein. Dafür bedarf es keine extra Belohnung, nur eventuell liebevolle Zuwendung und Empathie. Belohnung macht diese intrinsische Motivation kaputt.
Ich wünsch euch alles Liebe! Schon alleine, dass du dir so viele Gedanken um dein Kind machst, zeigt dass du eine tolle Mama bist!
das klingt sehr anstrengend! Ich fühle mit dir! Ich kenne sowas auch! Es ist so schwierig, wenn man nicht weiß, wieso das Kind dieses oder jenes macht. Er hat ein Bedürfnis, dass derzeit offensichtlich nicht erfüllt ist und er versucht es sich mit diesem Verhalten zu erfüllen. Vielleicht hat er ein Bedürfnis nach mehr Autonomie? Mehr selbst entscheiden zu dürfen? Oder mehr exklusive Aufmerksamkeit?
Versuch mal hinter das Verhalten zu schauen, vielleicht fällt dir auf, welches Bedürfnis er sich zu erfüllen versucht. Auf jeden Fall bin ich ansonsten ganz bei @Nickitierchen, er will dich sicher nicht mit seinem Verhalten absichtlich provozieren oder ärgern.
Auf Belohnung sowie auch auf Bestrafung würde ich versuchen zu verzichten. Kinder wollen grundsätzlich den Eltern gefallen, mitmachen und ein Teil des Gesamten sein. Dafür bedarf es keine extra Belohnung, nur eventuell liebevolle Zuwendung und Empathie. Belohnung macht diese intrinsische Motivation kaputt.
Ich wünsch euch alles Liebe! Schon alleine, dass du dir so viele Gedanken um dein Kind machst, zeigt dass du eine tolle Mama bist!
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