Mütter- und Schwangerenforum

Studierende Kinder

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12.09.2019 20:47
Meine Mutter ist Fleischerinnung, mein Vater Schlösser. Mich haben sie auf eine Realschule geschickt, nach der Grundschulzeit die beste Entscheidung. Während meiner Jahre dort merkte ich aber selbst (und auch die Lehrer) das ich es auch locker auf dem gym schaffen könnte. Ich habe dennoch meine mittlere Reife gemacht und eine Ausbildung abgeschlossen. Danach bin ich gleich ins Arbeitsleben gestartet, wollte Geld verdienen. Rückblickend hätte ich lieber noch mein Fachabi dranhängen sollen und noch einen BA machen sollen. Naja, hinterher ist man immer schlauer. Jetzt werde ich es halt in diesem Winter nachholen und ein Studium in TZ aufnehmen. Ich merke einfach, ich bin nicht glücklich in meinem Jeruf. Meine Eltern haben mir aber immer die Wahl gelassen, hätten mich auch aufs Gymnasium geschickt, wenn ich es gewollt hätte. Pauschal kann man das wohl nicht sagen in welche Richtung es mit den eigenen Kindern gehen wird. Ich versuche sie einfach in dem zu fördern was ihnen Spaß macht, wo sie gut sind und zeige ihnen die Möglichkeiten zwischen denen sie selbst wählen können. Bildung ist ja nun keine Einbahnstraße, selbst mit Haupt-, oder Realschulabschluss kann man es zu was bringen. Man muss sich zwar oft etwas mehr reinhängen, aber wenn man will kann man alles schaffen
19Sabrina87
5365 Beiträge
12.09.2019 20:50
Zitat von -Brünni88:

Hallo,

ich mal wieder mit meinen komischen Themen. Ich muss gerade etwas ausschweifen.

Wenn Eltern studiert haben, ist es ja oft so, dass die Kinder auch studieren, da sie es halt so kennen.

Nun habe ich Arbeitskolleginnenen, Also „nur“!Metzgereifachverkäuferinnen mit „nur“!Handwerkern als Männern, deren Kinder studieren. Was ja auch nicht schlimm ist, sondern toll. Ich frage mich nur, wie ich als Mutter mit mittlere Reife und normalem Ausbildungsberuf, mit Mann mit Hauptschulabschluss und ebenfalls normalem
Ausbildungsberuf, fördern kann, dass meine Kinder Interesse daran haben zu studieren.

Vom Kopf her hätte meine Tochter denke ich keine Probleme. Ich hätte auch studieren können aber bei mir waren die familiären Gegebenheiten ja nicht so optimal...

Wenn man meine Große fragt, was sie später mal sein möchte, kommt: „Metzgereifachverkäuferin wie meine Mama und nebenbei noch Landwirtin wie mein Papa“

Das ehrt uns natürlich. Wir sind ihre Vorbilder. Aber ich möchte nicht dass sie sich darauf fixiert, ohne zu begreifen, dass sie viel mehr Möglichkeiten hätte. Ich könnte mir sie sehr gut als Tierärztin vorstellen. Hätten wir auch was von

Also die Frage geht jetzt insbesondere an die, die studiert haben ohne Akademiker als Vorbilder daheim oder sogar schon studierende Kinder haben wie seid ihr auf die Idee gekommen, zu studieren und wie habt ihr euren Traumberuf gefunden?


Mein Papa war 'nur' LKW-Fahrer und meine Mama 'nur' Krankenschwester.. Mit Haupt - und Realschulabschluss.
Ich hatte immer Spaß am Lernen. Mir viel die Schule einfach und ich habe Herausforderungen gesucht.

Ursprünglich wollte ich mit 19 eine weitere Ausbildung im Dualsystem mit Studium machen... Ich hatte in der Ausbildung mit Fachabi einen Notendurchschnitt von 1.5... Der potentielle neue Arbeitgeber hat mir dann durch die Blume gesagt, ich wäre zu jung um dem Druck Stand zu halten... Dann hab ich mich aufs Studium konzentriert.

Meine Eltern haben mich nie in eine Richtung gedrängt, haben mir nur immer gesagt, dass sie mir jegliche Bildung immer finanziell ermöglichen werden, egal in welche Richtung ich gehen möchte.

Denke, das Interesse muss einfach vom Kind selbst ausgehen.

Und in meinem Studiengang wurde es mal abgefragt... Ich war tatsächlich eine der wenigen, die keinen Akademiker als Elternteil hatte... Aber dafür haben sämtliche Cousinen und Cousins von mir auch studiert... Ebenfalls ohne Akademikereltern...
Schnecke510
7207 Beiträge
12.09.2019 20:51
Zitat von -Brünni88:

Vielen Dank für eure ausführlichen Erfahrungsberichte. Das ist ja relativ gemischt wie ich es sehe aber im Endeeffekt kommt es immer aus dem eigenen Antrieb

Also ich finde es keinesfalls verwerflich, wenn sie „nur“ Verkäuferin wird. Ich bin Fleischereifachverkäuferin mit Leib und Seele, wäre lediglich gern vielleicht noch richtige Metzgerin aber unser Betrieb bildet leider keine Frauen in diesem Beruf aus.

Mir geht es primär darum, dass sie sich nicht darauf versteift, so zu sein wie ich es bin, sondern ich möchte das sie weiß, dass sie noch viel weiterkommen kann als ich es je zu träumen gewagt habe. Es steckt mit Sicherheit viel Potential in ihr und ich hätte halt gern, dass sie mitbekommt, dass es auch mehr gibt als das was mein Mann und ich machen

Warum denn das? Finde ich ja diskriminierend.
Nuya
10753 Beiträge
12.09.2019 21:06
Ich finde es toll, dass ihr ihr das ermöglichen wollt, wenn sie es kann und will. so sollte es sein. Und dann seh ich da auch gar kein problem, dass sie ihren weg macht, wie auch immer der aussieht.

Nein, meine sterne standen auch nicht auf studium. Trotzdem habe ich studiert und promoviere gerade in einer naturwissenschaft. Zu verdanken habe ich das zwei besonderen lehrern und einer ordentlichen portion hartnäckigkeit und sturrköpfigkeit.
Aber ich fühle mich auch jetzt immer noch sehr oft sehr deplatziert.

Mit deiner unterstützung kannst du deinem kind schon unheimlich viel geben. Völlig egal, was du selbst gelernt hast.

Ich werde meinen "werdegang" jetzt hier nicht weiter ausführen, aber falls du magst auch gerne per PN.
12.09.2019 21:24
Meine Eltern haben mir immer die Wahl gelassen. Ich hatte das Gefühl, ich kann alles werden, was ich möchte. Zudem haben mich meine Eltern zu Praktika ermutigt, sodass ich auch eine Übersicht bekomme und merke, dass es mehr gibt, als Bürokauffrau und Industriekaufmann. So kam es, dass ich nach dem Realschulabschluss auf ein Gymnasium gewechselt bin und anschließend studiert habe, da mein Berufswunsch durch ein Praktikum feststand. Ich bin meinen Eltern unheimlich dankbar, dass sie mir immer das Gefühl gegeben haben, in jeder meiner Entscheidung frei zu sein. Ihnen war es immer egal, ob ich nun Bankkauffrau, Dachdeckerin, Ärztin oder Restaurantfachfrau werden möchte, so lange es MEIN Wunsch war
Laura2012
1962 Beiträge
12.09.2019 21:31
Meine Eltern sind eingewanderte Arbeiter, meine Mutter hat nichtmal nen Schulabschluss.

Ich hatte von jeher den Wunsch zu studieren, ich kann gar nicht sagen woher das kam. Mein erster Berufswunsch war Anwältin, so wie Claire Huxtable von der Bill Cosby Show

Meine Eltern haben uns immer wieder gesagt wie wichtig Bildung ist. Kann mich noch sehr gut an einen Satz meines Vaters erinnern: „Wenn du nicht wie ich den ganzen Tag schwere Maschinen rumschieben möchtest, dann sei fleißig in der Schule!“.
Woher genau es kam, ich weiß es nicht. Aber der Wunsch war immer tief in mir drin. Auch wenn die Berufswünsche regelmäßig gewechselt sind.

An deiner Stelle würde ich mir da jetzt keinen Kopf drum machen.
Wenn sie gut ist in der Schule wird sie aufs Gymnasium gehen und alles andere kommt von selbst.
MiramitLionel
7560 Beiträge
12.09.2019 21:35
Ich studiere, mein Mann hat studiert und meine wie auch seine Eltern haben nicht studiert mein Papa war übrigens Metzger und als Kind wollte ich das auch werden ich bin die Einzige aus meiner Familie studiert, war später einfach mein Traum und wenn man Lionel fragt, will er das Gleiche machen wie Papa. Ich glaub Kinder eifern da immer den Eltern nach, egal, was diese gemacht haben. Meine Eltern haben da nichts gefördert, die Eltern meines Mannes auch nicht. Sie haben uns einfach machen lassen.

Deine Kinder gehen ihren Weg, da ist es wichtig sie zu unterstützen. Und ob mit oder ohne Studium, ist am Ende doch egal. Hauotaacje, sie sind glücklich und tun das, was sie interessiert. So sehe ich das zumindest bei Lionel ich will ihn in allem unterstützen
MissCoffee
12318 Beiträge
12.09.2019 21:36
Meine Eltern haben beide einen Lehrberuf, meine Mama war nach der Geburt meiner Schwester lange zu Hause bzw hat nur ein paar stunden gearbeitet.

Auch sonst hat keiner in meinem Umfeld studiert. Es hat mir auch keiner reingeredet in welche Schule ich gehen soll
Ich hab die Hauptschule (jetzt Neue Mittelschule) gemacht, ging nicht aufs Gymnasium obwohl ich es mit meinen Zensuren gekonnt hätte (war ne 1er Schülerin). Aber ich wollte bei meinen ganzen Freunden bleiben die alle auf die Hauptschule gingen.
Danach bin ich aufs Oberstufengymi gewechselt.
Ich hab immer leicht gerlernt, immer beste Noten geschrieben.
Meine Eltern haben mir bei der Wahl meines Weges nie reingeredet und so kam ich zum Studium.
Ich denke die Kinder finden ihren Weg...
Unterstützen konnten mich meine Eltern so gesehen auch nicht wirklich, was zb gemeinsam lernen betraf, da ich irgendwann ihren Schulwissenstand überholt hatte, aber das macht ja nix. Irgendwann lernt man eh alleine.
Meine Mama hat lange mit uns zb Englisch mitgelernt weil es sie selbst auch sehr interessiert hat.
MiramitLionel
7560 Beiträge
12.09.2019 21:41
Zitat von Schnecke510:

Also, grundsätzlich finde ich es nicht zwingend, dass man studiert, sondern dass man die Berufswahl interessengeleitet angeht. Wenn deine Tochter Verkäuferin werden will, soll sie doch - was ist schlecht daran? Es ist ein Mythos, dass man als Akademiker so viel bessere Möglichkeiten hat. Ja, man hat Möglichkeiten, aber es ist nichts umsonst. Man hat erstmal lange Zeit kein Einkommen, dann hat man viel Unsicherheit. Wenn jemand mit 16 weiß, dass er Metzger werden will, ist das doch ok. Es ist ein sicherer Job mit solidem Einkommen. Ein Akademiker verdient nicht automatisch viel. Dahinter stecken oft mehr Blut und Schweiß, als so mancher denkt.

Und da bin ich schon beim nächsten Thema: Es ist nicht so schwer, intellektuell das Abitur und das Studium zu bewältigen. Es geht um den Habitus. Sich den anzugewöhnen, ist das wirklich Harte an der Sache. Und dazu gehört, dass man lernt, sich zu quälen, die Komfortzone ständig zu verlassen, zu leisten und leisten und leisten...
Meine Eltern haben keinen akademischen Hintergrund. Leistungsmäßig war weder Schule noch Studium eine Herausforderung für mich, obwohl mich meine Eltern nie unterstützt haben oder konnten. Für mich war das Schwierigste, das Verhalten, die Werte, die Mentalität von Akademikern zu beobachten und zu lernen, denn erst wenn man das drauf hat, gehört man wirklich dazu. Ich war immer unsicher, hatte nie ein großes Selbstbewusstsein, zweifelte an meiner Leistung....das sind typische Eigenschaften von Arbeiterkindern und man muss versuchen, das abzulegen. Der Wert "Sicherheit" ist ein typischer Arbeiterwert. Er ist für mich immer noch wichtig. Mein Mann hingegen, der aus einer Akademikerfamilie kommt, legt keinen Wert auf Sicherheit - das ist ja wohl selbstverständlich. Während ich spare auf dem Sparbuch, investiert er, geht Risiken ein und ich arbeite und spare, arbeite und spare...und werde natürlich dabei nie reich.
Mein Elternhaus war für mich lange ein Problem. Damals in den 70er Jahren waren wir vielleicht 3 oder 4 Kinder am Gymnasium, wo die Eltern nicht auch Akademiker waren. Diese Elternhäuser waren feinfühliger, waren sensibler, während bei uns der Umgang rau war, es wurde getrunken, es wurde rumgeschrien....es war einfach nicht gemütlich. Bei den Akademiker-Kindern war es das. Die wuchsen behütet auf, ohne Ängste, ohne Zweifel.

Ich war lange Jahre in einem sehr akademisierten Umfeld tätig und ich fühlte mich nie dazugehörig. Heute begleite ich meinen Mann oft auf Veranstaltungen und ich merke, dass die Frauen der anderen, die wahrscheinlich studierte Eltern hatten, viel selbstbewusster und lockerer auftreten. Ich bin nach wie vor verspannt, obwohl ich studiert und sogar promoviert habe.
Drei meiner Kinder studieren mittlerweile auch, wobei zwei fertig sind. Ich bin froh, dass sie diese Ängste und Sorgen nicht haben wie ich. Meine eine Tochter hat Indogermanistik und klassische Philologie studiert, mein Sohn Philosophie und VWL...und sie haben keinerlei Zukunftsängste, sondern sind überzeugt von ihrem Können. Und darüber bin ich sehr froh. Das war ich nämlich nie.
Eine Geisteswissenschaft zu studieren und sich keine Sorgen um die Zukunft machen - das ist der wahre akademische Habitus...den ich nie hatte.


Toll geschrieben und tatsächlich finde ich uns da auch etwas wieder in deinem Text.

Mich natürlich nicht, bin ja noch nicht fertig, aber meinen Partner. Was der an Dienstreisen derzeit machen muss, die Luft brennt, arbeitet bis zum Umfallen :/ das ist gar nicht so einfach wie ich früher immer dachte.

Und ja, wir sind beide auch sehr auf Sicherheit bedacht (keine Akademiker als Eltern, meine sind inzwischen ja verstorben). Es wird immer überlegt, für was das Geld ausgegeben wird.

Hätte ich unser soziales Umfeld nicht, hätte ich mir das mit dem Studium wohl dreimal überlegt...
Lealein
10295 Beiträge
12.09.2019 21:43
Da meine Kinder noch nicht so alt sind und ich leider auch nicht studiert habe, berichte ich mal von meiner Schwester:
Unsere Eltern sind beides Hauptschüler ohne einen erlernten Beruf und kamen beide aus schlechten Verhältnissen bzw kaputten Familien. Unsere Mutter war leider keinerlei Hilfe was Schule anbelangt, da wir auf dänischen Schulen gingen, sie aber nicht Sprache erlernt hat. Ich schaffte nur die Realschule, aber meine Schwester war die erste in unserer Familie (eingeschlossen die uns bekannten Generationen davor) die ihr Abitur machte. Sie wollte Meeresbiologin werden, fing aber nur eine Ausbildung zur Tiermedizinischen Fachangestellten an. Der Grund hierfür war der Einfluss der Familie ihres Ex-Freundes und zum Teil sicher auch unsere Mutter, die ihr vermittelten, dass eine vernünftige Ausbildung viel mehr Wert hätte. Nun kam es, dass sie auf Grund einer Tierhaarallergie die Ausbildung abbrechen musste und fing tatsächlich aus eigenem Antrieb zu studieren an und man merkte, dass sie sich stark veränderte (im positiven!), sie wirkte selbstbewusster und umgab sich auch nur noch mit intellektuellen Leuten, was sie sehr prägte.

Ende von Lied, viel Leid, Arbeit und finanzielle Schwierigkeiten zum Trotz schaffte sie das Studium und arbeitet zwar nicht in dem Bereich wofür sie studiert hat, ist aber deutlich überbezahlt als Kollegen die nicht studiert haben (und die dänischkenntnisse waren ausschlaggebend).

Ergo: für sie hat es sich gelohnt zu studieren und endete nicht wie jeder in unserer Familie mit einem Maximallohn von 17 euro/Stunde. Ich bin unsäglich stolz.
Nickitierchen
26647 Beiträge
13.09.2019 06:32
Ich bin der Familie meines Vaters die komplett erste, bei meiner Mutter die zweite ( mit meinem onkel), die studiert hat.

Meine Mutter hat Realschulabschluss und mein Papa den dänischen Realschulabschluss, der früher hier nicht so viel wert war.

Sie sind Erzieherin und Maler. Ich war auf der Realschule sehr gut und als ich sagte, dass ich das, wie meine Mama machen möchte sagte sie mir damals mit 13: dann studiere das, kind. Deine Möglichkeiten sind dann viel größer. Und tatsächlich studierte ich Diplom Pädagogik.

Meine jungs müssen nicht studieren, wie es bei anderen Akademiker-eltern dich schon vorrausgesetzt wird. Sie müssen nicht mal aufs Gym, wenn sie es partout nicht wollen.
Marf
30264 Beiträge
13.09.2019 07:02
Meine äußern inz.Berufswünsche bzw. wollen mehr über Beruf XY wissen.Dann wird recherchiert und geschaut wowiewann es möglich ist.
In unserer Familie sind die meisten Handwerker,Angestellte oder Freiberufler.Studiert hat keiner.Obwohl es möglich gewesen wäre für einige und wir hier ja genug Unis vor Ort haben.
Keiner ist deswegen verhungert oder lebt schlecht,im Gegenteil.
Meine Kinder sollen auf den Beruf,den sie möchten hinarbeiten.Dabei werden sie unterstützt soweit das möglich ist..Ausschlaggebend ist,was sie wollen und ob es realistisch ist es zu erreichen.
-Brünni88
23365 Beiträge
13.09.2019 07:44
Ich bin auf der Arbeit und mein Handy verabschiedet sich langsam aber sicher, daher kann ich nicht auf alle einzeln eingehen.

Ich danke euch sehr, für eure Berichte und habe mein Fazit daraus gezogen, dass ich einfach so weiter mache wie bisher. Bestärken ihrer Wünsche und Interessen und dran glauben, dass sie ihren Weg findet
-Brünni88
23365 Beiträge
13.09.2019 07:47
Zitat von Schnecke510:

Zitat von -Brünni88:

Vielen Dank für eure ausführlichen Erfahrungsberichte. Das ist ja relativ gemischt wie ich es sehe aber im Endeeffekt kommt es immer aus dem eigenen Antrieb

Also ich finde es keinesfalls verwerflich, wenn sie „nur“ Verkäuferin wird. Ich bin Fleischereifachverkäuferin mit Leib und Seele, wäre lediglich gern vielleicht noch richtige Metzgerin aber unser Betrieb bildet leider keine Frauen in diesem Beruf aus.

Mir geht es primär darum, dass sie sich nicht darauf versteift, so zu sein wie ich es bin, sondern ich möchte das sie weiß, dass sie noch viel weiterkommen kann als ich es je zu träumen gewagt habe. Es steckt mit Sicherheit viel Potential in ihr und ich hätte halt gern, dass sie mitbekommt, dass es auch mehr gibt als das was mein Mann und ich machen

Warum denn das? Finde ich ja diskriminierend.

Körperlich zu hart. Da würde selbst ich als gut gebautes „mannsweib“ nicht mithalten können. Dazu müsste ich dann in ne kleine Metzgerei und das möchte ich nicht.
fellfluse
805 Beiträge
13.09.2019 07:48
Ich bin "Arbeiterkind" und Akademikerin.
Der Weg dahin war nie einfach und gleichzeitig nie "das wollte ich schon immer" sondern immer mehr "bietet sich gerade an" und das ist, was es schwer gemacht hat.

Studiert habe ich Geisteswissenschaften, weil der Studiengang auf meiner abgeschlossenen Lehre aufbaute. Nicht, weil ich das schon immer machen wollte.

10 Jahre nach meinem Abschluss sehe ich ein paar Dinge sehr klar :

1. Meine Interessen und mein Talent liegen woanders und heute würde ich etwas anderes studieren.
2. Mir hätte es viel gebracht, wenn mir jemand in der Mittelstufe Möglichkeiten und Wege gezeigt hätte, mich gefragt hätte, wie ich mir mein Leben ausmale. Und dann mit mir geschaut hätte, welche Berufsfelder zu meinen Wünschen und meinen Talenten passen.
3. Der erste Bildungsweg ist nicht das Nonplusultra. Ich bin während meiner Ausbildung erwachsen geworden und habe begriffen, dass man mal lernen muss, auch wenn man ohne lernen auch durchkommt. Weil manchmal eine Note für die Zukunft wichtig ist.
4. Ich habe großen Respekt vor denjenigen, die schon früh wussten, was sie machen wollen und darauf hingearbeitet haben, egal ob das ein Studium war oder nicht. Denn mit dem Beruf glücklich zu sein ist sehr viel mehr wert als ein akademischer Abschluss.
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