Mütter- und Schwangerenforum

Meine zweite Geburt - 31.12.18 kein Angst machender Bericht

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kataleia
7841 Beiträge
10.01.2019 12:49
Geburt Valentin

Seit dem 30.12.18, einem Sonntag, gegen 3 fingen ganz leichte, nicht wirklich schmerzhafte Wehen an. Mal alle 15 Minuten, mal 30 Minuten Pause. Aber an Schlaf war nicht mehr zu denken. Dummerweise hatte ich am Vortag einen Mittagsschlaf gemacht und war erst gegen 00 Uhr eingeschlafen.
Bis ca. 11 Uhr kamen immer mal leichte Wehen. Generell war jede Bewegung unangenehm bis Schmerzhaft. Langsames Gehen oder wenn ich bequem saß kein Problem. Aber jeder Positionswechsel. Zum Beispiel, wenn ich mich auf den Händen abgestützt hatte um mich mit dem Popo anders hinzusetzen.
Ab 10.30 sind wir mit dem Großen raus gegangen. Er mit dem Laufrad, wir zu Fuß. Wir waren dann auch auf einem Spielplatz, keine 10 Gehminuten entfernt. Von dort bin ich dann alleine nach Hause gelaufen – mein Mann wollte mich eigentlich nicht alleine nach Hause laufen lassen, aber ich wollte ja, dass Alexander einen schönen Tag hat und sich auspowern kann. Und ich hatte ja das Handy dabei und versprach, sobald ich zu Hause bin eine Nachricht zu schreiben.
Wehen hatte ich zwar keine mehr, ich legte mich auch ins Bett und hörte Hörbuch – einschlafen konnte ich aber nicht. Ca. 1,5 Stunden später waren mein Mann und Alexander zu Hause.

Dann ging es auch immer mal wieder mit einem sehr leichten Ziehen los, von dem ich aber wusste, dass es unproduktiv ist.
Dann bekam ich eine Nachricht von einer, die sich auf mein Inserat des alten Kindersitzes vom Großen gemeldet hat. Sie fragte, ob sie um 16 Uhr vorbeikommen kann zum Anschauen und ggf. kaufen.
Das ging natürlich klar. Sie entschied sich dann auch dafür den Sitz zu kaufen. Bei der Geldübergabe spürte ich auf einmal etwas laufen … zum Glück hatte ich eine Einlage in der Hose. Ein Riss in der Fruchtblase.
Gegen 18 Uhr ging ich ins Bett und trotz leichter Wehen konnte ich irgendwann einschlafen – ich war einfach zu kaputt.
Die Wehen wurden dann gegen 21 Uhr immer mal stärker und ich war sicher, es tut sich jetzt auch langsam was. Gegen 00 Uhr kamen sie in kurzen Abständen von 4-9 Minuten und dauerten auch endlich nicht mehr nur um die 30 Sekunden, sondern auch irgendwann um die 60 Sekunden.
Ab 2 Uhr wurden sie schmerzhaft und um 3 weckte ich meinen Mann, dass seine Mutter nun gerufen werden muss um für Alexander da zu sein – aber dass sie sich nicht stressen muss. 25 Minuten später war sie da und sie konnte sogar nochmal einschlafen habe ich später erfahren. Der Große war auch darauf vorbereitet worden, dass wenn das Baby kommen möchte, ich ins Krankenhaus muss und der Papa mitkommt und dann die Oma B. da sein wird wenn er aufwacht.
Er fragte nach dem Aufwachen kurz nach mir, aber war mit Omas Erklärung direkt zufrieden und sie haben schön gefrühstückt.
Derweil waren wir gegen 3.45 im Krankenhaus und ich am CTG.
Lustigerweise war eine die ich vom Geburtsvorbereitungskurs kannte auch im Krankenhaus – sie hatte mir schon zuvor geschrieben, dass sie gerade entbunden hat – da war es 2 Uhr.
Sie kam mich dann am CTG besuchen, da ihre Tochter selig schlief, sie aber nicht schlafen konnte. Sie war im Zweibettzimmer und war noch alleine, da sagte ich, dass ich gerne zu ihr gehen würde – eigentlich hatte ich ein Einzelzimmer vorangemeldet, aber ich kannte sie ja und sie war nett, so sparte ich mir die Zuzahlung von 80 Euro am Tag für ein Einzelzimmer – das wären von Montag bis Donnerstag schließlich 320 Euro gewesen … Mein Mann war derweil an der Anmeldung mein Krankenkassenkärtchen abgeben und Formalitäten regeln und brachte dann mein Gepäck ins Zimmer – die Hebamme sagte, „das wird heute noch was“ – der Muttermund war 2-3 cm offen – genausoweit wie bei Alexander, als ich im Krankenhaus erstmalig untersucht wurde. Ach, das CTG anlegen war super – egal wer es beim Frauenarzt gemacht hatte, es dauerte immer eine ganze Weile, bis die Herztöne ordentlich aufgezeichnet wurden. Die Hebamme im Krankenhaus tastete meinen Bauch ab, legte das CTG an und direkt waren perfekte Herztöne zu hören!
Die Hebamme selbst war mir zwar unsympathisch – eine kleine, drahtige um die 50-55 und ziemlich kurz angebunden und barsch – aber das hatte sie drauf. Sie ließ auch mit sich reden, dass ich es im Liegen einfach nicht mehr aushalte und kabelte mich ab.
Dann ging es in den Kreißsaal, den ich von der ersten Geburt schon kannte – der mit der Wanne.
Die Wehen wurden ziemlich übel – ich spürte sie im unteren Rücken. Lendenwirbelbereich und Steißbein. Alles an Muskulatur krampfte. Mein Mann massierte mir den Bereich und es tat gut. Er massierte auch immer mal die Schultern etc.. Das war gut zur Ablenkung. Die Wehen kamen alle 4 Minuten. Ich konnte so langsam nicht mehr stehen, ich war so so so sehr müde! Sitzen oder gar liegen ging aber gar nicht, da waren die Schmerzen im Rücken nicht auszuhalten. Die Hebamme legte das Kabellose CTG an (genauso super und schnell wie beim ersten Mal – war also kein Zufall). Dann schlug sie vor, dass ich im 4-Füßler aufs Bett gehe und sie die Rückenlehne hochfährt und ich mich mit den Armen dort stützen kann. Das war recht gut, doch leider hielten das meine Beine auch nicht mehr aus- und die Herztöne waren auch weg in dieser Position mit Hängebauch nach unten *lach* sie meckerte zwar etwas darüber, aber ich sagte nur, ich muss das schließlich irgendwie aushalten. Es war noch nicht mal 5 Uhr, ich war also noch keine Stunde im Kreißsaal und konnte es schon nicht mehr aushalten. Ganz kurz dachte ich an Schmerzmittel – aber andererseits hielt ich es noch aus und ich wollte doch wirklich nur, wenn es sein muss irgendetwas nehmen, da es ja doch auch auf das Baby übergeht … und in die Wanne wollte ich eigentlich auch noch nicht. Ich ging davon aus, dass es noch Stunden dauert, bis Valentin da ist – die Hebamme überprüfte den Muttermund und er war bei ca. 5cm. Ich weiß, dass man nicht stundenlang in der Wanne sein kann – aber vielleicht 2 Wehen später, war mir das egal. Ich bat darum in die Wanne zu dürfen um etwas zu entspannen, nicht mehr meine Muskulatur für den 4-Füßler oder das Stehen zu benötigen und gleichzeitig aber auch nicht mit meinem Rücken und Po irgendwo aufzuliegen.
Sie ließ das Wasser ein, ich stieg in die Wanne – die Minuten bis das Wasser eingelassen ist, schienen eine Ewigkeit zu dauern … es war ein tolles Gefühl in der Wanne – bis die erste Wehe dort kam – aber auch dies war in der Wanne deutlich besser als draußen.
Ich erinnerte mich an mein Schwangerschaftsyoga, an die Atemtechniken und an die Töne, die man beim langsamen Ausatmen durch den Mund machen kann – ich brauchte wirklich nur 3 Atemzüge für eine Wehe – ich war so fertig, in den Pausen von nunmehr vielleicht noch 3 Minuten schlief ich jedes Mal kurz ein.
Mein Mann saß neben mir auf dem Stuhl, gab mir Wasser und war selbst sehr sehr müde und passte auf, dass ich beim wegnicken nicht untergehe *lach*
Die Hebamme war im Nebenraum – im Büro und die Tür war offen, sie schaute nur ab und zu mit dem Kopf rein, brachte nochmal eine Flasche Wasser.
Um kurz vor 6 kam eine andere Hebamme – eine viel sympathischere – die sagte, sie hätte nun gleich Dienst und sie würden gerade noch die Übergabe machen – ich bat darum, Lachgas zu bekommen – das hatte mir bei Alexander schon gut geholfen. Die Schwester wurde gebeten das Lachgas zu holen, was auch schon direkt parat stand. Ich rief, dass ich es nun gerne hätte – die Hebamme meinte, sie käme sofort, sie möchte dabei sein wenn ich es bekomme, da bei manchen der Kreislauf absackt im warmen Wasser, wenn sie Lachgas bekommen.
Ich dachte, das halte ich jetzt echt nicht mehr aus – und die nächste Wehe fühlte sich auf einmal ganz anders an – mir wurde klar, das ist eine Presswehe.
Ich schrie: Hilfe, der will raus.
Die neue Hebamme kam ganz verblüfft, fühlte und spürte den Kopf ganz deutlich. Sie wurde minimal hektisch, da ja noch kein Arzt gerufen war, die alte Hebamme schon auf dem Weg nach draußen war und sie im Mutterpass gelesen hatte, dass Alexander 4880g und 37KU hatte – irgendwie ließ sie gleichzeitig die andere Hebamme zurückrufen, rief erstmal den falschen Arzt an, der erst ab 8 Uhr Dienst hat – rief dann den richtigen an und die alte Hebamme war etwas sauer nochmal gerufen worden zu sein. Es war noch eine Presswehe, die ich verhechelte, in der ich aber merkte, wie der Kopf alles schon dehnt. Sie sagte, ich soll ihn ruhig kommen lassen. Sie hatte immer noch ihre Hand unten an mir, ich fauchte „Finger weg da unten!“ – ich konnte es nicht aushalten, irgendwo berührt zu werden.
Ganz kurz bekam ich Panik, dass es jetzt soweit ist, dass es sicher wieder so lange dauert bis der Kopf draußen ist und dann sicher wie beim letzten Mal auch noch die Schultern, die nochmal so anstrengend waren – das alles lief in rasender Geschwindigkeit in meinem Kopf ab, wie wenn die letzte Geburt erst gerade eben gewesen wäre.
Ich fühlte mich, als würde ich mich von außen betrachten und gar nicht in mir drin sein. Ich presste, schrie und da flutschte auch schon das gesamte Baby mit Karacho aus mir heraus, in die Hände der Hebamme.
Ich war total erschrocken und verzückt! Ich rief so etwas wie „Mein Baby, da ist er ja schon“.
Er schrie direkt aus Leibeskräften.
Vom ersten Erscheinen der Hebamme bis zur Geburt waren nur 20 Minuten vergangen.

Am 31.12.18 um 6.20 Uhr erblickte Valentin das Licht der Welt

Und schon wurde das Wasser abgelassen, er war auf meiner Brust und warme Tücher wurden über uns gelegt. Es war ein genauso verzaubernder Moment wie beim ersten Mal. Pures Glück.

Und schon hörte er auf zu weinen.
So durften wir eine Weile liegen, bis mir zu kalt wurde. Dann wurde die Nabelschnur abgeklemmt und Mein Mann durchtrennte sie so wie bei Alexander. Er bekam Valentin auf den Arm. Ich stieg aus der Wanne, was super klappte. Mein Kreißlauf war super. Ich sah, dass das Wasser in der Wanne nicht wirklich gefärbt war – bei Alexander sah man, dass Blut mit dem Wasser vermischt war. Ich hatte also kaum Blut verloren.
Ich legte mich aufs Bett und bekam Valentin wieder. Wir bekamen ganz viele Tücher. Valentin suchte schon die Brust, die Hebamme half mir, ihn gut zu positionieren und schon saugte er ganz kräftig.
Dann kam der Arzt.

Er gratulierte und meinte auch gleich, er sei ja ein sehr fittes Kerlchen. Valentin hatte wundervollerweise wohl keinen Stress unter der Geburt – sofern man das überhaupt von einer Geburt sagen kann.
Sein großer Bruder war deutlich geschaffter und schlapper und bekam sicherheitshalber die Nase abgesaugt und kurz Sauerstoff.
Dann kam das Schlimmste – der Arzt wollte schauen ob und was für Verletzungen ich davon getragen hatte. Davor hatte ich Angst – beim Großen hatte das Nähen trotz Lokalanästhesie sehr weh getan. Es waren damals 3 Stiche und ein Dammriss Grad 2.

Der Arzt merkte meine Reaktion und sagte, er sei jetzt ganz ganz ganz vorsichtig und würde nur schauen zunächst. Ich versuchte zu entspannen – der Arzt tat mir wirklich nicht weh. Er meinte, es sei nur eine Abschürfung und ein ganz kleiner Riss, er habe direkt einen Tupfer hin und in ein paar Minuten würden wir schauen, ob es noch blutet oder schon aufgehört hat.
Ach und gleichzeitig kam einfach so die Plazenta raus
Die Hebamme fragte ob ich sie mitnehmen möchte. Ich verneinte. Alles war vollständig und schon ward sie entsorgt.
Leider blutete es noch sehr leicht und der Arzt meinte, er würde gerne einen einzigen Stich machen, damit es am Besten heilt und ich später keine Probleme bekomme … ok tief durchatmen.
Ich sagte, dass das Nähen mir von der letzten Geburt trotz Betäubung mir in einer sehr schlechten Erinnerung geblieben ist und ich den Arzt letztes Mal wirklich super fand, aber das Nähen war nix

Er war daraufhin sehr nett und einfühlsam, erklärte mir, dass er eine kleinere Nadel nehmen würde, als die Spritze für Betäubung dick sei, eine Betäubung also schon mehr weh tut, als der Stich. Und dass der Arzt vom letzten Mal wirklich super sei – ER aber die einfühlsamsten Hände und das größte Geschick hätte und ich sehen werde, wie gut er das macht
Ich gab daraufhin mein Einverständnis, ließ die Knie auseinander und verlangte aber nach der Hand von meinem Mann.

Der eine Stich war dann wirklich nicht so schlimm wie vorgestellt.
Dann erst teilte die Hebamme mit, sie würde nun gerne die U1 machen und dass ich Valentin dann auch gleich wieder bekäme.

Er meckerte etwas, ließ es es aber über sich ergehen. 4050g, 56cm und 36,5KU – also kein Wunder, dass er im Gegensatz zum großen Bruder so geflutscht ist (der hatte 4880g, 57cm und 37KU).
Danach hatten wir noch 2 Stunden im Kreißsaal, bevor Valentin angezogen wurde, ich mich angezogen habe und wir ins Zimmer gebracht wurden.
AmyPixie
6501 Beiträge
10.01.2019 13:15
Herzlichen Glückwunsch, kataleia. Irgendwie kaum zu glauben, dass du jetzt schon zwei kleine Jungs hast

Und da bekommt man gleich weniger Angst vor einer Geburt
kataleia
7841 Beiträge
10.01.2019 16:28
Zitat von AmyPixie:

Herzlichen Glückwunsch, kataleia. Irgendwie kaum zu glauben, dass du jetzt schon zwei kleine Jungs hast

Und da bekommt man gleich weniger Angst vor einer Geburt


Vielen Dank

Ja ich kann es selbst noch nicht richtig fassen! Hätte mir das jemand vor gut 4 Jahren prophezeit

Ich drücke dir fest die Daumen, dass du bald einen positiven Test vorliegen hast
Und dann anschließend eine ganz unkomplizierte Schwangerschaft
Zwergmaus83
1046 Beiträge
10.01.2019 16:34
Herzlichen Glückwunsch zum kleinen Valentin . Willkommen im Club der 2 Fach Mamas . Ich wünsche euch eine schöne Kuschelzeit.
kataleia
7841 Beiträge
10.01.2019 16:43
Zitat von Zwergmaus83:

Herzlichen Glückwunsch zum kleinen Valentin . Willkommen im Club der 2 Fach Mamas . Ich wünsche euch eine schöne Kuschelzeit.


Vielen Dank

Ja es ist wieder ganz zauberhaft.
Ganz anders, als nach der ersten geburt, aber nicht minder zauberhaft. Die Glückshormone haben mich mal wieder im Griff

Ich bin so gespannt was die Zukunft bringt
Jadaflo
76286 Beiträge
10.01.2019 17:04
Alles alles gute zur Geburt
Willkommen kleiner valentin

Schöner geburtsbericht
Nadine07
1964 Beiträge
10.01.2019 17:46
Was für ein schöner Bericht!
Herzlichen Glückwunsch zu Deinem zweiten Schatz!
10.01.2019 18:47
Schöner Bericht
Glückwunsch zum kleinen Prinzen
Engelchen1711
114223 Beiträge
10.01.2019 18:52
Ein wunderschöner GB

Meine 2-3 Stiche wurden damals auch ohne Betäubung genäht.
Tatyanna
3737 Beiträge
10.01.2019 19:02
Herzlichen Glückwunsch meine Liebe auch ein Valentin
Und der erste auch Alexander, wie bei mir
Du warst mir beim Treffen schon total sympathisch
Katheryna
2033 Beiträge
10.01.2019 19:04
Herzlichen Glückwunsch .
So ein schöner Geburtsbericht .
Jadaflo
76286 Beiträge
10.01.2019 19:31
Zitat von Tatyanna:

Herzlichen Glückwunsch meine Liebe auch ein Valentin
Und der erste auch Alexander, wie bei mir
Du warst mir beim Treffen schon total sympathisch


Ist mir im 1.moment gar nicht aufgefallen
Mit den namen
Das die beides mal indentisch sind
Valentin ja
Murmeli87
9907 Beiträge
10.01.2019 19:56

So ein toller Bericht
NiAn
14946 Beiträge
10.01.2019 19:57
Herzlichen Glückwunsch der Fuchs ist auch ein Silvesterknaller, ihr werdet immer sehr viel Freude haben denn die ganze Welt feiert mit
Marsha
503 Beiträge
10.01.2019 20:27
Herzlichen Glückwunsch zum kleinen Erdenbürger ich wünsche Euch alles Liebe und eine traumhafte Kuschel und Kennenlernzeit.
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