Mütter- und Schwangerenforum

Wie erleben eure Männer den Kinderwunsch? Mein Mann wirkt distanziert…

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Chrysopelea
17125 Beiträge
17.07.2025 14:12
Zitat von PatchworkWahnsinn:

Zitat von Chrysopelea:

Zitat von PatchworkWahnsinn:

Zitat von Titania:

Kinderwunsch ist eine individuelle Sache. Ich habe den Eindruck, dass sich insbesondere Frauen sehr hineinsteigern können. Vielleicht kommen Männer damit auch nicht so gut zurecht? Man sollte immer versuchen, die Perspektive zu wechseln. Am besten ist, du sprichst es einfach mal an, ohne dass du ihm Vorwürfe diesbezüglich machst.


Danke dir für deine Antwort – du hast auf jeden Fall recht damit, dass der Kinderwunsch für jeden Menschen sehr individuell ist. Und ja, ich bin emotional sicher deutlich involvierter und angespannter als mein Mann, das nehme ich auch selbst so wahr. Aber ich würde für mich nicht sagen, dass ich mich „hineinsteigere“.
Ich glaube eher, dass ich eine sehr klare Vorstellung davon hatte, wie sich diese Reise anfühlen sollte – vor allem, weil meine bisherigen Schwangerschaften emotional eher schwierig waren.

Ich habe mir so sehr gewünscht, dass es diesmal anders ist – mehr getragen, mehr verbunden, vielleicht auch bewusster.
Und vielleicht war genau diese Hoffnung ein bisschen zu hoch, weil ich emotional eben viel mitbringe und die Kinderwunschklinik für mich ein ganz neuer, sensibler Raum ist.

Du hast auch recht damit, dass es wichtig ist, die Perspektive zu wechseln. Ich versuche wirklich, seine Art nicht als Gleichgültigkeit zu deuten, sondern als sein eigener Umgang mit einem Thema, das er (noch) nicht so nah an sich heranlässt.
Ein Gespräch ohne Vorwürfe steht definitiv an – ich muss nur den richtigen Moment und die richtigen Worte finden…


Ich weiß nicht, ob dir das hilft, aber ich bin auch so ein eher rationaler, läsungsorientierter Mensch und mir ist es dann je nachdem einfach nicht möglich mitzufühlen. Denn man kann Gefühle ja genau so wenig herbei wie weg zaubern. Das heißt aber nicht, dass es mir egal ist.
Vielleicht mal ein Beispiel, das natürlich nur bedingt passt, weil kinderwunsch ein ernstes Thema ist: mein Mann ist glühender Fußballfan. Wenn sein Verein schlecht spielt, kann ihm das den Tag ganz schön vermiesen. Ich kann das nicht nachempfinden. Ich verstehe nicht, warum einen die sportliche Leistung fremder Menschen so mitnimmt. Aber es ist mir nicht egal, weil er sich dann schlecht fühlt und für geliebte Menschen will man ja immer das beste. Aber ich kann es nicht mit ihm zusammen fühlen. Ich kann seine Gefühle akzeptieren und respektieren, ich kann Trost anbieten, aber es wird immer ein distanzieres Verhältnis sein, weil die Emotionen für mich nicht nachvollziehbar sind .
Ich verstehe, dass du es dir anders wünschen würdest, aber womöglich kann er diesen Wunsch nicht erfüllen.

Zur eigentlichen Frage: Der Vater meiner großen hat sich für den kinderwunsch nicht interessiert, für die Schwangerschaft und das Baby dann auch eher nicht.
Mein Mann war bei der kleinen sehr involviert, wusste immer wann ES ist, wir haben gemeinsame Vorkehrungen in Richtung Kiwu getroffen. Auch in der Schwangerschaft war er sehr interessiert, hat sich gekümmert, hat später einen Teil der Elternzeit genommen, bei mir zog sich das dann so durch... ich wünsche dir, dass es bei euch nicht so ist.

Danke dir für deine Perspektive – die hilft mir tatsächlich, weil du ganz ehrlich beschreibst, wie sich emotionale Distanz anfühlen kann, ohne dass einem etwas egal ist. Ich verstehe, was du meinst: dass man gewisse Emotionen einfach nicht nachempfinden kann, aber trotzdem für den anderen da sein möchte.

Genau da liegt bei uns aber das Problem: Bei deinem Beispiel bist du zwar emotional nicht involviert, aber du bist präsent, bietest Trost an, hörst zu – und genau das passiert bei uns nicht.
Wir reden einfach gar nicht über das Thema, und das beschäftigt mich sehr.
Ich weiß, dass man niemanden zu Gefühlen zwingen kann, aber ich wünsche mir Beteiligung – nicht weil ich erwarte, dass er genauso fühlt wie ich, sondern weil ich mich weniger allein fühlen möchte.

Bei meinen früheren Schwangerschaften lief es auch eher so wie du es mit dem Vater deiner Großen beschreibst: distanziert, kaum Interesse. Und gerade weil jetzt der Weg über die Kinderwunschklinik nochmal ganz bewusst und sensibel ist, wünsche ich mir diesmal mehr Nähe und Austausch.
Nicht nur Anwesenheit – die ist da, er kommt mit zu den Terminen – sondern echtes Mitgehen.

Was mir auch auffällt: Sobald ich vorsichtig Themen wie Elternzeit, Zukunftsplanung o. Ä. anspreche, blockt er ab mit dem Argument: „Das ist doch noch viel zu früh“.
Und ja, rational hat er da recht – aber grob drüber zu reden wäre ja kein bindender Vertrag, sondern einfach Teil dieser Reise. Ich habe das Gefühl, er will sich mit all dem nicht auseinandersetzen, solange es nicht konkret ist – während ich eben sehr stark im emotionalen Jetzt stecke.

Ich weiß, dass das unterschiedliche Herangehensweisen sind – aber es macht den Austausch so schwierig.
Ich wünsche mir so sehr, dass wir uns auf halbem Weg treffen können. Nicht, damit er fühlt, wie ich fühle – sondern damit ich mich weniger allein mit dem fühlen muss, was gerade in mir passiert...


Das was du beschreibst, würde mich auch sehr stören. Und gerade Themen wie Elternzeit sollte man unbedingt klären BEVOR man schwanger ist. Habe ich mit meinem Mann auch. Denn hätte er sich geweigert einen Teil der Elternzeit zu übernehmen und einen Teil des bringens/abholens nach der Elternzeit, hätte ich es mir mit dem Kinderwunsch nochmal sehr genau überlegt. Wenn man erstmal schwanger ist und nicht überein kommt, dann ist es zu spät (die Möglichkeit der Abtreibung lasse ich an der Stelle einfach mal außen vor, denn es wird wohl niemand bewusst ein Kind planen, schwanger werden und dann doch abbrechen, weil die Betreuung nicht geklärt werden kann.). Genau deswegen bespricht man sowas vorher.

Es wäre gut, wenn du nochmal mit deinem Mann sprichst und deine Gefühle und Gedanken erklärst und auch, dass einiges eben schon vor einer Schwangerschaft geklärt werden sollte, z.b. Betreuung und deren Finanzierung.
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