Mütter- und Schwangerenforum

Angst vorm Krieg!

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shelyra
69257 Beiträge
17.11.2015 21:12
Zitat von Mamota:

Schade.

war doch aber abszusehen - ist die normale reaktion von leuten die keine gerechtfertigte kritik vertragen.

es war zwar angenehm mit ihr zu diskutieren, aber ihre argumentation war oft sher fragwürdig
17.11.2015 22:11
Zitat von Die-zauberhafte-Patin:

Zitat von Stefanka93:

Zitat von Die-zauberhafte-Patin:

Zitat von Stefanka93:

Ich verstehe bei solchen Diskussionen nicht, woher diese extrem unterschiedlichen Erlebnisse mit Flüchtlingen herkommen.

Sind zufällig in der Nähe von besorgten Bürgern nur "Problemfälle" untergebracht? Oder das Gegenteil: Bei allen anderen sind nur die "Guten"? Oder übertreiben die Leute? Schmücken sie sich Dinge schön? Geben sie einfach ohne genaue Recherche Dinge wieder, die der Cousin vom Schwager 5. Grades angeblich erlebt hat?

Bei uns im Ort sind auch Flüchtlinge untergebracht und ja, sehr viele männliche (davon aber viele noch minderjährig). MIR ist hier noch nie was passiert. Ich habe mich bisher weder unwohl noch unbehaglich gefühlt. Ehrlich gesagt treffe ich sehr selten welche...Mein Mann gibt einmal in der Woche einen Sprachkurs, hat also aktiv mit diesen Menschen zu tun (man wird es kaum glauben, aber er macht das freiwillig). Im Kurs sind zu 90% immer alle Teilnehmer da und wenn jemand nicht da ist, kommt er in der nächsten Woche wieder. Es war bisher keiner unfreundlich, undankbar oder was auch immer der besorgte Bürger hier erwarten würde.

BTW wir wohnen im Umland einer deutschen Großstadt, die in den letzten Wochen einen sehr großen Zustrom an Flüchtlingen meistern musste, da die Züge aus Ungarn alle hier angekommen sind. Ist also nicht so, als würden wir in Hintertupfingen wohnen und hier sind +- 5 Flüchtlinge untergebracht.


Nein. Wir haben die einen, wie die anderen hier. Ich glaube, es ist einen generelle Lebenseinstellung. Ich sehe und erlebe das Zurücklächeln auf offener Strasse ( es ist nämlich auch eine Sache, wie man in den Wald reinruft, so schallt es auch hinaus), die Familien im Park, wo ich mal schnell am Drachen wiederfinde und helfe. Ich erlebe aber auch die andere Seite. Berufsbedingt muss ich des Öfteren an unserem Auffanglager vorbei und ja, da stehen die einzelnen Herren und rufen "ficki, ficki" und machen ganz eindeutige Bewegungen dazu. Ich erlebe es auch, dass die jungen Mädchen aus den Familien, die ich betreue, dumm angemacht werden. Bisher ist nichts passiert... also ich sehe auch das, aber ich werde trotzdem nicht pauschalisieren. Ich möchte mich viel lieber an denen orientieren, die einfach nur froh sind und das in ihrem täglichen Handeln auch zeigen. Da suche ich dann auch die Nähe und die Gespräche. Würde mir bei den Burschen vor dem Heim direkt nicht einfallen. Also es gibt sie.. sowohl als auch. Und ich glaube, es ist ein Charakterzug, welche Seite man dominieren lässt und wie differenziert man das große Ganze betrachtet.


Danke für deine Erfahrung!

Ja klar, gibt es sie. Das bestreitet hier auch keiner. Der Punkt ist einfach, dass offenbar überall dort, wo jemand ein Problem mit Flüchtlingen hat, ganz besonders viele und auch ganz besonders schlimme Dinge passieren. Dort gibt es dann keinen einzigen "guten" Flüchtling und ich verstehe nicht, wie das sein kann. Das kann doch nicht alles von der Denk- und Herangehensweise abhängen, oder? Mir ist ja auch bewusst, dass wir es mit unserem Heim offenbar ganz gut getroffen haben. Bisher ist noch nichts ernstes passiert und wie gesagt wurde ich auch noch nicht "dumm angemacht". Es ist mir einfach ein Rätsel, wie Erfahrungen so unterschiedlich krass ausfallen können. Es kann doch nicht sein, dass in xy nichts passiert, aber in yx lauter "Vollpfosten" rumlaufen.


Ich weiß nicht, ob es ausschliesslich an der Denk- und Herangehensweise liegt. Ich versuche es mal an einem harmlosen Beispiel zu erklären. Als ich damals schwanger werden wollte, hatte ich das Gefühl, dass plötzlich alle weiblichen Wesen um mich herum schwanger wurden oder ihre Kinder schon hatten. Dabei rede ich nicht von meinem Freundeskreis, sondern von dem Umfeld in dem mich bewegte. Ich sah nur noch Schwangere. Ich bin mir sicher, dass es davor und danach genauso war... und das eben nicht alle schwanger waren, aber die nahm ich nicht wahr. Ich nahm nur die Schwangeren wahr und die leuchteten wie ein Warnsignal.
Ich glaube, wenn man einfach nicht bereit ist, auch das Gute in der Flchtlingswelle zu sehen und eben 1,2 oder auch 3 schlechte Erfahrungen gemacht hat, dann ist man da so fokussiert drauf, dass man eben die anderen nicht mehr wahrnimmt. Man sieht nur noch die, die sich im Kopf verankert haben und das lässt den Eindruck entstehen, dass mind. 95% von den Flüchtlingen schlecht sind und kriminell.
Als ich auf meine Schwangerschaft fixiert war, ist es mir nicht gelungen, da wieder eine vollständige Wahrnehmung zu bekommen. Aber bei allen anderen Dingen, gelingt mir dies, weil ich gezielt darauf achte. Weil ich eben nicht will, dass es nur die eine Seite um mich herum gibt und es gibt auf der Welt nunmal keine Einseitigkeit. Jedes Ding, jede Sache, jeder Mensch und jede Begebenheit hat ihre 2 Seiten. Die Gute, wie die Schlechte. Ich versuche mich auf die Gute zu konzentrieren, komme nicht umhin auch die schlechte wahrzunehmen, aber ich betrachte das eben differenziert und suche direkt nach Vergleichen. Passiert mir eben eine schlechte Sache, achte ich verstärkt auf die guten Sachen in meinem Leben. In der Flüchtlingssache ist es ebenso. Passiert es mir, dass ich angepöbelt werde, oder höre ich mir das Leid der zu betreuenden Eltern an, die eben ihre Negativerlebnisse diesbezüglich haben, dann gehe ich gezielt mit ihnen in den Park und wir suchen gezielt den Kontakt zu den anderen Flüchtlingen. Wir erfahren dann meist nicht nur eine gute Sache, sondern mehrere. UNd das allein reicht, um mich da nicht von meinem Weg abbringen zu lassen - an das Gute im Menschen zu glauben.

Ich hoffe, es ist einigermassen verständlich geworden, wie ich es meine.

LG Zaubi


Ja, ich verstehe was du meinst
Es ist nur sehr traurig, dass offenbar zurzeit so vielen Menschen diese Fähigkeit fehlt.
Kinderwunsch85
620 Beiträge
17.11.2015 22:15
Um der Flüchtlingsdiskusion mal etwas Einhalt zu bieten muss ich ganz ehrlich sagen das ich zwar der Meinung bin das solchen Menschen geholfen werden muss. In wie weit es unsere Regierung hier übertreibt, dessen mag ich mir kein Urteil bilden da ja jeder eine andere Auffassung davon hat. Angesichts dessen was sich heute Abend in Hannover ereignet hat oder besser zum Glück nicht ereignet hat muss ich ganz klar sagen das wenn jemand etwas plant und es durchziehen will er dann einen Weg finden wird. Egal ob Flüchtling oder Landsmann!!!
naga90
2865 Beiträge
17.11.2015 23:16
Zitat von Kinderwunsch85:

Um der Flüchtlingsdiskusion mal etwas Einhalt zu bieten muss ich ganz ehrlich sagen das ich zwar der Meinung bin das solchen Menschen geholfen werden muss. In wie weit es unsere Regierung hier übertreibt, dessen mag ich mir kein Urteil bilden da ja jeder eine andere Auffassung davon hat. Angesichts dessen was sich heute Abend in Hannover ereignet hat oder besser zum Glück nicht ereignet hat muss ich ganz klar sagen das wenn jemand etwas plant und es durchziehen will er dann einen Weg finden wird. Egal ob Flüchtling oder Landsmann!!!


Sehr schön geschrieben!
Alaska
19399 Beiträge
17.11.2015 23:33
Das ist ja das Problem. Der IS ist auf Flüchtlinge nicht angewiesen. Mag sein, dass sich manche darunter mischen (könnten), aber selbst ohne Flüchtlingsstrom hätten sie genug (finanzielle) Mittel und Wege, so etwas durchzuführen.

Manchmal hab ich das Gefühl, dass viele Menschen, die ihre Wut auf die Flüchtlinge schieben, schlichtweg zu große Angst vor der Realität haben.
Terror = Flüchtlinge = Gefahr.
Lassen wir keine Flüchtlinge mehr rein und schieben alle hier ab = Terrorgefahr beseitigt = Angst weg.
Das ist so ein simpler Gedankengang, beruhigt aber vermutlich viele, da sie ihre Angst greifbar machen können und sie massiv eingegrenzt wird.
Außerdem finden sie in Menschen, die ähnlich denken, Verbündete, was sie wieder "stark" macht. Also nochmal etwas weniger Angst vor dem Unbegreiflichen.

Problem an der ganzen Sache ist eben nur: Sind die Flüchtlinge weg, besteht die Gefahr im selben Ausmaß immer noch. Wohin dann mit der Angst?

Ich kann im Ansatz so Menschen wie diamond verstehen, wobei sie schon stark rechte Gedankengänge hat (Afd ist nichts rechts, Afd distanziert sich von Gewalt (äh, im Ernst?), die Verherrlichung von Russland etc.), aber sie liegen nunmal falsch.
Ich biete immer wieder an, solche Menschen mit in die Unterkünfte zu nehmen.
Redet mit den Flüchtlingen, fragt sie, was sie erlebt haben, warum sie da sind (jeder hat seine individuelle Geschichte). Die Vorurteile können so schnell abgebaut werden - auch wenn auch dort immer Menschen darunter sind, die quer schlagen. Aber das haben wir in jeder Schicht, in jedem Land.
Die meisten sind sehr interessiert und dankbar. Kaum steht man in einer Unterkunft, wird man von jedem Zweiten zum Mitessen oder auf einen Tee eingeladen. Das war mir persönlich anfangs ganz befremdlich.

Ich bin wie gesagt der festen Meinung, dass die Flüchtlingsthematik absolut gar nichts mit den Terroranschlägen zu tun hat. Bzw. wir haben hier die Opfer dieser Gruppierungen sitzen, aber nicht die Drahtzieher.
Angst machen mir die deutschen Staatsangehörigen, die in Syrien so ein Camp besucht haben und inzwischen wieder in Europa verweilen - und ganz klar die rechte Szene mitsamt den besorgten Bürgern, denn Gnade uns Gott, sollte eine Partei wie die Afd an Macht gewinnen.
naga90
2865 Beiträge
17.11.2015 23:50
Auch der letzte Text ist sehr schön geschrieben!

Schlimm ist halt auch, das wenn die Franzosen jetzt zu uns fliegen würden da sie weiterhin in aktuer gefahr leben würden, stünden die Türen bestimmt offen. Dabei haben sie jetzt unter EINEM anschlag gelitten. Was ohne Frage grausam und schrecklich ist, aber die, die zu uns kommen (und wenn es nur 60 % derer sind die kommen) leben in diesem Terror, dort ist das kein einzelnes schreckliches Erlebnis etc.

Wenn jamand die schuld hat dann unsere Sesselfurzenden Politiker, die lieber Tagungen halten als sich an die Scheiß grenze zu stellen und anständige Asylpolitik durchzuführen. Es wird so viel gelabert anstatt zu machen....

Aber es gibt 100.000 verschiedene Ansätzte, und ich weiß leider auch noch nicht genug um das alles ganzheitlich zu sehen. Aber eines Weiß ich sicher. Fremdenhass ist einfach falsch. Angst vor Terrror, Angst vor einer anderen Religion und Tradition und Kultur ist kein Grund UNMENSCHLICH zu sein. Ich bringe meinen Kindern bei zu teilen, ich bringe meinen Kindern bei das es keine Unterschiede im WERT eines Menschen gibt und das kulturelle und religiöse Unterschiede interessant sind und nicht beängstigend... Tut ihr das nicht? Bringt ihr euren Kindern bei sich in ihr Zimmer zu setzten und zu schreien "NEIN, ihr dürft nicht reinkommen, das ist MEIN Zimmer, bleibt lieber draußen im Regen stehen. NEIN das ist mein Apfel den hab ich weil mein Papi arbeit hat (glücklicherweise) und du kriegst nichts auch wenn du hunger hast"?
18.11.2015 17:38
Zitat von naga90:

Auch der letzte Text ist sehr schön geschrieben!

Schlimm ist halt auch, das wenn die Franzosen jetzt zu uns fliegen würden da sie weiterhin in aktuer gefahr leben würden, stünden die Türen bestimmt offen. Dabei haben sie jetzt unter EINEM anschlag gelitten. Was ohne Frage grausam und schrecklich ist, aber die, die zu uns kommen (und wenn es nur 60 % derer sind die kommen) leben in diesem Terror, dort ist das kein einzelnes schreckliches Erlebnis etc.

Wenn jamand die schuld hat dann unsere Sesselfurzenden Politiker, die lieber Tagungen halten als sich an die Scheiß grenze zu stellen und anständige Asylpolitik durchzuführen. Es wird so viel gelabert anstatt zu machen....

Aber es gibt 100.000 verschiedene Ansätzte, und ich weiß leider auch noch nicht genug um das alles ganzheitlich zu sehen. Aber eines Weiß ich sicher. Fremdenhass ist einfach falsch. Angst vor Terrror, Angst vor einer anderen Religion und Tradition und Kultur ist kein Grund UNMENSCHLICH zu sein. Ich bringe meinen Kindern bei zu teilen, ich bringe meinen Kindern bei das es keine Unterschiede im WERT eines Menschen gibt und das kulturelle und religiöse Unterschiede interessant sind und nicht beängstigend... Tut ihr das nicht? Bringt ihr euren Kindern bei sich in ihr Zimmer zu setzten und zu schreien "NEIN, ihr dürft nicht reinkommen, das ist MEIN Zimmer, bleibt lieber draußen im Regen stehen. NEIN das ist mein Apfel den hab ich weil mein Papi arbeit hat (glücklicherweise) und du kriegst nichts auch wenn du hunger hast"?


Ja geredet wird immer viel aber gehandelt nur selten wenn überhaupt...
18.11.2015 17:54
Zitat von Alaska:

Das ist ja das Problem. Der IS ist auf Flüchtlinge nicht angewiesen. Mag sein, dass sich manche darunter mischen (könnten), aber selbst ohne Flüchtlingsstrom hätten sie genug (finanzielle) Mittel und Wege, so etwas durchzuführen.

Manchmal hab ich das Gefühl, dass viele Menschen, die ihre Wut auf die Flüchtlinge schieben, schlichtweg zu große Angst vor der Realität haben.
Terror = Flüchtlinge = Gefahr.
Lassen wir keine Flüchtlinge mehr rein und schieben alle hier ab = Terrorgefahr beseitigt = Angst weg.
Das ist so ein simpler Gedankengang, beruhigt aber vermutlich viele, da sie ihre Angst greifbar machen können und sie massiv eingegrenzt wird.
Außerdem finden sie in Menschen, die ähnlich denken, Verbündete, was sie wieder "stark" macht. Also nochmal etwas weniger Angst vor dem Unbegreiflichen.

Problem an der ganzen Sache ist eben nur: Sind die Flüchtlinge weg, besteht die Gefahr im selben Ausmaß immer noch. Wohin dann mit der Angst?

Ich kann im Ansatz so Menschen wie diamond verstehen, wobei sie schon stark rechte Gedankengänge hat (Afd ist nichts rechts, Afd distanziert sich von Gewalt (äh, im Ernst?), die Verherrlichung von Russland etc.), aber sie liegen nunmal falsch.
Ich biete immer wieder an, solche Menschen mit in die Unterkünfte zu nehmen.
Redet mit den Flüchtlingen, fragt sie, was sie erlebt haben, warum sie da sind (jeder hat seine individuelle Geschichte). Die Vorurteile können so schnell abgebaut werden - auch wenn auch dort immer Menschen darunter sind, die quer schlagen. Aber das haben wir in jeder Schicht, in jedem Land.
Die meisten sind sehr interessiert und dankbar. Kaum steht man in einer Unterkunft, wird man von jedem Zweiten zum Mitessen oder auf einen Tee eingeladen. Das war mir persönlich anfangs ganz befremdlich.

Ich bin wie gesagt der festen Meinung, dass die Flüchtlingsthematik absolut gar nichts mit den Terroranschlägen zu tun hat. Bzw. wir haben hier die Opfer dieser Gruppierungen sitzen, aber nicht die Drahtzieher.
Angst machen mir die deutschen Staatsangehörigen, die in Syrien so ein Camp besucht haben und inzwischen wieder in Europa verweilen - und ganz klar die rechte Szene mitsamt den besorgten Bürgern, denn Gnade uns Gott, sollte eine Partei wie die Afd an Macht gewinnen.


Danke für diesen Post! Genau das ist nämlich auch das Problem. Die Angst, dass die Terroristen mit den Flüchtlingen kommen. Klar, wäre dies möglich, allerdings haben sie eben diese gewissen finanziellen Mittel um viel bequemer in ein Land zu reisen. Aber das wollen anscheinend viele nicht wahrhaben und schauen weg. Sehen nur die Flüchtlinge und denken tatsächlich, dass es sich damit erledigt hätte, wenn keine mehr hier hinkommen dürften.... Ist die Angst echt schon zu groß um sich genau daran zu klammern? Oder wieso will es nicht verstanden werden?

Ich hab hier in den zwei (?) Tagen nur mitgelesen und bin wirklich erschrocken über einige Aussagen einer gewissen Userin. Ich sehe da aber auch wieder nur die Angst sprechen, bzw. schreiben.... Traurig und erschreckend zugleich!

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