Mütter- und Schwangerenforum

Ungewollt schwanger, Kindesvater möchte das Kind nicht

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09.05.2015 20:35
Zitat von Zaubersternchen:

Zitat von CaféCortado:

Hmm also "Zugang zu Mama UND Papa" kann ich so nicht unterschreiben, Zaubersternchen.

Es gibt so viele Alleinerziehende, bei denen der andere Part einfach keinen Bock auf das Kind hat, die es ganz wundervoll alleine großziehen..
Liest sich ein bisschen so, als wäre das für Dich auch unter den "KO-Kriterien".

Nein, so meine ich das nicht.

Viel eher so: Das Kind hat nicht nur einen Erzeuger, eine Erzeugerin, sondern es wurde von zwei Menschen gezeugt, die beide Willens und in der Lage sein sollten, sich mit ihrem Kind zu befassen und das Beste für es zu wollen.

Beide Elternteile haben das Recht und die Pflicht auf Umgang mit ihrem Kind (siehe BGB). Dieses Gesetz macht Sinn und hat Hintergrund.

Dass das in der Praxis nicht immer so ist, ist mir klar (habe ich beruflich ja jeden Tag mit zu tun - wenn ich nicht gerade in Elternzeit bin ).

Allerdings sollte man sich VORHER Gedanken darüber machen, ob das Kind wissen dürfen wird, von wem es kommt. Kinder haben ein Bedürfnis danach ihre Wurzeln zu kennen und sich mit ihren Wurzeln auseinandersetzen zu können. Unabhängig davon, welches Bedürfnis der Vater oder die Mutter dazu haben, denn hier geht es dann ausschließlich um das Kind.

Wobei das - und da hast Du vollkommen recht - kein Ausschlusskriterium für das Leben des Kindes sein sollte. Der Vater hat die Konsequenzen zu (er-)tragen. Er hätte bei einer Magen-Darm-Erkrankung vorher handeln müssen. Jetzt ist es m.E. einfach zu spät und er sollte sich mit seinem Sohn oder seiner Tochter arrangieren.

Allerdings gebe ich gut und gerne zu, dass ich, wenn ich so etwas derart schreibe, die Mutter und den Vater außer Acht lasse und für das Kind spreche, denn das Kind kann noch nicht für sich sprechen.

Wenn ich die Sicht der Mutter betrachte - und das hatte ich auch bereits geschrieben, kann ich ihre Verunsicherung, ihre Sorgen, ihre Ängste und ihre Überlegungen nachvollziehen. Sie setzt sich damit auseinander, dass ein Kind wirklich alles, alles verändern würde und das ist gut und richtig so. Das macht ihr Angst und es verunsichert sie. Auch das ist sicherlich eine normale Reaktion.
Aber letztlich wäre doch nur eine Beratungseinheit hilfreich, in der man ihre Situation beleuchtet und schaut, wie ist ihre Situation jetzt und wie könnte / würde sie sich mit Kind darstellen und möchte oder kann sie eine solche Veränderung bewerkstelligen oder nicht, wie könnte man sie unterstützen und was würde sie brauchen, wenn sie sich für das Kind entscheidet und wie könnte man ihr helfen, wenn sie sich gegen das Kind entscheidet.
Selbiges gilt natürlich für den Kindesvater...

Hier bleibt mir nur das zu sagen, was ich bereits geschrieben habe, denn wie sollte ich mehr dazu sagen können, wenn ich die junge Schwangere nur von dem kenne, was sie im Eingangspost geschrieben hat?!?


Ok danke - jetzt ist's klarer
09.05.2015 20:37
Zitat von MissMel:

Zitat von Obsidian:

Das ist jetzt OT aber was habt ihr immer alle mit diesem Herzschlag? Macht ihr daran die Grenze zur Abreibung fest? Ob das ein lebendes Wesen ist? Außerdem ist das ja auch kein perfektes Miniherz, dass anfängt, Blut zu pumpen und zu "schlagen" sondern die erste elektrische Leistung der Zellen, die später zum Herz differenzieren...

Manchmal hab ich das Gefühl, dass dieses "das Herzchen schlägt" ein bisschen romantisch missverstanden wird....


sehe ich auch so. für mich war es schon ein Lebenszeichen als ich überhaupt wusste das meine Periode aus blieb und ich schwanger sein könnte Lia war für mich schon vor der Schwangerschaft immer da. Ich wusste da schon das egal was kommt ich mein Kind Liebe. (aber ich habe halt schon immer darüber nachgedacht wenn ich mal kinder haben werde wie es wohl sein wird usw....) für mich war das nicht eine urplötzliche Situation.

ist schwieriger wenn du dir darüber nie gedanken gemacht hast und erst jetzt nachdenkst...aber jetzt spielen halt auch viele gefühle verrückt...darauf würde ich kein wert legen und abwarten...entscheidung von innen treffen ist immer das wahre egal was die Umwelt meint oder sieht.

mhh warte erstmal ab. es ist dein körper und entscheidung. vielleicht ist die situation jetzt schwierig. aber ich würde ein lebewesen nicht davon abhängig machen. das leben ändert sich tag für tag. klar du hättest es wissen müssen das die pille nicht mehr wirklich wirkt bei einer magen darm grippe z.B...aber die Situation ist jetzt so...hör auf dein herz und versuch das beste daraus zu machen. alles gute

Kind ist Kind, ob das Herzchen schon schlägt oder nicht, denn wenn alles in Ordnung ist, beginnt das Hezchen zwangsläufig bald an zu schlagen. Das ist der Lauf der Dinge in einer Schwangerschaft und sollte nicht als Zeitpunkt für "Jetzt lebt es, jetzt kann ich es nicht mehr töten" angesehen werden. Es lebt, sobald die Zellteilung durch das durch den Samen befruchtete Ei begonnen hat, denn sonst fände die Zellteilung nicht statt.

Aber tatsächlich ist es so, dass vor allem Abtreibungsbefürworter den Zeitpunkt des einsetzenden Herzschlages dafür benutzen, um sagen zu können, dass eine Abtreibung zuvor in Ordnung wäre, weil dann noch kein Herzschlag das Leben des Kindes anzeigen würde...
Ich persönlich finde das ja geschmacklos.

Aber das hat eher weniger mit den Sorgen der jungen Schwangeren hier zu tun und wir helfen ihr damit leider auch nicht wirklich, glaube ich (außer, dass wir ihr Gewissen noch viel schwerer machen)...
09.05.2015 20:38
Zitat von CaféCortado:

Zitat von Zaubersternchen:

Zitat von CaféCortado:

Hmm also "Zugang zu Mama UND Papa" kann ich so nicht unterschreiben, Zaubersternchen.

Es gibt so viele Alleinerziehende, bei denen der andere Part einfach keinen Bock auf das Kind hat, die es ganz wundervoll alleine großziehen..
Liest sich ein bisschen so, als wäre das für Dich auch unter den "KO-Kriterien".

Nein, so meine ich das nicht.

Viel eher so: Das Kind hat nicht nur einen Erzeuger, eine Erzeugerin, sondern es wurde von zwei Menschen gezeugt, die beide Willens und in der Lage sein sollten, sich mit ihrem Kind zu befassen und das Beste für es zu wollen.

Beide Elternteile haben das Recht und die Pflicht auf Umgang mit ihrem Kind (siehe BGB). Dieses Gesetz macht Sinn und hat Hintergrund.

Dass das in der Praxis nicht immer so ist, ist mir klar (habe ich beruflich ja jeden Tag mit zu tun - wenn ich nicht gerade in Elternzeit bin ).

Allerdings sollte man sich VORHER Gedanken darüber machen, ob das Kind wissen dürfen wird, von wem es kommt. Kinder haben ein Bedürfnis danach ihre Wurzeln zu kennen und sich mit ihren Wurzeln auseinandersetzen zu können. Unabhängig davon, welches Bedürfnis der Vater oder die Mutter dazu haben, denn hier geht es dann ausschließlich um das Kind.

Wobei das - und da hast Du vollkommen recht - kein Ausschlusskriterium für das Leben des Kindes sein sollte. Der Vater hat die Konsequenzen zu (er-)tragen. Er hätte bei einer Magen-Darm-Erkrankung vorher handeln müssen. Jetzt ist es m.E. einfach zu spät und er sollte sich mit seinem Sohn oder seiner Tochter arrangieren.

Allerdings gebe ich gut und gerne zu, dass ich, wenn ich so etwas derart schreibe, die Mutter und den Vater außer Acht lasse und für das Kind spreche, denn das Kind kann noch nicht für sich sprechen.

Wenn ich die Sicht der Mutter betrachte - und das hatte ich auch bereits geschrieben, kann ich ihre Verunsicherung, ihre Sorgen, ihre Ängste und ihre Überlegungen nachvollziehen. Sie setzt sich damit auseinander, dass ein Kind wirklich alles, alles verändern würde und das ist gut und richtig so. Das macht ihr Angst und es verunsichert sie. Auch das ist sicherlich eine normale Reaktion.
Aber letztlich wäre doch nur eine Beratungseinheit hilfreich, in der man ihre Situation beleuchtet und schaut, wie ist ihre Situation jetzt und wie könnte / würde sie sich mit Kind darstellen und möchte oder kann sie eine solche Veränderung bewerkstelligen oder nicht, wie könnte man sie unterstützen und was würde sie brauchen, wenn sie sich für das Kind entscheidet und wie könnte man ihr helfen, wenn sie sich gegen das Kind entscheidet.
Selbiges gilt natürlich für den Kindesvater...

Hier bleibt mir nur das zu sagen, was ich bereits geschrieben habe, denn wie sollte ich mehr dazu sagen können, wenn ich die junge Schwangere nur von dem kenne, was sie im Eingangspost geschrieben hat?!?


Ok danke - jetzt ist's klarer

Sehr gern!
Himbeer_2009
1129 Beiträge
15.05.2015 21:13
und habt ihr eine Entscheidung getroffen???
15.05.2015 21:24
Was ist denn mit Option 3???

Kind austragen und dann zur Adoption frei geben?

Es gibt genügend Familien die auch mit künstlicher Befruchtung nicht schwanger werden können und gerne ein Kind adoptieren würden!
15.05.2015 22:23
Zitat von kleinemelli:

Was ist denn mit Option 3???

Kind austragen und dann zur Adoption frei geben?

Es gibt genügend Familien die auch mit künstlicher Befruchtung nicht schwanger werden können und gerne ein Kind adoptieren würden!

Ui... Du hast so recht.
Aaaaber: Das ist eine soooo schwere Entscheidung und für die unsichere, werdende Mama bestimmt eine Herzbrechergeschichte.
16.05.2015 09:16
Zitat von Winterkinder:

Versuche da jetzt erstmal ein paar Tage drüber zu schlafen und auch ihm zu sagen, dass du jetzt nicht sofort eine Entscheidung treffen möchtest, wo der Schock noch so gross ist.

Mein Freund hat seine Ausbildung bzw. sein Studium angefangen als ich gerade schwanger war und er konnte das auch prima zuende bringen, trotz Vollzeitjob nebenbei. Trotzdem hatte er Zeit für uns. Das war natürlich eine anstrengende Zeit für ihn, aber er war dennoch sehr stolz und das zweite Kind kam dann sogar geplant noch bevor er mit dem Studium fertig war. Das nur vielleicht als Mutmacher für den (evtl.) werdenden Vater.
Wir waren übrigens auch erst 4 Monate zusammen und das Kind absolut ungeplant (ich sollte gar keine bekommen können).

Und wenn der Schock dann jetzt erstmal ein wenig verdaut ist, mache dir nochmal Gedanken, was du WIRKLICH möchtest. Letztlich bist du es, die mit der "Schuld" leben muss. Du hast die körperlichen und emotionalen Konsequenzen zu tragen, dein Leben lang. Natürlich darf der Vater seine Meinung haben und es ist auch gut und richtig ihn dazu anzuhören. Aber wenn du nicht voll hinter der Entscheidung stehst, wirst du es für immer bereuen. Und immer wieder: ein Mann der wirklich unbedingt auf keinen Fall ein Kind möchte, hat durchaus auch die Möglichkeit eine Schwangerschaft der Partnerin zu verhindern.


das kann ich absolut so unterschreiben. Bei mir hieß es auch, dass ich nicht schwanger werden könnte. Mittlerweile (bei einer anderen Ärztin) weiß ich, dass das in mehrfacher Hinsicht Blödsinn war. Ich war vorher einfach bei einem Quacksalber, der keine Ahnung hatte. Und da ich mich nie mit dem Thema auseinandergesetzt hatte, hatte auch ich keine Ahnung. Auf einmal war ich 3 Wochen überfällig.
Mit meinem Freund war ich zu dem Zeitpunkt auch erst dreieinhalb Monate zusammen.. und auch wenn wir zwar schon gesagt hatten, dass das mit uns beiden passt und wir uns IRGENDWANN SPÄTER MAL ein Kind vorstellen könnten, war es doch ein gewaltiger Schock, als nach 30 Sekunden diese fette zweite Linie sichtbar wurde.
Aber während ich mit den Nerven total unten war, hat er sich direkt gefreut.. und ich glaube, er wird der beste Papa der Welt. Ich war mir hingegen wirklich nicht sicher, ob ich das so wuppen könnte.. hatte ein paar persönliche Probleme. Aber dann saß ich eine Woche später bei meiner FÄ.. 5+0 und das Herzchen schon fleißig am Schlagen..
Da wird einem schon ganz anders zumute. Ab da wusste ich: "das ist MEIN Kind, da. Und ich werde es immer abgöttisch lieben, egal was ist"

Und selbst, wenn ihr euch wirklich dagegen entscheidet - bedenkt folgendes: es gibt sooo viele Frauen, die sich so sehnlich ein Kind wünschen, bei denen es aber aus irgendwelchen Gründen absolut nicht klappen mag. Gebt das Kleine lieber zur Adoption frei. Ich glaube, eine Abtreibung ist für uns Frauen nur ganz, ganz schwer zu verwinden, wenn sie denn erst mal gemacht wurde. Und ist die Entscheidung einmal getroffen, wars das. Rückgängig machen geht nicht. Ich wünsch euch alles Gute
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