Mütter- und Schwangerenforum

Trauern oder Verdrängen

Gehe zu Seite:
Annchen123
54 Beiträge
29.09.2013 19:58
Hallo, ich hatte am 11.09. leider wieder erfahren müssen, dass unser Baby nicht gewachsen ist und kein Herzschlag mehr zu sehen ist. Letztes Jahr im September hatte ich auch eine FG, ein Windei. Wenn ich nicht dran denke und mit niemanden drüber spreche geht es mir relativ gut. Verarbeite viel in der Nacht beim Träumen. Heute habe ich im Briefkasten eine Karte und ein Buch über den Abschied fehlgeborener Kinder von meinem Cousin bekommen. Da ist echt wieder alles hochgekommen und ich musste wieder so sehr weinen. Ich glaube wenn ich ständig dran denken würde, wär ich nur am Heulen. Darum versuch ich nicht drüber nachzudenken und nach vorn zu schauen. Wie sind eure Erfahrungen und Geschichten über die Verarbeitung?? Ich weiß nicht, ob es mir gut tut darüber zu sprechen oder es lieber "abhzuhaken". Bin eh immer nah am Wasser gebaut.
Danke fürs Lesen!

Anne
29.09.2013 20:02
mein herzliches Beileid, aber du musst eindeutig trauern um das verarbeiten zu können, wenn du es verdrängst holt es dich irgendwann ein. Dass du die erste zeit viel weinst is ganz normal, das gehört dazu um es zu verarbeiten, aber irgendwann geht es dir besser, auch wenn du es dir noch nicht vorstellen kannst.

Ich wünsche dir alles gute.
Usa83
34795 Beiträge
29.09.2013 20:03
Trauern!

Mit verdrängen erreichst du nämlich nichts! außer, dass es dir bei gewissen gelegenheiten immer wieder hoch kommt!

wenn du es aber verarbeitest, dann kann es dich nicht so schnell wieder in ein loch reißen!
ich hatte bei 9+1 ne AS und ich habe viel geweint und viel geredet! mir hat es sehr geholfen!

lass die trauer zu! sie steht dir zu!

alles gute!
Bianca1980
5619 Beiträge
29.09.2013 20:04
Mir hilft es sehr wenn ich es aussprechen kann. Wenn ich jemanden habe bei dem ich mich ausweinen kann. Danach geht es mir viel besser , wenn mir jemand zuhört nd ich reden kann. Danach sieht die Welt wieder besser aus. So kann ich es am besten verarbeiten , aber jeder Mensch ist anders. Meiner Meinung nach hilft es sehr es auszusprechen und darüber zu reden. Ja auch weinen und traurig sein ist sehr wichtig, das es danach wieder leichter weiter geht.
snoopy-mama
5051 Beiträge
29.09.2013 20:07
Ich hab letztes Jahr 2 Babys verloren. Einmal 6+4 und einmal unsere Zwillingstochter bei 15+0... Unser Sternchen 6+4 habe ich relativ gut verkraftet, aber bei Emma... Ich kann und will es einfach noch nicht realisieren und abhacken. Ich habe sie gespürt und das Herzchen schlagen sehen...
Ich gehe zu einer Gruppe und spreche viel darüber. Es hilft, aber die Trauer ist immer noch Mega groß.

Lass deinen Gefühlen freien Lauf. Und schreibe viel, das mache ich auch. Ich habe ein sogenanntes sternentagebuch, das hab ich mir selber zugelegt. En ganz normales Buch zum reinschreiben.

Hoffe ich könnte dir etwas helfen, lieb drück.

Vera
29.09.2013 20:07
Ich hab nun keine Erfahrung mit Fehlgeburten und mit der damit verbundenen Trauer... aber ich weiß aus der Erfahrung mit meinen Großeltern und meinem Vater:
Trauer anständig und unterdrück es nicht. Wenn du weinen musst, dann weine, wenn du allein sein musst, dann sei allein, wenn du reden willst, dann rede.

Wenn Trauer richtig zugelassen wird und man sie nicht unterdrück, verdrängt oder zurückhält (oder künstlich am leben hält, weil man denkt, es muss so sein - gibt's leider auch), dann ist man deutlich schneller aus dem schlimmsten heraus, als mit der vermeidungstaktik... unterdrücken kann später weitere Probleme mit sich bringen... weil sie eben immer wieder hochgeschwemmt wird... manche leute gehen Jahrzehnte nach einem Todesfall daran kaputt... weil sie nicht getrauert haben
fritzle
3591 Beiträge
29.09.2013 20:18
Es tut mir so leid und ich wünsche dir ganz viel Kraft.

Wir hatten im Juli 2011 das erste Mal ein positiven SST und nach harten ungewissen vier Wochen haben wir unser Sternchen gehen lassen.
Ich habe am Anfang auch gedacht, dass ich es "verarbeitet" habe, aber es hat mich irgendwann eingeholt. .. jeder trauert anders, bzw. auf seine Art. Du musst für dich den richtigen Weg finden, aber in jedem Fall ist verdrängen nicht der richtige Weg!
29.09.2013 20:20
Wenn die Trauer da ist, sollte man sie auch zulassen. Gefühle verdrängen sorgt ja nicht dafür, daß die Gefühle verschwinden. Sie sind eben nur beiseite geschafft und im schlimmsten Fall entwickeln sie ein Eigenleben und fordern über andere WEge sozusagen Gehör.

Nimm Dir Zeit das zu verarbeiten. Wenn Du traurig bist, bist Du eben traurig. Wenn Du weinen mußt, dann weine. Solange Du nicht in Depressionen abrutschst, ist das alles im grünen Bereich.
29.09.2013 20:35
Ich hatte Ende Januar diesen Jahres eine FG in der 7 ssw-
was ja noch sehr früh ist.
Aber wir hatten es geplant und uns so drüber gefreut; ich habe sehr viel geweint und auch mit meinem Mann damals drüber gesprochen.

Der Schmerz hat nach gelassen; allerdings rede ich nicht grossartig drüber...

PaulundThea
283 Beiträge
29.09.2013 20:36
Ich hatte auch im letzten Jahr ein Fehlgeburt, in der 12 SSW. Wir hatten schon zwei Kinder. Ich habe damals keinem davon erzählt, weil die AS drei Tage vor der Geburt meiner Nichte ( die zweite Tochter meiner Schwester) war und ich nicht die ganze Freunde über die Geburt kaputt machen wollte. Außerdem war meine Freundin auch in der 36 SSW.
Im Nachhinein war es gut für mich, alles alleine (mit meinem Mann) ausmachen zu können, aber das muß jeder für sich entscheiden.
SmileOnYourFace
20115 Beiträge
29.09.2013 22:05
Zitat von Minimaus1986:

mein herzliches Beileid, aber du musst eindeutig trauern um das verarbeiten zu können, wenn du es verdrängst holt es dich irgendwann ein. Dass du die erste zeit viel weinst is ganz normal, das gehört dazu um es zu verarbeiten, aber irgendwann geht es dir besser, auch wenn du es dir noch nicht vorstellen kannst.

Ich wünsche dir alles gute.

Genau so ist es! Ich hatte es nicht verarbeitet, war immer die "Starke"... Jahre später hat es mich wieder eingeholt. Ich wünsch dir alles Gute!
Annchen123
54 Beiträge
30.09.2013 09:01
Zitat von Anja_MTK:

Wenn die Trauer da ist, sollte man sie auch zulassen. Gefühle verdrängen sorgt ja nicht dafür, daß die Gefühle verschwinden. Sie sind eben nur beiseite geschafft und im schlimmsten Fall entwickeln sie ein Eigenleben und fordern über andere WEge sozusagen Gehör.

Nimm Dir Zeit das zu verarbeiten. Wenn Du traurig bist, bist Du eben traurig. Wenn Du weinen mußt, dann weine. Solange Du nicht in Depressionen abrutschst, ist das alles im grünen Bereich.


Und genau vor diesen Depressionen habe ich Angst. Hab letztes Jahr alles in der Nacht verarbeitet, so dass ich mit dem Kiefer Probleme hatte. Trage jetzt eine Funktionsschiene, um diese Fehlstellung zu beheben. Jetzt in der Schwangerschaft war ich auch wieder leicht depressiv, da es mir echt schlecht ging. Ich arbeite als Logopädin, also den ganzen Tag mit Kindern. Da muss man besonders stark sein. An einem Tag erfährt man vom Tod des Kindes, am nächsten Tag gehts zur AS und ab da geht wieder der Alltag los. Man muss halt gleich wieder funktionieren...
Abuja
10218 Beiträge
07.10.2013 11:11
Ich habe es eher verdrängt, denn in der 11. SSW hat sich sowieso noch niemand für diese zwei kleinen gestorbenen Föten interessiert, obwohl schon alles dran war....... deshalb habe ich dann auch nicht mehr viel (ungefragt) darüber geredet oder geschrieben.
Annchen123
54 Beiträge
07.10.2013 19:32
Zitat von Abuja:

Ich habe es eher verdrängt, denn in der 11. SSW hat sich sowieso noch niemand für diese zwei kleinen gestorbenen Föten interessiert, obwohl schon alles dran war....... deshalb habe ich dann auch nicht mehr viel (ungefragt) darüber geredet oder geschrieben.


Ging es dir mit dieser Entscheidung gut?
07.10.2013 19:37
Aber die Trauer mit sich ausmachen ist ja nicht gleich verdrängen?
Ich hab das trauern auch nicht an die große glocke gehängt oder mich jedem schwatzhaft aufgenötigt... vieles habe ich mit mir (oder eben meiner Familie) ausgemacht... und hab halt nur rausgelassen, was raus musste (konnte auch mal passieren, dass ich nach ner Woche nix aus heiterem himmel beim einschlafen losgeheult hab, ohne selbst zu wissen, wieso... aber das hat eben nur mein Mann mitbekommen)
verdrängen ist, die Trauer nicht zuzulassen und sich selbst nicht einzugestehen, dass sie da ist. Nicht weinen, obwohl tränen aufsteigen, Gedanken an den verlorenen wegschieben und ignorieren... solche Sachen
aber nur, weil man nicht offen trauert, verdrängt man doch nicht gleich
Gehe zu Seite:
  • Dieses Thema wurde 0 mal gemerkt