Mütter- und Schwangerenforum

Fragen zu Scheidung und Umgangspflicht

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Hasenpfote3
548 Beiträge
02.09.2025 20:10
Liebe Mamis,

ich bin 40 Jahre alt und unser Sohn wurde gerade eingeschult.

Seit Juli 2024 bin ich von seinem Papa, meinem Ehemann getrennt. Wir waren 11 Jahre zusammen, davon 2 verheiratet.
Nach einer Phase des Versuchs, unsere Beziehung/Ehe zu retten, habe ich mich getrennt und bereue das nicht eine Minute. Mein Nochmann versteht bis heute die Gründe nicht, sagt, ich hätte mehr kämpfen müssen etc...
Sein Ego ist stark verletzt!

Unser Umgang bisher ist ausreichend gut würde ich sagen. Kein Streit und Absprachen klappen, aber:

Ich habe zum wiederholten Male drum gebeten, dass wir uns die WE aufteilen und unser Sohn 2 WE im Monat bei ihm verbringen kann.
Sie sehen sich grundsätzlich Montags den ganzen Nachmittag und jeden Morgen ca. 20 Minuten, weil er ihn zum Schulbus bringt und ein WE im Monat von Freitagnachmittag bis Sonntagabend.

Nun sagt er: Ihm sind 2 WE zu viel. Durch meine Trennung hat er als Vorteil nur die Freizeit und da will er nicht die Hälfte der WE von aufgeben. Es sei Zeit, etwas ergoistischer denken. Wie stelle ich mir das vor? Was, wenn seine nächste Beziehung eine WE-Beziehung wäre....solle er dann erklären, dass er nur alle 2 Wochen kann? Das waren seine Aussagen...er habe jetzt schon Schwierigkeiten, weil er ein kleines Kind hat, sagt er.

Ich sage, wir sind zwar getrennt, aber beide nicht einfach nur wieder Single, sondern inzwischen Eltern! Nicht nur sein Leben geht weiter!

Wir wohnen übrigens ca. 10 Minuten zu fuss voneinander entfernt.

Der Kleine wünscht sich mehr Zeit mit Papa und dieser sagt, das könne man ja auch in der Woche aarangieren, aber 2 WE im Monat sind nicht drin.

An all seinen Aussagen merkt man, dass er das nur "verweigert", weil ICH ja die Trennung wollte und merken soll, dass manches jetzt schwieriger ist.
("Wärst du deiner Verantwortung als Ehefrau nachgekommen, müssten wir diese Diskussion nicht führen!").

Ich habe mehrfach freundlich drum gebeten, dass wir das so regeln und umsetzen aber langsam sehe ich nicht ein, dass ich der Buhmann bin, weil ich diejenige war, die den Trennungsschritt ging und auch ich habe ein Recht auf kindfreie WE.
Er ist selbständig, kann sich Urlaub und Arbeit frei einteilen, wie er will. Er hätte 26 freie Abende, wenn er den 2 We im Monat zustimmen würde.....das ist doch nicht zuviel verlangt, oder?!

Ich bin jetzt soweit, dass ich die Scheidung angehen möchte. Eigentlich wollte ich das noch nicht, solange er noch so verletzt und gekränkt ist aber ich möchte einfach auch, dass geregelt wird, dass er den Kleinen öfter am WE nimmt, dass der Umgang generell klar geregelt wird etc.

Zur Info:
Wir haben uns grob an der Düsseldorfer Tabelle orientiert und er zahlt Kindesunterhalt. Mehr nicht bzw es war noch nie Thema. Er verdient mehr als ich.

Ich werde mich demnächst bei einem Anwalt beraten lassen und etwas Angst, was alles auf mich zu kommt.

Ich würde mich freuen, wenn Mamis, die ähnliches erlebt haben, mir ihre Erfahrungen berichten können und vor allem Tipps geben könnnen, worauf ich achten soll, was ich ansprechen soll etc...

Vielen lieben Dank!
Hasenpfote

DieOhneNamen
29742 Beiträge
02.09.2025 20:32
Hallo.

Ich habe sowohl Scheidung als auch jahrelangen Rechtsstreit hinter mir.

Eins muss dir bewusst sein,du kannst deinen Ex nicht zum Umgang zwingen.

Grundsätzlich sehe ich es auch nicht so,dass dir zwei freie WE zustehen.
Du hast dich schließlich auch für eure Kinder entschieden.
Den Wunsch danach kann ich verstehen,aber zustehen - nein.

Wenn ihr euch schon an der Düsseldorfer Tabelle orientiert und das die ganze Zeit ok für alle war, würd ich nicht unbedingt deswegen einen Rechtsstreit anfangen, dass könnte zu deinem Nachteil ausgehen.

Lg
Hasenpfote3
548 Beiträge
02.09.2025 21:13
Zitat von DieOhneNamen:

Hallo.

Ich habe sowohl Scheidung als auch jahrelangen Rechtsstreit hinter mir.

Eins muss dir bewusst sein,du kannst deinen Ex nicht zum Umgang zwingen.

Grundsätzlich sehe ich es auch nicht so,dass dir zwei freie WE zustehen.
Du hast dich schließlich auch für eure Kinder entschieden.
Den Wunsch danach kann ich verstehen,aber zustehen - nein.

Wenn ihr euch schon an der Düsseldorfer Tabelle orientiert und das die ganze Zeit ok für alle war, würd ich nicht unbedingt deswegen einen Rechtsstreit anfangen, dass könnte zu deinem Nachteil ausgehen.

Lg

Vielen Dank für die schnelle Antwort erstmal.

Nein, zwingen will ich ihn nicht. Die beiden verbringen ja auch immer schöne Zeit miteinander und beide haben wirklich Spaß zusammen. Es ärgert mich aber, dass er das 2. WE nur ablehnt, damit ICH merke, dass die Trennung alles erschwert etc. Ihm gehts nur darum, dass ich meinen Willen nicht bekomme, dabei ist es ein Wunsch des Kindes, auch mal mehr WE-Zeit mit Papa zu haben.

Einen Streit bzgl des Unterhalts will ich nicht anfangen... ich möchte hauptsächlich, dass der Umgang geregelt ist! Und das zum Recht für alle und nach Wunsch unseres Sohnes.

Oder macht es erstmal mehr Sinn, dies über das Jugendamt irgendwie regeln zu lassen?
Cogito
87 Beiträge
02.09.2025 21:27
Leider hilft Dir, wenn’s hart auf hart kommt, eine Regelung durchs Gericht auch nicht: wie willst Du sie durchsetzen, wenn er sich nicht daran hält? Entweder Ihr bekommt es auf der zwischenmenschlichen Ebene hin oder Du wirst alleine dastehen. Sorry für die harten Worte - fair ist das definitiv nicht…
nilou
14721 Beiträge
02.09.2025 21:35
Da du die Scheidung angehen möchtest bietet es sich an den Umgang und auch Unterhalt da gleich schriftlich und verbindlich mit regeln zu lassen.
Vorteil ist das du das Thema nicht einzeln angehst (und er sich da besonders auf den Schlips getreten fühlen könnte) sondern es ja zur Scheidung mit dazu gehört.

Lass dich dazu bei einem Anwalt beraten. Da du den auch sinnvollerweise für die Scheidung brauchst würde ich dir empfehlen diesen Weg zu gehen und nicht über das Jugendamt.
Baronesse
101 Beiträge
02.09.2025 21:44
Ich schließe mich (leider) der Vorrednerin an.

Je schneller Du für Dich akzeptierst, dass Du den Vater, egal aus welchen Motiven er auch agieren mag, nicht zu Umgang bewegen kannst, wenn er nicht möchte, desto besser für Dich.
Schaff Dir andere Unterstützungsstrukturen für freie Zeiten.

Es ist bescheiden, aber nicht zu ändern. Die Quittung wird er für solches Verhalten ggf. später durch die mangelnde Bindung kriegen.
Im Übrigen würde ich versuchen aus Diskussionen über Schuld und Unschuld, Folgen der Trennung etc. konsequent auszusteigen. Das führt zu nichts außer Unmut und bringt Dich nicht weiter. Block das ab.
Es geht drum ob er das Kind nimmt? Ja oder nein reicht völlig. Ende der Auseinandersetzung. Seine vermeintlichen Erklärungen brauchst Du nicht.
Arielle30
3202 Beiträge
03.09.2025 07:37
Für mich hört sich sowas immer nach Kind abschieben an von beiden Seiten, denn jeder sagt ja er/sie hat ja Recht auf ein (weiteres/freies) We. Ggü dem Kind einfach nur traurig, denn es hört sich so an, als wäre einem das We wichtiger als das Kind. Ihr habt euch beide für das Kind entschieden und es ist von JEDEM/JEDER das Kind!!! Normalerweise müsste man sich drum raufen, bei wem es wann sein darf! Und nicht, wann und wie oft es der andere hat
Fliederblüte
363 Beiträge
03.09.2025 08:38
Zitat von Arielle30:

Für mich hört sich sowas immer nach Kind abschieben an von beiden Seiten, denn jeder sagt ja er/sie hat ja Recht auf ein (weiteres/freies) We. Ggü dem Kind einfach nur traurig, denn es hört sich so an, als wäre einem das We wichtiger als das Kind. Ihr habt euch beide für das Kind entschieden und es ist von JEDEM/JEDER das Kind!!! Normalerweise müsste man sich drum raufen, bei wem es wann sein darf! Und nicht, wann und wie oft es der andere hat
Danke. Genau das war auch mein erster Gedanke.
Keiner will das Wochenende so richtig gerne mit dem Kind verbringen. Eigene Freiheiten sind offenbar sehr viel wichtiger.

Ich versteh das nicht so ganz. Wenn ihr noch zusammen leben würdet, hätte doch auch jeder von euch zu jeder Zeit das Kind. Also jeder von euch hätte das Kind an jedem Wochenende gehabt und mit ihm gemeinsam die gesamte Zeit verbracht. Das weiß man doch, wenn man seinen Kinderwunsch umsetzt.
Nun seid ihr getrennt und das kinderlose Wochenende ist für beide Elternteile soooooo wichtig.

Sei doch froh, dass du dein Kind drei Wochenenden im Monat hast. So kannst du zu deinem Kind eine wunderbare Beziehung aufbauen und gemeinsame Erlebnisse gestalten. Nicht nur einen gemeinsamen Schulalltag. Wenn der Vater das nicht möchte, ist es doch sein eigenes Problem.

Du könntest sogar mal den Spieß rum drehen und dem Vater sagen, dass euer Kind am eigentlichen Besuchswochenende nicht kommen kann, weil ihr irgendetwas vor habt. Es ist alles eine Frage der eigenen inneren Einstellung.
HollyH
5558 Beiträge
03.09.2025 11:58
Zitat von Fliederblüte:

Zitat von Arielle30:

Für mich hört sich sowas immer nach Kind abschieben an von beiden Seiten, denn jeder sagt ja er/sie hat ja Recht auf ein (weiteres/freies) We. Ggü dem Kind einfach nur traurig, denn es hört sich so an, als wäre einem das We wichtiger als das Kind. Ihr habt euch beide für das Kind entschieden und es ist von JEDEM/JEDER das Kind!!! Normalerweise müsste man sich drum raufen, bei wem es wann sein darf! Und nicht, wann und wie oft es der andere hat
Danke. Genau das war auch mein erster Gedanke.
Keiner will das Wochenende so richtig gerne mit dem Kind verbringen. Eigene Freiheiten sind offenbar sehr viel wichtiger.

Ich versteh das nicht so ganz. Wenn ihr noch zusammen leben würdet, hätte doch auch jeder von euch zu jeder Zeit das Kind. Also jeder von euch hätte das Kind an jedem Wochenende gehabt und mit ihm gemeinsam die gesamte Zeit verbracht. Das weiß man doch, wenn man seinen Kinderwunsch umsetzt.
Nun seid ihr getrennt und das kinderlose Wochenende ist für beide Elternteile soooooo wichtig.

Sei doch froh, dass du dein Kind drei Wochenenden im Monat hast. So kannst du zu deinem Kind eine wunderbare Beziehung aufbauen und gemeinsame Erlebnisse gestalten. Nicht nur einen gemeinsamen Schulalltag. Wenn der Vater das nicht möchte, ist es doch sein eigenes Problem.

Du könntest sogar mal den Spieß rum drehen und dem Vater sagen, dass euer Kind am eigentlichen Besuchswochenende nicht kommen kann, weil ihr irgendetwas vor habt. Es ist alles eine Frage der eigenen inneren Einstellung.


Ich finde, man kann die Wochenendplanung als gemeinsames Elternpaar nicht mit der eines getrennten Elternpaares vergleichen.

Wenn man zusammen lebt, kann man ja trotzdem mal Sachen für sich machen (Sport, Konzerte, Freunde treffen etc.) weil ein weiterer Betreungspart da ist. Nach der Trennung kann man solche Sachen nicht mehr problemlos machen, daher kann ich den Wunsch nach kinderfreien Tagen oder Wochenenden gut nachvollziehen. Und das hat nicht zwingend mit "Kind abschieben" zu tun, sondern auch mit Selbstfürsorge.
Rotkehlchen
117 Beiträge
03.09.2025 12:20
Ich versteh Deinen Wunsch schon .
Aber halte Dir auch vor Augen,was ihr habt.
Jeden Morgen die Betreuung des Kindes.
Ein Traum für viele Menschen.
Ihr kommt gut miteinander aus,ein Geschenk für euren Sohn.
Das Recht um Umgang ist eine Sache,die Pflicht dieses auch wahr zunehmen ,eine andere.
Hasenpfote3
548 Beiträge
03.09.2025 12:42
Es geht mir nicht um Abschieben, sondern
1. Darum, dass er einfach Papa öfter sehen und was unternehmen möchte und
2. Um 4 Tage im Monat, in denen ich somit auch mal ein wenig Selbstfürsorge betreiben, Kraft tanken kann und mal abschalte. Das ist in meinen Augen nicht viel verlangt.

Ich liebe die Zeit mit ihm und wir unternehmen viel, aber der Wunsch danach, auch was mit Papa zu machen kommt eben auch auf.

Darum geht es mir.

Es gibt, wie es mir schon klar war, verschiedene Ansichten, was das betrifft, na klar.

Ich wollte lediglich einen Rat, was Scheidung/ oder Jugendamtsberatung angeht....

Liebe Grüße
Hasenpfote3
548 Beiträge
03.09.2025 12:43
Zitat von HollyH:

Zitat von Fliederblüte:

Zitat von Arielle30:

Für mich hört sich sowas immer nach Kind abschieben an von beiden Seiten, denn jeder sagt ja er/sie hat ja Recht auf ein (weiteres/freies) We. Ggü dem Kind einfach nur traurig, denn es hört sich so an, als wäre einem das We wichtiger als das Kind. Ihr habt euch beide für das Kind entschieden und es ist von JEDEM/JEDER das Kind!!! Normalerweise müsste man sich drum raufen, bei wem es wann sein darf! Und nicht, wann und wie oft es der andere hat
Danke. Genau das war auch mein erster Gedanke.
Keiner will das Wochenende so richtig gerne mit dem Kind verbringen. Eigene Freiheiten sind offenbar sehr viel wichtiger.

Ich versteh das nicht so ganz. Wenn ihr noch zusammen leben würdet, hätte doch auch jeder von euch zu jeder Zeit das Kind. Also jeder von euch hätte das Kind an jedem Wochenende gehabt und mit ihm gemeinsam die gesamte Zeit verbracht. Das weiß man doch, wenn man seinen Kinderwunsch umsetzt.
Nun seid ihr getrennt und das kinderlose Wochenende ist für beide Elternteile soooooo wichtig.

Sei doch froh, dass du dein Kind drei Wochenenden im Monat hast. So kannst du zu deinem Kind eine wunderbare Beziehung aufbauen und gemeinsame Erlebnisse gestalten. Nicht nur einen gemeinsamen Schulalltag. Wenn der Vater das nicht möchte, ist es doch sein eigenes Problem.

Du könntest sogar mal den Spieß rum drehen und dem Vater sagen, dass euer Kind am eigentlichen Besuchswochenende nicht kommen kann, weil ihr irgendetwas vor habt. Es ist alles eine Frage der eigenen inneren Einstellung.


Ich finde, man kann die Wochenendplanung als gemeinsames Elternpaar nicht mit der eines getrennten Elternpaares vergleichen.

Wenn man zusammen lebt, kann man ja trotzdem mal Sachen für sich machen (Sport, Konzerte, Freunde treffen etc.) weil ein weiterer Betreungspart da ist. Nach der Trennung kann man solche Sachen nicht mehr problemlos machen, daher kann ich den Wunsch nach kinderfreien Tagen oder Wochenenden gut nachvollziehen. Und das hat nicht zwingend mit "Kind abschieben" zu tun, sondern auch mit Selbstfürsorge.


Genau davon spreche ich. Danke dir!
Fliederblüte
363 Beiträge
03.09.2025 12:44
Zitat von HollyH:

Zitat von Fliederblüte:

Zitat von Arielle30:

Für mich hört sich sowas immer nach Kind abschieben an von beiden Seiten, denn jeder sagt ja er/sie hat ja Recht auf ein (weiteres/freies) We. Ggü dem Kind einfach nur traurig, denn es hört sich so an, als wäre einem das We wichtiger als das Kind. Ihr habt euch beide für das Kind entschieden und es ist von JEDEM/JEDER das Kind!!! Normalerweise müsste man sich drum raufen, bei wem es wann sein darf! Und nicht, wann und wie oft es der andere hat
Danke. Genau das war auch mein erster Gedanke.
Keiner will das Wochenende so richtig gerne mit dem Kind verbringen. Eigene Freiheiten sind offenbar sehr viel wichtiger.

Ich versteh das nicht so ganz. Wenn ihr noch zusammen leben würdet, hätte doch auch jeder von euch zu jeder Zeit das Kind. Also jeder von euch hätte das Kind an jedem Wochenende gehabt und mit ihm gemeinsam die gesamte Zeit verbracht. Das weiß man doch, wenn man seinen Kinderwunsch umsetzt.
Nun seid ihr getrennt und das kinderlose Wochenende ist für beide Elternteile soooooo wichtig.

Sei doch froh, dass du dein Kind drei Wochenenden im Monat hast. So kannst du zu deinem Kind eine wunderbare Beziehung aufbauen und gemeinsame Erlebnisse gestalten. Nicht nur einen gemeinsamen Schulalltag. Wenn der Vater das nicht möchte, ist es doch sein eigenes Problem.

Du könntest sogar mal den Spieß rum drehen und dem Vater sagen, dass euer Kind am eigentlichen Besuchswochenende nicht kommen kann, weil ihr irgendetwas vor habt. Es ist alles eine Frage der eigenen inneren Einstellung.


Ich finde, man kann die Wochenendplanung als gemeinsames Elternpaar nicht mit der eines getrennten Elternpaares vergleichen.

Wenn man zusammen lebt, kann man ja trotzdem mal Sachen für sich machen (Sport, Konzerte, Freunde treffen etc.) weil ein weiterer Betreungspart da ist. Nach der Trennung kann man solche Sachen nicht mehr problemlos machen, daher kann ich den Wunsch nach kinderfreien Tagen oder Wochenenden gut nachvollziehen. Und das hat nicht zwingend mit "Kind abschieben" zu tun, sondern auch mit Selbstfürsorge.
Ich finde, man kann das zwar nicht zu 100% vergleichen, aber teilweise schon.
Machen wir mal ein Gedankenspiel: Stell dir mal vor, ich würde jedes zweite Wochenende zu meinem Mann sagen "Weil du jetzt da bist, fahre ich von Freitag bis Sonntag zu einer Freundin und wir gehen auf ein Konzert." und am darauffolgenden Wochenende ist er von Freitag bis Sonntag bei einem Sportevent mit zwei Übernachtungen, weil ich ja zur Betreuung der Kinder zu Hause bin. Das ganze jetzt aber nicht nur hin und wieder, nicht nur ab und zu, sondern das ganze Jahr immer im Wechsel.
1. geht das in Familien mit beiden Eltern gar nicht und 2. würde ich das auch nicht wollen. Mir täte es so weh, wenn mein großes Ziel wäre, jedes zweite Wochenende ohne sie zu verbringen. Mein Mann und ich haben uns für Kinder entschieden und damit war auch völlig klar, dass sich das Leben 24/7 ändern wird.

Davon abgesehen ist es auch für zusammenlebende Paare mit Kindern nicht problemlos möglich, alle Hobbys beizubehalten, wenn man sie unbedingt alleine ausüben möchte. Da scheint du eine etwas andere Vorstellung über Betreuungmöglichkeiten am Wochenende zu haben, wenn keine Verwandten in der Nähe wohnen. Ich mache jetzt eben mehr Hobbys, bei denen ich die Kinder mitnehmen kann. Einfach weil es mir wichtig ist, jetzt Zeit mit ihnen zu verbringen. Aber auch weil es organisatorisch nicht anders geht. Jetzt mache ich halt nur ab und zu etwas allein, deutlich weniger als 4 Tage im Monat. Aber in 15 Jahren kommen wieder andere Zeiten.
wolkenschaf
12072 Beiträge
03.09.2025 13:21
Man kann Umgang nicht erzwingen, wenn sich der andere Elternteil quer stellt. Aus Erfahrung ist es am leichtesten sich damit abzufinden und ein eigenes Netzwerk aufzubauen, dass einem ab und an mal Freiräume verschafft. Dann ist man auch nicht vom guten Willen des Expartners abhängig.
Was man aber machen kann ist, sich mit dem Ex nochmal zusammensetzen und auf beiden Seiten versuchen alle persönlichen Befindlichkeiten, Verletzungen, Rachegelüste, Enttäuschungen etc. versuchen außen vor zu lassen und sich auf der Elternebene treffen. Klar machen, dass es nicht um euch, sondern um euer Kind geht und dann schauen, was das Beste fürs Kind ist, auch wenn man selbst dafür ggf. zurückstecken oder über einen Schatten springen muss. Das Kind kann nichts dafür, es hat sich die Situation nicht ausgesucht, muss aber damit leben. Daher wäre mein erster Versuch es mit einem Appell an den Kindsvater zu versuchen und erst wenn klar wird, dass das nix wird, über Jugendamt etc. zu gehen. Prinzipiell scheint ihr ja aber miteinander reden zu können und habt beide die Interessen des Kindes im Blick, daher würde ich es nochmal mit einem Gespräch versuchen.

Ich kann übrigens den Wunsch nach kinderfreien Wochenenden sehr gut nachvollziehen. Es ist definitiv ein Unterschied, ob man in einer Partnerschaft lebt oder alleinerziehend ist. Von der Verantwortung, vom Mental Load, vom Aufwand, von der Anstrengung, von der Organisation her etc. Ich glaube das kann man auch nur nachvollziehen, wenn man selbst mal alleinerziehend war. Man hat halt nie mal eine wirkliche Pause und das ist nicht ohne. Wenn einige Mütter diese Pause nicht brauchen ist das super. Wenn andere sie aber brauchen, um die Akkus wieder zu laden und sich selbst mal was Gutes tun (müssen) um dann wieder mit voller Energie für das Kind da zu sein, dann ist man deshalb keine schlechte Mutter, die ihr Kind abschiebt. Daher lass dir kein schlechtes Gewissen einreden, wenn du auch mal ein kinderfreies Wochenende genießt. Das ist absolut okay.
HollyH
5558 Beiträge
03.09.2025 16:21
Zitat von Fliederblüte:

Zitat von HollyH:

Zitat von Fliederblüte:

Zitat von Arielle30:

Für mich hört sich sowas immer nach Kind abschieben an von beiden Seiten, denn jeder sagt ja er/sie hat ja Recht auf ein (weiteres/freies) We. Ggü dem Kind einfach nur traurig, denn es hört sich so an, als wäre einem das We wichtiger als das Kind. Ihr habt euch beide für das Kind entschieden und es ist von JEDEM/JEDER das Kind!!! Normalerweise müsste man sich drum raufen, bei wem es wann sein darf! Und nicht, wann und wie oft es der andere hat
Danke. Genau das war auch mein erster Gedanke.
Keiner will das Wochenende so richtig gerne mit dem Kind verbringen. Eigene Freiheiten sind offenbar sehr viel wichtiger.

Ich versteh das nicht so ganz. Wenn ihr noch zusammen leben würdet, hätte doch auch jeder von euch zu jeder Zeit das Kind. Also jeder von euch hätte das Kind an jedem Wochenende gehabt und mit ihm gemeinsam die gesamte Zeit verbracht. Das weiß man doch, wenn man seinen Kinderwunsch umsetzt.
Nun seid ihr getrennt und das kinderlose Wochenende ist für beide Elternteile soooooo wichtig.

Sei doch froh, dass du dein Kind drei Wochenenden im Monat hast. So kannst du zu deinem Kind eine wunderbare Beziehung aufbauen und gemeinsame Erlebnisse gestalten. Nicht nur einen gemeinsamen Schulalltag. Wenn der Vater das nicht möchte, ist es doch sein eigenes Problem.

Du könntest sogar mal den Spieß rum drehen und dem Vater sagen, dass euer Kind am eigentlichen Besuchswochenende nicht kommen kann, weil ihr irgendetwas vor habt. Es ist alles eine Frage der eigenen inneren Einstellung.


Ich finde, man kann die Wochenendplanung als gemeinsames Elternpaar nicht mit der eines getrennten Elternpaares vergleichen.

Wenn man zusammen lebt, kann man ja trotzdem mal Sachen für sich machen (Sport, Konzerte, Freunde treffen etc.) weil ein weiterer Betreungspart da ist. Nach der Trennung kann man solche Sachen nicht mehr problemlos machen, daher kann ich den Wunsch nach kinderfreien Tagen oder Wochenenden gut nachvollziehen. Und das hat nicht zwingend mit "Kind abschieben" zu tun, sondern auch mit Selbstfürsorge.
Ich finde, man kann das zwar nicht zu 100% vergleichen, aber teilweise schon.
Machen wir mal ein Gedankenspiel: Stell dir mal vor, ich würde jedes zweite Wochenende zu meinem Mann sagen "Weil du jetzt da bist, fahre ich von Freitag bis Sonntag zu einer Freundin und wir gehen auf ein Konzert." und am darauffolgenden Wochenende ist er von Freitag bis Sonntag bei einem Sportevent mit zwei Übernachtungen, weil ich ja zur Betreuung der Kinder zu Hause bin. Das ganze jetzt aber nicht nur hin und wieder, nicht nur ab und zu, sondern das ganze Jahr immer im Wechsel.
1. geht das in Familien mit beiden Eltern gar nicht und 2. würde ich das auch nicht wollen. Mir täte es so weh, wenn mein großes Ziel wäre, jedes zweite Wochenende ohne sie zu verbringen. Mein Mann und ich haben uns für Kinder entschieden und damit war auch völlig klar, dass sich das Leben 24/7 ändern wird.

Davon abgesehen ist es auch für zusammenlebende Paare mit Kindern nicht problemlos möglich, alle Hobbys beizubehalten, wenn man sie unbedingt alleine ausüben möchte. Da scheint du eine etwas andere Vorstellung über Betreuungmöglichkeiten am Wochenende zu haben, wenn keine Verwandten in der Nähe wohnen. Ich mache jetzt eben mehr Hobbys, bei denen ich die Kinder mitnehmen kann. Einfach weil es mir wichtig ist, jetzt Zeit mit ihnen zu verbringen. Aber auch weil es organisatorisch nicht anders geht. Jetzt mache ich halt nur ab und zu etwas allein, deutlich weniger als 4 Tage im Monat. Aber in 15 Jahren kommen wieder andere Zeiten.


Ich glaube, wir reden aneinander vorbei. Wenn beide Elternteile mit Kind zusammenleben, kann der eine Montags zum Sport, der andere trifft sich Donnerstags mit Freunden z.b. Am Wochenende ist in den meisten Fällen Familienzeit und wenn man mal ein Wochenende weg fahren möchte, macht man das auch mal. Warum sollte jedes Elternteil im Wechsel jedes Wochenende außer Haus sein?

Aber wenn der zweite Elternteil nicht mehr im Haus wohnt, ist eben nichts mehr mit dem Montagssportkurs oder dem spontanen Treffen mit Freunden am Donnerstag bis das Kind älter ist. Natürlich kann man das Kind in einigen Fällen mitnehmen, aber es geht ja auch um Zeit für sich. Und dieses Bedürfnis nach Zeit für sich ist sicherlich bei jedem unterschiedlich stark ausgeprägt. Daher mag das für dich wunderbar passen, deine Kinder überall mit einzubinden und du hast nicht das Gefühl, auf etwas verzichten zu müssen. Aber für mich z.b. ist Me-Time sehr wichtig um aufzutanken.
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