Mütter- und Schwangerenforum

Sorgerecht und Aufenthaltsbestimmungsrecht - automatisch beides geteilt?

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Janine.x
2324 Beiträge
03.02.2019 09:44
Guten Morgen zusammen,
aus gegebenem Anlass brauche ich leider eure Erfahrungsberichte.

Mein Mann und ich haben uns am Montag getrennt und leben auch seit Freitag räumlich getrennt. Jetzt haben wir wegen den Zeiten, in denen er die Kinder sieht schon einen riesen Streit. Da er von mir verlangt, dass er die Kinder im Wochen wechsel haben möchte und ihm nur Wochenende nicht ausreicht. Wenn ich dem nicht zustimme. würde er zum Anwalt gehen und das auch zur Not einklagen.

Auch hat er mir gesagt, dass er mir dann für die Kinder keinen Unterhalt mehr zahlen muss, wenn ich einem Wochen wechsel zustimme.

Mir geht es nicht ums Geld, mir geht es darum, dass meine Kinder ein geregeltes Umfeld haben und ich mir sicher bin, dass das nicht der richtige Weg ist. Noch dazu arbeitet er von 07:30 . 17:00 Uhr und kann die Kinder deshalb auch nicht selbst von Kindergarten und ab Sommer von der Schule abholen. Das würde seine Mutter dann machen und er würde sie nach der Arbeit bei ihr abholen.. das ist für mich alles zu viel und die "Oma" ist auch kein guter Umgang, vor allem weil sie vorher gar nicht mit beiden zusammen zu Recht gekommen ist.

Hat Jemand Erfahrung? Ich hab Angst, dass meine Kinder nachher darum geschoben werden wie ein Möbelstück und am Ende nicht wissen wo sie hin gehören.

ich bin total am Ende
Fjörgyn
2320 Beiträge
03.02.2019 09:52
Wenn die Betreuung der Kinder gesichert ist, hast du meines Wissens nach kein Recht ein Wechselmodell, also eine Woche Mama, eine Woche Papa, zu verwehren. Richtig ist auch, dass dein Mann für die Kinder dann keinen Unterhalt zahlen muss.
Ich kann deinen Mann da auch ehrlich gesagt gut verstehen. Eine Trennung ist schon ein harter Schritt, mir wären vier Tage Kontakt im Monat auch viel zu wenig.
Ich würde mit ihm über deine Bedenken sprechen und erklären, dass du dir Sorgen machst, gerade wegen der Oma. Aber am Ende gilt eben, wenn er es durchboxen will, hast du keine Chance. (Und so lange das Kindeswohl nicht gefährdet ist, finde ich das grundsätzlich auch ganz richtig. Auch Väter haben ein Recht auf ihre Kinder)
Christen
11503 Beiträge
03.02.2019 09:57
Zitat von Fjörgyn:

Wenn die Betreuung der Kinder gesichert ist, hast du meines Wissens nach kein Recht ein Wechselmodell, also eine Woche Mama, eine Woche Papa, zu verwehren. Richtig ist auch, dass dein Mann für die Kinder dann keinen Unterhalt zahlen muss.
Ich kann deinen Mann da auch ehrlich gesagt gut verstehen. Eine Trennung ist schon ein harter Schritt, mir wären vier Tage Kontakt im Monat auch viel zu wenig.
Ich würde mit ihm über deine Bedenken sprechen und erklären, dass du dir Sorgen machst, gerade wegen der Oma. Aber am Ende gilt eben, wenn er es durchboxen will, hast du keine Chance. (Und so lange das Kindeswohl nicht gefährdet ist, finde ich das grundsätzlich auch ganz richtig. Auch Väter haben ein Recht auf ihre Kinder)
kann auch verstehen, dass die paar Tage im Monat zu wenig für den Papa sind. Aber wenn sie sowieso dann ständig bei der Oma geparkt werden, ist das sinnlos. Vielleicht ein Kompromiss in der Art von, er bekommt die Kinder jede Woche ab Donnerstag oder so?Weiß ja nicht, wie seine Arbeitszeiten sind, eventuell könnte er ja Donnerstag oder wenigstens Freitag früher Schluss machen...
Lealein
8518 Beiträge
03.02.2019 10:03
Das Sorgerecht und Aufenthaltsbestimmungsrecht ist unabhängig voneinander. Ihr könnt das gemeinsame Sorgerecht behalten, aber einer von euch, bei einem Streitfall wie es bei euch gerade der Fall ist, das Aufenthaltsbestimmungsrecht gerichtlich zugeschrieben bekommen. Wenn du mit dem Wechselmodell nicht einverstanden bist, dann wirst du gerichtlich vorgehen müssen.

Mir wurde damals gesagt, dass der Richter schaut, bei wem die Kinder besser untergebracht sind und möglichst wenig anderweitig betreut werden. Ich musste deswegen extra meine Arbeitszeit kürzen um nachzuweisen, dass ich mehr Zuhause bin, als mein damaliger Mann. Desweiteren wurden mein großer damals auch gefragt, wo er leben möchte.

Ein Wechselmodell finde ich wirklich bekloppt, sofern du ohnehin schon weniger arbeitest als er.

Das alleinige Sorgerecht wird schwer und das würde ich, solange der Vater mitmacht, auch nicht anfechten.
LIttleOne13
25396 Beiträge
03.02.2019 10:03
Bitte klärt das wie erwachsene Menschen im Sinne eurer Kinder.
Ana_Tidaephobie
6182 Beiträge
03.02.2019 10:07
Wenn er nur ein Wechselmodell aufgrund des angeblich (!) wegfallenden Unterhaltes möchte, ist das ein Trugschluss.
Der Bedarf der Kinder berechnet sich weiterhin nach Düsseldorfer Tabelle. Und nur wenn ihr beide exakt das gleiche Einkommen habt, schliesst sich ein Unterhalt aus. Sollte eine Differenz eurer Einkommen bestehen, muss der besserverdienende dem geringer Verdienenden Unterhalt bezahlen.
Was ihr unter euch ausmacht ist natürlich eine andere Sache, offiziell ist es aber so.
Gerichte hierzulande ordnen keine Wechselmodelle an. Es ist aber tatsächlich sein gutes Recht die Kinder genauso häufig zu sehen wie du.
Ob sie am Ende nicht wissen wohin sie gehören liegt an euch. Wenn ihr euch wie nur um sie streitet und jeder sein "Recht"durchsetzen will, dann ja. Wenn ihr aber gut zusammen arbeitet und vernünftig seid, kann es sehr gut funktionieren.
Hier funktioniert seit 2,5Jahren ein erfolgreiches, meist sehr friedliches Wechselmodell
Fjörgyn
2320 Beiträge
03.02.2019 10:08
Zitat von Christen:

Zitat von Fjörgyn:

Wenn die Betreuung der Kinder gesichert ist, hast du meines Wissens nach kein Recht ein Wechselmodell, also eine Woche Mama, eine Woche Papa, zu verwehren. Richtig ist auch, dass dein Mann für die Kinder dann keinen Unterhalt zahlen muss.
Ich kann deinen Mann da auch ehrlich gesagt gut verstehen. Eine Trennung ist schon ein harter Schritt, mir wären vier Tage Kontakt im Monat auch viel zu wenig.
Ich würde mit ihm über deine Bedenken sprechen und erklären, dass du dir Sorgen machst, gerade wegen der Oma. Aber am Ende gilt eben, wenn er es durchboxen will, hast du keine Chance. (Und so lange das Kindeswohl nicht gefährdet ist, finde ich das grundsätzlich auch ganz richtig. Auch Väter haben ein Recht auf ihre Kinder)
kann auch verstehen, dass die paar Tage im Monat zu wenig für den Papa sind. Aber wenn sie sowieso dann ständig bei der Oma geparkt werden, ist das sinnlos. Vielleicht ein Kompromiss in der Art von, er bekommt die Kinder jede Woche ab Donnerstag oder so?Weiß ja nicht, wie seine Arbeitszeiten sind, eventuell könnte er ja Donnerstag oder wenigstens Freitag früher Schluss machen...

Als parken würde ich das jetzt gar nicht sehen. Ist doch bei vielen Mamas auch so, wenn man arbeiten muss, dann werden die Kinder halt betreut. Oma wäre mir da lieber als irgendeine andere Person.
Aber klar, wenn man da einen bessern Kompromiss findet, dann sollte man den in Erwägung ziehen. Nur eben sich einfach ganz dem Entgegenstellen finde ich ungerecht, für Kinder und für den Vater.
nilou
4733 Beiträge
03.02.2019 10:17
Seid ihr verheiratet bzw habt ihr gemeinsames Sorgerecht? Wenn ja habt ihr das auch weiterhin zusammen. Das Aufenthaltsbestimmungsrecht ebenfalls.

Solltet ihr euch nicht einigen können wird der Umgang gerichtlich festgelegt. Für Wechselmodell spielt natürlich auch eine Rolle wie es räumlich bei euch beiden aussieht und eure Kinder sind alt genug das sie auch angehört werden.
Jaspina1
266 Beiträge
03.02.2019 10:41
Eine Möglichkeit wäre auch noch, dass ihr die Tagr teilt: Mittwochabend bis Samstag bei ihm, Der Rest bei dir. Bei festen Tagen kann er leichter einen Tag seine Arbeitszeit reduzieren und für die Kinder ist der Rhythmus auch klarer. Dann kann man sich auch noch darauf einigen einmal im Monat ein komplettes We zu haben, damit man längere Ausflüge machen kann.

Bitte, bitte übertrage deinen Hass auf ihn nicht auf das Thema. Das schadet deinen Kindern viel mehr al ein paar Stunden mehr bei Oma!!! Er kann doch nichts dafür, dass er Vollzeit arbeitet. Davon hast du einige Jahre profitiert. Also wirf es ihm nicht vor. Freu dich vielmehr, dass er die Kinder viel sehen will! Das iat doch gut für die Kinder!!!
Elsilein
4119 Beiträge
03.02.2019 15:10
Vielleicht geht ihr einfach mal gemeinsam zum Jugendamt und lasst euch dort ausführlich beraten, wie man so eine Trennung für die Kinder so sanft wie möglich gestalten kann. Dort können sie euch sicher auch verschiedene Modelle vorstellen, die gerade so "üblich" sind. Bei uns war es früher jedes zweite Wochenende beim Papa und das war für uns Kinder tatsächlich viel zu wenig.
Zur Oma: Wo ist das Problem? Eine enge Bezugsperson, die die (tägliche) Betreuung der Kinder übernehmen würde, ist doch super! Er "parkt" die Kinder nicht bei ihr, um saufen und in den Puff zu gehen, sondern um arbeiten zu können. Da finde ich diese Lösung wirklich großartig!
Und hört bitte auf mit diesem "einklagen wollen". Für eure Kinder ist das wirklich wirklich schlimm, wenn ihr so im Clinch miteinander seid!! Rauft euch zusammen und sucht bitteschön gemeinsam nach einer Lösung! Er ist noch keine zwei Tage aus dem Haus und schon habt ihr beide Angst, das kleinere Stück vom Kuchen abzubekommen. Ehrlich, ich finde das traurig.
shelyra
65248 Beiträge
03.02.2019 15:16
Es gibt ja neben wechselmodell (was ich persönlich auch nicht so gut finde) und alle 14 tage we noch soviel dazwischen.

Man kann ja zb 1-2 feste tage in der woche vereinbaren wo er sie nach kiga/schule holt und wirklich zeit für sie hat (dazu müsste man aber mit dem ag klären dass man frei bekommt).

Denn soviel papazeit haben die kids ja nicht wenn sie erst abends bei oma abgeholt werden. Daher sehe ich hier auch keinen vorteil für die papa-kind-beziehung
Fjörgyn
2320 Beiträge
03.02.2019 17:26
Zitat von shelyra:

Es gibt ja neben wechselmodell (was ich persönlich auch nicht so gut finde) und alle 14 tage we noch soviel dazwischen.

Man kann ja zb 1-2 feste tage in der woche vereinbaren wo er sie nach kiga/schule holt und wirklich zeit für sie hat (dazu müsste man aber mit dem ag klären dass man frei bekommt).

Denn soviel papazeit haben die kids ja nicht wenn sie erst abends bei oma abgeholt werden. Daher sehe ich hier auch keinen vorteil für die papa-kind-beziehung

Na ja, sie hätten auf jeden Fall schon mal Abendbrot mit Papa, sich bettfertig machen und werden von ihm ins Bett gebracht. Das finde ich schon ganz schön viel. Da haben viele Kinder, die mit Mama und Papa zusammenleben aber weniger Zeit mit ihrem Vater.
Elsilein
4119 Beiträge
03.02.2019 17:34
Zitat von Fjörgyn:

Zitat von shelyra:

Es gibt ja neben wechselmodell (was ich persönlich auch nicht so gut finde) und alle 14 tage we noch soviel dazwischen.

Man kann ja zb 1-2 feste tage in der woche vereinbaren wo er sie nach kiga/schule holt und wirklich zeit für sie hat (dazu müsste man aber mit dem ag klären dass man frei bekommt).

Denn soviel papazeit haben die kids ja nicht wenn sie erst abends bei oma abgeholt werden. Daher sehe ich hier auch keinen vorteil für die papa-kind-beziehung

Na ja, sie hätten auf jeden Fall schon mal Abendbrot mit Papa, sich bettfertig machen und werden von ihm ins Bett gebracht. Das finde ich schon ganz schön viel. Da haben viele Kinder, die mit Mama und Papa zusammenleben aber weniger Zeit mit ihrem Vater.

Das sehe ich auch so. Ganztags arbeitende Eltern sind doch mittlerweile nicht mehr ungewöhnlich.
Choco
2864 Beiträge
03.02.2019 17:42
Zitat von Elsilein:

Zitat von Fjörgyn:

Zitat von shelyra:

Es gibt ja neben wechselmodell (was ich persönlich auch nicht so gut finde) und alle 14 tage we noch soviel dazwischen.

Man kann ja zb 1-2 feste tage in der woche vereinbaren wo er sie nach kiga/schule holt und wirklich zeit für sie hat (dazu müsste man aber mit dem ag klären dass man frei bekommt).

Denn soviel papazeit haben die kids ja nicht wenn sie erst abends bei oma abgeholt werden. Daher sehe ich hier auch keinen vorteil für die papa-kind-beziehung

Na ja, sie hätten auf jeden Fall schon mal Abendbrot mit Papa, sich bettfertig machen und werden von ihm ins Bett gebracht. Das finde ich schon ganz schön viel. Da haben viele Kinder, die mit Mama und Papa zusammenleben aber weniger Zeit mit ihrem Vater.

Das sehe ich auch so. Ganztags arbeitende Eltern sind doch mittlerweile nicht mehr ungewöhnlich.


Ich glaube es ging der TS Eher Darum - und das würde mir dabei auch etwas "sauer" aufstoßen - dass die Kinder zu viel hin und her Haben, indem sie eben erst in kiga/schule sind, dann bei Oma und dann erst Bei Papa sind. Und nächste Woche wieder andersrum usw. Das fände ich irgendwie auch zu "unstetig".

Ich selbst würde auch nicht ständig von da nach da nach da gekarrt Werden. Da ist jeder anders und Wechselmodell funktioniert deshalb auch nicht für jedes Kind gut. Sie müssen sich Wohl fühlen und deshalb: redet mit ihnen. Bezieht sie mit ein. Und wenn es ihnen nicht gut tut, dann sollte auch der Vater da Verständnis Haben.

TS:
Wie war denn die Betreuung bisher? Größtenteils von dir? Wie waren die Bettgehrituale zb oder allgemein euer Alltag aufgeteilt zwischen dir und deinem Mann? Eine Trennung ist einschneidend für die Kinder, es sollten nicht plötzlich ALLE Gewohnheiten genommen Werden und wenn die Betreuung die ganze Zeit größtenteils von dir übernommen wurde, dann würde ich mich da wirklich langsam ran Tasten und nach und nach auf ein gewünschtes Modell hinarbeiten.
Bauernschnitte
3434 Beiträge
04.02.2019 14:38
Bei Wechselmodell ist er tatsächlich vom Unterhalt befreit, da beide gleich für den Barunterhalt aufkommen.

Alleinige Sorge & Aufenthaltsbestimmungsrecht sind zwei paar Schuhe.
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