Mütter- und Schwangerenforum

"Bettler", gebt ihr und wenn ja, wieviel?

Gehe zu Seite:
19.06.2019 13:54
Zitat von Morly:

Zitat von Skorpi:

Zitat von Morly:

An der Haustür würde ich nichts geben. Da habe ich viel zu viel Sorge, dass einer bettelt und der andere reinschielt, ob was zu holen ist. Gibt ja genug solcher Tricks, um lukrative Einbruchsziele auszukundschaften.

Generell etwas geben mache ich schon. Auf der Straße angeschnorrt wurde ich lange nicht. Aber vor meinem Lieblingssupermarkt sitzt oft ein Obdachloser mit einem Hund. Den frage ich meistens ob er etwas bestimmtes braucht und kaufe es ihm dann. Wenn ich noch Kleingeld habe kriegt er wohl auch noch 1, 2 Euro dazu.
Ob der sich davon dann Schnaps kauft oder Zigaretten usw ist mir ehrlich gesagt relativ egal. Ist ja sein gutes Recht, geschenktes Geld auszugeben wofür er will.


Da hast du recht, mir persönlich geht es da aber wirklich drum zu helfen. Gebe ich Geld und er kauft sich Alkohol, habe ich ihm damit nicht geholfen.


Ich verstehe was du meinst und habe das früher genauso gemacht.
Mittlerweile denke ich aber, dass wenn da ein obdachloser Alkoholiker/Junkie sitzt, heilt den das auch nicht, wenn ich dem kein Geld gebe damit er sich keinen Stoff kaufen kann.
Das der Mensch süchtig ist wird wohl gute Gründe haben, die anders aufgearbeitet werden müssten.
Wenn diese Leute nun nicht genug Geld zusammen kriegen, werden die höchstens auf Entzug auf der Straße rumhängen, was ich mir extrem schrecklich vorstelle, oder kriminell werden.
Das das dazu führt, dass diese Menschen clean werden glaube ich einfach nicht.
Deswegen ist es für mich OK, wenn sich ein Bettler von meinem Geld Alkohol oder Drogen kauft, auch wenn ich das natürlich nicht toll finde.


Ich finde, dass du recht hast, trotzdem will ich das nicht unterstützen. Daher gebe ich persönlich kein Geld, sondern Essen und Trinken. Aber bisher war auch jeder sehr, sehr dankbar dafür.

19.06.2019 13:55
Zitat von AmyPixie:

Naja, der Hund kann halt weder was dafür, noch kommt er irgendwie aus der Situation raus. Und den Menschen entlastet man dadurch auch. Man muss ja auch sagen, dass sich die Leute meistens wahnsinnig gut um ihren Hund kümmern und lieber dem Hund was kaufen, als sich selbst


Das stimmt schon und da gebe ich dir auch recht.
Vielleicht wäre es zb eine Lösung, einfach vorher mal zu fragen. "ich würde ihrem Hund gern Futter kaufen, benötigen sie auch etwas bestimmtes?"
Ich glaube, es muss für viele obdachlose ein echt mieses Gefühl sein, bettelnd vor irgendwelchen Geschäften zu sitzen und häufig entweder völlig ignoriert oder mit missbilligenden blicken bedacht zu werden.
Vielleicht bin ich naiv, aber freundlich und mit Respekt behandelt zu werden tut wahrscheinlich auch diesen Menschen gut
19.06.2019 13:59
Zitat von Skorpi:

Zitat von Morly:

Zitat von Skorpi:

Zitat von Morly:

An der Haustür würde ich nichts geben. Da habe ich viel zu viel Sorge, dass einer bettelt und der andere reinschielt, ob was zu holen ist. Gibt ja genug solcher Tricks, um lukrative Einbruchsziele auszukundschaften.

Generell etwas geben mache ich schon. Auf der Straße angeschnorrt wurde ich lange nicht. Aber vor meinem Lieblingssupermarkt sitzt oft ein Obdachloser mit einem Hund. Den frage ich meistens ob er etwas bestimmtes braucht und kaufe es ihm dann. Wenn ich noch Kleingeld habe kriegt er wohl auch noch 1, 2 Euro dazu.
Ob der sich davon dann Schnaps kauft oder Zigaretten usw ist mir ehrlich gesagt relativ egal. Ist ja sein gutes Recht, geschenktes Geld auszugeben wofür er will.


Da hast du recht, mir persönlich geht es da aber wirklich drum zu helfen. Gebe ich Geld und er kauft sich Alkohol, habe ich ihm damit nicht geholfen.


Ich verstehe was du meinst und habe das früher genauso gemacht.
Mittlerweile denke ich aber, dass wenn da ein obdachloser Alkoholiker/Junkie sitzt, heilt den das auch nicht, wenn ich dem kein Geld gebe damit er sich keinen Stoff kaufen kann.
Das der Mensch süchtig ist wird wohl gute Gründe haben, die anders aufgearbeitet werden müssten.
Wenn diese Leute nun nicht genug Geld zusammen kriegen, werden die höchstens auf Entzug auf der Straße rumhängen, was ich mir extrem schrecklich vorstelle, oder kriminell werden.
Das das dazu führt, dass diese Menschen clean werden glaube ich einfach nicht.
Deswegen ist es für mich OK, wenn sich ein Bettler von meinem Geld Alkohol oder Drogen kauft, auch wenn ich das natürlich nicht toll finde.


Ich finde, dass du recht hast, trotzdem will ich das nicht unterstützen. Daher gebe ich persönlich kein Geld, sondern Essen und Trinken. Aber bisher war auch jeder sehr, sehr dankbar dafür.


Ist halt ne Einstellungssache.
Ich finde es jedenfalls gut, dass du auf diese Weise hilfst
19.06.2019 14:01
Ich habe in der Kommode neben der Haustür ausrangierte Kinderschuhe, die sich nicht mehr verkaufen oder weitergeben lassen, weil zu abgeranzt (optisch, nicht die Sohle). Die biete ich immer an und sie werden auch genommen, wenn die Größe passt.

In der FuZo gebe ich denen, die mit ihren ganzen Habseligkeiten dasitzen, denen die kurzweilige Musik machen und den Punks, weil ich die irgendwie mag.
Twinkle
1373 Beiträge
19.06.2019 14:03
An der Haustür gebe ich generell auch nichts. Auf der Straße dagegen schon immer mal etwas Kleingeld.

Im Winter hatte ich auch eine Begegnung mit einem Obdachlosen und der Tat mir irgendwie so richtig richtig leid. Kann gar nicht konkret sagen warum, vielleicht weil er noch so jung war (sah aus wie 20).
Da war ich vorher mit Freunden zum Essen verabredet und habe mir den Rest von meiner Portion einpacken lassen und mitgenommen. Bin dann runter zur U-Bahn und musste noch etwas warten, da ist mir der Obdachlose aufgefallen. Lag einfach da, alleine, auf einer zerrissenen Decke und das im Winter bei dicken Minusgraden. Kein Essen, nur kaputte alte Kleidung aber auch keinen Alkohol etc. Ich bin dann zu ihm hin und habe gefragt ob er vielleicht meine halbe Portion Nudeln haben will. Ich habe selten einen Menschen so glücklich gesehen, er ist in Tränen ausgebrochen und hat sich tausend mal bei mir bedankt. Ich habe ihm dann noch 10€ gegeben und meinte er soll sich Kleidung und essen kaufen
19.06.2019 14:04
Zitat von Alaska:

Zitat von Morly:

Findet ihr es nicht irgendwie... krass, einem Bettler nichts zu geben aber seinem Hund?
Ich verstehe den Gedanken, ich hatte auch ab und an den Impuls, wenigstens dem Hund etwas Futter zu kaufen.
Aber dann frage ich mich, wie ich mich dabei wohl fühlen würde


Nee, find ich nicht. In Deutschland muss erstmal niemand betteln und nicht auf der Straße leben . Der Mensch "sucht sich das aus", krass gesagt. Aus diversen Gründen, um der Bürokratie zu entgehen z. B.
Der Hund kann es sich aber nicht aussuchen, der ist völlig abhängig von seinem Besitzer.


Sag das mal den Leuten, die ganz real da sitzen.
Ich halte das für eine ziemlich pauschale Aussage und die sind in den seltensten Fällen richtig.
19.06.2019 14:08
Zitat von Twinkle:

An der Haustür gebe ich generell auch nichts. Auf der Straße dagegen schon immer mal etwas Kleingeld.

Im Winter hatte ich auch eine Begegnung mit einem Obdachlosen und der Tat mir irgendwie so richtig richtig leid. Kann gar nicht konkret sagen warum, vielleicht weil er noch so jung war (sah aus wie 20).
Da war ich vorher mit Freunden zum Essen verabredet und habe mir den Rest von meiner Portion einpacken lassen und mitgenommen. Bin dann runter zur U-Bahn und musste noch etwas warten, da ist mir der Obdachlose aufgefallen. Lag einfach da, alleine, auf einer zerrissenen Decke und das im Winter bei dicken Minusgraden. Kein Essen, nur kaputte alte Kleidung aber auch keinen Alkohol etc. Ich bin dann zu ihm hin und habe gefragt ob er vielleicht meine halbe Portion Nudeln haben will. Ich habe selten einen Menschen so glücklich gesehen, er ist in Tränen ausgebrochen und hat sich tausend mal bei mir bedankt. Ich habe ihm dann noch 10€ gegeben und meinte er soll sich Kleidung und essen kaufen


Ich kann dein Gefühl so sehr nachempfinden. Genau so geht es mir auch. Besonders dann, wenn ich selbst Essen in der Hand habe. Ich kann nicht vorbeigehen und mich auf mein Essen freuen. Dann gebe ich es auch lieber dem, zuhause habe ich immerhin einen vollen Kühlschrank.

Da ist immer so eine tiefe Traurigkeit zu spüren. Ich muss mich immer so sehr zusammenreisen, nicht loszuheulen, wenn sie sich dann auch noch so dankbar freuen...

Lenchen83
347 Beiträge
19.06.2019 14:34
Ich habe mal einem Bettler eine Bratwurst gekauft. Er hat sich gefreut
AmyPixie
8693 Beiträge
19.06.2019 14:35
Naja Morly, es IST schon richtig. Aber dafür müssen die Menschen sich eben helfen lassen. Müssen Behördengänge erledigen usw.

Ich bin da echt zwiegespalten muss ich sagen. Eben weil wir in Deutschland leben und es kaum irgendwo so viel Hilfe gibt, wie hier. Ich kann es einfach nicht nachvollziehen. Aber wie auch? Und ja, da fällt es mir dann auch schwer mich rein zu versetzen. Und ich bewege auch keine Berge, wenn ich mal einen Euro abdrücke. Diese Menschen bräuchten Hilfe ganz anderer Art.
Yogi_Baer
39802 Beiträge
19.06.2019 14:44
An der Türe gebe ich nix , sitzt aber in der city jemand mit Hund geh ich in den nächsten laden hole Hundefutter und Brötchen plus nen wasser und gebe das gerne , abr geld keines.

Hier sitzen auch oft Frauen Rumänischer herkunft und da habe ich mal beobachtet wenn die "fertig" sind gehen sie um die Ecke zum Rathaus und steigen dort in einen fetten Benz. Das ist bei uns schon organisiertes Betteln. Da gebe ich so was von gar nix.
born-in-helsinki
19113 Beiträge
19.06.2019 14:45
Ich hab mal ne szene mitbekommen als ich auf den bus gewartet habe.
Vorm Supermarkt sass eine frau(denke aus der osteuropäischen Region) und ein wirklich gut gekleideter mann kam raus und gab ihr eine kleine tüte mit essen.
Kaum war er um die ecke, warf sie es in den müll!
Da ist doch klar das man da nichts mehr geben will und das dort die mafia hintersteckt.
Und diese Zettel mit betteltext. Also bitte

Im sommer in den parks laufen sie durch und sammeln Flaschen und sind so dreist das sie dir die volle Dose aus der hand nehmen wollen oder sauer werden wenn du ihnen dein leergut nicht geben willst.
19.06.2019 14:47
Zitat von AmyPixie:

Naja Morly, es IST schon richtig. Aber dafür müssen die Menschen sich eben helfen lassen. Müssen Behördengänge erledigen usw.

Ich bin da echt zwiegespalten muss ich sagen. Eben weil wir in Deutschland leben und es kaum irgendwo so viel Hilfe gibt, wie hier. Ich kann es einfach nicht nachvollziehen. Aber wie auch? Und ja, da fällt es mir dann auch schwer mich rein zu versetzen. Und ich bewege auch keine Berge, wenn ich mal einen Euro abdrücke. Diese Menschen bräuchten Hilfe ganz anderer Art.


Diese Menschen sind einfach krank. Schwere Depressionen und was es da noch so alles gibt. Da kommt man allein nicht so einfach raus, da kann man sich nicht so einfach Hilfe holen. Diese Menschen bräuchten Leute, die sie ganz intensiv an die Hand nehmen, geduldig sind und ja, sowas kann auch Jahre dauern, bis dieser Mensch schafft, gewisse Hilfe anzunehmen. Sie können einfach wirklich oft gar nichts dafür. Wenn sie könnten, würden sie. Wenn du an Grippe erkrankst, kannst du ja auch nichts dafür, genauso muss man auch psychische Krankheiten sehen.

MiramitLionel
7559 Beiträge
19.06.2019 14:48
Zitat von Skorpi:

Zum Thema, jedem wird hier in Deutschland geholfen. Ja richtig. Aber es gibt eben gewisse psychische Krankheiten. Nicht jeder kann sich da Hilfe holen, nicht jeder hat die Kraft alleine dafür. Man müsste viel mehr auf diese Menschen zugehen. Dieser Weg ist so lang und so schwierig.

Daher finde ich diesen Satz: "Keiner muss auf der Straße leben" zu oberflächlich gedacht. Kein Obdachloser ist auf der Straße glücklich, sie sind einfach nur zu schwach.


Und von der Straße weg zu kommen, ist oft nicht einfach. Ohne Arbeit, keine Wohnung und umgekehrt es ist eine schlimme Spirale.

Ich war im Übrigen selbst obdachlos (laut Jugendamt). Ohne Unterstützung hätte das sicher nicht gut geendet
-Brünni88
23365 Beiträge
19.06.2019 14:48
Ich bin der leider auch mal auf einen Trick reingefallen, der mich 20 € gekostet hat für ein angebliches Gehörlosen-Zentrum, welches hier im Dorf gebaut werden soll...

Der Mann gab mir eine Liste wo ich mich eintragen konnte und wie viel ich gespendet habe für dieses Heim. Zwei Tage später stand dann in der Zeitung, dass man denen nichts geben soll, dass das Betrüger sind...

Und ich hatte mich echt für die Gehörlosen gefreut...
MiramitLionel
7559 Beiträge
19.06.2019 14:49
Zitat von MiramitLionel:

Zitat von Skorpi:

Zum Thema, jedem wird hier in Deutschland geholfen. Ja richtig. Aber es gibt eben gewisse psychische Krankheiten. Nicht jeder kann sich da Hilfe holen, nicht jeder hat die Kraft alleine dafür. Man müsste viel mehr auf diese Menschen zugehen. Dieser Weg ist so lang und so schwierig.

Daher finde ich diesen Satz: "Keiner muss auf der Straße leben" zu oberflächlich gedacht. Kein Obdachloser ist auf der Straße glücklich, sie sind einfach nur zu schwach.


Und von der Straße weg zu kommen, ist oft nicht einfach. Ohne Arbeit, keine Wohnung und umgekehrt es ist eine schlimme Spirale.

Ich war im Übrigen selbst obdachlos (laut Jugendamt). Ohne Unterstützung hätte das sicher nicht gut geendet


Ach ja, bei mir war es unverschuldet... ich konnte nicht mal was dafür.

Das hat sich wirklich schrecklich angefühlt. Ich hab Mitleid mit den Obdachlosen. Empathie ist wichtig.
Gehe zu Seite:
  • Dieses Thema wurde 12 mal gemerkt