Mütter- und Schwangerenforum

Gibt es die "perfekten" Eltern?

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29.01.2018 14:26
Zitat von Alaska:

Zitat von YellowBird:

Zitat von Alaska:

Zitat von Iljuschka:

...


Ich glaub, du wolltest Nian zitieren, oder? Bei mir war in der Kindheit wirklich nichts furchtbar.


Die Komplimente passen aber auch zu dir


Na, jetzt aber.

Dann lass ich dir und Skorpi jetzt einfach mal ein da.


Ach du liebe!

Marf
30119 Beiträge
29.01.2018 14:28
Ich/wir wollen unseren Kindern eine normale Kindheit geben.Sie sollen sich frei entwickeln,Fehler machen und in einem warmen,vertrauensvollen Zuhause groß werden.Ich versuche meine eigenen Erfahrungen aussen vor zu lassen.Meine Kindheit ist nicht die meiner Kinder.
Ich mache das nicht verkopft oder gar nach irgendwelchen Autoren....ich richte mich nach meinen Kindern.Und ich habe nicht den Ansporn perfekt zu sein.Ich schimpfe,ich tadle,ich vergebe Strafen....ich möchte das meine Kinder ihre Talente nutzen und sie nicht vergeuden....ich möchte das sie aufräumen oder mir im Haushalt helfen.Sie sollen sehen wenn ich müde bin,traurig oder wütend....also sehr unperfekt,dafür aber ehrlich und geradlinig.Sie können sich verlassen ,das ich das halte was ich sage.In jeder Hinsicht.
Mir ist bewusst das es sicher mal zu einer Aussage wie ' Das hätte ich mir anders gewünscht.' kommen wird.....das gebe ich dann gerne zurück.
Natalie20
2594 Beiträge
29.01.2018 14:29
Ich hatte eine tolle, wundervolle Kindheit und auch jetzt hab ich noch ein sehr inniges Verhältnis zu meinen Eltern. Ich bin ein absolutes Papa-Kind obwohl der in meiner Kindheit echt selten da war ( durch die Arbeit), aber wenn, war es die schönste Zeit.

Meine Eltern haben vieles intuitiv richtig gemacht und waren sehr auf unsere Bedürfnisse bedacht. Wir waren und sind eine Familie, das hat man auch gemerkt. Wir hatten als Kinder Mitspracherecht, Veto-Recht usw.

Jetzt habe ich selbst einen Sohn und mache vieles ähnlich meiner Eltern. Natürlich gab es auch Dinge die ich anders mache und eher kritisch in meiner Kindheit sehe. Es gibt auch einige Dinge die ich ganz bewusst anders machen will.
Seitdem ich selbst Mama bin, sehe ich manches kritischer bzw. bewusster.
Alaska
19482 Beiträge
29.01.2018 14:36
Zitat von Skorpi:

Zitat von Alaska:

Zitat von myschka91:

@Alaska: Ich denke auch das emotionale Verhältnis muss einfach passen und gar nicht so sehr wieviele Gedanken man sich macht "perfekt" zu sein und möglichst keinen Fehler zu machen. Das Vertrauen muss da sein, auch wenn man mal Fehler macht, keiner ist perfekt.
Und wie kommst du auf Jungs in rosa Glitzerkleidern?!


Das war nur ein Beispiel. Völlig aus der Luft gegriffen. Ich hab hier schon öfters von Situationen gelesen, da hab ich mich ernsthaft gefragt, warum die Mutter auf "alle Kinder haben geschlechtsneutral das gleiche Recht" gepocht haben, ungeachtet dessen, dass die Gesellschaft aber noch nicht soweit ist und das Kind dann verletzt wurde. Da hätte ich als Mutter vorher schon eingegriffen.
Aber da keine Mutter sowas mit Absicht macht und ich gar niemand verletzen will, wurde aus den vielen Beispielen, die ich vor Augen hatte einfach ein Rosaglitzerkleid. Ich glaub, das gabs hier noch nicht.


Wobei ich tatsächlich glaube, dass es immer auf den Charakter des Kindes ankommt. Einmal eine Situation im Kindergarten, als ich meine Kinder gebracht habe. Hüpfte ein Junge fröhlich mit Kleid rum, aus der Verkleidungskiste. Meine Tochter zu ihm: "Hast du dich als Mädchen verkleidet, heute?" und er ganz stolz: "Ja, ich hab sogar Nagellack drauf, guck". Und meine Tochter ganz neugierig am schauen und fand es toll, weil sie Nagellack ebenfalls mag.

Dieser Junge hatte ein solches Selbstbewusstsein, es hat einfach keinen negativen Gedanken an sich ran gelassen.

Aber ich versteh auch was du meinst, ich denke auch, dass man da eben schauen muss, inwieweit es dem Kind eben auch gut tut.


Das ist ja auch ein nettes Beispiel. Jonas hat auch schon mit lackierten Nägeln das Haus verlassen. Aber er ist eben auch noch nicht im Kiga/in der Schule.

Bestes aktuelles Beispiel, von meiner guten Bekannten geht der Junge in den Kiga. Er hat sich blaue Hausschuhe ausgesucht, die er sehr geliebt hat. Als sie damit auf die Terasse gingen, fingen sie in der Sonne an lila zu wirken. Daraufhin hat ein anderer Junge losgelacht, dass er ja Mädchenschuhe trage. Die Mutter konnte das Kind trösten und stärken wie sie wollte, er zog sie nie wiede ran.
Davor konnte die Mutter zwar nicht schützen, zeigt aber, wie fies Kinder sein können. Das waren nur Schuhe.

Und ich tippe mal darauf, dass Joni ähnlich sensibel sein wird, wie ich (er ist ja auch ein ganz ruhiger und sanfter) und ich weiß, wie sehr nur ein Kind einen mit nem blöden Spruch verletzen kann. Ich kann ihn nicht sein Leben lang vor allem schützen, aber ich muss ihn auch nicht bewusst ins offene Messer laufen lassen.
29.01.2018 14:41
Zitat von Alaska:

Zitat von Skorpi:

Zitat von Alaska:

Zitat von myschka91:

@Alaska: Ich denke auch das emotionale Verhältnis muss einfach passen und gar nicht so sehr wieviele Gedanken man sich macht "perfekt" zu sein und möglichst keinen Fehler zu machen. Das Vertrauen muss da sein, auch wenn man mal Fehler macht, keiner ist perfekt.
Und wie kommst du auf Jungs in rosa Glitzerkleidern?!


Das war nur ein Beispiel. Völlig aus der Luft gegriffen. Ich hab hier schon öfters von Situationen gelesen, da hab ich mich ernsthaft gefragt, warum die Mutter auf "alle Kinder haben geschlechtsneutral das gleiche Recht" gepocht haben, ungeachtet dessen, dass die Gesellschaft aber noch nicht soweit ist und das Kind dann verletzt wurde. Da hätte ich als Mutter vorher schon eingegriffen.
Aber da keine Mutter sowas mit Absicht macht und ich gar niemand verletzen will, wurde aus den vielen Beispielen, die ich vor Augen hatte einfach ein Rosaglitzerkleid. Ich glaub, das gabs hier noch nicht.


Wobei ich tatsächlich glaube, dass es immer auf den Charakter des Kindes ankommt. Einmal eine Situation im Kindergarten, als ich meine Kinder gebracht habe. Hüpfte ein Junge fröhlich mit Kleid rum, aus der Verkleidungskiste. Meine Tochter zu ihm: "Hast du dich als Mädchen verkleidet, heute?" und er ganz stolz: "Ja, ich hab sogar Nagellack drauf, guck". Und meine Tochter ganz neugierig am schauen und fand es toll, weil sie Nagellack ebenfalls mag.

Dieser Junge hatte ein solches Selbstbewusstsein, es hat einfach keinen negativen Gedanken an sich ran gelassen.

Aber ich versteh auch was du meinst, ich denke auch, dass man da eben schauen muss, inwieweit es dem Kind eben auch gut tut.


Das ist ja auch ein nettes Beispiel. Jonas hat auch schon mit lackierten Nägeln das Haus verlassen. Aber er ist eben auch noch nicht im Kiga/in der Schule.

Bestes aktuelles Beispiel, von meiner guten Bekannten geht der Junge in den Kiga. Er hat sich blaue Hausschuhe ausgesucht, die er sehr geliebt hat. Als sie damit auf die Terasse gingen, fingen sie in der Sonne an lila zu wirken. Daraufhin hat ein anderer Junge losgelacht, dass er ja Mädchenschuhe trage. Die Mutter konnte das Kind trösten und stärken wie sie wollte, er zog sie nie wiede ran.
Davor konnte die Mutter zwar nicht schützen, zeigt aber, wie fies Kinder sein können. Das waren nur Schuhe.

Und ich tippe mal darauf, dass Joni ähnlich sensibel sein wird, wie ich (er ist ja auch ein ganz ruhiger und sanfter) und ich weiß, wie sehr nur ein Kind einen mit nem blöden Spruch verletzen kann. Ich kann ihn nicht sein Leben lang vor allem schützen, aber ich muss ihn auch nicht bewusst ins offene Messer laufen lassen.


Also wie man weiß bewege ich mich ja recht häufig in "alternativen" Kreisen , in denen das ganz häufig Thema ist. Und nahezu alle Mütter da, lassen ihr Kind nicht einfach unvorbereitet ins offene Messer laufen. Sie sprechen mit ihren Kindern darüber, dass es sein könnte, dass manche Kinder blöd reagieren oder lachen. Und dann entscheiden die Kinder das selbst. Entweder die Kinder haben das Selbstbewusstsein und tragen es trotzdem oder sie entscheiden sich dagegen. Hat nur ganz selten nicht zur Zufriedenheit aller geführt, soweit ich das mitbekommen habe.
29.01.2018 14:41
Zitat von Alaska:

Zitat von Skorpi:

Zitat von Alaska:

Zitat von myschka91:

@Alaska: Ich denke auch das emotionale Verhältnis muss einfach passen und gar nicht so sehr wieviele Gedanken man sich macht "perfekt" zu sein und möglichst keinen Fehler zu machen. Das Vertrauen muss da sein, auch wenn man mal Fehler macht, keiner ist perfekt.
Und wie kommst du auf Jungs in rosa Glitzerkleidern?!


Das war nur ein Beispiel. Völlig aus der Luft gegriffen. Ich hab hier schon öfters von Situationen gelesen, da hab ich mich ernsthaft gefragt, warum die Mutter auf "alle Kinder haben geschlechtsneutral das gleiche Recht" gepocht haben, ungeachtet dessen, dass die Gesellschaft aber noch nicht soweit ist und das Kind dann verletzt wurde. Da hätte ich als Mutter vorher schon eingegriffen.
Aber da keine Mutter sowas mit Absicht macht und ich gar niemand verletzen will, wurde aus den vielen Beispielen, die ich vor Augen hatte einfach ein Rosaglitzerkleid. Ich glaub, das gabs hier noch nicht.


Wobei ich tatsächlich glaube, dass es immer auf den Charakter des Kindes ankommt. Einmal eine Situation im Kindergarten, als ich meine Kinder gebracht habe. Hüpfte ein Junge fröhlich mit Kleid rum, aus der Verkleidungskiste. Meine Tochter zu ihm: "Hast du dich als Mädchen verkleidet, heute?" und er ganz stolz: "Ja, ich hab sogar Nagellack drauf, guck". Und meine Tochter ganz neugierig am schauen und fand es toll, weil sie Nagellack ebenfalls mag.

Dieser Junge hatte ein solches Selbstbewusstsein, es hat einfach keinen negativen Gedanken an sich ran gelassen.

Aber ich versteh auch was du meinst, ich denke auch, dass man da eben schauen muss, inwieweit es dem Kind eben auch gut tut.


Das ist ja auch ein nettes Beispiel. Jonas hat auch schon mit lackierten Nägeln das Haus verlassen. Aber er ist eben auch noch nicht im Kiga/in der Schule.

Bestes aktuelles Beispiel, von meiner guten Bekannten geht der Junge in den Kiga. Er hat sich blaue Hausschuhe ausgesucht, die er sehr geliebt hat. Als sie damit auf die Terasse gingen, fingen sie in der Sonne an lila zu wirken. Daraufhin hat ein anderer Junge losgelacht, dass er ja Mädchenschuhe trage. Die Mutter konnte das Kind trösten und stärken wie sie wollte, er zog sie nie wiede ran.
Davor konnte die Mutter zwar nicht schützen, zeigt aber, wie fies Kinder sein können. Das waren nur Schuhe.

Und ich tippe mal darauf, dass Joni ähnlich sensibel sein wird, wie ich (er ist ja auch ein ganz ruhiger und sanfter) und ich weiß, wie sehr nur ein Kind einen mit nem blöden Spruch verletzen kann. Ich kann ihn nicht sein Leben lang vor allem schützen, aber ich muss ihn auch nicht bewusst ins offene Messer laufen lassen.


Genau, da bin ich auch bei dir. Daher muss man das glaub ich wirklich ganz individuell entscheiden. Der Junge aus meinem Beispiel war und ist absolut gar nicht sensibel. Da hätte ich wohl auch weniger bedenken. Beim sensiblen Kind schaut das dann natürlich wieder anders aus.

29.01.2018 14:42
Zitat von Lana_Fey:

Zitat von NiAn:

Ich habe kein gutes Verhältnis zu meinen Eltern. Als Kind war ich eigentlich immer nur alleine, musste selbstständig dein da beide arbeiten waren und dann noch Landwirtschaft hatten, Geschwister habe ich keine. So schmierte ich mir schon im Kindergarten meine Frühtsücksbrote alleine, war ab der ersten Klasse Schlüsselkind. Machte mich morgens alleine fertig, ging zu Schule dann zum hort, kam heim und war alleine machte meine Hausaufgaben und ging in mein Zimmer alleine spielen oder TV schauen (den ich schon sehr, sehr früh hatte). Einzig Abendbrot haben wir gemeinsam gegessen aber mal gefragt wie mein Tag war wurde nicht. Dann machte ich mich alleine fertig und ging alleine ins Bett und das eigentlich immer. Recht machen konnte man es (vor allem meiner Mutter) nie also machte ich auch nichts mehr, Ärger gab es ständig weil ich nicht so funktionierte wie ich sollte, war in der Schule laut, schlechte Noten und hatte eine große Klappe. Ständig würde geschrien weil ich Mist gebaut hatte, es gab Stubenarrest. Ständig musste ich mein Zimmer aufräumen obwohl nie was dreckig war (extreme Sauberkeitsmacke meiner Mutter). Wenn ich Sorgen oder Probleme hatte war ich selber daran schuld und musste diese also auch selber lösen, daher erzählte ich einfach nichts mehr, interessierte eh keinen. In den Arm genommen, ein „ich bin stolz auf dich“ oder „hast du toll gemacht“ gab es nie. Meine Interessen wurden nie gefördert, ich wollte immer Keyboard/Klavier lernen, durfte ich nicht, weil ich es eh nicht durchgezogen hätte. Alles in Allem war ich das Pflichtkind weil das eben so sein muss, Heirat, Haus und eben Kind.

Positiv war allerdings das es mir finanziell immer gut ging und wir auch jährlich in den Urlaub geflogen sind, die einzige wirkliche Familienzeit (wobei ich da auch eher meins alleine gemacht hatte als mit meinen Eltern zusammen)

Auch jetzt ist es nicht besser. Interesse an mir ist nicht vorhanden, wir pflegen Pflichtkontakt weil es eben die Eltern sind. Dennoch erzählt vor allem meine Mutter nur schlechte Dinge über mich und vor allem mein Kind. Denn das verziehe ich ja eh nur und in ein paar Jahren haut er uns eh die Hucke voll

Sie erzählt so Dinge wie.....
Ich bin ne Oberglucke
Ich wäre auch ihr Geld angewiesen und das ich ja nicht ankommen brauch wenn ich Sorgen habe
Wie dämlich ich bin noch ein Kind zu bekommen
Mein Kind fett wäre (er wiegt eher zu wenig)
Sie meinen Kind erstmal richtig den Arsch versohlt wenn sie Weihnachtsmann spielt (hatte sie vor Weihnachten gesagt, versohlt hat sie ihn nicht, sie wollte ihn nur im Wald aussetzen wenn er nicht spurt)
Ich ohne sie verloren wäre weil ich ja nichts auf die Reihe kriege

Solche Dinge erzählt sie fremden Menschen, Hauptsache sie stellt sich als „Ich bin’s“ ins Licht und alle anderen sind ja doof und dämlich und können nix.

Und je mehr ich darüber schreibe, je mehr merke ich wieder wie sehr mich das Thema triggert und belastet deswegen hör ich jetzt einfach auf...


Das klingt ja richtig mies.. das tut mir so leid
Wie schlimm sich das alles anhört.. man glaubt gar nicht, wie sehr so eine fehlende Beziehung zu den Eltern unter die Haut geht.
Ich denke da eben immer an diese magische Verbindung, dieses Band zwischen Kind und Elternteil.. allen voran natürlich zur Mutter. Man will ja, dass es existiert und hofft sein Leben lang, dass das alles nur ein schlechter Traum war Ich fühle wirklich sehr mit dir. Alleine schon deshalb, weil ich es zur Hälfte kenne. Mein Vater hat in mir einiges zerrissen. Und ich hoffe heute noch, dass er irgendwann merkt, was er an seiner Tochter hat..


Bei mir ist es wirklich so das es mir egal ist ob meine Mutter da ist oder nicht, zu meinen Vater hab ich ein etwas besseres Verhältnis, er war da schon eher mal der Typ der mich (zumindest zum Geburtstag) mal in den Arm genommen hat und auch jetzt immer mal anruft und fragt wie es läuft, von meiner Mutter kommt da nichts und ich will es auch nicht mehr. Ich Dämme den Kontakt auf ein Minimum ein und schlucke es runter, hilft eh nichts da mal was anzusprechen. In ihren Augen hat sie bei mir alles richtig gemacht, wirklich alles

Ich versuche es jetzt natürlich besser zu machen, anders zu machen. Ich möchte nicht perfekt sein, das werden wir eh nicht schaffen aber ich möchte das meine Kinder sicher, geboren und vorallem geliebt aufwachsen und das sie wissen das wir immer für sie da sind, egal wie viel Mist die bauen, egal wie schlecht es ihnen geht und das es egal ist ob sie 2, 24 oder 36 Jahre alt sind, wir sind immer da und werden sie immer mit offenen Armen empfangen, das was ich niemals hatte und habe noch werde.

Aber mich ärgert es so ungemein wenn ich an mir dinge erkenne die meine Mutter damals machte und von denen ich mir schwor sie selber niemals zu machen. Es ist unheimlich viel Arbeit aus diesen Mustern auszubrechen und es anders zu machen. Bei mir ist es z.B. das laut werden, ich werde unheimlich schnell laut und schreie in das obwohl ich weiß ich will es nicht und es geht auch anders. Aber ich arbeite an mir und ich hoffe das es mir meine Kinder nicht übel nehmen sondern die guten Dinge überwiegen werden.
Lavellen
527 Beiträge
29.01.2018 14:46
"Perfekt" gibt es in meinen Augen in Bezug auf Menschen nicht.

Mein Vater war gefühlt nie zu Hause, wir haben ein grottenschlechtes Verhältnis zueinander und daran ist die Scheidung meiner Eltern nur bedingt Schuld.
Zu meiner Mutter hab ich ein unglaublich gutes Verhältnis, ich liebe sie, wie ich es mir später von meinen Kindern auch wünschen würde.
Wenn man meinen Vater mal außen vor lässt, war meine Kindheit schön. Betrachtet man ihn dazu, wirds kritisch. Ehrgeizig, leistungsorientiert, mit den Gedanken immer woanders, selten wirklich an uns interessiert. Ich hab schon früh gemerkt, dass das bei mir einen Knacks hinterlassen hat...
Marf
30119 Beiträge
29.01.2018 14:46
Zitat von KRÄTZÄ:

Zitat von Alaska:

Zitat von Skorpi:

Zitat von Alaska:

...


Wobei ich tatsächlich glaube, dass es immer auf den Charakter des Kindes ankommt. Einmal eine Situation im Kindergarten, als ich meine Kinder gebracht habe. Hüpfte ein Junge fröhlich mit Kleid rum, aus der Verkleidungskiste. Meine Tochter zu ihm: "Hast du dich als Mädchen verkleidet, heute?" und er ganz stolz: "Ja, ich hab sogar Nagellack drauf, guck". Und meine Tochter ganz neugierig am schauen und fand es toll, weil sie Nagellack ebenfalls mag.

Dieser Junge hatte ein solches Selbstbewusstsein, es hat einfach keinen negativen Gedanken an sich ran gelassen.

Aber ich versteh auch was du meinst, ich denke auch, dass man da eben schauen muss, inwieweit es dem Kind eben auch gut tut.


Das ist ja auch ein nettes Beispiel. Jonas hat auch schon mit lackierten Nägeln das Haus verlassen. Aber er ist eben auch noch nicht im Kiga/in der Schule.

Bestes aktuelles Beispiel, von meiner guten Bekannten geht der Junge in den Kiga. Er hat sich blaue Hausschuhe ausgesucht, die er sehr geliebt hat. Als sie damit auf die Terasse gingen, fingen sie in der Sonne an lila zu wirken. Daraufhin hat ein anderer Junge losgelacht, dass er ja Mädchenschuhe trage. Die Mutter konnte das Kind trösten und stärken wie sie wollte, er zog sie nie wiede ran.
Davor konnte die Mutter zwar nicht schützen, zeigt aber, wie fies Kinder sein können. Das waren nur Schuhe.

Und ich tippe mal darauf, dass Joni ähnlich sensibel sein wird, wie ich (er ist ja auch ein ganz ruhiger und sanfter) und ich weiß, wie sehr nur ein Kind einen mit nem blöden Spruch verletzen kann. Ich kann ihn nicht sein Leben lang vor allem schützen, aber ich muss ihn auch nicht bewusst ins offene Messer laufen lassen.


Also wie man weiß bewege ich mich ja recht häufig in "alternativen" Kreisen , in denen das ganz häufig Thema ist. Und nahezu alle Mütter da, lassen ihr Kind nicht einfach unvorbereitet ins offene Messer laufen. Sie sprechen mit ihren Kindern darüber, dass es sein könnte, dass manche Kinder blöd reagieren oder lachen. Und dann entscheiden die Kinder das selbst. Entweder die Kinder haben das Selbstbewusstsein und tragen es trotzdem oder sie entscheiden sich dagegen. Hat nur ganz selten nicht zur Zufriedenheit aller geführt, soweit ich das mitbekommen habe.

Ich glaube das tun die meisten wenn das Kind mit so einer Idee kommt.Und viele Kinder haben wohl auch eine gewisse Ahnung,den ansonsten müssten sie nicht fragen ob ein Kleid usw. ok ist.
Seramonchen
37809 Beiträge
29.01.2018 14:48
Zitat von Lavellen:

"Perfekt" gibt es in meinen Augen in Bezug auf Menschen nicht.

Mein Vater war gefühlt nie zu Hause, wir haben ein grottenschlechtes Verhältnis zueinander und daran ist die Scheidung meiner Eltern nur bedingt Schuld.
Zu meiner Mutter hab ich ein unglaublich gutes Verhältnis, ich liebe sie, wie ich es mir später von meinen Kindern auch wünschen würde.
Wenn man meinen Vater mal außen vor lässt, war meine Kindheit schön. Betrachtet man ihn dazu, wirds kritisch. Ehrgeizig, leistungsorientiert, mit den Gedanken immer woanders, selten wirklich an uns interessiert. Ich hab schon früh gemerkt, dass das bei mir einen Knacks hinterlassen hat...


Wie bei uns.
cooky
12601 Beiträge
29.01.2018 14:49
Zitat von Skorpi:

Zitat von Pakuna:

Zitat von Skorpi:

Zitat von Pakuna:

Hallo zusammen,

ich stelle mir in letzter Zeit öfter die Frage, ob ich mit meiner Tochter alles richtig mache, was ich ändern könnte usw. damit sie mal nicht als Erwachsene das gleiche fühlt wie ich jetzt und ob es überhaupt Sinn macht, sich so viele Gedanken zu machen

Irgendwie fällt mir in meinem Bekanntenkreis keiner so richtig ein, der von sich sagt, er hatte eine schöne Kindheit in welcher man nichts hätte besser machen können Jeder hat irgendwelche größeren oder kleineren Traumata oder schlimmstenfalls Psychosen.

Mir stellt sich einfach die Frage, ob es zwangsläufig so sein wird, dass meine Tochter später schlecht über uns als Eltern denkt? Einfach im Sinne einer Generationenfrage?

Also - gibt es jemanden unter euch, der nichts schwerwiegendes zu bemängeln hat und ein gutes und entspanntes Verhältnis zu seinen Eltern pflegt? Könnt ihr euren Kindheitsalltag grob umschreiben? Was hat euch besonders gut gefallen und was vielleicht nicht?


Ich habe ein sehr, sehr inniges Verhältnis zu meiner Mutti und meiner Schwester (mein Papa ist leider nicht mehr am leben, aber auch zu ihm, hatte ich ein sehr inniges Verhältnis, er war ein so toller Mensch!) und das, obwohl ich ein Scheidungskind war. In meinen Augen haben meine Eltern alles richtig gemacht. Heute mache ich im Grunde alles genauso, einfach, weil ich weiß, was für eine tolle Kindheit ich hatte und mir das ganz genauso eben auch für meine Kinder wünsche. Bisher funktioniert alles super. Die Mädels sind selbstbewusste, fröhliche und aufgeweckte Wesen. Wir führen also ein komplett harmonisches Familienleben.

Aber alles richtig mache ich sicher auch nicht. Das unperfekte ist doch eigentlich das perfekte, die viel schwierigere Aufgabe. Man will immer die beste Mutter, die beste Tochter, die beste Freundin sein, immer alles gut und richtig machen. Aber unsere Kinder wollen uns genau so, wie wir sind. Sie wollen uns gar nicht perfekt.


Das klingt toll, wirklich! Ich treffe selten bis nie jemanden, der das von sich behaupten kann.

Allerdings - ich wollte meine Eltern (Mutter) nicht so wie sie waren. Das konnte ich als Kind natürlich noch nicht überblicken. Ich war aber sehr oft unglücklich und viel in mich gekehrt. Jetzt als Erwachsene und Mutter bricht das alles erst komplett auf und ich erkenne, was das bei mir angerichtet hat.


Mir tut das wirklich sehr, sehr leid. Ich z.B. kenne das aus meinem ganzen Umfeld nicht. Eigentlich tatsächlich nur aus der MC, wie viele doch ein nicht so gutes Verhältnis zu den Eltern haben.

Ansonsten, mein Freund hatte genauso wie auch ich, eine sehr schöne Kindheit, Freunde ebenfalls alle. Ich glaube, dass wichtigste ist, seine Kinder zu lieben, sie ernst nehmen, zuhören, Sicherheit vermitteln. Ich glaub mit so Dingen hat man wirklich schon eine menge erreicht.


Das erschreckt mich hier auch sehr oft. So viele haben so traurige Geschichten mit ihren Eltern.

Das ist hier auch ganz anders. Ich hatte eine wunderbare Kindheit. Meine Eltern waren und sind immer für meine Brüder und mich da.
YellowBird
3982 Beiträge
29.01.2018 14:50
Zitat von Alaska:

Zitat von Skorpi:

Zitat von Alaska:

Zitat von myschka91:

@Alaska: Ich denke auch das emotionale Verhältnis muss einfach passen und gar nicht so sehr wieviele Gedanken man sich macht "perfekt" zu sein und möglichst keinen Fehler zu machen. Das Vertrauen muss da sein, auch wenn man mal Fehler macht, keiner ist perfekt.
Und wie kommst du auf Jungs in rosa Glitzerkleidern?!


Das war nur ein Beispiel. Völlig aus der Luft gegriffen. Ich hab hier schon öfters von Situationen gelesen, da hab ich mich ernsthaft gefragt, warum die Mutter auf "alle Kinder haben geschlechtsneutral das gleiche Recht" gepocht haben, ungeachtet dessen, dass die Gesellschaft aber noch nicht soweit ist und das Kind dann verletzt wurde. Da hätte ich als Mutter vorher schon eingegriffen.
Aber da keine Mutter sowas mit Absicht macht und ich gar niemand verletzen will, wurde aus den vielen Beispielen, die ich vor Augen hatte einfach ein Rosaglitzerkleid. Ich glaub, das gabs hier noch nicht.


Wobei ich tatsächlich glaube, dass es immer auf den Charakter des Kindes ankommt. Einmal eine Situation im Kindergarten, als ich meine Kinder gebracht habe. Hüpfte ein Junge fröhlich mit Kleid rum, aus der Verkleidungskiste. Meine Tochter zu ihm: "Hast du dich als Mädchen verkleidet, heute?" und er ganz stolz: "Ja, ich hab sogar Nagellack drauf, guck". Und meine Tochter ganz neugierig am schauen und fand es toll, weil sie Nagellack ebenfalls mag.

Dieser Junge hatte ein solches Selbstbewusstsein, es hat einfach keinen negativen Gedanken an sich ran gelassen.

Aber ich versteh auch was du meinst, ich denke auch, dass man da eben schauen muss, inwieweit es dem Kind eben auch gut tut.


Das ist ja auch ein nettes Beispiel. Jonas hat auch schon mit lackierten Nägeln das Haus verlassen. Aber er ist eben auch noch nicht im Kiga/in der Schule.

Bestes aktuelles Beispiel, von meiner guten Bekannten geht der Junge in den Kiga. Er hat sich blaue Hausschuhe ausgesucht, die er sehr geliebt hat. Als sie damit auf die Terasse gingen, fingen sie in der Sonne an lila zu wirken. Daraufhin hat ein anderer Junge losgelacht, dass er ja Mädchenschuhe trage. Die Mutter konnte das Kind trösten und stärken wie sie wollte, er zog sie nie wiede ran.
Davor konnte die Mutter zwar nicht schützen, zeigt aber, wie fies Kinder sein können. Das waren nur Schuhe.

Und ich tippe mal darauf, dass Joni ähnlich sensibel sein wird, wie ich (er ist ja auch ein ganz ruhiger und sanfter) und ich weiß, wie sehr nur ein Kind einen mit nem blöden Spruch verletzen kann. Ich kann ihn nicht sein Leben lang vor allem schützen, aber ich muss ihn auch nicht bewusst ins offene Messer laufen lassen.


Ich glaube, es kommt darauf an, ob es um eine Lust und Laune geht (da bin ich deiner Ansicht) oder ob ein Junge sehr ernsthaft als Mädchen wahrgenommen werden möchte. Dann muss man gesellschaftliche Reaktionen sehr sorgfältig gegen den Wunsch des Kindes abwägen. Ein Kind, das transgender ist, aber daran gehindert wird, es zu Hause und/oder in der Gesellschaft auszuleben, kann darunter ggf. deutlich mehr leiden als wenn es von einigen Spott abbekäme, sich aber vom familiären Umfeld so angenommen fühlt, wie es eben ist. Ich denke, beim Kindergartenbeispiel müsste man das erste Auftauchen im Kleid entsprechend vorbereiten, in Zusammenarbeit mit den Erziehern, dem Kind Wechselsachen mitgeben, falls es sich doch unwohl fühlt usw. Ein schwieriges Thema, das sicher ganz, ganz viel Fingerspitzengefühl, Empathie und Kraft erfordert.
Lana_Fey
6790 Beiträge
29.01.2018 14:53
Zitat von NiAn:

Zitat von Lana_Fey:

Zitat von NiAn:

Ich habe kein gutes Verhältnis zu meinen Eltern. Als Kind war ich eigentlich immer nur alleine, musste selbstständig dein da beide arbeiten waren und dann noch Landwirtschaft hatten, Geschwister habe ich keine. So schmierte ich mir schon im Kindergarten meine Frühtsücksbrote alleine, war ab der ersten Klasse Schlüsselkind. Machte mich morgens alleine fertig, ging zu Schule dann zum hort, kam heim und war alleine machte meine Hausaufgaben und ging in mein Zimmer alleine spielen oder TV schauen (den ich schon sehr, sehr früh hatte). Einzig Abendbrot haben wir gemeinsam gegessen aber mal gefragt wie mein Tag war wurde nicht. Dann machte ich mich alleine fertig und ging alleine ins Bett und das eigentlich immer. Recht machen konnte man es (vor allem meiner Mutter) nie also machte ich auch nichts mehr, Ärger gab es ständig weil ich nicht so funktionierte wie ich sollte, war in der Schule laut, schlechte Noten und hatte eine große Klappe. Ständig würde geschrien weil ich Mist gebaut hatte, es gab Stubenarrest. Ständig musste ich mein Zimmer aufräumen obwohl nie was dreckig war (extreme Sauberkeitsmacke meiner Mutter). Wenn ich Sorgen oder Probleme hatte war ich selber daran schuld und musste diese also auch selber lösen, daher erzählte ich einfach nichts mehr, interessierte eh keinen. In den Arm genommen, ein „ich bin stolz auf dich“ oder „hast du toll gemacht“ gab es nie. Meine Interessen wurden nie gefördert, ich wollte immer Keyboard/Klavier lernen, durfte ich nicht, weil ich es eh nicht durchgezogen hätte. Alles in Allem war ich das Pflichtkind weil das eben so sein muss, Heirat, Haus und eben Kind.

Positiv war allerdings das es mir finanziell immer gut ging und wir auch jährlich in den Urlaub geflogen sind, die einzige wirkliche Familienzeit (wobei ich da auch eher meins alleine gemacht hatte als mit meinen Eltern zusammen)

Auch jetzt ist es nicht besser. Interesse an mir ist nicht vorhanden, wir pflegen Pflichtkontakt weil es eben die Eltern sind. Dennoch erzählt vor allem meine Mutter nur schlechte Dinge über mich und vor allem mein Kind. Denn das verziehe ich ja eh nur und in ein paar Jahren haut er uns eh die Hucke voll

Sie erzählt so Dinge wie.....
Ich bin ne Oberglucke
Ich wäre auch ihr Geld angewiesen und das ich ja nicht ankommen brauch wenn ich Sorgen habe
Wie dämlich ich bin noch ein Kind zu bekommen
Mein Kind fett wäre (er wiegt eher zu wenig)
Sie meinen Kind erstmal richtig den Arsch versohlt wenn sie Weihnachtsmann spielt (hatte sie vor Weihnachten gesagt, versohlt hat sie ihn nicht, sie wollte ihn nur im Wald aussetzen wenn er nicht spurt)
Ich ohne sie verloren wäre weil ich ja nichts auf die Reihe kriege

Solche Dinge erzählt sie fremden Menschen, Hauptsache sie stellt sich als „Ich bin’s“ ins Licht und alle anderen sind ja doof und dämlich und können nix.

Und je mehr ich darüber schreibe, je mehr merke ich wieder wie sehr mich das Thema triggert und belastet deswegen hör ich jetzt einfach auf...


Das klingt ja richtig mies.. das tut mir so leid
Wie schlimm sich das alles anhört.. man glaubt gar nicht, wie sehr so eine fehlende Beziehung zu den Eltern unter die Haut geht.
Ich denke da eben immer an diese magische Verbindung, dieses Band zwischen Kind und Elternteil.. allen voran natürlich zur Mutter. Man will ja, dass es existiert und hofft sein Leben lang, dass das alles nur ein schlechter Traum war Ich fühle wirklich sehr mit dir. Alleine schon deshalb, weil ich es zur Hälfte kenne. Mein Vater hat in mir einiges zerrissen. Und ich hoffe heute noch, dass er irgendwann merkt, was er an seiner Tochter hat..


Bei mir ist es wirklich so das es mir egal ist ob meine Mutter da ist oder nicht, zu meinen Vater hab ich ein etwas besseres Verhältnis, er war da schon eher mal der Typ der mich (zumindest zum Geburtstag) mal in den Arm genommen hat und auch jetzt immer mal anruft und fragt wie es läuft, von meiner Mutter kommt da nichts und ich will es auch nicht mehr. Ich Dämme den Kontakt auf ein Minimum ein und schlucke es runter, hilft eh nichts da mal was anzusprechen. In ihren Augen hat sie bei mir alles richtig gemacht, wirklich alles

Ich versuche es jetzt natürlich besser zu machen, anders zu machen. Ich möchte nicht perfekt sein, das werden wir eh nicht schaffen aber ich möchte das meine Kinder sicher, geboren und vorallem geliebt aufwachsen und das sie wissen das wir immer für sie da sind, egal wie viel Mist die bauen, egal wie schlecht es ihnen geht und das es egal ist ob sie 2, 24 oder 36 Jahre alt sind, wir sind immer da und werden sie immer mit offenen Armen empfangen, das was ich niemals hatte und habe noch werde.

Aber mich ärgert es so ungemein wenn ich an mir dinge erkenne die meine Mutter damals machte und von denen ich mir schwor sie selber niemals zu machen. Es ist unheimlich viel Arbeit aus diesen Mustern auszubrechen und es anders zu machen. Bei mir ist es z.B. das laut werden, ich werde unheimlich schnell laut und schreie in das obwohl ich weiß ich will es nicht und es geht auch anders. Aber ich arbeite an mir und ich hoffe das es mir meine Kinder nicht übel nehmen sondern die guten Dinge überwiegen werden.


So geht es mir auch.. Wenn mein Vater mal da war, hat er rumgebrüllt. Meist mit meiner Mutter, auch mit mir je älter ich wurde.

Wenn du sagst, du schluckst es runter.. so richtig egal ist es dir nicht oder? Ich meine, man stumpft ab mit der Zeit. Also ich zumindest. Ab und zu reißt alles auf, aber die meiste Zeit über, ist man doch eigentlich froh, dass dieser Mensch nicht am eigenen Leben teil hat. Aber ganz tief drin.. lösen kann ich mich nicht.

Deine Einstellung ist super und genau so soll es auch sein. Deine Kinder werden immer wissen, dass du für sie da bist Auch wenn wir mal entgleisen, die Kinder spüren ob sie geliebt oder nur geduldet werden. Wie gesagt, ich schreie auch viel und jedes mal muss ich an meinen Vater denken. Wie erschrocken ich immer war, wenn seine Stimme durchs Haus donnerte. Und kommen meine Kinder an und wollen Abends meine Hand am Bett.. da weiß ich einfach, dass sie mir verzeihen. Ich selbst mir vielleicht nicht.. aber den Fehler zu erkennen ist doch der beste Weg zur Besserung.
Pakuna
7805 Beiträge
29.01.2018 14:54
Ich stelle an mir eben fest, dass ich wirklich so gut wie alles anders mache. Interessanterweise ist erst mit der Geburt meiner Tochter dieser Antikurs aufgekommen.

Ich musste zB immer früh ins Bett. Nach dem Sandmann. Mittags (Wochenende) saß meine Mutter streng am Bett und wachte darüber dass ich ja auch schlief (ich kniff die Augen zusamnen und traute mich kaum zu atmen).

Freunde einladen durfte ich so gut wie nie. Meine Eltern hatten nicht gerne "fremden" Besuch.

Ich wurde leider auch geschlagen, meist von meiner Mutter. Meinem Vater ist, soweit ich mich erinnern kann, drei Mal die Hand ausgerutscht (und die war verdammt groß). Einmal als ich den Futternapf der Katze nicht sauber machte.

Ich bekam auch mal Schläge im Bett weil ich weinte. Das hab ich sogar später mal angesprochen und das fanden sie irgendwie witzig

Widerworte waren nicht sonderlich beliebt und mein Vater vertrat die Ansicht "Solange du deine Füße unter meinem Tisch..." usw.

Ach ich könnte noch tausend Dinge aufzählen.

Es war nicht alles schlecht, ich habe durchaus auch tolle Erinnerungen. Wir haben tolle Urlaube und Ausflüge gemacht. Es war oft lustig zuhause, zB beim gemeinsamen Abendessen. Aber alles war irgendwie überschattet von der Laune meiner Mutter. Sie war oft und schnell beleidigt von mir und ignorierte mich dann. Das war ganz schlimm für mich. Dann und wann fand sie mich "fett" und ich musste Diät und Sport machen. Hab bis heute ne Essstörung.

Schlafzimmer meiner Eltern war tabu und ein "Wir haben dich doch lieb" gabs immer erst dann wenn ich mich wg eines Vergehens entschuldigt hatte (vorher behandelte meine Mutter mich wie Luft).
Alaska
19482 Beiträge
29.01.2018 15:01
Zitat von YellowBird:

Zitat von Alaska:

Zitat von Skorpi:

Zitat von Alaska:

...


Wobei ich tatsächlich glaube, dass es immer auf den Charakter des Kindes ankommt. Einmal eine Situation im Kindergarten, als ich meine Kinder gebracht habe. Hüpfte ein Junge fröhlich mit Kleid rum, aus der Verkleidungskiste. Meine Tochter zu ihm: "Hast du dich als Mädchen verkleidet, heute?" und er ganz stolz: "Ja, ich hab sogar Nagellack drauf, guck". Und meine Tochter ganz neugierig am schauen und fand es toll, weil sie Nagellack ebenfalls mag.

Dieser Junge hatte ein solches Selbstbewusstsein, es hat einfach keinen negativen Gedanken an sich ran gelassen.

Aber ich versteh auch was du meinst, ich denke auch, dass man da eben schauen muss, inwieweit es dem Kind eben auch gut tut.


Das ist ja auch ein nettes Beispiel. Jonas hat auch schon mit lackierten Nägeln das Haus verlassen. Aber er ist eben auch noch nicht im Kiga/in der Schule.

Bestes aktuelles Beispiel, von meiner guten Bekannten geht der Junge in den Kiga. Er hat sich blaue Hausschuhe ausgesucht, die er sehr geliebt hat. Als sie damit auf die Terasse gingen, fingen sie in der Sonne an lila zu wirken. Daraufhin hat ein anderer Junge losgelacht, dass er ja Mädchenschuhe trage. Die Mutter konnte das Kind trösten und stärken wie sie wollte, er zog sie nie wiede ran.
Davor konnte die Mutter zwar nicht schützen, zeigt aber, wie fies Kinder sein können. Das waren nur Schuhe.

Und ich tippe mal darauf, dass Joni ähnlich sensibel sein wird, wie ich (er ist ja auch ein ganz ruhiger und sanfter) und ich weiß, wie sehr nur ein Kind einen mit nem blöden Spruch verletzen kann. Ich kann ihn nicht sein Leben lang vor allem schützen, aber ich muss ihn auch nicht bewusst ins offene Messer laufen lassen.


Ich glaube, es kommt darauf an, ob es um eine Lust und Laune geht (da bin ich deiner Ansicht) oder ob ein Junge sehr ernsthaft als Mädchen wahrgenommen werden möchte. Dann muss man gesellschaftliche Reaktionen sehr sorgfältig gegen den Wunsch des Kindes abwägen. Ein Kind, das transgender ist, aber daran gehindert wird, es zu Hause und/oder in der Gesellschaft auszuleben, kann darunter ggf. deutlich mehr leiden als wenn es von einigen Spott abbekäme, sich aber vom familiären Umfeld so angenommen fühlt, wie es eben ist. Ich denke, beim Kindergartenbeispiel müsste man das erste Auftauchen im Kleid entsprechend vorbereiten, in Zusammenarbeit mit den Erziehern, dem Kind Wechselsachen mitgeben, falls es sich doch unwohl fühlt usw. Ein schwieriges Thema, das sicher ganz, ganz viel Fingerspitzengefühl, Empathie und Kraft erfordert.


Nur kurz zur Erklärung (auch an KRÄTZÄ). Bei den Beispielen, die ich von hier vor Augen habe, wurde das Kind nicht vorher darauf angesprochen, dass sowas passieren könnte und hat sich trotzdem dafür entschieden. Eher hatte ich das Gefühl, dass die Eltern da auch naiv waren und dachten, dass heutzutage jeder das gleiche (offene) Weltbild haben müse, wie sie und waren dann geschockt, dass sowas trotzdem passieren konnte.
Deswegen schrieb ich, keine Absicht und deswegen nenne ich auch keine genauen Beispiele.

Um Transgender ging es dabei auch nicht. Auch da müsste man natürlich völlig anders rangehen.
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