Mütter- und Schwangerenforum

Gibt es die "perfekten" Eltern?

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29.01.2018 15:02
Pakuna, das klingt ganz schrecklich. Alles. Das hätten deine Eltern einfach nicht tun dürfen. Dafür gibt es keine Entschuldigung.

Meiner Meinung nach ist es ganz ganz essenziell solche traumatischen (und das sind es!) Erlebnisse aufzuarbeiten. Ohne Aufarbeitung wird es schwer bis unmöglich die eigene Einstellung nicht übermäßig von den negativen Erlebnissen beeinflussen zu lassen.

Hast du mal überlegt professionelle Hilfe in Anspruch zu nehmen? Oder das schon getan?

Ich finde übrigens: Jeder hat das Recht seinen Eltern, wenn die einem nicht gut tun, den Rücken zu kehren. Nur weil es die Eltern sind, haben sie nicht das Recht gepachtet bis ans Ende ihrer Tage das Leben ihrer Kinder negativ zu beeinflussen.
29.01.2018 15:08
Ich weiss nicht,ob ich perfekt bin,war und ist auch nicht mein Anspruch.
Aber ich denke ,dass ich /wir als Eltern bei unserem ältesten Sohn es soweit gut gemacht haben,als dass er uns immer gemeinsam hatte,trotz Trennung,und er immer gerne zu uns kommt und uns all seine Sorgen und auch seine Freude mitteilt.Und tatsächlich sagt,dass er eine glückliche Kindheit hatte.

Ich selbst habe eine sehr ,sehr glückliche Kindheit gehabt,die zwar nicht der Norm entsprechend war(bei den Großeltern aufgewachsen ,weil meine Ma erst 17 wurde,als ich geboren wurde),aber ich würde mit niemandem tauschen wollen.
Irishmom
2575 Beiträge
29.01.2018 15:12
Zitat von Marf:

Ich/wir wollen unseren Kindern eine normale Kindheit geben.Sie sollen sich frei entwickeln,Fehler machen und in einem warmen,vertrauensvollen Zuhause groß werden.Ich versuche meine eigenen Erfahrungen aussen vor zu lassen.Meine Kindheit ist nicht die meiner Kinder.
Ich mache das nicht verkopft oder gar nach irgendwelchen Autoren....ich richte mich nach meinen Kindern.Und ich habe nicht den Ansporn perfekt zu sein.Ich schimpfe,ich tadle,ich vergebe Strafen....ich möchte das meine Kinder ihre Talente nutzen und sie nicht vergeuden....ich möchte das sie aufräumen oder mir im Haushalt helfen.Sie sollen sehen wenn ich müde bin,traurig oder wütend....also sehr unperfekt,dafür aber ehrlich und geradlinig.Sie können sich verlassen ,das ich das halte was ich sage.In jeder Hinsicht.
Mir ist bewusst das es sicher mal zu einer Aussage wie ' Das hätte ich mir anders gewünscht.' kommen wird.....das gebe ich dann gerne zurück.


Ich würde dir gerne den Daumen hoch smilie geben, aber aif dem Handy finde ich den nit! So läufts bei uns auch!
myschka91
220 Beiträge
29.01.2018 15:13
Zitat von Irishmom:

Zitat von Marf:

Ich/wir wollen unseren Kindern eine normale Kindheit geben.Sie sollen sich frei entwickeln,Fehler machen und in einem warmen,vertrauensvollen Zuhause groß werden.Ich versuche meine eigenen Erfahrungen aussen vor zu lassen.Meine Kindheit ist nicht die meiner Kinder.
Ich mache das nicht verkopft oder gar nach irgendwelchen Autoren....ich richte mich nach meinen Kindern.Und ich habe nicht den Ansporn perfekt zu sein.Ich schimpfe,ich tadle,ich vergebe Strafen....ich möchte das meine Kinder ihre Talente nutzen und sie nicht vergeuden....ich möchte das sie aufräumen oder mir im Haushalt helfen.Sie sollen sehen wenn ich müde bin,traurig oder wütend....also sehr unperfekt,dafür aber ehrlich und geradlinig.Sie können sich verlassen ,das ich das halte was ich sage.In jeder Hinsicht.
Mir ist bewusst das es sicher mal zu einer Aussage wie ' Das hätte ich mir anders gewünscht.' kommen wird.....das gebe ich dann gerne zurück.


Ich würde dir gerne den Daumen hoch smilie geben, aber aif dem Handy finde ich den nit! So läufts bei uns auch!


Titania
5979 Beiträge
29.01.2018 15:17
Zitat von Irishmom:

Zitat von Marf:

Ich/wir wollen unseren Kindern eine normale Kindheit geben.Sie sollen sich frei entwickeln,Fehler machen und in einem warmen,vertrauensvollen Zuhause groß werden.Ich versuche meine eigenen Erfahrungen aussen vor zu lassen.Meine Kindheit ist nicht die meiner Kinder.
Ich mache das nicht verkopft oder gar nach irgendwelchen Autoren....ich richte mich nach meinen Kindern.Und ich habe nicht den Ansporn perfekt zu sein.Ich schimpfe,ich tadle,ich vergebe Strafen....ich möchte das meine Kinder ihre Talente nutzen und sie nicht vergeuden....ich möchte das sie aufräumen oder mir im Haushalt helfen.Sie sollen sehen wenn ich müde bin,traurig oder wütend....also sehr unperfekt,dafür aber ehrlich und geradlinig.Sie können sich verlassen ,das ich das halte was ich sage.In jeder Hinsicht.
Mir ist bewusst das es sicher mal zu einer Aussage wie ' Das hätte ich mir anders gewünscht.' kommen wird.....das gebe ich dann gerne zurück.


Ich würde dir gerne den Daumen hoch smilie geben, aber aif dem Handy finde ich den nit! So läufts bei uns auch!


dem kann ich mich anschließen. Ich möchte nicht nur Mama sondern auch Mensch sein, mit allen Fehlern die dazu gehören, ohne mir ständig den Kopf zu zerrechen, ob ich alles richtig mache.
Ich glaube, man merkt es und bekommt es von den Kindern zurück. Wenn etwas nicht gut läuft, dann sagen sie es mir. Genauso mache ich es auch umgekehrt. Ich nehme meine Kinder Ernst, ich möchte aber keine perfekte Mutter sein. Ich hoffe, ich bin so unperfekt wie ich bin, eine tolle Mutter für meine Kinder.
shelyra
69260 Beiträge
29.01.2018 15:22
Zitat von Seramonchen:

Zitat von Lavellen:

"Perfekt" gibt es in meinen Augen in Bezug auf Menschen nicht.

Mein Vater war gefühlt nie zu Hause, wir haben ein grottenschlechtes Verhältnis zueinander und daran ist die Scheidung meiner Eltern nur bedingt Schuld.
Zu meiner Mutter hab ich ein unglaublich gutes Verhältnis, ich liebe sie, wie ich es mir später von meinen Kindern auch wünschen würde.
Wenn man meinen Vater mal außen vor lässt, war meine Kindheit schön. Betrachtet man ihn dazu, wirds kritisch. Ehrgeizig, leistungsorientiert, mit den Gedanken immer woanders, selten wirklich an uns interessiert. Ich hab schon früh gemerkt, dass das bei mir einen Knacks hinterlassen hat...


Wie bei uns.


bei mir auch!
deswegen habe ich gesagt, dass ich lieber auf etwas mehr geld und luxus verzichte, dafür aber einen mann finde der sich auch für seine kinder interessiert, zeit mit ihnen verbringen will.

das war meinem vater immer ein dorn im auge - er hat von anfang an meinen mann verbal fertig gemacht da er "nur" realschulabschluß hatte und auch "nur schlosser" lernte damals (mittlerweile aht mein mann auch abi udn arbeitet in einem ganz anderen bereich)
29.01.2018 15:26
Meine Eltern waren bestimmt nicht perfekt, aber an sich habe ich meine Kindheit schon als sehr schön erlebt. Meine Mutter war zu Hause (ist sie immer noch, meine jüngste Schwester ist jetzt 9 Jahre alt) und mein Vater hat zwar immer viel gearbeitet, hat aber die gemeinsame Zeit mit uns auch immer aktiv genutzt und viel mit uns unternommen. Finanziell war es halt dadurch etwas enger, aber meine Eltern haben immer versucht mir das zu ermöglichen, was ich gerne tun wollte (z. B. Klavierunterricht).
Ich bin ihnen heute noch Dankbar dafür, dass sie mich in der Schule nicht unter Druck gesetzt haben. Mein Vater sagte mal zu mir, dass er und meine Mutter mich immer Unterstützen würden, egal was ich mir für Ziele setzte oder wie ich mir meine Zukunft ausmale. Ihm wäre es am liebsten gewesen, ich hätte nach meinem Realschulabschluss eine Ausbildung gemacht um möglichst bald arbeiten zu können. Stattdessen habe ich die Fachoberschule gemacht, anschließend ein Aupair Jahr im Ausland und ich studiere 2 Jahr länger als geplant, weil ich zwei Kinder im Studium bekommen habe. Und sie unterstützen mich immer noch, emotional, finanziell und haben immer ein offenes Ohr für mich.

Was ich als negativ in der Kindheit erlebt habe, war hingegen die Umwelt. Aufgewachsen im erzkatholischen, oberbayrischen Dorf waren die sonntäglichen Gottesdienstbesuche und sämtliche katholischen Anlässe immer mein Alptraum. Da wurde nämlich bedingungsloser Gehorsam gefordert, dem Pfarrer konnte man nichts recht machen, die Geschichten aus der Bibel gingen mir als Kind unglaublich nah (anstatt des Sohnes wird ein Schaf geschlachtet, dass hat es in meinen Augen auch nicht besser gemacht) und wer nicht in der Gemeinde war wurde fast geächtet. Das Resultat: Ich bin mit 18 aus der Kirche ausgetreten und mir wird heute noch schlecht wenn ich einen Gottesdienst besuche.
29.01.2018 15:26
Rückblickend auf meine Kindheit fand ich es toll dass meine Mama immer da war. Sie hat so (wenig) gearbeitet dass sie immer da sein konnte. Wenn ich aus der Schule kam war immer frisch gekocht.
Sie hat viel mit uns unternommen, uns abends ins Bett gebracht, uns vorgelesen.
Und ich denke Wahnsinnig gerne daran wie ich mit Freunden gespielt habe und sie stand plötzlich im Zimmer mit ein paar Schnittchen für uns
Wir waren viel im Urlaub und uns ging es einfach gut.

Ich hab früher wegen diverser psychischer Probleme einige Therapien begonnen und immer wenn ich nach meiner Kindheit gefragt wurde konnte ich nur sagen "sie war perfekt" und gleichzeitig hat sich das angefühlt wie eine große Lüge.
Warum, konnte ich erst begreifen als ich selbst Kinder hatte.

Wenn ich als Kind "bockig" war würde ich in mein "Loch" (zimmer) gesteckt und dürfte erst wieder rauskommen wenn ich "wieder normal" War.
Meine Meinung war nie wichtig oder richtig und mein Papa redet heute noch mit mir wie er mit mir als Kind geredet hat.
Ich hatte auch nie recht. Wenn ich z.b. Von einem Streit in der Schule berichtete wurde direkt danach gesucht wo ich denn schuld habe.

Ich erinnere mich da noch an eine Situation da hat mir im Bus ein Junge an den Haaren gezogen. Ich hab mich umgedreht und ihn gehauen.
Seine Mutter ist zur Schulleitung, ich sollte einen Aufsatz schreiben. Ich hab meinen Eltern berichtet wie es war aber sie haben mir nicht geglaubt.

"Mama darf ich xyz, die anderen dürfen das auch" - "nein, wir sind nicht die anderen
"Mama, ich hab eine 2 geschrieben!" - "hmmmm was haben denn die anderen? Woran hat es gefehlt dass es keine 1 geworden ist ? Haben die anderen denn Nachhilfe? Müssen wir dir das auch organisieren oder bis du einfach faul?"

Ich könnte noch ewig so weiter machen.

Ich will dass es sich für meine Kinder nicht anfühlt als würden sie lügen wenn sie sagen die Kindheit war nicht schön. Oder dasss sie das was nicht schön war wenigstens benennen können.

Ich nehme sie erst und bei mir wird keiner wegen negativer Gefühle ausgeschlossen.

Perfekt gibt es nicht, nein. Aber es gibt sicher Wege Kinder so groß werden zu lassen dass sie keine Therapeuten brauchen und ehrlich auf eine schöne Kindheit zurückschauen können.

29.01.2018 15:29
Zitat von shelyra:

Zitat von Seramonchen:

Zitat von Lavellen:

"Perfekt" gibt es in meinen Augen in Bezug auf Menschen nicht.

Mein Vater war gefühlt nie zu Hause, wir haben ein grottenschlechtes Verhältnis zueinander und daran ist die Scheidung meiner Eltern nur bedingt Schuld.
Zu meiner Mutter hab ich ein unglaublich gutes Verhältnis, ich liebe sie, wie ich es mir später von meinen Kindern auch wünschen würde.
Wenn man meinen Vater mal außen vor lässt, war meine Kindheit schön. Betrachtet man ihn dazu, wirds kritisch. Ehrgeizig, leistungsorientiert, mit den Gedanken immer woanders, selten wirklich an uns interessiert. Ich hab schon früh gemerkt, dass das bei mir einen Knacks hinterlassen hat...


Wie bei uns.


bei mir auch!
deswegen habe ich gesagt, dass ich lieber auf etwas mehr geld und luxus verzichte, dafür aber einen mann finde der sich auch für seine kinder interessiert, zeit mit ihnen verbringen will.

das war meinem vater immer ein dorn im auge - er hat von anfang an meinen mann verbal fertig gemacht da er "nur" realschulabschluß hatte und auch "nur schlosser" lernte damals (mittlerweile aht mein mann auch abi udn arbeitet in einem ganz anderen bereich)


Hihi hier auch so. Mir war es super wichtig dass es meinem Mann wichtiger ist Zeit mit den Kindern zu haben als Geld zu verdienen.
Mein Papa versucht meinem Mann ständig diverse Kurse und Weiterbildungen anzudrehen.
Natürlich berufsbegleitend an Samstagen und am besten noch Sonntagen so wie er es immer gemacht hat.

Er hat ziemliche schnappatmung bekommen weil mein Mann Jetzt wirklich was macht aber schulisch über 2 Jahre und wir in der Zeit tatsächlich nur vom Bafög und meinem minieinkommen leben werden. Kann der sic gar nicht vorstellen.

Hätte ich nicht ein paar ähnliche Interessen wie mein Papa gehabt (Feuerwehr z.b.) hätte ich ihn wohl nie gesehen. Meine Schwester hat daran noch sehr. Knabbern
Engelchen1975
3673 Beiträge
29.01.2018 15:32
Perfekt war und ist meine Mutter sicher nicht.. Aber sie hat immer versucht das Beste aus jeder Lage zu machen. Ich denke an eine liebevolle Kindheit zurück und habe ein sehr gutes Verhältnis zu ihr.
Das einzige(aber nicht mal das werfe ich ihr vor, weil ich es mittlerweile verstehe) ist: Als mein großer Bruder starb, klammerte sie sehr und ließ uns-ich war 15 und mein anderer Bruder 16 nicht frei.
Wir unsererseits hatten ständig ein schlechtes Gewissen, wenn wir weg wollten.
Vieles mache ich genau so wie sie es gemacht hat....
Alaska
19481 Beiträge
29.01.2018 15:33
Zitat von rabenglucke:

Meine Eltern waren bestimmt nicht perfekt, aber an sich habe ich meine Kindheit schon als sehr schön erlebt. Meine Mutter war zu Hause (ist sie immer noch, meine jüngste Schwester ist jetzt 9 Jahre alt) und mein Vater hat zwar immer viel gearbeitet, hat aber die gemeinsame Zeit mit uns auch immer aktiv genutzt und viel mit uns unternommen. Finanziell war es halt dadurch etwas enger, aber meine Eltern haben immer versucht mir das zu ermöglichen, was ich gerne tun wollte (z. B. Klavierunterricht).
Ich bin ihnen heute noch Dankbar dafür, dass sie mich in der Schule nicht unter Druck gesetzt haben. Mein Vater sagte mal zu mir, dass er und meine Mutter mich immer Unterstützen würden, egal was ich mir für Ziele setzte oder wie ich mir meine Zukunft ausmale. Ihm wäre es am liebsten gewesen, ich hätte nach meinem Realschulabschluss eine Ausbildung gemacht um möglichst bald arbeiten zu können. Stattdessen habe ich die Fachoberschule gemacht, anschließend ein Aupair Jahr im Ausland und ich studiere 2 Jahr länger als geplant, weil ich zwei Kinder im Studium bekommen habe. Und sie unterstützen mich immer noch, emotional, finanziell und haben immer ein offenes Ohr für mich.

Was ich als negativ in der Kindheit erlebt habe, war hingegen die Umwelt. Aufgewachsen im erzkatholischen, oberbayrischen Dorf waren die sonntäglichen Gottesdienstbesuche und sämtliche katholischen Anlässe immer mein Alptraum. Da wurde nämlich bedingungsloser Gehorsam gefordert, dem Pfarrer konnte man nichts recht machen, die Geschichten aus der Bibel gingen mir als Kind unglaublich nah (anstatt des Sohnes wird ein Schaf geschlachtet, dass hat es in meinen Augen auch nicht besser gemacht) und wer nicht in der Gemeinde war wurde fast geächtet. Das Resultat: Ich bin mit 18 aus der Kirche ausgetreten und mir wird heute noch schlecht wenn ich einen Gottesdienst besuche.


Ich liebte und liebe zwar unsere katholischen Feste, wir hatten und haben aktuell einen ganz tollen, kinderfreundlichen Pfarrer etc. (das macht ja einiges aus), aber endlich mal jemand, der bei dem fettgedruckten Satz gleich tickt, wie ich. Im Gegenteil, mir taten sogar immer die Tiere mehr leid, als die Menschen. Ist heute noch so.
Seramonchen
37809 Beiträge
29.01.2018 15:43
Zitat von shelyra:

Zitat von Seramonchen:

Zitat von Lavellen:

"Perfekt" gibt es in meinen Augen in Bezug auf Menschen nicht.

Mein Vater war gefühlt nie zu Hause, wir haben ein grottenschlechtes Verhältnis zueinander und daran ist die Scheidung meiner Eltern nur bedingt Schuld.
Zu meiner Mutter hab ich ein unglaublich gutes Verhältnis, ich liebe sie, wie ich es mir später von meinen Kindern auch wünschen würde.
Wenn man meinen Vater mal außen vor lässt, war meine Kindheit schön. Betrachtet man ihn dazu, wirds kritisch. Ehrgeizig, leistungsorientiert, mit den Gedanken immer woanders, selten wirklich an uns interessiert. Ich hab schon früh gemerkt, dass das bei mir einen Knacks hinterlassen hat...


Wie bei uns.


bei mir auch!
deswegen habe ich gesagt, dass ich lieber auf etwas mehr geld und luxus verzichte, dafür aber einen mann finde der sich auch für seine kinder interessiert, zeit mit ihnen verbringen will.

das war meinem vater immer ein dorn im auge - er hat von anfang an meinen mann verbal fertig gemacht da er "nur" realschulabschluß hatte und auch "nur schlosser" lernte damals (mittlerweile aht mein mann auch abi udn arbeitet in einem ganz anderen bereich)


Mein vater redet mit meinem Mann wie mit einem Kleinkind. dabei trennen die beiden "nur" 20 Jahre. Als wir uns dann entschieden haben, dass ich erst mal Alleinverdiener bin und er sich um die Kinder kümmert, kam von ihm nur, dass anscheinend heute alle immer fauler werden. Ich verdiene mein Geld ja auch nur mit auf dem Sofa sitzen. Weil ja heute niemand mehr richtig arbeiten geht, so wie er früher.
29.01.2018 15:50
Ich fragte grade meinen Sohn grade direkt nach mir/uns und dem Thema hier.
Seine Antwort :"Perfekt ist niemand und manches fand ich auch doof!"
Meine Frage:"Was denn?"
Er:"Ich durfte einge Sachen nicht ,wie die Anderen."

Ich:"Aber immer geliebt,wahrgenommen und verstanden?"
Er:"Immer!!!"

Das zeigt mir,dass ich nicht perfekt sein muss,weil ich auch nur ein Mensch bin.Aber das Wichtigste hab ich meinem Kind vermittelt....ich liebe Dich!
29.01.2018 15:54
Ich habe nicht alles gelesen. Meine Kindheit war sehr schön, bis die Ehe meiner Eltern mitten in meiner Pubertät völlig aus dem Ruder lief und ich da wirklich ganz bescheiden mittendrin hing. Jeder mit seinen Problemen beschäftigt und ich fiel hinten runter. Bis dahin kann ich mich aber nicht beklagen, danach wurde es schwierig. Jetzt in den letzten Jahren habe ich ein tolles Verhältnis mit meiner Mutter. Mein Vater starb letzten Sommer, aber wir sind auch im Guten auseinander gegangen, wenn es auch jahrelang schwierig war.

Ich hab letztes Jahr zum Geburtstag einen ganz wundervollen Brief bekommen von meiner Ältesten. Da schreibt sie so wunderschöne Dinge über mich, dass ihre Freundinnen sie um mich beneiden, dass sie schon so viel von mir gelernt hat und das immer noch tun wird, ich habe geheult wie ein Schlosshund vor Rührung. Und ja, ich glaub, sie ist zufrieden. Ich hoffe, der Rest meiner Kinder auch. Perfekt war ich ganz bestimmt nicht immer .
29.01.2018 16:21
Zitat von asliceofmom:

Rückblickend auf meine Kindheit fand ich es toll dass meine Mama immer da war. Sie hat so (wenig) gearbeitet dass sie immer da sein konnte. Wenn ich aus der Schule kam war immer frisch gekocht.
Sie hat viel mit uns unternommen, uns abends ins Bett gebracht, uns vorgelesen.
Und ich denke Wahnsinnig gerne daran wie ich mit Freunden gespielt habe und sie stand plötzlich im Zimmer mit ein paar Schnittchen für uns
Wir waren viel im Urlaub und uns ging es einfach gut.

Ich hab früher wegen diverser psychischer Probleme einige Therapien begonnen und immer wenn ich nach meiner Kindheit gefragt wurde konnte ich nur sagen "sie war perfekt" und gleichzeitig hat sich das angefühlt wie eine große Lüge.
Warum, konnte ich erst begreifen als ich selbst Kinder hatte.

Wenn ich als Kind "bockig" war würde ich in mein "Loch" (zimmer) gesteckt und dürfte erst wieder rauskommen wenn ich "wieder normal" War.
Meine Meinung war nie wichtig oder richtig und mein Papa redet heute noch mit mir wie er mit mir als Kind geredet hat.
Ich hatte auch nie recht. Wenn ich z.b. Von einem Streit in der Schule berichtete wurde direkt danach gesucht wo ich denn schuld habe.

Ich erinnere mich da noch an eine Situation da hat mir im Bus ein Junge an den Haaren gezogen. Ich hab mich umgedreht und ihn gehauen.
Seine Mutter ist zur Schulleitung, ich sollte einen Aufsatz schreiben. Ich hab meinen Eltern berichtet wie es war aber sie haben mir nicht geglaubt.

"Mama darf ich xyz, die anderen dürfen das auch" - "nein, wir sind nicht die anderen
"Mama, ich hab eine 2 geschrieben!" - "hmmmm was haben denn die anderen? Woran hat es gefehlt dass es keine 1 geworden ist ? Haben die anderen denn Nachhilfe? Müssen wir dir das auch organisieren oder bis du einfach faul?"


Ich könnte noch ewig so weiter machen.

Ich will dass es sich für meine Kinder nicht anfühlt als würden sie lügen wenn sie sagen die Kindheit war nicht schön. Oder dasss sie das was nicht schön war wenigstens benennen können.

Ich nehme sie erst und bei mir wird keiner wegen negativer Gefühle ausgeschlossen.

Perfekt gibt es nicht, nein. Aber es gibt sicher Wege Kinder so groß werden zu lassen dass sie keine Therapeuten brauchen und ehrlich auf eine schöne Kindheit zurückschauen können.


DAS haben mein Vater und meine Großeltern auch ganz arg gemacht.
Wenn es darum ging, etwas zu dürfen, hieß es "Was die anderen machen, interessiert mich nicht", aber wenn die anderen irgendetwas (vermeintlich) besser gemacht haben, war es plötzlich hochinteressant, was die gemacht haben und wir sollten es doch bitte nachmachen

"Papa, ich hatte nur einen Fehler im Diktat!" - "Aber die Stefanie hatte bestimmt gar keinen, oder?"
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