Gibt es die "perfekten" Eltern?
29.01.2018 17:06
Zitat von Seramonchen:
Zitat von Cookie88:
Zitat von Seramonchen:
Zitat von shelyra:
...
Mein Vater auch nicht, nicht einmal. Wo er da war, waren die Tennis Turniere, aber wehe, ich war dann da nicht ganz vorne mit dabei... das gab richtig Stress.
***
Klapse oder Schläge gab es von meiner mama gar nicht. Mein Papa hat mich einmal in den Flur gezerrt, weil ich nicht essen wollte und angefangen, mir den hintern zu versohlen. Zu seiner Schande hat er vergessen, den Hund einzusperren. Der hing dann in seinem Arm und mein Vater musste genäht werden. Shit Happens
Das ist ja nicht lustig eigentlich aber manchmal wird man halt für seine Sünden gleich bestraft.![]()
Bissl lustig schon. Heute zumindest. Immer im Sommer sehe ich seine Narbe am Arm.
Ich verachte alle Eltern, die bis heute einen Klaps als normal ansehen. Tiefe Tiefe Verachtung aus ganzem Herzen.
Klaps, auf die Finger hauen, schreien lassen , einsperren als Strafe, essensentzug als Strafe und ganz schlimm Liebesentzug als Strafe!
29.01.2018 17:09
Zitat von Seramonchen:
Zitat von Cookie88:
Zitat von Seramonchen:
Zitat von shelyra:
...
Mein Vater auch nicht, nicht einmal. Wo er da war, waren die Tennis Turniere, aber wehe, ich war dann da nicht ganz vorne mit dabei... das gab richtig Stress.
***
Klapse oder Schläge gab es von meiner mama gar nicht. Mein Papa hat mich einmal in den Flur gezerrt, weil ich nicht essen wollte und angefangen, mir den hintern zu versohlen. Zu seiner Schande hat er vergessen, den Hund einzusperren. Der hing dann in seinem Arm und mein Vater musste genäht werden. Shit Happens
Das ist ja nicht lustig eigentlich aber manchmal wird man halt für seine Sünden gleich bestraft.![]()
Bissl lustig schon. Heute zumindest. Immer im Sommer sehe ich seine Narbe am Arm.
Ich verachte alle Eltern, die bis heute einen Klaps als normal ansehen. Tiefe Tiefe Verachtung aus ganzem Herzen.
Das ist aber auch schade. In knapp jeder zweiten Familie ist der Klaps noch normal. Erschreckend, keine Frage.
Aber warum? Sind das alles schlechte Menschen, mit wenig Gefühl für ihre Kinder?
Ich glaub eher, dass viele noch nie in einem Mamaforum waren, kaum auf Facebook sind etc.pp. und aus ihrer Umgebung/Vergangenheit einfach nichts anderes kennen.
Und nicht jeder reflektiert sich selber. Leider. So bleiben alte Muster aber einfach gerne in einer Gesellschaft hängen.
29.01.2018 17:10
Zitat von NiAn:
Zitat von Seramonchen:
Zitat von Cookie88:
Zitat von Seramonchen:
...
Das ist ja nicht lustig eigentlich aber manchmal wird man halt für seine Sünden gleich bestraft.![]()
Bissl lustig schon. Heute zumindest. Immer im Sommer sehe ich seine Narbe am Arm.
Ich verachte alle Eltern, die bis heute einen Klaps als normal ansehen. Tiefe Tiefe Verachtung aus ganzem Herzen.
Klaps, auf die Finger hauen, schreien lassen , einsperren als Strafe, essensentzug als Strafe und ganz schlimm Liebesentzug als Strafe!
Morgen gibt es dazu bei unserem Radiosender hier Diskussionsrunde und Expertenmeinungen.
Bin gespannt. Da hat heut schon der ein oder andere eine sehr gruselige Meinung geäußert.
29.01.2018 17:12
Zitat von Alaska:
Zitat von Seramonchen:
Zitat von Cookie88:
Zitat von Seramonchen:
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Das ist ja nicht lustig eigentlich aber manchmal wird man halt für seine Sünden gleich bestraft.![]()
Bissl lustig schon. Heute zumindest. Immer im Sommer sehe ich seine Narbe am Arm.
Ich verachte alle Eltern, die bis heute einen Klaps als normal ansehen. Tiefe Tiefe Verachtung aus ganzem Herzen.
Das ist aber auch schade. In knapp jeder zweiten Familie ist der Klaps noch normal. Erschreckend, keine Frage.
Aber warum? Sind das alles schlechte Menschen, mit wenig Gefühl für ihre Kinder?
Ich glaub eher, dass viele noch nie in einem Mamaforum waren, kaum auf Facebook sind etc.pp. und aus ihrer Umgebung/Vergangenheit einfach nichts anderes kennen.
Und nicht jeder reflektiert sich selber. Leider. So bleiben alte Muster aber einfach gerne in einer Gesellschaft hängen.
Ich bin da, wie du bei anderen Themen - sehr rigoros. Wem selbst nicht klar ist, dass Schläge, egal in welcher Form, nicht in Ordnung sind, der ist für mich verachtenswert. Das sagt mir mein gesunder Menschenverstand. Schläge bei Personen oder Tieren, die mir körperlich unterlegen sind und sich nicht wehren können - ich kann dafür keine Entschuldigung finden.
29.01.2018 17:14
Zitat von Alaska:
Zitat von Seramonchen:
Zitat von Cookie88:
Zitat von Seramonchen:
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Das ist ja nicht lustig eigentlich aber manchmal wird man halt für seine Sünden gleich bestraft.![]()
Bissl lustig schon. Heute zumindest. Immer im Sommer sehe ich seine Narbe am Arm.
Ich verachte alle Eltern, die bis heute einen Klaps als normal ansehen. Tiefe Tiefe Verachtung aus ganzem Herzen.
Das ist aber auch schade. In knapp jeder zweiten Familie ist der Klaps noch normal. Erschreckend, keine Frage.
Aber warum? Sind das alles schlechte Menschen, mit wenig Gefühl für ihre Kinder?
Ich glaub eher, dass viele noch nie in einem Mamaforum waren, kaum auf Facebook sind etc.pp. und aus ihrer Umgebung/Vergangenheit einfach nichts anderes kennen.
Und nicht jeder reflektiert sich selber. Leider. So bleiben alte Muster aber einfach gerne in einer Gesellschaft hängen.
Schlechte Menschen nicht unbedingt aber mit wenig Gefühl für die Eltern. Das sind eben persönliche Trigger. Würde ich das im Bekanntenkreis mitbekommen würde ich es klar ansprechen und den Kontakt abbrechen, ich möchte sowas nicht mitbekommen
29.01.2018 17:14
Zitat von NiAn:
Zitat von Seramonchen:
Zitat von Cookie88:
Zitat von Seramonchen:
...
Das ist ja nicht lustig eigentlich aber manchmal wird man halt für seine Sünden gleich bestraft.![]()
Bissl lustig schon. Heute zumindest. Immer im Sommer sehe ich seine Narbe am Arm.
Ich verachte alle Eltern, die bis heute einen Klaps als normal ansehen. Tiefe Tiefe Verachtung aus ganzem Herzen.
Klaps, auf die Finger hauen, schreien lassen , einsperren als Strafe, essensentzug als Strafe und ganz schlimm Liebesentzug als Strafe!
Ja Gewalt hat leider viele Formen.
29.01.2018 17:14
Zitat von Cookie88:
Zitat von NiAn:
Zitat von Seramonchen:
Zitat von Cookie88:
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Bissl lustig schon. Heute zumindest. Immer im Sommer sehe ich seine Narbe am Arm.
Ich verachte alle Eltern, die bis heute einen Klaps als normal ansehen. Tiefe Tiefe Verachtung aus ganzem Herzen.
Klaps, auf die Finger hauen, schreien lassen , einsperren als Strafe, essensentzug als Strafe und ganz schlimm Liebesentzug als Strafe!
Morgen gibt es dazu bei unserem Radiosender hier Diskussionsrunde und Expertenmeinungen.
Bin gespannt. Da hat heut schon der ein oder andere eine sehr gruselige Meinung geäußert.![]()
Das wird nicht gut. Die haben in der FB Diskussion fast nur Leute die sehr krass pro Klaps sind nach ihrer Telefonnummer gefragt.
29.01.2018 17:15
Zitat von KRÄTZÄ:
Zitat von Cookie88:
Zitat von NiAn:
Zitat von Seramonchen:
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Klaps, auf die Finger hauen, schreien lassen , einsperren als Strafe, essensentzug als Strafe und ganz schlimm Liebesentzug als Strafe!
Morgen gibt es dazu bei unserem Radiosender hier Diskussionsrunde und Expertenmeinungen.
Bin gespannt. Da hat heut schon der ein oder andere eine sehr gruselige Meinung geäußert.![]()
Das wird nicht gut. Die haben in der FB Diskussion fast nur Leute die sehr krass pro Klaps sind nach ihrer Telefonnummer gefragt.
Ach ja, das habe ich auch gesehen und schnell weggeklickt. Ich kann mit diesen Parolen echt nicht umgehen, wirklich nicht.
29.01.2018 17:21
Zitat von KRÄTZÄ:
Zitat von Cookie88:
Zitat von NiAn:
Zitat von Seramonchen:
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Klaps, auf die Finger hauen, schreien lassen , einsperren als Strafe, essensentzug als Strafe und ganz schlimm Liebesentzug als Strafe!
Morgen gibt es dazu bei unserem Radiosender hier Diskussionsrunde und Expertenmeinungen.
Bin gespannt. Da hat heut schon der ein oder andere eine sehr gruselige Meinung geäußert.![]()
Das wird nicht gut. Die haben in der FB Diskussion fast nur Leute die sehr krass pro Klaps sind nach ihrer Telefonnummer gefragt.
Denk ich mir. Das Ergebnis das fast die Hälfte pro Klaps ist finde ich auch sehr erschreckend - in unserem Bezirk sind es sogar über 50%.
Das heißt ich kenn auf jeden Fall jmd der seine Kinder schlägt.
29.01.2018 17:34
Zitat von Mathelenlu:
Ich habe nicht alles gelesen. Meine Kindheit war sehr schön, bis die Ehe meiner Eltern mitten in meiner Pubertät völlig aus dem Ruder lief und ich da wirklich ganz bescheiden mittendrin hing. Jeder mit seinen Problemen beschäftigt und ich fiel hinten runter. Bis dahin kann ich mich aber nicht beklagen, danach wurde es schwierig. Jetzt in den letzten Jahren habe ich ein tolles Verhältnis mit meiner Mutter. Mein Vater starb letzten Sommer, aber wir sind auch im Guten auseinander gegangen, wenn es auch jahrelang schwierig war.
Ich hab letztes Jahr zum Geburtstag einen ganz wundervollen Brief bekommen von meiner Ältesten. Da schreibt sie so wunderschöne Dinge über mich, dass ihre Freundinnen sie um mich beneiden, dass sie schon so viel von mir gelernt hat und das immer noch tun wird, ich habe geheult wie ein Schlosshund vor Rührung. Und ja, ich glaub, sie ist zufrieden. Ich hoffe, der Rest meiner Kinder auch. Perfekt war ich ganz bestimmt nicht immer.
hach, ein schöneres Kompliment kann man doch gar nicht von seinen Kindern bekommen
29.01.2018 17:44
Zitat von Alaska:
Zitat von Titania:
Früher war eben früher gewesen. Da war der Austausch eingeschränkt, sicherlich gab es immer Eltern die schon fortschrittlicher waren. In den 80ern war es noch normal, dass Kinder geschlagen wurden! Da ging man leider anders mit Kindern um, aber man wusste es schlichtwegs nicht besser. Trotzdem scheint ja aus den meisten etwas vernünftiges geworden zu sein.
Meine Mutter z. B. findest es auch toll, wie man heutzutage mit Kindern umgeht und findet es schade, dass man sich früher darüber nicht so informieren konnte, wie es heutzutage möglich ist. Die meisten haben nicht bewusst falsch gehandelt.
Das ist bei uns auch ein Punkt. Ich wurde auch klassisch erzogen, wie praktisch jedes meiner Freundinnen/Freunde, die ich kenne. Fast alle sagen, es hat ihnen nicht geschadet. Also nicht diese klassische Opferaussage, sondern ernst gemeint.
Ich hab wirklich keinen Schaden davon getragen, ich hab auch ein inniges Verhältnis zu meiner Mama. Ich glaub, weil es einfach "normal" war, niemand hat gedacht, dass es schlecht sein könnte. Und die restliche Beziehung hat eben rundherum gestimmt! Sonst sähe das ja auch wieder anders aus.
Trotzdem mach ich es nicht. Weil wir heute wissen, dass es andere Wege gibt und dass sie funktionieren.![]()
Meiner Mama tut das heute so extrem leid, dass ich öfters beschwichtigen muss. Sie würde es heute auch anders machen.
Ab und an hat sie dann so einen Tag, da meint sie "wart mal ab bis Jonas größer wird und anstrengender, dann rutscht dir sicher auch mal noch die Hand aus, die brauchen das auch". Dann schau ich sie nur an und meine, dass sie weiß, dass das völliger Quatsch ist. Dann winkt sie wieder ab und lächelt. Dann weiß ich, dass sie es selber eingesehen hat. Ab und an rutscht sie noch in ihre alte Erziehung, rappelt sich dann aber schnell wieder. Ich glaub auch, dass sie damit ihr Schuldgefühl kurzzeitig überdecken will.
Ganz wichtig: meine Kinder würde sie im Leben nicht körperlich maßregeln. Die sind ja eh irgendwo göttergleich.![]()
ja, man hat sich weiter entwickelt. Diese Möglichkeiten gab es damals einfach nicht.
Ich denke, meine Mutter wäre, hätte es damals die gleichen Möglichkeiten wie heute gegeben auch ganz offen gewesen. Meine Oma war Jahrgang 1907. Sie bekam meine Mutter mit 39 Jahren es war ihr 6 Kind gewesen. Sie hatten einen riesigen Bauernhof zu bewirtschaften. Das waren ganz andere Verhältnisse. Meine Mutter war kurz nach dem Krieg geboren worden. Die Menschen hatten einfach ganz andere Sorgen und Nöte. Das sollte man einfach nicht vergessen, wie ich finde. Sie gaben das weiter, was sie von ihren Eltern/Großeltern vermittelt bekamen und hatten keine Zeit, wie das heute so ist, sich darüber Gedanken zu machen. Kinder mussten mit anpacken, das war so gewesen. Da wurde einfach nicht so ein Wirbel gemacht (nicht negativ gemeint).
29.01.2018 17:53
Ich habe jetzt nicht alles gelesen, aber ich möchte kurz von einer Unterhaltung zwischen mir und meinen Jungs erzählen.
Tiziano, 8, fragte mich: "Mama, wer ist die beste Mama auf der Welt?"
Ich sagte ihm, dass ich nicht weiß, wer die Beste Mama ist, und ob es die überhaupt gibt. Und das ich nicht glaube, dass och die beste Mama bin.
Er sagte mir daraufhin, dass für ihn Ich eben doch doe beste Mama auf der Welt bin
.
Und mein jüngster bestätigte das. Aich für ihn bin ich die Beste.
Wir haben uns dann darüber unterhalten, dass für fast jedes Kind die eigene Mama die allerbeste Mama auf der ganzen Welt ist.
Das war schön
Tiziano, 8, fragte mich: "Mama, wer ist die beste Mama auf der Welt?"
Ich sagte ihm, dass ich nicht weiß, wer die Beste Mama ist, und ob es die überhaupt gibt. Und das ich nicht glaube, dass och die beste Mama bin.
Er sagte mir daraufhin, dass für ihn Ich eben doch doe beste Mama auf der Welt bin
. Und mein jüngster bestätigte das. Aich für ihn bin ich die Beste.
Wir haben uns dann darüber unterhalten, dass für fast jedes Kind die eigene Mama die allerbeste Mama auf der ganzen Welt ist.
Das war schön
29.01.2018 17:58
Zitat von KRÄTZÄ:
Pakuna, das klingt ganz schrecklich. Alles. Das hätten deine Eltern einfach nicht tun dürfen. Dafür gibt es keine Entschuldigung.
Meiner Meinung nach ist es ganz ganz essenziell solche traumatischen (und das sind es!) Erlebnisse aufzuarbeiten. Ohne Aufarbeitung wird es schwer bis unmöglich die eigene Einstellung nicht übermäßig von den negativen Erlebnissen beeinflussen zu lassen.
Hast du mal überlegt professionelle Hilfe in Anspruch zu nehmen? Oder das schon getan?
Ich finde übrigens: Jeder hat das Recht seinen Eltern, wenn die einem nicht gut tun, den Rücken zu kehren. Nur weil es die Eltern sind, haben sie nicht das Recht gepachtet bis ans Ende ihrer Tage das Leben ihrer Kinder negativ zu beeinflussen.
Hmm, schwierig.
Ich merke auch, wie ich immer wieder in dieses Ichbinjaschuld-Verhaltensmuster reinrutsche. Jetzt noch. Jetzt hab ich nämlich schon ein schlechtes Gewissen, dass ich von diesen Erlebnissen hier berichtet habe. Weil es ja auch schöne Dinge gab... ich mag meine Eltern ja dennoch auch irgendwie. Ich glaube auch dass meine Mutter diese Dinge aus Überforderung und mein Vater aus Unwissenheit getan haben. Aber dennoch ist dann da immer wieder diese leise Stimme, die mir zuflüstert, dass man deswegen trotzdem nicht ständig eine auf den Hinterkopf bekommt. Ich weiß nicht ob zu zufällig meinen Thread verfolgst. Habe es erst heute geschrieben. Es gab einen Zeitraum in meiner Kindheit, so 2-3 Jahre, und ich glaube es war Grundschulalter herum, da habe ich immer eine auf den Hinterkopf bekommen, wenn ich an meiner Mutter vorbeigegangen bin. Sie stand im Türrahmen, ich sollte irgendwas machen, musste dazu an ihr vorbei und zack hatte ich eine sitzen. Das war für mich so normal, dass ich ständig mit eingezogenem Kopf herumgelaufen bin.
Nachdem ich ausgezogen war, hatte ich immer noch die Angewohnheit, mich in erniedrigende Situationen zu bringen. Hatte dann einen Freund, der mich noch angeschrien hat, als ich schon heulend am Boden in einer Ecke lag. Heute frag ich mich, warum ich dem nicht den Stinkefinger gezeigt und meine Sachen gepackt habe?
Soweit bin ich inzwischen schon herausgewachsen aus dem Ganzen, dass ich mir nichts mehr gefallen lasse. Ich reagiere allerdings ganz sensibel auf die leisesten Anzeichen von Wut bei meinem Freund. Der flippt gerne mal aus wenn sein Macbook rumspinnt und da muss ich den Raum verlassen, sonst breche ich in Tränen aus.
Ja ich weiß nicht, es ist alles so viele Jahre her und meine Mutter hat das alles entweder vergessen, verdrängt oder findet es immer noch normal. Keine Ahnung. Bei meiner Tochter will sie mir ständig irgendwelche blöden Tipps gemäß "ein bisschen sanfte Konsequenz..." bla (da war sie 2 Monate alt) geben, die ich augenrollend abwehre. Eigentlich findet sie das nun alles ganz toll wie wir das machen.
Jetzt wo ich das alles so überdenke, scheint es wohl so zu sein, dass nicht nur ich diese Dinge alle neu ausgrabe, sondern wohl auch sie
Denn seit ich ein Kind habe, hat sich ihr Verhalten so krass verändert. Sie schreibt mir nun ständig ellenlange Nachrichten bei WA mit Liebesbekundungen, schenkt mir teure Dinge und findet irgendwie alles toll was ich mache
Während ich mich leider immer weiter von ihr entferne und nichts von alledem annehmen kann. Es berührt mich total unangenehm, dass sie JETZT damit anfängt, mir zu sagen, dass sie mich lieb hat.
29.01.2018 17:59
Zitat von Joan:
Zitat von Mathelenlu:
Ich habe nicht alles gelesen. Meine Kindheit war sehr schön, bis die Ehe meiner Eltern mitten in meiner Pubertät völlig aus dem Ruder lief und ich da wirklich ganz bescheiden mittendrin hing. Jeder mit seinen Problemen beschäftigt und ich fiel hinten runter. Bis dahin kann ich mich aber nicht beklagen, danach wurde es schwierig. Jetzt in den letzten Jahren habe ich ein tolles Verhältnis mit meiner Mutter. Mein Vater starb letzten Sommer, aber wir sind auch im Guten auseinander gegangen, wenn es auch jahrelang schwierig war.
Ich hab letztes Jahr zum Geburtstag einen ganz wundervollen Brief bekommen von meiner Ältesten. Da schreibt sie so wunderschöne Dinge über mich, dass ihre Freundinnen sie um mich beneiden, dass sie schon so viel von mir gelernt hat und das immer noch tun wird, ich habe geheult wie ein Schlosshund vor Rührung. Und ja, ich glaub, sie ist zufrieden. Ich hoffe, der Rest meiner Kinder auch. Perfekt war ich ganz bestimmt nicht immer.
hach, ein schöneres Kompliment kann man doch gar nicht von seinen Kindern bekommen![]()
Der Brief war so ein "Once in a lifetime" Moment...
29.01.2018 18:03
Zitat von NiAn:
Ich habe kein gutes Verhältnis zu meinen Eltern. Als Kind war ich eigentlich immer nur alleine, musste selbstständig dein da beide arbeiten waren und dann noch Landwirtschaft hatten, Geschwister habe ich keine. So schmierte ich mir schon im Kindergarten meine Frühtsücksbrote alleine, war ab der ersten Klasse Schlüsselkind. Machte mich morgens alleine fertig, ging zu Schule dann zum hort, kam heim und war alleine machte meine Hausaufgaben und ging in mein Zimmer alleine spielen oder TV schauen (den ich schon sehr, sehr früh hatte). Einzig Abendbrot haben wir gemeinsam gegessen aber mal gefragt wie mein Tag war wurde nicht. Dann machte ich mich alleine fertig und ging alleine ins Bett und das eigentlich immer. Recht machen konnte man es (vor allem meiner Mutter) nie also machte ich auch nichts mehr, Ärger gab es ständig weil ich nicht so funktionierte wie ich sollte, war in der Schule laut, schlechte Noten und hatte eine große Klappe. Ständig würde geschrien weil ich Mist gebaut hatte, es gab Stubenarrest. Ständig musste ich mein Zimmer aufräumen obwohl nie was dreckig war (extreme Sauberkeitsmacke meiner Mutter). Wenn ich Sorgen oder Probleme hatte war ich selber daran schuld und musste diese also auch selber lösen, daher erzählte ich einfach nichts mehr, interessierte eh keinen. In den Arm genommen, ein „ich bin stolz auf dich“ oder „hast du toll gemacht“ gab es nie. Meine Interessen wurden nie gefördert, ich wollte immer Keyboard/Klavier lernen, durfte ich nicht, weil ich es eh nicht durchgezogen hätte. Alles in Allem war ich das Pflichtkind weil das eben so sein muss, Heirat, Haus und eben Kind.
Positiv war allerdings das es mir finanziell immer gut ging und wir auch jährlich in den Urlaub geflogen sind, die einzige wirkliche Familienzeit (wobei ich da auch eher meins alleine gemacht hatte als mit meinen Eltern zusammen)
Auch jetzt ist es nicht besser. Interesse an mir ist nicht vorhanden, wir pflegen Pflichtkontakt weil es eben die Eltern sind. Dennoch erzählt vor allem meine Mutter nur schlechte Dinge über mich und vor allem mein Kind. Denn das verziehe ich ja eh nur und in ein paar Jahren haut er uns eh die Hucke voll
Sie erzählt so Dinge wie.....
Ich bin ne Oberglucke
Ich wäre auch ihr Geld angewiesen und das ich ja nicht ankommen brauch wenn ich Sorgen habe
Wie dämlich ich bin noch ein Kind zu bekommen
Mein Kind fett wäre (er wiegt eher zu wenig)
Sie meinen Kind erstmal richtig den Arsch versohlt wenn sie Weihnachtsmann spielt (hatte sie vor Weihnachten gesagt, versohlt hat sie ihn nicht, sie wollte ihn nur im Wald aussetzen wenn er nicht spurt)
Ich ohne sie verloren wäre weil ich ja nichts auf die Reihe kriege
Solche Dinge erzählt sie fremden Menschen, Hauptsache sie stellt sich als „Ich bin’s“ ins Licht und alle anderen sind ja doof und dämlich und können nix.
Und je mehr ich darüber schreibe, je mehr merke ich wieder wie sehr mich das Thema triggert und belastet deswegen hör ich jetzt einfach auf...
Wow, das ist echt traurig
Tut mir richtig leid. Meine Mutter hat sich inzwischen total verändert, deine scheint die gleiche geblieben zu sein.
Sorry falls Du das vielleicht irgendwo schon geschrieben hast. Aber inwiefern beeinflusst deine Kindheit nun die Erziehung deines Kindes? Hast Du Dir da einen bestimmten Weg ausgesucht?
Mich belastet einfach sehr, dass ich da nun womöglich manchmal zu unlocker bin und alles richtig machen möchte.
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